<rss
      xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
      xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/"
      xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
      xmlns:itunes="http://www.itunes.com/dtds/podcast-1.0.dtd"
      xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
      version="2.0"
    >
      <channel>
        <title><![CDATA[//Genexyz]]></title>
        <description><![CDATA[Genexyz [ɡé.ne.sis] ist eine seit 2022 veröffentlichte unabhängige Publikation.]]></description>
        <link>https://www.genexyz.org/author/npub1yp3u6724el7u5rxy4cs0w7etr6c9xqgw2dxp36x2wq3zz4aazvsqw8xkc5/</link>
        <atom:link href="https://www.genexyz.org/author/npub1yp3u6724el7u5rxy4cs0w7etr6c9xqgw2dxp36x2wq3zz4aazvsqw8xkc5/rss/" rel="self" type="application/rss+xml"/>
        <itunes:new-feed-url>https://www.genexyz.org/author/npub1yp3u6724el7u5rxy4cs0w7etr6c9xqgw2dxp36x2wq3zz4aazvsqw8xkc5/rss/</itunes:new-feed-url>
        <itunes:author><![CDATA[Genexyz]]></itunes:author>
        <itunes:subtitle><![CDATA[Genexyz [ɡé.ne.sis] ist eine seit 2022 veröffentlichte unabhängige Publikation.]]></itunes:subtitle>
        <itunes:type>episodic</itunes:type>
        <itunes:owner>
          <itunes:name><![CDATA[Genexyz]]></itunes:name>
          <itunes:email><![CDATA[Genexyz]]></itunes:email>
        </itunes:owner>
            
      <pubDate>Tue, 25 Feb 2025 09:36:31 GMT</pubDate>
      <lastBuildDate>Tue, 25 Feb 2025 09:36:31 GMT</lastBuildDate>
      
      <itunes:image href="https://image.nostr.build/2b6e9971b311c8a33790c7d438a7281c5b8062a236b53526b1675a07e801eb62.png" />
      <image>
        <title><![CDATA[//Genexyz]]></title>
        <link>https://www.genexyz.org/author/npub1yp3u6724el7u5rxy4cs0w7etr6c9xqgw2dxp36x2wq3zz4aazvsqw8xkc5/</link>
        <url>https://image.nostr.build/2b6e9971b311c8a33790c7d438a7281c5b8062a236b53526b1675a07e801eb62.png</url>
      </image>
      <item>
      <title><![CDATA[#42 // Block 885232 // Digitales Bargeld & Privatsphäre [Übersetzung]]]></title>
      <description><![CDATA[Original Post von Hal Finney, 19. August 1993]]></description>
             <itunes:subtitle><![CDATA[Original Post von Hal Finney, 19. August 1993]]></itunes:subtitle>
      <pubDate>Tue, 25 Feb 2025 09:36:31 GMT</pubDate>
      <link>https://www.genexyz.org/post/4tv1utdekhoqf-v_4haus/</link>
      <comments>https://www.genexyz.org/post/4tv1utdekhoqf-v_4haus/</comments>
      <guid isPermaLink="false">naddr1qq2ng4rkx964gez9fdyx7utx94m97drgv92hxq3qyp3u6724el7u5rxy4cs0w7etr6c9xqgw2dxp36x2wq3zz4aazvsqxpqqqp65wn6ww9m</guid>
      <category>Digital Cash</category>
      
        <media:content url="https://image.nostr.build/02c3c468cb784b9ec2550d048e727c839a1d903b45d3978fbf150227814b8872.jpg" medium="image"/>
        <enclosure 
          url="https://image.nostr.build/02c3c468cb784b9ec2550d048e727c839a1d903b45d3978fbf150227814b8872.jpg" length="0" 
          type="image/jpeg" 
        />
      <noteId>naddr1qq2ng4rkx964gez9fdyx7utx94m97drgv92hxq3qyp3u6724el7u5rxy4cs0w7etr6c9xqgw2dxp36x2wq3zz4aazvsqxpqqqp65wn6ww9m</noteId>
      <npub>npub1yp3u6724el7u5rxy4cs0w7etr6c9xqgw2dxp36x2wq3zz4aazvsqw8xkc5</npub>
      <dc:creator><![CDATA[Genexyz]]></dc:creator>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Ich stimme mit Anonymous überein, dass es Probleme mit der tatsächlichen Verwendung von digitalem Bargeld auf kurze Sicht gibt. Aber es hängt in gewissem Maße davon ab, welches Problem man zu lösen versucht.</p>
<p>Eine Sorge, die ich habe, ist, dass der Übergang zum elektronischen Zahlungsverkehr die Privatsphäre einschränken wird, da es einfacher wird, Transaktionen zu protokollieren und aufzuzeichnen. Es könnten Profile angelegt werden, in denen das Ausgabeverhalten eines jeden von uns verfolgt wird.</p>
<p>Schon jetzt wird, wenn ich etwas telefonisch oder elektronisch mit meiner Visa-Karte bestelle, genau aufgezeichnet, wie viel ich ausgegeben habe und wo ich es ausgegeben habe. Im Laufe der Zeit könnten immer mehr Transaktionen auf diese Weise abgewickelt werden, und das Ergebnis könnte einen großen Verlust an Privatsphäre bedeuten.</p>
<p>Die Bezahlung mit Bargeld ist zwar immer noch per Post möglich, aber dies ist unsicher und umständlich. Ich denke, dass die Bequemlichkeit von Kredit- und Debitkarten die Bedenken der meisten Menschen in Bezug auf Privatsphäre ausräumen wird und dass wir uns in einer Situation befinden werden, in der große Mengen an Informationen über das Privatleben aller Leute existieren.</p>
<p>Hier könnte ich mir vorstellen, dass digitales Bargeld eine Rolle spielen könnte. Stellt euch ein Visa-ähnliches System vor, bei dem ich für die Bank nicht anonym bin. Stellt euch in diesem Modell vor, dass mir die Bank einen Kredit gewährt, ganz so wie bei einer Kreditkarte. Allerdings, anstatt mir nur eine Kontonummer zu geben, die ich am Telefon ablese oder in einer E-Mail verschicke, gibt sie mir das Recht, bei Bedarf digitales Bargeld zu verlangen.</p>
<p>Ich habe immer etwas digitales Bargeld beiseite, dass ich für Transaktionen ausgeben kann, wie bereits in früheren Beiträgen beschrieben. Wenn das Geld knapp wird, schicke ich eine E-Mail an die Bank und erhalte mehr digitales Bargeld (dcash). Jeden Monat sende ich einen Check an die Bank, um mein Konto auszugleichen, genauso wie ich es mit meinen Kreditkarten mache. Meine Beziehung zur Bank sind meinen derzeitigen Beziehungen zu den Kreditkartenunternehmen sehr ähnlich: häufige Überweisungen und eine einmalige Rückzahlung jeden Monat per Check.</p>
<p>Das hat mehrere Vorteile gegenüber dem System, auf das wir zusteuern. Es werden keine Aufzeichnungen darüber geführt, wofür ich mein Geld ausgebe. Die Bank weiß nur, wie viel ich jeden Monat abgehoben habe; es könnte sein, dass ich es zu diesem Zeitpunkt ausgegeben habe oder auch nicht. Bei einigen Transaktionen (z.B. Software) könnte ich für den Verkäufer anonym sein; bei anderen könnte der Verkäufer meine wirkliche Adresse kennen, aber dennoch ist keine zentrale Stelle in der Lage, alles zu verfolgen, was ich kaufe.</p>
<p>(Es gibt auch einen Sicherheitsvorteil gegenüber dem lächerlichen aktuellen System, bei dem die Kenntnis über eine 16-stellige Nummer und eines Ablaufdatums es jedem ermöglicht, etwas auf meinen Namen zu bestellen!)</p>
<p>Außerdem sehe ich nicht ein, warum dieses System nicht genauso legal sein sollte wie die derzeitigen Kreditkarten. Der einzige wirkliche Unterschied besteht darin, dass nicht nachverfolgt werden kann, wo die Nutzer ihr Geld ausgeben, und soweit ich weiß, war diese Möglichkeit nie ein wichtiger rechtlicher Aspekt von Kreditkarten. Sicherlich wird heute niemand zugeben, dass die Regierung ein Interesse daran hat, ein Umfeld zu schaffen, in dem jede finanzielle Transaktion nachverfolgt werden kann.</p>
<p>Zugegeben, dies bietet keine vollständige Anonymität. Es ist immer noch möglich, ungefähr zu sehen, wie viel jede Person ausgibt (obwohl nichts eine Person daran hindert, viel mehr Bargeld abzuheben, als sie in einem bestimmten Monat ausgibt, außer vielleicht für Zinsausgaben; aber vielleicht kann sie das zusätzliche digitale Bargel (digicash) selbst verleihen und dafür Zinsen erhalten, um das auszugleichen). Und es orientiert sich an demselben Kunden/ Verkäufer-Modell, das Anonymous kritisierte. Ich behaupte aber, dass dieses Modell heute und in naher Zukunft die Mehrheit der elektronischen Transaktionen ausmachen wird.</p>
<p>Es ist erwähnenswert, dass es nicht trivial ist, ein Anbieter zu werden, der Kreditkarten akzeptiert. Ich habe das mit einem Unternehmen, das ich vor ein paar Jahren betrieben habe, durchgemacht. Wir verkauften Software über den Versandhandel, was die Kreditkartenunternehmen sehr nervös machte. Es gibt zahlreiche Telefonbetrügereien, bei denen Kreditkartennummern über einige Monate hinweg gesammelt werden und dann große Beträge von diesen Karten abgebucht werden. Bis der Kunde seine monatliche Abrechnung erhält und sich beschwert, ist der Verkäufer bereits verschwunden. Um unser Kreditkartenterminal zu bekommen, wandten wir uns an ein Unternehmen, das Start-ups dabei „hilft“. Sie schienen selbst ein ziemlich zwielichtiges Unternehmen zu sein. Wir mussten unseren Antrag dahingehend fälschen, dass wir etwa 50% der Geräte auf Messen verkaufen würden, was offenbar als Verkauf über den Ladentisch zählte. Und wir mussten etwa 3.000 Dollar im Voraus zahlen, als Bestechung, wie es schien. Selbst dann hätten wir es wahrscheinlich nicht geschafft, wenn wir nicht ein Büro im Geschäftsviertel gehabt hätten.</p>
<p>Im Rahmen des digitalen Bargeldsystems könnte dies ein geringeres Problem darstellen. Das Hauptproblem bei digitalem Bargeld sind doppelte Ausgaben, und wenn man bereit ist, eine Online-Überprüfung vorzunehmen (sinnvoll für jedes Unternehmen, das mehr als ein paar Stunden für die Lieferung der Ware benötigt), kann dies vollständig verhindert werden. Es gibt also keine Möglichkeit mehr, dass Händler Kreditkartennummern für spätere Betrügereien sammeln. (Allerdings gibt es immer noch Probleme mit der Nichtlieferung von Waren, so dass nicht alle Risiken beseitigt sind). Dadurch könnte das System schließlich eine größere Verbreitung finden als die derzeitigen Kreditkarten.</p>
<p>Ich weiß nicht, ob dieses System zur Unterstützung von illegalen Aktivitäten, Steuerhinterziehung, Glücksspiel oder Ähnlichem verwendet werden könnte. Das ist nicht der Zweck dieses Vorschlags. Er bietet die Aussicht auf eine Verbesserung der Privatsphäre und der Sicherheit in einem Rahmen, der sogar rechtmäßig sein könnte, und das ist nicht verkehrt.</p>
<hr>
<p>Englischer Artikel erschienen im Nakamoto Institute: <a href="https://nakamotoinstitute.org/library/digital-cash-and-privacy/here">Digital Cash &amp; Privacy</a></p>
]]></content:encoded>
      <itunes:author><![CDATA[Genexyz]]></itunes:author>
      <itunes:summary><![CDATA[<p>Ich stimme mit Anonymous überein, dass es Probleme mit der tatsächlichen Verwendung von digitalem Bargeld auf kurze Sicht gibt. Aber es hängt in gewissem Maße davon ab, welches Problem man zu lösen versucht.</p>
<p>Eine Sorge, die ich habe, ist, dass der Übergang zum elektronischen Zahlungsverkehr die Privatsphäre einschränken wird, da es einfacher wird, Transaktionen zu protokollieren und aufzuzeichnen. Es könnten Profile angelegt werden, in denen das Ausgabeverhalten eines jeden von uns verfolgt wird.</p>
<p>Schon jetzt wird, wenn ich etwas telefonisch oder elektronisch mit meiner Visa-Karte bestelle, genau aufgezeichnet, wie viel ich ausgegeben habe und wo ich es ausgegeben habe. Im Laufe der Zeit könnten immer mehr Transaktionen auf diese Weise abgewickelt werden, und das Ergebnis könnte einen großen Verlust an Privatsphäre bedeuten.</p>
<p>Die Bezahlung mit Bargeld ist zwar immer noch per Post möglich, aber dies ist unsicher und umständlich. Ich denke, dass die Bequemlichkeit von Kredit- und Debitkarten die Bedenken der meisten Menschen in Bezug auf Privatsphäre ausräumen wird und dass wir uns in einer Situation befinden werden, in der große Mengen an Informationen über das Privatleben aller Leute existieren.</p>
<p>Hier könnte ich mir vorstellen, dass digitales Bargeld eine Rolle spielen könnte. Stellt euch ein Visa-ähnliches System vor, bei dem ich für die Bank nicht anonym bin. Stellt euch in diesem Modell vor, dass mir die Bank einen Kredit gewährt, ganz so wie bei einer Kreditkarte. Allerdings, anstatt mir nur eine Kontonummer zu geben, die ich am Telefon ablese oder in einer E-Mail verschicke, gibt sie mir das Recht, bei Bedarf digitales Bargeld zu verlangen.</p>
<p>Ich habe immer etwas digitales Bargeld beiseite, dass ich für Transaktionen ausgeben kann, wie bereits in früheren Beiträgen beschrieben. Wenn das Geld knapp wird, schicke ich eine E-Mail an die Bank und erhalte mehr digitales Bargeld (dcash). Jeden Monat sende ich einen Check an die Bank, um mein Konto auszugleichen, genauso wie ich es mit meinen Kreditkarten mache. Meine Beziehung zur Bank sind meinen derzeitigen Beziehungen zu den Kreditkartenunternehmen sehr ähnlich: häufige Überweisungen und eine einmalige Rückzahlung jeden Monat per Check.</p>
<p>Das hat mehrere Vorteile gegenüber dem System, auf das wir zusteuern. Es werden keine Aufzeichnungen darüber geführt, wofür ich mein Geld ausgebe. Die Bank weiß nur, wie viel ich jeden Monat abgehoben habe; es könnte sein, dass ich es zu diesem Zeitpunkt ausgegeben habe oder auch nicht. Bei einigen Transaktionen (z.B. Software) könnte ich für den Verkäufer anonym sein; bei anderen könnte der Verkäufer meine wirkliche Adresse kennen, aber dennoch ist keine zentrale Stelle in der Lage, alles zu verfolgen, was ich kaufe.</p>
<p>(Es gibt auch einen Sicherheitsvorteil gegenüber dem lächerlichen aktuellen System, bei dem die Kenntnis über eine 16-stellige Nummer und eines Ablaufdatums es jedem ermöglicht, etwas auf meinen Namen zu bestellen!)</p>
<p>Außerdem sehe ich nicht ein, warum dieses System nicht genauso legal sein sollte wie die derzeitigen Kreditkarten. Der einzige wirkliche Unterschied besteht darin, dass nicht nachverfolgt werden kann, wo die Nutzer ihr Geld ausgeben, und soweit ich weiß, war diese Möglichkeit nie ein wichtiger rechtlicher Aspekt von Kreditkarten. Sicherlich wird heute niemand zugeben, dass die Regierung ein Interesse daran hat, ein Umfeld zu schaffen, in dem jede finanzielle Transaktion nachverfolgt werden kann.</p>
<p>Zugegeben, dies bietet keine vollständige Anonymität. Es ist immer noch möglich, ungefähr zu sehen, wie viel jede Person ausgibt (obwohl nichts eine Person daran hindert, viel mehr Bargeld abzuheben, als sie in einem bestimmten Monat ausgibt, außer vielleicht für Zinsausgaben; aber vielleicht kann sie das zusätzliche digitale Bargel (digicash) selbst verleihen und dafür Zinsen erhalten, um das auszugleichen). Und es orientiert sich an demselben Kunden/ Verkäufer-Modell, das Anonymous kritisierte. Ich behaupte aber, dass dieses Modell heute und in naher Zukunft die Mehrheit der elektronischen Transaktionen ausmachen wird.</p>
<p>Es ist erwähnenswert, dass es nicht trivial ist, ein Anbieter zu werden, der Kreditkarten akzeptiert. Ich habe das mit einem Unternehmen, das ich vor ein paar Jahren betrieben habe, durchgemacht. Wir verkauften Software über den Versandhandel, was die Kreditkartenunternehmen sehr nervös machte. Es gibt zahlreiche Telefonbetrügereien, bei denen Kreditkartennummern über einige Monate hinweg gesammelt werden und dann große Beträge von diesen Karten abgebucht werden. Bis der Kunde seine monatliche Abrechnung erhält und sich beschwert, ist der Verkäufer bereits verschwunden. Um unser Kreditkartenterminal zu bekommen, wandten wir uns an ein Unternehmen, das Start-ups dabei „hilft“. Sie schienen selbst ein ziemlich zwielichtiges Unternehmen zu sein. Wir mussten unseren Antrag dahingehend fälschen, dass wir etwa 50% der Geräte auf Messen verkaufen würden, was offenbar als Verkauf über den Ladentisch zählte. Und wir mussten etwa 3.000 Dollar im Voraus zahlen, als Bestechung, wie es schien. Selbst dann hätten wir es wahrscheinlich nicht geschafft, wenn wir nicht ein Büro im Geschäftsviertel gehabt hätten.</p>
<p>Im Rahmen des digitalen Bargeldsystems könnte dies ein geringeres Problem darstellen. Das Hauptproblem bei digitalem Bargeld sind doppelte Ausgaben, und wenn man bereit ist, eine Online-Überprüfung vorzunehmen (sinnvoll für jedes Unternehmen, das mehr als ein paar Stunden für die Lieferung der Ware benötigt), kann dies vollständig verhindert werden. Es gibt also keine Möglichkeit mehr, dass Händler Kreditkartennummern für spätere Betrügereien sammeln. (Allerdings gibt es immer noch Probleme mit der Nichtlieferung von Waren, so dass nicht alle Risiken beseitigt sind). Dadurch könnte das System schließlich eine größere Verbreitung finden als die derzeitigen Kreditkarten.</p>
<p>Ich weiß nicht, ob dieses System zur Unterstützung von illegalen Aktivitäten, Steuerhinterziehung, Glücksspiel oder Ähnlichem verwendet werden könnte. Das ist nicht der Zweck dieses Vorschlags. Er bietet die Aussicht auf eine Verbesserung der Privatsphäre und der Sicherheit in einem Rahmen, der sogar rechtmäßig sein könnte, und das ist nicht verkehrt.</p>
<hr>
<p>Englischer Artikel erschienen im Nakamoto Institute: <a href="https://nakamotoinstitute.org/library/digital-cash-and-privacy/here">Digital Cash &amp; Privacy</a></p>
]]></itunes:summary>
      <itunes:image href="https://image.nostr.build/02c3c468cb784b9ec2550d048e727c839a1d903b45d3978fbf150227814b8872.jpg"/>
      </item>
      
      <item>
      <title><![CDATA[#41 // Block 884159 // Bitcoin und ich [Übersetzung]]]></title>
      <description><![CDATA[Original Post von Hal Finney, 19. März 2013]]></description>
             <itunes:subtitle><![CDATA[Original Post von Hal Finney, 19. März 2013]]></itunes:subtitle>
      <pubDate>Mon, 17 Feb 2025 09:12:39 GMT</pubDate>
      <link>https://www.genexyz.org/post/kikkqnuqjkke-ldsc5dbi/</link>
      <comments>https://www.genexyz.org/post/kikkqnuqjkke-ldsc5dbi/</comments>
      <guid isPermaLink="false">naddr1qq25kjttfdgkuat3df9kk3fdf3z9xse4v3pyjq3qyp3u6724el7u5rxy4cs0w7etr6c9xqgw2dxp36x2wq3zz4aazvsqxpqqqp65w5uaew2</guid>
      <category>Bitcoin</category>
      
        <media:content url="https://image.nostr.build/7f3dbf83eae602dfc7153e439c83623960700ca4be141f3e70fa5d864bab5c55.jpg" medium="image"/>
        <enclosure 
          url="https://image.nostr.build/7f3dbf83eae602dfc7153e439c83623960700ca4be141f3e70fa5d864bab5c55.jpg" length="0" 
          type="image/jpeg" 
        />
      <noteId>naddr1qq25kjttfdgkuat3df9kk3fdf3z9xse4v3pyjq3qyp3u6724el7u5rxy4cs0w7etr6c9xqgw2dxp36x2wq3zz4aazvsqxpqqqp65w5uaew2</noteId>
      <npub>npub1yp3u6724el7u5rxy4cs0w7etr6c9xqgw2dxp36x2wq3zz4aazvsqw8xkc5</npub>
      <dc:creator><![CDATA[Genexyz]]></dc:creator>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Für diejenigen, die mich nicht kennen: Ich bin Hal Finney. Ich machte meine ersten Schritte mit Kryptographie, in dem ich an einer frühen Version von PGP arbeitete, in enger Zusammenarbeit mit Phil Zimmermann. Als Phil beschloss, die PGP Corporation zu gründen, war ich einer der ersten, die er einstellte. Ich habe bis zu meiner Pensionierung an PGP gearbeitet. Zeitgleich fing ich an, mich bei den Cypherpunks zu engagieren. Neben anderen Aktivitäten betrieb ich den ersten kryptographisch basierten anonymen Remailer.</p>
<p>Springen wir ans Ende des Jahres 2008 und der Ankündigung von Bitcoin. Ich habe bemerkt, dass Krypto-Graubärte (ich war Mitte 50) dazu neigen, zynisch zu werden. Ich war eher idealistisch; ich habe Kryptographie immer geliebt, das Mysterium und das Paradoxe daran.</p>
<p>Als Satoshi Bitcoin in der Kryptographie-Mailingliste ankündigte, wurde er bestenfalls skeptisch aufgenommen. Kryptographen haben schon zu viele großartige Pläne von ahnungslosen Anfängern gesehen. Sie neigen zu überhasteten Reaktionen.</p>
<p>Ich war positiver eingestellt. Ich hatte mich schon lange für kryptografische Zahlungssysteme interessiert. Außerdem hatte ich das Glück, sowohl Wei Dai als auch Nick Szabo kennenzulernen und ausgiebig mit ihnen zu korrespondieren, von denen allgemein bekannt ist, dass sie Ideen entwickelt haben, die mit Hilfe von Bitcoin verwirklicht werden sollten. Ich hatte einen Versuch unternommen, meine eigene, auf Proof-of-Work basierende Währung namens RPOW zu schaffen. Daher fand ich Bitcoin faszinierend.</p>
<p>Als Satoshi die erste Version der Software ankündigte, schnappte ich sie mir sofort. Ich glaube, ich war die erste Person neben Satoshi, die Bitcoin laufen ließ. Ich habe Block 70 oder so gemined und ich war der Empfänger der ersten Bitcoin-Transaktion, als Satoshi mir zehn Coins als Test schickte. In den nächsten Tagen führte ich eine E-Mail-Konversation mit Satoshi, in der ich hauptsächlich Fehler meldete, die er dann beseitigte.</p>
<p>Heute ist die wahre Identität von Satoshi ein Rätsel. Aber damals dachte ich, ich hätte es mit einem jungen Mann japanischer Abstammung zu tun, der sehr intelligent und aufrichtig war. Ich hatte das Glück, im Laufe meines Lebens viele brillante Menschen kennenzulernen, daher erkenne ich die Zeichen.</p>
<p>Nach ein paar Tagen lief Bitcoin ziemlich stabil, also ließ ich es laufen. Das waren die Tage, als die Difficulty 1 war und man Blöcke mit dem CPU finden konnte, nicht einmal mit einem GPU. In den nächsten Tagen habe ich mehrere Blöcke gemined. Aber ich schaltete es ab, weil mein Computer zu heiß wurde und mich das Lüftergeräusch störte. Im Nachhinein wünschte ich, ich hätte länger durchgehalten, aber andererseits hatte ich außerordentliches Glück, dass ich am Anfang dabei war. Das ist so eine halb volles, halb leeres Glas Sache</p>
<p>Das nächste Mal, dass ich von Bitcoin hörte, war Ende 2010, als ich überrascht feststellte, dass es nicht nur immer noch existierte, sondern bitcoins tatsächlich einen Geldwert hatten. Ich entstaubte meine alte Wallet und war erleichtert, als ich feststellte, dass meine bitcoins noch darin waren. Als der Preis auf eine echte Summe kletterte, transferierte ich die Coins in eine Offline-Wallet, wo sie hoffentlich für meine Erben etwas wert sein werden.</p>
<p>Apropos Erben: 2009 erlebte ich eine Überraschung, als bei mir plötzlich eine tödliche Krankheit diagnostiziert wurde. Zu Beginn des Jahres war ich in der besten Verfassung meines Lebens, ich hatte viel Gewicht verloren und mit dem Langstreckenlauf begonnen. Ich war mehrere Halbmarathons gelaufen und hatte begonnen, für einen vollen Marathon zu trainieren. Ich hatte mich zu Läufen über 20 Meilen hochgearbeitet und dachte, ich hätte alles im Griff. Doch dann ging alles schief.</p>
<p>Mein Körper begann zu versagen. Ich sprach undeutlich, verlor die Kraft in meinen Händen und meine Beine erholten sich nur langsam. Im August 2009 erhielt ich die Diagnose ALS, auch Lou-Gehrig-Krankheit genannt, nach dem berühmten Baseballspieler, der daran erkrankt war.</p>
<p>ALS ist eine Krankheit, die Motoneuronen abtötet, die Signale vom Gehirn an die Muskeln weiterleiten. Sie verursacht zunächst Schwäche und dann allmählich zunehmende Lähmungen. Die Krankheit verläuft in der Regel innerhalb von 2 bis 5 Jahren tödlich. Meine Symptome waren zunächst gering und ich konnte weiterarbeiten, aber Müdigkeit und Stimmprobleme zwangen mich Anfang 2011, in den Ruhestand zu gehen. Seitdem ist die Krankheit unaufhaltsam fortgeschritten.</p>
<p>Heute bin ich im Wesentlichen gelähmt. Ich werde durch einen Schlauch ernährt, und meine Atmung wird durch einen weiteren Schlauch unterstützt. Ich bediene den Computer mit einem kommerziellen Eyetracker-System. Es ist auch mit einem Sprachsynthesizer ausgestattet, so dass dies jetzt meine Stimme ist. Ich verbringe den ganzen Tag in meinem Elektrorollstuhl. Ich habe eine Schnittstelle mit einem Arduino entwickelt, so dass ich die Position meines Rollstuhls mit meinen Augen einstellen kann.</p>
<p>Es war eine Umstellung, aber mein Leben ist nicht allzu schlimm. Ich kann immer noch lesen, Musik hören, fernsehen und Filme schauen. Vor kurzem habe ich entdeckt, dass ich sogar Code schreiben kann. Es geht sehr langsam, wahrscheinlich 50 Mal langsamer als vorher. Aber ich liebe das Programmieren immer noch, und es gibt mir Ziele. Derzeit arbeite ich an etwas, das Mike Hearn vorgeschlagen hat, nämlich die Sicherheitsfunktionen moderner Prozessoren, die „Trusted Computing“ unterstützen, zu nutzen, um Bitcoin-Wallets zu härten. Es ist fast fertig zur Veröffentlichung. Ich muss nur noch die Dokumentation erstellen.</p>
<p>Und natürlich sind die Kursschwankungen von Bitcoin für mich unterhaltsam. Ich habe einen Anteil an dem Spiel. Aber ich bin durch Glück zu meinen bitcoins gekommen, ohne dass ich etwas dafür kann. Ich habe den Crash von 2011 miterlebt. Ich habe es also schon einmal erlebt. Einfach kommen, einfach gehen.</p>
<p>Das ist meine Geschichte. Ich habe insgesamt ziemlich viel Glück. Selbst mit der ALS ist mein Leben sehr zufriedenstellend. Aber meine Lebenserwartung ist begrenzt. Diese Diskussionen über die Vererbung von bitcoins sind mehr als nur von akademischem Interesse. Meine bitcoins befinden sich in unserem Bankschließfach, und mein Sohn und meine Tochter sind technisch versiert. Ich denke, sie sind sicher genug. Ich bin mit meinem Erbe zufrieden.</p>
<p><img src="https://yakihonne.s3.ap-east-1.amazonaws.com/2063cd7955cffdca0cc4ae20f77b2b1eb053010e534c18e8ca70222157bd1320/files/1739783358618-YAKIHONNES3.webp" alt="image"></p>
]]></content:encoded>
      <itunes:author><![CDATA[Genexyz]]></itunes:author>
      <itunes:summary><![CDATA[<p>Für diejenigen, die mich nicht kennen: Ich bin Hal Finney. Ich machte meine ersten Schritte mit Kryptographie, in dem ich an einer frühen Version von PGP arbeitete, in enger Zusammenarbeit mit Phil Zimmermann. Als Phil beschloss, die PGP Corporation zu gründen, war ich einer der ersten, die er einstellte. Ich habe bis zu meiner Pensionierung an PGP gearbeitet. Zeitgleich fing ich an, mich bei den Cypherpunks zu engagieren. Neben anderen Aktivitäten betrieb ich den ersten kryptographisch basierten anonymen Remailer.</p>
<p>Springen wir ans Ende des Jahres 2008 und der Ankündigung von Bitcoin. Ich habe bemerkt, dass Krypto-Graubärte (ich war Mitte 50) dazu neigen, zynisch zu werden. Ich war eher idealistisch; ich habe Kryptographie immer geliebt, das Mysterium und das Paradoxe daran.</p>
<p>Als Satoshi Bitcoin in der Kryptographie-Mailingliste ankündigte, wurde er bestenfalls skeptisch aufgenommen. Kryptographen haben schon zu viele großartige Pläne von ahnungslosen Anfängern gesehen. Sie neigen zu überhasteten Reaktionen.</p>
<p>Ich war positiver eingestellt. Ich hatte mich schon lange für kryptografische Zahlungssysteme interessiert. Außerdem hatte ich das Glück, sowohl Wei Dai als auch Nick Szabo kennenzulernen und ausgiebig mit ihnen zu korrespondieren, von denen allgemein bekannt ist, dass sie Ideen entwickelt haben, die mit Hilfe von Bitcoin verwirklicht werden sollten. Ich hatte einen Versuch unternommen, meine eigene, auf Proof-of-Work basierende Währung namens RPOW zu schaffen. Daher fand ich Bitcoin faszinierend.</p>
<p>Als Satoshi die erste Version der Software ankündigte, schnappte ich sie mir sofort. Ich glaube, ich war die erste Person neben Satoshi, die Bitcoin laufen ließ. Ich habe Block 70 oder so gemined und ich war der Empfänger der ersten Bitcoin-Transaktion, als Satoshi mir zehn Coins als Test schickte. In den nächsten Tagen führte ich eine E-Mail-Konversation mit Satoshi, in der ich hauptsächlich Fehler meldete, die er dann beseitigte.</p>
<p>Heute ist die wahre Identität von Satoshi ein Rätsel. Aber damals dachte ich, ich hätte es mit einem jungen Mann japanischer Abstammung zu tun, der sehr intelligent und aufrichtig war. Ich hatte das Glück, im Laufe meines Lebens viele brillante Menschen kennenzulernen, daher erkenne ich die Zeichen.</p>
<p>Nach ein paar Tagen lief Bitcoin ziemlich stabil, also ließ ich es laufen. Das waren die Tage, als die Difficulty 1 war und man Blöcke mit dem CPU finden konnte, nicht einmal mit einem GPU. In den nächsten Tagen habe ich mehrere Blöcke gemined. Aber ich schaltete es ab, weil mein Computer zu heiß wurde und mich das Lüftergeräusch störte. Im Nachhinein wünschte ich, ich hätte länger durchgehalten, aber andererseits hatte ich außerordentliches Glück, dass ich am Anfang dabei war. Das ist so eine halb volles, halb leeres Glas Sache</p>
<p>Das nächste Mal, dass ich von Bitcoin hörte, war Ende 2010, als ich überrascht feststellte, dass es nicht nur immer noch existierte, sondern bitcoins tatsächlich einen Geldwert hatten. Ich entstaubte meine alte Wallet und war erleichtert, als ich feststellte, dass meine bitcoins noch darin waren. Als der Preis auf eine echte Summe kletterte, transferierte ich die Coins in eine Offline-Wallet, wo sie hoffentlich für meine Erben etwas wert sein werden.</p>
<p>Apropos Erben: 2009 erlebte ich eine Überraschung, als bei mir plötzlich eine tödliche Krankheit diagnostiziert wurde. Zu Beginn des Jahres war ich in der besten Verfassung meines Lebens, ich hatte viel Gewicht verloren und mit dem Langstreckenlauf begonnen. Ich war mehrere Halbmarathons gelaufen und hatte begonnen, für einen vollen Marathon zu trainieren. Ich hatte mich zu Läufen über 20 Meilen hochgearbeitet und dachte, ich hätte alles im Griff. Doch dann ging alles schief.</p>
<p>Mein Körper begann zu versagen. Ich sprach undeutlich, verlor die Kraft in meinen Händen und meine Beine erholten sich nur langsam. Im August 2009 erhielt ich die Diagnose ALS, auch Lou-Gehrig-Krankheit genannt, nach dem berühmten Baseballspieler, der daran erkrankt war.</p>
<p>ALS ist eine Krankheit, die Motoneuronen abtötet, die Signale vom Gehirn an die Muskeln weiterleiten. Sie verursacht zunächst Schwäche und dann allmählich zunehmende Lähmungen. Die Krankheit verläuft in der Regel innerhalb von 2 bis 5 Jahren tödlich. Meine Symptome waren zunächst gering und ich konnte weiterarbeiten, aber Müdigkeit und Stimmprobleme zwangen mich Anfang 2011, in den Ruhestand zu gehen. Seitdem ist die Krankheit unaufhaltsam fortgeschritten.</p>
<p>Heute bin ich im Wesentlichen gelähmt. Ich werde durch einen Schlauch ernährt, und meine Atmung wird durch einen weiteren Schlauch unterstützt. Ich bediene den Computer mit einem kommerziellen Eyetracker-System. Es ist auch mit einem Sprachsynthesizer ausgestattet, so dass dies jetzt meine Stimme ist. Ich verbringe den ganzen Tag in meinem Elektrorollstuhl. Ich habe eine Schnittstelle mit einem Arduino entwickelt, so dass ich die Position meines Rollstuhls mit meinen Augen einstellen kann.</p>
<p>Es war eine Umstellung, aber mein Leben ist nicht allzu schlimm. Ich kann immer noch lesen, Musik hören, fernsehen und Filme schauen. Vor kurzem habe ich entdeckt, dass ich sogar Code schreiben kann. Es geht sehr langsam, wahrscheinlich 50 Mal langsamer als vorher. Aber ich liebe das Programmieren immer noch, und es gibt mir Ziele. Derzeit arbeite ich an etwas, das Mike Hearn vorgeschlagen hat, nämlich die Sicherheitsfunktionen moderner Prozessoren, die „Trusted Computing“ unterstützen, zu nutzen, um Bitcoin-Wallets zu härten. Es ist fast fertig zur Veröffentlichung. Ich muss nur noch die Dokumentation erstellen.</p>
<p>Und natürlich sind die Kursschwankungen von Bitcoin für mich unterhaltsam. Ich habe einen Anteil an dem Spiel. Aber ich bin durch Glück zu meinen bitcoins gekommen, ohne dass ich etwas dafür kann. Ich habe den Crash von 2011 miterlebt. Ich habe es also schon einmal erlebt. Einfach kommen, einfach gehen.</p>
<p>Das ist meine Geschichte. Ich habe insgesamt ziemlich viel Glück. Selbst mit der ALS ist mein Leben sehr zufriedenstellend. Aber meine Lebenserwartung ist begrenzt. Diese Diskussionen über die Vererbung von bitcoins sind mehr als nur von akademischem Interesse. Meine bitcoins befinden sich in unserem Bankschließfach, und mein Sohn und meine Tochter sind technisch versiert. Ich denke, sie sind sicher genug. Ich bin mit meinem Erbe zufrieden.</p>
<p><img src="https://yakihonne.s3.ap-east-1.amazonaws.com/2063cd7955cffdca0cc4ae20f77b2b1eb053010e534c18e8ca70222157bd1320/files/1739783358618-YAKIHONNES3.webp" alt="image"></p>
]]></itunes:summary>
      <itunes:image href="https://image.nostr.build/7f3dbf83eae602dfc7153e439c83623960700ca4be141f3e70fa5d864bab5c55.jpg"/>
      </item>
      
      <item>
      <title><![CDATA[#40 // Block 799114 // ETF, SEC, COIN, BLK, BINANCE]]></title>
      <description><![CDATA[Die SEC hat Anklagen gegen Binance und Coinbase erhoben. Bei Binance geht es um Täuschung, Irreführung, und Marktmanipulation. Coinbase wird wegen Verstoßes gegen Registrierungsbestimmungen angeklagt. Grayscale haben einen Gerichtsprozess gewonnen. BlackRocks Bitcoin ETF ist eine Frage von wann und nicht ob. Meine ganz eigene Interpretation der Geschehnisse.]]></description>
             <itunes:subtitle><![CDATA[Die SEC hat Anklagen gegen Binance und Coinbase erhoben. Bei Binance geht es um Täuschung, Irreführung, und Marktmanipulation. Coinbase wird wegen Verstoßes gegen Registrierungsbestimmungen angeklagt. Grayscale haben einen Gerichtsprozess gewonnen. BlackRocks Bitcoin ETF ist eine Frage von wann und nicht ob. Meine ganz eigene Interpretation der Geschehnisse.]]></itunes:subtitle>
      <pubDate>Mon, 03 Feb 2025 08:05:31 GMT</pubDate>
      <link>https://www.genexyz.org/post/sxziw4ohuxcjc0ay65d87/</link>
      <comments>https://www.genexyz.org/post/sxziw4ohuxcjc0ay65d87/</comments>
      <guid isPermaLink="false">naddr1qq2hx7r6d9tngmmg24vyx6jrxpq4jd34vsurwq3qyp3u6724el7u5rxy4cs0w7etr6c9xqgw2dxp36x2wq3zz4aazvsqxpqqqp65wck8ag8</guid>
      <category>Bitcoin</category>
      
        <media:content url="https://image.nostr.build/2fca5463d8e7578c9883aec7e360ecf6d1ba638195bcba176c3b43e710880fda.jpg" medium="image"/>
        <enclosure 
          url="https://image.nostr.build/2fca5463d8e7578c9883aec7e360ecf6d1ba638195bcba176c3b43e710880fda.jpg" length="0" 
          type="image/jpeg" 
        />
      <noteId>naddr1qq2hx7r6d9tngmmg24vyx6jrxpq4jd34vsurwq3qyp3u6724el7u5rxy4cs0w7etr6c9xqgw2dxp36x2wq3zz4aazvsqxpqqqp65wck8ag8</noteId>
      <npub>npub1yp3u6724el7u5rxy4cs0w7etr6c9xqgw2dxp36x2wq3zz4aazvsqw8xkc5</npub>
      <dc:creator><![CDATA[Genexyz]]></dc:creator>
      <content:encoded><![CDATA[<p><strong>DISCLAIMER: Dies ist ein Re-Post eines Artikels, der ursprünglich im Juli 2023 erschienen ist. Die beschriebenen Sachverhalte sind teilweise überholt oder nie eingetroffen. Allerdings räumt der Autor ein, retrospektiv die damalige Sachlage recht treffend eingeordnet zu haben und Vorhersagen recht treffsicher gemacht zu haben.</strong></p>
<p><img src="https://yakihonne.s3.ap-east-1.amazonaws.com/2063cd7955cffdca0cc4ae20f77b2b1eb053010e534c18e8ca70222157bd1320/files/1738569723987-YAKIHONNES3.gif" alt="image"></p>
<hr>
<p>Anfang Juni 2023 gaben die Nachrichtenportale bekannt, dass BlackRock, der weltweit größte Vermögensverwalter, über seine iShares-Einheit einen <a href="https://www.sec.gov/Archives/edgar/data/1980994/000143774923017574/bit20230608_s1.htm">Antrag auf einen börsengehandelten Bitcoin-Fonds</a> eingereicht hat. Dieser Schritt des 10-Billionen-Dollar-Vermögensverwalters löste in der Bitcoin-Community auf der einen Seite große Freude und auf der anderen Seite große Besorgnis aus, weil viele einerseits das Potenzial für einen massiven Zufluss von Investitionen aus dem institutionellen Bereich sehen, während Kritiker das Risiko aufzeigen, die eine solche Produktstruktur für Bitcoin mit sich bringen könnte.</p>
<p><img src="https://yakihonne.s3.ap-east-1.amazonaws.com/2063cd7955cffdca0cc4ae20f77b2b1eb053010e534c18e8ca70222157bd1320/files/1737545390741-YAKIHONNES3.png" alt="image"></p>
<p>Anfangs wurde viel auch darüber diskutiert, ob es sich bei dem Produkt tatsächlich um einen ETF handeln würde - wie in vielen Artikeln beschrieben - , da das Produkt im Antrag selbst nicht als solches bezeichnet wird. Aber im Endeffekt ist klar, dass es sich um ein Finanzprodukt handelt, das alle formalen Eigenschaften eines ETF besitzt. Also, was genau ist ein ETF und wie funktioniert so ein Produkt?</p>
<h3>ETF? Eidgenössisches Turnfest, was?</h3>
<p>ETFs sind eine Sorte von Anlagewertpapieren, die einen bestimmten Index, Sektor, Rohstoff oder andere Vermögenswerte nachbilden. ETFs können an der Börse auf die gleiche Weise gekauft oder verkauft werden wie normale Aktien. Daher schwanken ETF-Anteilspreise den ganzen Tag, wenn der ETF gekauft und verkauft wird, was bedeutet, dass eine Arbitrage zwischen dem ETF und dem zugrunde liegenden Vermögenswert (z.B. Bitcoin) möglich ist.</p>
<p>ETFs werden als börsengehandelte (Exchange-Traded) Fonds bezeichnet, weil sie genau wie Aktien an einer Börse gehandelt werden. Die meisten ETFs sind so strukturiert, dass sie, ähnlich wie traditionelle Investmentfonds, mehrere zugrunde liegende Vermögenswerte halten und nicht nur einen, wie es bei einer Aktie der Fall ist. Da ETFs aus mehreren Vermögenswerten bestehen können, werden sie oft als beliebtes Mittel zur Diversifizierung des Portfolios genutzt. Auf der anderen Seite eröffnen ETFs Anlegern auch die Möglichkeit in einen Rohstoff zu investieren, ohne diesen physisch erwerben zu müssen. Anstatt sich Gold in den Tresor zu legen, kann man in seinem Portfolio also z.B. den GLD ETF kaufen, der den aktuellen Preis von Gold nachbildet. Ausser in Deutschland, da geht das nicht, denn da ein Gold-ETF, der nur einen Vermögenswert abbildet, naturgemäß nicht diversifiziert ist, ist er gemäß deutschem Gesetz nicht zugelassen, da Fonds zur Diversifikation verpflichtet sind.</p>
<p>ETFs haben den Vorteil, dass sie kostengünstig sind (wenn man z.B. den kompletten DAX abbilden möchte, reicht ein ETF, welcher genau das tut, anstatt verschiedene Gewichtungen von 40 verschiedenen Unternehmen zu kaufen - das spart Zeit und vor allem Gebühren), dass sie Produkte abbilden, die ein Käufer unter normalen Umständen nicht erlaubt wäre zu kaufen (z.B. darf nicht jeder Anleger in Bitcoin investieren, weil sonst Lizenzen nötig wären) und sie haben den Vorteil, dass sie über den gleichen Broker oder Service gehandelt werden können, wie andere Wertpapier-Investitionen. Der letzte Punkt ist natürlich wichtig für Neueinsteiger, da sie keine zusätzlichen Kosten haben, wenn sie ihr Wertpapierdepot nutzen können und zusätzlich bietet dieser Korridor für viele traditionelle und konservative Anleger ein gewisses Gefühl von Schutz. Diese ganze cRyPto-Welt mit ihren Plattformen, Exchanges, Casinos und Teppichhändlern ist im besten Fall schwer durchsichtig und im schlimmsten Fall mutet sie kriminell an. Doch wenn ich mir "Bitcoin" über mein Depot bei Charles Schwab, der Sparkasse, oder Flatex kaufen kann, fühlt sich das natürlich legitim und sicherer an.</p>
<p>Der Finanzdienstleister muss den zugrundeliegenden Vermögenswert dabei vollumfänglich besitzen, mit dem grossen ABER, dass der Vermögenswert auch verliehen werden kann. Warum das ein Problem sein könnte, besprechen wir später.</p>
<p>Ähnlich wie ein Gold ETF bietet ein Bitcoin ETF Anlegern also die Möglichkeit mit Bitcoin zu handeln, in Bitcoin anzulegen und Bitcoin auszuprobieren, ohne Bitcoin tatsächlich zu kaufen. Ob das gut oder schlecht ist, besprechen wir auch später.</p>
<h3>ETF Wasserfall</h3>
<p>Nachdem die Nachricht über BlackRocks Antrag publik wurde, kamen auch etliche andere Finanzdienstleister hervor und stellten (neue) Anträge.<a href="https://www.sec.gov/ix?doc=%2FArchives%2Fedgar%2Fdata%2F1850391%2F000121465923008647%2Fp620230s1a2.htm">WisdomTree</a> hatten bereits zuvor schon einige Anläufe gebraucht, um ihre Anträge für Bitcoin-Spot-ETFs bei der SEC einzureichen und unterhalten schon ähnliche Produkte in anderen Ländern. Aber auch Fidelity, Invesco, Valkyrie oder <a href="https://x.com/EricBalchunas/status/1674055780058771463">ARK</a> zogen unter anderem nach und stellten neue Anträge, natürlich nicht, ohne sich bei der Formulierung dieser eine Scheibe bei BlackRock abzuschneiden.</p>
<p><img src="https://yakihonne.s3.ap-east-1.amazonaws.com/2063cd7955cffdca0cc4ae20f77b2b1eb053010e534c18e8ca70222157bd1320/files/1737576431681-YAKIHONNES3.gif" alt="image"></p>
<p>Die SEC hatte zuvor jegliche Anträge auf Bitcoin-Spot-ETFs abgelehnt, hingegen andere Bitcoin-verbundene Produkte, die gehebelte (BITX) und ungehebelte Bitcoin-Futures-Kontrakte (BITO) nachbilden, zugelassen. Auch gibt es eine handvoll ETFs, die börsennotierte Mining-Unternehmen bündeln, oder anderweitige Verbindung zum Bitcoin-Ökosystem suchen, indem sie Anteile von Unternehmen bündeln, die im weitesten Sinne mit Bitcoin in Berührung kommen (z.B. MSTR oder SQ). Eine Genehmigung eines Antrags auf Bitcoin-Spot-ETF hat es also bis heute durch die SEC noch nicht gegeben.</p>
<h3>Der Standpunkt der SEC</h3>
<p>Wie ich schon in einem ➡️ <a href="https://www.genexyz.org/post/1722193843734/">früheren Artikel</a> beschrieben habe, ist der Standpunkt der SEC nur teilweise nachvollziehbar.</p>
<blockquote>
<p>Die offizielle Begründung der SEC sind Bedenken in Bezug auf Marktmanipulation, Betrug, Liquidität und Transparenz. Die hauptauschlaggebenden Argumente sind mangelnde Preiserkennung durch hohe Volatilität, wiederum erzeugt durch einige unbekannte große Accounts und die steigende Zahl der Derivate-Produkte rund um Bitcoin, sowie die vielen unregulierten Börsen. Besonders letztere würde die SEC gerne unter ihre Kontrolle bringen. Das bedeutet bis Coinbase, Gemini, Kraken (oder andere große US Börsen) sich nicht bei der SEC registrieren und sich der SEC Regulierung unterwerfen, ist es unwahrscheinlich, dass die SEC einen Spot-ETF genehmigen wird. Dieses Argument ist schwer haltbar, da große Börsen wie Binance, FTX, oder BitMart nicht in den USA registriert sind, und kombiniert ein Vielfaches der in den USA beheimateten Börsen an Handelsvolumen umsetzen.</p>
</blockquote>
<p>“[T]here’s a lot of work to be done to really protect the investing public.” - Gary Gensler, SEC Chair</p>
<blockquote>
<p>Vorgeschoben wird also bei alledem immer der Schutz der Anleger. Ob dies eine schlüssige Argumentation ist, darf man ruhig in Frage stellen. Denn ein Bitcoin-Spot-ETF würde vielen Anlegern erlauben Bitcoin in ihr Portfolio aufzunehmen, ohne größeren Spekulationen ausgesetzt zu sein, wie das jetzt mit schon zugelassenen Produkten der Fall ist.</p>
</blockquote>
<p>Darüber hinaus hat die SEC vielerorts erwähnt, dass sie bestrebt sind, mit Unternehmen aus der Branche einen regulatorisch klaren Weg zu finden, damit Unternehmen ihre Tätigkeiten im Sinne der SEC auszuüben. Das bezieht sich meist auf die Börsen, die nach eigenen Angaben seit Jahren versuchen, einen rechtlichen Rahmen zu schaffen, der ihnen Planungs- und Rechtssicherheit bietet. Dieser Punkt ist später nochmal wichtig. Das Problem hierbei besteht in der Natur dieser Unternehmen. Denn fast ausnahmslos sind alle betroffenen Unternehmen (wie z.B. Coinbase, Kraken, Binance, etc.) keine Bitcoin-Unternehmen, sondern Digital Assets-Unternehmen, die eben auch den Handel mit Shitcoins, Stablecoins und auf diesen Assets basierende Derivate erlauben (und vor allem wollen).</p>
<p>Jetzt wissen wir also, was ein ETF ist. Aber wie schaut der von BlackRock (und damit auch der anderen Finanzdienstleister) vorgeschlagene Bitcoin-Spot-ETF im Detail aus?</p>
<h3>Bitcoin ETF</h3>
<p>Das von BlackRock vorgeschlagene Produkt, und damit auch die der anderen - wie wir wissen, haben die anderen Anbieter ihre Anträge nachgebessert und dem von BlackRock weitestgehend angepasst - soll das Grantor-Trust-Modell übernehmen und seine Struktur dem von Gold-Investment-Trusts nachempfinden. Das bedeutet, dass der Besitz von Anteilen am Bitcoin-ETF für steuerliche Zwecke dem Besitz des zugrunde liegenden Vermögenswerts gleichkommt. Des Weiteren ist eine Rücknahmefunktion in Form von Sachleistungen vorgesehen. Das bedeutet vereinfacht, dass Anleger ihre Anteile auch direkt in Bitcoin umwandeln können. Anders als bei z.B. GBTC (➡️ <a href="https://www.genexyz.org/post/1722193843734/">#5 // Block 742956 // GBTC, ETF &amp; SEC</a>), müssen Anteile nicht erst verkauft werden, um mit den (potentiellen) Profiten bitcoins zu kaufen. Denn der Verkauf von Anteilen an GBTC (oder ähnlichen Modellen) führt nämlich ein steuerpflichtiges Ereignis herbei, wohingegen eine Umwandlung im BlackRock Modell steuerfrei zu vollziehen ist.</p>
<p>Aber, und dies ist ein großes ABER, kommen nur autorisierte Kunden von BlackRock in den Genuss dieser Sachrücknahmen (Umwandlungen). D.h., im Wesentlichen können nur große Investmentfirmen mit guter Reputation Anteile in Bitcoin umtauschen, alltägliche Anleger (Depot bei Charles Schwab, der Sparkasse, oder Flatex) hingegen sind nicht in der Lage diesen tollen Steuertrick anzuwenden. Die erzeugt einen Vorhang vorgespielter Transparenz ("natürlich können alle Anteile direkt in 'physische' bitcoins getauscht werden"), wohingegen ein Großteil der zugrundeliegenden bitcoins nicht wirklich eingefordert werden wird.</p>
<p><img src="https://yakihonne.s3.ap-east-1.amazonaws.com/2063cd7955cffdca0cc4ae20f77b2b1eb053010e534c18e8ca70222157bd1320/files/1737989760152-YAKIHONNES3.gif" alt="image"></p>
<p>Es sind sich alle einig, dass ein Bitcoin-Spot-ETF ein Winner-takes-all-market ist. Das heisst, der Anbieter, dessen Antrag als erstes von der SEC genehmigt wird, wird uber kurz oder lang den Markt fuer Bitcoin-ETFs fuer sich entscheiden, bzw. beherrschen.</p>
<h3>SEC vs. Binance</h3>
<p>Kurz bevor BlackRock ihren Antrag auf einen Bitcoin-Spot-ETF einreichten und damit die SEC in die Schlagzeilen der Finanz- und Bitcoin Welt geriet, machte die SEC in der Bitcoin- und Digital Assets-Welt schon von sich hören, als sie kurz hintereinander gegen Binance und Coinbase Anklage erhob.</p>
<p><np-embed url="https://www.sec.gov/news/press-release/2023-101"><a href="https://www.sec.gov/news/press-release/2023-101">https://www.sec.gov/news/press-release/2023-101</a></np-embed></p>
<p>Binance ist die zurzeit größte Börse für Digitale Assets der Welt. Binance bietet jedoch nicht nur den Handel mit Krypto-Werten, sondern auch eine Reihe von gehebelten Produkten, eigener Coins und Tokens, usw. an (Shitcoin-Casino).</p>
<blockquote>
<p>“Through thirteen charges, we allege that Zhao and Binance entities engaged in an extensive web of deception, conflicts of interest, lack of disclosure, and calculated evasion of the law.” - Gary Gensler, Chairman, SEC</p>
</blockquote>
<p>Vor allem ist Binance kein in den USA registriertes Unternehmen. Lediglich ein Schwesterunternehmen, Binance.us, ist offiziell in den USA registriert und hat offiziell und nach eigenen Angaben mit den Geschäften des Hauptunternehmens direkt nichts zu tun.</p>
<p>Die SEC klagt Binance also nicht nur wegen ihrer Angebote im Krypto-Sektor an, sondern erhebt spezifische Vorwürfe der Irreführung und Täuschung von Kunden, des Betreibens von unregistrierten Börsen, Clearingstellen und Broker-Dealer Aktivitäten, sowie Verstrickungen mit Binance.us (einer Handelsbörse, die wie gesagt offiziell unabhängig von Binance agieren soll), sowie dem Washtrading und dem Verkauf von unregistrierten Wertpapieren (mehr zu dem Thema Securities hier ➡️ <a href="https://www.genexyz.org/post/24-block-773750-commodity-vs-security-2xhjjo/">#24 // Block 773750 // Commodity vs. Security</a>).</p>
<blockquote>
<p>“We allege that Zhao and the Binance entities not only knew the rules of the road, but they also consciously chose to evade them and put their customers and investors at risk – all in an effort to maximize their own profits.” - Gurbir S. Grewal, Director, SEC’s Division of Enforcement</p>
</blockquote>
<p>Die SEC argumentiert also Changpeng Zhao (CEO von Binance) und Binance hätten Anleger über ihre Risikokontrollen und korrupten Handelsvolumina in die Irre geführt und gleichzeitig aktiv verschwiegen, wer der eigentliche Betreiber der Plattform ist. Damit hätten Binance-Plattformen ihren Anlegern übergroße Risiken und Interessenkonflikte beschert.</p>
<p><np-embed url="https://www.reuters.com/investigates/special-report/crypto-binance-money"><a href="https://www.reuters.com/investigates/special-report/crypto-binance-money">https://www.reuters.com/investigates/special-report/crypto-binance-money</a></np-embed></p>
<p>Darüber hinaus wurde in Folge der Anklageerhebung bekannt, dass es bei Geldflüssen bei Binance einen deutlichen Hinweis auf einen Mangel an internen Kontrollen gibt. Interne Kontrollen sollen normalerweise sicherstellen, dass Kundengelder klar identifizierbar und von den Unternehmenseinnahmen getrennt sind. Eine Vermischung von Anleger- und Geschäftsgeldern gefährdet das Vermögen der Kunden, da deren Verbleib verschleiert wird.</p>
<p>Interessanterweise nutzt die SEC weiterhin die Klageschrift gegen Binance, um das Thema 'unregistrierter' Wertpapiere etwas zu erhellen. Zuvor hatte die SEC sich nur in wenigen Einzelfällen dazu geäußert, welche Digitalen Assets sie als unregistrierte Wertpapiere betrachtet, doch in der Anklageschrift werden SOL, ADA, MATIC, FIL, ATOM, SAND, MANA, ALGO, AXS, COTI, BUSD, and BNB explizit als solche bezeichnet.</p>
<p><img src="https://yakihonne.s3.ap-east-1.amazonaws.com/2063cd7955cffdca0cc4ae20f77b2b1eb053010e534c18e8ca70222157bd1320/files/1738057562553-YAKIHONNES3.png" alt="image"></p>
<p>Alleine vier der genannten Assets finden sich unter den 10 größten Werten (ausgenommen Stablecoins) und die anderen tummeln sich auch irgendwo in den Top 50. Der aufmerksame Sherlock Holmes wird bemerkt haben, dass es dünn wird für den "kRyPtO"-Markt. Unter den Top 10 bleiben noch 3 Proof-of-Work Coins, von denen einer den <a href="https://www.genexyz.org/post/24-block-773750-commodity-vs-security-2xhjjo/#:~:text=Produktkategorie%20zuordnen%20lassen.-,Der%20Howey%20Test,-In%20den%20USA">Howey-Test</a> nicht erfüllt (und es ist nicht Doge), Ripple (XRP) und die SEC stehen schon seit 2020 vor Gericht und meiner Meinung nach ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis die SEC sich bzgl. Ethereum äußern muss (wird).</p>
<h3>SEC vs. Coinbase</h3>
<p>Nur einen Tag nach Veröffentlichung der Pressemitteilung, dass die SEC Anklage gegen Binance erhebe, veröffentlichte die SEC die nächste Pressemitteilung: Die SEC erhebt auch Anklage gegen Coinbase, die größte in den USA registrierte Börse für den Handel mit Digital Assets.</p>
<p><np-embed url="https://www.sec.gov/news/press-release/2023-102"><a href="https://www.sec.gov/news/press-release/2023-102">https://www.sec.gov/news/press-release/2023-102</a></np-embed></p>
<p>Anders als bei Binance hingegen konzentriert sich die SEC bei der Anklage gegen Coinbase einzig auf den Handel mit unregistrierten Wertpapieren und den damit einhergehenden Dienstleistungen.</p>
<blockquote>
<p>“We allege that Coinbase, despite being subject to the securities laws, commingled and unlawfully offered exchange, broker-dealer, and clearinghouse functions” - Gary Gensler, Chairman, SEC.</p>
</blockquote>
<p>Konkret hätten Coinbase gegen bestimmte Registrierungsbestimmungen des Securities Exchange Act und des Securities Act verstoßen. Coinbase hätten seit mindestens 2019 Milliarden Dollar verdient, indem sie den Kauf und Verkauf von unregistrierten Wertpapieren unrechtmäßig erleichtert haben.</p>
<p>Interessant ist, dass die SEC ein weitere Dienstleistung in die Anklage einbaut, die bisher keine Erwähnung gefunden hat: "Darüber hinaus hat Coinbase, wie wir behaupten, sein Staking-as-a-Service-Programm nie gemäß den Wertpapiergesetzen registriert, was den Anlegern erneut wichtige Offenlegungs- und andere Schutzmaßnahmen vorenthält“ (Gensler).</p>
<p>Dies zeigt, dass die SEC, ohne sich bisher explizit zu Ethereum geäußert zu haben, eine Meinung gegenüber Staking vertritt, und zumindest die Bereitstellung von Staking-Services als rechtswidrig erachtet. Dies könnte einer der Gründe sein, dass Ethereum noch nicht ins Rampenlicht gerückt wurde, und zwar, dass die SEC die Anklageschrift gegen die Ethereum-Foundation und damit ein Ungetüm an Financiers (JP Morgan, MasterCard, Consensys, etc.) gründlich vorbereitet, um sich für einen enormen Rechtsstreit wetterfest zu machen. Allerdings scheinen interne Ansichtspunkte und Betrachtungsweisen schon ihren Weg in andere Anklageschriften zu finden.</p>
<p>Darüberhinaus zitiert die SEC mit AXS, CHZ, FLOW, ICP, NEAR, VGX, DASH und NEXO eine weitere Reihe von Shitcoins, die sie als unregistrierte Wertpapiere einstufen und damit den Handel mit selbigen untersagen.</p>
<p>Es gibt immer wieder Erzählungen von Leuten, die mit der Sache betraut sind, dass Coinbase aktiv daran arbeiten, einen gemeinsamen Weg mit der SEC zu finden, das Geschäftsmodell zwischen regulatorisch stabile Leitplanken zu bringen. Oft, wenn diese Erzählungen aus dem Coinbase Camp kommen, heißt es, die SEC sei stur und ließe sich nicht auf die Avancen seitens Coinbase ein. Wiederum andere sagen, dass die SEC schlicht überfordert wäre und Coinbase alles daran läge, schnell eine Lösung zu finden.</p>
<blockquote>
<p>"You simply can’t ignore the rules because you don’t like them or because you’d prefer different ones: the consequences for the investing public are far too great.”</p>
</blockquote>
<p>Wenn man allerdings den in der Pressemitteilung zitierten Satz von Gurbir S. Grewal (Director, SEC’s Division of Enforcement) anschaut, wird klar, dass aus Sicht der SEC scheinbar relativ früh und relativ offen kommuniziert wurde, was der rechtliche Rahmen des Möglichen ist. Wahrscheinlich wurden Coinbase auch früh darüber informiert, dass der Handel mit den meisten (oder allen) gelisteten Assets (außer Bitcoin), sowie das Anbieten von Staking als Dienstleistung, nicht mit den Leitplanken konform ist, die die SEC für eine zukünftige, rechtlich stabile Regulatorik des Marktes hält. Doch die freiwillige Einhaltung dieser von der SEC 'lose' formulierten Richtlinien hätte für Coinbase das Wegbrechen von 99% ihres Geschäftsmodells bedeutet.</p>
<p>Coinbase listen über 250 handelbare Assets auf ihrer Seite, viele davon lassen sich 'staken', viele weitere Dienste, die Coinbase anbietet, sind von den darunterliegenden Plattformen abhängig. Es ist klar, dass Coinbase den Moment so lange vor sich herschieben wollten, wie eben nur möglich. Denn während Bitcoin als einziges auf Coinbase gehandeltes Asset deutliche YTD Performance an den Tag legt, sinkt die Zahl der auf der Plattform gehaltenen bitcoins zusehends (gut, endlich begriffen!).</p>
<p><img src="https://yakihonne.s3.ap-east-1.amazonaws.com/2063cd7955cffdca0cc4ae20f77b2b1eb053010e534c18e8ca70222157bd1320/files/1738057964011-YAKIHONNES3.png" alt="image"></p>
<p>Diese Woche dann der Beweis. In einem Artikel der <a href="https://www.ft.com/content/1f873dd5-df8f-4cfc-bb21-ef83ed11fb4d">Financial Times</a> erklärt Brian Armstrong, CEO von Coinbase, dass die SEC klare Empfehlung ausgesprochen hat, schon bevor sie letzten Monat rechtliche Schritte gegen das Unternehmen einleitete.</p>
<blockquote>
<p>“They came back to us, and they said . . . we believe every asset other than bitcoin is a security,” Armstrong said. “And, we said, well how are you coming to that conclusion, because that’s not our interpretation of the law. And they said, we’re not going to explain it to you, you need to delist every asset other than bitcoin.”</p>
</blockquote>
<p>Das ergibt absolut Sinn und stützt meine These, dass die SEC gar nicht vor hat 'gegen' Coinbase zu sein. Vielmehr sieht es aus, als würden sie klarstellen wollen, dass es im geltenden Rechtsrahmen durchaus Platz für gewisse Unternehmen gibt, solange diese sich an geltendes Recht halten und nicht wie Binance offensichtlich gängige Gesetze und Regeln umschiffen. Es scheint, als wolle die SEC den 'Markt' schützen, indem sie betrügerische Firmen wie Binance auf Täuschung, Irreführung und Marktmanipulation verklagt. Gleichzeitig handelt sie bei Firmen wie Coinbase wie ein strenger Vater, der eigentlich das Beste für sein Kind möchte, aber nach wiederholten Versuchen der Gesprächsfindung nur noch harte Strafen als geeignetes Mittel sieht.</p>
<p>Aber warum ist der SEC daran gelegen, dass Coinbase rechtskonform und innerhalb der Leitplanken der SEC handelt?</p>
<h3>Neue ETF Anträge mit Hilfe von Coinbase</h3>
<p><a href="https://substack.com/redirect/0a08f4c1-6a80-4ae1-90b4-1e3199e65ac1?j=eyJ1IjoiODVmMmUifQ.KSVqr9VEuglgUiJQS3NPaAq4rJnlrYsAHCFywdSyl7A"><img src="https://yakihonne.s3.ap-east-1.amazonaws.com/2063cd7955cffdca0cc4ae20f77b2b1eb053010e534c18e8ca70222157bd1320/files/1738058189450-YAKIHONNES3.jpg" alt="image"></a></p>
<p>Laut eines Berichts des Wall Street Journal hat die SEC auf die hereinbrechende Flut von Anträgen für Bitcoin-Spot-ETFs mit Bedenken reagiert. Sie erklärte zunächst, dass es den Anträgen an Klarheit und umfassenden Informationen mangele und diese somit unzureichend seien.</p>
<p>Die SEC hatte schon bei früheren (abgelehnten) Anträgen u.a. ihre Bedenken bezüglich der Überwachung der Handelsplattformen geäußert. Wie oben beschrieben, ist die mögliche Marktmanipulation durch unregulierte Börsen einer der Hauptgründe seitens der SEC gewesen, frühere Anträge abzulehnen. Allerdings war man davon ausgegangen, dass diese Bedenken der SEC durch eine Vereinbarung zur gemeinsamen Überwachung des Marktes durch eine regulierte Spot-Bitcoin-Handelsplattform in Zusammenarbeit mit einem der US-Handelplätze (Nasdaq, NYSE, CBOE, etc.) ausgeräumt werden könnten.</p>
<p><np-embed url="https://www.reuters.com/technology/us-sec-accepts-six-spot-bitcoin-etf-proposals-review-2023-07-19"><a href="https://www.reuters.com/technology/us-sec-accepts-six-spot-bitcoin-etf-proposals-review-2023-07-19">https://www.reuters.com/technology/us-sec-accepts-six-spot-bitcoin-etf-proposals-review-2023-07-19</a></np-embed></p>
<p>Dementsprechend teilte die SEC den Börsen (und Antragstellern) mit, dass in den eingereichten Unterlagen wichtige Details bezüglich der genauen Vereinbarung zur gemeinsamen Umsetzung der Überwachungsvorhaben fehlten. Diese Nachricht wurde von vielen Beobachtern als negativ eingestuft: "Die SEC versteht nicht, was hier erreicht werden soll. Die SEC stellt sich quer. Die SEC ist automatisch gegen Bitcoin." war die Essenz der meisten Reaktionen. Allerdings lese ich persönlich die Reaktion der SEC ähnlich, wie auch die Anklageerhebung gegen Coinbase. Die SEC spielt ganz klar nach den eigenen formulierten und klar kommunizierten Regeln und versucht den Mitspielern die Leitplanken aufzuzeigen. Der Tenor scheint klar: "Wir haben euch die Regeln erklärt, nach denen wir mit euch spielen (hört mit der Shitcoinerei auf!). Befolgt diese und wir kommen ins Gespräch."</p>
<p><np-embed url="https://www.theblock.co/post/238944/cboe-reaches-surveillance-agreement-with-coinbase-for-spot-bitcoin-etfs"><a href="https://www.theblock.co/post/238944/cboe-reaches-surveillance-agreement-with-coinbase-for-spot-bitcoin-etfs">https://www.theblock.co/post/238944/cboe-reaches-surveillance-agreement-with-coinbase-for-spot-bitcoin-etfs</a></np-embed></p>
<p>Wonach die SEC scheinbar explizit zu fragen scheint, ist ein sogenanntes Information-Sharing Agreement (ISA), also eine Vereinbarung zum Informationsaustausch. Diese Vereinbarung zwingt eine Handelsplattform dazu, Handelsdaten bis hin zu persönlichen Informationen wie den Namen und den Adressen der Kunden weiterzugeben. Ein solches ISA scheint bislang in den Anträgen gefehlt zu haben, weshalb die SEC auf die Anträge reagierte und diese als unvollständig zurückwies. Mit der neuen Welle an korrigierten Anträgen scheinen die meisten Antragsteller diese Unvollständigkeit behoben zu haben.</p>
<p><strong>Und wen listet JEDER der Antragsteller als Partner zum Informationsaustausch? Rate, rate? Richtig, Coinbase!</strong></p>
<p>Die Chicago Board Options Exchange (CBOE), eine Optionsbörse, die u.a. die Anträge zusammen mit den oben genannten WisdomTree, VanEck, Invesco und ARK stellte, erzielte kurzerhand mit Coinbase eine Einigung über die Bedingungen für den Abschluss eines ISA und reichte alle Anträge mit den neuen Bedingungen erneut ein.</p>
<p>Wie wir also sehen, deutet alles darauf hin, dass die SEC einem Bitcoin-Spot-ETF eigentlich positiv geneigt ist, sollten die Konditionen, die sie stellt, erfüllt sein. Und in Garys perfekter Welt, sehen diese Konditionen vor, dass ein solcher ETF mit Hilfe von Coinbase als Informations-Austauschs-Partner funktioniert, und dass Coinbase ein artiges in den USA börsennotiertes Unternehmen wird, dass keine Shitcoinerei betreibt und sich auf den Spot-Handel mit Bitcoin konzentriert. Denn die derzeit anderen angebotenen Services wie Clearingstellen und Broker-Dealer-Aktivitäten stehen im direkten Gegensatz zu potenziellen Aktivitäten und Interessen von Kunden.</p>
<p>Wir sehen also, dass ein "größerer Plan" hinter den Aktionen der SEC zu stehen scheint. Meiner Meinung nach gibt es verschiedene Theorien und Hinweise, die darauf schließen lassen, dass die SEC a) den Markt regulieren will, bevor sie ein BlackRock-Produkt genehmigt, b) ausländische (und damit nicht leicht regulierbare) Unternehmen aus dem Markt drängen will, um damit Unternehmen wie BlackRock den Handel zu vereinfachen und c) andere Interessengruppen an der Entscheidung der SEC beteiligt zu sein scheinen. Man könnte so weit gehen zu behaupten, dass anhängige Klagen und Untersuchungen ein Stück weit sogar den Kurs drücken und Bitcoin in der allgemeinen Wahrnehmung, als riskant dastehen lassen, was Unternehmen wie Blackrock dabei hilft die nötigen bitcoins zu einem relativ günstigen Preis zu akkumulieren, bevor eine Genehmigung und die implizite Anerkennung von Bitcoins Wert dazu führen, dass der Preis rasant steigt. Dies wäre ein Eingriff in den Wettbewerb und gibt BlackRock et al einen klaren Vorsprung gegenüber anderen Institutionen.</p>
<p>Es gibt unterschiedliche Ansichten darüber, wie Coinbase und die SEC mit dieser Situation umgehen. Einige behaupten, dass Coinbase aktiv nach einer Lösung sucht, um sich mit der SEC auf einen rechtlichen Rahmen zu einigen, während andere sagen, dass die SEC unbeugsam ist. Es wird vermutet, dass die SEC Coinbase frühzeitig darüber informiert hat, welche Regeln und Leitplanken sie für den Markt etablieren möchten.</p>
<p><np-embed url="https://x.com/BitcoinMagazine/status/1679887574934999045"><a href="https://x.com/BitcoinMagazine/status/1679887574934999045">https://x.com/BitcoinMagazine/status/1679887574934999045</a></np-embed></p>
<p>Es scheint, dass die SEC den Markt schützen möchte, indem sie gegen betrügerische Unternehmen wie Binance vorgeht, die gängige Gesetze und Regeln umgehen. Gleichzeitig versucht sie bei Unternehmen wie Coinbase, die sich nicht an die geltenden Vorschriften halten, harte Strafen als Mittel zur Durchsetzung der Regulierung einzusetzen. Das scheint nur logisch, wenn man bedenkt, dass BlackRock und die anderen Antragsteller wie WisdomTree, VanEck, Invesco und ARK sich mit Coinbase auf Bedingungen für den Abschluss eines Informations-Austausch-Abkommens (ISA) geeinigt und die Anträge mit den neuen Bedingungen erneut eingereicht haben.</p>
<p><img src="https://yakihonne.s3.ap-east-1.amazonaws.com/2063cd7955cffdca0cc4ae20f77b2b1eb053010e534c18e8ca70222157bd1320/files/1738311465514-YAKIHONNES3.png" alt="image"></p>
<p>Dies deutet darauf hin, dass die SEC grundsätzlich positiv gegenüber einem Bitcoin-Spot-ETF eingestellt ist, sofern bestimmte Bedingungen erfüllt sind. Diese Bedingungen könnten beinhalten, dass Coinbase als Informationspartner fungiert und dass Coinbase als in den USA börsennotiertes Unternehmen agiert, das sich auf den Spot-Handel mit Bitcoin konzentriert, während andere Dienstleistungen wie Clearingstellen und Broker-Dealer-Aktivitäten vermieden werden sollen.</p>
<p><np-embed url="https://x.com/stackhodler/status/1691531818300809217"><a href="https://x.com/stackhodler/status/1691531818300809217">https://x.com/stackhodler/status/1691531818300809217</a></np-embed></p>
<p>Es scheint, dass die SEC eine umfassendere Strategie verfolgt, die darauf abzielt, den Markt zu regulieren, ausländische Unternehmen zu verdrängen und den Handel für Unternehmen wie BlackRock zu erleichtern.</p>
<p><em>Mitte letzten Jahres habe ich in einem Artikel schon Grayscales andauernden Versuch, ihren Closed-End-Fund in einen Bitcoin-Spot-ETF zu verwandeln, beschrieben.</em></p>
<p><np-embed url="https://www.genexyz.org/post/1722193843734/"><a href="https://www.genexyz.org/post/1722193843734/">früheren Artikel</a></np-embed></p>
<p>Die SEC hatte bereits im Dezember 2021 und im Februar 2022 die Entscheidung über den Antrag auf einen Bitcoin-ETF verschoben, um ihn "sorgfältig zu prüfen". Dann hat die SEC Mitte Juli 2023 bekanntgegeben, dass einem Antrag auf Umwandlung wieder nicht stattgegeben wird. Grayscale kündigten sofort an, die SEC wegen Willkür und Verstoß gegen das Wertpapierbörsengesetz von 1934 zu verklagen.</p>
<p>Diese Klage wurde dann vor dem Bundesberufungsgericht verhandelt und entschieden.</p>
<p><img src="https://yakihonne.s3.ap-east-1.amazonaws.com/2063cd7955cffdca0cc4ae20f77b2b1eb053010e534c18e8ca70222157bd1320/files/1738568195123-YAKIHONNES3.png" alt="image"></p>
<p>Das Bundesberufungsgericht in D.C. entschied im Oktober, dass das Ablehnen von Anträgen auf eine Umwandlung in einen ETF seitens Grayscale ungerecht, nicht rechtens und willkürlich sei, da die Aufsichtsbehörde nicht erklären konnte, warum sie zuvor ähnliche Produkte zugelassen hat.</p>
<p>Allerdings bedeutet dies nicht, dass Barry Silbert (CEO von DCG) automatisch den Grayscale Trust in einen ETF umwandeln kann. Der Antrag wandert damit nur zurück auf Garys (Vorsitzender der SEC) Schreibtisch. Und das bedeutet, dass die SEC wieder die Möglichkeit bekommt, einer Umwandlung aufgrund anderer Begründungen nicht stattzugeben. Dazu gleich mehr ⬇️.</p>
<p>Außerdem ist fraglich, ob Barry tatsächlich wirklich eine Umwandlung herbeisehnt, denn momentan befinden sich Grayscale in einer sehr angenehmen Lage, die ihnen erlaubt 2% vom NAV (Net Asset Value) an Gebühren zu verlangen. Was bei einem Vermögen von 624.947 Bitcoin einen jährlichen Umsatz von 12.500 Bitcoin, bzw. 475 Million US Dollar bedeutet - für nichts tun.</p>
<p>Es gibt schon <a href="https://www.redeemgbtc.com">Kampagnen</a>, die für eine Auflösung des Trusts kämpfen. Wer sich über die Umtriebigkeiten bei DCG / Genesis / Grayscale (Barry) ein besseres Bild machen möchte, sollte unbedingt den folgenden Thread lesen:</p>
<p><np-embed url="https://x.com/real_vijay/status/1721385528510251182"><a href="https://x.com/real_vijay/status/1721385528510251182">https://x.com/real_vijay/status/1721385528510251182</a></np-embed></p>
<h3>Was seit dem geschah</h3>
<p>Seit dem letzten Artikel ist gleichzeitig viel und wenig geschehen. Verinnerlichen wir uns meine These - dass die SEC a) den Markt regulieren will, bevor sie ein BlackRock-Produkt genehmigt, b) ausländische (und damit nicht leicht regulierbare) Unternehmen aus dem Markt drängen will, um damit Unternehmen wie BlackRock den Handel zu vereinfachen und c) andere Interessengruppen an der Entscheidung der SEC beteiligt zu sein scheinen - dann ist genau das passiert, was man erwartet hätte.</p>
<p>Die SEC hat ihre Entscheidung zur Genehmigung der ETF-Anträge wiederholte Male verschoben, momentan sieht es so aus, als würde eine Entscheidung im Januar 2024 fällig.</p>
<p><np-embed url="https://bmpro.substack.com/p/sec-delays-etf-again-despite-warning"><a href="https://bmpro.substack.com/p/sec-delays-etf-again-despite-warning">https://bmpro.substack.com/p/sec-delays-etf-again-despite-warning</a></np-embed></p>
<p>Die SEC fällt weiter unliebsame Bäume. Bittrex, eine in den USA ansässige Börse, haben angekündigt, ihre Pforten zu schließen.</p>
<p><np-embed url="https://finance.yahoo.com/news/crypto-exchange-bittrex-global-shuts-054643624.html"><a href="https://finance.yahoo.com/news/crypto-exchange-bittrex-global-shuts-054643624.html">https://finance.yahoo.com/news/crypto-exchange-bittrex-global-shuts-054643624.html</a></np-embed></p>
<p>Kraken wurde von der SEC verklagt - ähnliches Modell wie auch zuvor bei Binance und Coinbase angewandt (sprich: alles okay und tutti, solange ihr die Shitcoinerei an den Nagel hängt).</p>
<p><np-embed url="https://www.nobsbitcoin.com/kraken-sec-lawsuit"><a href="https://www.nobsbitcoin.com/kraken-sec-lawsuit">https://www.nobsbitcoin.com/kraken-sec-lawsuit</a></np-embed></p>
<p>Dabei wurden in der Klageschrift die bereits identifizierten Digitalen Assets, die die SEC als unregistrierte Wertpapiere betrachtet, 1 zu 1 wieder aufgeführt.</p>
<p><img src="https://yakihonne.s3.ap-east-1.amazonaws.com/2063cd7955cffdca0cc4ae20f77b2b1eb053010e534c18e8ca70222157bd1320/files/1738568682951-YAKIHONNES3.jfif" alt="image"></p>
<p>Doch die größte Überraschung war die diese Woche veröffentlichte Meldung, dass Binance sich in einem Vergleich mit dem US Department of Justice (DOJ) auf eine Zahlung von über 4 Milliarden US Dollar und den Rücktritt CZs (Changpeng Zhao) als CEO von Binance geeinigt habe.</p>
<p><np-embed url="https://www.nobsbitcoin.com/cz-steps-down-as-ceo-of-binance-as-part-of-4-billion-settlement-with-doj"><a href="https://www.nobsbitcoin.com/cz-steps-down-as-ceo-of-binance-as-part-of-4-billion-settlement-with-doj">https://www.nobsbitcoin.com/cz-steps-down-as-ceo-of-binance-as-part-of-4-billion-settlement-with-doj</a></np-embed></p>
<p>Es ist recht eindeutig, dass es dem Justizministerium (DOJ) hier nicht um den Schutz der Verbraucher geht. Es muss allerdings der Anschein gewahrt werden, dass nicht in Eigeninteresse (dem von BlackRock, hust) gehandelt wird, sondern dass der Eindruck erweckt wird, dass sie tatsächlich etwas Gutes tun, indem sie sich um einen "bad actor" kümmern" - das wird sehr deutlich, wenn man betrachtet, dass sich das Narrativ im Vergleich hauptsächlich auf AML (Anti-Money-Laundering) und Terrorismusfinanzierung konzentriert.</p>
<p>Wie schon aus meiner These ersichtlich, geht auch aus bisherigen Kommentaren der SEC klar hervor, dass die größte Sorge derzeit ausländische Börsen sind, die den Bitcoin-Preis manipulieren können. Binance ist die größte Börse der Welt und hat bis heute erfolgreich außerhalb des Einflussbereichs der US-Regierung operiert. Mit dieser Vereinbarung ist das Problem der Offshore-Kursmanipulation zunächst und zum größten Teil gelöst.</p>
<p>Das BlackRock-SEC-Reptilienmenschen-Playbook ist im vollen Gange. Ausländische Konkurrenz weitestgehend unter Kontrolle ✅</p>
<p><img src="https://yakihonne.s3.ap-east-1.amazonaws.com/2063cd7955cffdca0cc4ae20f77b2b1eb053010e534c18e8ca70222157bd1320/files/1738568734202-YAKIHONNES3.gif" alt="image"></p>
<p>Die SEC scheint außerdem im engen Kontakt mit den ETF-Antragstellern zu stehen. Insbesondere ein Verweis auf eine Änderung der Anträge in Bezug auf "cash" vs. "in-kind creation" hat diese Woche für Diskussionen gesorgt.</p>
<p><np-embed url="https://x.com/EricBalchunas/status/1725559994995573086"><a href="https://x.com/EricBalchunas/status/1725559994995573086">https://x.com/EricBalchunas/status/1725559994995573086</a></np-embed></p>
<p>Viele börsengehandelte Fonds verlangen von den zugelassenen Teilnehmern, dass sie Anteile in Form von Sachleistungen (in-kind) schaffen , d. h. dass sie ETF-Anteile gegen einen Wertpapierkorb und nicht gegen Bargeld (cash) eintauschen. Die SEC hat jedoch auf eine Formulierung in den Anträgen gedrängt, die genau dise cash-creations zulassen.</p>
<p><img src="https://yakihonne.s3.ap-east-1.amazonaws.com/2063cd7955cffdca0cc4ae20f77b2b1eb053010e534c18e8ca70222157bd1320/files/1738568905743-YAKIHONNES3.png" alt="image"></p>
<p>Während sich viele auf die minutiöse Gestalt der Inhalte stürzen und eine Genehmigung hineininterpretieren, zieht die SEC hier meiner Meinung nach eine Linie, um eine Unterscheidung zwischen Grayscales GBTC und BlackRock et al. zu schaffen.</p>
<p><img src="https://yakihonne.s3.ap-east-1.amazonaws.com/2063cd7955cffdca0cc4ae20f77b2b1eb053010e534c18e8ca70222157bd1320/files/1738568931011-YAKIHONNES3.png" alt="image"></p>
<p>Wenn man an ein Playbook glaubt, ist der Grayscale Trust den Teilnehmern ein offensichtlicher Dorn im Auge, weshalb eine Umwandlung zunächst verhindert werden will.</p>
<p>Jetzt muss nur noch Coinbase mitspielen. Aber wenn Binance einen Vergleich erzielen kann, warum nicht auch $COIN? Vielleicht einigt sich die SEC mit Coinbase im Gegenzug für "saftige Geldstrafen" und die Entfernung aller Shitcoins von der Plattform. Im Gegenzug erhält Coinbase den Börsenstatus und wird für die Überwachungsvereinbarung mit BlackRock und den anderen Antragstellern freigeschaltet. Auf einen Schlag würde die SEC die Shitcoins von der einzigen börsennotierten US-Börse entfernen und ein legales (nach ihren Vorstellungen und selbst artikulierten Prinzipien) Fundament für BlackRocks ETF schaffen.</p>
<p>Außerdem würde es mich nicht wundern, wenn Coinbase als weißer Ritter auftritt und ganz barmherzig das US-Business von Binance übernimmt. Natürlich nur, um einem Mitstreiter in schwierigen Zeiten beizustehen. Ich packe es auf jeden Fall auf meine Bingo-Karte für den Zeitraum zwischen jetzt und einer Genehmigung der ETF-Anträge.</p>
<p><img src="https://yakihonne.s3.ap-east-1.amazonaws.com/2063cd7955cffdca0cc4ae20f77b2b1eb053010e534c18e8ca70222157bd1320/files/1738568952924-YAKIHONNES3.png" alt="image"></p>
<p>Durch die Einigung mit CZ und die Geldstrafe von 4,3 Milliarden US Dollar erleichtert die US-Regierung den Transfer von Bitcoin aus schwachen in starke Hände (Binance ➡️ Coinbase). Binance werden Bitcoin verkaufen müssen, um die Geldstrafe zu bezahlen, während gleichzeitig die Spot-ETFs das Angebot mit amerikanischem Kapital auffüllen können. Schöne Ausführung. Tolles Playbook 👏</p>
<p>Ich bin mir bewusst, dass die oben genannten Ereignisse und Auslegungen der Geschehnisse sehr verschwurbelt daherkommen, jedoch möchte ich meinen virtuellen Alu-Hut vor dem Architekten dieses wirklichen langen Long-Games ziehen.</p>
<p><img src="https://yakihonne.s3.ap-east-1.amazonaws.com/2063cd7955cffdca0cc4ae20f77b2b1eb053010e534c18e8ca70222157bd1320/files/1738568978011-YAKIHONNES3.gif" alt="image"></p>
<p>In der Zwischenzeit arbeiten gewissenhafte Journalisten namhafter Veröffentlichungen (BlackRock PR-Department, hust) daran, die öffentliche Wahrnehmung von Bitcoin zum Positiven zu wenden.</p>
<p>Wurde in den letzten Jahren Bitcoin als riskante Anlage, Klimakiller, Ozean-Kocher, oder schlimmer bezeichnet, wird es jetzt als ein möglicher Bestandteil einer nachhaltigen und zukunftsorientierten Anlagestrategie dargestellt.</p>
<p><np-embed url="https://www.forbes.com/sites/digital-assets/2023/07/08/bitcoin-network-to-reduce-more-emissions-than-its-energy-sources-produce/"><a href="https://www.forbes.com/sites/digital-assets/2023/07/08/bitcoin-network-to-reduce-more-emissions-than-its-energy-sources-produce/">https://www.forbes.com/sites/digital-assets/2023/07/08/bitcoin-network-to-reduce-more-emissions-than-its-energy-sources-produce/</a></np-embed></p>
<p>Wir (du schlaue/r Leser//in und ich) wissen schon lange, dass die Bitcoin-Branche heute die weltweit am nachhaltigsten betriebene Branche ist und das Bitcoin-Mining als einzige Industrie in dem Bereich kohlenstoffnegativ werden kann. Es ist also offensichtlich, dass Bitcoin ein wichtiger Bestandteil einer nachhaltigen und zukunftsorientierten Anlagestrategie sein kann, aber genau dieses Narrativ wurde jahrelang absichtlich verdrängt (➡️ siehe XRP-gesponsorte <a href="https://dailycoin.com/greenpeace-anti-crypto-artist-admits-wrong-on-bitcoin-mining/">Greenpeace Aktion</a> anfang des Jahres).</p>
<p><img src="https://yakihonne.s3.ap-east-1.amazonaws.com/2063cd7955cffdca0cc4ae20f77b2b1eb053010e534c18e8ca70222157bd1320/files/1738569525899-YAKIHONNES3.png" alt="image"></p>
<p><img src="https://yakihonne.s3.ap-east-1.amazonaws.com/2063cd7955cffdca0cc4ae20f77b2b1eb053010e534c18e8ca70222157bd1320/files/1738569536140-YAKIHONNES3.jfif" alt="image"></p>
<p>Wir sehen also, dass es nicht nur um eine einfache Genehmigung der Anträge geht, sondern viele Mosaikteilchen gelegt werden, bevor es dazu kommen kann. Viele Zeichen deuten darauf hin, dass viele verschiedene Parteien daran arbeiten, ein Umfeld zu schaffen, dass es bestimmten Gruppen ermöglicht, einen ETF möglichst risikofrei und konkurrenzlos zu platzieren. Dabei werden unliebsame Mitspieler vom Platz gewiesen und anderen Mitspielern werden die Spielregeln nochmal ganz bewusst in Erinnerung gerufen, während gleichzeitig ein Narrativ geschaffen wird, das einen Bitcoin-ETF in glänzendem Licht darstellt.</p>
<hr>
<p>Es ist nahezu gewiss, dass es nicht die Frage ist, ob einem Antrag zugestimmt wird, sondern vielmehr, wann dies geschehen wird. Es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass allen Anträgen zeitgleich stattgegeben wird. Dennoch lässt sich erkennen, dass die SEC strategisch Zeit gewinnt, um Binance und andere unerwünschte Akteure vollständig aus dem Spiel zu nehmen und Coinbase in der Zwischenzeit zu dem vorbildlichen Mustersohn zu formen, den sie immer haben wollte.</p>
<p>Da der Markt für Spot-ETFs als "Winner-takes-all" gilt, wird darauf geachtet, dass nicht irgendein Antragsteller das Rennen gewinnt, sondern ein bestimmter - Larry. Hierfür ist es notwendig, Barry vom Spielfeld zu verdrängen, da er einen erheblichen Vorsprung hat, woran Gary offensichtlich arbeitet. Falls sich meine Vermutungen bewahrheiten, werden wir in naher Zukunft einen Bitcoin-Spot-ETF sehen, der von BlackRock dominiert wird. Grayscale und Binance werden keine Rolle im Spiel spielen, während Coinbase als reguliertes, vorbildliches US-Unternehmen davon profitieren wird.</p>
<p>🫳🎤</p>
<hr>
<p>In diesem Sinne, 2... 1... Risiko!‌</p>
<p><img src="https://media.tenor.com/images/4ae424f8d8ea36e86169862d84d1b31e/tenor.gif" alt=""></p>
]]></content:encoded>
      <itunes:author><![CDATA[Genexyz]]></itunes:author>
      <itunes:summary><![CDATA[<p><strong>DISCLAIMER: Dies ist ein Re-Post eines Artikels, der ursprünglich im Juli 2023 erschienen ist. Die beschriebenen Sachverhalte sind teilweise überholt oder nie eingetroffen. Allerdings räumt der Autor ein, retrospektiv die damalige Sachlage recht treffend eingeordnet zu haben und Vorhersagen recht treffsicher gemacht zu haben.</strong></p>
<p><img src="https://yakihonne.s3.ap-east-1.amazonaws.com/2063cd7955cffdca0cc4ae20f77b2b1eb053010e534c18e8ca70222157bd1320/files/1738569723987-YAKIHONNES3.gif" alt="image"></p>
<hr>
<p>Anfang Juni 2023 gaben die Nachrichtenportale bekannt, dass BlackRock, der weltweit größte Vermögensverwalter, über seine iShares-Einheit einen <a href="https://www.sec.gov/Archives/edgar/data/1980994/000143774923017574/bit20230608_s1.htm">Antrag auf einen börsengehandelten Bitcoin-Fonds</a> eingereicht hat. Dieser Schritt des 10-Billionen-Dollar-Vermögensverwalters löste in der Bitcoin-Community auf der einen Seite große Freude und auf der anderen Seite große Besorgnis aus, weil viele einerseits das Potenzial für einen massiven Zufluss von Investitionen aus dem institutionellen Bereich sehen, während Kritiker das Risiko aufzeigen, die eine solche Produktstruktur für Bitcoin mit sich bringen könnte.</p>
<p><img src="https://yakihonne.s3.ap-east-1.amazonaws.com/2063cd7955cffdca0cc4ae20f77b2b1eb053010e534c18e8ca70222157bd1320/files/1737545390741-YAKIHONNES3.png" alt="image"></p>
<p>Anfangs wurde viel auch darüber diskutiert, ob es sich bei dem Produkt tatsächlich um einen ETF handeln würde - wie in vielen Artikeln beschrieben - , da das Produkt im Antrag selbst nicht als solches bezeichnet wird. Aber im Endeffekt ist klar, dass es sich um ein Finanzprodukt handelt, das alle formalen Eigenschaften eines ETF besitzt. Also, was genau ist ein ETF und wie funktioniert so ein Produkt?</p>
<h3>ETF? Eidgenössisches Turnfest, was?</h3>
<p>ETFs sind eine Sorte von Anlagewertpapieren, die einen bestimmten Index, Sektor, Rohstoff oder andere Vermögenswerte nachbilden. ETFs können an der Börse auf die gleiche Weise gekauft oder verkauft werden wie normale Aktien. Daher schwanken ETF-Anteilspreise den ganzen Tag, wenn der ETF gekauft und verkauft wird, was bedeutet, dass eine Arbitrage zwischen dem ETF und dem zugrunde liegenden Vermögenswert (z.B. Bitcoin) möglich ist.</p>
<p>ETFs werden als börsengehandelte (Exchange-Traded) Fonds bezeichnet, weil sie genau wie Aktien an einer Börse gehandelt werden. Die meisten ETFs sind so strukturiert, dass sie, ähnlich wie traditionelle Investmentfonds, mehrere zugrunde liegende Vermögenswerte halten und nicht nur einen, wie es bei einer Aktie der Fall ist. Da ETFs aus mehreren Vermögenswerten bestehen können, werden sie oft als beliebtes Mittel zur Diversifizierung des Portfolios genutzt. Auf der anderen Seite eröffnen ETFs Anlegern auch die Möglichkeit in einen Rohstoff zu investieren, ohne diesen physisch erwerben zu müssen. Anstatt sich Gold in den Tresor zu legen, kann man in seinem Portfolio also z.B. den GLD ETF kaufen, der den aktuellen Preis von Gold nachbildet. Ausser in Deutschland, da geht das nicht, denn da ein Gold-ETF, der nur einen Vermögenswert abbildet, naturgemäß nicht diversifiziert ist, ist er gemäß deutschem Gesetz nicht zugelassen, da Fonds zur Diversifikation verpflichtet sind.</p>
<p>ETFs haben den Vorteil, dass sie kostengünstig sind (wenn man z.B. den kompletten DAX abbilden möchte, reicht ein ETF, welcher genau das tut, anstatt verschiedene Gewichtungen von 40 verschiedenen Unternehmen zu kaufen - das spart Zeit und vor allem Gebühren), dass sie Produkte abbilden, die ein Käufer unter normalen Umständen nicht erlaubt wäre zu kaufen (z.B. darf nicht jeder Anleger in Bitcoin investieren, weil sonst Lizenzen nötig wären) und sie haben den Vorteil, dass sie über den gleichen Broker oder Service gehandelt werden können, wie andere Wertpapier-Investitionen. Der letzte Punkt ist natürlich wichtig für Neueinsteiger, da sie keine zusätzlichen Kosten haben, wenn sie ihr Wertpapierdepot nutzen können und zusätzlich bietet dieser Korridor für viele traditionelle und konservative Anleger ein gewisses Gefühl von Schutz. Diese ganze cRyPto-Welt mit ihren Plattformen, Exchanges, Casinos und Teppichhändlern ist im besten Fall schwer durchsichtig und im schlimmsten Fall mutet sie kriminell an. Doch wenn ich mir "Bitcoin" über mein Depot bei Charles Schwab, der Sparkasse, oder Flatex kaufen kann, fühlt sich das natürlich legitim und sicherer an.</p>
<p>Der Finanzdienstleister muss den zugrundeliegenden Vermögenswert dabei vollumfänglich besitzen, mit dem grossen ABER, dass der Vermögenswert auch verliehen werden kann. Warum das ein Problem sein könnte, besprechen wir später.</p>
<p>Ähnlich wie ein Gold ETF bietet ein Bitcoin ETF Anlegern also die Möglichkeit mit Bitcoin zu handeln, in Bitcoin anzulegen und Bitcoin auszuprobieren, ohne Bitcoin tatsächlich zu kaufen. Ob das gut oder schlecht ist, besprechen wir auch später.</p>
<h3>ETF Wasserfall</h3>
<p>Nachdem die Nachricht über BlackRocks Antrag publik wurde, kamen auch etliche andere Finanzdienstleister hervor und stellten (neue) Anträge.<a href="https://www.sec.gov/ix?doc=%2FArchives%2Fedgar%2Fdata%2F1850391%2F000121465923008647%2Fp620230s1a2.htm">WisdomTree</a> hatten bereits zuvor schon einige Anläufe gebraucht, um ihre Anträge für Bitcoin-Spot-ETFs bei der SEC einzureichen und unterhalten schon ähnliche Produkte in anderen Ländern. Aber auch Fidelity, Invesco, Valkyrie oder <a href="https://x.com/EricBalchunas/status/1674055780058771463">ARK</a> zogen unter anderem nach und stellten neue Anträge, natürlich nicht, ohne sich bei der Formulierung dieser eine Scheibe bei BlackRock abzuschneiden.</p>
<p><img src="https://yakihonne.s3.ap-east-1.amazonaws.com/2063cd7955cffdca0cc4ae20f77b2b1eb053010e534c18e8ca70222157bd1320/files/1737576431681-YAKIHONNES3.gif" alt="image"></p>
<p>Die SEC hatte zuvor jegliche Anträge auf Bitcoin-Spot-ETFs abgelehnt, hingegen andere Bitcoin-verbundene Produkte, die gehebelte (BITX) und ungehebelte Bitcoin-Futures-Kontrakte (BITO) nachbilden, zugelassen. Auch gibt es eine handvoll ETFs, die börsennotierte Mining-Unternehmen bündeln, oder anderweitige Verbindung zum Bitcoin-Ökosystem suchen, indem sie Anteile von Unternehmen bündeln, die im weitesten Sinne mit Bitcoin in Berührung kommen (z.B. MSTR oder SQ). Eine Genehmigung eines Antrags auf Bitcoin-Spot-ETF hat es also bis heute durch die SEC noch nicht gegeben.</p>
<h3>Der Standpunkt der SEC</h3>
<p>Wie ich schon in einem ➡️ <a href="https://www.genexyz.org/post/1722193843734/">früheren Artikel</a> beschrieben habe, ist der Standpunkt der SEC nur teilweise nachvollziehbar.</p>
<blockquote>
<p>Die offizielle Begründung der SEC sind Bedenken in Bezug auf Marktmanipulation, Betrug, Liquidität und Transparenz. Die hauptauschlaggebenden Argumente sind mangelnde Preiserkennung durch hohe Volatilität, wiederum erzeugt durch einige unbekannte große Accounts und die steigende Zahl der Derivate-Produkte rund um Bitcoin, sowie die vielen unregulierten Börsen. Besonders letztere würde die SEC gerne unter ihre Kontrolle bringen. Das bedeutet bis Coinbase, Gemini, Kraken (oder andere große US Börsen) sich nicht bei der SEC registrieren und sich der SEC Regulierung unterwerfen, ist es unwahrscheinlich, dass die SEC einen Spot-ETF genehmigen wird. Dieses Argument ist schwer haltbar, da große Börsen wie Binance, FTX, oder BitMart nicht in den USA registriert sind, und kombiniert ein Vielfaches der in den USA beheimateten Börsen an Handelsvolumen umsetzen.</p>
</blockquote>
<p>“[T]here’s a lot of work to be done to really protect the investing public.” - Gary Gensler, SEC Chair</p>
<blockquote>
<p>Vorgeschoben wird also bei alledem immer der Schutz der Anleger. Ob dies eine schlüssige Argumentation ist, darf man ruhig in Frage stellen. Denn ein Bitcoin-Spot-ETF würde vielen Anlegern erlauben Bitcoin in ihr Portfolio aufzunehmen, ohne größeren Spekulationen ausgesetzt zu sein, wie das jetzt mit schon zugelassenen Produkten der Fall ist.</p>
</blockquote>
<p>Darüber hinaus hat die SEC vielerorts erwähnt, dass sie bestrebt sind, mit Unternehmen aus der Branche einen regulatorisch klaren Weg zu finden, damit Unternehmen ihre Tätigkeiten im Sinne der SEC auszuüben. Das bezieht sich meist auf die Börsen, die nach eigenen Angaben seit Jahren versuchen, einen rechtlichen Rahmen zu schaffen, der ihnen Planungs- und Rechtssicherheit bietet. Dieser Punkt ist später nochmal wichtig. Das Problem hierbei besteht in der Natur dieser Unternehmen. Denn fast ausnahmslos sind alle betroffenen Unternehmen (wie z.B. Coinbase, Kraken, Binance, etc.) keine Bitcoin-Unternehmen, sondern Digital Assets-Unternehmen, die eben auch den Handel mit Shitcoins, Stablecoins und auf diesen Assets basierende Derivate erlauben (und vor allem wollen).</p>
<p>Jetzt wissen wir also, was ein ETF ist. Aber wie schaut der von BlackRock (und damit auch der anderen Finanzdienstleister) vorgeschlagene Bitcoin-Spot-ETF im Detail aus?</p>
<h3>Bitcoin ETF</h3>
<p>Das von BlackRock vorgeschlagene Produkt, und damit auch die der anderen - wie wir wissen, haben die anderen Anbieter ihre Anträge nachgebessert und dem von BlackRock weitestgehend angepasst - soll das Grantor-Trust-Modell übernehmen und seine Struktur dem von Gold-Investment-Trusts nachempfinden. Das bedeutet, dass der Besitz von Anteilen am Bitcoin-ETF für steuerliche Zwecke dem Besitz des zugrunde liegenden Vermögenswerts gleichkommt. Des Weiteren ist eine Rücknahmefunktion in Form von Sachleistungen vorgesehen. Das bedeutet vereinfacht, dass Anleger ihre Anteile auch direkt in Bitcoin umwandeln können. Anders als bei z.B. GBTC (➡️ <a href="https://www.genexyz.org/post/1722193843734/">#5 // Block 742956 // GBTC, ETF &amp; SEC</a>), müssen Anteile nicht erst verkauft werden, um mit den (potentiellen) Profiten bitcoins zu kaufen. Denn der Verkauf von Anteilen an GBTC (oder ähnlichen Modellen) führt nämlich ein steuerpflichtiges Ereignis herbei, wohingegen eine Umwandlung im BlackRock Modell steuerfrei zu vollziehen ist.</p>
<p>Aber, und dies ist ein großes ABER, kommen nur autorisierte Kunden von BlackRock in den Genuss dieser Sachrücknahmen (Umwandlungen). D.h., im Wesentlichen können nur große Investmentfirmen mit guter Reputation Anteile in Bitcoin umtauschen, alltägliche Anleger (Depot bei Charles Schwab, der Sparkasse, oder Flatex) hingegen sind nicht in der Lage diesen tollen Steuertrick anzuwenden. Die erzeugt einen Vorhang vorgespielter Transparenz ("natürlich können alle Anteile direkt in 'physische' bitcoins getauscht werden"), wohingegen ein Großteil der zugrundeliegenden bitcoins nicht wirklich eingefordert werden wird.</p>
<p><img src="https://yakihonne.s3.ap-east-1.amazonaws.com/2063cd7955cffdca0cc4ae20f77b2b1eb053010e534c18e8ca70222157bd1320/files/1737989760152-YAKIHONNES3.gif" alt="image"></p>
<p>Es sind sich alle einig, dass ein Bitcoin-Spot-ETF ein Winner-takes-all-market ist. Das heisst, der Anbieter, dessen Antrag als erstes von der SEC genehmigt wird, wird uber kurz oder lang den Markt fuer Bitcoin-ETFs fuer sich entscheiden, bzw. beherrschen.</p>
<h3>SEC vs. Binance</h3>
<p>Kurz bevor BlackRock ihren Antrag auf einen Bitcoin-Spot-ETF einreichten und damit die SEC in die Schlagzeilen der Finanz- und Bitcoin Welt geriet, machte die SEC in der Bitcoin- und Digital Assets-Welt schon von sich hören, als sie kurz hintereinander gegen Binance und Coinbase Anklage erhob.</p>
<p><np-embed url="https://www.sec.gov/news/press-release/2023-101"><a href="https://www.sec.gov/news/press-release/2023-101">https://www.sec.gov/news/press-release/2023-101</a></np-embed></p>
<p>Binance ist die zurzeit größte Börse für Digitale Assets der Welt. Binance bietet jedoch nicht nur den Handel mit Krypto-Werten, sondern auch eine Reihe von gehebelten Produkten, eigener Coins und Tokens, usw. an (Shitcoin-Casino).</p>
<blockquote>
<p>“Through thirteen charges, we allege that Zhao and Binance entities engaged in an extensive web of deception, conflicts of interest, lack of disclosure, and calculated evasion of the law.” - Gary Gensler, Chairman, SEC</p>
</blockquote>
<p>Vor allem ist Binance kein in den USA registriertes Unternehmen. Lediglich ein Schwesterunternehmen, Binance.us, ist offiziell in den USA registriert und hat offiziell und nach eigenen Angaben mit den Geschäften des Hauptunternehmens direkt nichts zu tun.</p>
<p>Die SEC klagt Binance also nicht nur wegen ihrer Angebote im Krypto-Sektor an, sondern erhebt spezifische Vorwürfe der Irreführung und Täuschung von Kunden, des Betreibens von unregistrierten Börsen, Clearingstellen und Broker-Dealer Aktivitäten, sowie Verstrickungen mit Binance.us (einer Handelsbörse, die wie gesagt offiziell unabhängig von Binance agieren soll), sowie dem Washtrading und dem Verkauf von unregistrierten Wertpapieren (mehr zu dem Thema Securities hier ➡️ <a href="https://www.genexyz.org/post/24-block-773750-commodity-vs-security-2xhjjo/">#24 // Block 773750 // Commodity vs. Security</a>).</p>
<blockquote>
<p>“We allege that Zhao and the Binance entities not only knew the rules of the road, but they also consciously chose to evade them and put their customers and investors at risk – all in an effort to maximize their own profits.” - Gurbir S. Grewal, Director, SEC’s Division of Enforcement</p>
</blockquote>
<p>Die SEC argumentiert also Changpeng Zhao (CEO von Binance) und Binance hätten Anleger über ihre Risikokontrollen und korrupten Handelsvolumina in die Irre geführt und gleichzeitig aktiv verschwiegen, wer der eigentliche Betreiber der Plattform ist. Damit hätten Binance-Plattformen ihren Anlegern übergroße Risiken und Interessenkonflikte beschert.</p>
<p><np-embed url="https://www.reuters.com/investigates/special-report/crypto-binance-money"><a href="https://www.reuters.com/investigates/special-report/crypto-binance-money">https://www.reuters.com/investigates/special-report/crypto-binance-money</a></np-embed></p>
<p>Darüber hinaus wurde in Folge der Anklageerhebung bekannt, dass es bei Geldflüssen bei Binance einen deutlichen Hinweis auf einen Mangel an internen Kontrollen gibt. Interne Kontrollen sollen normalerweise sicherstellen, dass Kundengelder klar identifizierbar und von den Unternehmenseinnahmen getrennt sind. Eine Vermischung von Anleger- und Geschäftsgeldern gefährdet das Vermögen der Kunden, da deren Verbleib verschleiert wird.</p>
<p>Interessanterweise nutzt die SEC weiterhin die Klageschrift gegen Binance, um das Thema 'unregistrierter' Wertpapiere etwas zu erhellen. Zuvor hatte die SEC sich nur in wenigen Einzelfällen dazu geäußert, welche Digitalen Assets sie als unregistrierte Wertpapiere betrachtet, doch in der Anklageschrift werden SOL, ADA, MATIC, FIL, ATOM, SAND, MANA, ALGO, AXS, COTI, BUSD, and BNB explizit als solche bezeichnet.</p>
<p><img src="https://yakihonne.s3.ap-east-1.amazonaws.com/2063cd7955cffdca0cc4ae20f77b2b1eb053010e534c18e8ca70222157bd1320/files/1738057562553-YAKIHONNES3.png" alt="image"></p>
<p>Alleine vier der genannten Assets finden sich unter den 10 größten Werten (ausgenommen Stablecoins) und die anderen tummeln sich auch irgendwo in den Top 50. Der aufmerksame Sherlock Holmes wird bemerkt haben, dass es dünn wird für den "kRyPtO"-Markt. Unter den Top 10 bleiben noch 3 Proof-of-Work Coins, von denen einer den <a href="https://www.genexyz.org/post/24-block-773750-commodity-vs-security-2xhjjo/#:~:text=Produktkategorie%20zuordnen%20lassen.-,Der%20Howey%20Test,-In%20den%20USA">Howey-Test</a> nicht erfüllt (und es ist nicht Doge), Ripple (XRP) und die SEC stehen schon seit 2020 vor Gericht und meiner Meinung nach ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis die SEC sich bzgl. Ethereum äußern muss (wird).</p>
<h3>SEC vs. Coinbase</h3>
<p>Nur einen Tag nach Veröffentlichung der Pressemitteilung, dass die SEC Anklage gegen Binance erhebe, veröffentlichte die SEC die nächste Pressemitteilung: Die SEC erhebt auch Anklage gegen Coinbase, die größte in den USA registrierte Börse für den Handel mit Digital Assets.</p>
<p><np-embed url="https://www.sec.gov/news/press-release/2023-102"><a href="https://www.sec.gov/news/press-release/2023-102">https://www.sec.gov/news/press-release/2023-102</a></np-embed></p>
<p>Anders als bei Binance hingegen konzentriert sich die SEC bei der Anklage gegen Coinbase einzig auf den Handel mit unregistrierten Wertpapieren und den damit einhergehenden Dienstleistungen.</p>
<blockquote>
<p>“We allege that Coinbase, despite being subject to the securities laws, commingled and unlawfully offered exchange, broker-dealer, and clearinghouse functions” - Gary Gensler, Chairman, SEC.</p>
</blockquote>
<p>Konkret hätten Coinbase gegen bestimmte Registrierungsbestimmungen des Securities Exchange Act und des Securities Act verstoßen. Coinbase hätten seit mindestens 2019 Milliarden Dollar verdient, indem sie den Kauf und Verkauf von unregistrierten Wertpapieren unrechtmäßig erleichtert haben.</p>
<p>Interessant ist, dass die SEC ein weitere Dienstleistung in die Anklage einbaut, die bisher keine Erwähnung gefunden hat: "Darüber hinaus hat Coinbase, wie wir behaupten, sein Staking-as-a-Service-Programm nie gemäß den Wertpapiergesetzen registriert, was den Anlegern erneut wichtige Offenlegungs- und andere Schutzmaßnahmen vorenthält“ (Gensler).</p>
<p>Dies zeigt, dass die SEC, ohne sich bisher explizit zu Ethereum geäußert zu haben, eine Meinung gegenüber Staking vertritt, und zumindest die Bereitstellung von Staking-Services als rechtswidrig erachtet. Dies könnte einer der Gründe sein, dass Ethereum noch nicht ins Rampenlicht gerückt wurde, und zwar, dass die SEC die Anklageschrift gegen die Ethereum-Foundation und damit ein Ungetüm an Financiers (JP Morgan, MasterCard, Consensys, etc.) gründlich vorbereitet, um sich für einen enormen Rechtsstreit wetterfest zu machen. Allerdings scheinen interne Ansichtspunkte und Betrachtungsweisen schon ihren Weg in andere Anklageschriften zu finden.</p>
<p>Darüberhinaus zitiert die SEC mit AXS, CHZ, FLOW, ICP, NEAR, VGX, DASH und NEXO eine weitere Reihe von Shitcoins, die sie als unregistrierte Wertpapiere einstufen und damit den Handel mit selbigen untersagen.</p>
<p>Es gibt immer wieder Erzählungen von Leuten, die mit der Sache betraut sind, dass Coinbase aktiv daran arbeiten, einen gemeinsamen Weg mit der SEC zu finden, das Geschäftsmodell zwischen regulatorisch stabile Leitplanken zu bringen. Oft, wenn diese Erzählungen aus dem Coinbase Camp kommen, heißt es, die SEC sei stur und ließe sich nicht auf die Avancen seitens Coinbase ein. Wiederum andere sagen, dass die SEC schlicht überfordert wäre und Coinbase alles daran läge, schnell eine Lösung zu finden.</p>
<blockquote>
<p>"You simply can’t ignore the rules because you don’t like them or because you’d prefer different ones: the consequences for the investing public are far too great.”</p>
</blockquote>
<p>Wenn man allerdings den in der Pressemitteilung zitierten Satz von Gurbir S. Grewal (Director, SEC’s Division of Enforcement) anschaut, wird klar, dass aus Sicht der SEC scheinbar relativ früh und relativ offen kommuniziert wurde, was der rechtliche Rahmen des Möglichen ist. Wahrscheinlich wurden Coinbase auch früh darüber informiert, dass der Handel mit den meisten (oder allen) gelisteten Assets (außer Bitcoin), sowie das Anbieten von Staking als Dienstleistung, nicht mit den Leitplanken konform ist, die die SEC für eine zukünftige, rechtlich stabile Regulatorik des Marktes hält. Doch die freiwillige Einhaltung dieser von der SEC 'lose' formulierten Richtlinien hätte für Coinbase das Wegbrechen von 99% ihres Geschäftsmodells bedeutet.</p>
<p>Coinbase listen über 250 handelbare Assets auf ihrer Seite, viele davon lassen sich 'staken', viele weitere Dienste, die Coinbase anbietet, sind von den darunterliegenden Plattformen abhängig. Es ist klar, dass Coinbase den Moment so lange vor sich herschieben wollten, wie eben nur möglich. Denn während Bitcoin als einziges auf Coinbase gehandeltes Asset deutliche YTD Performance an den Tag legt, sinkt die Zahl der auf der Plattform gehaltenen bitcoins zusehends (gut, endlich begriffen!).</p>
<p><img src="https://yakihonne.s3.ap-east-1.amazonaws.com/2063cd7955cffdca0cc4ae20f77b2b1eb053010e534c18e8ca70222157bd1320/files/1738057964011-YAKIHONNES3.png" alt="image"></p>
<p>Diese Woche dann der Beweis. In einem Artikel der <a href="https://www.ft.com/content/1f873dd5-df8f-4cfc-bb21-ef83ed11fb4d">Financial Times</a> erklärt Brian Armstrong, CEO von Coinbase, dass die SEC klare Empfehlung ausgesprochen hat, schon bevor sie letzten Monat rechtliche Schritte gegen das Unternehmen einleitete.</p>
<blockquote>
<p>“They came back to us, and they said . . . we believe every asset other than bitcoin is a security,” Armstrong said. “And, we said, well how are you coming to that conclusion, because that’s not our interpretation of the law. And they said, we’re not going to explain it to you, you need to delist every asset other than bitcoin.”</p>
</blockquote>
<p>Das ergibt absolut Sinn und stützt meine These, dass die SEC gar nicht vor hat 'gegen' Coinbase zu sein. Vielmehr sieht es aus, als würden sie klarstellen wollen, dass es im geltenden Rechtsrahmen durchaus Platz für gewisse Unternehmen gibt, solange diese sich an geltendes Recht halten und nicht wie Binance offensichtlich gängige Gesetze und Regeln umschiffen. Es scheint, als wolle die SEC den 'Markt' schützen, indem sie betrügerische Firmen wie Binance auf Täuschung, Irreführung und Marktmanipulation verklagt. Gleichzeitig handelt sie bei Firmen wie Coinbase wie ein strenger Vater, der eigentlich das Beste für sein Kind möchte, aber nach wiederholten Versuchen der Gesprächsfindung nur noch harte Strafen als geeignetes Mittel sieht.</p>
<p>Aber warum ist der SEC daran gelegen, dass Coinbase rechtskonform und innerhalb der Leitplanken der SEC handelt?</p>
<h3>Neue ETF Anträge mit Hilfe von Coinbase</h3>
<p><a href="https://substack.com/redirect/0a08f4c1-6a80-4ae1-90b4-1e3199e65ac1?j=eyJ1IjoiODVmMmUifQ.KSVqr9VEuglgUiJQS3NPaAq4rJnlrYsAHCFywdSyl7A"><img src="https://yakihonne.s3.ap-east-1.amazonaws.com/2063cd7955cffdca0cc4ae20f77b2b1eb053010e534c18e8ca70222157bd1320/files/1738058189450-YAKIHONNES3.jpg" alt="image"></a></p>
<p>Laut eines Berichts des Wall Street Journal hat die SEC auf die hereinbrechende Flut von Anträgen für Bitcoin-Spot-ETFs mit Bedenken reagiert. Sie erklärte zunächst, dass es den Anträgen an Klarheit und umfassenden Informationen mangele und diese somit unzureichend seien.</p>
<p>Die SEC hatte schon bei früheren (abgelehnten) Anträgen u.a. ihre Bedenken bezüglich der Überwachung der Handelsplattformen geäußert. Wie oben beschrieben, ist die mögliche Marktmanipulation durch unregulierte Börsen einer der Hauptgründe seitens der SEC gewesen, frühere Anträge abzulehnen. Allerdings war man davon ausgegangen, dass diese Bedenken der SEC durch eine Vereinbarung zur gemeinsamen Überwachung des Marktes durch eine regulierte Spot-Bitcoin-Handelsplattform in Zusammenarbeit mit einem der US-Handelplätze (Nasdaq, NYSE, CBOE, etc.) ausgeräumt werden könnten.</p>
<p><np-embed url="https://www.reuters.com/technology/us-sec-accepts-six-spot-bitcoin-etf-proposals-review-2023-07-19"><a href="https://www.reuters.com/technology/us-sec-accepts-six-spot-bitcoin-etf-proposals-review-2023-07-19">https://www.reuters.com/technology/us-sec-accepts-six-spot-bitcoin-etf-proposals-review-2023-07-19</a></np-embed></p>
<p>Dementsprechend teilte die SEC den Börsen (und Antragstellern) mit, dass in den eingereichten Unterlagen wichtige Details bezüglich der genauen Vereinbarung zur gemeinsamen Umsetzung der Überwachungsvorhaben fehlten. Diese Nachricht wurde von vielen Beobachtern als negativ eingestuft: "Die SEC versteht nicht, was hier erreicht werden soll. Die SEC stellt sich quer. Die SEC ist automatisch gegen Bitcoin." war die Essenz der meisten Reaktionen. Allerdings lese ich persönlich die Reaktion der SEC ähnlich, wie auch die Anklageerhebung gegen Coinbase. Die SEC spielt ganz klar nach den eigenen formulierten und klar kommunizierten Regeln und versucht den Mitspielern die Leitplanken aufzuzeigen. Der Tenor scheint klar: "Wir haben euch die Regeln erklärt, nach denen wir mit euch spielen (hört mit der Shitcoinerei auf!). Befolgt diese und wir kommen ins Gespräch."</p>
<p><np-embed url="https://www.theblock.co/post/238944/cboe-reaches-surveillance-agreement-with-coinbase-for-spot-bitcoin-etfs"><a href="https://www.theblock.co/post/238944/cboe-reaches-surveillance-agreement-with-coinbase-for-spot-bitcoin-etfs">https://www.theblock.co/post/238944/cboe-reaches-surveillance-agreement-with-coinbase-for-spot-bitcoin-etfs</a></np-embed></p>
<p>Wonach die SEC scheinbar explizit zu fragen scheint, ist ein sogenanntes Information-Sharing Agreement (ISA), also eine Vereinbarung zum Informationsaustausch. Diese Vereinbarung zwingt eine Handelsplattform dazu, Handelsdaten bis hin zu persönlichen Informationen wie den Namen und den Adressen der Kunden weiterzugeben. Ein solches ISA scheint bislang in den Anträgen gefehlt zu haben, weshalb die SEC auf die Anträge reagierte und diese als unvollständig zurückwies. Mit der neuen Welle an korrigierten Anträgen scheinen die meisten Antragsteller diese Unvollständigkeit behoben zu haben.</p>
<p><strong>Und wen listet JEDER der Antragsteller als Partner zum Informationsaustausch? Rate, rate? Richtig, Coinbase!</strong></p>
<p>Die Chicago Board Options Exchange (CBOE), eine Optionsbörse, die u.a. die Anträge zusammen mit den oben genannten WisdomTree, VanEck, Invesco und ARK stellte, erzielte kurzerhand mit Coinbase eine Einigung über die Bedingungen für den Abschluss eines ISA und reichte alle Anträge mit den neuen Bedingungen erneut ein.</p>
<p>Wie wir also sehen, deutet alles darauf hin, dass die SEC einem Bitcoin-Spot-ETF eigentlich positiv geneigt ist, sollten die Konditionen, die sie stellt, erfüllt sein. Und in Garys perfekter Welt, sehen diese Konditionen vor, dass ein solcher ETF mit Hilfe von Coinbase als Informations-Austauschs-Partner funktioniert, und dass Coinbase ein artiges in den USA börsennotiertes Unternehmen wird, dass keine Shitcoinerei betreibt und sich auf den Spot-Handel mit Bitcoin konzentriert. Denn die derzeit anderen angebotenen Services wie Clearingstellen und Broker-Dealer-Aktivitäten stehen im direkten Gegensatz zu potenziellen Aktivitäten und Interessen von Kunden.</p>
<p>Wir sehen also, dass ein "größerer Plan" hinter den Aktionen der SEC zu stehen scheint. Meiner Meinung nach gibt es verschiedene Theorien und Hinweise, die darauf schließen lassen, dass die SEC a) den Markt regulieren will, bevor sie ein BlackRock-Produkt genehmigt, b) ausländische (und damit nicht leicht regulierbare) Unternehmen aus dem Markt drängen will, um damit Unternehmen wie BlackRock den Handel zu vereinfachen und c) andere Interessengruppen an der Entscheidung der SEC beteiligt zu sein scheinen. Man könnte so weit gehen zu behaupten, dass anhängige Klagen und Untersuchungen ein Stück weit sogar den Kurs drücken und Bitcoin in der allgemeinen Wahrnehmung, als riskant dastehen lassen, was Unternehmen wie Blackrock dabei hilft die nötigen bitcoins zu einem relativ günstigen Preis zu akkumulieren, bevor eine Genehmigung und die implizite Anerkennung von Bitcoins Wert dazu führen, dass der Preis rasant steigt. Dies wäre ein Eingriff in den Wettbewerb und gibt BlackRock et al einen klaren Vorsprung gegenüber anderen Institutionen.</p>
<p>Es gibt unterschiedliche Ansichten darüber, wie Coinbase und die SEC mit dieser Situation umgehen. Einige behaupten, dass Coinbase aktiv nach einer Lösung sucht, um sich mit der SEC auf einen rechtlichen Rahmen zu einigen, während andere sagen, dass die SEC unbeugsam ist. Es wird vermutet, dass die SEC Coinbase frühzeitig darüber informiert hat, welche Regeln und Leitplanken sie für den Markt etablieren möchten.</p>
<p><np-embed url="https://x.com/BitcoinMagazine/status/1679887574934999045"><a href="https://x.com/BitcoinMagazine/status/1679887574934999045">https://x.com/BitcoinMagazine/status/1679887574934999045</a></np-embed></p>
<p>Es scheint, dass die SEC den Markt schützen möchte, indem sie gegen betrügerische Unternehmen wie Binance vorgeht, die gängige Gesetze und Regeln umgehen. Gleichzeitig versucht sie bei Unternehmen wie Coinbase, die sich nicht an die geltenden Vorschriften halten, harte Strafen als Mittel zur Durchsetzung der Regulierung einzusetzen. Das scheint nur logisch, wenn man bedenkt, dass BlackRock und die anderen Antragsteller wie WisdomTree, VanEck, Invesco und ARK sich mit Coinbase auf Bedingungen für den Abschluss eines Informations-Austausch-Abkommens (ISA) geeinigt und die Anträge mit den neuen Bedingungen erneut eingereicht haben.</p>
<p><img src="https://yakihonne.s3.ap-east-1.amazonaws.com/2063cd7955cffdca0cc4ae20f77b2b1eb053010e534c18e8ca70222157bd1320/files/1738311465514-YAKIHONNES3.png" alt="image"></p>
<p>Dies deutet darauf hin, dass die SEC grundsätzlich positiv gegenüber einem Bitcoin-Spot-ETF eingestellt ist, sofern bestimmte Bedingungen erfüllt sind. Diese Bedingungen könnten beinhalten, dass Coinbase als Informationspartner fungiert und dass Coinbase als in den USA börsennotiertes Unternehmen agiert, das sich auf den Spot-Handel mit Bitcoin konzentriert, während andere Dienstleistungen wie Clearingstellen und Broker-Dealer-Aktivitäten vermieden werden sollen.</p>
<p><np-embed url="https://x.com/stackhodler/status/1691531818300809217"><a href="https://x.com/stackhodler/status/1691531818300809217">https://x.com/stackhodler/status/1691531818300809217</a></np-embed></p>
<p>Es scheint, dass die SEC eine umfassendere Strategie verfolgt, die darauf abzielt, den Markt zu regulieren, ausländische Unternehmen zu verdrängen und den Handel für Unternehmen wie BlackRock zu erleichtern.</p>
<p><em>Mitte letzten Jahres habe ich in einem Artikel schon Grayscales andauernden Versuch, ihren Closed-End-Fund in einen Bitcoin-Spot-ETF zu verwandeln, beschrieben.</em></p>
<p><np-embed url="https://www.genexyz.org/post/1722193843734/"><a href="https://www.genexyz.org/post/1722193843734/">früheren Artikel</a></np-embed></p>
<p>Die SEC hatte bereits im Dezember 2021 und im Februar 2022 die Entscheidung über den Antrag auf einen Bitcoin-ETF verschoben, um ihn "sorgfältig zu prüfen". Dann hat die SEC Mitte Juli 2023 bekanntgegeben, dass einem Antrag auf Umwandlung wieder nicht stattgegeben wird. Grayscale kündigten sofort an, die SEC wegen Willkür und Verstoß gegen das Wertpapierbörsengesetz von 1934 zu verklagen.</p>
<p>Diese Klage wurde dann vor dem Bundesberufungsgericht verhandelt und entschieden.</p>
<p><img src="https://yakihonne.s3.ap-east-1.amazonaws.com/2063cd7955cffdca0cc4ae20f77b2b1eb053010e534c18e8ca70222157bd1320/files/1738568195123-YAKIHONNES3.png" alt="image"></p>
<p>Das Bundesberufungsgericht in D.C. entschied im Oktober, dass das Ablehnen von Anträgen auf eine Umwandlung in einen ETF seitens Grayscale ungerecht, nicht rechtens und willkürlich sei, da die Aufsichtsbehörde nicht erklären konnte, warum sie zuvor ähnliche Produkte zugelassen hat.</p>
<p>Allerdings bedeutet dies nicht, dass Barry Silbert (CEO von DCG) automatisch den Grayscale Trust in einen ETF umwandeln kann. Der Antrag wandert damit nur zurück auf Garys (Vorsitzender der SEC) Schreibtisch. Und das bedeutet, dass die SEC wieder die Möglichkeit bekommt, einer Umwandlung aufgrund anderer Begründungen nicht stattzugeben. Dazu gleich mehr ⬇️.</p>
<p>Außerdem ist fraglich, ob Barry tatsächlich wirklich eine Umwandlung herbeisehnt, denn momentan befinden sich Grayscale in einer sehr angenehmen Lage, die ihnen erlaubt 2% vom NAV (Net Asset Value) an Gebühren zu verlangen. Was bei einem Vermögen von 624.947 Bitcoin einen jährlichen Umsatz von 12.500 Bitcoin, bzw. 475 Million US Dollar bedeutet - für nichts tun.</p>
<p>Es gibt schon <a href="https://www.redeemgbtc.com">Kampagnen</a>, die für eine Auflösung des Trusts kämpfen. Wer sich über die Umtriebigkeiten bei DCG / Genesis / Grayscale (Barry) ein besseres Bild machen möchte, sollte unbedingt den folgenden Thread lesen:</p>
<p><np-embed url="https://x.com/real_vijay/status/1721385528510251182"><a href="https://x.com/real_vijay/status/1721385528510251182">https://x.com/real_vijay/status/1721385528510251182</a></np-embed></p>
<h3>Was seit dem geschah</h3>
<p>Seit dem letzten Artikel ist gleichzeitig viel und wenig geschehen. Verinnerlichen wir uns meine These - dass die SEC a) den Markt regulieren will, bevor sie ein BlackRock-Produkt genehmigt, b) ausländische (und damit nicht leicht regulierbare) Unternehmen aus dem Markt drängen will, um damit Unternehmen wie BlackRock den Handel zu vereinfachen und c) andere Interessengruppen an der Entscheidung der SEC beteiligt zu sein scheinen - dann ist genau das passiert, was man erwartet hätte.</p>
<p>Die SEC hat ihre Entscheidung zur Genehmigung der ETF-Anträge wiederholte Male verschoben, momentan sieht es so aus, als würde eine Entscheidung im Januar 2024 fällig.</p>
<p><np-embed url="https://bmpro.substack.com/p/sec-delays-etf-again-despite-warning"><a href="https://bmpro.substack.com/p/sec-delays-etf-again-despite-warning">https://bmpro.substack.com/p/sec-delays-etf-again-despite-warning</a></np-embed></p>
<p>Die SEC fällt weiter unliebsame Bäume. Bittrex, eine in den USA ansässige Börse, haben angekündigt, ihre Pforten zu schließen.</p>
<p><np-embed url="https://finance.yahoo.com/news/crypto-exchange-bittrex-global-shuts-054643624.html"><a href="https://finance.yahoo.com/news/crypto-exchange-bittrex-global-shuts-054643624.html">https://finance.yahoo.com/news/crypto-exchange-bittrex-global-shuts-054643624.html</a></np-embed></p>
<p>Kraken wurde von der SEC verklagt - ähnliches Modell wie auch zuvor bei Binance und Coinbase angewandt (sprich: alles okay und tutti, solange ihr die Shitcoinerei an den Nagel hängt).</p>
<p><np-embed url="https://www.nobsbitcoin.com/kraken-sec-lawsuit"><a href="https://www.nobsbitcoin.com/kraken-sec-lawsuit">https://www.nobsbitcoin.com/kraken-sec-lawsuit</a></np-embed></p>
<p>Dabei wurden in der Klageschrift die bereits identifizierten Digitalen Assets, die die SEC als unregistrierte Wertpapiere betrachtet, 1 zu 1 wieder aufgeführt.</p>
<p><img src="https://yakihonne.s3.ap-east-1.amazonaws.com/2063cd7955cffdca0cc4ae20f77b2b1eb053010e534c18e8ca70222157bd1320/files/1738568682951-YAKIHONNES3.jfif" alt="image"></p>
<p>Doch die größte Überraschung war die diese Woche veröffentlichte Meldung, dass Binance sich in einem Vergleich mit dem US Department of Justice (DOJ) auf eine Zahlung von über 4 Milliarden US Dollar und den Rücktritt CZs (Changpeng Zhao) als CEO von Binance geeinigt habe.</p>
<p><np-embed url="https://www.nobsbitcoin.com/cz-steps-down-as-ceo-of-binance-as-part-of-4-billion-settlement-with-doj"><a href="https://www.nobsbitcoin.com/cz-steps-down-as-ceo-of-binance-as-part-of-4-billion-settlement-with-doj">https://www.nobsbitcoin.com/cz-steps-down-as-ceo-of-binance-as-part-of-4-billion-settlement-with-doj</a></np-embed></p>
<p>Es ist recht eindeutig, dass es dem Justizministerium (DOJ) hier nicht um den Schutz der Verbraucher geht. Es muss allerdings der Anschein gewahrt werden, dass nicht in Eigeninteresse (dem von BlackRock, hust) gehandelt wird, sondern dass der Eindruck erweckt wird, dass sie tatsächlich etwas Gutes tun, indem sie sich um einen "bad actor" kümmern" - das wird sehr deutlich, wenn man betrachtet, dass sich das Narrativ im Vergleich hauptsächlich auf AML (Anti-Money-Laundering) und Terrorismusfinanzierung konzentriert.</p>
<p>Wie schon aus meiner These ersichtlich, geht auch aus bisherigen Kommentaren der SEC klar hervor, dass die größte Sorge derzeit ausländische Börsen sind, die den Bitcoin-Preis manipulieren können. Binance ist die größte Börse der Welt und hat bis heute erfolgreich außerhalb des Einflussbereichs der US-Regierung operiert. Mit dieser Vereinbarung ist das Problem der Offshore-Kursmanipulation zunächst und zum größten Teil gelöst.</p>
<p>Das BlackRock-SEC-Reptilienmenschen-Playbook ist im vollen Gange. Ausländische Konkurrenz weitestgehend unter Kontrolle ✅</p>
<p><img src="https://yakihonne.s3.ap-east-1.amazonaws.com/2063cd7955cffdca0cc4ae20f77b2b1eb053010e534c18e8ca70222157bd1320/files/1738568734202-YAKIHONNES3.gif" alt="image"></p>
<p>Die SEC scheint außerdem im engen Kontakt mit den ETF-Antragstellern zu stehen. Insbesondere ein Verweis auf eine Änderung der Anträge in Bezug auf "cash" vs. "in-kind creation" hat diese Woche für Diskussionen gesorgt.</p>
<p><np-embed url="https://x.com/EricBalchunas/status/1725559994995573086"><a href="https://x.com/EricBalchunas/status/1725559994995573086">https://x.com/EricBalchunas/status/1725559994995573086</a></np-embed></p>
<p>Viele börsengehandelte Fonds verlangen von den zugelassenen Teilnehmern, dass sie Anteile in Form von Sachleistungen (in-kind) schaffen , d. h. dass sie ETF-Anteile gegen einen Wertpapierkorb und nicht gegen Bargeld (cash) eintauschen. Die SEC hat jedoch auf eine Formulierung in den Anträgen gedrängt, die genau dise cash-creations zulassen.</p>
<p><img src="https://yakihonne.s3.ap-east-1.amazonaws.com/2063cd7955cffdca0cc4ae20f77b2b1eb053010e534c18e8ca70222157bd1320/files/1738568905743-YAKIHONNES3.png" alt="image"></p>
<p>Während sich viele auf die minutiöse Gestalt der Inhalte stürzen und eine Genehmigung hineininterpretieren, zieht die SEC hier meiner Meinung nach eine Linie, um eine Unterscheidung zwischen Grayscales GBTC und BlackRock et al. zu schaffen.</p>
<p><img src="https://yakihonne.s3.ap-east-1.amazonaws.com/2063cd7955cffdca0cc4ae20f77b2b1eb053010e534c18e8ca70222157bd1320/files/1738568931011-YAKIHONNES3.png" alt="image"></p>
<p>Wenn man an ein Playbook glaubt, ist der Grayscale Trust den Teilnehmern ein offensichtlicher Dorn im Auge, weshalb eine Umwandlung zunächst verhindert werden will.</p>
<p>Jetzt muss nur noch Coinbase mitspielen. Aber wenn Binance einen Vergleich erzielen kann, warum nicht auch $COIN? Vielleicht einigt sich die SEC mit Coinbase im Gegenzug für "saftige Geldstrafen" und die Entfernung aller Shitcoins von der Plattform. Im Gegenzug erhält Coinbase den Börsenstatus und wird für die Überwachungsvereinbarung mit BlackRock und den anderen Antragstellern freigeschaltet. Auf einen Schlag würde die SEC die Shitcoins von der einzigen börsennotierten US-Börse entfernen und ein legales (nach ihren Vorstellungen und selbst artikulierten Prinzipien) Fundament für BlackRocks ETF schaffen.</p>
<p>Außerdem würde es mich nicht wundern, wenn Coinbase als weißer Ritter auftritt und ganz barmherzig das US-Business von Binance übernimmt. Natürlich nur, um einem Mitstreiter in schwierigen Zeiten beizustehen. Ich packe es auf jeden Fall auf meine Bingo-Karte für den Zeitraum zwischen jetzt und einer Genehmigung der ETF-Anträge.</p>
<p><img src="https://yakihonne.s3.ap-east-1.amazonaws.com/2063cd7955cffdca0cc4ae20f77b2b1eb053010e534c18e8ca70222157bd1320/files/1738568952924-YAKIHONNES3.png" alt="image"></p>
<p>Durch die Einigung mit CZ und die Geldstrafe von 4,3 Milliarden US Dollar erleichtert die US-Regierung den Transfer von Bitcoin aus schwachen in starke Hände (Binance ➡️ Coinbase). Binance werden Bitcoin verkaufen müssen, um die Geldstrafe zu bezahlen, während gleichzeitig die Spot-ETFs das Angebot mit amerikanischem Kapital auffüllen können. Schöne Ausführung. Tolles Playbook 👏</p>
<p>Ich bin mir bewusst, dass die oben genannten Ereignisse und Auslegungen der Geschehnisse sehr verschwurbelt daherkommen, jedoch möchte ich meinen virtuellen Alu-Hut vor dem Architekten dieses wirklichen langen Long-Games ziehen.</p>
<p><img src="https://yakihonne.s3.ap-east-1.amazonaws.com/2063cd7955cffdca0cc4ae20f77b2b1eb053010e534c18e8ca70222157bd1320/files/1738568978011-YAKIHONNES3.gif" alt="image"></p>
<p>In der Zwischenzeit arbeiten gewissenhafte Journalisten namhafter Veröffentlichungen (BlackRock PR-Department, hust) daran, die öffentliche Wahrnehmung von Bitcoin zum Positiven zu wenden.</p>
<p>Wurde in den letzten Jahren Bitcoin als riskante Anlage, Klimakiller, Ozean-Kocher, oder schlimmer bezeichnet, wird es jetzt als ein möglicher Bestandteil einer nachhaltigen und zukunftsorientierten Anlagestrategie dargestellt.</p>
<p><np-embed url="https://www.forbes.com/sites/digital-assets/2023/07/08/bitcoin-network-to-reduce-more-emissions-than-its-energy-sources-produce/"><a href="https://www.forbes.com/sites/digital-assets/2023/07/08/bitcoin-network-to-reduce-more-emissions-than-its-energy-sources-produce/">https://www.forbes.com/sites/digital-assets/2023/07/08/bitcoin-network-to-reduce-more-emissions-than-its-energy-sources-produce/</a></np-embed></p>
<p>Wir (du schlaue/r Leser//in und ich) wissen schon lange, dass die Bitcoin-Branche heute die weltweit am nachhaltigsten betriebene Branche ist und das Bitcoin-Mining als einzige Industrie in dem Bereich kohlenstoffnegativ werden kann. Es ist also offensichtlich, dass Bitcoin ein wichtiger Bestandteil einer nachhaltigen und zukunftsorientierten Anlagestrategie sein kann, aber genau dieses Narrativ wurde jahrelang absichtlich verdrängt (➡️ siehe XRP-gesponsorte <a href="https://dailycoin.com/greenpeace-anti-crypto-artist-admits-wrong-on-bitcoin-mining/">Greenpeace Aktion</a> anfang des Jahres).</p>
<p><img src="https://yakihonne.s3.ap-east-1.amazonaws.com/2063cd7955cffdca0cc4ae20f77b2b1eb053010e534c18e8ca70222157bd1320/files/1738569525899-YAKIHONNES3.png" alt="image"></p>
<p><img src="https://yakihonne.s3.ap-east-1.amazonaws.com/2063cd7955cffdca0cc4ae20f77b2b1eb053010e534c18e8ca70222157bd1320/files/1738569536140-YAKIHONNES3.jfif" alt="image"></p>
<p>Wir sehen also, dass es nicht nur um eine einfache Genehmigung der Anträge geht, sondern viele Mosaikteilchen gelegt werden, bevor es dazu kommen kann. Viele Zeichen deuten darauf hin, dass viele verschiedene Parteien daran arbeiten, ein Umfeld zu schaffen, dass es bestimmten Gruppen ermöglicht, einen ETF möglichst risikofrei und konkurrenzlos zu platzieren. Dabei werden unliebsame Mitspieler vom Platz gewiesen und anderen Mitspielern werden die Spielregeln nochmal ganz bewusst in Erinnerung gerufen, während gleichzeitig ein Narrativ geschaffen wird, das einen Bitcoin-ETF in glänzendem Licht darstellt.</p>
<hr>
<p>Es ist nahezu gewiss, dass es nicht die Frage ist, ob einem Antrag zugestimmt wird, sondern vielmehr, wann dies geschehen wird. Es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass allen Anträgen zeitgleich stattgegeben wird. Dennoch lässt sich erkennen, dass die SEC strategisch Zeit gewinnt, um Binance und andere unerwünschte Akteure vollständig aus dem Spiel zu nehmen und Coinbase in der Zwischenzeit zu dem vorbildlichen Mustersohn zu formen, den sie immer haben wollte.</p>
<p>Da der Markt für Spot-ETFs als "Winner-takes-all" gilt, wird darauf geachtet, dass nicht irgendein Antragsteller das Rennen gewinnt, sondern ein bestimmter - Larry. Hierfür ist es notwendig, Barry vom Spielfeld zu verdrängen, da er einen erheblichen Vorsprung hat, woran Gary offensichtlich arbeitet. Falls sich meine Vermutungen bewahrheiten, werden wir in naher Zukunft einen Bitcoin-Spot-ETF sehen, der von BlackRock dominiert wird. Grayscale und Binance werden keine Rolle im Spiel spielen, während Coinbase als reguliertes, vorbildliches US-Unternehmen davon profitieren wird.</p>
<p>🫳🎤</p>
<hr>
<p>In diesem Sinne, 2... 1... Risiko!‌</p>
<p><img src="https://media.tenor.com/images/4ae424f8d8ea36e86169862d84d1b31e/tenor.gif" alt=""></p>
]]></itunes:summary>
      <itunes:image href="https://image.nostr.build/2fca5463d8e7578c9883aec7e360ecf6d1ba638195bcba176c3b43e710880fda.jpg"/>
      </item>
      
      <item>
      <title><![CDATA[#39 // Block 795470 // Die Zukunft planen]]></title>
      <description><![CDATA[Wie sichert man seinen Bitcoin-Besitz in Eigenverwahrung gleichzeitig zuverlässig und gewährt Angehörigen Zugriff, falls der Ernstfall eintritt? Es gibt viele mögliche Ansätze, aber keine einzige richtige Lösung. Jedoch Gedanken über dieses Szenario sollte sich jeder früh genug machen.]]></description>
             <itunes:subtitle><![CDATA[Wie sichert man seinen Bitcoin-Besitz in Eigenverwahrung gleichzeitig zuverlässig und gewährt Angehörigen Zugriff, falls der Ernstfall eintritt? Es gibt viele mögliche Ansätze, aber keine einzige richtige Lösung. Jedoch Gedanken über dieses Szenario sollte sich jeder früh genug machen.]]></itunes:subtitle>
      <pubDate>Thu, 09 Jan 2025 10:56:31 GMT</pubDate>
      <link>https://www.genexyz.org/post/lyk5cze0nkbfii1c_0u1r/</link>
      <comments>https://www.genexyz.org/post/lyk5cze0nkbfii1c_0u1r/</comments>
      <guid isPermaLink="false">naddr1qq25c72tx4345efsde9ky3nffyckxhes25chyq3qyp3u6724el7u5rxy4cs0w7etr6c9xqgw2dxp36x2wq3zz4aazvsqxpqqqp65w3nhdrk</guid>
      <category>Bitcoin</category>
      
        <media:content url="https://image.nostr.build/9c89ce80a09c27f2c0b2dc1f2ec7b9c5144d5eb799c26ed51700b21d122c8960.jpg" medium="image"/>
        <enclosure 
          url="https://image.nostr.build/9c89ce80a09c27f2c0b2dc1f2ec7b9c5144d5eb799c26ed51700b21d122c8960.jpg" length="0" 
          type="image/jpeg" 
        />
      <noteId>naddr1qq25c72tx4345efsde9ky3nffyckxhes25chyq3qyp3u6724el7u5rxy4cs0w7etr6c9xqgw2dxp36x2wq3zz4aazvsqxpqqqp65w3nhdrk</noteId>
      <npub>npub1yp3u6724el7u5rxy4cs0w7etr6c9xqgw2dxp36x2wq3zz4aazvsqw8xkc5</npub>
      <dc:creator><![CDATA[Genexyz]]></dc:creator>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Wer Bitcoin besitzt oder mit dem Gedanken spielt Bitcoin zu erwerben und prinzipiell etwas gründlicher an solche Entscheidungen herantritt, wird sich sicherlich schon mit dem Gedanken beschäftigt haben, was mit dem eigenen Bitcoin passiert, wenn uns selbst etwas widerfahren sollte. Ähnliche Gedanken, wird wohl jeder schonmal gehabt haben, wenn es um das Thema Online-Accounts geht. Wer hat Zugang zu meinen Profilen, Accounts, und sonstigen Informationen und was passiert im Falle eines Unfalls, einer plötzlichen Krankheit, oder ähnlichen Szenarien? Um ehrlich zu sein, mir persönlich ist es egal, was mit meinem Gmail oder Youtube-Account passiert, jedoch bei Bitcoin ist das ein anderes Thema. Denn hier verbergen sich hinter den privaten Schlüsseln UTXOs mit einem reellen Wert. Und anders als bei Bankkonten oder anderen Anlagearten, lässt sich keine Bank oder andere Verwahrstelle kontaktieren, die den Hinterbliebenen Zugriff auf die Vermögenswerte bereitstellt.</p>
<p>Eine vernünftige Nachlassplanung, bzw. Bitcoin Zukunftsplanung, ist also wirklich wichtig, denn wir möchten, dass unsere Opfer, die wir heute in Form von Arbeit und Zeitaufwand erbringen, in der Zukunft Früchte tragen und hoffentlich auch unseren Nachkommen zugutekommen. Jede Entscheidung, heute kein Geld für etwas auszugeben, dass einem selbst heute Spaß gemacht hätte, um in eine sicherere und angenehmere Zukunft zu investieren, sollte auch in der Zukunft belohnt werden. Es fühlt sich irgendwie kurzsichtig an, insbesondere wenn es um Bitcoin geht, nur an sich selbst zu denken (wen Lambo?), wenn es sich bei Bitcoin um einen Vermögenswert handelt, der die Fähigkeit besitzt, über mehrere Generationen in der Zukunft zu bestehen und vielleicht sogar seinen Wert zu steigern.</p>
<p><np-embed url="https://www.genexyz.org/post/29-block-782180-bitcoin-ist-zeit-2nsaku/"><a href="https://www.genexyz.org/post/29-block-782180-bitcoin-ist-zeit-2nsaku/">https://www.genexyz.org/post/29-block-782180-bitcoin-ist-zeit-2nsaku/</a></np-embed></p>
<p>Es muss also einen besseren Weg geben, als zu hoffen, dass der Ehepartner oder die Kinder in der Lage sind die bitcoins aus einem 24-Wörter-Seed wiederherzustellen, wenn man einmal nicht mehr ist, oder nicht mehr in der Lage ist, dies selbst zu veranlassen. Denn der Seedphrase ist in den meisten Fällen das bestgehütetste Geheimnis jedes Bitcoiners und wahrscheinlich haben die wenigsten zusätzlich einen Wiederherstellungsplan für ihre Hinterbliebenen angefertigt und versteckt. Wenn wir über die Nachlassplanung in Bitcoin nachdenken, gibt es einige Komplexitäten. Aber wenn man sich die Zeit nimmt, über alle Ergebnisse nachzudenken, die man erreichen möchte, gibt es einige wirklich wichtige Dinge, die getan werden können.</p>
<p>Traurigerweise ist es kein angenehmer Gedanke, über den eigenen Tod nachzudenken und darüber, wie man seine bitcoins aus dem Grab heraus weitergeben soll. Ich habe vor längerer Zeit eine humoristische Aufstellung von verschiedenen Planungsmöglichkeiten aufgestellt, die man sich hier anschauen kann:</p>
<p><np-embed url="https://www.genexyz.org/post/10-block-750965-bitcoin-und-der-tod-15n3yf/"><a href="https://www.genexyz.org/post/10-block-750965-bitcoin-und-der-tod-15n3yf/">https://www.genexyz.org/post/10-block-750965-bitcoin-und-der-tod-15n3yf/</a></np-embed></p>
<ul>
<li>Nichts tun</li>
<li>Exchange plus Passwort</li>
<li>Desktop Wallet</li>
<li>Mobile Wallet</li>
<li>Paper Wallet zu Hause</li>
<li>Paper Wallet im (Bank-)Safe</li>
<li>Hardware Wallet zu Hause</li>
<li>Hardware Wallet im (Bank-)Safe</li>
<li>Multisig Lösung</li>
<li>Custodial Service</li>
</ul>
<p>Allerdings ist das Thema wirklich kompliziert und nicht einfach zu lösen. Es gibt unterschiedliche persönliche Faktoren, wie das eigene Alter, der eigene Gesundheitszustand, in welchem familiären Konstrukt man lebt, wo man lebt, wie viel Bitcoin es zu verwahren und weiterzugeben gilt, usw. Darüber hinaus stellt sich auch die Frage, ob die Weitergabe professionell und im Einklang mit den aktuellen Rechtsstrukturen gemacht werden soll, denn dann ergeben sich sowohl aus steuerlicher als auch aus rechtlicher Sicht unterschiedliche Szenarien, die eventuell sogar erhebliche Vorteile bieten könnten. Darunter eine Reihe rechtlicher Vorzugsbehandlungen beim Schutz von Vermögenswerten, die über die eigenen Vorkehrungsmaßnahmen hinausgehen können. Aber dies soll kein steuerlicher oder juristischer Rat werden.</p>
<p><img src="https://yakihonne.s3.ap-east-1.amazonaws.com/2063cd7955cffdca0cc4ae20f77b2b1eb053010e534c18e8ca70222157bd1320/files/1736419729305-YAKIHONNES3.gif" alt="image"></p>
<p>Bei Bitcoin dreht sich alles um den souveränen Besitz von Eigentum. Dazu gehört auch die Entscheidung, wie und an wen das Eigentum weitergegeben werden soll. Der Inhalt eines Testaments kann und wird in der Regel dann angefochten, wenn das Vermögen ungleich verteilt wird oder wenn es einem der Begünstigten gegenüber ungerecht erscheint. Daher ist es immer am besten, ein Testament so zu gestalten, dass es für alle Beteiligten fair erscheint, und zweitens ist es wichtig, eventuelle Einschränkungen für alle zu kommunizieren. Ein gutes Erwartungsmanagement hilft, Konflikte zu vermeiden. Das ist die erste Stufe.</p>
<blockquote>
<p>If it's your keys, it's your bitcoin. If it's not your keys, it's not your bitcoin! That's a lesson that we all learned during Gox, so...let's try not to have to be taught that lesson again. — Andreas Antonopolous, 14. April 2016</p>
</blockquote>
<p>Die zweite Stufe ist ein wasserdichtes Setup der privaten Schlüssel. Not your keys, not your Bitcoin, ist in diesem Zusammenhang eine sehr wirkungsvolle Aussage. Anders als bei jedem anderen Vermögenswert auf der Welt kontrolliert derjenige, der die Schlüssel besitzt, die UTXOs. Ein Rechtsanspruch ist nicht möglich, da die Kryptographie einen deutlich höheren Stellenwert einnimmt als ein Rechtsanspruch. Es gibt den rechtlichen Anspruch auf Bitcoin (die Worte im Testament) und dann gibt es die praktische Anwendung des Eigentums oder der Verteilung dessen (die Kontrolle der Schlüssel). Bei anderen Vermögenswerten wie Grundbesitz (Immobilien), Anleihen, Aktien, Rohstoffen usw. besteht immer die Möglichkeit, Berufung einzulegen. Wenn also etwas nicht in Ordnung zu sein scheint, die Vermögenswerte nicht auffindbar sind oder es andere Streitigkeiten gibt, ist es jederzeit möglich, sich an die jeweilige Behörde zu wenden und Berufung einzulegen.Es ist jederzeit möglich, sich an eine offizielle Stelle oder ein Amt zu wenden und zu argumentieren, dass man einen Anspruch hat, um dann die Behörde dazu zu veranlassen, den Vermögenswert auf den eigenen Namen übertragen zu lassen.</p>
<p>Bei Bitcoin gibt es keine solche Behörde. Wenn eine/r der Begünstigten nicht über die privaten Schlüssel verfügt, die unmissverständlich Auskunft über den Besitz geben, stellt das für den/die Begünstigte/n ein großes Problem dar. Die korrekte Gestaltung der Eigentumsverteilung hat also einige schwerwiegende Konsequenzen. Ähnlich wie die Verantwortung und Rechenschaftspflicht, die mit dem Besitz von Bitcoin in Eigenverwahrung einhergeht (und dort eigentlich wirklich beginnt), fügt die Nachlassplanung dem Prozess des Todes und der anschließenden Übertragung von Vermögenswerten eine völlig neue Dimension hinzu.</p>
<p><img src="https://yakihonne.s3.ap-east-1.amazonaws.com/2063cd7955cffdca0cc4ae20f77b2b1eb053010e534c18e8ca70222157bd1320/files/1736419798227-YAKIHONNES3.gif" alt="image"></p>
<p>Das Hauptproblem besteht also darin, wie der/die Eigentümer//in der bitcoins den vollständigen und einseitigen Zugriff behalten und gleichzeitig den Erben oder Begünstigten direkt oder einem Testamentsvollstrecker Zugriff gewähren kann, um das Vermögen an die Erben oder Begünstigten zu verteilen.</p>
<p>Der Kniff liegt darin, die volle Kontrolle zu behalten und gleichzeitig das Eigentum so zu gestalten, dass die Erben auch bei einem plötzlichen und unerwarteten Ereignis Zugriff haben, und das im besten Fall, ohne sich auf Dritte verlassen zu müssen, um dem Bitcoin Ethos gerecht zu werden. Dieses Ereignis muss nicht zwingend der Tod sein, es reicht schon, wenn man handlungsunfähig wird.</p>
<p>Denn oft wird vergessen, dass eine gute Nachlassregelung auch dann wichtig ist, wenn der Eigentümer nicht stirbt. Eine Person kann sich auch verletzen, sich den Kopf stoßen oder auf andere Weise die volle Kontrolle über ihre Fähigkeiten verlieren, was bedeutet, dass sie möglicherweise auch den Zugang (die Erinnerung) zu ihrem Vermögen, einschließlich ihrer bitcoins, verliert.</p>
<p><img src="https://yakihonne.s3.ap-east-1.amazonaws.com/2063cd7955cffdca0cc4ae20f77b2b1eb053010e534c18e8ca70222157bd1320/files/1736419830267-YAKIHONNES3.gif" alt="image"></p>
<hr>
<p>Bei Bitcoin gibt es keine einheitliche Lösung, sondern nur Kompromisse. Das gilt auch für so viele andere Dinge, wie zum Beispiel das Trilemma, bei dem Skalierbarkeit der Sicherheit und Dezentralisierung geopfert wird, oder die Selbstverwaltung, bei der Benutzerfreundlichkeit und Komfort in gewissem Maße der Sicherheit und Privatsphäre geopfert werden.</p>
<p>Deshalb sollte man sich der Wahl der persönlichen Lösung über die Kompromisse Gedanken machen, die es einem erlauben, den Kompromiss zu wählen, der einem am besten gefällt, am besten zur persönlichen Situation passt und mit dem man sich am sichersten fühlt. Ich habe oben z.B. "Nichts tun" aufgeführt; vielleicht hat der ein oder andere Bitcoiner keine Familie, keine Kinder und keine Personen, die ihm/ihr nahe stehen, oder vielleicht doch, aber sie sind es nicht wert mit dem ersparten, wertvollen Bitcoin bedacht zu werden. In diesem Fall, danke für die Spende an das Netzwerk.</p>
<p><img src="https://yakihonne.s3.ap-east-1.amazonaws.com/2063cd7955cffdca0cc4ae20f77b2b1eb053010e534c18e8ca70222157bd1320/files/1736419868278-YAKIHONNES3.gif" alt="image"></p>
<p>Sich mit Lösungen vertraut zu machen, die Kontrolle und Verantwortung in den Vordergrund stellen und die Abhängigkeit von einem einzigen Gerät oder einem einzigen Schlüssel, sowie die Abhängigkeit von einer einzelnen Person ausschließen, da diese potenzielle Angriffsvektoren und einzelne Fehlerquellen darstellen, bedeutet, dass man für sich selbst ein Bewusstsein schafft, wie Selbstverwahrung und die daraus entstehenden Konsequenzen im Allgemeinen funktionieren. Nutzer//innen fühlen sich bei der Selbstverwahrung ihrer bitcoins immer wohler, sobald sie verstehen, dass der Verlust eines einzelnen Schlüssels nicht sofort den Verlust des Zugriffs auf das gesicherte Vermögen bedeutet - sofern das richtige Setup gewählt wurde. Es ist wirklich wichtig, dass der Anteil derjenigen, die Bitcoin in Selbstverwahrung halten, vergrößert wird, denn es ist wichtig, dass jeder einzelne bitcoin – der nicht aktiv gehandelt wird – von den Börsen entfernt wird, und gleichzeitig Nutzer//innen mit der Materie der Selbstverwahrung vertraut werden.</p>
<p><img src="https://yakihonne.s3.ap-east-1.amazonaws.com/2063cd7955cffdca0cc4ae20f77b2b1eb053010e534c18e8ca70222157bd1320/files/1736419904942-YAKIHONNES3.png" alt="image"></p>
<p>Denn wie auf der Grafik zu sehen ist, liegen schätzungsweise immer noch über 2,3 Millionen bitcoins auf Börsen. Bei einer Menge von 19,4 Millionen Bitcoin im Umlauf, reduziert um die Anzahl verlorener bitcoins und Satoshis bitcoins (19,4 - 3 - 1,1 = 15,3), ist es mit 15% aller existierenden bitcoins ein immer noch zu hoher Prozentsatz. Erschwerend kommt hinzu, dass von den 2,3 Millionen bitcoins auf Börsen sich der Großteil auf Binance und Coinbase befindet, also die beiden Namen, die gerade im Kreuzfeuer der SEC stehen. Zum Glück gibt es einen Trend zum Rückgang des Anteils von auf Börsen gehaltenen bitcoins, gemessen an der Umlaufmenge, da Bitcoin dank persönlicher Verwahrungslösungen, welche im Laufe der Zeit immer gängiger und robuster werden, immer mehr auf seine eigentlichen Nutzer verteilt wird.</p>
<p>Das Abheben von Bitcoin von den Börsen hat nicht nur den zusätzlichen Vorteil, dass die Bitcoin-Bestände sicherer sind und die Nutzer//innen mehr Vertrauen haben, dass ihre Ersparnisse tatsächlich vorhanden sind und nicht weiter verpfändet wurden. Sondern ohne Bitcoin auf den Börsen und daher ohne Papier-Bitcoin ist auch eine echte Preisfindung wieder möglich, welche heute von den Börsen verzerrt wird.</p>
<hr>
<p>Zurück zur Nachlassplanung: Letztendlich ist es am wichtigsten, dafür zu sorgen, dass die gewählte Methode dafür sorgt, dass die Schlüssel und die dazugehörigen bitcoins sicher und zuverlässig zu den Erben oder Begünstigten gelangen, ohne dabei zu viele Kompromisse einzugehen oder zu viele Angriffsvektoren zu schaffen.</p>
<p>Es gibt sogar komplizierte Modelle, in denen z.B. ein Trust gegründet (abhängig von der Gerichtsbarkeit, in der man sich befindet), bei der der Eigentümer einen gesetzlichen Auftrag erteilt, dass die Begünstigten oder Erben als Teil des Trusts ein Einkommen in Höhe eines bestimmten Prozentsatzes beziehen können. Dieses Verfahren könnte von den jeweiligen Gerichtsbarkeiten rechtlich angefochten werden, aber wenn das Setup kryptografisch eingerichtet und ausgeführt wird, ohne das eine Partei Einfluss auf diese Ausführung nehmen kann, kann man von Rechts wegen nichts dagegen tun, da kein Testamentsvollstrecker oder keine andere Partei gezwungen werden kann, den Auszahlungsmechanismus zu ändern, da dies mechanisch unmöglich ist. Denn wie wir wissen, übertrifft die Kryptographie jegliche rechtliche Ansprüche. Dies ist eine einzigartige Funktion von Bitcoin, die kein anderer Vermögenswert auf der Welt besitzt. Es ist ein sehr wirksames Instrument, um Eigentum und Besitz langfristig zu sichern und sicherzustellen, dass Eigentum innerhalb des Personenkreises (Freunde, Familie, Bekannte, Geschäftspartner) bleibt, bei dem es bleiben soll.</p>
<p>Über diese einzigartige Eigenschaft von Bitcoin wird in der Regel nicht viel gesprochen. Man könnte sogar argumentieren, dass der Tausch von anderem Eigentum in Bitcoin vor der Übergabe an Erben oder Begünstigte eine strategisch sinnvolle Option ist, um die korrekte Ausführung seines Testaments zu kontrollieren – auch aus dem Grab heraus.</p>
<p><img src="https://yakihonne.s3.ap-east-1.amazonaws.com/2063cd7955cffdca0cc4ae20f77b2b1eb053010e534c18e8ca70222157bd1320/files/1736419963726-YAKIHONNES3.gif" alt="image"></p>
<p>Die Nachlassplanung bei Bitcoin ist die letzte Stufe der Evolution. Der erste Schritt besteht darin, sich über Bitcoin zu informieren und genug darüber zu verstehen, um Interesse an der Materie zu wecken. Dieser erste Schritt ist ein fortlaufender Prozess, der jeden Bitcoiner auf seiner Reise begleiten wird, da es unmöglich ist, jeden Aspekt und jede Interpretation des Themas vollständig zu verstehen. Man hört nie auf zu lernen. Der Honigdachsbau ist unendlich tief.</p>
<p><img src="https://yakihonne.s3.ap-east-1.amazonaws.com/2063cd7955cffdca0cc4ae20f77b2b1eb053010e534c18e8ca70222157bd1320/files/1736419985586-YAKIHONNES3.png" alt="image"></p>
<p>Dieser erste Schritt muss genug Interesse an Bitcoin und den umliegenden Themenfeldern wecken, dass man den zweiten Schritt geht: Bitcoin zu erwerben. Im diesem Sinne spielt es zunächst keine Rolle, wie man in den Besitz von Bitcoin gelangt, ob man Bitcoin kauft, durch Mining produziert, "findet" oder auf andere Weise erhält. Wichtig ist, dass man in den Besitz von Bitcoin gelangt und es nun aufbewahren muss.</p>
<p>Denn das ist Schritt drei, die sichere und solide Aufbewahrung der Bitcoin-Vermögenswerte in einer selbstverwalteten und selbstverwahrenden Art und Weise. Dazu gehören auch Setups, an denen bis zu einem gewissen Grad Dritte, wie z.B. andere bekannte Personen oder Verwahrungsdienste beteiligt sein können. Wichtig ist, dass die Schlüssel jederzeit vollständig zugänglich und damit Transaktionen vollständig ausführbar sind. Aus diesem Grund ist jede Speicheroption ausgeschlossen, bei der die Schlüssel ausschließlich von Dritten gehalten werden, wie z.B. von Börsen, Brokern oder anderen Verleih- oder Speicherplattformen – not your keys, not your Bitcoin!</p>
<p><img src="https://yakihonne.s3.ap-east-1.amazonaws.com/2063cd7955cffdca0cc4ae20f77b2b1eb053010e534c18e8ca70222157bd1320/files/1736420015150-YAKIHONNES3.gif" alt="image"></p>
<p>Der letzte Schritt in diesem persönlichen Entwicklungsprozess ist die Zukunftssicherheit dieser Vermögenswerte. Da die bitcoins nun sicher aufbewahrt sind, muss sichergestellt werden, dass es einen Weg zur Wiederherstellung oder Vererbung gibt, falls etwas passiert. Dies ist einfach der logische Evolutionsprozess, den jeder durchlaufen muss, der Bitcoin langfristig besitzen möchte.</p>
<p><img src="https://yakihonne.s3.ap-east-1.amazonaws.com/2063cd7955cffdca0cc4ae20f77b2b1eb053010e534c18e8ca70222157bd1320/files/1736420042126-YAKIHONNES3.png" alt="image"></p>
<p>Besonders in einer Zeit, in der die SEC zwei der größten kRyPto-Börsen der Welt auf den Leib rückt, muss man sich der Realität bewusst werden, dass Dritte, selbst wenn sie scheinbar groß und etabliert sind, nicht für immer existieren werden. Bitcoiner fordern schon seit langem alle und jede/n dazu auf, ihre bitcoins von den Börsen zu nehmen. Jeder, der dachte, dass es eine gute Idee sei, Bitcoin kurzfristig an Börsen zu halten, wurde bereits mehrfach an diesen Trugschluss erinnert - Mt. Gox, Bitfinex und FTX - um nur die großen zu nennen. Wer denkt, dass es eine gute Idee sei, bitcoins auf Börsen zu lagern, um schließlich nur ein Stück Papier mit den Zugangsdaten an die Erben weiterzugeben, der begeht einen schrecklichen Fehler. Die bisherigen Ausführungen sollten dies klar gemacht haben.</p>
<hr>
<p>Ich habe absichtlich keine Vorschläge gemacht, wie ein sicheres Setup aussehen soll. Wie schon gesagt, gibt es keine eine richtige Lösung - nur Kompromisse. Der persönliche Kompromiss hängt von zu vielen Faktoren ab, so dass man eine einheitliche Lösung anbieten kann. Man sollte sich jedoch die folgenden Punkte merken:</p>
<ul>
<li>Früh genug mit der Planung beginnen - hinter jeder Ecke lauert ein Bär!</li>
<li>Das Einschließen von Dritten in die Nachlassplanung sollte mit Bedacht gewählt und gründlich überlegt sein.</li>
<li>Das gewählte Setup sollte mindestens einmal getestet werden, bevor der schlimmste Fall eintritt.</li>
<li>Es ist immer ratsam, die mit dem Nachlass bedachten Personen aufzuklären, dass im schlimmsten Fall etwas auf sie zukommt.</li>
</ul>
<p>🫳🎤</p>
<hr>
<p>In diesem Sinne, 2... 1... Risiko!‌</p>
<p><img src="https://media.tenor.com/images/4ae424f8d8ea36e86169862d84d1b31e/tenor.gif" alt=""></p>
]]></content:encoded>
      <itunes:author><![CDATA[Genexyz]]></itunes:author>
      <itunes:summary><![CDATA[<p>Wer Bitcoin besitzt oder mit dem Gedanken spielt Bitcoin zu erwerben und prinzipiell etwas gründlicher an solche Entscheidungen herantritt, wird sich sicherlich schon mit dem Gedanken beschäftigt haben, was mit dem eigenen Bitcoin passiert, wenn uns selbst etwas widerfahren sollte. Ähnliche Gedanken, wird wohl jeder schonmal gehabt haben, wenn es um das Thema Online-Accounts geht. Wer hat Zugang zu meinen Profilen, Accounts, und sonstigen Informationen und was passiert im Falle eines Unfalls, einer plötzlichen Krankheit, oder ähnlichen Szenarien? Um ehrlich zu sein, mir persönlich ist es egal, was mit meinem Gmail oder Youtube-Account passiert, jedoch bei Bitcoin ist das ein anderes Thema. Denn hier verbergen sich hinter den privaten Schlüsseln UTXOs mit einem reellen Wert. Und anders als bei Bankkonten oder anderen Anlagearten, lässt sich keine Bank oder andere Verwahrstelle kontaktieren, die den Hinterbliebenen Zugriff auf die Vermögenswerte bereitstellt.</p>
<p>Eine vernünftige Nachlassplanung, bzw. Bitcoin Zukunftsplanung, ist also wirklich wichtig, denn wir möchten, dass unsere Opfer, die wir heute in Form von Arbeit und Zeitaufwand erbringen, in der Zukunft Früchte tragen und hoffentlich auch unseren Nachkommen zugutekommen. Jede Entscheidung, heute kein Geld für etwas auszugeben, dass einem selbst heute Spaß gemacht hätte, um in eine sicherere und angenehmere Zukunft zu investieren, sollte auch in der Zukunft belohnt werden. Es fühlt sich irgendwie kurzsichtig an, insbesondere wenn es um Bitcoin geht, nur an sich selbst zu denken (wen Lambo?), wenn es sich bei Bitcoin um einen Vermögenswert handelt, der die Fähigkeit besitzt, über mehrere Generationen in der Zukunft zu bestehen und vielleicht sogar seinen Wert zu steigern.</p>
<p><np-embed url="https://www.genexyz.org/post/29-block-782180-bitcoin-ist-zeit-2nsaku/"><a href="https://www.genexyz.org/post/29-block-782180-bitcoin-ist-zeit-2nsaku/">https://www.genexyz.org/post/29-block-782180-bitcoin-ist-zeit-2nsaku/</a></np-embed></p>
<p>Es muss also einen besseren Weg geben, als zu hoffen, dass der Ehepartner oder die Kinder in der Lage sind die bitcoins aus einem 24-Wörter-Seed wiederherzustellen, wenn man einmal nicht mehr ist, oder nicht mehr in der Lage ist, dies selbst zu veranlassen. Denn der Seedphrase ist in den meisten Fällen das bestgehütetste Geheimnis jedes Bitcoiners und wahrscheinlich haben die wenigsten zusätzlich einen Wiederherstellungsplan für ihre Hinterbliebenen angefertigt und versteckt. Wenn wir über die Nachlassplanung in Bitcoin nachdenken, gibt es einige Komplexitäten. Aber wenn man sich die Zeit nimmt, über alle Ergebnisse nachzudenken, die man erreichen möchte, gibt es einige wirklich wichtige Dinge, die getan werden können.</p>
<p>Traurigerweise ist es kein angenehmer Gedanke, über den eigenen Tod nachzudenken und darüber, wie man seine bitcoins aus dem Grab heraus weitergeben soll. Ich habe vor längerer Zeit eine humoristische Aufstellung von verschiedenen Planungsmöglichkeiten aufgestellt, die man sich hier anschauen kann:</p>
<p><np-embed url="https://www.genexyz.org/post/10-block-750965-bitcoin-und-der-tod-15n3yf/"><a href="https://www.genexyz.org/post/10-block-750965-bitcoin-und-der-tod-15n3yf/">https://www.genexyz.org/post/10-block-750965-bitcoin-und-der-tod-15n3yf/</a></np-embed></p>
<ul>
<li>Nichts tun</li>
<li>Exchange plus Passwort</li>
<li>Desktop Wallet</li>
<li>Mobile Wallet</li>
<li>Paper Wallet zu Hause</li>
<li>Paper Wallet im (Bank-)Safe</li>
<li>Hardware Wallet zu Hause</li>
<li>Hardware Wallet im (Bank-)Safe</li>
<li>Multisig Lösung</li>
<li>Custodial Service</li>
</ul>
<p>Allerdings ist das Thema wirklich kompliziert und nicht einfach zu lösen. Es gibt unterschiedliche persönliche Faktoren, wie das eigene Alter, der eigene Gesundheitszustand, in welchem familiären Konstrukt man lebt, wo man lebt, wie viel Bitcoin es zu verwahren und weiterzugeben gilt, usw. Darüber hinaus stellt sich auch die Frage, ob die Weitergabe professionell und im Einklang mit den aktuellen Rechtsstrukturen gemacht werden soll, denn dann ergeben sich sowohl aus steuerlicher als auch aus rechtlicher Sicht unterschiedliche Szenarien, die eventuell sogar erhebliche Vorteile bieten könnten. Darunter eine Reihe rechtlicher Vorzugsbehandlungen beim Schutz von Vermögenswerten, die über die eigenen Vorkehrungsmaßnahmen hinausgehen können. Aber dies soll kein steuerlicher oder juristischer Rat werden.</p>
<p><img src="https://yakihonne.s3.ap-east-1.amazonaws.com/2063cd7955cffdca0cc4ae20f77b2b1eb053010e534c18e8ca70222157bd1320/files/1736419729305-YAKIHONNES3.gif" alt="image"></p>
<p>Bei Bitcoin dreht sich alles um den souveränen Besitz von Eigentum. Dazu gehört auch die Entscheidung, wie und an wen das Eigentum weitergegeben werden soll. Der Inhalt eines Testaments kann und wird in der Regel dann angefochten, wenn das Vermögen ungleich verteilt wird oder wenn es einem der Begünstigten gegenüber ungerecht erscheint. Daher ist es immer am besten, ein Testament so zu gestalten, dass es für alle Beteiligten fair erscheint, und zweitens ist es wichtig, eventuelle Einschränkungen für alle zu kommunizieren. Ein gutes Erwartungsmanagement hilft, Konflikte zu vermeiden. Das ist die erste Stufe.</p>
<blockquote>
<p>If it's your keys, it's your bitcoin. If it's not your keys, it's not your bitcoin! That's a lesson that we all learned during Gox, so...let's try not to have to be taught that lesson again. — Andreas Antonopolous, 14. April 2016</p>
</blockquote>
<p>Die zweite Stufe ist ein wasserdichtes Setup der privaten Schlüssel. Not your keys, not your Bitcoin, ist in diesem Zusammenhang eine sehr wirkungsvolle Aussage. Anders als bei jedem anderen Vermögenswert auf der Welt kontrolliert derjenige, der die Schlüssel besitzt, die UTXOs. Ein Rechtsanspruch ist nicht möglich, da die Kryptographie einen deutlich höheren Stellenwert einnimmt als ein Rechtsanspruch. Es gibt den rechtlichen Anspruch auf Bitcoin (die Worte im Testament) und dann gibt es die praktische Anwendung des Eigentums oder der Verteilung dessen (die Kontrolle der Schlüssel). Bei anderen Vermögenswerten wie Grundbesitz (Immobilien), Anleihen, Aktien, Rohstoffen usw. besteht immer die Möglichkeit, Berufung einzulegen. Wenn also etwas nicht in Ordnung zu sein scheint, die Vermögenswerte nicht auffindbar sind oder es andere Streitigkeiten gibt, ist es jederzeit möglich, sich an die jeweilige Behörde zu wenden und Berufung einzulegen.Es ist jederzeit möglich, sich an eine offizielle Stelle oder ein Amt zu wenden und zu argumentieren, dass man einen Anspruch hat, um dann die Behörde dazu zu veranlassen, den Vermögenswert auf den eigenen Namen übertragen zu lassen.</p>
<p>Bei Bitcoin gibt es keine solche Behörde. Wenn eine/r der Begünstigten nicht über die privaten Schlüssel verfügt, die unmissverständlich Auskunft über den Besitz geben, stellt das für den/die Begünstigte/n ein großes Problem dar. Die korrekte Gestaltung der Eigentumsverteilung hat also einige schwerwiegende Konsequenzen. Ähnlich wie die Verantwortung und Rechenschaftspflicht, die mit dem Besitz von Bitcoin in Eigenverwahrung einhergeht (und dort eigentlich wirklich beginnt), fügt die Nachlassplanung dem Prozess des Todes und der anschließenden Übertragung von Vermögenswerten eine völlig neue Dimension hinzu.</p>
<p><img src="https://yakihonne.s3.ap-east-1.amazonaws.com/2063cd7955cffdca0cc4ae20f77b2b1eb053010e534c18e8ca70222157bd1320/files/1736419798227-YAKIHONNES3.gif" alt="image"></p>
<p>Das Hauptproblem besteht also darin, wie der/die Eigentümer//in der bitcoins den vollständigen und einseitigen Zugriff behalten und gleichzeitig den Erben oder Begünstigten direkt oder einem Testamentsvollstrecker Zugriff gewähren kann, um das Vermögen an die Erben oder Begünstigten zu verteilen.</p>
<p>Der Kniff liegt darin, die volle Kontrolle zu behalten und gleichzeitig das Eigentum so zu gestalten, dass die Erben auch bei einem plötzlichen und unerwarteten Ereignis Zugriff haben, und das im besten Fall, ohne sich auf Dritte verlassen zu müssen, um dem Bitcoin Ethos gerecht zu werden. Dieses Ereignis muss nicht zwingend der Tod sein, es reicht schon, wenn man handlungsunfähig wird.</p>
<p>Denn oft wird vergessen, dass eine gute Nachlassregelung auch dann wichtig ist, wenn der Eigentümer nicht stirbt. Eine Person kann sich auch verletzen, sich den Kopf stoßen oder auf andere Weise die volle Kontrolle über ihre Fähigkeiten verlieren, was bedeutet, dass sie möglicherweise auch den Zugang (die Erinnerung) zu ihrem Vermögen, einschließlich ihrer bitcoins, verliert.</p>
<p><img src="https://yakihonne.s3.ap-east-1.amazonaws.com/2063cd7955cffdca0cc4ae20f77b2b1eb053010e534c18e8ca70222157bd1320/files/1736419830267-YAKIHONNES3.gif" alt="image"></p>
<hr>
<p>Bei Bitcoin gibt es keine einheitliche Lösung, sondern nur Kompromisse. Das gilt auch für so viele andere Dinge, wie zum Beispiel das Trilemma, bei dem Skalierbarkeit der Sicherheit und Dezentralisierung geopfert wird, oder die Selbstverwaltung, bei der Benutzerfreundlichkeit und Komfort in gewissem Maße der Sicherheit und Privatsphäre geopfert werden.</p>
<p>Deshalb sollte man sich der Wahl der persönlichen Lösung über die Kompromisse Gedanken machen, die es einem erlauben, den Kompromiss zu wählen, der einem am besten gefällt, am besten zur persönlichen Situation passt und mit dem man sich am sichersten fühlt. Ich habe oben z.B. "Nichts tun" aufgeführt; vielleicht hat der ein oder andere Bitcoiner keine Familie, keine Kinder und keine Personen, die ihm/ihr nahe stehen, oder vielleicht doch, aber sie sind es nicht wert mit dem ersparten, wertvollen Bitcoin bedacht zu werden. In diesem Fall, danke für die Spende an das Netzwerk.</p>
<p><img src="https://yakihonne.s3.ap-east-1.amazonaws.com/2063cd7955cffdca0cc4ae20f77b2b1eb053010e534c18e8ca70222157bd1320/files/1736419868278-YAKIHONNES3.gif" alt="image"></p>
<p>Sich mit Lösungen vertraut zu machen, die Kontrolle und Verantwortung in den Vordergrund stellen und die Abhängigkeit von einem einzigen Gerät oder einem einzigen Schlüssel, sowie die Abhängigkeit von einer einzelnen Person ausschließen, da diese potenzielle Angriffsvektoren und einzelne Fehlerquellen darstellen, bedeutet, dass man für sich selbst ein Bewusstsein schafft, wie Selbstverwahrung und die daraus entstehenden Konsequenzen im Allgemeinen funktionieren. Nutzer//innen fühlen sich bei der Selbstverwahrung ihrer bitcoins immer wohler, sobald sie verstehen, dass der Verlust eines einzelnen Schlüssels nicht sofort den Verlust des Zugriffs auf das gesicherte Vermögen bedeutet - sofern das richtige Setup gewählt wurde. Es ist wirklich wichtig, dass der Anteil derjenigen, die Bitcoin in Selbstverwahrung halten, vergrößert wird, denn es ist wichtig, dass jeder einzelne bitcoin – der nicht aktiv gehandelt wird – von den Börsen entfernt wird, und gleichzeitig Nutzer//innen mit der Materie der Selbstverwahrung vertraut werden.</p>
<p><img src="https://yakihonne.s3.ap-east-1.amazonaws.com/2063cd7955cffdca0cc4ae20f77b2b1eb053010e534c18e8ca70222157bd1320/files/1736419904942-YAKIHONNES3.png" alt="image"></p>
<p>Denn wie auf der Grafik zu sehen ist, liegen schätzungsweise immer noch über 2,3 Millionen bitcoins auf Börsen. Bei einer Menge von 19,4 Millionen Bitcoin im Umlauf, reduziert um die Anzahl verlorener bitcoins und Satoshis bitcoins (19,4 - 3 - 1,1 = 15,3), ist es mit 15% aller existierenden bitcoins ein immer noch zu hoher Prozentsatz. Erschwerend kommt hinzu, dass von den 2,3 Millionen bitcoins auf Börsen sich der Großteil auf Binance und Coinbase befindet, also die beiden Namen, die gerade im Kreuzfeuer der SEC stehen. Zum Glück gibt es einen Trend zum Rückgang des Anteils von auf Börsen gehaltenen bitcoins, gemessen an der Umlaufmenge, da Bitcoin dank persönlicher Verwahrungslösungen, welche im Laufe der Zeit immer gängiger und robuster werden, immer mehr auf seine eigentlichen Nutzer verteilt wird.</p>
<p>Das Abheben von Bitcoin von den Börsen hat nicht nur den zusätzlichen Vorteil, dass die Bitcoin-Bestände sicherer sind und die Nutzer//innen mehr Vertrauen haben, dass ihre Ersparnisse tatsächlich vorhanden sind und nicht weiter verpfändet wurden. Sondern ohne Bitcoin auf den Börsen und daher ohne Papier-Bitcoin ist auch eine echte Preisfindung wieder möglich, welche heute von den Börsen verzerrt wird.</p>
<hr>
<p>Zurück zur Nachlassplanung: Letztendlich ist es am wichtigsten, dafür zu sorgen, dass die gewählte Methode dafür sorgt, dass die Schlüssel und die dazugehörigen bitcoins sicher und zuverlässig zu den Erben oder Begünstigten gelangen, ohne dabei zu viele Kompromisse einzugehen oder zu viele Angriffsvektoren zu schaffen.</p>
<p>Es gibt sogar komplizierte Modelle, in denen z.B. ein Trust gegründet (abhängig von der Gerichtsbarkeit, in der man sich befindet), bei der der Eigentümer einen gesetzlichen Auftrag erteilt, dass die Begünstigten oder Erben als Teil des Trusts ein Einkommen in Höhe eines bestimmten Prozentsatzes beziehen können. Dieses Verfahren könnte von den jeweiligen Gerichtsbarkeiten rechtlich angefochten werden, aber wenn das Setup kryptografisch eingerichtet und ausgeführt wird, ohne das eine Partei Einfluss auf diese Ausführung nehmen kann, kann man von Rechts wegen nichts dagegen tun, da kein Testamentsvollstrecker oder keine andere Partei gezwungen werden kann, den Auszahlungsmechanismus zu ändern, da dies mechanisch unmöglich ist. Denn wie wir wissen, übertrifft die Kryptographie jegliche rechtliche Ansprüche. Dies ist eine einzigartige Funktion von Bitcoin, die kein anderer Vermögenswert auf der Welt besitzt. Es ist ein sehr wirksames Instrument, um Eigentum und Besitz langfristig zu sichern und sicherzustellen, dass Eigentum innerhalb des Personenkreises (Freunde, Familie, Bekannte, Geschäftspartner) bleibt, bei dem es bleiben soll.</p>
<p>Über diese einzigartige Eigenschaft von Bitcoin wird in der Regel nicht viel gesprochen. Man könnte sogar argumentieren, dass der Tausch von anderem Eigentum in Bitcoin vor der Übergabe an Erben oder Begünstigte eine strategisch sinnvolle Option ist, um die korrekte Ausführung seines Testaments zu kontrollieren – auch aus dem Grab heraus.</p>
<p><img src="https://yakihonne.s3.ap-east-1.amazonaws.com/2063cd7955cffdca0cc4ae20f77b2b1eb053010e534c18e8ca70222157bd1320/files/1736419963726-YAKIHONNES3.gif" alt="image"></p>
<p>Die Nachlassplanung bei Bitcoin ist die letzte Stufe der Evolution. Der erste Schritt besteht darin, sich über Bitcoin zu informieren und genug darüber zu verstehen, um Interesse an der Materie zu wecken. Dieser erste Schritt ist ein fortlaufender Prozess, der jeden Bitcoiner auf seiner Reise begleiten wird, da es unmöglich ist, jeden Aspekt und jede Interpretation des Themas vollständig zu verstehen. Man hört nie auf zu lernen. Der Honigdachsbau ist unendlich tief.</p>
<p><img src="https://yakihonne.s3.ap-east-1.amazonaws.com/2063cd7955cffdca0cc4ae20f77b2b1eb053010e534c18e8ca70222157bd1320/files/1736419985586-YAKIHONNES3.png" alt="image"></p>
<p>Dieser erste Schritt muss genug Interesse an Bitcoin und den umliegenden Themenfeldern wecken, dass man den zweiten Schritt geht: Bitcoin zu erwerben. Im diesem Sinne spielt es zunächst keine Rolle, wie man in den Besitz von Bitcoin gelangt, ob man Bitcoin kauft, durch Mining produziert, "findet" oder auf andere Weise erhält. Wichtig ist, dass man in den Besitz von Bitcoin gelangt und es nun aufbewahren muss.</p>
<p>Denn das ist Schritt drei, die sichere und solide Aufbewahrung der Bitcoin-Vermögenswerte in einer selbstverwalteten und selbstverwahrenden Art und Weise. Dazu gehören auch Setups, an denen bis zu einem gewissen Grad Dritte, wie z.B. andere bekannte Personen oder Verwahrungsdienste beteiligt sein können. Wichtig ist, dass die Schlüssel jederzeit vollständig zugänglich und damit Transaktionen vollständig ausführbar sind. Aus diesem Grund ist jede Speicheroption ausgeschlossen, bei der die Schlüssel ausschließlich von Dritten gehalten werden, wie z.B. von Börsen, Brokern oder anderen Verleih- oder Speicherplattformen – not your keys, not your Bitcoin!</p>
<p><img src="https://yakihonne.s3.ap-east-1.amazonaws.com/2063cd7955cffdca0cc4ae20f77b2b1eb053010e534c18e8ca70222157bd1320/files/1736420015150-YAKIHONNES3.gif" alt="image"></p>
<p>Der letzte Schritt in diesem persönlichen Entwicklungsprozess ist die Zukunftssicherheit dieser Vermögenswerte. Da die bitcoins nun sicher aufbewahrt sind, muss sichergestellt werden, dass es einen Weg zur Wiederherstellung oder Vererbung gibt, falls etwas passiert. Dies ist einfach der logische Evolutionsprozess, den jeder durchlaufen muss, der Bitcoin langfristig besitzen möchte.</p>
<p><img src="https://yakihonne.s3.ap-east-1.amazonaws.com/2063cd7955cffdca0cc4ae20f77b2b1eb053010e534c18e8ca70222157bd1320/files/1736420042126-YAKIHONNES3.png" alt="image"></p>
<p>Besonders in einer Zeit, in der die SEC zwei der größten kRyPto-Börsen der Welt auf den Leib rückt, muss man sich der Realität bewusst werden, dass Dritte, selbst wenn sie scheinbar groß und etabliert sind, nicht für immer existieren werden. Bitcoiner fordern schon seit langem alle und jede/n dazu auf, ihre bitcoins von den Börsen zu nehmen. Jeder, der dachte, dass es eine gute Idee sei, Bitcoin kurzfristig an Börsen zu halten, wurde bereits mehrfach an diesen Trugschluss erinnert - Mt. Gox, Bitfinex und FTX - um nur die großen zu nennen. Wer denkt, dass es eine gute Idee sei, bitcoins auf Börsen zu lagern, um schließlich nur ein Stück Papier mit den Zugangsdaten an die Erben weiterzugeben, der begeht einen schrecklichen Fehler. Die bisherigen Ausführungen sollten dies klar gemacht haben.</p>
<hr>
<p>Ich habe absichtlich keine Vorschläge gemacht, wie ein sicheres Setup aussehen soll. Wie schon gesagt, gibt es keine eine richtige Lösung - nur Kompromisse. Der persönliche Kompromiss hängt von zu vielen Faktoren ab, so dass man eine einheitliche Lösung anbieten kann. Man sollte sich jedoch die folgenden Punkte merken:</p>
<ul>
<li>Früh genug mit der Planung beginnen - hinter jeder Ecke lauert ein Bär!</li>
<li>Das Einschließen von Dritten in die Nachlassplanung sollte mit Bedacht gewählt und gründlich überlegt sein.</li>
<li>Das gewählte Setup sollte mindestens einmal getestet werden, bevor der schlimmste Fall eintritt.</li>
<li>Es ist immer ratsam, die mit dem Nachlass bedachten Personen aufzuklären, dass im schlimmsten Fall etwas auf sie zukommt.</li>
</ul>
<p>🫳🎤</p>
<hr>
<p>In diesem Sinne, 2... 1... Risiko!‌</p>
<p><img src="https://media.tenor.com/images/4ae424f8d8ea36e86169862d84d1b31e/tenor.gif" alt=""></p>
]]></itunes:summary>
      <itunes:image href="https://image.nostr.build/9c89ce80a09c27f2c0b2dc1f2ec7b9c5144d5eb799c26ed51700b21d122c8960.jpg"/>
      </item>
      
      <item>
      <title><![CDATA[#38 // Block 793435 // Konvergenz zur Singularität]]></title>
      <description><![CDATA[Singularität ist ein wichtiges Thema, da sie ein potenziell transformatives und disruptives Ereignis in verschiedenen Bereichen darstellt. Sie stellt einen Punkt unbekannter und potenziell schneller Veränderung dar, dies weckt Neugier, Spekulationen und Diskussionen.]]></description>
             <itunes:subtitle><![CDATA[Singularität ist ein wichtiges Thema, da sie ein potenziell transformatives und disruptives Ereignis in verschiedenen Bereichen darstellt. Sie stellt einen Punkt unbekannter und potenziell schneller Veränderung dar, dies weckt Neugier, Spekulationen und Diskussionen.]]></itunes:subtitle>
      <pubDate>Thu, 09 Jan 2025 08:47:37 GMT</pubDate>
      <link>https://www.genexyz.org/post/38-block-793435-konvergenz-zur-singularit-t-le3upt/</link>
      <comments>https://www.genexyz.org/post/38-block-793435-konvergenz-zur-singularit-t-le3upt/</comments>
      <guid isPermaLink="false">naddr1qqerxwpdgfkx7cmt95mnjve5xv6j6jm0demx2un8v4h85tt6w4ez65mfdenh2mrpwf5hgtt594kx2vm4wp6qygpqv0xhj4w0lh9qe39wyrmhk2c7kpfszrjnfsvw3jnsygs400gnyqpsgqqqw4rsynk8gv</guid>
      <category>Bitcoin</category>
      
        <media:content url="https://blossom.primal.net/3c6e4fbad2dada1a52e9955c4942e78356f72b91f4581c3711248207acf13005.png" medium="image"/>
        <enclosure 
          url="https://blossom.primal.net/3c6e4fbad2dada1a52e9955c4942e78356f72b91f4581c3711248207acf13005.png" length="0" 
          type="image/png" 
        />
      <noteId>naddr1qqerxwpdgfkx7cmt95mnjve5xv6j6jm0demx2un8v4h85tt6w4ez65mfdenh2mrpwf5hgtt594kx2vm4wp6qygpqv0xhj4w0lh9qe39wyrmhk2c7kpfszrjnfsvw3jnsygs400gnyqpsgqqqw4rsynk8gv</noteId>
      <npub>npub1yp3u6724el7u5rxy4cs0w7etr6c9xqgw2dxp36x2wq3zz4aazvsqw8xkc5</npub>
      <dc:creator><![CDATA[Genexyz]]></dc:creator>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Singularität ist ein heißes Thema, da sie ein potenziell transformatives und disruptives Ereignis in verschiedenen Bereichen darstellt, darunter Technologie, künstliche Intelligenz und die Gesellschaft als Ganzes. Singularität stellt einen Punkt unbekannter und potenziell schneller Veränderung dar. Die Ungewissheit darüber, wie sich Technologien weiterentwickeln, welche Auswirkungen sie haben und welche möglichen Konsequenzen sie mit sich bringen, weckt Neugier, Spekulationen und Diskussionen.</p>
<p>Oft wird diskutiert, wie die Zukunft unseres Geldsystems aussehen könnte. Dem Euro wird keine rosige Zukunft zugesprochen, dem Dollar hingegen mittelfristig schon. Doch entwickelt sich unsere Gesellschaft und damit ihre Ansprüche und Bedürfnisse weiter. Die Entwicklung der letzten Jahrzehnte hat im Vergleich zu den Jahrhunderten davor und den Jahrtausenden davor extrem zugenommen.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/d60265ab6f82476481a46f6247f94eed2d66f65d70354b583ce079983e7e24a9.png">

<p>Alleine das letzte Jahrhundert hat drei industrielle Revolutionen hervorgebracht: die Dampfmaschine, das Zeitalter der Wissenschaft und Massenproduktion und der Aufstieg der digitalen Technologie. Mit den digitalen Technologien kam zum ersten Mal auch das Bedürfnis nach einem Geld für den digitalen Raum, bzw. für den digital vernetzten Raum auf, in dem wir uns heutzutage bewegen. Das <a href="https://www.genexyz.org/post/11-block-752065-fractional-reserve-banking-wird-durch-bitcoin-obsolet-bdpznh/">Geld in seiner jetzigen Form</a> existiert seit dem 17ten Jahrhundert und obwohl es sich nach außen hin in seiner Form und Funktion wenig verändert hat, ist eine technologische Entwicklung auch hier nicht zu leugnen. Denn Geld ist nicht gleich Geld. Das Bargeld (Papier- und Münzgeld), das wir in unserem täglichen Leben verwenden, unterscheidet sich ganz deutlich von Buchgeld (Giralgeld) und Warengeld.</p>
<p>Wir sehen also, dass es verschiedene Arten von Geld gibt. Und um die Sache zu erschweren, gibt es jede dieser Formen von Geld auch noch in über 160 Währungen, die von den jeweiligen Zentralbanken gesteuert und gelenkt werden. Wenn wir also sagen, dass z.B. die türkische Lira keine Zukunft hat, dann meinen wir nicht nur, dass die Geldscheine mit dem Lira-Aufdruck bald verschwinden, sondern dass das ganze Finanzsystem, dass hinter der türkischen Lira steckt systemische Probleme aufweist, die es nicht mehr auffangen kann.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/856bd471d59b447186f2ff6fb2917235567add5019df8dda48077cd8f606478d.png">

<p>Dabei ist es dem Grunde nach eigentlich ganz natürlich und ganz normal, dass Währungen mit der Zeit verschwinden oder schlicht durch andere Währungen ersetzt werden. Denn Menschen tendieren von Natur aus dazu, ein gemeinsames Geld innerhalb einer definierten Region auf einem freien Markt zu verwenden, weil es uns die größte Wahlfreiheit bei der größten Anzahl von Handelspartnern und der höchsten Liquidität bietet.</p>
<p>Europa ist das beste Beispiel für diese Annahme. Um den Handel zu vereinfachen und Wertschöpfungsketten (yes, endlich mein Lieblings-Unwort eingebaut) zu steigern, haben sich 19 Länder dazu entschlossen, ihre Währung zugunsten des Euros aufzugeben. Dieses Phänomen der Bewegung hin zu einem gemeinsamen Geld ist nicht nur in der Ökonomie bekannt. Denn dieses Phänomen kann immer und insbesondere dann beobachtet werden, wenn die Konvergenz hin zu einem gemeinsamen Standard den Nutzer//innen den größten Nutzen bietet und Netzwerkeffekte fördert. Dieses Phänomen hat auch einen (inoffiziellen) Namen und zwar: monetäre Singularität - abgewandelt von der hypothetischen zukünftigen technologischen Singularität.</p>
<p>Obwohl „Monetäre Singularität“ im Wirtschafts- oder Finanzbereich keinen allgemein anerkannten Begriff darstellt, lässt sich durch seine Bestandteile ableiten, worauf sich der Name bezieht. "Monetär“ bezieht sich auf alles, was mit Geld oder Währung zu tun hat, während sich „Singularität“ häufig auf einen Punkt erheblicher Veränderung oder ein Ereignis bezieht, bei dem bestehende Regeln oder Normen nicht mehr gelten. Daraus lässt sich ableiten, dass sich „monetäre Singularität“ - also ein Kunstbegriff abgeleitet aus der Naturwissenschaft - auf ein hypothetisches Szenario bezieht, in dem es zu einer radikalen Veränderung der Funktionsweise des Geldes oder des Währungssystems kommt.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/57af52ceef2abdb2e8b66cfb15e272802895fb7c6520ac1927d0206a13dd4e48.gif">

<p>Mit Hinblick auf das aktuelle Finanzsystem hat Brent Johnson diesem Phänomen den viel eingängigen Namen "Dollar Milkshake Theory" verpasst. In dieser Theorie geht es darum, dass der US Dollar weiter an Stärke gewinnt und den Devisenmärkten auf der ganzen Welt Liquidität entzieht. Woher der Name? Man stelle sich vor, man hat einen Milchshake und sitzt an einem Tisch auf der anderen Seite des Raumes. Man stelle sich auch vor, jemand anderes hat einen wirklich langen Strohhalm. So kann der/diejenige seinen/ihren Strohhalm in den eigenen Milchshake stecken und ihn trinken, auch wenn man am anderen Ende des Raums sitzt. Der eigene Milchshake ist in diesem Fall eine Fremdwährung, der/diejenige, der/die trinkt, ist natürlich der US Dollar selbst. Das führt zu einer Konzentration aller Geschäfte in US Dollar.</p>
<p>Schaut man über den Tellerrand der heutigen Zentralbankgelder hinaus, ergeben sich einige weitere interessante Einordnungsversuche für die Singularität des Geldes, die die oben angesprochenen Bedürfnisse des digitalen Zeitalters in Betracht ziehen. Denn die Idee, dass Fortschritte in der Technologie, insbesondere im Bereich digitaler Währungen und Finanzsysteme, zu einer erheblichen Veränderung der Funktionsweise des Geldes führen könnten, klingt dann gar nicht mehr so abwegig. Es deutet darauf hin, dass zukünftige Entwicklungen, wie eine breite Adaption von Bitcoin, zu einer grundlegenden Veränderung in der Art und Weise führen könnten, wie Geld geschaffen, gespeichert, gehandelt und verwaltet wird.</p>
<p>Aus gesellschaftlicher Sicht besitzt Geld als soziales und kulturelles Konstrukt eine transformative Kraft, die menschliche Beziehungen, Werte und Verhaltensweisen umgestalten kann. Eine Singularität des Geldes würde in diesem Zusammenhang tiefgreifende und beispiellose Auswirkungen auf die Gesellschaft haben, die sich aus der veränderten Rolle des Geldes ergeben würden.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/3074ce4a3242c2b4e2754af10774ec1a3082a59d69ab8df3a752ab9e7a33d992.gif">

<p>Aus gesellschaftlicher Sicht ist ein Streben nach technologischer Konvergenz hin ganz natürlich und passiert fast automatisch, solange es einen größten gemeinsamen Nutzen bietet und Netzwerkeffekte fördert. Das beste Beispiel dafür sind Sprachen. Es ist schwierig, genaue Zahlen zu nennen, aber Linguisten schätzen, dass es in der Geschichte der Menschheit etwa 31.000 Sprachen gab. Schätzungen zufolge werden heutzutage weltweit zwischen 6.000 und 7.000 Sprachen gesprochen. Forscher und Analysten prognostizieren, dass im frühen 22. Jahrhundert nur noch 600 bis 700 Sprachen im täglichen Gebrauch verbreitet sein werden. Sprache ist eine Technologie, sie wurde erfunden, verbessert, verändert, den Gegebenheiten angepasst und oft verschmolzen. Deshalb ist es kein Wunder, dass die Anzahl der gesprochenen Sprachen abnimmt. Denn Unterschiede erzeugen Reibung und Reibung ist ineffizient. Sowohl für das gesellschaftliche Miteinander als auch für den Handel und die Wirtschaft.</p>
<p>Gemeinsame Sprache hat viele Vorteile in einer globalisierten Welt, denn sie vereinfacht die Kommunikation und den Austausch zwischen Handelspartnern, politischen Einrichtungen und eröffnet auch viele neue Möglichkeiten in der Bildung. Wer z.B. Englisch spricht, hat einen viel größeren Pool an Literatur und Nachschlagewerken zur Verfügung, als jemand der/die "nur" eine lokale Sprache spricht. Das kann und wird dazu führen, dass menschliche Sprachen im Laufe der Zeit erhebliche Veränderungen, Anpassungen und manchmal sogar das Aussterben erfahren.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/d8f4cdeb59d08317968a98b5b2a67723015dbe41e5ffe5a6b6a45cbbee462a47.png">

<p>Gerade im Bereich der Programmiersprachen ist zu erwarten, dass zukünftige Entwicklungen in der künstlichen Intelligenz und im maschinellen Lernen einen tiefgreifenden Wandel in der Art und Weise bewirken, wie Sprachen verstanden, übersetzt und kommuniziert werden könnten.</p>
<p>Wie oben erwähnt, tendieren Menschen dazu, gemeinsame Technologien innerhalb definierter Regionen zu verwenden. Das war besonders in der Vergangenheit der Fall, als definierte Regionen übersichtlich waren. Mit der Globalisierung wurden diese lokalen Rahmen gesprengt, mit der Digitalisierung atomisiert!</p>
<p>Diese (künstlich) definierten Regionen werden immer weiter aufgebrochen. Im Falle von Sprachen vermischen sich Kulturen und ethnische Gruppen immer mehr und bringen dadurch auch eine Vermischung von Sprachen mit sich. Das Internet hat zu einer Atomisierung dieser Regionen geführt. Das kann man z.B. an der heutigen Sprache im deutschsprachigen Raum erkennen, wo das sogenannte Denglisch immer weiter Einzug erhält und einige Berufsgruppen hauptsächlich auf Englisch kommunizieren (man denke an den Flugverkehr, Hochseeschifffahrt, aber auch Bereiche des Finanzsektors, der Medien und der Beratungen).</p>
<img src="https://blossom.primal.net/4f82e36736fedd11aff1db03a3b6893cc3b0eea5371dc889ef8ae3dfdbbf8b6a.png">

<p>Ein Beispiel von künstlich erzeugten Rahmen und mit durch äußerer Gewalt erzeugter Singularität kann in der Debatte um Antriebstechnologien in der EU beobachtet werden. Hier wird mit Hilfe von Gesetzen eine Technologie zum One-Size-Fits-All-Standard erhoben. Der Elektroantrieb bei Automobilen hat sicherlich seinen Platz, jedoch heißt es nicht, dass es verschiedene Anwendungsbereiche gibt, in denen Elektromobilität mehr oder weniger sinnvoll ist. Kleine Elektrofahrzeuge für den Innenstadtverkehr haben viele Vorteile gegenüber Abgase produzierenden Antrieben, die direkten Einfluss auf die Gesundheit der Menschen haben. Allerdings bedeutet dies nicht, dass Elektroantriebe auch für den Langstreckenverkehr sinnvoll sind, wenn die Alternative Wasserstoff- oder schadstoffarme Verbrennungsantriebe sind, die zum einen kostengünstiger, und zum anderen nachhaltiger sein können. Eine Gesetzgebung, die pauschal eine Technologie über seine Wettbewerbstechnologien stellt, führt zu einer künstlich hervorgerufenen Singularität, die aber nicht die oben genannten Kriterien der Nutzenmaximierung und der Netzwerkeffekte erfüllt.</p>
<p>Geld hat in seiner Geschichte eine ähnliche Entwicklung erfahren. Das ist eine ganz natürliche Entwicklung, da Geld einen Schutz vor Spezialisierung bietet. Denn die Spezialisierung auf einen bestimmten Produktions- / Dienstleistungsbereich ist erstmal positiv und führt zu einer Steigerung von Produktion und Wohlstand, allerdings ist diese auch riskant, da nicht alle Menschen das erzeugte Gut im Austausch oder im Handel akzeptieren werden. Wenn das erzeugte Gut in neutrales Geld getauscht werden kann, bietet das dem Produzenten einen gewissen Schutz.</p>
<p>Wenn ein Produzent sich nicht sicher sein kann, was er/sie in Zukunft mit seinen erwirtschafteten Überhängen erwerben oder investieren möchte, ist das Gut, das am besten zum Sparen dieser Profite geeignet ist, dasjenige, das über die besten Geldeigenschaften verfügt. In einem regional eingeschränkten Rahmen mag dies eine lokale Währung sein, doch in einer Welt, in der internationaler Handel und Austausch betrieben wird, erlangt das Geld mit der höchsten Neutralität oder der weitverbreitetsten Akzeptanz automatisch die besten Geldeigenschaften.</p>
<blockquote>
<p>Wenn man z.B. den südafrikanischen Rand mit US Dollars vergleicht, wird man sehen, dass der USD eine viel höhere Akzeptanz genießt, als der ZAR. Man wird wahrscheinlich selbst in asiatischen Ländern im Notfall mit USD bezahlen können, einfach weil die Handelspartner dort wissen, dass es für sie einfach ist, USD in ihre lokale Währung umzutauschen. Mit Rand wird man Probleme bekommen, da diese als Tauschobjekt von Handelspartnern keine Zustimmung genießen.</p>
</blockquote>
<p><np-embed url="https://www.genexyz.org/post/28-block-780040-ist-bitcoin-geld-wuwok0/"><a href="https://www.genexyz.org/post/28-block-780040-ist-bitcoin-geld-wuwok0/">https://www.genexyz.org/post/28-block-780040-ist-bitcoin-geld-wuwok0/</a></np-embed></p>
<p>Wenn es in der Gesellschaft mehr als ein Geld gibt, gibt es immer einen gewissen Risikokompromiss das eine oder das Zahlungsmittel zu akzeptieren. Dies führt zu einem Anreiz, das beste Geld zu wählen - sofern diese Wahl überhaupt besteht - und damit zu einem natürlichen Druck nach einem gemeinsamen Geld, das diese Risikoabwägung eliminiert.</p>
<p>Dieser natürliche Druck nach einem gemeinsamen Geld sorgt für Wohlstand in der Gesellschaft. Doch ist die Realität eben auch, dass Staaten oder Regierungen genau hier eingreifen und den Menschen das eigene Geld auferlegen und diesem eben auch einen Wert zuweisen. Dies erlaubt den kontrollierenden Akteuren, den erzeugten Wohlstand abzusaugen (Steuern, Fiskal- und Geldpolitik), denn diesen können sie entweder für sich behalten oder verteilen ihn ungleichmäßig um.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/ec610afc815318b4b6c9ac265968502c71150377b8c861ee5502397ff20ee595.png">

<p>Dieses Eingreifen in den marktwirtschaftlichen Prozess der Geldevolution kann nur ein Geld verhindern, das außerhalb dieser künstlich von außen geschaffenen Rahmen existiert. Ein Geld, das weder von Institutionen oder Regierungen geschaffen und in Umlauf gebracht wird. Ein Zahlungsmittel mit nahezu perfekten neutralen Geldeigenschaften (teilbar, austauschbar, einfach transportierbar, haltbar, prüfbar, knapp, universell akzeptiert und leicht sicherungsfähig, sowie erlaubnis- und vertrauenslos) ermöglicht den oben beschriebenen Druck nach einem gemeinsamen Geld und befeuert den damit einhergehenden Wohlstand in der Gesellschaft.</p>
<p>Wäre es nicht schön, wenn so ein Zahlungsmittel mit nahezu perfekten Geldeigenschaften vor knapp 14 Jahren entdeckt worden wäre? Der einzige Weg, den natürlichen Entwicklungsprozess hin zu einem singulären Geldstandard zu stoppen, ist durch Verbote und Regulierungen seitens der herrschenden Obrigkeiten - siehe Verbrennungsmotor. Doch ist es viel leichter ein Abgase emittierendes Auto von der Straße zu ziehen und stillzulegen, als einem/r mündigen Bürger//in zu verbieten sein/ihr Erspartes in einer harten Geldform zu lagern und mit anderen Nutzer//innen frei zu handeln.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/e54ffbe21cc8ddffcf98c71a8ad3aa6ae3189adc5e5488e552dbd2cb259855b0.png">

<p>🫳🎤</p>
<hr>
<p>In diesem Sinne, 2... 1... Risiko!‌</p>
<p><img src="https://media.tenor.com/images/4ae424f8d8ea36e86169862d84d1b31e/tenor.gif" alt=""></p>
]]></content:encoded>
      <itunes:author><![CDATA[Genexyz]]></itunes:author>
      <itunes:summary><![CDATA[<p>Singularität ist ein heißes Thema, da sie ein potenziell transformatives und disruptives Ereignis in verschiedenen Bereichen darstellt, darunter Technologie, künstliche Intelligenz und die Gesellschaft als Ganzes. Singularität stellt einen Punkt unbekannter und potenziell schneller Veränderung dar. Die Ungewissheit darüber, wie sich Technologien weiterentwickeln, welche Auswirkungen sie haben und welche möglichen Konsequenzen sie mit sich bringen, weckt Neugier, Spekulationen und Diskussionen.</p>
<p>Oft wird diskutiert, wie die Zukunft unseres Geldsystems aussehen könnte. Dem Euro wird keine rosige Zukunft zugesprochen, dem Dollar hingegen mittelfristig schon. Doch entwickelt sich unsere Gesellschaft und damit ihre Ansprüche und Bedürfnisse weiter. Die Entwicklung der letzten Jahrzehnte hat im Vergleich zu den Jahrhunderten davor und den Jahrtausenden davor extrem zugenommen.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/d60265ab6f82476481a46f6247f94eed2d66f65d70354b583ce079983e7e24a9.png">

<p>Alleine das letzte Jahrhundert hat drei industrielle Revolutionen hervorgebracht: die Dampfmaschine, das Zeitalter der Wissenschaft und Massenproduktion und der Aufstieg der digitalen Technologie. Mit den digitalen Technologien kam zum ersten Mal auch das Bedürfnis nach einem Geld für den digitalen Raum, bzw. für den digital vernetzten Raum auf, in dem wir uns heutzutage bewegen. Das <a href="https://www.genexyz.org/post/11-block-752065-fractional-reserve-banking-wird-durch-bitcoin-obsolet-bdpznh/">Geld in seiner jetzigen Form</a> existiert seit dem 17ten Jahrhundert und obwohl es sich nach außen hin in seiner Form und Funktion wenig verändert hat, ist eine technologische Entwicklung auch hier nicht zu leugnen. Denn Geld ist nicht gleich Geld. Das Bargeld (Papier- und Münzgeld), das wir in unserem täglichen Leben verwenden, unterscheidet sich ganz deutlich von Buchgeld (Giralgeld) und Warengeld.</p>
<p>Wir sehen also, dass es verschiedene Arten von Geld gibt. Und um die Sache zu erschweren, gibt es jede dieser Formen von Geld auch noch in über 160 Währungen, die von den jeweiligen Zentralbanken gesteuert und gelenkt werden. Wenn wir also sagen, dass z.B. die türkische Lira keine Zukunft hat, dann meinen wir nicht nur, dass die Geldscheine mit dem Lira-Aufdruck bald verschwinden, sondern dass das ganze Finanzsystem, dass hinter der türkischen Lira steckt systemische Probleme aufweist, die es nicht mehr auffangen kann.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/856bd471d59b447186f2ff6fb2917235567add5019df8dda48077cd8f606478d.png">

<p>Dabei ist es dem Grunde nach eigentlich ganz natürlich und ganz normal, dass Währungen mit der Zeit verschwinden oder schlicht durch andere Währungen ersetzt werden. Denn Menschen tendieren von Natur aus dazu, ein gemeinsames Geld innerhalb einer definierten Region auf einem freien Markt zu verwenden, weil es uns die größte Wahlfreiheit bei der größten Anzahl von Handelspartnern und der höchsten Liquidität bietet.</p>
<p>Europa ist das beste Beispiel für diese Annahme. Um den Handel zu vereinfachen und Wertschöpfungsketten (yes, endlich mein Lieblings-Unwort eingebaut) zu steigern, haben sich 19 Länder dazu entschlossen, ihre Währung zugunsten des Euros aufzugeben. Dieses Phänomen der Bewegung hin zu einem gemeinsamen Geld ist nicht nur in der Ökonomie bekannt. Denn dieses Phänomen kann immer und insbesondere dann beobachtet werden, wenn die Konvergenz hin zu einem gemeinsamen Standard den Nutzer//innen den größten Nutzen bietet und Netzwerkeffekte fördert. Dieses Phänomen hat auch einen (inoffiziellen) Namen und zwar: monetäre Singularität - abgewandelt von der hypothetischen zukünftigen technologischen Singularität.</p>
<p>Obwohl „Monetäre Singularität“ im Wirtschafts- oder Finanzbereich keinen allgemein anerkannten Begriff darstellt, lässt sich durch seine Bestandteile ableiten, worauf sich der Name bezieht. "Monetär“ bezieht sich auf alles, was mit Geld oder Währung zu tun hat, während sich „Singularität“ häufig auf einen Punkt erheblicher Veränderung oder ein Ereignis bezieht, bei dem bestehende Regeln oder Normen nicht mehr gelten. Daraus lässt sich ableiten, dass sich „monetäre Singularität“ - also ein Kunstbegriff abgeleitet aus der Naturwissenschaft - auf ein hypothetisches Szenario bezieht, in dem es zu einer radikalen Veränderung der Funktionsweise des Geldes oder des Währungssystems kommt.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/57af52ceef2abdb2e8b66cfb15e272802895fb7c6520ac1927d0206a13dd4e48.gif">

<p>Mit Hinblick auf das aktuelle Finanzsystem hat Brent Johnson diesem Phänomen den viel eingängigen Namen "Dollar Milkshake Theory" verpasst. In dieser Theorie geht es darum, dass der US Dollar weiter an Stärke gewinnt und den Devisenmärkten auf der ganzen Welt Liquidität entzieht. Woher der Name? Man stelle sich vor, man hat einen Milchshake und sitzt an einem Tisch auf der anderen Seite des Raumes. Man stelle sich auch vor, jemand anderes hat einen wirklich langen Strohhalm. So kann der/diejenige seinen/ihren Strohhalm in den eigenen Milchshake stecken und ihn trinken, auch wenn man am anderen Ende des Raums sitzt. Der eigene Milchshake ist in diesem Fall eine Fremdwährung, der/diejenige, der/die trinkt, ist natürlich der US Dollar selbst. Das führt zu einer Konzentration aller Geschäfte in US Dollar.</p>
<p>Schaut man über den Tellerrand der heutigen Zentralbankgelder hinaus, ergeben sich einige weitere interessante Einordnungsversuche für die Singularität des Geldes, die die oben angesprochenen Bedürfnisse des digitalen Zeitalters in Betracht ziehen. Denn die Idee, dass Fortschritte in der Technologie, insbesondere im Bereich digitaler Währungen und Finanzsysteme, zu einer erheblichen Veränderung der Funktionsweise des Geldes führen könnten, klingt dann gar nicht mehr so abwegig. Es deutet darauf hin, dass zukünftige Entwicklungen, wie eine breite Adaption von Bitcoin, zu einer grundlegenden Veränderung in der Art und Weise führen könnten, wie Geld geschaffen, gespeichert, gehandelt und verwaltet wird.</p>
<p>Aus gesellschaftlicher Sicht besitzt Geld als soziales und kulturelles Konstrukt eine transformative Kraft, die menschliche Beziehungen, Werte und Verhaltensweisen umgestalten kann. Eine Singularität des Geldes würde in diesem Zusammenhang tiefgreifende und beispiellose Auswirkungen auf die Gesellschaft haben, die sich aus der veränderten Rolle des Geldes ergeben würden.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/3074ce4a3242c2b4e2754af10774ec1a3082a59d69ab8df3a752ab9e7a33d992.gif">

<p>Aus gesellschaftlicher Sicht ist ein Streben nach technologischer Konvergenz hin ganz natürlich und passiert fast automatisch, solange es einen größten gemeinsamen Nutzen bietet und Netzwerkeffekte fördert. Das beste Beispiel dafür sind Sprachen. Es ist schwierig, genaue Zahlen zu nennen, aber Linguisten schätzen, dass es in der Geschichte der Menschheit etwa 31.000 Sprachen gab. Schätzungen zufolge werden heutzutage weltweit zwischen 6.000 und 7.000 Sprachen gesprochen. Forscher und Analysten prognostizieren, dass im frühen 22. Jahrhundert nur noch 600 bis 700 Sprachen im täglichen Gebrauch verbreitet sein werden. Sprache ist eine Technologie, sie wurde erfunden, verbessert, verändert, den Gegebenheiten angepasst und oft verschmolzen. Deshalb ist es kein Wunder, dass die Anzahl der gesprochenen Sprachen abnimmt. Denn Unterschiede erzeugen Reibung und Reibung ist ineffizient. Sowohl für das gesellschaftliche Miteinander als auch für den Handel und die Wirtschaft.</p>
<p>Gemeinsame Sprache hat viele Vorteile in einer globalisierten Welt, denn sie vereinfacht die Kommunikation und den Austausch zwischen Handelspartnern, politischen Einrichtungen und eröffnet auch viele neue Möglichkeiten in der Bildung. Wer z.B. Englisch spricht, hat einen viel größeren Pool an Literatur und Nachschlagewerken zur Verfügung, als jemand der/die "nur" eine lokale Sprache spricht. Das kann und wird dazu führen, dass menschliche Sprachen im Laufe der Zeit erhebliche Veränderungen, Anpassungen und manchmal sogar das Aussterben erfahren.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/d8f4cdeb59d08317968a98b5b2a67723015dbe41e5ffe5a6b6a45cbbee462a47.png">

<p>Gerade im Bereich der Programmiersprachen ist zu erwarten, dass zukünftige Entwicklungen in der künstlichen Intelligenz und im maschinellen Lernen einen tiefgreifenden Wandel in der Art und Weise bewirken, wie Sprachen verstanden, übersetzt und kommuniziert werden könnten.</p>
<p>Wie oben erwähnt, tendieren Menschen dazu, gemeinsame Technologien innerhalb definierter Regionen zu verwenden. Das war besonders in der Vergangenheit der Fall, als definierte Regionen übersichtlich waren. Mit der Globalisierung wurden diese lokalen Rahmen gesprengt, mit der Digitalisierung atomisiert!</p>
<p>Diese (künstlich) definierten Regionen werden immer weiter aufgebrochen. Im Falle von Sprachen vermischen sich Kulturen und ethnische Gruppen immer mehr und bringen dadurch auch eine Vermischung von Sprachen mit sich. Das Internet hat zu einer Atomisierung dieser Regionen geführt. Das kann man z.B. an der heutigen Sprache im deutschsprachigen Raum erkennen, wo das sogenannte Denglisch immer weiter Einzug erhält und einige Berufsgruppen hauptsächlich auf Englisch kommunizieren (man denke an den Flugverkehr, Hochseeschifffahrt, aber auch Bereiche des Finanzsektors, der Medien und der Beratungen).</p>
<img src="https://blossom.primal.net/4f82e36736fedd11aff1db03a3b6893cc3b0eea5371dc889ef8ae3dfdbbf8b6a.png">

<p>Ein Beispiel von künstlich erzeugten Rahmen und mit durch äußerer Gewalt erzeugter Singularität kann in der Debatte um Antriebstechnologien in der EU beobachtet werden. Hier wird mit Hilfe von Gesetzen eine Technologie zum One-Size-Fits-All-Standard erhoben. Der Elektroantrieb bei Automobilen hat sicherlich seinen Platz, jedoch heißt es nicht, dass es verschiedene Anwendungsbereiche gibt, in denen Elektromobilität mehr oder weniger sinnvoll ist. Kleine Elektrofahrzeuge für den Innenstadtverkehr haben viele Vorteile gegenüber Abgase produzierenden Antrieben, die direkten Einfluss auf die Gesundheit der Menschen haben. Allerdings bedeutet dies nicht, dass Elektroantriebe auch für den Langstreckenverkehr sinnvoll sind, wenn die Alternative Wasserstoff- oder schadstoffarme Verbrennungsantriebe sind, die zum einen kostengünstiger, und zum anderen nachhaltiger sein können. Eine Gesetzgebung, die pauschal eine Technologie über seine Wettbewerbstechnologien stellt, führt zu einer künstlich hervorgerufenen Singularität, die aber nicht die oben genannten Kriterien der Nutzenmaximierung und der Netzwerkeffekte erfüllt.</p>
<p>Geld hat in seiner Geschichte eine ähnliche Entwicklung erfahren. Das ist eine ganz natürliche Entwicklung, da Geld einen Schutz vor Spezialisierung bietet. Denn die Spezialisierung auf einen bestimmten Produktions- / Dienstleistungsbereich ist erstmal positiv und führt zu einer Steigerung von Produktion und Wohlstand, allerdings ist diese auch riskant, da nicht alle Menschen das erzeugte Gut im Austausch oder im Handel akzeptieren werden. Wenn das erzeugte Gut in neutrales Geld getauscht werden kann, bietet das dem Produzenten einen gewissen Schutz.</p>
<p>Wenn ein Produzent sich nicht sicher sein kann, was er/sie in Zukunft mit seinen erwirtschafteten Überhängen erwerben oder investieren möchte, ist das Gut, das am besten zum Sparen dieser Profite geeignet ist, dasjenige, das über die besten Geldeigenschaften verfügt. In einem regional eingeschränkten Rahmen mag dies eine lokale Währung sein, doch in einer Welt, in der internationaler Handel und Austausch betrieben wird, erlangt das Geld mit der höchsten Neutralität oder der weitverbreitetsten Akzeptanz automatisch die besten Geldeigenschaften.</p>
<blockquote>
<p>Wenn man z.B. den südafrikanischen Rand mit US Dollars vergleicht, wird man sehen, dass der USD eine viel höhere Akzeptanz genießt, als der ZAR. Man wird wahrscheinlich selbst in asiatischen Ländern im Notfall mit USD bezahlen können, einfach weil die Handelspartner dort wissen, dass es für sie einfach ist, USD in ihre lokale Währung umzutauschen. Mit Rand wird man Probleme bekommen, da diese als Tauschobjekt von Handelspartnern keine Zustimmung genießen.</p>
</blockquote>
<p><np-embed url="https://www.genexyz.org/post/28-block-780040-ist-bitcoin-geld-wuwok0/"><a href="https://www.genexyz.org/post/28-block-780040-ist-bitcoin-geld-wuwok0/">https://www.genexyz.org/post/28-block-780040-ist-bitcoin-geld-wuwok0/</a></np-embed></p>
<p>Wenn es in der Gesellschaft mehr als ein Geld gibt, gibt es immer einen gewissen Risikokompromiss das eine oder das Zahlungsmittel zu akzeptieren. Dies führt zu einem Anreiz, das beste Geld zu wählen - sofern diese Wahl überhaupt besteht - und damit zu einem natürlichen Druck nach einem gemeinsamen Geld, das diese Risikoabwägung eliminiert.</p>
<p>Dieser natürliche Druck nach einem gemeinsamen Geld sorgt für Wohlstand in der Gesellschaft. Doch ist die Realität eben auch, dass Staaten oder Regierungen genau hier eingreifen und den Menschen das eigene Geld auferlegen und diesem eben auch einen Wert zuweisen. Dies erlaubt den kontrollierenden Akteuren, den erzeugten Wohlstand abzusaugen (Steuern, Fiskal- und Geldpolitik), denn diesen können sie entweder für sich behalten oder verteilen ihn ungleichmäßig um.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/ec610afc815318b4b6c9ac265968502c71150377b8c861ee5502397ff20ee595.png">

<p>Dieses Eingreifen in den marktwirtschaftlichen Prozess der Geldevolution kann nur ein Geld verhindern, das außerhalb dieser künstlich von außen geschaffenen Rahmen existiert. Ein Geld, das weder von Institutionen oder Regierungen geschaffen und in Umlauf gebracht wird. Ein Zahlungsmittel mit nahezu perfekten neutralen Geldeigenschaften (teilbar, austauschbar, einfach transportierbar, haltbar, prüfbar, knapp, universell akzeptiert und leicht sicherungsfähig, sowie erlaubnis- und vertrauenslos) ermöglicht den oben beschriebenen Druck nach einem gemeinsamen Geld und befeuert den damit einhergehenden Wohlstand in der Gesellschaft.</p>
<p>Wäre es nicht schön, wenn so ein Zahlungsmittel mit nahezu perfekten Geldeigenschaften vor knapp 14 Jahren entdeckt worden wäre? Der einzige Weg, den natürlichen Entwicklungsprozess hin zu einem singulären Geldstandard zu stoppen, ist durch Verbote und Regulierungen seitens der herrschenden Obrigkeiten - siehe Verbrennungsmotor. Doch ist es viel leichter ein Abgase emittierendes Auto von der Straße zu ziehen und stillzulegen, als einem/r mündigen Bürger//in zu verbieten sein/ihr Erspartes in einer harten Geldform zu lagern und mit anderen Nutzer//innen frei zu handeln.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/e54ffbe21cc8ddffcf98c71a8ad3aa6ae3189adc5e5488e552dbd2cb259855b0.png">

<p>🫳🎤</p>
<hr>
<p>In diesem Sinne, 2... 1... Risiko!‌</p>
<p><img src="https://media.tenor.com/images/4ae424f8d8ea36e86169862d84d1b31e/tenor.gif" alt=""></p>
]]></itunes:summary>
      <itunes:image href="https://blossom.primal.net/3c6e4fbad2dada1a52e9955c4942e78356f72b91f4581c3711248207acf13005.png"/>
      </item>
      
      <item>
      <title><![CDATA[#37 // Block 792415 // Sats, Bits & Dust]]></title>
      <description><![CDATA[In diesem Artikel möchten wir uns mit einem weiteren direkten Ergebnis von Gebühren befassen - dem sogenannten Dust. Wir werden uns zunächst damit auseinandersetzen, was Dust im Zusammenhang mit Bitcoin bedeutet und wie es mit den verschiedenen Bitcoin-Währungsuntereinheiten zusammenhängt.]]></description>
             <itunes:subtitle><![CDATA[In diesem Artikel möchten wir uns mit einem weiteren direkten Ergebnis von Gebühren befassen - dem sogenannten Dust. Wir werden uns zunächst damit auseinandersetzen, was Dust im Zusammenhang mit Bitcoin bedeutet und wie es mit den verschiedenen Bitcoin-Währungsuntereinheiten zusammenhängt.]]></itunes:subtitle>
      <pubDate>Wed, 08 Jan 2025 14:22:56 GMT</pubDate>
      <link>https://www.genexyz.org/post/37-block-792415-sats-bits-dust-ejzpg8/</link>
      <comments>https://www.genexyz.org/post/37-block-792415-sats-bits-dust-ejzpg8/</comments>
      <guid isPermaLink="false">naddr1qqjnxdedgfkx7cmt95mnjv35xy6j65mpw3ej6snfw3ej63r4wd6z6et20fcxwwqzyqsx8nte2h8lmjsvcjhzpamm9v0tq5cppef5cx8gefczyg2hh5fjqqcyqqq823c09l8an</guid>
      <category>Bitcoin</category>
      
        <media:content url="https://blossom.primal.net/e24b422b06232304e2e12107aeb02c306b00602dadfaba9fae412787ca4a1905.png" medium="image"/>
        <enclosure 
          url="https://blossom.primal.net/e24b422b06232304e2e12107aeb02c306b00602dadfaba9fae412787ca4a1905.png" length="0" 
          type="image/png" 
        />
      <noteId>naddr1qqjnxdedgfkx7cmt95mnjv35xy6j65mpw3ej6snfw3ej63r4wd6z6et20fcxwwqzyqsx8nte2h8lmjsvcjhzpamm9v0tq5cppef5cx8gefczyg2hh5fjqqcyqqq823c09l8an</noteId>
      <npub>npub1yp3u6724el7u5rxy4cs0w7etr6c9xqgw2dxp36x2wq3zz4aazvsqw8xkc5</npub>
      <dc:creator><![CDATA[Genexyz]]></dc:creator>
      <content:encoded><![CDATA[<h3>Unit-Bias</h3>
<p>Bitcoin hat in der öffentlichen Wahrnehmung und bei Menschen, die sich weniger mit dem Thema befassen, einen sogenannten Unit-Bias, also eine durch Unwissenheit hervorgerufene Voreingenommenheit gegenüber der Einheit "Bitcoin". Das bedeutet, dass viele unerfahrene Anleger//innen und Nutzer//innen der Meinung sind, dass der Besitz eines ganzen bitcoins psychologisch wichtig oder überhaupt nur als solcher möglich ist. Anders ausgedrückt, glauben viele Menschen, sie müssen Bitcoin als Ganzes kaufen, also einen ganzen "physischen" bitcoin, statt kleinerer Bruchstücke. Das lässt den Vermögenswert für die meisten zu teuer aussehen.</p>
<p><img src="https://blossom.primal.net/004cf04daff135febe8388b29f24700b82f443be7cd18cca6dcec8fb170a28f2.gif" alt="">Dies ist für Bitcoin insofern ein Problem, als dass viele Menschen sich durch ihre Voreingenommenheit gar nicht mit Bitcoin beschäftigen ("kann ich mir nicht leisten") oder das Gefühl haben, Bitcoin sei zu teuer und deshalb gibt es kein Wertsteigerungspotential mehr ("der Zug ist abgefahren, ich hätte vor sechs Jahren investieren sollen"). Schlimmer noch, als sich nicht mit Bitcoin zu beschäftigen, ist sich dann stattdessen alternativen, "erschwinglicheren" Kryptowährungen zuzuwenden. Dieser Unit-Bias ist allerdings nichts anderes als ein Marketing-, bzw. ein Bildungsproblem. Denn wie wir wissen kann man Bitcoin in 100 Millionen Untereinheiten brechen und in kleinsten Mengen erwerben, verschicken und verkaufen. Doch haben Außenstehende von Begriffen wie Lightning oder Sats meistens noch nie gehört.</p>
<h3>Untereinheiten</h3>
<p>Doch auch innerhalb der Bitcoin-Szene ist die Unterteilung von Bitcoin in Untereinheiten nicht ganz unumstritten. Denn viele Nutzer//innen sind sich uneinig darüber, was der beste Weg ist, Bitcoins Untereinheiten zu bezeichnen und sogar darzustellen. Dies zeigt sich z.B. darin, dass Apps oft entweder Bitcoin oder Fiat anzeigen, manche Apps aber auch Beträge in Sats darstellen. Dies verlangt aber oft eigene Einstellungen innerhalb der App oder viele Klicks, die die Bedienung und Darstellung eher unhandlich gestalten.</p>
<p><img src="https://blossom.primal.net/36a9b34dc1009c2b0904761c0d5c956cdc64c3239cb702a2c7037e2b4fbae086.gif" alt="">Es gibt verschiedene Lösungsansätze, die dem/der Nutzer//in die ungewohnte Rechnung mit acht Nachkommastellen erleichtern sollen. Denn viele Anwender//innen denken beim Blick in ihre Wallets oft noch in lokalen Fiat-Werten, also in ganzen Einheiten (z.B. Euro oder Dollar) und Hundertsteln (z.B. Cents).</p>
<p><img src="https://blossom.primal.net/9188ecd7b4855aa38d35223856d6e2fc2ef3162d350a82266d69db25c6f9abf4.png" alt="">Einige Wallets versuchen diesen Spagat komplett zu umgehen, indem sie vermeiden, Beträge in Fiat darzustellen. Doch auch hier bleibt immer noch das Problem der unhandlichen Darstellung von acht Nachkommastellen, weshalb einige Anbieter einfach zwei Eingabemöglichkeiten bieten und den Betrag in Bitcoin oder Sats automatisch umrechnen.</p>
<p><img src="https://blossom.primal.net/9abf98885862e88fce3be6ab5e63ebb331a936db85e0762f1f99d81f65fbcdab.png" alt="">Doch selbst das Zeichen für Sats ist nicht final geklärt. Es gibt viele verschiedene Vorschläge und Meinungen dazu, welches Symbol genutzt werden sollte. Die meisten Apps, Rechnungen und Sticker schreiben einfach das Wort "Sats" oder "sats" aus. Allerdings ist dies ein Problem, da außerhalb der Bitcoin-Szene niemand weiß, was ein Sat ist. Die meisten Menschen werden mittlerweile von Bitcoin gehört haben, auch wenn sie nicht wissen, wie es funktioniert, was es bedeutet, oder wie man damit umgeht. Doch auch das B Logo mit den Dollarstrichen (₿) werden die meisten Menschen zuordnen können.</p>
<p>Sats hingegen ist ein sehr nischiger Begriff und seine Verwendung noch unbekannter. Oft wird das Blitzsymbol (3 auf der unteren Grafik) verwendet, um Lightning darzustellen und auch das Symbol mit den drei horizontalen Strichen und zwei vertikalen Punkten (4 auf der unteren Grafik), das entfernt an das Dollar-Zeichen erinnern soll ($), erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Das Problem dabei ist nur, dass es sich in geschriebener Form nicht, oder nur unzulänglich darstellen lässt: 丰 🤡</p>
<p><img src="https://blossom.primal.net/4e4e23026ac803b70244db78cce00e41f7fef7655546167f71ea93828dbf7917.png" alt="">Es war lange logisch und notwendig, ganze Bitcoins zur Aufzählung und Bezahlung zu verwenden, da bei der Einführung von Bitcoin sein Geldwert sehr gering war. Es bestand also absolut keine Notwendigkeit dazu, in kleineren Einheiten als Bitcoin zu denken. Einfaches Beispiel: letzte Woche, am 22. Mai, jährte sich der Bitcoin-Pizza-Day zum 13. Mal, also jener Tag an dem Laszlo Hanyecz für zwei Pizza 10.000 bitcoins bezahlte und damit die erste offline Transaktion mit Bitcoin tätigte. 10.000 bitcoins entsprachen zu diesem Zeitpunkt also knapp $40, oder andersrum $1 entsprach 250 bitcoins Es gab also immer noch keine Notwendigkeit, kleinere Einheiten von Bitcoin zu verwenden. Diese Notwendigkeit ergab sich erst, als der Bitcoin und der Dollar Parität erlangten (1 Bitcoin = $1) und spätestens, als Bitcoin die Marke von $100 durchbrach, wurde rechnen in Bitcoin schwieriger.</p>
<p>Fortan überlegte man sich, Bitcoin in kleineren Einheiten darzustellen. Die zwei Möglichkeiten sind der Bit und der Sat. Ein einzelner bitcoin kann in 1.000.000 Bits oder bis zu 100.000.000 Sats unterteilt werden, also 100 Sats = 1 Bit = 0,000001 Bitcoin.</p>
<p><img src="https://blossom.primal.net/1a0c00f0a5872e66214a607205edb84d102a64906c7af5600d3767b9bc53a5e7.png" alt="">Ein weiterer Grund, weshalb eine Stückelung in bitcoin (der Begriff für einen ganzen physischen bitcoin) schwierig und verwirrend ist, und deshalb viele nach einer alternativen Bezeichnung für Untereinheiten suchten, ist dass darüber hinaus "Bitcoin" zur Beschreibung von zwei Dingen verwendet werden kann: dem monetären Netzwerk (Bitcoin - großes B) und dem monetären Vermögenswert (bitcoin - kleines B).</p>
<p><img src="https://blossom.primal.net/d4cd4faf501cf1b80c311c0fd3916ea5aa790dbe00b2a0ec3a8267a1203425ec.gif" alt="">Bitcoin, der Vermögenswert, ist für diejenigen, die noch nichts damit zu tun hatten, sowohl verwirrend als auch fremd. Denn wie bereits erwähnt, führt der Unit-Bias dazu, dass viele Menschen denken, dass sie es sich nicht leisten können, Bitcoin zu kaufen, oder dass sie den Anschluss verpasst haben. Die Verwendung einer Bepreisung in Bruchteilen würde die Verwirrung über die Benennung des Netzwerks und des Vermögenswerts verringern, aber auch die psychologische Hürde für den Einstieg in Bitcoin senken. Vorausgesetzt, die Benennung ist logisch und intuitiv.</p>
<h3>Bits vs. Sats</h3>
<p>Wie schon erwähnt, gibt es zwei gängige Untereinheiten von Bitcoin, 1 Bit (= 0,000001 Bitcoin) und 1 Sat (0,00000001 Bitcoin). Seit jeher gibt es Diskussionen darüber, welche der beiden Einheiten für den täglichen Gebrauch die vernünftigere und intuitivere ist.</p>
<p>Die Verwendung von Bits zur Aufzählung von Bitcoin hat einige Vorteile. Ein Bit stellt ein „Bit“ eines Bitcoins dar, also der grundlegendsten und kleinsten Informationseinheit in der Informatik. Den meisten Menschen fällt es einfacher, das Wort „Bit“ mit Bitcoin zu assoziieren und daher verstehen sie eher, dass ein Bit ein Teil eines Bitcoins ist. Ein „Sat“ bedeutet für den Durchschnittsmenschen, wie oben beschrieben, nichts.</p>
<p><img src="https://blossom.primal.net/1505e92a384e7747218ec9d4c1fc0cdf5a10823ab43d25e882f0fe18e0c18bf9.png" alt="">Adam Back (CEO von Blockstream und Bitcoin-Legende) ist wahrscheinlich der bekannteste Befürworter von Bits &gt; Sats. Er argumentiert von verschiedenen Richtungen, dass z.B. Bits eine rechnerisch einfachere Variante ist, Untereinheiten von Bitcoin darzustellen, als Sats.</p>
<p><img src="https://blossom.primal.net/28a6bfe0908e02ea6cb2ed4b4263fef74f9e48b23b9d09722f8188c37c88b057.png" alt="">Weiter argumentiert er mit der historischen Entwicklung von Bitcoin, dem Protokoll und seiner Referenz-Implementierung. In den Anfangsjahren wurde in der Bitcoin Core Wallet mit Bits gearbeitet. Außerdem argumentiert er, dass die Verbindung zwischen Bitcoin der Haupteinheit und Bits oder Sats als Untereinheit zumindest semantisch gebrochen werden sollte. Da Bitcoin (im Fall eines weiter steigenden Kurses) als Recheneinheit immer unpraktischer wird, sollte man als mentales Modell auf das Rechenpaar Bits und Sats zurückgreifen - analog zur Darstellung von Dollars und Cents oder Euros und Cents. Dabei stellen die zwei Nachkommastellen eines in Bits angegebenen Preises die Sats dar.</p>
<p><img src="https://blossom.primal.net/54ddcad264a4c3faa3c4d9cd260675d1de630b7ce2db8e0acca198b491eade8f.png" alt="">Ganz einfaches Beispiel: Ein Kasten Bier kostet heute etwas 20€, also 0,00079758 Bitcoin. Einfacher dargestellt: 797,58 Bits, also 797 Bits und 58 Sats. “Ein Bitcoin ist zu teuer, aber Sats sind zu viele, klingen billig und verwirrend.” Es ist schwer in Sats zu denken und selbst wenn der Preis von Bitcoin 1 M US Dollar erreicht, ist ein Bit immer noch eine greifbare und günstige Einheit: 1 Bit = 1 US Dollar.</p>
<p><img src="https://blossom.primal.net/4fb9b8f6f5c5e07ad4fb4963f2675ac735690da47e99a548569dd82211665203.gif" alt="">Eines von Adams Hauptargumenten ist, dass Sat als Untereinheit nicht funktioniert, weil es Dust gibt. Das Problem mit Dust besteht darin, dass es nicht möglich ist, Bitcoin unter einem bestimmten Schwellenwert auszugeben. Sein Argument ist, dass der Nutzen einer Einheit abhanden kommt, wenn diese Einheit als kleinste Recheneinheit nicht ausgegeben werden kann. Zugegeben, niemand kann mehr etwas für einen Cent kaufen, aber zumindest ist es technisch nicht unmöglich. Allerdings ist es unmöglich, 1 oder sogar 10 Sats über das Bitcoin-Netzwerk zu senden, ohne Layer-2-Skalierungstechnologien zu verwenden.</p>
<h3>Dust</h3>
<p>Unter Bitcoin-Dust versteht man eine sehr kleine Menge Bitcoin, typischerweise in kleinen ein- bis zweistelligen Sats-Beträgen, doch auch kommen immer öfter dreistellige Beträge vor. Sie werden Dust oder „Staub“ genannt, weil diese Beträge so gering sind, dass sie oft als unbedeutend und unpraktisch für die Verwendung bei regulären Transaktionen angesehen werden.</p>
<p><img src="https://blossom.primal.net/31320a50e7008223c194b7359dc2dd8e767508177c02a1745ac8a3980920ebe6.gif" alt="">Es gibt keine offizielle Definition dafür wie groß/klein ein Betrag sein muss, um als Dust zu gelten, da jede Softwareimplementierung (Client, Wallet, etc.) einen anderen Schwellenwert annehmen kann. Die Bitcoin Core Referenzimplementierung definiert Dust als jede Transaktionsausgabe, die niedriger ist als die aktuellen Transaktionsgebühren.</p>
<p>Dust entsteht meist unbeabsichtigt bei Bitcoin-Transaktionen. Denn wenn Bitcoin von einer Adresse an eine andere gesendet wird, fällt oft eine Transaktionsgebühr an. Um Spam zu verhindern und die Sicherheit des Netzwerks zu gewährleisten, gibt es bei Bitcoin eine Mindestgröße für jede Transaktion. Dieses Limit ist der Mindestbetrag an Bitcoin, der als Ausgabe in eine Transaktion einbezogen werden kann. Der Rest ist Dust.</p>
<p>Oder einfacher ausgedrückt, wenn die Mindestgröße für eine Bitcoin-On-Chain-Transaktion 500 Sats (5 Bits) beträgt und ich noch 800 Sats (8 Bits) in meiner Wallet habe, kann ich nach dem Versenden von 600 Sats (6 Bits) die übrigen 200 Sats (2 Bits) nicht mehr ausgeben. Diese verbleibenden 2 Bits sind Dust.</p>
<p><img src="https://blossom.primal.net/29176610009eba2c53a2f60793bab8bf34d856a040ef8ccad06984c31a6b2da4.gif" alt="">Dust stellt aus mehreren Gründen eine Herausforderung für das Bitcoin-Netzwerk und seine Benutzer//innen dar:</p>
<p>UTXO-Bloat: Bei jeder Transaktion werden nicht ausgegebene Transaktionsausgaben (UTXOs) erstellt, und Dust erhöht die Anzahl der UTXOs im System. Dies kann zu einer aufgeblähten Blockchain führen und sich negativ auf die Leistung und Skalierbarkeit des Netzwerks auswirken.</p>
<p><a href="https://www.genexyz.org/post/25-block-774775-utxos-fee-management-v3ulch/">➡️ Wie UTXOs funktionieren</a></p>
<p><strong>Wallet-Management:</strong> Im Laufe der Zeit kann sich in Wallets viel Dust ansammeln, und die Verwaltung solch kleiner Beträge kann für Benutzer//innen unpraktisch sein. Bei vielen Wallets ist ein Mindestguthaben erforderlich, und die Dust-Mengen sind möglicherweise zu gering, um diese Anforderung zu erfüllen. Viele Nutzer//innen wechseln häufig zwischen Wallets und transferirien ihre Vermögen vorher auf die neuen Wallets, bei solchen Wechseln bleiben Dust-Beträge zurück und gelten langfristig als verloren.</p>
<p>Ein weiteres Problem besteht darin, dass Dust nicht genau definiert werden kann. Die Transaktionsgebühren hängen wesentlich von zwei Faktoren ab: Den Gebühren in sat/vB, welche von der Auslastung des Mempools abhängen und zu Zeiten von hoher Auslastung dementsprechend hoch sind, und zum anderen vom UTXO-Set des/der jeweiligen Nutzer//in. Denn wie wir wissen, werden Transaktionen aus einer oder mehreren UTXOs zusammengesetzt, je mehr UTXOs dabei benötigt werden, um den gewünschten Betrag zu versenden, desto höher sind die Kosten für diese Transaktion, da sich das Gewicht (in vBytes) erhöht. Diese beiden Faktoren können die Gebühren in Einzelfällen so strukturieren, dass größere Mengen Dust anfallen, als in anderen Fällen.</p>
<p><strong>Datenschutzbedenken:</strong> Da jede Transaktion in der Blockchain gespeichert wird, können selbst winzige Mengen Dust mit der Identität oder dem Transaktionsverlauf einer Person verknüpft werden, was die Privatsphäre gefährdet. Diese Funktion wird von Angreifern in sogenannten Dust-Attacks ausgenutzt. Denn böswillige Angreifer haben schnell erkannt, dass Nutzer//innen die winzigen Dust-Beträge, die in ihren Wallet-Adressen angezeigt werden, nicht viel Aufmerksamkeit schenken oder gar bemerken. Angreifer schicken also Kleinstbeträge an eine große Anzahl von Adressen, um dann im nächsten Schritt in einer kombinierten Analyse dieser Adressen und der Beträge, versuchen herauszufinden, welche Adressen zur gleichen Wallet gehören. Dabei ist es das Ziel, diese so identifizierbaren Adressen und Wallets schließlich den jeweiligen Eigentümer//innen zuzuordnen, um diese dann durch ausgefeilte Phishing-Angriffe oder Cyber-Erpressungen zu attackieren.</p>
<p>Um diese Probleme zu lösen, können Nutzer//innen Dust konsolidieren, indem sie mehrere Dust-UTXOs in einer einzigen Transaktion mit einem höheren Wert kombinieren. Einige Wallets und Dienste bieten Funktionen an, mit denen Benutzer//innen ihren Dust effektiv verwalten und konsolidieren können.</p>
<h3>Abschließende Gedanken</h3>
<p>Der Unit-Bias ist absolut vorhanden. Ich persönlich begegne ihm immer wieder in Gesprächen mit Bitcoin-Interessierten, die sich mit der Materie noch nicht lange auseinandergesetzt haben. Die Verwunderung ist oft sehr groß, dass bitcoins nicht als Ganzes gekauft werden müssen. Die Verwendung einer Untereinheit sowohl in Wallets, als auch bei der Bepreisung kann dabei helfen.</p>
<p>An die Verwendung von Sats als die kleinste Einheit von Bitcoin habe ich mich gewöhnt, allerdings tendiere ich mittlerweile persönlich zum Gebrauch von Bits. Die hervorgebrachten Argumente leuchten mir ein und ich bin überzeugt, dass Bits eine größere Akzeptanz außerhalb des Bitcoin-Inner-Circles hervorrufen können, als Sats. Darüber hinaus ist das Sats-Zeichen wirklich unpraktisch.</p>
<p>Ich befürworte hier einige Ideen, die das Paragrafzeichen zum Symbol für Sats erheben wollen.</p>
<p><img src="https://blossom.primal.net/fb78e0d7134a0fd05100cf90817e40f3343771289a206e29f7d88368a728c23d.png" alt="">🫳🎤</p>
<hr>
<p>In diesem Sinne, 2... 1... Risiko!‌</p>
<p><img src="https://media.tenor.com/images/4ae424f8d8ea36e86169862d84d1b31e/tenor.gif" alt=""></p>
]]></content:encoded>
      <itunes:author><![CDATA[Genexyz]]></itunes:author>
      <itunes:summary><![CDATA[<h3>Unit-Bias</h3>
<p>Bitcoin hat in der öffentlichen Wahrnehmung und bei Menschen, die sich weniger mit dem Thema befassen, einen sogenannten Unit-Bias, also eine durch Unwissenheit hervorgerufene Voreingenommenheit gegenüber der Einheit "Bitcoin". Das bedeutet, dass viele unerfahrene Anleger//innen und Nutzer//innen der Meinung sind, dass der Besitz eines ganzen bitcoins psychologisch wichtig oder überhaupt nur als solcher möglich ist. Anders ausgedrückt, glauben viele Menschen, sie müssen Bitcoin als Ganzes kaufen, also einen ganzen "physischen" bitcoin, statt kleinerer Bruchstücke. Das lässt den Vermögenswert für die meisten zu teuer aussehen.</p>
<p><img src="https://blossom.primal.net/004cf04daff135febe8388b29f24700b82f443be7cd18cca6dcec8fb170a28f2.gif" alt="">Dies ist für Bitcoin insofern ein Problem, als dass viele Menschen sich durch ihre Voreingenommenheit gar nicht mit Bitcoin beschäftigen ("kann ich mir nicht leisten") oder das Gefühl haben, Bitcoin sei zu teuer und deshalb gibt es kein Wertsteigerungspotential mehr ("der Zug ist abgefahren, ich hätte vor sechs Jahren investieren sollen"). Schlimmer noch, als sich nicht mit Bitcoin zu beschäftigen, ist sich dann stattdessen alternativen, "erschwinglicheren" Kryptowährungen zuzuwenden. Dieser Unit-Bias ist allerdings nichts anderes als ein Marketing-, bzw. ein Bildungsproblem. Denn wie wir wissen kann man Bitcoin in 100 Millionen Untereinheiten brechen und in kleinsten Mengen erwerben, verschicken und verkaufen. Doch haben Außenstehende von Begriffen wie Lightning oder Sats meistens noch nie gehört.</p>
<h3>Untereinheiten</h3>
<p>Doch auch innerhalb der Bitcoin-Szene ist die Unterteilung von Bitcoin in Untereinheiten nicht ganz unumstritten. Denn viele Nutzer//innen sind sich uneinig darüber, was der beste Weg ist, Bitcoins Untereinheiten zu bezeichnen und sogar darzustellen. Dies zeigt sich z.B. darin, dass Apps oft entweder Bitcoin oder Fiat anzeigen, manche Apps aber auch Beträge in Sats darstellen. Dies verlangt aber oft eigene Einstellungen innerhalb der App oder viele Klicks, die die Bedienung und Darstellung eher unhandlich gestalten.</p>
<p><img src="https://blossom.primal.net/36a9b34dc1009c2b0904761c0d5c956cdc64c3239cb702a2c7037e2b4fbae086.gif" alt="">Es gibt verschiedene Lösungsansätze, die dem/der Nutzer//in die ungewohnte Rechnung mit acht Nachkommastellen erleichtern sollen. Denn viele Anwender//innen denken beim Blick in ihre Wallets oft noch in lokalen Fiat-Werten, also in ganzen Einheiten (z.B. Euro oder Dollar) und Hundertsteln (z.B. Cents).</p>
<p><img src="https://blossom.primal.net/9188ecd7b4855aa38d35223856d6e2fc2ef3162d350a82266d69db25c6f9abf4.png" alt="">Einige Wallets versuchen diesen Spagat komplett zu umgehen, indem sie vermeiden, Beträge in Fiat darzustellen. Doch auch hier bleibt immer noch das Problem der unhandlichen Darstellung von acht Nachkommastellen, weshalb einige Anbieter einfach zwei Eingabemöglichkeiten bieten und den Betrag in Bitcoin oder Sats automatisch umrechnen.</p>
<p><img src="https://blossom.primal.net/9abf98885862e88fce3be6ab5e63ebb331a936db85e0762f1f99d81f65fbcdab.png" alt="">Doch selbst das Zeichen für Sats ist nicht final geklärt. Es gibt viele verschiedene Vorschläge und Meinungen dazu, welches Symbol genutzt werden sollte. Die meisten Apps, Rechnungen und Sticker schreiben einfach das Wort "Sats" oder "sats" aus. Allerdings ist dies ein Problem, da außerhalb der Bitcoin-Szene niemand weiß, was ein Sat ist. Die meisten Menschen werden mittlerweile von Bitcoin gehört haben, auch wenn sie nicht wissen, wie es funktioniert, was es bedeutet, oder wie man damit umgeht. Doch auch das B Logo mit den Dollarstrichen (₿) werden die meisten Menschen zuordnen können.</p>
<p>Sats hingegen ist ein sehr nischiger Begriff und seine Verwendung noch unbekannter. Oft wird das Blitzsymbol (3 auf der unteren Grafik) verwendet, um Lightning darzustellen und auch das Symbol mit den drei horizontalen Strichen und zwei vertikalen Punkten (4 auf der unteren Grafik), das entfernt an das Dollar-Zeichen erinnern soll ($), erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Das Problem dabei ist nur, dass es sich in geschriebener Form nicht, oder nur unzulänglich darstellen lässt: 丰 🤡</p>
<p><img src="https://blossom.primal.net/4e4e23026ac803b70244db78cce00e41f7fef7655546167f71ea93828dbf7917.png" alt="">Es war lange logisch und notwendig, ganze Bitcoins zur Aufzählung und Bezahlung zu verwenden, da bei der Einführung von Bitcoin sein Geldwert sehr gering war. Es bestand also absolut keine Notwendigkeit dazu, in kleineren Einheiten als Bitcoin zu denken. Einfaches Beispiel: letzte Woche, am 22. Mai, jährte sich der Bitcoin-Pizza-Day zum 13. Mal, also jener Tag an dem Laszlo Hanyecz für zwei Pizza 10.000 bitcoins bezahlte und damit die erste offline Transaktion mit Bitcoin tätigte. 10.000 bitcoins entsprachen zu diesem Zeitpunkt also knapp $40, oder andersrum $1 entsprach 250 bitcoins Es gab also immer noch keine Notwendigkeit, kleinere Einheiten von Bitcoin zu verwenden. Diese Notwendigkeit ergab sich erst, als der Bitcoin und der Dollar Parität erlangten (1 Bitcoin = $1) und spätestens, als Bitcoin die Marke von $100 durchbrach, wurde rechnen in Bitcoin schwieriger.</p>
<p>Fortan überlegte man sich, Bitcoin in kleineren Einheiten darzustellen. Die zwei Möglichkeiten sind der Bit und der Sat. Ein einzelner bitcoin kann in 1.000.000 Bits oder bis zu 100.000.000 Sats unterteilt werden, also 100 Sats = 1 Bit = 0,000001 Bitcoin.</p>
<p><img src="https://blossom.primal.net/1a0c00f0a5872e66214a607205edb84d102a64906c7af5600d3767b9bc53a5e7.png" alt="">Ein weiterer Grund, weshalb eine Stückelung in bitcoin (der Begriff für einen ganzen physischen bitcoin) schwierig und verwirrend ist, und deshalb viele nach einer alternativen Bezeichnung für Untereinheiten suchten, ist dass darüber hinaus "Bitcoin" zur Beschreibung von zwei Dingen verwendet werden kann: dem monetären Netzwerk (Bitcoin - großes B) und dem monetären Vermögenswert (bitcoin - kleines B).</p>
<p><img src="https://blossom.primal.net/d4cd4faf501cf1b80c311c0fd3916ea5aa790dbe00b2a0ec3a8267a1203425ec.gif" alt="">Bitcoin, der Vermögenswert, ist für diejenigen, die noch nichts damit zu tun hatten, sowohl verwirrend als auch fremd. Denn wie bereits erwähnt, führt der Unit-Bias dazu, dass viele Menschen denken, dass sie es sich nicht leisten können, Bitcoin zu kaufen, oder dass sie den Anschluss verpasst haben. Die Verwendung einer Bepreisung in Bruchteilen würde die Verwirrung über die Benennung des Netzwerks und des Vermögenswerts verringern, aber auch die psychologische Hürde für den Einstieg in Bitcoin senken. Vorausgesetzt, die Benennung ist logisch und intuitiv.</p>
<h3>Bits vs. Sats</h3>
<p>Wie schon erwähnt, gibt es zwei gängige Untereinheiten von Bitcoin, 1 Bit (= 0,000001 Bitcoin) und 1 Sat (0,00000001 Bitcoin). Seit jeher gibt es Diskussionen darüber, welche der beiden Einheiten für den täglichen Gebrauch die vernünftigere und intuitivere ist.</p>
<p>Die Verwendung von Bits zur Aufzählung von Bitcoin hat einige Vorteile. Ein Bit stellt ein „Bit“ eines Bitcoins dar, also der grundlegendsten und kleinsten Informationseinheit in der Informatik. Den meisten Menschen fällt es einfacher, das Wort „Bit“ mit Bitcoin zu assoziieren und daher verstehen sie eher, dass ein Bit ein Teil eines Bitcoins ist. Ein „Sat“ bedeutet für den Durchschnittsmenschen, wie oben beschrieben, nichts.</p>
<p><img src="https://blossom.primal.net/1505e92a384e7747218ec9d4c1fc0cdf5a10823ab43d25e882f0fe18e0c18bf9.png" alt="">Adam Back (CEO von Blockstream und Bitcoin-Legende) ist wahrscheinlich der bekannteste Befürworter von Bits &gt; Sats. Er argumentiert von verschiedenen Richtungen, dass z.B. Bits eine rechnerisch einfachere Variante ist, Untereinheiten von Bitcoin darzustellen, als Sats.</p>
<p><img src="https://blossom.primal.net/28a6bfe0908e02ea6cb2ed4b4263fef74f9e48b23b9d09722f8188c37c88b057.png" alt="">Weiter argumentiert er mit der historischen Entwicklung von Bitcoin, dem Protokoll und seiner Referenz-Implementierung. In den Anfangsjahren wurde in der Bitcoin Core Wallet mit Bits gearbeitet. Außerdem argumentiert er, dass die Verbindung zwischen Bitcoin der Haupteinheit und Bits oder Sats als Untereinheit zumindest semantisch gebrochen werden sollte. Da Bitcoin (im Fall eines weiter steigenden Kurses) als Recheneinheit immer unpraktischer wird, sollte man als mentales Modell auf das Rechenpaar Bits und Sats zurückgreifen - analog zur Darstellung von Dollars und Cents oder Euros und Cents. Dabei stellen die zwei Nachkommastellen eines in Bits angegebenen Preises die Sats dar.</p>
<p><img src="https://blossom.primal.net/54ddcad264a4c3faa3c4d9cd260675d1de630b7ce2db8e0acca198b491eade8f.png" alt="">Ganz einfaches Beispiel: Ein Kasten Bier kostet heute etwas 20€, also 0,00079758 Bitcoin. Einfacher dargestellt: 797,58 Bits, also 797 Bits und 58 Sats. “Ein Bitcoin ist zu teuer, aber Sats sind zu viele, klingen billig und verwirrend.” Es ist schwer in Sats zu denken und selbst wenn der Preis von Bitcoin 1 M US Dollar erreicht, ist ein Bit immer noch eine greifbare und günstige Einheit: 1 Bit = 1 US Dollar.</p>
<p><img src="https://blossom.primal.net/4fb9b8f6f5c5e07ad4fb4963f2675ac735690da47e99a548569dd82211665203.gif" alt="">Eines von Adams Hauptargumenten ist, dass Sat als Untereinheit nicht funktioniert, weil es Dust gibt. Das Problem mit Dust besteht darin, dass es nicht möglich ist, Bitcoin unter einem bestimmten Schwellenwert auszugeben. Sein Argument ist, dass der Nutzen einer Einheit abhanden kommt, wenn diese Einheit als kleinste Recheneinheit nicht ausgegeben werden kann. Zugegeben, niemand kann mehr etwas für einen Cent kaufen, aber zumindest ist es technisch nicht unmöglich. Allerdings ist es unmöglich, 1 oder sogar 10 Sats über das Bitcoin-Netzwerk zu senden, ohne Layer-2-Skalierungstechnologien zu verwenden.</p>
<h3>Dust</h3>
<p>Unter Bitcoin-Dust versteht man eine sehr kleine Menge Bitcoin, typischerweise in kleinen ein- bis zweistelligen Sats-Beträgen, doch auch kommen immer öfter dreistellige Beträge vor. Sie werden Dust oder „Staub“ genannt, weil diese Beträge so gering sind, dass sie oft als unbedeutend und unpraktisch für die Verwendung bei regulären Transaktionen angesehen werden.</p>
<p><img src="https://blossom.primal.net/31320a50e7008223c194b7359dc2dd8e767508177c02a1745ac8a3980920ebe6.gif" alt="">Es gibt keine offizielle Definition dafür wie groß/klein ein Betrag sein muss, um als Dust zu gelten, da jede Softwareimplementierung (Client, Wallet, etc.) einen anderen Schwellenwert annehmen kann. Die Bitcoin Core Referenzimplementierung definiert Dust als jede Transaktionsausgabe, die niedriger ist als die aktuellen Transaktionsgebühren.</p>
<p>Dust entsteht meist unbeabsichtigt bei Bitcoin-Transaktionen. Denn wenn Bitcoin von einer Adresse an eine andere gesendet wird, fällt oft eine Transaktionsgebühr an. Um Spam zu verhindern und die Sicherheit des Netzwerks zu gewährleisten, gibt es bei Bitcoin eine Mindestgröße für jede Transaktion. Dieses Limit ist der Mindestbetrag an Bitcoin, der als Ausgabe in eine Transaktion einbezogen werden kann. Der Rest ist Dust.</p>
<p>Oder einfacher ausgedrückt, wenn die Mindestgröße für eine Bitcoin-On-Chain-Transaktion 500 Sats (5 Bits) beträgt und ich noch 800 Sats (8 Bits) in meiner Wallet habe, kann ich nach dem Versenden von 600 Sats (6 Bits) die übrigen 200 Sats (2 Bits) nicht mehr ausgeben. Diese verbleibenden 2 Bits sind Dust.</p>
<p><img src="https://blossom.primal.net/29176610009eba2c53a2f60793bab8bf34d856a040ef8ccad06984c31a6b2da4.gif" alt="">Dust stellt aus mehreren Gründen eine Herausforderung für das Bitcoin-Netzwerk und seine Benutzer//innen dar:</p>
<p>UTXO-Bloat: Bei jeder Transaktion werden nicht ausgegebene Transaktionsausgaben (UTXOs) erstellt, und Dust erhöht die Anzahl der UTXOs im System. Dies kann zu einer aufgeblähten Blockchain führen und sich negativ auf die Leistung und Skalierbarkeit des Netzwerks auswirken.</p>
<p><a href="https://www.genexyz.org/post/25-block-774775-utxos-fee-management-v3ulch/">➡️ Wie UTXOs funktionieren</a></p>
<p><strong>Wallet-Management:</strong> Im Laufe der Zeit kann sich in Wallets viel Dust ansammeln, und die Verwaltung solch kleiner Beträge kann für Benutzer//innen unpraktisch sein. Bei vielen Wallets ist ein Mindestguthaben erforderlich, und die Dust-Mengen sind möglicherweise zu gering, um diese Anforderung zu erfüllen. Viele Nutzer//innen wechseln häufig zwischen Wallets und transferirien ihre Vermögen vorher auf die neuen Wallets, bei solchen Wechseln bleiben Dust-Beträge zurück und gelten langfristig als verloren.</p>
<p>Ein weiteres Problem besteht darin, dass Dust nicht genau definiert werden kann. Die Transaktionsgebühren hängen wesentlich von zwei Faktoren ab: Den Gebühren in sat/vB, welche von der Auslastung des Mempools abhängen und zu Zeiten von hoher Auslastung dementsprechend hoch sind, und zum anderen vom UTXO-Set des/der jeweiligen Nutzer//in. Denn wie wir wissen, werden Transaktionen aus einer oder mehreren UTXOs zusammengesetzt, je mehr UTXOs dabei benötigt werden, um den gewünschten Betrag zu versenden, desto höher sind die Kosten für diese Transaktion, da sich das Gewicht (in vBytes) erhöht. Diese beiden Faktoren können die Gebühren in Einzelfällen so strukturieren, dass größere Mengen Dust anfallen, als in anderen Fällen.</p>
<p><strong>Datenschutzbedenken:</strong> Da jede Transaktion in der Blockchain gespeichert wird, können selbst winzige Mengen Dust mit der Identität oder dem Transaktionsverlauf einer Person verknüpft werden, was die Privatsphäre gefährdet. Diese Funktion wird von Angreifern in sogenannten Dust-Attacks ausgenutzt. Denn böswillige Angreifer haben schnell erkannt, dass Nutzer//innen die winzigen Dust-Beträge, die in ihren Wallet-Adressen angezeigt werden, nicht viel Aufmerksamkeit schenken oder gar bemerken. Angreifer schicken also Kleinstbeträge an eine große Anzahl von Adressen, um dann im nächsten Schritt in einer kombinierten Analyse dieser Adressen und der Beträge, versuchen herauszufinden, welche Adressen zur gleichen Wallet gehören. Dabei ist es das Ziel, diese so identifizierbaren Adressen und Wallets schließlich den jeweiligen Eigentümer//innen zuzuordnen, um diese dann durch ausgefeilte Phishing-Angriffe oder Cyber-Erpressungen zu attackieren.</p>
<p>Um diese Probleme zu lösen, können Nutzer//innen Dust konsolidieren, indem sie mehrere Dust-UTXOs in einer einzigen Transaktion mit einem höheren Wert kombinieren. Einige Wallets und Dienste bieten Funktionen an, mit denen Benutzer//innen ihren Dust effektiv verwalten und konsolidieren können.</p>
<h3>Abschließende Gedanken</h3>
<p>Der Unit-Bias ist absolut vorhanden. Ich persönlich begegne ihm immer wieder in Gesprächen mit Bitcoin-Interessierten, die sich mit der Materie noch nicht lange auseinandergesetzt haben. Die Verwunderung ist oft sehr groß, dass bitcoins nicht als Ganzes gekauft werden müssen. Die Verwendung einer Untereinheit sowohl in Wallets, als auch bei der Bepreisung kann dabei helfen.</p>
<p>An die Verwendung von Sats als die kleinste Einheit von Bitcoin habe ich mich gewöhnt, allerdings tendiere ich mittlerweile persönlich zum Gebrauch von Bits. Die hervorgebrachten Argumente leuchten mir ein und ich bin überzeugt, dass Bits eine größere Akzeptanz außerhalb des Bitcoin-Inner-Circles hervorrufen können, als Sats. Darüber hinaus ist das Sats-Zeichen wirklich unpraktisch.</p>
<p>Ich befürworte hier einige Ideen, die das Paragrafzeichen zum Symbol für Sats erheben wollen.</p>
<p><img src="https://blossom.primal.net/fb78e0d7134a0fd05100cf90817e40f3343771289a206e29f7d88368a728c23d.png" alt="">🫳🎤</p>
<hr>
<p>In diesem Sinne, 2... 1... Risiko!‌</p>
<p><img src="https://media.tenor.com/images/4ae424f8d8ea36e86169862d84d1b31e/tenor.gif" alt=""></p>
]]></itunes:summary>
      <itunes:image href="https://blossom.primal.net/e24b422b06232304e2e12107aeb02c306b00602dadfaba9fae412787ca4a1905.png"/>
      </item>
      
      <item>
      <title><![CDATA[#36 // Block 790360 // USA vs. Roman Sterlingov]]></title>
      <description><![CDATA[Bitcoin-Nutzer Roman Sterlingov wurde zu Unrecht in den USA festgenommen. Sein gesamtes Vermögen wurde beschlagnahmt und er sitzt seit über 2 Jahren im Gefängnis. Es gibt keinen Beweis dafür, dass er Unrechtes getan hat und alle Anschuldigungen beruhen auf wackeliger Blockchain-Forensik.]]></description>
             <itunes:subtitle><![CDATA[Bitcoin-Nutzer Roman Sterlingov wurde zu Unrecht in den USA festgenommen. Sein gesamtes Vermögen wurde beschlagnahmt und er sitzt seit über 2 Jahren im Gefängnis. Es gibt keinen Beweis dafür, dass er Unrechtes getan hat und alle Anschuldigungen beruhen auf wackeliger Blockchain-Forensik.]]></itunes:subtitle>
      <pubDate>Wed, 08 Jan 2025 11:18:24 GMT</pubDate>
      <link>https://www.genexyz.org/post/36-block-79036-usa-vs-roman-sterlingov-w65wkr/</link>
      <comments>https://www.genexyz.org/post/36-block-79036-usa-vs-roman-sterlingov-w65wkr/</comments>
      <guid isPermaLink="false">naddr1qqknxd3dgfkx7cmt95mnjvpnxck4256p94m8xt2jdakkzm3d2d6x2unvd9hxwmmk94mnvdthddeqygpqv0xhj4w0lh9qe39wyrmhk2c7kpfszrjnfsvw3jnsygs400gnyqpsgqqqw4rseturuc</guid>
      <category>Bitcoin</category>
      
        <media:content url="https://blossom.primal.net/fe4cb58fe5a3d1f778151ea16b3048b52eac00ec1c227c1ea60a0129fbef122e.png" medium="image"/>
        <enclosure 
          url="https://blossom.primal.net/fe4cb58fe5a3d1f778151ea16b3048b52eac00ec1c227c1ea60a0129fbef122e.png" length="0" 
          type="image/png" 
        />
      <noteId>naddr1qqknxd3dgfkx7cmt95mnjvpnxck4256p94m8xt2jdakkzm3d2d6x2unvd9hxwmmk94mnvdthddeqygpqv0xhj4w0lh9qe39wyrmhk2c7kpfszrjnfsvw3jnsygs400gnyqpsgqqqw4rseturuc</noteId>
      <npub>npub1yp3u6724el7u5rxy4cs0w7etr6c9xqgw2dxp36x2wq3zz4aazvsqw8xkc5</npub>
      <dc:creator><![CDATA[Genexyz]]></dc:creator>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Ich hatte vor ein paar Wochen die Gelegenheit mich mit Micheal Hassard persönlich zu unterhalten. Mike ist Verteidiger im Fall von Roman Sterlingov. Der Fall ist haarsträubend und beängstigend. Mike und ich haben uns einige Zeit unterhalten und er hat mir einige Details aus diesem wirklich spannenden Prozess verraten. Ich wollte versuchen die Informationen in einem Artikel zusammenzufassen, um auch anderen Leuten, die mit dem Fall noch nicht betraut sind, die Möglichkeit zu geben, zu verstehen, was für absurde Methoden und ungerechte Beweismittel in diesem noch komplett neuen rechtlichen Umfeld angewendet werden.</p>
<h3>LAX</h3>
<p>Am 27. April 2001 landet ein Direktflug aus Moskau am Los Angeles International Airport (LAX). Bei der Passkontrolle an der Immigration wird ein junger Passagier dieses Fluges von Kriminalermittlern des Internal Revenue Service (IRS) verhaftet. In seinem Gepäck befinden sich vier Reisepässe und allerhand technisches Equipment. Darunter Laptops, externe Festplatten und Bitcoin Signing Devices (Hardware Wallets). Der junge Mann wird festgenommen, seine mitgeführten Besitztümer und Pässe konfisziert, dann wird er in Untersuchungshaft gebracht. Der Vorwurf: Die Gründung und der Betrieb eines Bitcoin Mixers. Konkret wird ihm vorgeworfen, Bitcoin Fog gegründet und betrieben zu haben, darüber hinaus wird er in drei Punkten angeklagt: Geldwäsche, Betrieb eines nicht lizenzierten Geldtransfergeschäfts und Geldtransfer ohne Lizenz. Die IRS behauptet, dass über 1,2 Millionen Bitcoin, im Wert von etwa 336 M US Dollar zum Zeitpunkt der Transaktionen, über Bitcoin Fog verschickt wurden.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/19536c9b7279004690e8bb665466366e8ecc64f6f3a1da9fb605b930fd2ba398.gif">

<h3>Bitcoin Fog</h3>
<p>Bitcoin Fog war ein beliebter Custodial Bitcoin Mixer, der von Nutzer//innen für ihre Privatsphäre genutzt wurde. Mixer sind Services die entwickelt wurden, um das Problem der "Common-Input-Ownership-Heuristik" zu brechen. Vereinfacht ausgedrückt beschreibt dieses Problem die Annahme, dass mehrere Inputs einer Transaktion relativ sicher dem gleichen Besitzer gehören. Ich habe Bitcoin Mixer schon mal detailliert beschrieben:</p>
<p><np-embed url="https://www.genexyz.org/post/23-block-772315-bitcoin-mixing-q6i7y4/"><a href="https://www.genexyz.org/post/23-block-772315-bitcoin-mixing-q6i7y4/">https://www.genexyz.org/post/23-block-772315-bitcoin-mixing-q6i7y4/</a></np-embed></p>
<p>TL;DR: Die Grundidee besteht darin, dass man einen Coin nimmt, der aus mehreren UTXOs besteht, und diesen mit Hilfe eines Dienstes einem Pool zuführt. Diese Dienste erhalten für die Vermittlung, Zusammenführung und das Stellen der Infrastruktur eine kleine Gebühr. Transaktionen werden dann so aufgebaut, dass sie es Überwachungsfirmen oder anderen Beobachtern sehr schwer machen, genau zu wissen, welcher Transaktion-Output zu welchem der Input-Steller gehört.</p>
<p>Bitcoin Fog wurde 2011 gegründet und ist ein Custodial Service, was bedeutet, dass Nutzer//innen ihre Bitcoin an eine Wallet des Betreibers senden, und im Gegenzug dann von Bitcoin Fog andere Bitcoin zurück erhalten, um die Spur der On-Chain-Transaktionen zu verwischen.</p>
<h3>Roman Sterlingov</h3>
<p>Roman war schon früh Benutzer von Bitcoin. Als er 14 Jahre alt war, zog er mit seiner Mutter von Russland nach Schweden und beschäftigte sich ab etwa 2011 mit Bitcoin. Dies ist wichtig, denn als russischer und schwedischer Staatsbürger ist Roman im Besitz von vier offiziell ausgestellten Reisepässen. <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Internal_passport_of_Russia">Russland hat zwei Pässe</a>, einen für das Reisen innerhalb und einen für das Reisen außerhalb Russlands. Schweden stellt auch <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Swedish_passport">zwei Reisepässe aus</a>. Als der Bitcoin-Kurs stieg, wurde er Millionär. Er kündigte seinen Job und versuchte, sich selbstständig zu machen. Unter anderem gründete er ein VPN-Geschäft, das nicht erfolgreich war, und entschied sich später aufgrund der Volatilität von Bitcoin und fehlenden Einnahmen aus seinen Projekten, Pilot bei einer kommerziellen Fluggesellschaft zu werden.</p>
<p>Er meldete sich bei einer kalifornischen Flugschule an und 2021, als Roman nach Kalifornien zur Flugschule flog, wurde er von der Regierung am Flughafen LAX verhaftet. Er sitzt seit über zwei Jahren im Gefängnis und wartet auf seinen Prozess. Neben seinen Pässen und seinem Equipment wurden auch die seit 2011 angesammelten Bitcoin beschlagnahmt, da diese auf Konten bei u.a. Kraken lagen.</p>
<h3>Die Anklage</h3>
<p>Kalifornien hat Roman Sterlingov wegen des Vorwurfs verhaftet, über einen Zeitraum von 10 Jahren Bitcoin im Wert von fast 336 M US Dollar gewaschen zu haben. Ihm wird vorgeworfen, über sein Konto und seine IP-Adressen mit der Bitcoin Fog-Domain und mit Mt. Gox-Konten, die in Verbindung zu Bitcoin Fog stehen, an Bitcoin Fog beteiligt zu sein.</p>
<p>Vor dem Start des Dienstes nutzte der Administrator seinen echten Namen auf seinem Mt. Gox-Konto, um die Plattform einem Betatest zu unterziehen. Sein persönliches Google-Konto wurde auch zum Speichern der Schritte zur Bezahlung der Domain verwendet. Dies sind jedoch zum heutigen Zeitpunkt nur Anschuldigungen ohne konkrete Beweise. Der Fall stützt sich stark auf digitale Forensik und Blockchain-Analyse ohne Zeugenaussagen oder ähnliche konkrete Beweisstücke. Selbst wenn Roman die Domain gekauft hätte, wäre dies nicht illegal. Die Verjährungsfrist für die angeblichen Verbrechen ist ebenfalls abgelaufen. Was bleibt, sind von der Anklage angeführte "Beweise", die sich komplett auf die Blockchain-Analyse der Firma Chainalysis stützen.</p>
<h3>Chainalysis</h3>
<p>Chainalysis ist die wohl bekannteste Blockchain-Analyse Firma. In einem früheren Artikel habe ich schon mal beschrieben, wie diese Firmen operieren:</p>
<p><np-embed url="https://www.genexyz.org/post/19-block-765505-on-chain-analytics-mhcumo/"><a href="https://www.genexyz.org/post/19-block-765505-on-chain-analytics-mhcumo/">https://www.genexyz.org/post/19-block-765505-on-chain-analytics-mhcumo/</a></np-embed></p>
<p>TL;DR: Unter On-Chain Analytics versteht man die Analyse von Daten, die auf jeder beliebigen Blockchain vorhanden sind. Diese Daten sind auf der Chain, also on-chain und somit für jedermann jederzeit und von überall abrufbar. Genauer bieten Blockchains Daten über Adressen, Transaktionen und in gewisser Weise auch über Wallets. Diese Informationen können verwertet werden, um verschiedene Sachverhalte darzustellen. Dieses Verfahren wird auch Heuristik genannt und bedient sich wahrscheinlicher Annahmen, also z.B. wiederkehrender Muster. Dabei werden sogenannte Cluster erstellt, also Verbindungen zwischen Adressen und Transaktionen gezogen.</p>
<p>So nutzen nutzen Analyse-Firmen wie Chainalysis Heuristiken und Wahrscheinlichkeitsanalysen, um Bitcoin-Transaktionen und Eigentümerwechsel zu verfolgen. Sie versuchen, Adressen auf der Grundlage dieser Heuristiken zu gruppieren, jedoch stimmen die Ergebnisse verschiedener Unternehmen oft nicht überein. Dies kann zu vagen Beweisen und Schuldunterstellungen führen.</p>
<blockquote>
<p>„Während die Identität eines Besitzers einer Bitcoin-Adresse im Allgemeinen anonym ist (es sei denn, der Besitzer entscheidet sich dafür, die Informationen öffentlich zugänglich zu machen), können Strafverfolgungsbehörden den Besitzer einer bestimmten Bitcoin-Adresse oft durch Analyse der Blockchain identifizieren“ - Devon Beckett, Special Agent, IRS</p>
</blockquote>
<p>Chainalysis betreiben einen sogenannten Reactor, der diese Analysen vornimmt. Diese Analyse dient als Grundlage für das Argument, Roman habe Geld von seinem Mt Gox-Konto abgebucht und verwendet, um die Bezahlung der DNS-Registrierung für Bitcoin Fog zu tätigen und zu verbergen. Es wird so versucht, Roman mit Aufzeichnungen im Bitcoin Talk-Forums in Verbindung zu bringen, die wiederum Bitcoin Fog mit illegalen Aktivitäten in Verbindung bringen.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/6d86d2843895b4b7fa481fe074e0c79bb94b7001233fbcf415bcde86e175359f.gif">

<p>Konkret wird anhand dieser Analyse eine Verbindung zu Roman und weiter zu Bitcoin Fog hergestellt, die beweisen soll, dass Zahlungen im Wert von 336 M US Dollar gewaschen wurden, die für Drogengeschäfte verwendet wurden.</p>
<p>Es gibt keine objektiven Standards für diese Art der Analyse und Strafverfolgungsbehörden stützen ihre Beweise auf diese privaten Ermittlungen. Im konkreten Fall vo Chainalysis spielen Beziehungen zu Strafverfolgungsbehörden wie dem britischen Serious Crimes Office und dem US-Justizministerium, sowie den damit einhergehenden Geldquellen eine entscheidende Rolle beim Aufstieg des Unternehmens zum größten Anbieter dieser Dienstleistungen mit einer Marktkapitalisierung von 8,6 Milliarden US Dollar.</p>
<h3>Verteidigung</h3>
<p>Roman wird in diesem Fall von der Kanzlei Ekeland Law, PLLC vertreten. Die Anwälte, Tor Ekeland und Michael Hassard sind der festen Überzeugung, dass Roman unschuldig ist und dass er in diesem Fall aufgrund fehlerhafter digitaler Forensik in Bedrängnis geraten ist.</p>
<p>Roman gibt zu, Bitcoin Fog aus Datenschutzgründen verwendet zu haben, um seine Bitcoin zu waschen, bevor er diese in sein Konto bei Kraken einzahlte. Das Mischen an sich ist nicht illegal, denn während der Anhörung erkannte der Richter sogar an, dass die Verwendung eines Mixers wie Bitcoin Fog nicht grundsätzlich verboten sei. Dies war sogar das erste Mal, dass ein Richter ausdrücklich erklärte, dass das Mischen von Bitcoin nicht illegal ist und dass es auch nicht illegal ist, Nutzer//in eines Mischdienstes zu sein. Es ist jedoch zu beachten, dass sich dieser Fall speziell gegen den Betreiber von Bitcoin Fog richtet und versucht, den Dienst mit Drogenmarktplätzen in Verbindung zu bringen.</p>
<p>Argumente für Romans Unschuld beinhalten unter anderem, dass Bitcoin Fog in der gesamten Zeit von Romans Inhaftierung aktiv geblieben ist, was darauf schließen lässt, dass die eigentlichen Betreiber immer noch auf freiem Fuß sind. Roman wurde vor seiner Verhaftung überwacht, es wurden Abhör- und Überwachungsmaßnahmen durchgeführt, jedoch keine Beweise gefunden, die ihn mit dem Betrieb von Bitcoin Fog in Verbindung bringen, selbst nachdem Server beschlagnahmt wurden.</p>
<p>Darüber hinaus ignoriert die Anklage auch die Tatsache, dass die DNS-Registrierung der Bitcoin Fog Domain seit Romans Verhaftung zweimal erneuert wurde. Trotzdem versucht die Anklage eine Verbindung zu Roman auf der Grundlage von IP-Adressen herzustellen, die mit anderen E-Mails verknüpft sind, die zur Registrierung der DNS und zur Erstellung eines Kontos im Bitcoin Talk Forum verwendet wurden.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/8e7bfd219eb2e064b00ed62b656d1af153f4beb32370914578f0f6946a003f2e.gif">

<p>Roman wird Verschwörung vorgeworfen, es wurde jedoch kein einziger Mitverschwörer genannt. Bei den von der Anklage behaupteten Transaktionen handelt es sich um Lizenzzahlungen des Mixers, die jedoch nicht durch Beweise gestützt werden. Wenn Roman ein Drahtzieher wäre, der 336 M US Dollar an Drogengeldern gewaschen hätte, würde es für ihn keinen Sinn machen, sein Geld mit seinem richtigen Namen und Passfoto auf ein KYC-Konto bei Kraken einzuzahlen.</p>
<p>An dieser Stelle ist es vielleicht interessant festzustellen, dass Michael Gronager, einer der <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Chainalysis">Mitbegründer von Chainalysis</a>, auch einer der Mitbegründer von Kraken war.</p>
<h3>Mt Gox Daten</h3>
<p>Es gibt eine Verbindung zwischen Kraken, Chainalysis und Mt Gox. Denn nicht nur war der Gründer von Kraken, Jesse Powell, als Berater für Mt. Gox bei der Lösung eines Sicherheitsproblems tätig und begann in Erwartung seines Kollapses mit der Arbeit an Kraken als Ersatz, auch Chainalysis wurde als direkte Reaktion auf den Mt. Gox-Skandal gegründet.</p>
<p>Chainalysis wurde in den offiziellen Ermittlungen im Insolvenzverfahren von Mt. Gox genutzt, um den Verbleib der "gestohlenen" bitcoins zu untersuchen. Allerdings gibt es Anzeichen dafür, dass die dabei verwendeten Daten falsch und unzuverlässig seien. Angebliche Transaktionsnummern und Wallet-Adressen existieren nicht, werden verwechselt oder sind schlichtweg fehlerhaft. Genau dieser Datensatz wird aber nun benutzt, um Fälle wie den von Roman zu beweisen.</p>
<h3>Ankläger</h3>
<p>Einer der Staatsanwälte des Falles ist jetzt leitender Rechtsberater für Chainalysis, und ein IRS-Ermittler gründete während seiner Tätigkeit für den IRS ein privates Unternehmen namens Exigent LLC. Die Pressemitteilungen und Fundraising-Runden von Chainalysis stehen eng im Zusammenhang mit dem Fall. Exigent LLC erhält in der Pressemitteilung des US-Justizministeriums die höchste Auszeichnung für Romans Verhaftung, und fünf Monate später kaufte Chainalysis Exigent LLC. Dieser Fall scheint von Karrierismus und Profitstreben getrieben zu sein.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/cfd9c2f0bced31d0b51f669d4a589b39cfcff57bc952e6013856121c128e2d6d.gif">

<h3>Problem</h3>
<p>Neben den Verbindungen der Ermittler und Ankläger mit Chainalysis und der Problematik der fehlenden Beweise, ist dieser Fall zutiefst beunruhigend und wirft Bedenken hinsichtlich des geltenden Computerrechts auf.</p>
<p>Die meisten Blockchain-Strafverfolgungen folgen dem gleichen Muster: Einspruchsvereinbarungen, Gerichtsverfahren oder Entlassungen. Unschuldige Menschen gehen oft auf Plädoyer-Deals ein, weil ihnen die Ressourcen fehlen, um gegen die unbegrenzten Ressourcen des Department of Justice zu kämpfen. Roman kann keinen Deal annehmen, weil er nichts weiß und lügen müsste.</p>
<p>Es ist beunruhigend, dass der Fall in Washington D.C. verhandelt wird, obwohl Roman keine Verbindungen zu dieser Stadt hat. Die einzige Grundlage dafür, die Gerichtsbarkeit nach D.C. zu legen, ist darin begründet, dass eine verdeckte Operation gegen Roman aus Washington D.C. geleitet wurde. Dies gibt Anlass zur Sorge, weil es Staatsanwälten ermöglicht, Angeklagte auf der Grundlage von Online-Interaktionen vor jedes Bundesgericht zu ziehen - ob US Staatsbürger oder nicht. Dies ist ein direkter Verstoß gegen die Gerichtsstandsklausel und entfernt wichtige Elemente des Strafrechtssystems, da es jede/n Nutzer//in von Bitcoin-Mixern in die gefährliche Lage versetzen kann, vor einem US-Gericht angeklagt zu werden, wenn eine auch nur dünne Beweislage gegen ihn/sie vorliegt.</p>
<p>Ein weiteres Problem besteht in den vorgebrachten Beweisen. Denn die Verteidigung hat bis heute keinen Einblick in den Code oder die verwendeten Datensätze, die von Chainalysis verwendet wurden, erhalten. Chainalysis beruft sich dabei auf seine proprietären Geschäftsdaten und lehnt eine Offenlegung ab. Es wird vermutet, dass die Datensätze falsch sind, insbesondere angesichts der fragwürdigen Mt. Gox-Aufzeichnungen, auf die sie sich stützen.</p>
<p>Die bereitgestellten Daten sind begrenzt, unvollständig und werden in komplizierten Flussdiagrammen dargestellt. Die verwendete Software, wie z.B. der Chainalysis Reactor, steht nicht für eine unabhängige Prüfung zur Verfügung. Der Mangel an Transparenz und Zugang zu dieser Software gibt Anlass zu Bedenken hinsichtlich ihrer Genauigkeit und den daraus gezogenen Schlussfolgerungen.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/74c86d3db94191c8c5389e6ffbedc28a8c3e4b8a0e1ae1410f81777523a2e399.gif">

<p>Es bestehen Zweifel am Zusammenhang zwischen Roman, dem Betreiber von Bitcoin Fog, und den mutmaßlichen Straftaten. Roman sitzt derzeit im Gefängnis, ihm droht eine Haftstrafe von 50 Jahren. Die Freiheit einer Person wird durch eine kommerzielle proprietäre Software gefährdet, die vor Gericht erwirken kann, dass Quellen und Datensätze nicht offengelegt werden.</p>
<p>Auch wirft der Fall Bedenken hinsichtlich fehlender Standards, des gewinnorientierten Charakters des forensischen Bereichs, der Weigerung, Beweise auszutauschen, und der Möglichkeit von Justizirrtümern auf, die durch fehlerhafte Software und fragwürdige Praktiken verursacht werden.</p>
<h3>Wie geht es weiter?</h3>
<p>Das Verteidigungsteam hat finanzielle Probleme, da alle Gelder von Roman beschlagnahmt wurden. Der Antrag auf Freigabe der Mittel wurde abgelehnt. Romans Verteidigung muss öffentliche Mittel beantragen und hofft auf Spenden. Ich habe in einem früheren Artikel schon auf die Spendenseite aufmerksam gemacht. Wer anhand der aufgelisteten Fakten das Gefühl bekommt, dass hier jemand zu Unrecht verhaftet wurde und helfen möchte, kann die Verteidigung mit einer Spende unterstützen.</p>
<p><np-embed url="https://www.torekeland.com/roman-sterlingov"><a href="https://www.torekeland.com/roman-sterlingov">https://www.torekeland.com/roman-sterlingov</a></np-embed></p>
<p><np-embed url="https://geyser.fund/project/usvsterlingov"><a href="https://geyser.fund/project/usvsterlingov">https://geyser.fund/project/usvsterlingov</a></np-embed></p>
<p><a href='/tag/freeroman/'>#FREEROMAN</a></p>
<p>🫳🎤</p>
<hr>
<p>In diesem Sinne, 2... 1... Risiko!‌</p>
<p><img src="https://media.tenor.com/images/4ae424f8d8ea36e86169862d84d1b31e/tenor.gif" alt=""></p>
]]></content:encoded>
      <itunes:author><![CDATA[Genexyz]]></itunes:author>
      <itunes:summary><![CDATA[<p>Ich hatte vor ein paar Wochen die Gelegenheit mich mit Micheal Hassard persönlich zu unterhalten. Mike ist Verteidiger im Fall von Roman Sterlingov. Der Fall ist haarsträubend und beängstigend. Mike und ich haben uns einige Zeit unterhalten und er hat mir einige Details aus diesem wirklich spannenden Prozess verraten. Ich wollte versuchen die Informationen in einem Artikel zusammenzufassen, um auch anderen Leuten, die mit dem Fall noch nicht betraut sind, die Möglichkeit zu geben, zu verstehen, was für absurde Methoden und ungerechte Beweismittel in diesem noch komplett neuen rechtlichen Umfeld angewendet werden.</p>
<h3>LAX</h3>
<p>Am 27. April 2001 landet ein Direktflug aus Moskau am Los Angeles International Airport (LAX). Bei der Passkontrolle an der Immigration wird ein junger Passagier dieses Fluges von Kriminalermittlern des Internal Revenue Service (IRS) verhaftet. In seinem Gepäck befinden sich vier Reisepässe und allerhand technisches Equipment. Darunter Laptops, externe Festplatten und Bitcoin Signing Devices (Hardware Wallets). Der junge Mann wird festgenommen, seine mitgeführten Besitztümer und Pässe konfisziert, dann wird er in Untersuchungshaft gebracht. Der Vorwurf: Die Gründung und der Betrieb eines Bitcoin Mixers. Konkret wird ihm vorgeworfen, Bitcoin Fog gegründet und betrieben zu haben, darüber hinaus wird er in drei Punkten angeklagt: Geldwäsche, Betrieb eines nicht lizenzierten Geldtransfergeschäfts und Geldtransfer ohne Lizenz. Die IRS behauptet, dass über 1,2 Millionen Bitcoin, im Wert von etwa 336 M US Dollar zum Zeitpunkt der Transaktionen, über Bitcoin Fog verschickt wurden.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/19536c9b7279004690e8bb665466366e8ecc64f6f3a1da9fb605b930fd2ba398.gif">

<h3>Bitcoin Fog</h3>
<p>Bitcoin Fog war ein beliebter Custodial Bitcoin Mixer, der von Nutzer//innen für ihre Privatsphäre genutzt wurde. Mixer sind Services die entwickelt wurden, um das Problem der "Common-Input-Ownership-Heuristik" zu brechen. Vereinfacht ausgedrückt beschreibt dieses Problem die Annahme, dass mehrere Inputs einer Transaktion relativ sicher dem gleichen Besitzer gehören. Ich habe Bitcoin Mixer schon mal detailliert beschrieben:</p>
<p><np-embed url="https://www.genexyz.org/post/23-block-772315-bitcoin-mixing-q6i7y4/"><a href="https://www.genexyz.org/post/23-block-772315-bitcoin-mixing-q6i7y4/">https://www.genexyz.org/post/23-block-772315-bitcoin-mixing-q6i7y4/</a></np-embed></p>
<p>TL;DR: Die Grundidee besteht darin, dass man einen Coin nimmt, der aus mehreren UTXOs besteht, und diesen mit Hilfe eines Dienstes einem Pool zuführt. Diese Dienste erhalten für die Vermittlung, Zusammenführung und das Stellen der Infrastruktur eine kleine Gebühr. Transaktionen werden dann so aufgebaut, dass sie es Überwachungsfirmen oder anderen Beobachtern sehr schwer machen, genau zu wissen, welcher Transaktion-Output zu welchem der Input-Steller gehört.</p>
<p>Bitcoin Fog wurde 2011 gegründet und ist ein Custodial Service, was bedeutet, dass Nutzer//innen ihre Bitcoin an eine Wallet des Betreibers senden, und im Gegenzug dann von Bitcoin Fog andere Bitcoin zurück erhalten, um die Spur der On-Chain-Transaktionen zu verwischen.</p>
<h3>Roman Sterlingov</h3>
<p>Roman war schon früh Benutzer von Bitcoin. Als er 14 Jahre alt war, zog er mit seiner Mutter von Russland nach Schweden und beschäftigte sich ab etwa 2011 mit Bitcoin. Dies ist wichtig, denn als russischer und schwedischer Staatsbürger ist Roman im Besitz von vier offiziell ausgestellten Reisepässen. <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Internal_passport_of_Russia">Russland hat zwei Pässe</a>, einen für das Reisen innerhalb und einen für das Reisen außerhalb Russlands. Schweden stellt auch <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Swedish_passport">zwei Reisepässe aus</a>. Als der Bitcoin-Kurs stieg, wurde er Millionär. Er kündigte seinen Job und versuchte, sich selbstständig zu machen. Unter anderem gründete er ein VPN-Geschäft, das nicht erfolgreich war, und entschied sich später aufgrund der Volatilität von Bitcoin und fehlenden Einnahmen aus seinen Projekten, Pilot bei einer kommerziellen Fluggesellschaft zu werden.</p>
<p>Er meldete sich bei einer kalifornischen Flugschule an und 2021, als Roman nach Kalifornien zur Flugschule flog, wurde er von der Regierung am Flughafen LAX verhaftet. Er sitzt seit über zwei Jahren im Gefängnis und wartet auf seinen Prozess. Neben seinen Pässen und seinem Equipment wurden auch die seit 2011 angesammelten Bitcoin beschlagnahmt, da diese auf Konten bei u.a. Kraken lagen.</p>
<h3>Die Anklage</h3>
<p>Kalifornien hat Roman Sterlingov wegen des Vorwurfs verhaftet, über einen Zeitraum von 10 Jahren Bitcoin im Wert von fast 336 M US Dollar gewaschen zu haben. Ihm wird vorgeworfen, über sein Konto und seine IP-Adressen mit der Bitcoin Fog-Domain und mit Mt. Gox-Konten, die in Verbindung zu Bitcoin Fog stehen, an Bitcoin Fog beteiligt zu sein.</p>
<p>Vor dem Start des Dienstes nutzte der Administrator seinen echten Namen auf seinem Mt. Gox-Konto, um die Plattform einem Betatest zu unterziehen. Sein persönliches Google-Konto wurde auch zum Speichern der Schritte zur Bezahlung der Domain verwendet. Dies sind jedoch zum heutigen Zeitpunkt nur Anschuldigungen ohne konkrete Beweise. Der Fall stützt sich stark auf digitale Forensik und Blockchain-Analyse ohne Zeugenaussagen oder ähnliche konkrete Beweisstücke. Selbst wenn Roman die Domain gekauft hätte, wäre dies nicht illegal. Die Verjährungsfrist für die angeblichen Verbrechen ist ebenfalls abgelaufen. Was bleibt, sind von der Anklage angeführte "Beweise", die sich komplett auf die Blockchain-Analyse der Firma Chainalysis stützen.</p>
<h3>Chainalysis</h3>
<p>Chainalysis ist die wohl bekannteste Blockchain-Analyse Firma. In einem früheren Artikel habe ich schon mal beschrieben, wie diese Firmen operieren:</p>
<p><np-embed url="https://www.genexyz.org/post/19-block-765505-on-chain-analytics-mhcumo/"><a href="https://www.genexyz.org/post/19-block-765505-on-chain-analytics-mhcumo/">https://www.genexyz.org/post/19-block-765505-on-chain-analytics-mhcumo/</a></np-embed></p>
<p>TL;DR: Unter On-Chain Analytics versteht man die Analyse von Daten, die auf jeder beliebigen Blockchain vorhanden sind. Diese Daten sind auf der Chain, also on-chain und somit für jedermann jederzeit und von überall abrufbar. Genauer bieten Blockchains Daten über Adressen, Transaktionen und in gewisser Weise auch über Wallets. Diese Informationen können verwertet werden, um verschiedene Sachverhalte darzustellen. Dieses Verfahren wird auch Heuristik genannt und bedient sich wahrscheinlicher Annahmen, also z.B. wiederkehrender Muster. Dabei werden sogenannte Cluster erstellt, also Verbindungen zwischen Adressen und Transaktionen gezogen.</p>
<p>So nutzen nutzen Analyse-Firmen wie Chainalysis Heuristiken und Wahrscheinlichkeitsanalysen, um Bitcoin-Transaktionen und Eigentümerwechsel zu verfolgen. Sie versuchen, Adressen auf der Grundlage dieser Heuristiken zu gruppieren, jedoch stimmen die Ergebnisse verschiedener Unternehmen oft nicht überein. Dies kann zu vagen Beweisen und Schuldunterstellungen führen.</p>
<blockquote>
<p>„Während die Identität eines Besitzers einer Bitcoin-Adresse im Allgemeinen anonym ist (es sei denn, der Besitzer entscheidet sich dafür, die Informationen öffentlich zugänglich zu machen), können Strafverfolgungsbehörden den Besitzer einer bestimmten Bitcoin-Adresse oft durch Analyse der Blockchain identifizieren“ - Devon Beckett, Special Agent, IRS</p>
</blockquote>
<p>Chainalysis betreiben einen sogenannten Reactor, der diese Analysen vornimmt. Diese Analyse dient als Grundlage für das Argument, Roman habe Geld von seinem Mt Gox-Konto abgebucht und verwendet, um die Bezahlung der DNS-Registrierung für Bitcoin Fog zu tätigen und zu verbergen. Es wird so versucht, Roman mit Aufzeichnungen im Bitcoin Talk-Forums in Verbindung zu bringen, die wiederum Bitcoin Fog mit illegalen Aktivitäten in Verbindung bringen.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/6d86d2843895b4b7fa481fe074e0c79bb94b7001233fbcf415bcde86e175359f.gif">

<p>Konkret wird anhand dieser Analyse eine Verbindung zu Roman und weiter zu Bitcoin Fog hergestellt, die beweisen soll, dass Zahlungen im Wert von 336 M US Dollar gewaschen wurden, die für Drogengeschäfte verwendet wurden.</p>
<p>Es gibt keine objektiven Standards für diese Art der Analyse und Strafverfolgungsbehörden stützen ihre Beweise auf diese privaten Ermittlungen. Im konkreten Fall vo Chainalysis spielen Beziehungen zu Strafverfolgungsbehörden wie dem britischen Serious Crimes Office und dem US-Justizministerium, sowie den damit einhergehenden Geldquellen eine entscheidende Rolle beim Aufstieg des Unternehmens zum größten Anbieter dieser Dienstleistungen mit einer Marktkapitalisierung von 8,6 Milliarden US Dollar.</p>
<h3>Verteidigung</h3>
<p>Roman wird in diesem Fall von der Kanzlei Ekeland Law, PLLC vertreten. Die Anwälte, Tor Ekeland und Michael Hassard sind der festen Überzeugung, dass Roman unschuldig ist und dass er in diesem Fall aufgrund fehlerhafter digitaler Forensik in Bedrängnis geraten ist.</p>
<p>Roman gibt zu, Bitcoin Fog aus Datenschutzgründen verwendet zu haben, um seine Bitcoin zu waschen, bevor er diese in sein Konto bei Kraken einzahlte. Das Mischen an sich ist nicht illegal, denn während der Anhörung erkannte der Richter sogar an, dass die Verwendung eines Mixers wie Bitcoin Fog nicht grundsätzlich verboten sei. Dies war sogar das erste Mal, dass ein Richter ausdrücklich erklärte, dass das Mischen von Bitcoin nicht illegal ist und dass es auch nicht illegal ist, Nutzer//in eines Mischdienstes zu sein. Es ist jedoch zu beachten, dass sich dieser Fall speziell gegen den Betreiber von Bitcoin Fog richtet und versucht, den Dienst mit Drogenmarktplätzen in Verbindung zu bringen.</p>
<p>Argumente für Romans Unschuld beinhalten unter anderem, dass Bitcoin Fog in der gesamten Zeit von Romans Inhaftierung aktiv geblieben ist, was darauf schließen lässt, dass die eigentlichen Betreiber immer noch auf freiem Fuß sind. Roman wurde vor seiner Verhaftung überwacht, es wurden Abhör- und Überwachungsmaßnahmen durchgeführt, jedoch keine Beweise gefunden, die ihn mit dem Betrieb von Bitcoin Fog in Verbindung bringen, selbst nachdem Server beschlagnahmt wurden.</p>
<p>Darüber hinaus ignoriert die Anklage auch die Tatsache, dass die DNS-Registrierung der Bitcoin Fog Domain seit Romans Verhaftung zweimal erneuert wurde. Trotzdem versucht die Anklage eine Verbindung zu Roman auf der Grundlage von IP-Adressen herzustellen, die mit anderen E-Mails verknüpft sind, die zur Registrierung der DNS und zur Erstellung eines Kontos im Bitcoin Talk Forum verwendet wurden.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/8e7bfd219eb2e064b00ed62b656d1af153f4beb32370914578f0f6946a003f2e.gif">

<p>Roman wird Verschwörung vorgeworfen, es wurde jedoch kein einziger Mitverschwörer genannt. Bei den von der Anklage behaupteten Transaktionen handelt es sich um Lizenzzahlungen des Mixers, die jedoch nicht durch Beweise gestützt werden. Wenn Roman ein Drahtzieher wäre, der 336 M US Dollar an Drogengeldern gewaschen hätte, würde es für ihn keinen Sinn machen, sein Geld mit seinem richtigen Namen und Passfoto auf ein KYC-Konto bei Kraken einzuzahlen.</p>
<p>An dieser Stelle ist es vielleicht interessant festzustellen, dass Michael Gronager, einer der <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Chainalysis">Mitbegründer von Chainalysis</a>, auch einer der Mitbegründer von Kraken war.</p>
<h3>Mt Gox Daten</h3>
<p>Es gibt eine Verbindung zwischen Kraken, Chainalysis und Mt Gox. Denn nicht nur war der Gründer von Kraken, Jesse Powell, als Berater für Mt. Gox bei der Lösung eines Sicherheitsproblems tätig und begann in Erwartung seines Kollapses mit der Arbeit an Kraken als Ersatz, auch Chainalysis wurde als direkte Reaktion auf den Mt. Gox-Skandal gegründet.</p>
<p>Chainalysis wurde in den offiziellen Ermittlungen im Insolvenzverfahren von Mt. Gox genutzt, um den Verbleib der "gestohlenen" bitcoins zu untersuchen. Allerdings gibt es Anzeichen dafür, dass die dabei verwendeten Daten falsch und unzuverlässig seien. Angebliche Transaktionsnummern und Wallet-Adressen existieren nicht, werden verwechselt oder sind schlichtweg fehlerhaft. Genau dieser Datensatz wird aber nun benutzt, um Fälle wie den von Roman zu beweisen.</p>
<h3>Ankläger</h3>
<p>Einer der Staatsanwälte des Falles ist jetzt leitender Rechtsberater für Chainalysis, und ein IRS-Ermittler gründete während seiner Tätigkeit für den IRS ein privates Unternehmen namens Exigent LLC. Die Pressemitteilungen und Fundraising-Runden von Chainalysis stehen eng im Zusammenhang mit dem Fall. Exigent LLC erhält in der Pressemitteilung des US-Justizministeriums die höchste Auszeichnung für Romans Verhaftung, und fünf Monate später kaufte Chainalysis Exigent LLC. Dieser Fall scheint von Karrierismus und Profitstreben getrieben zu sein.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/cfd9c2f0bced31d0b51f669d4a589b39cfcff57bc952e6013856121c128e2d6d.gif">

<h3>Problem</h3>
<p>Neben den Verbindungen der Ermittler und Ankläger mit Chainalysis und der Problematik der fehlenden Beweise, ist dieser Fall zutiefst beunruhigend und wirft Bedenken hinsichtlich des geltenden Computerrechts auf.</p>
<p>Die meisten Blockchain-Strafverfolgungen folgen dem gleichen Muster: Einspruchsvereinbarungen, Gerichtsverfahren oder Entlassungen. Unschuldige Menschen gehen oft auf Plädoyer-Deals ein, weil ihnen die Ressourcen fehlen, um gegen die unbegrenzten Ressourcen des Department of Justice zu kämpfen. Roman kann keinen Deal annehmen, weil er nichts weiß und lügen müsste.</p>
<p>Es ist beunruhigend, dass der Fall in Washington D.C. verhandelt wird, obwohl Roman keine Verbindungen zu dieser Stadt hat. Die einzige Grundlage dafür, die Gerichtsbarkeit nach D.C. zu legen, ist darin begründet, dass eine verdeckte Operation gegen Roman aus Washington D.C. geleitet wurde. Dies gibt Anlass zur Sorge, weil es Staatsanwälten ermöglicht, Angeklagte auf der Grundlage von Online-Interaktionen vor jedes Bundesgericht zu ziehen - ob US Staatsbürger oder nicht. Dies ist ein direkter Verstoß gegen die Gerichtsstandsklausel und entfernt wichtige Elemente des Strafrechtssystems, da es jede/n Nutzer//in von Bitcoin-Mixern in die gefährliche Lage versetzen kann, vor einem US-Gericht angeklagt zu werden, wenn eine auch nur dünne Beweislage gegen ihn/sie vorliegt.</p>
<p>Ein weiteres Problem besteht in den vorgebrachten Beweisen. Denn die Verteidigung hat bis heute keinen Einblick in den Code oder die verwendeten Datensätze, die von Chainalysis verwendet wurden, erhalten. Chainalysis beruft sich dabei auf seine proprietären Geschäftsdaten und lehnt eine Offenlegung ab. Es wird vermutet, dass die Datensätze falsch sind, insbesondere angesichts der fragwürdigen Mt. Gox-Aufzeichnungen, auf die sie sich stützen.</p>
<p>Die bereitgestellten Daten sind begrenzt, unvollständig und werden in komplizierten Flussdiagrammen dargestellt. Die verwendete Software, wie z.B. der Chainalysis Reactor, steht nicht für eine unabhängige Prüfung zur Verfügung. Der Mangel an Transparenz und Zugang zu dieser Software gibt Anlass zu Bedenken hinsichtlich ihrer Genauigkeit und den daraus gezogenen Schlussfolgerungen.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/74c86d3db94191c8c5389e6ffbedc28a8c3e4b8a0e1ae1410f81777523a2e399.gif">

<p>Es bestehen Zweifel am Zusammenhang zwischen Roman, dem Betreiber von Bitcoin Fog, und den mutmaßlichen Straftaten. Roman sitzt derzeit im Gefängnis, ihm droht eine Haftstrafe von 50 Jahren. Die Freiheit einer Person wird durch eine kommerzielle proprietäre Software gefährdet, die vor Gericht erwirken kann, dass Quellen und Datensätze nicht offengelegt werden.</p>
<p>Auch wirft der Fall Bedenken hinsichtlich fehlender Standards, des gewinnorientierten Charakters des forensischen Bereichs, der Weigerung, Beweise auszutauschen, und der Möglichkeit von Justizirrtümern auf, die durch fehlerhafte Software und fragwürdige Praktiken verursacht werden.</p>
<h3>Wie geht es weiter?</h3>
<p>Das Verteidigungsteam hat finanzielle Probleme, da alle Gelder von Roman beschlagnahmt wurden. Der Antrag auf Freigabe der Mittel wurde abgelehnt. Romans Verteidigung muss öffentliche Mittel beantragen und hofft auf Spenden. Ich habe in einem früheren Artikel schon auf die Spendenseite aufmerksam gemacht. Wer anhand der aufgelisteten Fakten das Gefühl bekommt, dass hier jemand zu Unrecht verhaftet wurde und helfen möchte, kann die Verteidigung mit einer Spende unterstützen.</p>
<p><np-embed url="https://www.torekeland.com/roman-sterlingov"><a href="https://www.torekeland.com/roman-sterlingov">https://www.torekeland.com/roman-sterlingov</a></np-embed></p>
<p><np-embed url="https://geyser.fund/project/usvsterlingov"><a href="https://geyser.fund/project/usvsterlingov">https://geyser.fund/project/usvsterlingov</a></np-embed></p>
<p><a href='/tag/freeroman/'>#FREEROMAN</a></p>
<p>🫳🎤</p>
<hr>
<p>In diesem Sinne, 2... 1... Risiko!‌</p>
<p><img src="https://media.tenor.com/images/4ae424f8d8ea36e86169862d84d1b31e/tenor.gif" alt=""></p>
]]></itunes:summary>
      <itunes:image href="https://blossom.primal.net/fe4cb58fe5a3d1f778151ea16b3048b52eac00ec1c227c1ea60a0129fbef122e.png"/>
      </item>
      
      <item>
      <title><![CDATA[#35 // Block 789290 // Bitcoin & Die USA - Freund oder Feind? ]]></title>
      <description><![CDATA[Die USA halten eine Vormachtstellung auf der Welt, ermöglicht durch das traditionelle Finanzsystem. Gleichzeitig haben sie einen großen Vorsprung in Bezug auf Bitcoin. Macht das die USA zum größten potentiellen Gegner oder zum größten potentiellen Befürworter und Begünstigten von Bitcoin?]]></description>
             <itunes:subtitle><![CDATA[Die USA halten eine Vormachtstellung auf der Welt, ermöglicht durch das traditionelle Finanzsystem. Gleichzeitig haben sie einen großen Vorsprung in Bezug auf Bitcoin. Macht das die USA zum größten potentiellen Gegner oder zum größten potentiellen Befürworter und Begünstigten von Bitcoin?]]></itunes:subtitle>
      <pubDate>Tue, 07 Jan 2025 07:12:47 GMT</pubDate>
      <link>https://www.genexyz.org/post/35-block-789290-bitcoin-die-usa-freund-oder-feind-fjvlkk/</link>
      <comments>https://www.genexyz.org/post/35-block-789290-bitcoin-die-usa-freund-oder-feind-fjvlkk/</comments>
      <guid isPermaLink="false">naddr1qqurxdfdgfkx7cmt95mnswfj8ycz6snfw33k76tw94zxjefd24f5zt2xwfjh2mny94hkgetj94rx26twvskkv6nkd34kkq3qyp3u6724el7u5rxy4cs0w7etr6c9xqgw2dxp36x2wq3zz4aazvsqxpqqqp65wur2tt2</guid>
      <category>Bitcoin</category>
      
        <media:content url="https://blossom.primal.net/b51bae4875d135d83e9865c45f37c3501794649222a4dfc398c1b2b27d90ba28.png" medium="image"/>
        <enclosure 
          url="https://blossom.primal.net/b51bae4875d135d83e9865c45f37c3501794649222a4dfc398c1b2b27d90ba28.png" length="0" 
          type="image/png" 
        />
      <noteId>naddr1qqurxdfdgfkx7cmt95mnswfj8ycz6snfw33k76tw94zxjefd24f5zt2xwfjh2mny94hkgetj94rx26twvskkv6nkd34kkq3qyp3u6724el7u5rxy4cs0w7etr6c9xqgw2dxp36x2wq3zz4aazvsqxpqqqp65wur2tt2</noteId>
      <npub>npub1yp3u6724el7u5rxy4cs0w7etr6c9xqgw2dxp36x2wq3zz4aazvsqw8xkc5</npub>
      <dc:creator><![CDATA[Genexyz]]></dc:creator>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Der letzte Artikel stand ganz im Zeichen von Mempool, Transaktionsgebühren, Ordinals, BRC-20 Tokens (aka Shitcoins auf Bitcoin) und Mining-Rewards. Der Mempool ist voller als der Hyde-Park in London am einzigen Sommertag mit Sonne im Jahr. Doch weil ich mich in letzter Zeit zu Genüge mit den vorgenannten Themen beschäftigt habe und man zur Zeit an jeder Ecke den Status des Mempools ungefragt eingeflößt bekommt, möchte ich mich diese Woche mit zwei Standpunkten beschäftigen, die entweder gegenläufig oder komplementär zueinander stehen (gibt es wirklich kein Antonym zum Wort komplementär?).</p>
<p>Ausschlaggebend für den Gedankengang, der mich zu dieswöchigem Artikel bewegt hat waren ein Artikel und eine Podcast-Episode, über die ich letzte Woche gestolpert bin. Bei dem Artikel handelt es sich um Jimmy Songs "<a href="https://bitcoinmagazine.com/culture/fiat-money-has-broken-the-world">How Fiat Money Broke the World</a>" aus seiner Fixing the Incentives-Reihe im Bitcoin Magazine und bei der Podcast-Episode wurde ich von den Ausführungen von Peruvian Bull im TFTC Podcast <a href="https://www.tftc.io/414-the-dollar-end-game-is-here-with-peruvian-bull/">Ausgabe 414: The Dollar Endgame</a> von Marty Bent zum Nachdenken angeregt.</p>
<p>Prinzipiell stellt sich im Großen und Ganzen die Frage, wie eine großflächige Adaption von Bitcoin vonstatten gehen könnte. <a href="https://www.genexyz.org/post/1721243636888/">Hyperbitcoinization</a> oder auch Bitcoin als gesetzliches Zahlungsmittel (wie z.B. in El Salvador, oder bald sogar in Indonesien und Mexiko (!)) sind dabei mögliche Szenarien. Der Nicht-Ghandi-Spruch “First they ignore you, then they laugh at you, then they fight you, then you win.” wird oft genutzt, um die soziologische Entwicklungsstufe, bzw. die öffentliche Wahrnehmung einer Idee, einer Erfindung oder eines Produkts in gewisse Entwicklungsstufen einzuordnen. Genauso wie bei Bitcoin. WIR SIND IN DER "THEN THEY FIGHT YOU" STUFE!!!11! kann man überall auf Bitcoin-Twitter, Nostr oder Reddit lesen.</p>
<p>Doch wer ist "THEY"? Wenn man nur von Nationalstaaten ausgeht und offizielle und inoffizielle (konspirative) multinationale Interessensgruppen außen vor lässt, stellt sich mir die Frage, welches Land / welcher Staat die meisten Gründe (politischer oder wirtschaftlicher Natur) hätte, Bitcoin zu adaptieren, bzw. zu bekämpfen. Natürlich kommen einem dabei als erstes die USA in den Sinn, immerhin das Land mit der höchsten kombinierten <a href="https://ccaf.io/cbnsi/cbeci/mining_map">Bitcoin-Hashrate</a>, mit den meisten Bitcoin-Infrastruktur-Anbietern, mit den größten Börsen (nach Handelsvolumen) und den meisten Bitcoin-Nutzer//innen in der Bevölkerung.</p>
<p>Doch macht das die USA zum größten potentiellen Gegner oder zum größten potentiellen Befürworter und Begünstigten von Bitcoin?</p>
<h3>Jimmy Song "How Fiat Money Broke the World"</h3>
<p><a href="primal.net/jimmysong">Jimmy Song</a> baut seinen Artikel chronologisch auf. Es geht um die Entstehung des Fiat-Geld-Systems nach dem zweiten Weltkrieg und die damit einhergehende Abschaffung des Goldstandards. Mit der Errichtung des Bretton-Woods-Systems wurde eine neue Währungsordnung geschaffen, die den US Dollar als Ankerwährung bestimmte, der wiederum an Goldreserven gekoppelt werden sollte. So sollten flexible Wechselkurse innerhalb der verschiedenen Landeswährungen gewährleistet werden, während gleichzeitig die Sicherheit von Goldreserven existiert. Doch statt Gold für die internationale Handelsabwicklung zu verwenden, wurde nun der Dollar die Abwicklungswährung. Diese Entscheidung verhalf den USA zu einer hegemonialen Wirtschaftsmacht zu werden, denn die Fähigkeit, das Geld zu drucken, mit dem jedes andere Land seinen Handel abwickelte, gab den USA mehr Macht über den Rest der Welt.</p>
<p><img src="https://blossom.primal.net/3c4ca9eecdc1a26403051e4e09bbbb023803518090ff502b7ce87927858f529f.gif" alt="">Diese Dollar-Hegemonie begünstigte die USA deutlich im internationalen Handel, da sie zur Zentralbank für alle anderen Zentralbanken wurden. Nicht-US-Banken geben sogar Verbindlichkeiten in Dollar, und zwar nicht nur in Europa, sondern in vielen anderen Teilen der Welt. Infolgedessen halten andere Zentralbanken US Dollar als Reserve, die dann auf der Basis von Teilreserven verwendet werden können, um noch mehr Geld in Form von Krediten zu schaffen (das sogenannte <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Eurodollar">Eurodollar-System</a>).</p>
<p>Diese Position der Stärke nutzten die USA weiter aus und erschufen, was heute als das Petrodollar-System bekannt ist. Dank einem Abkommen zwischen Saudi-Arabien und den USA in den 1970ern wird das von allen Mitgliedsstaaten der OPEC geförderte Öl in US Dollar gehandelt, im Gegenzug für militärischen Schutz durch die USA. Das sogenannte <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Petrodollar">Petrodollar-System</a> hat dem US Dollar somit einen enormen Wert und hohe Liquidität verliehen.</p>
<p>Die war auch nötig, denn teure Sozialprogramme wie Medicare und Medicaid als auch das Social Security Programm wurden gestartet. Aber auch sehr teure Stellvertreterkriege, wie z.B. in Korea und Vietnam, wollten finanziert werden. Dies taten die USA, indem sie das Geld hierfür einfach druckten, was wiederum die Zentralbanken der anderen Länder nervös machte und dazu brachte, mit dem Abzug ihrer Goldeinlagen bei der US-Notenbank zu drohen. Der damalige Präsident Tricky Dick (Richard Nixon) reagierte darauf, indem er die Goldbindung des US Dollar zunächst nur temporär für immer aufhob. Damit hatte er den Dollar vom Gold ent- und an das Öl der Saudis (bzw. an den militärisch-industriellen Komplex der USA) gekoppelt.</p>
<p>Die USA haben also das exorbitante Privileg, das Geld drucken zu können, das die Welt für die Abwicklung von Handel verwendet. Dies bedeutet unter anderem, dass die USA ihre gedruckten Dollars exportieren und Waren und Dienstleistungen aus anderen Ländern importieren können. Somit wird das gedruckte Geld im Allgemeinen zuerst in den USA ausgegeben (Cantillon-Effekt in Reinform), was dazu führt, dass Geschäftserfolg in den USA zu einer viel höheren monetären Belohnung führt, als in anderen Ländern. Vereinfacht gesagt: In den USA schwimmt mehr Geld umher und somit wird Erfolg besser belohnt. Folglich wollen mehr Menschen in die USA ziehen, und die USA können auswählen, wer hineinkommt und wer nicht. Gut für die USA - schlecht für die anderen.</p>
<p><img src="https://blossom.primal.net/7977af44e30509f087da84054d44a2dd2b8d75af88bb77abae3e1395380c2f31.gif" alt="">Die ehrgeizigsten Menschen aus anderen Ländern immigrieren in die USA und verdienen mehr Geld und leben ein viel besseres Leben als in ihren Heimatländern. Der Braindrain bedeutet, dass andere Länder unterm Strich verlieren. Menschen im Allgemeinen versuchen immer in Länder einzuwandern, die in der Cantillon-Hierarchie höher stehen. Die reichen Länder werden somit reicher an Humankapital, während die armen Länder an Humankapital ärmer werden.</p>
<p>Die USA schaffen es, ihre Stellung als Neuzeit-Kolonialist vor allem mit Hilfe von Sonderorganisationen, internationalen Finanzinstitutionen und anderen Stiftungen wie dem IWF, der BIZ, des WEF oder der Weltbank zu zementieren. Diese supranationalen Banken und Organisationen leihen Entwicklungsländern und "Ländern des globalen Südens" Geld für den (Wieder-) Aufbau und andere Struktur-relevante Tätigkeiten, aber nur unter strengen Auflagen, die noch strenger werden, wenn diese Kredite nicht zurückgezahlt werden können. In diesen Fällen werden diese Länder dann von den Banken "gerettet", unter der Auflage, noch mehr Kontrolle über die eigene Finanzsuveränität abzugeben.</p>
<p><img src="https://blossom.primal.net/3840a6d54e5c660e9279d457d0b5286518689019f9babaace5c11b32ba145edb.gif" alt="">Im Wesentlichen tauschen sie dabei Kredite und längere Laufzeiten gegen organisatorische Kontrolle über den Staatshaushalt. Solche Beschränkungen können Punkte beinhalten, wie z.B. wieviel des nationalen Budgets für Infrastruktur ausgegeben werden kann. Oft müssen diese verschuldeten Regierungen eine eigene unabhängige Zentralbank gründen, die dazu verwendet werden kann, die Notwendigkeit einer staatlichen Genehmigung zu umgehen. So werden Länder dazu gebracht Staats-Ressourcen, wie Schürfrechte oder Ländereien an ausländische Unternehmen zu verkaufen.</p>
<p>Jimmy Song führt seinen Artikel noch etwas fort, doch die mir wichtigsten Punkte habe ich erwähnt. Kurz zusammengefasst: Die USA haben durch die de facto Kontrolle über das Geld eine Sonderposition in der Welt. Nicht nur sitzen sie am Gelddrucker - Geld drucken kann jeder, klappt eben nur unter bestimmten Voraussetzungen (zumindest zeitweise) - sondern haben durch diese Kontrollsituation weitere Vorteile: 1) Das größte Exportgut der USA ist der US Dollar. 2) Die US-Wirtschaft hat einen klaren Vorteil anderen Wirtschaften gegenüber, da das Unternehmertum dort besser belohnt wird. 3) Viele ehrgeizige und talentierte Menschen der ganzen Welt strömen in die USA, um von dieser Belohnung zu profitieren. 4) Die internationalen Buchstabensuppen-Finanzinstitutionen stärken den USA den Rücken.</p>
<p>Die USA haben also ein sehr großes (das gröte) Interesse daran, das globale Finanzmonopol in der aktuellen Form aufrechtzuerhalten.</p>
<h3>Peruvian Bull "The Dollar Endgame"</h3>
<p>Die Ausgangsthese von <a href="primal.net/p/npub1xwmyzp64xx03kw9ecd7fzsj3e9dgwah6an0rdng0cc6ux4dswwjs28pyyc">Peruvian Bull</a>, einem Autor, der ein gleichnamiges Buch veröffentlicht hat (<a href="https://thedollarendgame.com/">The Dollar Endgame</a>) ist, dass viele Zeichen darauf hindeuten, dass der US Dollar als Leitwährung der Welt seine letzten Atemzüge macht. Er ist dabei recht pessimistisch und glaubt, dass wir schon in den nächten fünf bis sieben Jahren eine große Veränderung erleben werden.</p>
<p>Allerdings sieht er eine große Chance für die USA, Bitcoin zu nutzen, um diesem Untergang entgegenzuwirken. Viele Länder und Institutionen außerhalb der westlichen Welt sehen den US Dollar kritisch und sind nicht besonders glücklich über die Vormachtstellung, die der Dollar den USA auf dem internationalen Finanzmarkt, dem globalen Handel und der geopolitischen Weltordnung verleiht. Die US-Notenbank wird immer mehr in die Ecke gedrängt und der einzige Ausweg aus der momentanen Schuldenspirale ist Hyperinflation.</p>
<p><img src="https://blossom.primal.net/014394f507ea943061eb4634887480764623df9e3a04ad6380858dd93f5fa9b2.gif" alt="">Meine zwei Sats sind, dass eine Wahrscheinlichkeit natürlich immer besteht, allerdings bin ich persönlich davon überzeugt, dass der US Dollar, wenn überhaupt, die letzte Währung sein wird, die eine Hyperinflation erlebt, da vorher ganz andere Währungen das Zeitliche segnen müssten.</p>
<p>Doch um bei der These zu bleiben, bietet Bitcoin eine alternative Lösung zur Hyperinflation. Denn die USA könnten ihre Verluste reduzieren, indem sie auf eine Bitcoin-gestützte Leitwährung wechseln. Dazu sind die USA auch bestens aufgestellt: Die von Minern aufgebrachte Hashrate ist nirgendwo größer, als in den USA, Bitcoin-Bestände in Wallets sind nirgendwo größer als in den USA und die größten Bitcoin-Unternehmen, Unternehmen die Bitcoin fördern, oder Technologie entwickeln, die Bitcoin zugute kommt, sitzen in den USA.</p>
<p>Würden die USA, bzw. die US-Notenbank, zu einem Bitcoin-gestützten Währungssystem wechseln, müssten alle anderen Länder der Welt nachziehen, solange die USA diese (oben beschriebene) globale Vormachtstellung in der Weltwirtschaft noch innehaben. Dies würde den USA einen gewaltigen First-Mover-Vorteil bescheren, da nirgendwo sonst die Infrastruktur und der Zugang zu Bitcoin so stark ausgeprägt sind.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/45676de9f23863d4e05005f3e7b51c46ef38791395bb8abeb5966ea10c6bede6.gif">

<p>Es ist also nur eine politische Entscheidung, ob dieser First-Mover-Vorteil ausgenutzt wird oder nicht. Indem die Nutzung (institutioneller oder privater Art, Mining, Innovation, etc.) eingeschränkt wird, z.B. durch Verbote, Besteuerung, oder andere ungünstige Gesetze, wird die gesamte Branche und damit das technische Wissen, die Innovation und das damit verbundene Kapital ins Ausland verdrängt und die USA schießen sich ins eigene Bein.</p>
<p>Es wird sicherlich institutionellen Widerstand geben, da die derzeitigen institutionellen Akteure stark vom aktuellen System profitieren und daher nicht zu einem Bitcoin-Währungssystem wechseln wollen, in dem sie keine Zensurrechte und keine exklusiven Übertragungsrechte haben. Daher werden US-Institutionen wie die Notenbank und das Finanzministerium von diesem Ansatz nicht allzu begeistert sein, doch wenn sie es ernsthaft genug betrachten und erkennen, dass es sich hierbei um eine Form der geopolitischen, strategischen Kriegsführung handelt, könnten sie gezwungen sein, ihre Meinung zu ändern und sich auf ein neues System vorzubereiten, das den Idealen, wie Freiheit, Redefreiheit, Eigentumsrechten und solides Geld, treu bleibt, auf denen die USA gegründet wurden.</p>
<p>Peruvian Bull und Marty Bent führen in dieser Episode noch weitere Punkte aus, doch die mir wichtigsten Punkte habe ich wieder erwähnt. Kurz zusammengefasst: Die USA stehen davor, ihre globale Vormachtstellung zu verlieren. Ein Ausweg könnte die Adaption von Bitcoin als Retter des US Dollar sein. Die USA haben den fruchtbarsten Nährboden für eine solche Änderung des Systems, da sie heute schon die meiste Hashrate, das größte geistige Eigentum und Innovation, als auch das meiste Kapital bündeln.</p>
<p>Die USA hätten also in der Theorie ein sehr großes Interesse daran, Bitcoin als Lösung und zur Stützung ihres globalen Finanzmonopols zu adaptieren.</p>
<h3>Zwei Theorien in zwei entgegengesetzte Richtungen 👈👉</h3>
<p>Auf der einen Seite sehen wir ein Argument, weshalb den USA daran gelegen wäre, das aktuelle System so lange wie möglich aufrechtzuerhalten und dem alten Mann auf Krücken unter die Arme zu greifen. Auf der anderen Seite besteht ein Argument dafür, dass die USA ein gesteigertes Interesse daran haben sollten, das alte System so schnell wie möglich hinter sich zu lassen und die Pole Position, die die USA im Bereich Bitcoin haben - ohne Regierungs-seitig was dafür getan zu haben - für sich zu nutzen, um dem alten Mann auf Krücken zu einer Verjüngung zu verhelfen.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/d448258356093ddc5030b4077d63262b1c9c2e94360f65e10862b43fb3996b83.gif">

<p>Es ist schwierig einzuschätzen, welchen Weg die USA gehen werden, da es immer noch keinen allgemeinen Konsens darüber gibt, wie Bitcoin zu betrachten ist. Der kürzlich vorgestellte DAME-Gesetzesentwurf (<a href="https://home.treasury.gov/system/files/131/General-Explanations-FY2024.pdf">Digital Asset Mining Energy excise tax</a>), also eine Verbrauchssteuer für Miner, der Biden-Regierung, würde von Bitcoin-Mining-Unternehmen verlangen, eine 30% Steuer auf die Stromkosten zu zahlen, die für das Mining von Bitcoin verwendet werden. Ein solches Gesetz würde die Mining Industrie aus dem Land drängen, da Miner heute schon auf sehr knappen Margen operieren und somit unprofitabel würden. Dies gleicht einer Bestrafung von Unternehmen für das Streben nach Innovation und technologischem Fortschritt.</p>
<p>Auf der anderen Seite gibt es aber auch die Ansicht, Bitcoin müsse ins Land geholt werden, da man es dort am besten kontrollieren kann, ganz nach dem Motto "Halte deine Freunde nah und deine Feinde noch näher". So z.B. Carole House, ehemalige Direktorin für Cybersicherheit des Nationalen Sicherheitsrates des Weißen Hauses. Sie sprach bei einem Event an der Universität von Princeton und sagte "sie würde lieber mehr Hashrate in den USA sehen, damit sie Miner zwingen können, das Netzwerk zu zensieren" und dass es "nicht nur darum ginge, Minern zu sagen, dass sie bestimmte Transaktionen nicht in Blöcke einbauen, sondern auch nicht auf Blöcken mit nicht konformen Transaktionen aufzubauen, damit diese Transaktionen nirgendwo in der Kette ankommen".</p>
<p>Wir sehen also, dass es selbst zwischen den Gegnern von Bitcoin keinen endgültigen Konsens gibt, wie das Thema in Zukunft angegangen werden soll. Da ist esnicht verwunderlich, dass auf Ebene eines Paradigmenwechsels, den die Adaption von Bitcoin von Seiten der Notenbank bedeuten würde, noch unklarer ist. Für mich sind beide Erklärungen logisch. Allerdings wissen wir nur zu gut, dass Regierungen es manchmal nicht so mit Logik und Vernunft haben.</p>
<p>🫳🎤</p>
<hr>
<p>In diesem Sinne, 2... 1... Risiko!‌</p>
<p><img src="https://media.tenor.com/images/4ae424f8d8ea36e86169862d84d1b31e/tenor.gif" alt=""></p>
]]></content:encoded>
      <itunes:author><![CDATA[Genexyz]]></itunes:author>
      <itunes:summary><![CDATA[<p>Der letzte Artikel stand ganz im Zeichen von Mempool, Transaktionsgebühren, Ordinals, BRC-20 Tokens (aka Shitcoins auf Bitcoin) und Mining-Rewards. Der Mempool ist voller als der Hyde-Park in London am einzigen Sommertag mit Sonne im Jahr. Doch weil ich mich in letzter Zeit zu Genüge mit den vorgenannten Themen beschäftigt habe und man zur Zeit an jeder Ecke den Status des Mempools ungefragt eingeflößt bekommt, möchte ich mich diese Woche mit zwei Standpunkten beschäftigen, die entweder gegenläufig oder komplementär zueinander stehen (gibt es wirklich kein Antonym zum Wort komplementär?).</p>
<p>Ausschlaggebend für den Gedankengang, der mich zu dieswöchigem Artikel bewegt hat waren ein Artikel und eine Podcast-Episode, über die ich letzte Woche gestolpert bin. Bei dem Artikel handelt es sich um Jimmy Songs "<a href="https://bitcoinmagazine.com/culture/fiat-money-has-broken-the-world">How Fiat Money Broke the World</a>" aus seiner Fixing the Incentives-Reihe im Bitcoin Magazine und bei der Podcast-Episode wurde ich von den Ausführungen von Peruvian Bull im TFTC Podcast <a href="https://www.tftc.io/414-the-dollar-end-game-is-here-with-peruvian-bull/">Ausgabe 414: The Dollar Endgame</a> von Marty Bent zum Nachdenken angeregt.</p>
<p>Prinzipiell stellt sich im Großen und Ganzen die Frage, wie eine großflächige Adaption von Bitcoin vonstatten gehen könnte. <a href="https://www.genexyz.org/post/1721243636888/">Hyperbitcoinization</a> oder auch Bitcoin als gesetzliches Zahlungsmittel (wie z.B. in El Salvador, oder bald sogar in Indonesien und Mexiko (!)) sind dabei mögliche Szenarien. Der Nicht-Ghandi-Spruch “First they ignore you, then they laugh at you, then they fight you, then you win.” wird oft genutzt, um die soziologische Entwicklungsstufe, bzw. die öffentliche Wahrnehmung einer Idee, einer Erfindung oder eines Produkts in gewisse Entwicklungsstufen einzuordnen. Genauso wie bei Bitcoin. WIR SIND IN DER "THEN THEY FIGHT YOU" STUFE!!!11! kann man überall auf Bitcoin-Twitter, Nostr oder Reddit lesen.</p>
<p>Doch wer ist "THEY"? Wenn man nur von Nationalstaaten ausgeht und offizielle und inoffizielle (konspirative) multinationale Interessensgruppen außen vor lässt, stellt sich mir die Frage, welches Land / welcher Staat die meisten Gründe (politischer oder wirtschaftlicher Natur) hätte, Bitcoin zu adaptieren, bzw. zu bekämpfen. Natürlich kommen einem dabei als erstes die USA in den Sinn, immerhin das Land mit der höchsten kombinierten <a href="https://ccaf.io/cbnsi/cbeci/mining_map">Bitcoin-Hashrate</a>, mit den meisten Bitcoin-Infrastruktur-Anbietern, mit den größten Börsen (nach Handelsvolumen) und den meisten Bitcoin-Nutzer//innen in der Bevölkerung.</p>
<p>Doch macht das die USA zum größten potentiellen Gegner oder zum größten potentiellen Befürworter und Begünstigten von Bitcoin?</p>
<h3>Jimmy Song "How Fiat Money Broke the World"</h3>
<p><a href="primal.net/jimmysong">Jimmy Song</a> baut seinen Artikel chronologisch auf. Es geht um die Entstehung des Fiat-Geld-Systems nach dem zweiten Weltkrieg und die damit einhergehende Abschaffung des Goldstandards. Mit der Errichtung des Bretton-Woods-Systems wurde eine neue Währungsordnung geschaffen, die den US Dollar als Ankerwährung bestimmte, der wiederum an Goldreserven gekoppelt werden sollte. So sollten flexible Wechselkurse innerhalb der verschiedenen Landeswährungen gewährleistet werden, während gleichzeitig die Sicherheit von Goldreserven existiert. Doch statt Gold für die internationale Handelsabwicklung zu verwenden, wurde nun der Dollar die Abwicklungswährung. Diese Entscheidung verhalf den USA zu einer hegemonialen Wirtschaftsmacht zu werden, denn die Fähigkeit, das Geld zu drucken, mit dem jedes andere Land seinen Handel abwickelte, gab den USA mehr Macht über den Rest der Welt.</p>
<p><img src="https://blossom.primal.net/3c4ca9eecdc1a26403051e4e09bbbb023803518090ff502b7ce87927858f529f.gif" alt="">Diese Dollar-Hegemonie begünstigte die USA deutlich im internationalen Handel, da sie zur Zentralbank für alle anderen Zentralbanken wurden. Nicht-US-Banken geben sogar Verbindlichkeiten in Dollar, und zwar nicht nur in Europa, sondern in vielen anderen Teilen der Welt. Infolgedessen halten andere Zentralbanken US Dollar als Reserve, die dann auf der Basis von Teilreserven verwendet werden können, um noch mehr Geld in Form von Krediten zu schaffen (das sogenannte <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Eurodollar">Eurodollar-System</a>).</p>
<p>Diese Position der Stärke nutzten die USA weiter aus und erschufen, was heute als das Petrodollar-System bekannt ist. Dank einem Abkommen zwischen Saudi-Arabien und den USA in den 1970ern wird das von allen Mitgliedsstaaten der OPEC geförderte Öl in US Dollar gehandelt, im Gegenzug für militärischen Schutz durch die USA. Das sogenannte <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Petrodollar">Petrodollar-System</a> hat dem US Dollar somit einen enormen Wert und hohe Liquidität verliehen.</p>
<p>Die war auch nötig, denn teure Sozialprogramme wie Medicare und Medicaid als auch das Social Security Programm wurden gestartet. Aber auch sehr teure Stellvertreterkriege, wie z.B. in Korea und Vietnam, wollten finanziert werden. Dies taten die USA, indem sie das Geld hierfür einfach druckten, was wiederum die Zentralbanken der anderen Länder nervös machte und dazu brachte, mit dem Abzug ihrer Goldeinlagen bei der US-Notenbank zu drohen. Der damalige Präsident Tricky Dick (Richard Nixon) reagierte darauf, indem er die Goldbindung des US Dollar zunächst nur temporär für immer aufhob. Damit hatte er den Dollar vom Gold ent- und an das Öl der Saudis (bzw. an den militärisch-industriellen Komplex der USA) gekoppelt.</p>
<p>Die USA haben also das exorbitante Privileg, das Geld drucken zu können, das die Welt für die Abwicklung von Handel verwendet. Dies bedeutet unter anderem, dass die USA ihre gedruckten Dollars exportieren und Waren und Dienstleistungen aus anderen Ländern importieren können. Somit wird das gedruckte Geld im Allgemeinen zuerst in den USA ausgegeben (Cantillon-Effekt in Reinform), was dazu führt, dass Geschäftserfolg in den USA zu einer viel höheren monetären Belohnung führt, als in anderen Ländern. Vereinfacht gesagt: In den USA schwimmt mehr Geld umher und somit wird Erfolg besser belohnt. Folglich wollen mehr Menschen in die USA ziehen, und die USA können auswählen, wer hineinkommt und wer nicht. Gut für die USA - schlecht für die anderen.</p>
<p><img src="https://blossom.primal.net/7977af44e30509f087da84054d44a2dd2b8d75af88bb77abae3e1395380c2f31.gif" alt="">Die ehrgeizigsten Menschen aus anderen Ländern immigrieren in die USA und verdienen mehr Geld und leben ein viel besseres Leben als in ihren Heimatländern. Der Braindrain bedeutet, dass andere Länder unterm Strich verlieren. Menschen im Allgemeinen versuchen immer in Länder einzuwandern, die in der Cantillon-Hierarchie höher stehen. Die reichen Länder werden somit reicher an Humankapital, während die armen Länder an Humankapital ärmer werden.</p>
<p>Die USA schaffen es, ihre Stellung als Neuzeit-Kolonialist vor allem mit Hilfe von Sonderorganisationen, internationalen Finanzinstitutionen und anderen Stiftungen wie dem IWF, der BIZ, des WEF oder der Weltbank zu zementieren. Diese supranationalen Banken und Organisationen leihen Entwicklungsländern und "Ländern des globalen Südens" Geld für den (Wieder-) Aufbau und andere Struktur-relevante Tätigkeiten, aber nur unter strengen Auflagen, die noch strenger werden, wenn diese Kredite nicht zurückgezahlt werden können. In diesen Fällen werden diese Länder dann von den Banken "gerettet", unter der Auflage, noch mehr Kontrolle über die eigene Finanzsuveränität abzugeben.</p>
<p><img src="https://blossom.primal.net/3840a6d54e5c660e9279d457d0b5286518689019f9babaace5c11b32ba145edb.gif" alt="">Im Wesentlichen tauschen sie dabei Kredite und längere Laufzeiten gegen organisatorische Kontrolle über den Staatshaushalt. Solche Beschränkungen können Punkte beinhalten, wie z.B. wieviel des nationalen Budgets für Infrastruktur ausgegeben werden kann. Oft müssen diese verschuldeten Regierungen eine eigene unabhängige Zentralbank gründen, die dazu verwendet werden kann, die Notwendigkeit einer staatlichen Genehmigung zu umgehen. So werden Länder dazu gebracht Staats-Ressourcen, wie Schürfrechte oder Ländereien an ausländische Unternehmen zu verkaufen.</p>
<p>Jimmy Song führt seinen Artikel noch etwas fort, doch die mir wichtigsten Punkte habe ich erwähnt. Kurz zusammengefasst: Die USA haben durch die de facto Kontrolle über das Geld eine Sonderposition in der Welt. Nicht nur sitzen sie am Gelddrucker - Geld drucken kann jeder, klappt eben nur unter bestimmten Voraussetzungen (zumindest zeitweise) - sondern haben durch diese Kontrollsituation weitere Vorteile: 1) Das größte Exportgut der USA ist der US Dollar. 2) Die US-Wirtschaft hat einen klaren Vorteil anderen Wirtschaften gegenüber, da das Unternehmertum dort besser belohnt wird. 3) Viele ehrgeizige und talentierte Menschen der ganzen Welt strömen in die USA, um von dieser Belohnung zu profitieren. 4) Die internationalen Buchstabensuppen-Finanzinstitutionen stärken den USA den Rücken.</p>
<p>Die USA haben also ein sehr großes (das gröte) Interesse daran, das globale Finanzmonopol in der aktuellen Form aufrechtzuerhalten.</p>
<h3>Peruvian Bull "The Dollar Endgame"</h3>
<p>Die Ausgangsthese von <a href="primal.net/p/npub1xwmyzp64xx03kw9ecd7fzsj3e9dgwah6an0rdng0cc6ux4dswwjs28pyyc">Peruvian Bull</a>, einem Autor, der ein gleichnamiges Buch veröffentlicht hat (<a href="https://thedollarendgame.com/">The Dollar Endgame</a>) ist, dass viele Zeichen darauf hindeuten, dass der US Dollar als Leitwährung der Welt seine letzten Atemzüge macht. Er ist dabei recht pessimistisch und glaubt, dass wir schon in den nächten fünf bis sieben Jahren eine große Veränderung erleben werden.</p>
<p>Allerdings sieht er eine große Chance für die USA, Bitcoin zu nutzen, um diesem Untergang entgegenzuwirken. Viele Länder und Institutionen außerhalb der westlichen Welt sehen den US Dollar kritisch und sind nicht besonders glücklich über die Vormachtstellung, die der Dollar den USA auf dem internationalen Finanzmarkt, dem globalen Handel und der geopolitischen Weltordnung verleiht. Die US-Notenbank wird immer mehr in die Ecke gedrängt und der einzige Ausweg aus der momentanen Schuldenspirale ist Hyperinflation.</p>
<p><img src="https://blossom.primal.net/014394f507ea943061eb4634887480764623df9e3a04ad6380858dd93f5fa9b2.gif" alt="">Meine zwei Sats sind, dass eine Wahrscheinlichkeit natürlich immer besteht, allerdings bin ich persönlich davon überzeugt, dass der US Dollar, wenn überhaupt, die letzte Währung sein wird, die eine Hyperinflation erlebt, da vorher ganz andere Währungen das Zeitliche segnen müssten.</p>
<p>Doch um bei der These zu bleiben, bietet Bitcoin eine alternative Lösung zur Hyperinflation. Denn die USA könnten ihre Verluste reduzieren, indem sie auf eine Bitcoin-gestützte Leitwährung wechseln. Dazu sind die USA auch bestens aufgestellt: Die von Minern aufgebrachte Hashrate ist nirgendwo größer, als in den USA, Bitcoin-Bestände in Wallets sind nirgendwo größer als in den USA und die größten Bitcoin-Unternehmen, Unternehmen die Bitcoin fördern, oder Technologie entwickeln, die Bitcoin zugute kommt, sitzen in den USA.</p>
<p>Würden die USA, bzw. die US-Notenbank, zu einem Bitcoin-gestützten Währungssystem wechseln, müssten alle anderen Länder der Welt nachziehen, solange die USA diese (oben beschriebene) globale Vormachtstellung in der Weltwirtschaft noch innehaben. Dies würde den USA einen gewaltigen First-Mover-Vorteil bescheren, da nirgendwo sonst die Infrastruktur und der Zugang zu Bitcoin so stark ausgeprägt sind.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/45676de9f23863d4e05005f3e7b51c46ef38791395bb8abeb5966ea10c6bede6.gif">

<p>Es ist also nur eine politische Entscheidung, ob dieser First-Mover-Vorteil ausgenutzt wird oder nicht. Indem die Nutzung (institutioneller oder privater Art, Mining, Innovation, etc.) eingeschränkt wird, z.B. durch Verbote, Besteuerung, oder andere ungünstige Gesetze, wird die gesamte Branche und damit das technische Wissen, die Innovation und das damit verbundene Kapital ins Ausland verdrängt und die USA schießen sich ins eigene Bein.</p>
<p>Es wird sicherlich institutionellen Widerstand geben, da die derzeitigen institutionellen Akteure stark vom aktuellen System profitieren und daher nicht zu einem Bitcoin-Währungssystem wechseln wollen, in dem sie keine Zensurrechte und keine exklusiven Übertragungsrechte haben. Daher werden US-Institutionen wie die Notenbank und das Finanzministerium von diesem Ansatz nicht allzu begeistert sein, doch wenn sie es ernsthaft genug betrachten und erkennen, dass es sich hierbei um eine Form der geopolitischen, strategischen Kriegsführung handelt, könnten sie gezwungen sein, ihre Meinung zu ändern und sich auf ein neues System vorzubereiten, das den Idealen, wie Freiheit, Redefreiheit, Eigentumsrechten und solides Geld, treu bleibt, auf denen die USA gegründet wurden.</p>
<p>Peruvian Bull und Marty Bent führen in dieser Episode noch weitere Punkte aus, doch die mir wichtigsten Punkte habe ich wieder erwähnt. Kurz zusammengefasst: Die USA stehen davor, ihre globale Vormachtstellung zu verlieren. Ein Ausweg könnte die Adaption von Bitcoin als Retter des US Dollar sein. Die USA haben den fruchtbarsten Nährboden für eine solche Änderung des Systems, da sie heute schon die meiste Hashrate, das größte geistige Eigentum und Innovation, als auch das meiste Kapital bündeln.</p>
<p>Die USA hätten also in der Theorie ein sehr großes Interesse daran, Bitcoin als Lösung und zur Stützung ihres globalen Finanzmonopols zu adaptieren.</p>
<h3>Zwei Theorien in zwei entgegengesetzte Richtungen 👈👉</h3>
<p>Auf der einen Seite sehen wir ein Argument, weshalb den USA daran gelegen wäre, das aktuelle System so lange wie möglich aufrechtzuerhalten und dem alten Mann auf Krücken unter die Arme zu greifen. Auf der anderen Seite besteht ein Argument dafür, dass die USA ein gesteigertes Interesse daran haben sollten, das alte System so schnell wie möglich hinter sich zu lassen und die Pole Position, die die USA im Bereich Bitcoin haben - ohne Regierungs-seitig was dafür getan zu haben - für sich zu nutzen, um dem alten Mann auf Krücken zu einer Verjüngung zu verhelfen.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/d448258356093ddc5030b4077d63262b1c9c2e94360f65e10862b43fb3996b83.gif">

<p>Es ist schwierig einzuschätzen, welchen Weg die USA gehen werden, da es immer noch keinen allgemeinen Konsens darüber gibt, wie Bitcoin zu betrachten ist. Der kürzlich vorgestellte DAME-Gesetzesentwurf (<a href="https://home.treasury.gov/system/files/131/General-Explanations-FY2024.pdf">Digital Asset Mining Energy excise tax</a>), also eine Verbrauchssteuer für Miner, der Biden-Regierung, würde von Bitcoin-Mining-Unternehmen verlangen, eine 30% Steuer auf die Stromkosten zu zahlen, die für das Mining von Bitcoin verwendet werden. Ein solches Gesetz würde die Mining Industrie aus dem Land drängen, da Miner heute schon auf sehr knappen Margen operieren und somit unprofitabel würden. Dies gleicht einer Bestrafung von Unternehmen für das Streben nach Innovation und technologischem Fortschritt.</p>
<p>Auf der anderen Seite gibt es aber auch die Ansicht, Bitcoin müsse ins Land geholt werden, da man es dort am besten kontrollieren kann, ganz nach dem Motto "Halte deine Freunde nah und deine Feinde noch näher". So z.B. Carole House, ehemalige Direktorin für Cybersicherheit des Nationalen Sicherheitsrates des Weißen Hauses. Sie sprach bei einem Event an der Universität von Princeton und sagte "sie würde lieber mehr Hashrate in den USA sehen, damit sie Miner zwingen können, das Netzwerk zu zensieren" und dass es "nicht nur darum ginge, Minern zu sagen, dass sie bestimmte Transaktionen nicht in Blöcke einbauen, sondern auch nicht auf Blöcken mit nicht konformen Transaktionen aufzubauen, damit diese Transaktionen nirgendwo in der Kette ankommen".</p>
<p>Wir sehen also, dass es selbst zwischen den Gegnern von Bitcoin keinen endgültigen Konsens gibt, wie das Thema in Zukunft angegangen werden soll. Da ist esnicht verwunderlich, dass auf Ebene eines Paradigmenwechsels, den die Adaption von Bitcoin von Seiten der Notenbank bedeuten würde, noch unklarer ist. Für mich sind beide Erklärungen logisch. Allerdings wissen wir nur zu gut, dass Regierungen es manchmal nicht so mit Logik und Vernunft haben.</p>
<p>🫳🎤</p>
<hr>
<p>In diesem Sinne, 2... 1... Risiko!‌</p>
<p><img src="https://media.tenor.com/images/4ae424f8d8ea36e86169862d84d1b31e/tenor.gif" alt=""></p>
]]></itunes:summary>
      <itunes:image href="https://blossom.primal.net/b51bae4875d135d83e9865c45f37c3501794649222a4dfc398c1b2b27d90ba28.png"/>
      </item>
      
      <item>
      <title><![CDATA[#34 // Block 788290 // Submarine swaps]]></title>
      <description><![CDATA[Submarine Swaps sind eine spezielle Art von Atomic Swaps, die es ermöglichen, Bitcoin zwischen den Layern im Bitcoin-Stack ohne Gegenparteirisiko zu verschieben. Wie genau funktioniert das und für was ist es gut?]]></description>
             <itunes:subtitle><![CDATA[Submarine Swaps sind eine spezielle Art von Atomic Swaps, die es ermöglichen, Bitcoin zwischen den Layern im Bitcoin-Stack ohne Gegenparteirisiko zu verschieben. Wie genau funktioniert das und für was ist es gut?]]></itunes:subtitle>
      <pubDate>Mon, 06 Jan 2025 17:46:00 GMT</pubDate>
      <link>https://www.genexyz.org/post/34-block-788290-submarine-swaps-lrz088/</link>
      <comments>https://www.genexyz.org/post/34-block-788290-submarine-swaps-lrz088/</comments>
      <guid isPermaLink="false">naddr1qqnrxdpdgfkx7cmt95mnswpj8ycz65m4vfkkzunfdejj6umhv9c8xttvwfarqwpcqgszqc7d092ullw2pnz2ug8h0v43avznqy89xnqcar98qg3p2773xgqrqsqqqa28lza7h9</guid>
      <category>Bitcoin</category>
      
        <media:content url="https://blossom.primal.net/4ace3cd0681213bc12a232bba4b8e277d2f10a8d56e568cddb06544c2c0b64f6.png" medium="image"/>
        <enclosure 
          url="https://blossom.primal.net/4ace3cd0681213bc12a232bba4b8e277d2f10a8d56e568cddb06544c2c0b64f6.png" length="0" 
          type="image/png" 
        />
      <noteId>naddr1qqnrxdpdgfkx7cmt95mnswpj8ycz65m4vfkkzunfdejj6umhv9c8xttvwfarqwpcqgszqc7d092ullw2pnz2ug8h0v43avznqy89xnqcar98qg3p2773xgqrqsqqqa28lza7h9</noteId>
      <npub>npub1yp3u6724el7u5rxy4cs0w7etr6c9xqgw2dxp36x2wq3zz4aazvsqw8xkc5</npub>
      <dc:creator><![CDATA[Genexyz]]></dc:creator>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Der Mempool ist voll. Voller als das Rosenrot an Heiligabend. Dies bedeutet in erster Linie hohe Transaktionsgebühren für On-Chain-Transaktionen. Doch auch während der Mempool verstopft ist, wie der Gotthardtunnel in der Urlaubssaison, bietet Bitcoins Layer 2 Lösung - das Lightning Netzwerk - schnelle und günstige Zahlungen, um Bitcoins Skalierungsgrenze zu überbrücken. Gerade in Zeiten von hohen Transaktionsgebühren und einem Mempool, der voller ist als Til Schweiger nach 13 Uhr, werden kleine Zahlungen, die On-Chain getätigt werden, immer unökonomischer und Lightning Zahlungen dadurch attraktiver.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/d5a615c03e7b08217695478085bd6ee011fbe3b63b2bbae819f91fbecb456084.png">

<p>Doch nicht jede/r Nutzer//in möchte auch gleichzeitig eine Lightning-Node betreiben, um in den Genuss zu kommen Lightning zu benutzen. In diesem Fall bieten Lightning Service Provider (LSP) und verschiedene Apps Abhilfe. Es gibt viele verschiedene Anbieter und viele verschiedene Varianten das gleiche Problem umzusetzen: Der/die Nutzer//in möchte mit möglichst wenig Aufwand Lightning benutzen und muss dazu seine/ihre Lightning Wallet zunächst erstmal mit (On-Chain) Bitcoin füttern. Das Umwandeln von L1 Bitcoin zu L2 Bitcoin übernimmt dann die Software. Aber auch andersherum kann es sein, dass Nutzer//innen viele Lightning Zahlungen erhalten und die gesammelten Sats gerne in L1 Bitcoin tauschen möchten. Um diesen Tauschvorgang abzuwickeln gibt es verschiedene Methoden. Eine dieser Methoden sind sogenannte Submarine Swaps. </p>
<hr>
<p>Erstmal vorab: Bitcoin ist Bitcoin, ob On-Chain auf der Basisschicht (Layer 1), oder Off-Chain auf der zweiten Schicht (Layer 2) in Form von Lightning. Man könnte es mit Bargeld vergleichen: Geld auf dem Konto kann problemlos hin- und hergeschoben werden, man kann es auf andere Konten schieben, Überweisungen tätigen oder Depots bezahlen. Wenn man allerdings Bargeld in der Tasche haben will, muss man eine Brücke von der digitalen Kontenwelt in die analoge Bargeldwelt schlagen. Diese Brücke stellen Bankautomaten, Supermarktkassen oder Bankschalter dar, oder eben jede Stelle, an der man Bargeld abheben kann. Das Geldmittel bleibt dabei das gleiche, es verändert nur seinen Aggregatzustand. So kann man Bitcoin in Lightning auch beschreiben, denn Bitcoin bleibt Bitcoin, es hat nur seinen Aggregatzustand temporär verändert. Auf der einen Seite sind also On-Chain-Transaktionen oder Layer 1 (L1) Zahlungen, auf der anderen Seite werde ich von Off-Chain- oder Lightning-Zahlungen oder Layer 2 (L2) und Sats sprechen.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/bb2f398cfcf76a7c971897d0e0a4f247d58236aa13a647a0869c35fe09a96474.gif">

<h3>Refresher</h3>
<p>Im Bitcoin Stack gibt es verschiedene aufeinander aufbauende Layer und Bitcoin - das Netzwerk - bildet dabei die Grundschicht, das Fundament, auf dem weitere Schichten aufbauen. Bitcoin braucht zusätzlichen Protokolle und Netzwerke, um einen hohen Transaktionsdurchsatz und zukünftiges Wachstum zu gewährleisten. Das bedeutet ganz einfach, dass die Leistung und Geschwindigkeit der Blockchain und der darauf erfolgenden Transaktionen nicht darunter leidet, wenn mehr Nutzer//innen und höhere Transaktionsmengen hinzukommen. Denn Bitcoin selbst ist nicht skalierbar. Die Blockgröße ist begrenzt, die Blockzeit wird auf 10 Minuten geeicht und zusätzlich aufgewendete Energie verschnellert die Erstellung neuer Blöcke nicht, macht sie nicht günstiger und auch nicht effizienter.</p>
<p>Layer 2, also die zweite Schicht, beschreibt Anwendungen und Protokolle, die auf der Basis des ersten Layers, der originären Bitcoin Blockchain, aufbauen. Diese Anwendungen sind unabhängig von Bitcoin insofern, als dass sie den Ablauf und den Code von Bitcoin nicht direkt beeinflussen, das Bitcoin Protokoll bleibt dabei unangetastet. Allerdings erlauben sie dem/der Nutzer//in einen Umgang mit Bitcoin und Anwendungsmöglichkeiten, die über die nativen Funktionen von Bitcoin hinausgehen und fördern somit das Ökosystem rund um Bitcoin.</p>
<p>Lightning, die bekannteste Layer 2 Lösung, basiert auf einem Peer-to-Peer-System zur Durchführung von Mikrozahlungen über ein Mesh-Netzwerk von bidirektionalen Zahlungskanälen. Genau wie bei Bitcoin können bei Lightning eigene Netzwerkknoten betrieben und somit eigene Zahlungskanäle verwaltet werden.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/575c29009a14631cd9e759aafa54d4dd00626eda9c29b59246499765c7b6f573.png">

<p>Diese Zahlungskanäle ermöglichen es den Teilnehmer//innen, sich gegenseitig Geld zu überweisen, ohne alle ihre Transaktionen auf der Bitcoin-Blockchain öffentlich machen zu müssen. Zahlungskanäle werden geöffnet und die Blockchain sperrt in diesem Moment die verwendeten Bitcoins für die weitere Verwendung, und in Lightning wird nur der Gegenwert dieser Bitcoins gehandelt. Immer wenn Zahlungskanäle geschlossen werden, werden diese Transaktionen auf die Bitcoin Blockchain übertragen. Lightning-Zahlungen können auch über direkte Kanäle hinaus an andere Teilnehmer gesendet werden, da viele aufeinanderfolgende Kanäle miteinander verkettet werden können und sich eine Zahlung den besten Weg durch die Knotenpunkte dieses weitverzweigten P2P-Netzwerks sucht.</p>
<p>Anders als bei Bitcoin, muss der/die Betreiber//in eines Lightning-Knotens aktiv seine/ihre Kanäle und damit seine/ihre Liquidität managen. Es muss immer genug inbound (eingehend) und genug outbound (ausgehend) Liquidität zur Verfügung stehen, um Zahlungen sowohl zu tätigen als auch zu erhalten. Dies erfordert ein gewisses Verständnis und einen Verwaltungsaufwand, den nicht jede/r Nutzer//in bereit ist aufzubringen, da Kanäle (noch) jederzeit auf ihre Balance überwacht werden müssen.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/81519057be175dbb7178f011a8bca7d553a44c7c98094b46dc8e2bcec7cddd84.jpg">

<p>Submarine Swaps erleichtern die Verwaltung der Liquidität dieser Lightning-Knoten. Sie können dabei helfen, eingehende Liquidität zu erhalten und Kanäle wieder aufzufüllen, wenn die Kapazität erschöpft ist, oder Tageseinnahmen in On-Chain Bitcoin umzuwandeln, um diese in Eigenverwahrung zu schützen.</p>
<p>Das Hauptproblem bei den verschiedenen Schichten im Bitcoin-Stack besteht darin, dass Transaktionen zwischen On-Chain-Bitcoin-Adressen (L1) und Off-Chain-Lightning-Adressen (L2) nicht direkt kompatibel sind. Man kann nicht einfach eine Lightning-Transaktion an jemanden senden, der Lightning nicht verwendet, sondern "nur" Bitcoin, oder umgekehrt. Diese Trennung schafft eine Barriere zwischen der Bitcoin-Blockchain und den Layer 2 Protokollen.</p>
<p>Submarine Swaps ermöglichen den direkten Austausch von Vermögenswerten zwischen Bitcoin (L1) und dem Lightning-Netzwerk (L2). Submarine Swaps sind eine spezielle Art von Atomic Swaps, die ohne Verwahrungsrisiko oder Counterparty Risk durchgeführt werden können.</p>
<h3>Atomic Swaps</h3>
<p>Atomic Swaps wurden eigentlich erfunden, um den Handel von Vermögenswerten zwischen zwei Blockchains mit unterschiedlichen Coins durchzuführen, heute bekannt als On-Chain Atomic Swap. Ein Beispiel wäre der direkte Austausch von Dogecoin oder Litecoin mit Bitcoin. Mit der Entwicklung und Einführung von Layer 2 Protokollen wurden Atomic Swaps schnell auch für Off-Chain-Transaktionen verwendet, ergo Off-Chain Atomic Swaps.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/297b4ca0897b40b0df35980e1a1247b8c1ff64a82a003574ee484908113b98d1.gif">

<p>Was bedeutet dies in der Praxis? Ganz einfach dargestellt nehmen wir an, Person 1 und Person 2 wollen Bitcoin gegen Lightning-Bitcoin eintauschen. Person 1 hat einen bitcoin und bevorzugt 100.000.000 Sats im Lightning Netzwerk (🔗➡️⚡), da sie oft viele kleine Transaktionen tätigt, Person 2 hat 100.000.000 Sats im Lightning Netzwerk und würde gerne in On-Chain-Bitcoin tauschen (⚡➡️🔗), um ihr Erspartes in Selbstverwahrung zu verschieben. Wir nehmen auch an, dass Person 1 und Person 2 keine Lightning-Nodes oder Apps besitzen, die diesen Vorgang für sie automatisch übernehmen, es soll hier einfach die Transaktion verdeutlicht werden.</p>
<p>Um den Austausch durchzuführen, erstellt Person 2 zunächst eine Geheimzahl, einen Wert. Aus diesem Wert generiert sie dann auch einen Hash und sendet diesen Hash an Person 1, ohne den verborgenen Wert zu teilen. Dann erstellt Person 2 eine Transaktion und sperrt 100.000.000 Sats. Diese Sats können nur auf zwei Arten entsperrt werden. Entweder kann Person 1 mit Hilfe des ihr bekannten Werts die Sats einfordern, oder Person 2 kann ihre Sats nach Ablauf eines festgelegten Zeitraums (Anzahl von Blöcken) wieder zurückholen.</p>
<p>Im Moment können weder Person 1 noch Person 2 die Sats beanspruchen, da Person 1 den geheimen Wert nicht kennt (nur den Hash), und Person 2 kann die Sats nicht beanspruchen, da der Zeitraum noch nicht verstrichen ist. Diese zeitlich beschränkten Verträge nennt man Hash Time-Locked Contracts (HTLC).</p>
<p>Gleichzeitig erstellt Person 1 ihre Transaktion, die einen bitcoin sperrt. Der in dieser Transaktion gesperrte bitcoin kann auch wiederum nur auf zwei Arten eingefordert werden. Entweder kann Person 2 mit Hilfe des bekannten Werts den bitcoin einfordern, oder Person 1 holt sich ihren bitcoin zurück, nachdem der festgelegte Zeitraum verstrichen ist.</p>
<p>Beide Parteien haben also ihren jeweiligen Gegenwert für sich selbst gesperrt und für den anderen freigegeben, aber nur solange die Transaktion von beiden Seiten (in dem festgelegten Zeitraum) durchgeführt wird. Denn in dem Moment, in dem Person 2 den bitcoin einfordert, stellt sie Person 1 auch ihren geheimen Wert zur Verfügung, sodass sie die 100.000.000 Sats ausgezahlt bekommt. Für diese Transaktion zwischen zwei Parteien bedarf es keines Dritten. Lediglich die genutzten Smart-Contracts begünstigen diesen vertrauenslosen Handel, einen Atomic Swap zwischen dem Bitcoin-On-Chain und dem Bitcoin-Off-Chain-Lightning-Netzwerk.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/17bc1255123e24109bdbd5d224c42e11283bb287b334fb29a03d8076dd98f5ca.gif">

<h3>Zurück zu Submarine Swaps</h3>
<p>Ich möchte nochmal hervorheben, dass es sich um eine sehr vereinfachte Darstellung der Funktionsweise handelt, allerdings wollte ich auf abstrakte WEise erklären, wie diese SmartContracts funktionieren, ohne auf dem gleichen Protokoll zu laufen. Was bei Lightning-Lösungen zu Reibungen führt, ist das Verwalten von Kanälen, denn diese können aufgebraucht werden oder müssen neu ausbalanciert werden, wenn Nutzer//innen überwiegend Zahlungen empfangen oder versenden. Die größten Einschränkungen der aktuellen Lightning-Implementierung stellen das Öffnen und Schließen dieser Kanäle dar, da es dafür Transaktionsgebühren bedarf und eine gewisse Menge Bitcoin eingefroren wird, um einen Kanal zu öffnen. Dies bedeutet, dass ein Problem zwischen Lightning und On-Chain Bitcoin darin besteht, Gelder in und aus den beiden Umgebungen zu bekommen, ohne Kanäle öffnen und schließen zu müssen (um Kosten und Zeit zu sparen). Des Weiteren können Kanäle aufgebraucht werden, wenn Zahlungen hauptsächlich abfließen und es müssen neue Kanäle geöffnet werden, um die Nutzung fortzusetzen, obwohl im Wesentlichen unbegrenzte Transaktionen innerhalb eines Kanals gesendet werden können, solange die Netto Ein- und Ausgänge relativ stabil bleiben.</p>
<p>Die Verwaltung von Kanälen kostet On-Chain-Transaktionsgebühren und ist umso teurer, wenn der Mempool voller ist, als Johnny Depp nach der Trennung, was es unbequem, ineffizient und teuer macht, mehrere Kanäle wiederholt zu öffnen.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/c40ef1a0669d1b43ac4bff65c1e2e5cf1c99e1e26563a4d8da800df90f26760c.jpg">

<p>Submarine Swaps ermöglichen es, On-Chain Bitcoin in Off-Chain Bitcoin (🔗➡️⚡)- oder umgekehrt (⚡➡️🔗) - umzuwandeln. Sie basieren auf der gleichen Art von Bitcoin Smart-Contract wie Atomic Swaps, HTLCs, da diese sowohl On-Chain- als auch Off-Chain-Transaktionen umfassen können. Der Vorteil bei dieser Lösung liegt darin, dass HTLCs auch bei der Verkettung von Kanälen und Zahlungen verwendet werden und somit das Hauptkonstrukt für den Geldtransfer über das Lightning Netzwerk bilden. So wird Nutzer//innen und Wallet-Anbietern ermöglicht, Gelder vom Bitcoin-L1-Netzwerk direkt an das Lightning-Netzwerk oder andersrum vom Lightning-Netzwerk an das Bitcoin-L1-Netzwerk zu senden, ohne einen Drittanbieterdienst zu nutzen.</p>
<p>Damit bergen Submarine Swaps kein Counterparty Risiko und können ohne zusätzliche Barrieren wie Hintergrundprüfungen oder vertragliche Vereinbarungen durchgeführt werden. Entweder tauschen die beiden Parteien erfolgreich ihre Vermögenswerte aus, oder der Tausch findet nach Ablauf des festgelegten Zeitraums nicht statt. Aber zu keinem Zeitpunkt ist eine der Parteien in der Lage, mit den Einlagen der anderen Seite davonzukommen.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/99b53dee76794afe26e257118550e3a164a72b31514e6464514a46022533dac0.gif">

<p>Die im Submarine Swap verwendete Form von HTLC-Smart-Contracts nennt man auch Swap-Provider und kann von einem Drittanbieter verwaltet werden, ist aber ein Smart Contract auf der Blockchain.Bekannte Implementierungen von Submarine Swaps direkt ins Endprodukt sind Lightning Wallets, wie Muun oder Breez.</p>
<h4>Muun</h4>
<p>Die Muun-Wallet ist notorisch dafür bekannt, eigentlich kein "echtes" Lightning-Wallet zu sein, denn alle Guthaben werden On-Chain in der Blockchain verwaltet. Die Muun-Wallet öffnet keine Kanäle für jeden Nutzer und verwendet stattdessen Submarine Swaps für Lightning-Zahlungen, was bedeutet, dass jedes Mal, wenn gesendet oder empfangen wird, eine On-Chain-Transaktion durchgeführt werden muss (und somit auch On-Chain-Gebühren anfallen). Dies bedeutet auch, dass Muun erstmal in Vorkasse geht, um schnelle Zahlungen aufrecht zu erhalten und ggf. Lightning-Zahlungen auf eine Blockbestätigung warten müssen, wenn Muun entscheidet, dass diese Transaktion ein zu hohes Risiko hat, unbestätigt ersetzt zu werden.</p>
<p>Der Vorteil dieses Ansatzes liegt darin, dass ein einheitlicher Kontostand dargestellt werden kann, der sowohl On-Chain- als auch Lightning-Transaktionen ermöglicht. Allerdings ist es nicht besonders einleuchtend, warum man sowohl L1 und L2 in einer Wallet verbinden muss, vor allem, wenn es bedeutet, dass sowohl Anbieter als auch Kunden potenziell höheren Gebühren ausgesetzt sind.</p>
<h4>Breez</h4>
<p>Ein weiterer Lightning-Wallet-Anbieter ist Breez. Auch hier werden Submarine Swaps genutzt, allerdings nur um Liquidität zu erzeugen. Denn obwohl L1-Bitcoin Zahlungen in Breez gespeichert werden können, bietet die Wallet die Möglichkeit, On-Chain-Bitcoin-Gelder über Submarine Swaps auf die Lightning-Wallet zu verschieben (🔗➡️⚡). Submarine Swaps werden in erster Linie verwendet, um eine einfache Benutzeroberfläche bereitzustellen. Das ermöglicht Breez vor allem auch, weniger Kanäle für seine Nutzer zu verwalten.</p>
<hr>
<p>Das Lightning-Netzwerk, aber auch alle andere Layer 2 Lösungen, sind unabdinglich, wenn es darum geht Bitcoin als Zahlungsmittel möglichst reibungslos, benutzfreundlich und vorallem günstig zu gestalten. Allerdings besteht immernoch ein Reibungspunkt zwischen L1 und L2 und dem verschieben von Geldwerten zwischen diesen beiden Schichten. Submarine Swaps sind eine Methode diese Reibung zu verringern, da sie Entwicklern die Möglichkeit bieten benutzerfreundliche Konzepte umzusetzen, die es ermöglichen Lightning-Wallets und -Services so zu programmieren, dass dem/der Nutzer//in der Transfer von Aggregatszuständen nicht bewusst wird.</p>
<p>Natürlich besteht auch die Möglichkeit diese Swaps selbst durchzuführen. Dafür gibt es viele Dienste, mit denen man einen Handel (Swap) durchführen kann. Einige Anbieter können sogar genutzt werden, um ein wenig Profit zu erzielen, denn manche Anbieter lassen sich Vorabliquidität in Form von On-Chain Bitcoin etwas kosten.</p>
<p>🫳🎤</p>
<hr>
<p>In diesem Sinne, 2... 1... Risiko!‌</p>
<p><img src="https://media.tenor.com/images/4ae424f8d8ea36e86169862d84d1b31e/tenor.gif" alt=""></p>
]]></content:encoded>
      <itunes:author><![CDATA[Genexyz]]></itunes:author>
      <itunes:summary><![CDATA[<p>Der Mempool ist voll. Voller als das Rosenrot an Heiligabend. Dies bedeutet in erster Linie hohe Transaktionsgebühren für On-Chain-Transaktionen. Doch auch während der Mempool verstopft ist, wie der Gotthardtunnel in der Urlaubssaison, bietet Bitcoins Layer 2 Lösung - das Lightning Netzwerk - schnelle und günstige Zahlungen, um Bitcoins Skalierungsgrenze zu überbrücken. Gerade in Zeiten von hohen Transaktionsgebühren und einem Mempool, der voller ist als Til Schweiger nach 13 Uhr, werden kleine Zahlungen, die On-Chain getätigt werden, immer unökonomischer und Lightning Zahlungen dadurch attraktiver.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/d5a615c03e7b08217695478085bd6ee011fbe3b63b2bbae819f91fbecb456084.png">

<p>Doch nicht jede/r Nutzer//in möchte auch gleichzeitig eine Lightning-Node betreiben, um in den Genuss zu kommen Lightning zu benutzen. In diesem Fall bieten Lightning Service Provider (LSP) und verschiedene Apps Abhilfe. Es gibt viele verschiedene Anbieter und viele verschiedene Varianten das gleiche Problem umzusetzen: Der/die Nutzer//in möchte mit möglichst wenig Aufwand Lightning benutzen und muss dazu seine/ihre Lightning Wallet zunächst erstmal mit (On-Chain) Bitcoin füttern. Das Umwandeln von L1 Bitcoin zu L2 Bitcoin übernimmt dann die Software. Aber auch andersherum kann es sein, dass Nutzer//innen viele Lightning Zahlungen erhalten und die gesammelten Sats gerne in L1 Bitcoin tauschen möchten. Um diesen Tauschvorgang abzuwickeln gibt es verschiedene Methoden. Eine dieser Methoden sind sogenannte Submarine Swaps. </p>
<hr>
<p>Erstmal vorab: Bitcoin ist Bitcoin, ob On-Chain auf der Basisschicht (Layer 1), oder Off-Chain auf der zweiten Schicht (Layer 2) in Form von Lightning. Man könnte es mit Bargeld vergleichen: Geld auf dem Konto kann problemlos hin- und hergeschoben werden, man kann es auf andere Konten schieben, Überweisungen tätigen oder Depots bezahlen. Wenn man allerdings Bargeld in der Tasche haben will, muss man eine Brücke von der digitalen Kontenwelt in die analoge Bargeldwelt schlagen. Diese Brücke stellen Bankautomaten, Supermarktkassen oder Bankschalter dar, oder eben jede Stelle, an der man Bargeld abheben kann. Das Geldmittel bleibt dabei das gleiche, es verändert nur seinen Aggregatzustand. So kann man Bitcoin in Lightning auch beschreiben, denn Bitcoin bleibt Bitcoin, es hat nur seinen Aggregatzustand temporär verändert. Auf der einen Seite sind also On-Chain-Transaktionen oder Layer 1 (L1) Zahlungen, auf der anderen Seite werde ich von Off-Chain- oder Lightning-Zahlungen oder Layer 2 (L2) und Sats sprechen.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/bb2f398cfcf76a7c971897d0e0a4f247d58236aa13a647a0869c35fe09a96474.gif">

<h3>Refresher</h3>
<p>Im Bitcoin Stack gibt es verschiedene aufeinander aufbauende Layer und Bitcoin - das Netzwerk - bildet dabei die Grundschicht, das Fundament, auf dem weitere Schichten aufbauen. Bitcoin braucht zusätzlichen Protokolle und Netzwerke, um einen hohen Transaktionsdurchsatz und zukünftiges Wachstum zu gewährleisten. Das bedeutet ganz einfach, dass die Leistung und Geschwindigkeit der Blockchain und der darauf erfolgenden Transaktionen nicht darunter leidet, wenn mehr Nutzer//innen und höhere Transaktionsmengen hinzukommen. Denn Bitcoin selbst ist nicht skalierbar. Die Blockgröße ist begrenzt, die Blockzeit wird auf 10 Minuten geeicht und zusätzlich aufgewendete Energie verschnellert die Erstellung neuer Blöcke nicht, macht sie nicht günstiger und auch nicht effizienter.</p>
<p>Layer 2, also die zweite Schicht, beschreibt Anwendungen und Protokolle, die auf der Basis des ersten Layers, der originären Bitcoin Blockchain, aufbauen. Diese Anwendungen sind unabhängig von Bitcoin insofern, als dass sie den Ablauf und den Code von Bitcoin nicht direkt beeinflussen, das Bitcoin Protokoll bleibt dabei unangetastet. Allerdings erlauben sie dem/der Nutzer//in einen Umgang mit Bitcoin und Anwendungsmöglichkeiten, die über die nativen Funktionen von Bitcoin hinausgehen und fördern somit das Ökosystem rund um Bitcoin.</p>
<p>Lightning, die bekannteste Layer 2 Lösung, basiert auf einem Peer-to-Peer-System zur Durchführung von Mikrozahlungen über ein Mesh-Netzwerk von bidirektionalen Zahlungskanälen. Genau wie bei Bitcoin können bei Lightning eigene Netzwerkknoten betrieben und somit eigene Zahlungskanäle verwaltet werden.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/575c29009a14631cd9e759aafa54d4dd00626eda9c29b59246499765c7b6f573.png">

<p>Diese Zahlungskanäle ermöglichen es den Teilnehmer//innen, sich gegenseitig Geld zu überweisen, ohne alle ihre Transaktionen auf der Bitcoin-Blockchain öffentlich machen zu müssen. Zahlungskanäle werden geöffnet und die Blockchain sperrt in diesem Moment die verwendeten Bitcoins für die weitere Verwendung, und in Lightning wird nur der Gegenwert dieser Bitcoins gehandelt. Immer wenn Zahlungskanäle geschlossen werden, werden diese Transaktionen auf die Bitcoin Blockchain übertragen. Lightning-Zahlungen können auch über direkte Kanäle hinaus an andere Teilnehmer gesendet werden, da viele aufeinanderfolgende Kanäle miteinander verkettet werden können und sich eine Zahlung den besten Weg durch die Knotenpunkte dieses weitverzweigten P2P-Netzwerks sucht.</p>
<p>Anders als bei Bitcoin, muss der/die Betreiber//in eines Lightning-Knotens aktiv seine/ihre Kanäle und damit seine/ihre Liquidität managen. Es muss immer genug inbound (eingehend) und genug outbound (ausgehend) Liquidität zur Verfügung stehen, um Zahlungen sowohl zu tätigen als auch zu erhalten. Dies erfordert ein gewisses Verständnis und einen Verwaltungsaufwand, den nicht jede/r Nutzer//in bereit ist aufzubringen, da Kanäle (noch) jederzeit auf ihre Balance überwacht werden müssen.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/81519057be175dbb7178f011a8bca7d553a44c7c98094b46dc8e2bcec7cddd84.jpg">

<p>Submarine Swaps erleichtern die Verwaltung der Liquidität dieser Lightning-Knoten. Sie können dabei helfen, eingehende Liquidität zu erhalten und Kanäle wieder aufzufüllen, wenn die Kapazität erschöpft ist, oder Tageseinnahmen in On-Chain Bitcoin umzuwandeln, um diese in Eigenverwahrung zu schützen.</p>
<p>Das Hauptproblem bei den verschiedenen Schichten im Bitcoin-Stack besteht darin, dass Transaktionen zwischen On-Chain-Bitcoin-Adressen (L1) und Off-Chain-Lightning-Adressen (L2) nicht direkt kompatibel sind. Man kann nicht einfach eine Lightning-Transaktion an jemanden senden, der Lightning nicht verwendet, sondern "nur" Bitcoin, oder umgekehrt. Diese Trennung schafft eine Barriere zwischen der Bitcoin-Blockchain und den Layer 2 Protokollen.</p>
<p>Submarine Swaps ermöglichen den direkten Austausch von Vermögenswerten zwischen Bitcoin (L1) und dem Lightning-Netzwerk (L2). Submarine Swaps sind eine spezielle Art von Atomic Swaps, die ohne Verwahrungsrisiko oder Counterparty Risk durchgeführt werden können.</p>
<h3>Atomic Swaps</h3>
<p>Atomic Swaps wurden eigentlich erfunden, um den Handel von Vermögenswerten zwischen zwei Blockchains mit unterschiedlichen Coins durchzuführen, heute bekannt als On-Chain Atomic Swap. Ein Beispiel wäre der direkte Austausch von Dogecoin oder Litecoin mit Bitcoin. Mit der Entwicklung und Einführung von Layer 2 Protokollen wurden Atomic Swaps schnell auch für Off-Chain-Transaktionen verwendet, ergo Off-Chain Atomic Swaps.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/297b4ca0897b40b0df35980e1a1247b8c1ff64a82a003574ee484908113b98d1.gif">

<p>Was bedeutet dies in der Praxis? Ganz einfach dargestellt nehmen wir an, Person 1 und Person 2 wollen Bitcoin gegen Lightning-Bitcoin eintauschen. Person 1 hat einen bitcoin und bevorzugt 100.000.000 Sats im Lightning Netzwerk (🔗➡️⚡), da sie oft viele kleine Transaktionen tätigt, Person 2 hat 100.000.000 Sats im Lightning Netzwerk und würde gerne in On-Chain-Bitcoin tauschen (⚡➡️🔗), um ihr Erspartes in Selbstverwahrung zu verschieben. Wir nehmen auch an, dass Person 1 und Person 2 keine Lightning-Nodes oder Apps besitzen, die diesen Vorgang für sie automatisch übernehmen, es soll hier einfach die Transaktion verdeutlicht werden.</p>
<p>Um den Austausch durchzuführen, erstellt Person 2 zunächst eine Geheimzahl, einen Wert. Aus diesem Wert generiert sie dann auch einen Hash und sendet diesen Hash an Person 1, ohne den verborgenen Wert zu teilen. Dann erstellt Person 2 eine Transaktion und sperrt 100.000.000 Sats. Diese Sats können nur auf zwei Arten entsperrt werden. Entweder kann Person 1 mit Hilfe des ihr bekannten Werts die Sats einfordern, oder Person 2 kann ihre Sats nach Ablauf eines festgelegten Zeitraums (Anzahl von Blöcken) wieder zurückholen.</p>
<p>Im Moment können weder Person 1 noch Person 2 die Sats beanspruchen, da Person 1 den geheimen Wert nicht kennt (nur den Hash), und Person 2 kann die Sats nicht beanspruchen, da der Zeitraum noch nicht verstrichen ist. Diese zeitlich beschränkten Verträge nennt man Hash Time-Locked Contracts (HTLC).</p>
<p>Gleichzeitig erstellt Person 1 ihre Transaktion, die einen bitcoin sperrt. Der in dieser Transaktion gesperrte bitcoin kann auch wiederum nur auf zwei Arten eingefordert werden. Entweder kann Person 2 mit Hilfe des bekannten Werts den bitcoin einfordern, oder Person 1 holt sich ihren bitcoin zurück, nachdem der festgelegte Zeitraum verstrichen ist.</p>
<p>Beide Parteien haben also ihren jeweiligen Gegenwert für sich selbst gesperrt und für den anderen freigegeben, aber nur solange die Transaktion von beiden Seiten (in dem festgelegten Zeitraum) durchgeführt wird. Denn in dem Moment, in dem Person 2 den bitcoin einfordert, stellt sie Person 1 auch ihren geheimen Wert zur Verfügung, sodass sie die 100.000.000 Sats ausgezahlt bekommt. Für diese Transaktion zwischen zwei Parteien bedarf es keines Dritten. Lediglich die genutzten Smart-Contracts begünstigen diesen vertrauenslosen Handel, einen Atomic Swap zwischen dem Bitcoin-On-Chain und dem Bitcoin-Off-Chain-Lightning-Netzwerk.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/17bc1255123e24109bdbd5d224c42e11283bb287b334fb29a03d8076dd98f5ca.gif">

<h3>Zurück zu Submarine Swaps</h3>
<p>Ich möchte nochmal hervorheben, dass es sich um eine sehr vereinfachte Darstellung der Funktionsweise handelt, allerdings wollte ich auf abstrakte WEise erklären, wie diese SmartContracts funktionieren, ohne auf dem gleichen Protokoll zu laufen. Was bei Lightning-Lösungen zu Reibungen führt, ist das Verwalten von Kanälen, denn diese können aufgebraucht werden oder müssen neu ausbalanciert werden, wenn Nutzer//innen überwiegend Zahlungen empfangen oder versenden. Die größten Einschränkungen der aktuellen Lightning-Implementierung stellen das Öffnen und Schließen dieser Kanäle dar, da es dafür Transaktionsgebühren bedarf und eine gewisse Menge Bitcoin eingefroren wird, um einen Kanal zu öffnen. Dies bedeutet, dass ein Problem zwischen Lightning und On-Chain Bitcoin darin besteht, Gelder in und aus den beiden Umgebungen zu bekommen, ohne Kanäle öffnen und schließen zu müssen (um Kosten und Zeit zu sparen). Des Weiteren können Kanäle aufgebraucht werden, wenn Zahlungen hauptsächlich abfließen und es müssen neue Kanäle geöffnet werden, um die Nutzung fortzusetzen, obwohl im Wesentlichen unbegrenzte Transaktionen innerhalb eines Kanals gesendet werden können, solange die Netto Ein- und Ausgänge relativ stabil bleiben.</p>
<p>Die Verwaltung von Kanälen kostet On-Chain-Transaktionsgebühren und ist umso teurer, wenn der Mempool voller ist, als Johnny Depp nach der Trennung, was es unbequem, ineffizient und teuer macht, mehrere Kanäle wiederholt zu öffnen.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/c40ef1a0669d1b43ac4bff65c1e2e5cf1c99e1e26563a4d8da800df90f26760c.jpg">

<p>Submarine Swaps ermöglichen es, On-Chain Bitcoin in Off-Chain Bitcoin (🔗➡️⚡)- oder umgekehrt (⚡➡️🔗) - umzuwandeln. Sie basieren auf der gleichen Art von Bitcoin Smart-Contract wie Atomic Swaps, HTLCs, da diese sowohl On-Chain- als auch Off-Chain-Transaktionen umfassen können. Der Vorteil bei dieser Lösung liegt darin, dass HTLCs auch bei der Verkettung von Kanälen und Zahlungen verwendet werden und somit das Hauptkonstrukt für den Geldtransfer über das Lightning Netzwerk bilden. So wird Nutzer//innen und Wallet-Anbietern ermöglicht, Gelder vom Bitcoin-L1-Netzwerk direkt an das Lightning-Netzwerk oder andersrum vom Lightning-Netzwerk an das Bitcoin-L1-Netzwerk zu senden, ohne einen Drittanbieterdienst zu nutzen.</p>
<p>Damit bergen Submarine Swaps kein Counterparty Risiko und können ohne zusätzliche Barrieren wie Hintergrundprüfungen oder vertragliche Vereinbarungen durchgeführt werden. Entweder tauschen die beiden Parteien erfolgreich ihre Vermögenswerte aus, oder der Tausch findet nach Ablauf des festgelegten Zeitraums nicht statt. Aber zu keinem Zeitpunkt ist eine der Parteien in der Lage, mit den Einlagen der anderen Seite davonzukommen.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/99b53dee76794afe26e257118550e3a164a72b31514e6464514a46022533dac0.gif">

<p>Die im Submarine Swap verwendete Form von HTLC-Smart-Contracts nennt man auch Swap-Provider und kann von einem Drittanbieter verwaltet werden, ist aber ein Smart Contract auf der Blockchain.Bekannte Implementierungen von Submarine Swaps direkt ins Endprodukt sind Lightning Wallets, wie Muun oder Breez.</p>
<h4>Muun</h4>
<p>Die Muun-Wallet ist notorisch dafür bekannt, eigentlich kein "echtes" Lightning-Wallet zu sein, denn alle Guthaben werden On-Chain in der Blockchain verwaltet. Die Muun-Wallet öffnet keine Kanäle für jeden Nutzer und verwendet stattdessen Submarine Swaps für Lightning-Zahlungen, was bedeutet, dass jedes Mal, wenn gesendet oder empfangen wird, eine On-Chain-Transaktion durchgeführt werden muss (und somit auch On-Chain-Gebühren anfallen). Dies bedeutet auch, dass Muun erstmal in Vorkasse geht, um schnelle Zahlungen aufrecht zu erhalten und ggf. Lightning-Zahlungen auf eine Blockbestätigung warten müssen, wenn Muun entscheidet, dass diese Transaktion ein zu hohes Risiko hat, unbestätigt ersetzt zu werden.</p>
<p>Der Vorteil dieses Ansatzes liegt darin, dass ein einheitlicher Kontostand dargestellt werden kann, der sowohl On-Chain- als auch Lightning-Transaktionen ermöglicht. Allerdings ist es nicht besonders einleuchtend, warum man sowohl L1 und L2 in einer Wallet verbinden muss, vor allem, wenn es bedeutet, dass sowohl Anbieter als auch Kunden potenziell höheren Gebühren ausgesetzt sind.</p>
<h4>Breez</h4>
<p>Ein weiterer Lightning-Wallet-Anbieter ist Breez. Auch hier werden Submarine Swaps genutzt, allerdings nur um Liquidität zu erzeugen. Denn obwohl L1-Bitcoin Zahlungen in Breez gespeichert werden können, bietet die Wallet die Möglichkeit, On-Chain-Bitcoin-Gelder über Submarine Swaps auf die Lightning-Wallet zu verschieben (🔗➡️⚡). Submarine Swaps werden in erster Linie verwendet, um eine einfache Benutzeroberfläche bereitzustellen. Das ermöglicht Breez vor allem auch, weniger Kanäle für seine Nutzer zu verwalten.</p>
<hr>
<p>Das Lightning-Netzwerk, aber auch alle andere Layer 2 Lösungen, sind unabdinglich, wenn es darum geht Bitcoin als Zahlungsmittel möglichst reibungslos, benutzfreundlich und vorallem günstig zu gestalten. Allerdings besteht immernoch ein Reibungspunkt zwischen L1 und L2 und dem verschieben von Geldwerten zwischen diesen beiden Schichten. Submarine Swaps sind eine Methode diese Reibung zu verringern, da sie Entwicklern die Möglichkeit bieten benutzerfreundliche Konzepte umzusetzen, die es ermöglichen Lightning-Wallets und -Services so zu programmieren, dass dem/der Nutzer//in der Transfer von Aggregatszuständen nicht bewusst wird.</p>
<p>Natürlich besteht auch die Möglichkeit diese Swaps selbst durchzuführen. Dafür gibt es viele Dienste, mit denen man einen Handel (Swap) durchführen kann. Einige Anbieter können sogar genutzt werden, um ein wenig Profit zu erzielen, denn manche Anbieter lassen sich Vorabliquidität in Form von On-Chain Bitcoin etwas kosten.</p>
<p>🫳🎤</p>
<hr>
<p>In diesem Sinne, 2... 1... Risiko!‌</p>
<p><img src="https://media.tenor.com/images/4ae424f8d8ea36e86169862d84d1b31e/tenor.gif" alt=""></p>
]]></itunes:summary>
      <itunes:image href="https://blossom.primal.net/4ace3cd0681213bc12a232bba4b8e277d2f10a8d56e568cddb06544c2c0b64f6.png"/>
      </item>
      
      <item>
      <title><![CDATA[#33 // Block 787250 // Ist Bitcoin politisch?]]></title>
      <description><![CDATA[Bitcoin wird oft als unpolitisch bezeichnet. Was man damit sagen will ist, dass Bitcoin sich nicht für die politische Haltung seiner Nutzer//innen interessiert. Aber wie unpolitisch ist Bitcoin wirklich und bedarf es vielleicht einer besseren Semantik?]]></description>
             <itunes:subtitle><![CDATA[Bitcoin wird oft als unpolitisch bezeichnet. Was man damit sagen will ist, dass Bitcoin sich nicht für die politische Haltung seiner Nutzer//innen interessiert. Aber wie unpolitisch ist Bitcoin wirklich und bedarf es vielleicht einer besseren Semantik?]]></itunes:subtitle>
      <pubDate>Thu, 02 Jan 2025 12:50:01 GMT</pubDate>
      <link>https://www.genexyz.org/post/33-block-ist-bitcoin-politisch-7nkl66/</link>
      <comments>https://www.genexyz.org/post/33-block-ist-bitcoin-politisch-7nkl66/</comments>
      <guid isPermaLink="false">naddr1qqjnxvedgfkx7cmt94yhxapdgf5hgcm0d9hz6ur0d35hg6tnvd5z6dmwddkrvdszyqsx8nte2h8lmjsvcjhzpamm9v0tq5cppef5cx8gefczyg2hh5fjqqcyqqq823clzqd4x</guid>
      <category>Bitcoin</category>
      
        <media:content url="https://blossom.primal.net/7972aa2a6cee8347fb5a70b62f7cbf5c56e98b17970113fac50b092057bfaadb.png" medium="image"/>
        <enclosure 
          url="https://blossom.primal.net/7972aa2a6cee8347fb5a70b62f7cbf5c56e98b17970113fac50b092057bfaadb.png" length="0" 
          type="image/png" 
        />
      <noteId>naddr1qqjnxvedgfkx7cmt94yhxapdgf5hgcm0d9hz6ur0d35hg6tnvd5z6dmwddkrvdszyqsx8nte2h8lmjsvcjhzpamm9v0tq5cppef5cx8gefczyg2hh5fjqqcyqqq823clzqd4x</noteId>
      <npub>npub1yp3u6724el7u5rxy4cs0w7etr6c9xqgw2dxp36x2wq3zz4aazvsqw8xkc5</npub>
      <dc:creator><![CDATA[Genexyz]]></dc:creator>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Bitcoin ist vieles. Bitcoin die Währung ist teilbar, austauschbar, einfach transportierbar, haltbar, prüfbar, knapp, universell akzeptiert und leicht sicherungsfähig. Bitcoin das Netzwerk ist staatenlos, dezentral, zensurresistent, erlaubnislos, diskriminiert nicht, vertrauenslos, pseudonym, open source, es basiert auf Konsens- und Anreizmechanismen und Verifizierung sowie Berechnung (wahrscheinlich habe ich sogar viele weitere Eigenschaften vergessen), aber ist Bitcoin auch wirklich unpolitisch, wie so oft behauptet?</p>
<hr>
<p>Es wird häufig behauptet, dass Bitcoin unpolitisch sei. Aber was genau soll das bedeuten? Die einfachste Erklärung ist, dass Bitcoin für jeden frei zugänglich ist und von jedem benutzt werden kann, egal für welchen Zweck. In der Theorie auch für politische Zwecke, egal welcher Richtung. Bitcoin ist Politik in dieser Hinsicht egal. Denn das Bitcoin-Netzwerk richtet nicht, es diskriminiert nicht und es hat keine Meinung. Eine Transaktion ist eine Transaktion, egal wer der Urheber oder der Sender ist und egal, wer der Empfänger ist. Transaktionen müssen nicht gekennzeichnet werden und somit gibt es keine Möglichkeit für das Netzwerk zu entscheiden, ob eine Transaktion gut oder schlecht ist, dazu genutzt wird, um Guthaben von einer Wallet in eine andere zu schieben, oder von einem Land in ein anderes Land geschickt wird, um dort moralisch fragwürdige Motive zu unterstützen. Insofern ist Bitcoin unpolitisch: Das Netzwerk diskriminiert, oder besser gesagt beurteilt nicht aufgrund politischer Neigungen.</p>
<p>Aber dies ist eigentlich nur die Definition für die eingangs erwähnte Eigenschaft von Bitcoins <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wertfreiheit">Wertfreiheit</a> (meiner Meinung nach eine bessere Ausdrucksweise für "Bitcoin diskriminiert nicht").</p>
<p>Aber Nichtdiskriminierung bzw. Wertfreiheit bedeutet nicht unbedingt unpolitisch oder apolitisch. Die Definition dieses Adjektivs bedeutet streng genommen:</p>
<blockquote>
<p>[1] sich nicht für Politik interessierend, kein Interesse an politische Themen zeigend </p>
</blockquote>
<blockquote>
<p>[2] keine Steigerung: nicht die Politik betreffend, nicht zur Politik gehörend </p>
</blockquote>
<p>Die erste Definition, da sind wir uns sicherlich einig, sollte erfüllt sein. Bitcoin interessiert sich nicht für Politik. Bitcoin ist ein Netzwerk, ein Protokoll, ein System. Bitcoin interessiert sich nur für sich selbst. Seinen eigenen Erhalt, und die im Protokoll festgesetzten Regeln: Etwa alle 10 Minuten wird ein neuer Block produziert, egal wie viel Rechenleistung dem Netzwerk zur Verfügung steht, egal wie viele Transaktionen hinzuzufügen sind, egal wie viele Netzwerkteilnehmer partizipieren.</p>
<p>Bei der zweiten Definition wird es allerdings etwas komplizierter. Bitcoin wurde von Satoshi als Peer-to-Peer Electronic Cash System ins Leben gerufen, das die inhärenten Schwächen des heutigen, vertrauensbasierten Modells löst. Satoshi identifizierte das Problem schon in 2009:</p>
<blockquote>
<p>The root problem with conventional currency is all the trust that's required to make it work. The central bank must be trusted not to debase the currency, but the history of fiat currencies is full of breaches of that trust. </p>
</blockquote>
<p>Der Genesis Block selbst enthält die wohl bekannteste aller Nachrichten, die jemals in der Bitcoin-Timechain verewigt wurden:</p>
<table style="min-width: 25px">
<colgroup><col></colgroup><tbody><tr><td colspan="1" rowspan="1"><p><strong>The Times 03/Jan/2009 Chancellor on brink of second bailout for banks</strong></p></td></tr></tbody>
</table>

<p><br>Damit ist die Konzeption und die Erschaffung des Bitcoin-Protokolls an sich schon ein politischer Akt. Bitcoin stellt eine Alternative zu unserem derzeitigen Geldsystem dar und soll oder könnte es, im besten Fall, sogar ersetzen. Bitcoin positioniert sich als Gegenstück zum Staat - dem derzeitigen Wächter und Herrn über das Geldsystem. Der Staat ist eine von Natur aus politische Instanz. Wenn man also mit etwas konkurriert, das dem Staat obliegt, wird es automatisch politisch. Satoshi selbst war zumindest indirekt vom Libertarismus und der österreichischen Ökonomie beeinflusst.</p>
<p>Das bedeutet keineswegs, dass jede Person, die Bitcoin verwendet, automatisch einem politischen Akt unterworfen wird, oder selbst anarchistische, libertäre oder liberale Ziele verfolgt. Allerdings bleibt nicht von der Hand zu weisen, dass Bitcoin und sein Ziel, eine Alternative zum heutigen vorherrschenden Geldsystem zu erschaffen, dadurch eine inhärent politische Bekundung ist.</p>
<p>Wenn Bitcoin also nicht apolitisch oder unpolitisch ist, aber auch nicht explizit politisch, dann könnte man behaupten Bitcoin sei zumindest anti-politisch. Der per Definition politische Staat und die Staatsgewalt über das Geldsystem sind der erklärte Gegenspieler von Bitcoin. Damit stellt sich Bitcoin als Kontrahent zu einem System auf, das die Gewalt in die Hände einiger Weniger legt. In der Politik gewinnen oder herrschen diejenigen, die die populärste Meinung vertreten (wenn es gut läuft), oder die meiste Gewalt hinter sich bündeln (wenn es nicht so gut läuft). Im Bitcoin-Netzwerk gewinnen diejenigen, die am effizientesten die Anreizstrukturen nutzen (Miner, Mining-Pools, Lightning-Routing-Channel Betreiber, etc.), oder Bitcoin am effizientesten für sich nutzen und damit dem Ökosystem zum Wachstum verhelfen (Unternehmer, Experten, Entwickler, etc.). Die politische Gesinnung dieser Netzwerkteilnehmer spielt dabei in erster Linie absolut keine Rolle. Es ist völlig egal, ob ein Node-Betreiber zu Hause Pickelhauben sammelt oder im Che Guevara T-Shirt Bitcoin-Protokolle schreibt.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/ad9c7de643917e5bdd8826f2eb99ee68d2668f9d5c4f2e30f9131135185a116f.gif">

<p>Das heutige Geldsystem hat viele Nachteile, alle aufzuzählen würde den Rahmen sprengen, jedoch lassen sich einige prägnante leicht identifizieren: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Politische_Rente#Rent-Seeking">Rent-Seeking</a>, des Bitcoiners liebstes Thema der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Cantillon-Effekt">Cantillon-Effekt</a>, Geld- oder <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%BCnzentwertung">Münzentwertung</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Geldpolitik">Geldmarktpolitik</a> vereinen alle das gleiche zugrunde liegende Problem. Sie unterliegen alle der politischen Einflussnahme auf das System zum Vorteil einiger (privilegierter) Weniger. Denn was für die wenigen individuellen Vorteilsnehmer aussichtsreich und lohnenswert ist, ist für das Kollektiv schädlich und finanziell schädigend. Bitcoin stellt dazu die Alternative dar. Zwar lässt sich argumentieren, dass die vorhandene Menge und damit das Vermögen bereits heute ungerecht verteilt ist. Allerdings birgt diese Verteilung lediglich Vorteile für die Individuen, ohne jedoch das Kollektiv zu schädigen. Besitzer von großen Mengen bitcoin können genau so viel oder so wenig Einfluss auf das System nehmen, wie diejenigen, die verhältnismäßig wenig besitzen.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/1a6299da29f1938113c427484513ec0ed186ea8d9c4d8fa334afeedfff388c63.gif">

<p>Wenn es irgendetwas von Wert gibt, ob Geld, Edelmetalle, oder sonstige Wertgegenstände, wird es auch immer Menschen geben, die davon mehr besitzen als andere - das ist ein unumstößlicher Fakt der Natur und auch Bitcoin wird daran nichts ändern können. Allerdings bietet Bitcoin die nötigen Anreizstrukturen, den eigenen Anteil zu vermehren. Wie schon erwähnt, werden Unternehmergeist, Expertenwissen und aufgebrachte Arbeit derjenigen, die das Netzwerk voranbringen, belohnt. Im Gegensatz zum aktuellen System, in dem oft nicht nur Unternehmergeist und Arbeitsleistung belohnt werden, sondern auch politische Einflussnahme, Prestige und Macht, oder sogar schon die Nähe und der Zugang zu diesen einflussreichen Interessengruppen. Korruption, Lobbyismus und politische Vorteilsnahme führen deshalb zu unproduktiver Arbeit, bei der einzig und allein der Begünstigte profitiert.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/e754c5dbd21217abfde5c0930a0945a13812fef69fe03249ecadd8a2d0e4a2d4.gif">

<p>Bitcoin eliminiert diese politische Vorteilsnahme und ist dadurch schon anti-politisch.</p>
<p>In diesem Sinne ist Bitcoin also politisch, wie alles politisch ist oder zu einem politischen Thema gemacht werden kann. Ich habe in einem früheren Artikel bereits beschrieben, dass der Staat für viele Menschen die Rolle einer Art Religion eingenommen hat und dass Bitcoin in gewisser Weise für den Staat das ist, was der Buchdruck damals für Religion war.</p>
<p><np-embed url="https://www.genexyz.org/post/13-block-754250-die-vollst-ndige-adaption-von-bitcoin-und-die-3-hindernisse-74u3k2/"><a href="https://www.genexyz.org/post/13-block-754250-die-vollst-ndige-adaption-von-bitcoin-und-die-3-hindernisse-74u3k2/">https://www.genexyz.org/post/13-block-754250-die-vollst-ndige-adaption-von-bitcoin-und-die-3-hindernisse-74u3k2/</a></np-embed></p>
<blockquote>
<p>Religion ist eigentlich unpolitisch, obwohl man behaupten darf, dass Kirchgänger gewisser Religionen im Allgemeinen im gleichen Bereich des politischen Spektrums wiederzufinden sind, macht dies Religion nicht von Natur aus politisch. Doch die Trennung von Kirche und Staat kann wohl als hochpolitisch bezeichnet werden.</p>
</blockquote>
<p>Wo Diderot, Rousseau und Voltaire eine Berufung auf die Vernunft als universelle Urteilsinstanz propagierten und einen Kampf gegen Vorurteile und für die Hinwendung zu Naturwissenschaften, religiöse Toleranz und eine Orientierung am Naturrecht einleiteten, streben Bitcoin und seine Befürworter eine Abkehr von den staatlich gesteuerten und (Fiskal- und Geld)politisch aufgeladenen Finanz- und Wirtschaftsinterventionen und eine Berufung auf Werte wie Dezentralität, Zensurresistenz und Selbstbestimmtheit an. Dasselbe gilt für die Trennung von Geld und Staat. Geld ist eigentlich unpolitisch, aber die Trennung von Geld und Staat ist hochpolitisch. Auch der Missbrauch von Geld zum Erreichen von politischen Zielen ist hochpolitisch. Wie eingangs erwähnt, wird Bitcoin so politisiert - nur eben als Gegenentwurf. Als anti-politische Alternative zum politischen Fiat-System mit all seinen Fehlern.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/14d3f8b9916a09f4a2405c6acfe9b834216aecd32c64debcdd18e06000737dcb.gif">

<p>Was ich damit sagen will, ist, dass Bitcoin per se politisch ist. Es ist eben nur ein anderer Entwurf zu dem politischen Denken, das heute vorherrscht. Bitcoin ist und bleibt erlaubnislos und wertfrei, damit ist die Nutzung von Bitcoin erstmal im Generellen unpolitisch. Solange bis auch einzelne Anwendungsfälle von politischer Natur sind. Bitcoin-Spenden an Wikileaks haben eine politische Tragweite. Bitcoin-Spenden an den Freedom-Convoy in Kanada sind politisch. Bitcoin-Spenden an Hodlonaut sind politisch, auch wenn es dabei um die hauseigene Politik im Bitcoin-Ökosystem geht.</p>
<p>Man kann also nicht ohne weiteres sagen "Bitcoin ist unpolitisch". Es ist richtiger zu sagen, dass Bitcoin keine politische Meinung vertritt und sich nicht zu politischer Einflussnahme instrumentalisieren lässt. Bitcoin ist ein Protokoll, ein Netzwerk, und kümmert sich nur um sich selbst. Aber Bitcoin ist sehr wohl politisch. </p>
<p>🫳🎤</p>
<hr>
<p>In diesem Sinne, 2... 1... Risiko!‌</p>
<p><img src="https://media.tenor.com/images/4ae424f8d8ea36e86169862d84d1b31e/tenor.gif" alt=""></p>
]]></content:encoded>
      <itunes:author><![CDATA[Genexyz]]></itunes:author>
      <itunes:summary><![CDATA[<p>Bitcoin ist vieles. Bitcoin die Währung ist teilbar, austauschbar, einfach transportierbar, haltbar, prüfbar, knapp, universell akzeptiert und leicht sicherungsfähig. Bitcoin das Netzwerk ist staatenlos, dezentral, zensurresistent, erlaubnislos, diskriminiert nicht, vertrauenslos, pseudonym, open source, es basiert auf Konsens- und Anreizmechanismen und Verifizierung sowie Berechnung (wahrscheinlich habe ich sogar viele weitere Eigenschaften vergessen), aber ist Bitcoin auch wirklich unpolitisch, wie so oft behauptet?</p>
<hr>
<p>Es wird häufig behauptet, dass Bitcoin unpolitisch sei. Aber was genau soll das bedeuten? Die einfachste Erklärung ist, dass Bitcoin für jeden frei zugänglich ist und von jedem benutzt werden kann, egal für welchen Zweck. In der Theorie auch für politische Zwecke, egal welcher Richtung. Bitcoin ist Politik in dieser Hinsicht egal. Denn das Bitcoin-Netzwerk richtet nicht, es diskriminiert nicht und es hat keine Meinung. Eine Transaktion ist eine Transaktion, egal wer der Urheber oder der Sender ist und egal, wer der Empfänger ist. Transaktionen müssen nicht gekennzeichnet werden und somit gibt es keine Möglichkeit für das Netzwerk zu entscheiden, ob eine Transaktion gut oder schlecht ist, dazu genutzt wird, um Guthaben von einer Wallet in eine andere zu schieben, oder von einem Land in ein anderes Land geschickt wird, um dort moralisch fragwürdige Motive zu unterstützen. Insofern ist Bitcoin unpolitisch: Das Netzwerk diskriminiert, oder besser gesagt beurteilt nicht aufgrund politischer Neigungen.</p>
<p>Aber dies ist eigentlich nur die Definition für die eingangs erwähnte Eigenschaft von Bitcoins <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wertfreiheit">Wertfreiheit</a> (meiner Meinung nach eine bessere Ausdrucksweise für "Bitcoin diskriminiert nicht").</p>
<p>Aber Nichtdiskriminierung bzw. Wertfreiheit bedeutet nicht unbedingt unpolitisch oder apolitisch. Die Definition dieses Adjektivs bedeutet streng genommen:</p>
<blockquote>
<p>[1] sich nicht für Politik interessierend, kein Interesse an politische Themen zeigend </p>
</blockquote>
<blockquote>
<p>[2] keine Steigerung: nicht die Politik betreffend, nicht zur Politik gehörend </p>
</blockquote>
<p>Die erste Definition, da sind wir uns sicherlich einig, sollte erfüllt sein. Bitcoin interessiert sich nicht für Politik. Bitcoin ist ein Netzwerk, ein Protokoll, ein System. Bitcoin interessiert sich nur für sich selbst. Seinen eigenen Erhalt, und die im Protokoll festgesetzten Regeln: Etwa alle 10 Minuten wird ein neuer Block produziert, egal wie viel Rechenleistung dem Netzwerk zur Verfügung steht, egal wie viele Transaktionen hinzuzufügen sind, egal wie viele Netzwerkteilnehmer partizipieren.</p>
<p>Bei der zweiten Definition wird es allerdings etwas komplizierter. Bitcoin wurde von Satoshi als Peer-to-Peer Electronic Cash System ins Leben gerufen, das die inhärenten Schwächen des heutigen, vertrauensbasierten Modells löst. Satoshi identifizierte das Problem schon in 2009:</p>
<blockquote>
<p>The root problem with conventional currency is all the trust that's required to make it work. The central bank must be trusted not to debase the currency, but the history of fiat currencies is full of breaches of that trust. </p>
</blockquote>
<p>Der Genesis Block selbst enthält die wohl bekannteste aller Nachrichten, die jemals in der Bitcoin-Timechain verewigt wurden:</p>
<table style="min-width: 25px">
<colgroup><col></colgroup><tbody><tr><td colspan="1" rowspan="1"><p><strong>The Times 03/Jan/2009 Chancellor on brink of second bailout for banks</strong></p></td></tr></tbody>
</table>

<p><br>Damit ist die Konzeption und die Erschaffung des Bitcoin-Protokolls an sich schon ein politischer Akt. Bitcoin stellt eine Alternative zu unserem derzeitigen Geldsystem dar und soll oder könnte es, im besten Fall, sogar ersetzen. Bitcoin positioniert sich als Gegenstück zum Staat - dem derzeitigen Wächter und Herrn über das Geldsystem. Der Staat ist eine von Natur aus politische Instanz. Wenn man also mit etwas konkurriert, das dem Staat obliegt, wird es automatisch politisch. Satoshi selbst war zumindest indirekt vom Libertarismus und der österreichischen Ökonomie beeinflusst.</p>
<p>Das bedeutet keineswegs, dass jede Person, die Bitcoin verwendet, automatisch einem politischen Akt unterworfen wird, oder selbst anarchistische, libertäre oder liberale Ziele verfolgt. Allerdings bleibt nicht von der Hand zu weisen, dass Bitcoin und sein Ziel, eine Alternative zum heutigen vorherrschenden Geldsystem zu erschaffen, dadurch eine inhärent politische Bekundung ist.</p>
<p>Wenn Bitcoin also nicht apolitisch oder unpolitisch ist, aber auch nicht explizit politisch, dann könnte man behaupten Bitcoin sei zumindest anti-politisch. Der per Definition politische Staat und die Staatsgewalt über das Geldsystem sind der erklärte Gegenspieler von Bitcoin. Damit stellt sich Bitcoin als Kontrahent zu einem System auf, das die Gewalt in die Hände einiger Weniger legt. In der Politik gewinnen oder herrschen diejenigen, die die populärste Meinung vertreten (wenn es gut läuft), oder die meiste Gewalt hinter sich bündeln (wenn es nicht so gut läuft). Im Bitcoin-Netzwerk gewinnen diejenigen, die am effizientesten die Anreizstrukturen nutzen (Miner, Mining-Pools, Lightning-Routing-Channel Betreiber, etc.), oder Bitcoin am effizientesten für sich nutzen und damit dem Ökosystem zum Wachstum verhelfen (Unternehmer, Experten, Entwickler, etc.). Die politische Gesinnung dieser Netzwerkteilnehmer spielt dabei in erster Linie absolut keine Rolle. Es ist völlig egal, ob ein Node-Betreiber zu Hause Pickelhauben sammelt oder im Che Guevara T-Shirt Bitcoin-Protokolle schreibt.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/ad9c7de643917e5bdd8826f2eb99ee68d2668f9d5c4f2e30f9131135185a116f.gif">

<p>Das heutige Geldsystem hat viele Nachteile, alle aufzuzählen würde den Rahmen sprengen, jedoch lassen sich einige prägnante leicht identifizieren: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Politische_Rente#Rent-Seeking">Rent-Seeking</a>, des Bitcoiners liebstes Thema der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Cantillon-Effekt">Cantillon-Effekt</a>, Geld- oder <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%BCnzentwertung">Münzentwertung</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Geldpolitik">Geldmarktpolitik</a> vereinen alle das gleiche zugrunde liegende Problem. Sie unterliegen alle der politischen Einflussnahme auf das System zum Vorteil einiger (privilegierter) Weniger. Denn was für die wenigen individuellen Vorteilsnehmer aussichtsreich und lohnenswert ist, ist für das Kollektiv schädlich und finanziell schädigend. Bitcoin stellt dazu die Alternative dar. Zwar lässt sich argumentieren, dass die vorhandene Menge und damit das Vermögen bereits heute ungerecht verteilt ist. Allerdings birgt diese Verteilung lediglich Vorteile für die Individuen, ohne jedoch das Kollektiv zu schädigen. Besitzer von großen Mengen bitcoin können genau so viel oder so wenig Einfluss auf das System nehmen, wie diejenigen, die verhältnismäßig wenig besitzen.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/1a6299da29f1938113c427484513ec0ed186ea8d9c4d8fa334afeedfff388c63.gif">

<p>Wenn es irgendetwas von Wert gibt, ob Geld, Edelmetalle, oder sonstige Wertgegenstände, wird es auch immer Menschen geben, die davon mehr besitzen als andere - das ist ein unumstößlicher Fakt der Natur und auch Bitcoin wird daran nichts ändern können. Allerdings bietet Bitcoin die nötigen Anreizstrukturen, den eigenen Anteil zu vermehren. Wie schon erwähnt, werden Unternehmergeist, Expertenwissen und aufgebrachte Arbeit derjenigen, die das Netzwerk voranbringen, belohnt. Im Gegensatz zum aktuellen System, in dem oft nicht nur Unternehmergeist und Arbeitsleistung belohnt werden, sondern auch politische Einflussnahme, Prestige und Macht, oder sogar schon die Nähe und der Zugang zu diesen einflussreichen Interessengruppen. Korruption, Lobbyismus und politische Vorteilsnahme führen deshalb zu unproduktiver Arbeit, bei der einzig und allein der Begünstigte profitiert.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/e754c5dbd21217abfde5c0930a0945a13812fef69fe03249ecadd8a2d0e4a2d4.gif">

<p>Bitcoin eliminiert diese politische Vorteilsnahme und ist dadurch schon anti-politisch.</p>
<p>In diesem Sinne ist Bitcoin also politisch, wie alles politisch ist oder zu einem politischen Thema gemacht werden kann. Ich habe in einem früheren Artikel bereits beschrieben, dass der Staat für viele Menschen die Rolle einer Art Religion eingenommen hat und dass Bitcoin in gewisser Weise für den Staat das ist, was der Buchdruck damals für Religion war.</p>
<p><np-embed url="https://www.genexyz.org/post/13-block-754250-die-vollst-ndige-adaption-von-bitcoin-und-die-3-hindernisse-74u3k2/"><a href="https://www.genexyz.org/post/13-block-754250-die-vollst-ndige-adaption-von-bitcoin-und-die-3-hindernisse-74u3k2/">https://www.genexyz.org/post/13-block-754250-die-vollst-ndige-adaption-von-bitcoin-und-die-3-hindernisse-74u3k2/</a></np-embed></p>
<blockquote>
<p>Religion ist eigentlich unpolitisch, obwohl man behaupten darf, dass Kirchgänger gewisser Religionen im Allgemeinen im gleichen Bereich des politischen Spektrums wiederzufinden sind, macht dies Religion nicht von Natur aus politisch. Doch die Trennung von Kirche und Staat kann wohl als hochpolitisch bezeichnet werden.</p>
</blockquote>
<p>Wo Diderot, Rousseau und Voltaire eine Berufung auf die Vernunft als universelle Urteilsinstanz propagierten und einen Kampf gegen Vorurteile und für die Hinwendung zu Naturwissenschaften, religiöse Toleranz und eine Orientierung am Naturrecht einleiteten, streben Bitcoin und seine Befürworter eine Abkehr von den staatlich gesteuerten und (Fiskal- und Geld)politisch aufgeladenen Finanz- und Wirtschaftsinterventionen und eine Berufung auf Werte wie Dezentralität, Zensurresistenz und Selbstbestimmtheit an. Dasselbe gilt für die Trennung von Geld und Staat. Geld ist eigentlich unpolitisch, aber die Trennung von Geld und Staat ist hochpolitisch. Auch der Missbrauch von Geld zum Erreichen von politischen Zielen ist hochpolitisch. Wie eingangs erwähnt, wird Bitcoin so politisiert - nur eben als Gegenentwurf. Als anti-politische Alternative zum politischen Fiat-System mit all seinen Fehlern.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/14d3f8b9916a09f4a2405c6acfe9b834216aecd32c64debcdd18e06000737dcb.gif">

<p>Was ich damit sagen will, ist, dass Bitcoin per se politisch ist. Es ist eben nur ein anderer Entwurf zu dem politischen Denken, das heute vorherrscht. Bitcoin ist und bleibt erlaubnislos und wertfrei, damit ist die Nutzung von Bitcoin erstmal im Generellen unpolitisch. Solange bis auch einzelne Anwendungsfälle von politischer Natur sind. Bitcoin-Spenden an Wikileaks haben eine politische Tragweite. Bitcoin-Spenden an den Freedom-Convoy in Kanada sind politisch. Bitcoin-Spenden an Hodlonaut sind politisch, auch wenn es dabei um die hauseigene Politik im Bitcoin-Ökosystem geht.</p>
<p>Man kann also nicht ohne weiteres sagen "Bitcoin ist unpolitisch". Es ist richtiger zu sagen, dass Bitcoin keine politische Meinung vertritt und sich nicht zu politischer Einflussnahme instrumentalisieren lässt. Bitcoin ist ein Protokoll, ein Netzwerk, und kümmert sich nur um sich selbst. Aber Bitcoin ist sehr wohl politisch. </p>
<p>🫳🎤</p>
<hr>
<p>In diesem Sinne, 2... 1... Risiko!‌</p>
<p><img src="https://media.tenor.com/images/4ae424f8d8ea36e86169862d84d1b31e/tenor.gif" alt=""></p>
]]></itunes:summary>
      <itunes:image href="https://blossom.primal.net/7972aa2a6cee8347fb5a70b62f7cbf5c56e98b17970113fac50b092057bfaadb.png"/>
      </item>
      
      <item>
      <title><![CDATA[#32 // Block 786300 // Stratum v2 & Mining Pools]]></title>
      <description><![CDATA[Mining-Pools benutzen Protokolle, um mit den angeschlossenen Minern zu kommunizieren. Eins davon ist Stratum. Nach über 10 Jahren gibt es jetzt eine neue Version. Ein Grund uns ein bisschen damit zu beschäftigen.]]></description>
             <itunes:subtitle><![CDATA[Mining-Pools benutzen Protokolle, um mit den angeschlossenen Minern zu kommunizieren. Eins davon ist Stratum. Nach über 10 Jahren gibt es jetzt eine neue Version. Ein Grund uns ein bisschen damit zu beschäftigen.]]></itunes:subtitle>
      <pubDate>Wed, 01 Jan 2025 13:11:30 GMT</pubDate>
      <link>https://www.genexyz.org/post/32-block-786300-stratum-v2-mining-pools-7rjrq2/</link>
      <comments>https://www.genexyz.org/post/32-block-786300-stratum-v2-mining-pools-7rjrq2/</comments>
      <guid isPermaLink="false">naddr1qqhrxv3dgfkx7cmt95mnsd3nxqcz65m5wfshgatd94mryt2dd9hxjmn894gx7mmvwvknwun2wfcnyq3qyp3u6724el7u5rxy4cs0w7etr6c9xqgw2dxp36x2wq3zz4aazvsqxpqqqp65w7w00vy</guid>
      <category>Bitcoin</category>
      
        <media:content url="https://blossom.primal.net/12a3665ceb2afc692d3ceac8a1b84260fafef04df3840d64bdf8fda9d652e029.png" medium="image"/>
        <enclosure 
          url="https://blossom.primal.net/12a3665ceb2afc692d3ceac8a1b84260fafef04df3840d64bdf8fda9d652e029.png" length="0" 
          type="image/png" 
        />
      <noteId>naddr1qqhrxv3dgfkx7cmt95mnsd3nxqcz65m5wfshgatd94mryt2dd9hxjmn894gx7mmvwvknwun2wfcnyq3qyp3u6724el7u5rxy4cs0w7etr6c9xqgw2dxp36x2wq3zz4aazvsqxpqqqp65w7w00vy</noteId>
      <npub>npub1yp3u6724el7u5rxy4cs0w7etr6c9xqgw2dxp36x2wq3zz4aazvsqw8xkc5</npub>
      <dc:creator><![CDATA[Genexyz]]></dc:creator>
      <content:encoded><![CDATA[<h3>Aufgabe von Minern</h3>
<p>Wer sich nochmal genau mit dem Ablauf von Mining befassen möchte, dem rate ich Ausgabe <a href='/tag/27/'>#27</a> zu lesen.</p>
<p><np-embed url="https://www.genexyz.org/post/27-block-779000-was-machen-miner-wirklich-3c8f05/"><a href="https://www.genexyz.org/post/27-block-779000-was-machen-miner-wirklich-3c8f05/">https://www.genexyz.org/post/27-block-779000-was-machen-miner-wirklich-3c8f05/</a></np-embed></p>
<p>Wir erinnern uns, dass es im Bitcoin-Ökosystem drei große Gruppen gibt, die sich nicht jeweils ausschließen. Es gibt die Miner, die Node-Betreiber und die Nutzer. Diese schließen sich nicht gegenseitig aus, da man auch in zwei oder sogar drei dieser Gruppen verhaftet sein kann. Die Miner übernehmen Aufgaben, die die anderen zwei Gruppen nicht leisten können und dafür werden sie durch den Anreizmechanismus belohnt. Denn durch ihre Arbeit gewährleisten sie die Sicherung des Netzwerks (je höher die aufgebrachte Hashrate, desto schwieriger werden Angriffe), sie validieren, sortieren und fügen Transaktionen dem Netzwerk hinzu und darüber hinaus helfen sie dabei bitcoins zu verteilen (zumindest bis alle ca. 21 Millionen bitcoins in ca. 100 Jahren erschlossen wurden). Warum die Analogie zum Mining schwierig ist, haben wir schon öfter besprochen, kurz und verständlich auf den Punkt gebracht hat es diese Woche Gigi in einem kurzen Beitrag.</p>
<p><np-embed url="https://dergigi.com/2023/04/12/bitcoins-are-not-mined-they-are-issued-over-time"><a href="https://dergigi.com/2023/04/12/bitcoins-are-not-mined-they-are-issued-over-time">https://dergigi.com/2023/04/12/bitcoins-are-not-mined-they-are-issued-over-time</a></np-embed></p>
<h3>Mining Pools</h3>
<p>Ich habe Mining-Pools detailliert in einem Artikel letzten September beschrieben. Wer sich mit dem Thema nochmal eingehender beschäftigen möchte, kann das hier tun:</p>
<p><np-embed url="https://www.genexyz.org/post/12-block-753150-bitcoin-mining-pools-vs-dezentralisierung-vytfxv/"><a href="https://www.genexyz.org/post/12-block-753150-bitcoin-mining-pools-vs-dezentralisierung-vytfxv/">https://www.genexyz.org/post/12-block-753150-bitcoin-mining-pools-vs-dezentralisierung-vytfxv/</a></np-embed></p>
<p>Doch TL;DR für all diejenigen, die keine Zeit oder Lust haben, hier in Kürze:</p>
<p>Die immer weiter steigende Hashrate im Netzwerk, ausgelöst durch immer größer werdende Mining-Operationen und immer leistungsfähigere ASIC Chips, führt dazu, dass es kleine und auch mittelgroße Miner immer schwerer haben erfolgreich Bitcoins zu minen, und damit Profite zu erzielen.</p>
<p>Mining-Pools bieten da Abhilfe, indem sie Minern die Möglichkeit bieten, ihre Hashrate zu bündeln und somit eine größere Wahrscheinlichkeit erzeugen, im Wettkampf um die Winner-take-all-Prämie, einen Teil der Belohnung in Form von Block-Subsidy und Gebühren einzustreichen (➡️ Block Reward). Je mehr Miner sich in einem Pool zusammenschließen, um somit die Hashrate zu bündeln, desto wahrscheinlicher wird, dass dieser Zusammenschluss von Minern den nächsten Block findet. Damit sinkt natürlich die einzelne Auszahlung pro Block, jedoch steigt die proportionelle Anzahl der Blocks, die dieser Pool erfolgreich produzieren kann.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/4710bbc07d6855d5113a4fff83ced34b32c66c95a3eb3d57c1dd2f17a13f95f9.gif">

<p>Diese Rechnung lohnt sich neben Mining-Farmen auch für die meisten kleinen und mittelgroßen Miner, da so ein stetiger Fluss von Einkommen wahrscheinlicher wird, als ab-und-zu (oder nie) den Jackpot zu knacken. Das Problem bei Mining-Pools besteht in der Bündelung der Hashrate unter einer übersichtlichen Anzahl von Betreibern, denn erstens macht es jede Konzentration einer bestimmten Sache für Angreifer einfacher, diese eine große Einheit ausfindig zu machen und gezielt zu attackieren. Und zweitens verschiebt sich die dezentrale Wahrheitsfindung zugunsten einer zentralisierten Entscheidungsfindung.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/38706ef056b6fdbe3512285d8e2bbd30e0e1b6a7aa719ae9370c513ec58f00f1.gif">

<p>Denn bisher sind es die Mining-Pools, die über die Architektur der Blöcke bestimmen, also darüber, welche Transaktionen in den nächsten Blockkandidaten gepackt werden. Dies ermöglicht Mining-Pool-Betreibern sowohl Transaktionen zu zensieren (black listing), als auch Transaktionen auszuwählen, die nicht unbedingt im besten Interesse der Miner (z.B. Transaktionen mit geringen Gebühren, obwohl es welche mit hohen Gebühren gegeben hätte), oder gar des ganzen Netzwerks sind (z.B. leere Blöcke, um das Netzwerk zu verlangsamen) (white listing). Diese vermeintliche Macht der Pool-Betreiber muss nicht unbedingt von ihnen selbst ausgenutzt werden, bietet aber auch Regierungen und anderen Apparaten einen leichten Angriffsvektor, wenn diese versuchen wollen, das Netzwerk, bzw. einzelne Transaktionen gezielt zu zensieren, indem sie Mining-Pools unter Zwang setzen.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/8bc2577da8654edf9e3181f6a63d7095ad20c48dded03f44f144a8a033a1b71d.png">

<p>Wie in dieser Grafik leicht ersichtlich, gibt es heute einige wenige Pools, die einen deutlichen Anteil der globalen Hashrate bündeln. 80% (!!!) der Hashrate wird von den größten vier Pools bestimmt, und immerhin 55% (also mehr als die Hälfte - immer noch nicht cool) von den beiden größten. Dies macht Pools natürlich zu einem leicht bestimmbaren Angriffspunkt mit einer riesigen Zielscheibe auf dem Rücken.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/a410e95c1eb6db08243d798f0b3bab1d531dde1a7132b42ec92242305322254c.gif">

<p>Besteht überhaupt eine solche theoretische Möglichkeit, dass z.B. Foundry USA im Rahmen einer hypothetischen Verpflichtung durch Dritte (Regierung, Finanzaufsicht, Geheimdienst, etc.) mit der Zensur bestimmter Transaktionen beginnen könnte? Die Antwort ist: theoretisch erstmal ja. Auf technischer Ebene könnte es passieren. Doch Miner würden sehr schnell erkennen, dass etwas im Busch ist und ihre Hashrate auf andere Pools verlagern (dies muss nicht mal aus altruistischen Gründen geschehen, sondern einfach weil theoretische wirtschaftliche Anreize verloren gehen).</p>
<h3>Transaktionsauswahl</h3>
<p>Wie schon erwähnt, sind Mining-Pool-Betreiber heute dafür verantwortlich Transaktionen für den nächsten Block vorzuschlagen. Das bedeutet der Betreiber hat die volle Kontrolle darüber, wie der nächste Block im Mining-Prozess aussieht und die Miner und Mining-Farmen werden sozusagen zu Lieferanten von Hashrate, um diesen Vorschlag umzusetzen. Pools stellen den einzigen Koordinierungspunkt zwischen den teilnehmenden Hardware-Betreibern dar. Es bleibt dem Miner natürlich selbst überlassen, welchem Pool er sich anschließt (und ob sich überhaupt einem Pool angeschlossen wird) und auch der Wechsel von einem Pool zum nächsten ist relativ simpel und schnell vollzogen. Es bleibt jedoch dabei - Betreiber sind verantwortlich für die Auswahl von Transaktionen, die in die Kandidaten-Blöcke eingefügt (oder unterlassen, sprich zensiert) werden sollen. Es besteht also eine zusätzliche Bürde für jeden Miner zusätzlich zu kontrollieren, dass keine Transaktionen ausgeschlossen werden, oder Transaktionen sauber ausgewählt werden.</p>
<blockquote>
<p>“Bitcoin is dead.” “Mining is over.” “They will regulate Bitcoin.” “Censorship will come.” - Peter Todd</p>
</blockquote>
<p><np-embed url="https://www.coindesk.com/tech/2021/05/07/marathon-miners-have-started-censoring-bitcoin-transactions-heres-what-that-means"><a href="https://www.coindesk.com/tech/2021/05/07/marathon-miners-have-started-censoring-bitcoin-transactions-heres-what-that-means">https://www.coindesk.com/tech/2021/05/07/marathon-miners-have-started-censoring-bitcoin-transactions-heres-what-that-means</a></np-embed></p>
<p>Ob nun ein Pool-Betreiber oder Miner durch Zwang dazu geführt wird, individuelle Transaktionen hinzuzufügen, oder auszulassen, oder ob es aus eigenem Antrieb heraus geschieht (wie im obigen Artikel von MARA beschrieben: der von Marathon kontrollierte MARA Pool hatte entschieden, nur Blöcke mit OFAC-konformen Transaktionen zu produzieren und damit Transaktionen von und zu Adressen zu zensieren, die vom US-Finanzministerium auf die schwarze Liste gesetzt wurden, was einen großen Aufstand hervorrief und kein anderer Miner schloss sich dem Beispiel an. MARA veröffentlichten nach nur einem Monat in einer Pressemitteilung, dass keine Transaktionen mehr gefiltert würden.) ist dabei zunächst egal.</p>
<p>Doch eine Umkehrung der Verantwortlichkeit würde die Verantwortung zu den einzelnen tausenden Hardware-Betreibern (Minern) verschieben, die zentrale Entscheidungsgewalt der Pool-Betreiber auflösen und einen großen Angriffspunkt im Netzwerk eliminieren.</p>
<p>Wie alle anderen Computer-Netzwerk, besteht auch Bitcoin aus Protokollen, mit denen die Kommunikation zwischen Teilnehmern und Regeln festgelegt werden und die geschilderten Bedrohungen werden durch das aktuelle Protokoll ermöglicht, das von Minern und Mining-Pools verwendet wird, um miteinander zu kommunizieren: Stratum V1.</p>
<h3>Stratum v2</h3>
<p>Wie bei allen Sachen im Bitcoin-Ökosystem, gibt es keine zentrale Organisation, die Verbesserungen im Protokoll oder, wie in diesem Fall, in untergeordneten Protokollen vorschlagen und umsetzen kann. Es bedarf immer einer Gruppe von Entwicklern, die ein Problem im derzeitigen System erkennen und einen passenden Lösungsvorschlag unterbreiten. So auch bei Stratum. Das originale Stratum-Protokoll (v1) wurde 2012 eingeführt und wird seitdem weitgehend unverändert eingesetzt.</p>
<p>Bei der Stratum v2 Reference Implementation (SRI) handelt es sich um eine kostenlose, unabhängige, Open-Source-Variante von Stratum v2. Aber Justus, heißt das etwa, es gibt noch andere Stratum v2 Varianten? Bingo, Zweiter, es können beliebig viele Varianten erstellt werden. Alleine die Mining Pools entscheiden darüber, welches Protokoll, also welche Software, für sie und ihr Geschäftsmodell am besten funktioniert. Und die kürzlich vorgestellte Variante, die SRI, ist das bis dato umfangreichste und am weitesten unterstützte Update des Protokolls. Denn sowohl Braiins, ein Anbieter von Mining-Pools und Mining-Software (inkl. einer eigenen Variante von Stratum v2), als auch Foundry USA, der derzeit größte aller Mining-Pools, sind aktive Unterstützer des Projekts.</p>
<p>SRI ist also das wichtigste Protokoll-Update seit 2012. Aber was genau macht v2 so wichtig und wo liegen die Schwächen von v1?</p>
<p>In der aktuellen Version 1 ist Datenübertragung zwischen Minern, aber auch zwischen Minern und Pool-Betreibern nicht verschlüsselt. In v2 wird Kommunikation verschlüsselt und gewährleistet so Integrität und Vertraulichkeit der übermittelten Informationen. Dies soll vor allem vor sogenannten Man-in-the-Middle-Angriffen schützen, bei denen Dritte die Übertragung von Hashrate zwischen Minern und Pools abfangen (sogenanntes Hashrate-Hijacking), und diese als die eigenen weiterzuleiten und somit Auszahlungen zu stehlen.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/4b8c8cd2516f13dddd85a20914e4572d6f45779b4976a9bf8e8c01f0ae73e210.gif">

<p>Das v2 Protokoll ist vollständig binär. Das heißt, Datenübertragungen werden nicht in Menschen-lesbarem Textformat (ASCII Code), sondern in Computer-lesbarem Binärformat vorgenommen, was unnötige Datenmengen eliminiert. Dies und einige andere Leistungsverbesserungen machen den gesamten Prozess bis zu 20% performanter.</p>
<p>Stratum v2 dezentralisiert das Bitcoin-Mining erheblich, denn Miner bekommen die Möglichkeit, die Transaktionen fortan selbst auszuwählen, wodurch das Netzwerk zensurresistenter wird. Dies wird mit Hilfe von weiteren untergeordneten Protokollen erreicht, die es Minern ermöglichen, Transaktionen über ihre Nodes auszuwählen. Dies ist ein wichtiger Meilenstein bei der Demokratisierung der Transaktionsauswahl im gepoolten Mining und eliminiert die oben beschriebenen Risiken.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/c0770fc98a4e4773cdf4c9800adc33d4230fd09937ec38e3a4a2739a49355e29.gif">

<p>Konkret haben die Entwickler ein neues dezentralisiertes untergeordnetes Protokoll geschaffen, das sich Job Negotiator (JN) nennt. Achtung, jetzt wird es etwas technisch: Miner betreiben ihre eigenen Knoten, die eine neue Vorlage direkt vom Vorlagenanbieter erhalten. Die neue Vorlage enthält den Merkle-Pfad der Transaktionen, die vom Anbieter ausgewählt wurden. Für den neuen Block muss ein neuer Job erstellt werden, also sendet der JN des Miners eine Nachricht mit einem vorgeschlagenen Satz von Transaktionen an den Pool-Betreiber. Der Betreiber akzeptiert dann die Vorlage oder lehnt sie ab. Wenn der Vorschlag der Miner akzeptiert wird, werden sie benachrichtigt, dass sie mit dem Mining beginnen und ihre anteilige Hashrate an den Pool senden können.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/eef7101ea3afc933f89cc3de53f0009974a653c570bad69af29b69161d2e9d98.gif">

<p>Kurz gesagt: Miner schlagen vor, welche Transaktionen in einen Block kommen und nicht andersrum. Alle sind glücklich, alle sind froh und darüber hinaus geschieht dies natürlich blitzschnell, sodass für die Miner und den Pool kein Nachteil gegenüber anderen Mitbewerbern entsteht, denn beim Mining zählt jede Millisekunde, wenn es darum geht erfolgreich den nächsten Block produzieren zu dürfen, oder nicht.</p>
<p>Was sind die Anreize für die Pool-Betreiber, dieses neue Protokoll zu verwenden, wenn sie damit ihr Gewaltmonopol aufgeben?</p>
<p>Relativ einfach: Pool-Betreiber mögen diese Verantwortung eigentlich gar nicht. Sie haben sie irgendwie geerbt und sind mit dieser großen Verpflichtung gegenüber dem Netzwerk und sich selbst irgendwie im Unreinen. Ein bisschen so wie bei Morty, Aaliyah, Djibrail, Laila, Issa, Leonora, Naima und Amaya.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/3440f6667f8affc1bae67888b55c302361ff2aa31fb9f0c23595de96a34f1141.gif">

<p>Pool-Betreiber mögen es also nicht so in der Öffentlichkeit zu stehen und permanent angegriffen zu werden, des Weiteren birgt die Transaktionsauswahl auch ein gewisses Haftungsrisiko, das sie gerne von sich weisen würden.</p>
<p>Die beiden anderen grundlegenden Merkmale des Stratum v2 Protokolls sind, wie oben beschrieben, natürlich auch Sicherheits- und Leistungsverbesserung. Alleine für diese Attribute würde es sich schon lohnen, auf das neue Protokoll umzusteigen.</p>
<p>Die neue Variante des Protokolls (SRI) wurde erst kürzlich öffentlich und als Open-Source Code zugänglich gemacht. Es bleibt also nur eine Frage der Zeit, bis sich nach Braiins und Foundry auch die anderen Mining-Pools (sehr wahrscheinlich) nach einer gründlichen Test-Phase dem Update öffnen.</p>
<p><np-embed url="https://www.nobsbitcoin.com/carole-house-censoring-bitcoin"><a href="https://www.nobsbitcoin.com/carole-house-censoring-bitcoin">https://www.nobsbitcoin.com/carole-house-censoring-bitcoin</a></np-embed></p>
<p>Besonders in Zeiten, in denen Gegner von Bitcoin in halb-öffentlichen Reden über Pläne sprechen, wie man das Bitcoin-Netzwerk kontrollieren, bzw. für seine Zwecke benutzen kann, ist es wichtig die oben besprochenen Angriffs-Vektoren zu minimieren.</p>
<p>Carole House, ehemalige Direktorin für Cybersicherheit des Nationalen Sicherheitsrates des Weißen Hauses, sprach bei einem Event an der Universität von Princeton und sagte "sie würde lieber mehr Hashrate in den USA sehen, damit sie Miner zwingen können, das Netzwerk zu zensieren" und dass es "nicht nur darum ginge, Minern zu sagen, dass sie bestimmte Transaktionen nicht in Blöcke einbauen, sondern auch nicht auf Blöcken mit nicht konformen Transaktionen aufzubauen, damit diese Transaktionen nirgendwo in der Kette ankommen".</p>
<p>Die zeugt davon, dass Menschen wie Carole House ein substantielles Verständnis von der Bitcoin-Technologie besitzen und dieses Fachwissen dafür verwenden werden, Wege und Mittel aufzutun, wie man Bitcoin zumindest attackieren kann.</p>
<p>🫳🎤</p>
<hr>
<p>In diesem Sinne, 2... 1... Risiko!‌</p>
<p><img src="https://media.tenor.com/images/4ae424f8d8ea36e86169862d84d1b31e/tenor.gif" alt=""></p>
]]></content:encoded>
      <itunes:author><![CDATA[Genexyz]]></itunes:author>
      <itunes:summary><![CDATA[<h3>Aufgabe von Minern</h3>
<p>Wer sich nochmal genau mit dem Ablauf von Mining befassen möchte, dem rate ich Ausgabe <a href='/tag/27/'>#27</a> zu lesen.</p>
<p><np-embed url="https://www.genexyz.org/post/27-block-779000-was-machen-miner-wirklich-3c8f05/"><a href="https://www.genexyz.org/post/27-block-779000-was-machen-miner-wirklich-3c8f05/">https://www.genexyz.org/post/27-block-779000-was-machen-miner-wirklich-3c8f05/</a></np-embed></p>
<p>Wir erinnern uns, dass es im Bitcoin-Ökosystem drei große Gruppen gibt, die sich nicht jeweils ausschließen. Es gibt die Miner, die Node-Betreiber und die Nutzer. Diese schließen sich nicht gegenseitig aus, da man auch in zwei oder sogar drei dieser Gruppen verhaftet sein kann. Die Miner übernehmen Aufgaben, die die anderen zwei Gruppen nicht leisten können und dafür werden sie durch den Anreizmechanismus belohnt. Denn durch ihre Arbeit gewährleisten sie die Sicherung des Netzwerks (je höher die aufgebrachte Hashrate, desto schwieriger werden Angriffe), sie validieren, sortieren und fügen Transaktionen dem Netzwerk hinzu und darüber hinaus helfen sie dabei bitcoins zu verteilen (zumindest bis alle ca. 21 Millionen bitcoins in ca. 100 Jahren erschlossen wurden). Warum die Analogie zum Mining schwierig ist, haben wir schon öfter besprochen, kurz und verständlich auf den Punkt gebracht hat es diese Woche Gigi in einem kurzen Beitrag.</p>
<p><np-embed url="https://dergigi.com/2023/04/12/bitcoins-are-not-mined-they-are-issued-over-time"><a href="https://dergigi.com/2023/04/12/bitcoins-are-not-mined-they-are-issued-over-time">https://dergigi.com/2023/04/12/bitcoins-are-not-mined-they-are-issued-over-time</a></np-embed></p>
<h3>Mining Pools</h3>
<p>Ich habe Mining-Pools detailliert in einem Artikel letzten September beschrieben. Wer sich mit dem Thema nochmal eingehender beschäftigen möchte, kann das hier tun:</p>
<p><np-embed url="https://www.genexyz.org/post/12-block-753150-bitcoin-mining-pools-vs-dezentralisierung-vytfxv/"><a href="https://www.genexyz.org/post/12-block-753150-bitcoin-mining-pools-vs-dezentralisierung-vytfxv/">https://www.genexyz.org/post/12-block-753150-bitcoin-mining-pools-vs-dezentralisierung-vytfxv/</a></np-embed></p>
<p>Doch TL;DR für all diejenigen, die keine Zeit oder Lust haben, hier in Kürze:</p>
<p>Die immer weiter steigende Hashrate im Netzwerk, ausgelöst durch immer größer werdende Mining-Operationen und immer leistungsfähigere ASIC Chips, führt dazu, dass es kleine und auch mittelgroße Miner immer schwerer haben erfolgreich Bitcoins zu minen, und damit Profite zu erzielen.</p>
<p>Mining-Pools bieten da Abhilfe, indem sie Minern die Möglichkeit bieten, ihre Hashrate zu bündeln und somit eine größere Wahrscheinlichkeit erzeugen, im Wettkampf um die Winner-take-all-Prämie, einen Teil der Belohnung in Form von Block-Subsidy und Gebühren einzustreichen (➡️ Block Reward). Je mehr Miner sich in einem Pool zusammenschließen, um somit die Hashrate zu bündeln, desto wahrscheinlicher wird, dass dieser Zusammenschluss von Minern den nächsten Block findet. Damit sinkt natürlich die einzelne Auszahlung pro Block, jedoch steigt die proportionelle Anzahl der Blocks, die dieser Pool erfolgreich produzieren kann.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/4710bbc07d6855d5113a4fff83ced34b32c66c95a3eb3d57c1dd2f17a13f95f9.gif">

<p>Diese Rechnung lohnt sich neben Mining-Farmen auch für die meisten kleinen und mittelgroßen Miner, da so ein stetiger Fluss von Einkommen wahrscheinlicher wird, als ab-und-zu (oder nie) den Jackpot zu knacken. Das Problem bei Mining-Pools besteht in der Bündelung der Hashrate unter einer übersichtlichen Anzahl von Betreibern, denn erstens macht es jede Konzentration einer bestimmten Sache für Angreifer einfacher, diese eine große Einheit ausfindig zu machen und gezielt zu attackieren. Und zweitens verschiebt sich die dezentrale Wahrheitsfindung zugunsten einer zentralisierten Entscheidungsfindung.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/38706ef056b6fdbe3512285d8e2bbd30e0e1b6a7aa719ae9370c513ec58f00f1.gif">

<p>Denn bisher sind es die Mining-Pools, die über die Architektur der Blöcke bestimmen, also darüber, welche Transaktionen in den nächsten Blockkandidaten gepackt werden. Dies ermöglicht Mining-Pool-Betreibern sowohl Transaktionen zu zensieren (black listing), als auch Transaktionen auszuwählen, die nicht unbedingt im besten Interesse der Miner (z.B. Transaktionen mit geringen Gebühren, obwohl es welche mit hohen Gebühren gegeben hätte), oder gar des ganzen Netzwerks sind (z.B. leere Blöcke, um das Netzwerk zu verlangsamen) (white listing). Diese vermeintliche Macht der Pool-Betreiber muss nicht unbedingt von ihnen selbst ausgenutzt werden, bietet aber auch Regierungen und anderen Apparaten einen leichten Angriffsvektor, wenn diese versuchen wollen, das Netzwerk, bzw. einzelne Transaktionen gezielt zu zensieren, indem sie Mining-Pools unter Zwang setzen.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/8bc2577da8654edf9e3181f6a63d7095ad20c48dded03f44f144a8a033a1b71d.png">

<p>Wie in dieser Grafik leicht ersichtlich, gibt es heute einige wenige Pools, die einen deutlichen Anteil der globalen Hashrate bündeln. 80% (!!!) der Hashrate wird von den größten vier Pools bestimmt, und immerhin 55% (also mehr als die Hälfte - immer noch nicht cool) von den beiden größten. Dies macht Pools natürlich zu einem leicht bestimmbaren Angriffspunkt mit einer riesigen Zielscheibe auf dem Rücken.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/a410e95c1eb6db08243d798f0b3bab1d531dde1a7132b42ec92242305322254c.gif">

<p>Besteht überhaupt eine solche theoretische Möglichkeit, dass z.B. Foundry USA im Rahmen einer hypothetischen Verpflichtung durch Dritte (Regierung, Finanzaufsicht, Geheimdienst, etc.) mit der Zensur bestimmter Transaktionen beginnen könnte? Die Antwort ist: theoretisch erstmal ja. Auf technischer Ebene könnte es passieren. Doch Miner würden sehr schnell erkennen, dass etwas im Busch ist und ihre Hashrate auf andere Pools verlagern (dies muss nicht mal aus altruistischen Gründen geschehen, sondern einfach weil theoretische wirtschaftliche Anreize verloren gehen).</p>
<h3>Transaktionsauswahl</h3>
<p>Wie schon erwähnt, sind Mining-Pool-Betreiber heute dafür verantwortlich Transaktionen für den nächsten Block vorzuschlagen. Das bedeutet der Betreiber hat die volle Kontrolle darüber, wie der nächste Block im Mining-Prozess aussieht und die Miner und Mining-Farmen werden sozusagen zu Lieferanten von Hashrate, um diesen Vorschlag umzusetzen. Pools stellen den einzigen Koordinierungspunkt zwischen den teilnehmenden Hardware-Betreibern dar. Es bleibt dem Miner natürlich selbst überlassen, welchem Pool er sich anschließt (und ob sich überhaupt einem Pool angeschlossen wird) und auch der Wechsel von einem Pool zum nächsten ist relativ simpel und schnell vollzogen. Es bleibt jedoch dabei - Betreiber sind verantwortlich für die Auswahl von Transaktionen, die in die Kandidaten-Blöcke eingefügt (oder unterlassen, sprich zensiert) werden sollen. Es besteht also eine zusätzliche Bürde für jeden Miner zusätzlich zu kontrollieren, dass keine Transaktionen ausgeschlossen werden, oder Transaktionen sauber ausgewählt werden.</p>
<blockquote>
<p>“Bitcoin is dead.” “Mining is over.” “They will regulate Bitcoin.” “Censorship will come.” - Peter Todd</p>
</blockquote>
<p><np-embed url="https://www.coindesk.com/tech/2021/05/07/marathon-miners-have-started-censoring-bitcoin-transactions-heres-what-that-means"><a href="https://www.coindesk.com/tech/2021/05/07/marathon-miners-have-started-censoring-bitcoin-transactions-heres-what-that-means">https://www.coindesk.com/tech/2021/05/07/marathon-miners-have-started-censoring-bitcoin-transactions-heres-what-that-means</a></np-embed></p>
<p>Ob nun ein Pool-Betreiber oder Miner durch Zwang dazu geführt wird, individuelle Transaktionen hinzuzufügen, oder auszulassen, oder ob es aus eigenem Antrieb heraus geschieht (wie im obigen Artikel von MARA beschrieben: der von Marathon kontrollierte MARA Pool hatte entschieden, nur Blöcke mit OFAC-konformen Transaktionen zu produzieren und damit Transaktionen von und zu Adressen zu zensieren, die vom US-Finanzministerium auf die schwarze Liste gesetzt wurden, was einen großen Aufstand hervorrief und kein anderer Miner schloss sich dem Beispiel an. MARA veröffentlichten nach nur einem Monat in einer Pressemitteilung, dass keine Transaktionen mehr gefiltert würden.) ist dabei zunächst egal.</p>
<p>Doch eine Umkehrung der Verantwortlichkeit würde die Verantwortung zu den einzelnen tausenden Hardware-Betreibern (Minern) verschieben, die zentrale Entscheidungsgewalt der Pool-Betreiber auflösen und einen großen Angriffspunkt im Netzwerk eliminieren.</p>
<p>Wie alle anderen Computer-Netzwerk, besteht auch Bitcoin aus Protokollen, mit denen die Kommunikation zwischen Teilnehmern und Regeln festgelegt werden und die geschilderten Bedrohungen werden durch das aktuelle Protokoll ermöglicht, das von Minern und Mining-Pools verwendet wird, um miteinander zu kommunizieren: Stratum V1.</p>
<h3>Stratum v2</h3>
<p>Wie bei allen Sachen im Bitcoin-Ökosystem, gibt es keine zentrale Organisation, die Verbesserungen im Protokoll oder, wie in diesem Fall, in untergeordneten Protokollen vorschlagen und umsetzen kann. Es bedarf immer einer Gruppe von Entwicklern, die ein Problem im derzeitigen System erkennen und einen passenden Lösungsvorschlag unterbreiten. So auch bei Stratum. Das originale Stratum-Protokoll (v1) wurde 2012 eingeführt und wird seitdem weitgehend unverändert eingesetzt.</p>
<p>Bei der Stratum v2 Reference Implementation (SRI) handelt es sich um eine kostenlose, unabhängige, Open-Source-Variante von Stratum v2. Aber Justus, heißt das etwa, es gibt noch andere Stratum v2 Varianten? Bingo, Zweiter, es können beliebig viele Varianten erstellt werden. Alleine die Mining Pools entscheiden darüber, welches Protokoll, also welche Software, für sie und ihr Geschäftsmodell am besten funktioniert. Und die kürzlich vorgestellte Variante, die SRI, ist das bis dato umfangreichste und am weitesten unterstützte Update des Protokolls. Denn sowohl Braiins, ein Anbieter von Mining-Pools und Mining-Software (inkl. einer eigenen Variante von Stratum v2), als auch Foundry USA, der derzeit größte aller Mining-Pools, sind aktive Unterstützer des Projekts.</p>
<p>SRI ist also das wichtigste Protokoll-Update seit 2012. Aber was genau macht v2 so wichtig und wo liegen die Schwächen von v1?</p>
<p>In der aktuellen Version 1 ist Datenübertragung zwischen Minern, aber auch zwischen Minern und Pool-Betreibern nicht verschlüsselt. In v2 wird Kommunikation verschlüsselt und gewährleistet so Integrität und Vertraulichkeit der übermittelten Informationen. Dies soll vor allem vor sogenannten Man-in-the-Middle-Angriffen schützen, bei denen Dritte die Übertragung von Hashrate zwischen Minern und Pools abfangen (sogenanntes Hashrate-Hijacking), und diese als die eigenen weiterzuleiten und somit Auszahlungen zu stehlen.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/4b8c8cd2516f13dddd85a20914e4572d6f45779b4976a9bf8e8c01f0ae73e210.gif">

<p>Das v2 Protokoll ist vollständig binär. Das heißt, Datenübertragungen werden nicht in Menschen-lesbarem Textformat (ASCII Code), sondern in Computer-lesbarem Binärformat vorgenommen, was unnötige Datenmengen eliminiert. Dies und einige andere Leistungsverbesserungen machen den gesamten Prozess bis zu 20% performanter.</p>
<p>Stratum v2 dezentralisiert das Bitcoin-Mining erheblich, denn Miner bekommen die Möglichkeit, die Transaktionen fortan selbst auszuwählen, wodurch das Netzwerk zensurresistenter wird. Dies wird mit Hilfe von weiteren untergeordneten Protokollen erreicht, die es Minern ermöglichen, Transaktionen über ihre Nodes auszuwählen. Dies ist ein wichtiger Meilenstein bei der Demokratisierung der Transaktionsauswahl im gepoolten Mining und eliminiert die oben beschriebenen Risiken.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/c0770fc98a4e4773cdf4c9800adc33d4230fd09937ec38e3a4a2739a49355e29.gif">

<p>Konkret haben die Entwickler ein neues dezentralisiertes untergeordnetes Protokoll geschaffen, das sich Job Negotiator (JN) nennt. Achtung, jetzt wird es etwas technisch: Miner betreiben ihre eigenen Knoten, die eine neue Vorlage direkt vom Vorlagenanbieter erhalten. Die neue Vorlage enthält den Merkle-Pfad der Transaktionen, die vom Anbieter ausgewählt wurden. Für den neuen Block muss ein neuer Job erstellt werden, also sendet der JN des Miners eine Nachricht mit einem vorgeschlagenen Satz von Transaktionen an den Pool-Betreiber. Der Betreiber akzeptiert dann die Vorlage oder lehnt sie ab. Wenn der Vorschlag der Miner akzeptiert wird, werden sie benachrichtigt, dass sie mit dem Mining beginnen und ihre anteilige Hashrate an den Pool senden können.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/eef7101ea3afc933f89cc3de53f0009974a653c570bad69af29b69161d2e9d98.gif">

<p>Kurz gesagt: Miner schlagen vor, welche Transaktionen in einen Block kommen und nicht andersrum. Alle sind glücklich, alle sind froh und darüber hinaus geschieht dies natürlich blitzschnell, sodass für die Miner und den Pool kein Nachteil gegenüber anderen Mitbewerbern entsteht, denn beim Mining zählt jede Millisekunde, wenn es darum geht erfolgreich den nächsten Block produzieren zu dürfen, oder nicht.</p>
<p>Was sind die Anreize für die Pool-Betreiber, dieses neue Protokoll zu verwenden, wenn sie damit ihr Gewaltmonopol aufgeben?</p>
<p>Relativ einfach: Pool-Betreiber mögen diese Verantwortung eigentlich gar nicht. Sie haben sie irgendwie geerbt und sind mit dieser großen Verpflichtung gegenüber dem Netzwerk und sich selbst irgendwie im Unreinen. Ein bisschen so wie bei Morty, Aaliyah, Djibrail, Laila, Issa, Leonora, Naima und Amaya.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/3440f6667f8affc1bae67888b55c302361ff2aa31fb9f0c23595de96a34f1141.gif">

<p>Pool-Betreiber mögen es also nicht so in der Öffentlichkeit zu stehen und permanent angegriffen zu werden, des Weiteren birgt die Transaktionsauswahl auch ein gewisses Haftungsrisiko, das sie gerne von sich weisen würden.</p>
<p>Die beiden anderen grundlegenden Merkmale des Stratum v2 Protokolls sind, wie oben beschrieben, natürlich auch Sicherheits- und Leistungsverbesserung. Alleine für diese Attribute würde es sich schon lohnen, auf das neue Protokoll umzusteigen.</p>
<p>Die neue Variante des Protokolls (SRI) wurde erst kürzlich öffentlich und als Open-Source Code zugänglich gemacht. Es bleibt also nur eine Frage der Zeit, bis sich nach Braiins und Foundry auch die anderen Mining-Pools (sehr wahrscheinlich) nach einer gründlichen Test-Phase dem Update öffnen.</p>
<p><np-embed url="https://www.nobsbitcoin.com/carole-house-censoring-bitcoin"><a href="https://www.nobsbitcoin.com/carole-house-censoring-bitcoin">https://www.nobsbitcoin.com/carole-house-censoring-bitcoin</a></np-embed></p>
<p>Besonders in Zeiten, in denen Gegner von Bitcoin in halb-öffentlichen Reden über Pläne sprechen, wie man das Bitcoin-Netzwerk kontrollieren, bzw. für seine Zwecke benutzen kann, ist es wichtig die oben besprochenen Angriffs-Vektoren zu minimieren.</p>
<p>Carole House, ehemalige Direktorin für Cybersicherheit des Nationalen Sicherheitsrates des Weißen Hauses, sprach bei einem Event an der Universität von Princeton und sagte "sie würde lieber mehr Hashrate in den USA sehen, damit sie Miner zwingen können, das Netzwerk zu zensieren" und dass es "nicht nur darum ginge, Minern zu sagen, dass sie bestimmte Transaktionen nicht in Blöcke einbauen, sondern auch nicht auf Blöcken mit nicht konformen Transaktionen aufzubauen, damit diese Transaktionen nirgendwo in der Kette ankommen".</p>
<p>Die zeugt davon, dass Menschen wie Carole House ein substantielles Verständnis von der Bitcoin-Technologie besitzen und dieses Fachwissen dafür verwenden werden, Wege und Mittel aufzutun, wie man Bitcoin zumindest attackieren kann.</p>
<p>🫳🎤</p>
<hr>
<p>In diesem Sinne, 2... 1... Risiko!‌</p>
<p><img src="https://media.tenor.com/images/4ae424f8d8ea36e86169862d84d1b31e/tenor.gif" alt=""></p>
]]></itunes:summary>
      <itunes:image href="https://blossom.primal.net/12a3665ceb2afc692d3ceac8a1b84260fafef04df3840d64bdf8fda9d652e029.png"/>
      </item>
      
      <item>
      <title><![CDATA[#31 // Block 785255 // Was schwimmt da im Mempool?]]></title>
      <description><![CDATA[Diese Woche schauen wir uns den Mempool etwas genauer an. Was ist der Mempool, bzw. was sind die Mempools, was ist seine Funktion und was passiert dort aktuell?]]></description>
             <itunes:subtitle><![CDATA[Diese Woche schauen wir uns den Mempool etwas genauer an. Was ist der Mempool, bzw. was sind die Mempools, was ist seine Funktion und was passiert dort aktuell?]]></itunes:subtitle>
      <pubDate>Tue, 31 Dec 2024 08:31:09 GMT</pubDate>
      <link>https://www.genexyz.org/post/31-block-785255-was-schwimmt-da-im-mempool-tw8918/</link>
      <comments>https://www.genexyz.org/post/31-block-785255-was-schwimmt-da-im-mempool-tw8918/</comments>
      <guid isPermaLink="false">naddr1qqcnxvfdgfkx7cmt95mnsdfjx56j64mpwvkhxcmgwa5k6mt594jxzttfd5k56etdwphk7mpdw3mnswf38qpzqgrre4u4tnlaegxvft3q7aajk84s2vqsu56vrr5v5upzy9tm6yeqqvzqqqr4guv5k3ju</guid>
      <category>Bitcoin</category>
      
        <media:content url="https://blossom.primal.net/27205780d94fb4f4da66dccdf6498ab8b66b6dedce79ae6644e623afe0fdb9fb.png" medium="image"/>
        <enclosure 
          url="https://blossom.primal.net/27205780d94fb4f4da66dccdf6498ab8b66b6dedce79ae6644e623afe0fdb9fb.png" length="0" 
          type="image/png" 
        />
      <noteId>naddr1qqcnxvfdgfkx7cmt95mnsdfjx56j64mpwvkhxcmgwa5k6mt594jxzttfd5k56etdwphk7mpdw3mnswf38qpzqgrre4u4tnlaegxvft3q7aajk84s2vqsu56vrr5v5upzy9tm6yeqqvzqqqr4guv5k3ju</noteId>
      <npub>npub1yp3u6724el7u5rxy4cs0w7etr6c9xqgw2dxp36x2wq3zz4aazvsqw8xkc5</npub>
      <dc:creator><![CDATA[Genexyz]]></dc:creator>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Obwohl einige andere Themen, wie der kürzlich erschienene New York Times Artikel, in dem sich faktisch falsch und inhaltlich voreingenommen mit Bitcoin-Mining befasst wird, oder die Entdeckung des Satoshi Whitepapers auf Apple Computern momentan die heissen und viel besprochenen Nachrichten sind, hält auch die Diskussion über Ordinals und Inscriptions und besonders deren Auswirkungen auf das Bitcoin-Netzwerk an. Einer der viel besprochenen Aspekte bei diesem Thema ist die Auswirkung dieser Bitcoin-NFTs auf die Gebührenstruktur und somit Gewinnzusammensetzung für Miner, aber auch die direkten Auswirkungen auf On-Chain-Transaktionen durch die höheren Gebühren und den seit Wochen sehr vollen Mempool. Genau über den wollen wir uns diese Woche etwas detaillierter unterhalten, da es auch unter erfahrenen Bitcoinern immer noch einige Missverständnisse zu geben scheint.</p>
<hr>
<p>Fangen wir zunächst ganz vorne an. Regelmäßigen Leser//innen dieses Blogs sollte in Erinnerung sein, dass ich Anfang Februar einen Artikel über UTXOs und Gebührenmanagement geschrieben habe:</p>
<p><np-embed url="https://www.genexyz.org/post/25-block-774775-utxos-fee-management-v3ulch/"><a href="https://www.genexyz.org/post/25-block-774775-utxos-fee-management-v3ulch/">https://www.genexyz.org/post/25-block-774775-utxos-fee-management-v3ulch/</a></np-embed></p>
<p>In diesem Artikel habe ich beschrieben wie Transaktionen zusammengesetzt sind und welche Möglichkeiten Nutzer//innen haben, um ihre persönlichen Transaktionen anhand variabler Gebühreneinstellungen schnell oder langsam im Netzwerk zu platzieren.</p>
<blockquote>
<p>Welchen Nutzen haben hohe gegenüber niedrigen Gebühren? Bitcoin-Miner handeln nicht ganz uneigennützig, denn sie werden für ihre Arbeit entlohnt. Für jeden produzierten Block erhalten sie neben dem Blockanteil (Reward) auch sämtliche Transaktionsgebühren, der im neuen Block enthaltenen Transaktionen. Ohne zu sehr ins Detail zu gehen, bedeutet dies, dass Miner einen Anreiz haben, Transaktionen mit möglichst hohen Gebühren zuerst in den neuen Block zu schreiben, um so ihren Profit zu maximieren. Je höher eine Gebühr relativ zu denen der anderen Transaktionen im Mempool ist, desto wahrscheinlicher ist, dass diese Transaktion im nächsten Block landet. Das bietet dem/der Nutzer//in die Möglichkeit, die eigene Transaktion zu priorisieren.</p>
</blockquote>
<p>Der Mempool, kurz für Memory Pool, hat also was mit Transaktionen zu tun - und zwar ganz schön viel. Denn jede im System propagierte Transaktion landet zunächst im Mempool. Also kann man sagen, dass der Mempool sowas wie ein Wartezimmer, oder eine Warteschlange am Supermarkt oder im Vergnügungspark ist. Soll eine Transaktion in einen Block geschrieben werden, so muss sie sich erstmal anstellen. Dabei bleibt festzuhalten, dass Transaktionen erst im Netzwerk propagiert werden, bevor sie in einen Block geschrieben werden können. Wenn man also in seiner Wallet eine Transaktion abschickt und einen grünen Haken oder eine Animation angezeigt bekommt, dass die Transaktion erfolgreich versendet wurde, dann bedeutet dies schlicht nur, dass die Wallet die Nachricht, die diese Transaktion enthält, zunächst an eine Node (einen Knotenpunkt im Netzwerk) übertragen hat. Das dezentrale Peer-to-Peer Bitcoin-Netzwerk erledigt dann den Rest: Die Nodes propagieren diese Nachricht sofort weiter an alle verbundenen Nodes (Flooding genannt), und somit ist die Nachricht innerhalb weniger Sekunden an alle Netzwerkteilnehmer versendet. Dabei werden Transaktionen erstmal auf ihre Richtigkeit überprüft. Dann werden diese erst von den Mining-Nodes aus dem Mempool übernommen, die die Transaktionen sortieren und ihren Blöcken hinzufügen.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/a033aa3a2954fc5bd7b605abd4474da8f38095c30a86d19cf3b9ca7c84dbef57.gif">

<p>Transaktionen werden also von Wallets als Nachrichten ins Netzwerk gesendet. Ganz einfach gesprochen enthält jede Nachricht Informationen über den Sender, den Empfänger, die Höhe der versendeten Zahlung und die Höhe der angehefteten Gebühr. Diese Informationen müssen also erstmal im Netzwerk untergebracht werden, damit die Mining-Nodes aus diesem Pool von unbestätigten Transaktionen ihre Blöcke zusammensetzen können.</p>
<p>Jetzt sitzen also in diesem Wartezimmer ganz viele Transaktionen und warten darauf, aufgerufen zu werden, um von Dr. Miner in seinem Besprechungszimmer empfangen zu werden. Doch anders als beim Arzt, wo man in der Reihenfolge aufgerufen wird, in der man seinen Termin vereinbart hat, oder beim Straßenverkehrsamt, wo die Nummer auf dem kleinen Ticket, das man beim Eintritt gezogen hat, über die Reihenfolge entscheidet, sucht Dr. Miner sich selbst aus, welche Patienten (Transaktionen) er in welcher Reihenfolge sehen möchte. Dr. Miner bittet zum Vorsprechtermin. Und da alle Patienten ein kleines Schildchen hochhalten, auf dem die Gebühr steht, die sie bereit sind zu zahlen, um so schnell wie möglich von Dr. Miner empfangen zu werden, kann dieser ganz einfach diejenigen bevorzugen, die am meisten zahlen (würde so im normalen Leben ja keineswegs ablaufen - hrr hrr, Kassenpatienten!).</p>
<img src="https://blossom.primal.net/397f104807a3cfc2f56d8254023290a33caab6bbcde966299bfe920e1f94caa2.gif">

<p>Damit möchte ich nicht sagen, dass bei Bitcoin ein Zwei- oder Mehrklassensystem besteht, wie das im deutschen Gesundheitssystem der Fall ist, allerdings gibt es Einzelnen die Freiheit darüber zu entscheiden, wie wichtig ihnen einzelne Transaktionen sind und wie viel sie bereit sind, dafür zu bezahlen (ähem, freie Marktwirtschaft, hust!) Diese variable Gebührenstruktur ist also ganz eng mit dem Anreizsystem von Bitcoin verbunden. Gebühren werden in sats/B oder sats/vB (Satoshis pro (virtual) Byte) berechnet, also wie viele Sats man pro Byte entrichten muss. Damit werden Transaktionen mit mehr Blockgewicht automatisch teurer (hallo Ordinals 👋), was eigentlich sehr fair ist, aber die variable Gebühreneinstellung in den meisten Wallets erlaubt Versendenden ihre Transaktion auch anderen Transaktionen gegenüber zu priorisieren, wenn diese es für notwendig halten.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/9ddcadd77ef6cb23da46347f3c5e7741e4838e67de94c70e9a098b86b54257d3.gif">

<p>Eine oft falsche Annahme ist, dass es irgendwie den einen Mempool gibt. Das ist natürlich falsch und aufgrund der dezentralen Struktur des Netzwerks auch gar nicht möglich. Vielmehr verfügt jede Node über ihren eigenen Mempool (mit seinen eigenen Einstellungen). Dieses Missverständnis rührt wahrscheinlich daher, dass immer von DEM Mempool gesprochen wird und Block-Explorer, wie mempool.space, durch ihre Übersicht suggerieren, dass diese Informationen aus DEM Mempool entstammen. Dabei sind Explorer oft nur die Visualisierung einer einzelnen Node, oder aggregieren verschiedene Informationen, um einen möglichst akkuraten Gesamteindruck darzustellen.</p>
<hr>
<p><strong>☝️ Kurz zusammengefasst: Ein Mempool ist die Warteschlange ausstehender und unbestätigter Transaktionen für eine Node. Es gibt keinen zentralen oder globalen Mempool. Jede Node verwaltet ihren eigenen Mempool, sodass verschiedene Nodes theoretisch unterschiedliche Transaktionen in ihren Mempools sammeln können. Transaktionen wiederum enthalten Gebühreninformationen, die für die Mining-Nodes wichtig sind, um diese zu priorisieren.</strong></p>
<hr>
<img src="https://blossom.primal.net/8eb2425e7abff2ad65d1bfbc62ffdcf6dd84d74779de6b3843e918261bb950bf.png">

<p>Wenn man sich das obige Bild einmal anschaut, versteht man auch, was es mit den Gebühren auf sich hat. Am einfachsten ist es sich vorzustellen, es gäbe eine Autobahn, auf der ein Algorithmus entscheidet, wie schnell alle Autos fahren. Um überhaupt auf diese Autobahn auffahren zu dürfen, muss man 1,98 sat/vB zahlen, sonst wird man gar nicht drauf gelassen. Diejenigen Transaktionen, die 4 sat/vB zahlen, dürfen zwar auf die Autobahn, stehen aber momentan auf dem Standstreifen und kommen nicht vorwärts. Wer mind. 5 sat/vB zahlt, fährt automatisch auf der rechten Spur, alle die mind. 7 sat/vB zahlen, fahren in der Mitte, und wer mind. 10 sat/vB ausgeben möchte, darf rechts am schnellsten fahren.</p>
<p>Oder um eine andere Analogie zu bemühen, schauen wir uns eine Warteschlange im Vergnügungspark an. Allerdings gibt es nicht nur eine lange Schlange, sondern verschiedene Schlangen für dieselbe Achterbahn mit unterschiedlich langen Wartezeiten. Jedoch muss man mehr Fahrpreis bezahlen, wenn man in die Schlange mit der kürzeren Wartezeit möchte (würde so im normalen Leben ja keineswegs ablaufen - hrr hrr, Genie-Pass im Disney World). Alle 10 Minuten fährt die Achterbahn eine Runde und nimmt immer nur eine gewisse Anzahl von Parkbesuchern mit, bis das Gewichtslimit der Bahn erreicht ist - nur das Gewicht der Fahrgäste ist entscheidend, nicht die Menge.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/836fa5f1c85a7187057f8807cb56e903fe42b054a1a4fb0d5f87dce846e6ff64.gif">

<p>Es gibt einige Fahrgäste, denen es wert ist, auf jeden Fall in der nächsten Bahn zu sitzen, koste es was es wolle. Dann wiederum gibt es welche, die schauen, wie viele Fahrgäste schon in den jeweiligen Reihen stehen und sich ausrechnen, wie viel sie bezahlen müssten, um eine fast 100%ige Chance zu erhalten, in der nächsten Bahn zu sitzen, ohne unnötig draufzuzahlen. Dann gibt es diejenigen, denen es egal ist, denn sie wissen, dass sie auf jeden Fall irgendwann mitfahren, aber auf Schnelligkeit keinen Wert legen. Diese unterschiedlichen Warteschlangen lassen sich im folgenden Bild gut an den Kohorten der linken Spalte ablesen. Dort werden die jeweiligen Gebührenbereiche in sats/vB dargestellt und naturgemäß sind die unteren Bereiche mehr gefüllt, als die oberen.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/e2ec192dfe4b2fb26d85fc09a99901ec2d6dfa94e1b8daf3f9f3169a3d8248f9.png">

<p>Die Einordnung der Gebühren, das Analysieren der jeweiligen Bänder und das Errechnen der Mindestgebühren, etc. übernimmt natürlich nicht der Sender jedes Mal manuell. Wallets nutzen Algorithmen, um genau diese Informationen aus dem Netzwerk auszuwerten und um dann dem/der Nutzer//in die Gebühren schon einzustellen. Sollte es jedoch trotzdem vorkommen, dass die Gebühren zu niedrig eingestellt wurden und somit Transaktionen im Mempool stecken bleiben (sprich: Die Gebühren sind zu gering, um von Mining-Nodes als interessant genug erachtet zu werden und die Transaktion wird deshalb Block nach Block umgangen), gibt es die Möglichkeit Transaktionen zu pushen.</p>
<p><np-embed url="https://www.genexyz.org/post/19-block-765505-on-chain-analytics-mhcumo/"><a href="https://www.genexyz.org/post/19-block-765505-on-chain-analytics-mhcumo/">https://www.genexyz.org/post/19-block-765505-on-chain-analytics-mhcumo/</a></np-embed></p>
<p>Wie wir in meinem Artikel vom Dezember letztes Jahres gesehen haben, wurde mit Version 0.24 des Bitcoin Core Protokolls eine Änderung in der Core Implementierung vorgenommen:</p>
<blockquote>
<p>Und zwar wird der Default von Opt-in auf Full replace-by-fee (RBF) geändert. RBF ist eine Mempool-Funktion, die 2015 vorgeschlagen wurde und ins Protokoll übernommen wurde, die Nutzer//innen eine Möglichkeit gibt feststeckende Transaktionen voranzutreiben, wenn diese lange Zeit unbestätigt im Mempool hängen. Wenn Nutzer//innen diese jetzt beschleunigen wollen, können sie eine höhere Gebühr zahlen, um die eigene Transaktion attraktiver zu machen. In der 2016 eingeführten Opt-in RBF Funktion, müssen Nutzer//innen aktiv einwilligen, dass ihre Transaktionen durch Transaktionen mit höheren Gebühren ersetzt werden, wohingegen die neue Full RBF Funktion standardmäßig jede Transaktion ersetzbar macht, solange für die Ersetzung eine höhere Gebühr gezahlt wird.</p>
</blockquote>
<hr>
<p><strong>☝️ Kurz zusammengefasst: Der Mempool funktioniert als Sammelbecken für alle dem Netzwerk übertragenen Transaktionen, die dann von den Minern sukzessive in einen Block gepackt werden. Dies erfolgt in der Regel nach Höhe der Gebühren, d.h. Transaktionen, die eine höhere Gebühr mit sich führen, werden von Minern präferiert, da dies deren Profit steigert. Wurde eine Transaktion mit geringer Gebühr übertragen, oder treten aus verschiedenen Gründen hohe Gebührenspitzen auf, können die unpräferablen Transaktionen im Mempool hängen bleiben.</strong> </p>
<hr>
<p>Wie wir jetzt wissen, verwaltet jede Node ihren separaten, individuellen Mempool. Die Einstellungen können die Betreiber der Nodes selbst vornehmen, denn während die Standardgröße auf eine Memory-Grenze von 300 MB festgelegt ist, kann jeder Knotenbetreiber seinen eigenen Wert festlegen. Die Mempool-Größenbeschränkung bezieht sich jedoch nicht auf die serialisierten Daten oder das Transaktionsgewicht der Transaktionen in der Warteschlange, sondern auf die tatsächliche Speichernutzung der deserialisierten Transaktionsdaten auf der jeweiligen Node.</p>
<p>Wenn die Mempool-Grenze einer Node erreicht ist, werden die Transaktionen mit der niedrigsten Gebühr gelöscht und die Node gibt dem Netzwerk bekannt, dass vorerst keine Transaktionen unter einer gewissen Gebühr weitergeleitet werden sollen. Da jede Node unterschiedliche Grenzen hat, kann es sein, dass eine Node mit einem kleineren oder größeren Mempool Transaktionen früher oder später löscht.</p>
<p>Nachdem der Rückstand unter die (meistens) 300 MB-Grenze gesunken ist, senken Nodes ihre Gebührenmindestanforderung und beginnen wieder damit, Transaktionen zu akzeptieren, die zuvor ausgeschlossen wurden.</p>
<p>Jetzt ist es auch über drei Monate her, dass das Ordinals / Inscriptions Protokoll veröffentlicht wurde und nach einem anfangs relativ langsamen Start (trotz heftiger Diskussionen, vieler Publikationen zu dem Thema, etc.) wurden in dieser Zeit mittlerweile mehr als 1 Millionen Artefakte hochgeladen.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/455aca1f24b6c283e7296b8e3207fd6066407ce7fbee865ac20ba806bc281612.png">

<img src="https://blossom.primal.net/d537ac656ec1a1a3518af5ddd1528d621f229016dc51f27c21f1130975767131.png">

<p>Das Hochladen so vieler (meistens) Bilder direkt in die Bitcoin-Blockchain ist mit recht hoher Sicherheit der Treiber dafür, dass der Mempool seit einiger Zeit komplett ausgelastet ist (also die 300 MB-Grenze übersteigt) und, wie oben gesehen, zum Zeitpunkt des Verfassens, ca. 17.000 Transaktionen darauf warten, in einen Block geschrieben zu werden. Dies entspricht etwa 90 Blöcken, die das Netzwerk produzieren könnte, ohne dass eine einzige weitere Transaktion hinzu kommt. Die große Menge an hochgeladenen Daten hat auch dazu geführt, dass Gebühren zeitweise in den Bereich von 20-40 sat/vByte gehoben wurden.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/34f65f790f87b2d3872bb44ce30e69fbbe8a15e747cc763e7574fe874c39dee6.png">

<p>Vor SegWit (Segregated Witness) wurden Gebühren nach Transaktionsgröße bestimmt. SegWit führte das Konzept des Blockgewichts ein und änderte die zu erhebenden Gebühren nach Gewichtseinheit anstelle der Transaktionsgröße. Diese Änderung wurde eingeführt, um die Transaktionsgebühren insgesamt zu senken, jedoch kommt es dennoch vor, dass Blöcke erstellt werden, die überwiegend aus Inscriptions bestehen.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/321075ce9eaabb079c318941e238983b4f6633f7d473ce611e5d3b4d378ef463.png">

<p>SegWit war ironischerweise auch der Soft Fork, der es erst ermöglichte, dass Inscriptions in der heutigen Form hochgeladen werden können. Mehr dazu hier:</p>
<p><np-embed url="https://www.genexyz.org/post/26-block-775770-ordinals-inscriptions-36zg3n/"><a href="https://www.genexyz.org/post/26-block-775770-ordinals-inscriptions-36zg3n/">https://www.genexyz.org/post/26-block-775770-ordinals-inscriptions-36zg3n/</a></np-embed></p>
<p>Um das Ordinals / Inscriptions Thema abzuschließen, bleibt bei aller Kritik auf der einen Seite und einem neuen Geschäftsmodell / einer neuen Einnahmequelle für Miner auf der anderen Seite, zu sagen, dass der Anteil an Transaktionsgebühren, die auf Ordinals / Inscriptions zurückzuführen sind, doch recht überschaubar ist.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/933423b627923996b898bbc3a4d063c1d5a76b754004c32ab0978e585a867a9a.png">

<p>Es bleibt festzuhalten, dass der Mempool einen sehr wichtigen Teil des Bitcoin-Netzwerks darstellt. Er ermöglicht uns zu verstehen, wie ge- oder überfüllt das Netzwerk ist und ob es Transaktionsstaus gibt, die zu langsameren Bestätigungszeiten und höheren Gebühren führen. Er hilft fortgeschrittenen Nutzer//innen zu verstehen, wie sie ihre Gebühren am besten einstellen, aber bietet auch einen Überblick über den gesamten Zustand des Netzwerks. Will man sich einen Gesamteindruck über Bitcoin - das Netzwerk - machen, schaut man sich nicht den aktuellen Tageskurs an, sondern vielmehr den Mempool und die Hashrate. Diese zwei Quellen bieten eine Menge Auskunft darüber, was gerade im Netzwerk passiert und vielleicht passieren wird.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/2ee1e105ffef4ff7243f6fd21000e5e356cb0f58d091275b01d52718f7d0d17d.png">

<p>Los Miner, ihr habt zu viele ungelesene Transaktions-Nachrichten in eurem Mempool-Postfach!</p>
<p>🫳🎤</p>
<hr>
<p>In diesem Sinne, 2... 1... Risiko!‌</p>
<p><img src="https://media.tenor.com/images/4ae424f8d8ea36e86169862d84d1b31e/tenor.gif" alt=""></p>
]]></content:encoded>
      <itunes:author><![CDATA[Genexyz]]></itunes:author>
      <itunes:summary><![CDATA[<p>Obwohl einige andere Themen, wie der kürzlich erschienene New York Times Artikel, in dem sich faktisch falsch und inhaltlich voreingenommen mit Bitcoin-Mining befasst wird, oder die Entdeckung des Satoshi Whitepapers auf Apple Computern momentan die heissen und viel besprochenen Nachrichten sind, hält auch die Diskussion über Ordinals und Inscriptions und besonders deren Auswirkungen auf das Bitcoin-Netzwerk an. Einer der viel besprochenen Aspekte bei diesem Thema ist die Auswirkung dieser Bitcoin-NFTs auf die Gebührenstruktur und somit Gewinnzusammensetzung für Miner, aber auch die direkten Auswirkungen auf On-Chain-Transaktionen durch die höheren Gebühren und den seit Wochen sehr vollen Mempool. Genau über den wollen wir uns diese Woche etwas detaillierter unterhalten, da es auch unter erfahrenen Bitcoinern immer noch einige Missverständnisse zu geben scheint.</p>
<hr>
<p>Fangen wir zunächst ganz vorne an. Regelmäßigen Leser//innen dieses Blogs sollte in Erinnerung sein, dass ich Anfang Februar einen Artikel über UTXOs und Gebührenmanagement geschrieben habe:</p>
<p><np-embed url="https://www.genexyz.org/post/25-block-774775-utxos-fee-management-v3ulch/"><a href="https://www.genexyz.org/post/25-block-774775-utxos-fee-management-v3ulch/">https://www.genexyz.org/post/25-block-774775-utxos-fee-management-v3ulch/</a></np-embed></p>
<p>In diesem Artikel habe ich beschrieben wie Transaktionen zusammengesetzt sind und welche Möglichkeiten Nutzer//innen haben, um ihre persönlichen Transaktionen anhand variabler Gebühreneinstellungen schnell oder langsam im Netzwerk zu platzieren.</p>
<blockquote>
<p>Welchen Nutzen haben hohe gegenüber niedrigen Gebühren? Bitcoin-Miner handeln nicht ganz uneigennützig, denn sie werden für ihre Arbeit entlohnt. Für jeden produzierten Block erhalten sie neben dem Blockanteil (Reward) auch sämtliche Transaktionsgebühren, der im neuen Block enthaltenen Transaktionen. Ohne zu sehr ins Detail zu gehen, bedeutet dies, dass Miner einen Anreiz haben, Transaktionen mit möglichst hohen Gebühren zuerst in den neuen Block zu schreiben, um so ihren Profit zu maximieren. Je höher eine Gebühr relativ zu denen der anderen Transaktionen im Mempool ist, desto wahrscheinlicher ist, dass diese Transaktion im nächsten Block landet. Das bietet dem/der Nutzer//in die Möglichkeit, die eigene Transaktion zu priorisieren.</p>
</blockquote>
<p>Der Mempool, kurz für Memory Pool, hat also was mit Transaktionen zu tun - und zwar ganz schön viel. Denn jede im System propagierte Transaktion landet zunächst im Mempool. Also kann man sagen, dass der Mempool sowas wie ein Wartezimmer, oder eine Warteschlange am Supermarkt oder im Vergnügungspark ist. Soll eine Transaktion in einen Block geschrieben werden, so muss sie sich erstmal anstellen. Dabei bleibt festzuhalten, dass Transaktionen erst im Netzwerk propagiert werden, bevor sie in einen Block geschrieben werden können. Wenn man also in seiner Wallet eine Transaktion abschickt und einen grünen Haken oder eine Animation angezeigt bekommt, dass die Transaktion erfolgreich versendet wurde, dann bedeutet dies schlicht nur, dass die Wallet die Nachricht, die diese Transaktion enthält, zunächst an eine Node (einen Knotenpunkt im Netzwerk) übertragen hat. Das dezentrale Peer-to-Peer Bitcoin-Netzwerk erledigt dann den Rest: Die Nodes propagieren diese Nachricht sofort weiter an alle verbundenen Nodes (Flooding genannt), und somit ist die Nachricht innerhalb weniger Sekunden an alle Netzwerkteilnehmer versendet. Dabei werden Transaktionen erstmal auf ihre Richtigkeit überprüft. Dann werden diese erst von den Mining-Nodes aus dem Mempool übernommen, die die Transaktionen sortieren und ihren Blöcken hinzufügen.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/a033aa3a2954fc5bd7b605abd4474da8f38095c30a86d19cf3b9ca7c84dbef57.gif">

<p>Transaktionen werden also von Wallets als Nachrichten ins Netzwerk gesendet. Ganz einfach gesprochen enthält jede Nachricht Informationen über den Sender, den Empfänger, die Höhe der versendeten Zahlung und die Höhe der angehefteten Gebühr. Diese Informationen müssen also erstmal im Netzwerk untergebracht werden, damit die Mining-Nodes aus diesem Pool von unbestätigten Transaktionen ihre Blöcke zusammensetzen können.</p>
<p>Jetzt sitzen also in diesem Wartezimmer ganz viele Transaktionen und warten darauf, aufgerufen zu werden, um von Dr. Miner in seinem Besprechungszimmer empfangen zu werden. Doch anders als beim Arzt, wo man in der Reihenfolge aufgerufen wird, in der man seinen Termin vereinbart hat, oder beim Straßenverkehrsamt, wo die Nummer auf dem kleinen Ticket, das man beim Eintritt gezogen hat, über die Reihenfolge entscheidet, sucht Dr. Miner sich selbst aus, welche Patienten (Transaktionen) er in welcher Reihenfolge sehen möchte. Dr. Miner bittet zum Vorsprechtermin. Und da alle Patienten ein kleines Schildchen hochhalten, auf dem die Gebühr steht, die sie bereit sind zu zahlen, um so schnell wie möglich von Dr. Miner empfangen zu werden, kann dieser ganz einfach diejenigen bevorzugen, die am meisten zahlen (würde so im normalen Leben ja keineswegs ablaufen - hrr hrr, Kassenpatienten!).</p>
<img src="https://blossom.primal.net/397f104807a3cfc2f56d8254023290a33caab6bbcde966299bfe920e1f94caa2.gif">

<p>Damit möchte ich nicht sagen, dass bei Bitcoin ein Zwei- oder Mehrklassensystem besteht, wie das im deutschen Gesundheitssystem der Fall ist, allerdings gibt es Einzelnen die Freiheit darüber zu entscheiden, wie wichtig ihnen einzelne Transaktionen sind und wie viel sie bereit sind, dafür zu bezahlen (ähem, freie Marktwirtschaft, hust!) Diese variable Gebührenstruktur ist also ganz eng mit dem Anreizsystem von Bitcoin verbunden. Gebühren werden in sats/B oder sats/vB (Satoshis pro (virtual) Byte) berechnet, also wie viele Sats man pro Byte entrichten muss. Damit werden Transaktionen mit mehr Blockgewicht automatisch teurer (hallo Ordinals 👋), was eigentlich sehr fair ist, aber die variable Gebühreneinstellung in den meisten Wallets erlaubt Versendenden ihre Transaktion auch anderen Transaktionen gegenüber zu priorisieren, wenn diese es für notwendig halten.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/9ddcadd77ef6cb23da46347f3c5e7741e4838e67de94c70e9a098b86b54257d3.gif">

<p>Eine oft falsche Annahme ist, dass es irgendwie den einen Mempool gibt. Das ist natürlich falsch und aufgrund der dezentralen Struktur des Netzwerks auch gar nicht möglich. Vielmehr verfügt jede Node über ihren eigenen Mempool (mit seinen eigenen Einstellungen). Dieses Missverständnis rührt wahrscheinlich daher, dass immer von DEM Mempool gesprochen wird und Block-Explorer, wie mempool.space, durch ihre Übersicht suggerieren, dass diese Informationen aus DEM Mempool entstammen. Dabei sind Explorer oft nur die Visualisierung einer einzelnen Node, oder aggregieren verschiedene Informationen, um einen möglichst akkuraten Gesamteindruck darzustellen.</p>
<hr>
<p><strong>☝️ Kurz zusammengefasst: Ein Mempool ist die Warteschlange ausstehender und unbestätigter Transaktionen für eine Node. Es gibt keinen zentralen oder globalen Mempool. Jede Node verwaltet ihren eigenen Mempool, sodass verschiedene Nodes theoretisch unterschiedliche Transaktionen in ihren Mempools sammeln können. Transaktionen wiederum enthalten Gebühreninformationen, die für die Mining-Nodes wichtig sind, um diese zu priorisieren.</strong></p>
<hr>
<img src="https://blossom.primal.net/8eb2425e7abff2ad65d1bfbc62ffdcf6dd84d74779de6b3843e918261bb950bf.png">

<p>Wenn man sich das obige Bild einmal anschaut, versteht man auch, was es mit den Gebühren auf sich hat. Am einfachsten ist es sich vorzustellen, es gäbe eine Autobahn, auf der ein Algorithmus entscheidet, wie schnell alle Autos fahren. Um überhaupt auf diese Autobahn auffahren zu dürfen, muss man 1,98 sat/vB zahlen, sonst wird man gar nicht drauf gelassen. Diejenigen Transaktionen, die 4 sat/vB zahlen, dürfen zwar auf die Autobahn, stehen aber momentan auf dem Standstreifen und kommen nicht vorwärts. Wer mind. 5 sat/vB zahlt, fährt automatisch auf der rechten Spur, alle die mind. 7 sat/vB zahlen, fahren in der Mitte, und wer mind. 10 sat/vB ausgeben möchte, darf rechts am schnellsten fahren.</p>
<p>Oder um eine andere Analogie zu bemühen, schauen wir uns eine Warteschlange im Vergnügungspark an. Allerdings gibt es nicht nur eine lange Schlange, sondern verschiedene Schlangen für dieselbe Achterbahn mit unterschiedlich langen Wartezeiten. Jedoch muss man mehr Fahrpreis bezahlen, wenn man in die Schlange mit der kürzeren Wartezeit möchte (würde so im normalen Leben ja keineswegs ablaufen - hrr hrr, Genie-Pass im Disney World). Alle 10 Minuten fährt die Achterbahn eine Runde und nimmt immer nur eine gewisse Anzahl von Parkbesuchern mit, bis das Gewichtslimit der Bahn erreicht ist - nur das Gewicht der Fahrgäste ist entscheidend, nicht die Menge.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/836fa5f1c85a7187057f8807cb56e903fe42b054a1a4fb0d5f87dce846e6ff64.gif">

<p>Es gibt einige Fahrgäste, denen es wert ist, auf jeden Fall in der nächsten Bahn zu sitzen, koste es was es wolle. Dann wiederum gibt es welche, die schauen, wie viele Fahrgäste schon in den jeweiligen Reihen stehen und sich ausrechnen, wie viel sie bezahlen müssten, um eine fast 100%ige Chance zu erhalten, in der nächsten Bahn zu sitzen, ohne unnötig draufzuzahlen. Dann gibt es diejenigen, denen es egal ist, denn sie wissen, dass sie auf jeden Fall irgendwann mitfahren, aber auf Schnelligkeit keinen Wert legen. Diese unterschiedlichen Warteschlangen lassen sich im folgenden Bild gut an den Kohorten der linken Spalte ablesen. Dort werden die jeweiligen Gebührenbereiche in sats/vB dargestellt und naturgemäß sind die unteren Bereiche mehr gefüllt, als die oberen.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/e2ec192dfe4b2fb26d85fc09a99901ec2d6dfa94e1b8daf3f9f3169a3d8248f9.png">

<p>Die Einordnung der Gebühren, das Analysieren der jeweiligen Bänder und das Errechnen der Mindestgebühren, etc. übernimmt natürlich nicht der Sender jedes Mal manuell. Wallets nutzen Algorithmen, um genau diese Informationen aus dem Netzwerk auszuwerten und um dann dem/der Nutzer//in die Gebühren schon einzustellen. Sollte es jedoch trotzdem vorkommen, dass die Gebühren zu niedrig eingestellt wurden und somit Transaktionen im Mempool stecken bleiben (sprich: Die Gebühren sind zu gering, um von Mining-Nodes als interessant genug erachtet zu werden und die Transaktion wird deshalb Block nach Block umgangen), gibt es die Möglichkeit Transaktionen zu pushen.</p>
<p><np-embed url="https://www.genexyz.org/post/19-block-765505-on-chain-analytics-mhcumo/"><a href="https://www.genexyz.org/post/19-block-765505-on-chain-analytics-mhcumo/">https://www.genexyz.org/post/19-block-765505-on-chain-analytics-mhcumo/</a></np-embed></p>
<p>Wie wir in meinem Artikel vom Dezember letztes Jahres gesehen haben, wurde mit Version 0.24 des Bitcoin Core Protokolls eine Änderung in der Core Implementierung vorgenommen:</p>
<blockquote>
<p>Und zwar wird der Default von Opt-in auf Full replace-by-fee (RBF) geändert. RBF ist eine Mempool-Funktion, die 2015 vorgeschlagen wurde und ins Protokoll übernommen wurde, die Nutzer//innen eine Möglichkeit gibt feststeckende Transaktionen voranzutreiben, wenn diese lange Zeit unbestätigt im Mempool hängen. Wenn Nutzer//innen diese jetzt beschleunigen wollen, können sie eine höhere Gebühr zahlen, um die eigene Transaktion attraktiver zu machen. In der 2016 eingeführten Opt-in RBF Funktion, müssen Nutzer//innen aktiv einwilligen, dass ihre Transaktionen durch Transaktionen mit höheren Gebühren ersetzt werden, wohingegen die neue Full RBF Funktion standardmäßig jede Transaktion ersetzbar macht, solange für die Ersetzung eine höhere Gebühr gezahlt wird.</p>
</blockquote>
<hr>
<p><strong>☝️ Kurz zusammengefasst: Der Mempool funktioniert als Sammelbecken für alle dem Netzwerk übertragenen Transaktionen, die dann von den Minern sukzessive in einen Block gepackt werden. Dies erfolgt in der Regel nach Höhe der Gebühren, d.h. Transaktionen, die eine höhere Gebühr mit sich führen, werden von Minern präferiert, da dies deren Profit steigert. Wurde eine Transaktion mit geringer Gebühr übertragen, oder treten aus verschiedenen Gründen hohe Gebührenspitzen auf, können die unpräferablen Transaktionen im Mempool hängen bleiben.</strong> </p>
<hr>
<p>Wie wir jetzt wissen, verwaltet jede Node ihren separaten, individuellen Mempool. Die Einstellungen können die Betreiber der Nodes selbst vornehmen, denn während die Standardgröße auf eine Memory-Grenze von 300 MB festgelegt ist, kann jeder Knotenbetreiber seinen eigenen Wert festlegen. Die Mempool-Größenbeschränkung bezieht sich jedoch nicht auf die serialisierten Daten oder das Transaktionsgewicht der Transaktionen in der Warteschlange, sondern auf die tatsächliche Speichernutzung der deserialisierten Transaktionsdaten auf der jeweiligen Node.</p>
<p>Wenn die Mempool-Grenze einer Node erreicht ist, werden die Transaktionen mit der niedrigsten Gebühr gelöscht und die Node gibt dem Netzwerk bekannt, dass vorerst keine Transaktionen unter einer gewissen Gebühr weitergeleitet werden sollen. Da jede Node unterschiedliche Grenzen hat, kann es sein, dass eine Node mit einem kleineren oder größeren Mempool Transaktionen früher oder später löscht.</p>
<p>Nachdem der Rückstand unter die (meistens) 300 MB-Grenze gesunken ist, senken Nodes ihre Gebührenmindestanforderung und beginnen wieder damit, Transaktionen zu akzeptieren, die zuvor ausgeschlossen wurden.</p>
<p>Jetzt ist es auch über drei Monate her, dass das Ordinals / Inscriptions Protokoll veröffentlicht wurde und nach einem anfangs relativ langsamen Start (trotz heftiger Diskussionen, vieler Publikationen zu dem Thema, etc.) wurden in dieser Zeit mittlerweile mehr als 1 Millionen Artefakte hochgeladen.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/455aca1f24b6c283e7296b8e3207fd6066407ce7fbee865ac20ba806bc281612.png">

<img src="https://blossom.primal.net/d537ac656ec1a1a3518af5ddd1528d621f229016dc51f27c21f1130975767131.png">

<p>Das Hochladen so vieler (meistens) Bilder direkt in die Bitcoin-Blockchain ist mit recht hoher Sicherheit der Treiber dafür, dass der Mempool seit einiger Zeit komplett ausgelastet ist (also die 300 MB-Grenze übersteigt) und, wie oben gesehen, zum Zeitpunkt des Verfassens, ca. 17.000 Transaktionen darauf warten, in einen Block geschrieben zu werden. Dies entspricht etwa 90 Blöcken, die das Netzwerk produzieren könnte, ohne dass eine einzige weitere Transaktion hinzu kommt. Die große Menge an hochgeladenen Daten hat auch dazu geführt, dass Gebühren zeitweise in den Bereich von 20-40 sat/vByte gehoben wurden.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/34f65f790f87b2d3872bb44ce30e69fbbe8a15e747cc763e7574fe874c39dee6.png">

<p>Vor SegWit (Segregated Witness) wurden Gebühren nach Transaktionsgröße bestimmt. SegWit führte das Konzept des Blockgewichts ein und änderte die zu erhebenden Gebühren nach Gewichtseinheit anstelle der Transaktionsgröße. Diese Änderung wurde eingeführt, um die Transaktionsgebühren insgesamt zu senken, jedoch kommt es dennoch vor, dass Blöcke erstellt werden, die überwiegend aus Inscriptions bestehen.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/321075ce9eaabb079c318941e238983b4f6633f7d473ce611e5d3b4d378ef463.png">

<p>SegWit war ironischerweise auch der Soft Fork, der es erst ermöglichte, dass Inscriptions in der heutigen Form hochgeladen werden können. Mehr dazu hier:</p>
<p><np-embed url="https://www.genexyz.org/post/26-block-775770-ordinals-inscriptions-36zg3n/"><a href="https://www.genexyz.org/post/26-block-775770-ordinals-inscriptions-36zg3n/">https://www.genexyz.org/post/26-block-775770-ordinals-inscriptions-36zg3n/</a></np-embed></p>
<p>Um das Ordinals / Inscriptions Thema abzuschließen, bleibt bei aller Kritik auf der einen Seite und einem neuen Geschäftsmodell / einer neuen Einnahmequelle für Miner auf der anderen Seite, zu sagen, dass der Anteil an Transaktionsgebühren, die auf Ordinals / Inscriptions zurückzuführen sind, doch recht überschaubar ist.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/933423b627923996b898bbc3a4d063c1d5a76b754004c32ab0978e585a867a9a.png">

<p>Es bleibt festzuhalten, dass der Mempool einen sehr wichtigen Teil des Bitcoin-Netzwerks darstellt. Er ermöglicht uns zu verstehen, wie ge- oder überfüllt das Netzwerk ist und ob es Transaktionsstaus gibt, die zu langsameren Bestätigungszeiten und höheren Gebühren führen. Er hilft fortgeschrittenen Nutzer//innen zu verstehen, wie sie ihre Gebühren am besten einstellen, aber bietet auch einen Überblick über den gesamten Zustand des Netzwerks. Will man sich einen Gesamteindruck über Bitcoin - das Netzwerk - machen, schaut man sich nicht den aktuellen Tageskurs an, sondern vielmehr den Mempool und die Hashrate. Diese zwei Quellen bieten eine Menge Auskunft darüber, was gerade im Netzwerk passiert und vielleicht passieren wird.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/2ee1e105ffef4ff7243f6fd21000e5e356cb0f58d091275b01d52718f7d0d17d.png">

<p>Los Miner, ihr habt zu viele ungelesene Transaktions-Nachrichten in eurem Mempool-Postfach!</p>
<p>🫳🎤</p>
<hr>
<p>In diesem Sinne, 2... 1... Risiko!‌</p>
<p><img src="https://media.tenor.com/images/4ae424f8d8ea36e86169862d84d1b31e/tenor.gif" alt=""></p>
]]></itunes:summary>
      <itunes:image href="https://blossom.primal.net/27205780d94fb4f4da66dccdf6498ab8b66b6dedce79ae6644e623afe0fdb9fb.png"/>
      </item>
      
      <item>
      <title><![CDATA[#30 // Block 783220 // Entmaterialisiertes Geld]]></title>
      <description><![CDATA[Bitcoins Proof of Work Mechanismus steht oft im Mittelpunkt, wenn Kritiker Bitcoin verurteilen. Allerdings verstehen diese nicht, dass der Gebrauch von Energie 100% beabsichtigt ist. Was macht Proof of Work so besonders?]]></description>
             <itunes:subtitle><![CDATA[Bitcoins Proof of Work Mechanismus steht oft im Mittelpunkt, wenn Kritiker Bitcoin verurteilen. Allerdings verstehen diese nicht, dass der Gebrauch von Energie 100% beabsichtigt ist. Was macht Proof of Work so besonders?]]></itunes:subtitle>
      <pubDate>Tue, 31 Dec 2024 05:29:22 GMT</pubDate>
      <link>https://www.genexyz.org/post/30-block-783220-entmaterialisiertes-geld-y0ggpb/</link>
      <comments>https://www.genexyz.org/post/30-block-783220-entmaterialisiertes-geld-y0ggpb/</comments>
      <guid isPermaLink="false">naddr1qqhnxvpdgfkx7cmt95mnsvejxgcz63tww3kkzar9wf5kzmrfwd5k2un5v4ej63m9d3jz67fsvanhqcszyqsx8nte2h8lmjsvcjhzpamm9v0tq5cppef5cx8gefczyg2hh5fjqqcyqqq823c2wlr7g</guid>
      <category>Bitcoin</category>
      
        <media:content url="https://blossom.primal.net/fdade0c090985fae5ee7fa9d621e2ef5c04c011c5ff790952c8fd2c9bee13ba2.png" medium="image"/>
        <enclosure 
          url="https://blossom.primal.net/fdade0c090985fae5ee7fa9d621e2ef5c04c011c5ff790952c8fd2c9bee13ba2.png" length="0" 
          type="image/png" 
        />
      <noteId>naddr1qqhnxvpdgfkx7cmt95mnsvejxgcz63tww3kkzar9wf5kzmrfwd5k2un5v4ej63m9d3jz67fsvanhqcszyqsx8nte2h8lmjsvcjhzpamm9v0tq5cppef5cx8gefczyg2hh5fjqqcyqqq823c2wlr7g</noteId>
      <npub>npub1yp3u6724el7u5rxy4cs0w7etr6c9xqgw2dxp36x2wq3zz4aazvsqw8xkc5</npub>
      <dc:creator><![CDATA[Genexyz]]></dc:creator>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Angesichts der jüngsten Aufmerksamkeit in den sozialen Medien, die durch Greenpeace und die von Shitcoin finanzierte Änderung der Code-Bewegung geschaffen wurde, ist es wichtig zu betonen, warum Proof of Work (PoW) ein Feature und kein Bug ist und warum der Aufwand an Energie und damit Strom und damit der Verbrauch von idealerweise dichten Energiequellen, die zur Herstellung von Bitcoin verwendet werden, ein wesentlicher Bestandteil der DNA von Bitcoin darstellen. Die von Greenpeace befürwortete Alternative, Proof of Stake (PoS), die nicht so viel physische Energie verbraucht, aber auch nicht den Funktionsumfang von Proof of Work mit sich bringt, ist in sich fehlerhaft, denn PoS schafft es nicht, die digitale Währung - die die meisten alternativen CrYpTo Currencies sein wollen - und eben nicht “World Computer” oder “Smart Contract Application” - in der realen Welt zu verankern.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/b67ed1ca1f6d92a02fd6633c2db0d5b1fdbf69f8920e851c9188f402a8edd48b.png">

<hr>
<p>Die Geschichte von Geld ist fast so lang wie die der Menschheit als solche. Wie schon oft und besonders in letzter Zeit besprochen, hat sich unser Geld und der Umgang mit diesem mit der Entwicklung des modernen Menschen weiterentwickelt. Neue Technologien haben dazu geführt, dass auch unser Geld weiterentwickelt wurde und sich den aktuellen Gegebenheiten angepasst hat. Das jeweilig in seiner Zeit vorhandene Geld war immer das Beste, was der technologische Fortschritt und die äußeren Faktoren hervorbringen konnten. Heute leben wir in einer stark digitalisierten Welt und in diesem digitalen Raum bedarf es eines Geldes, das diese Anforderungen erfüllt. Natürlich gibt es immer Mittel und Wege, das aktuell beste Geld mit Hilfsmitteln so anzupassen, dass es den neuen Herausforderungen eine gewisse Zeit standhält, aber das ist immer nur eine Notlösung zur Überbrückung der Zeit, bis die nächste Innovation Einzug erhält. Das haben wir z.B. mit Gold und der Einführung von Papiergeld gesehen.</p>
<p><np-embed url="https://www.genexyz.org/post/11-block-752065-fractional-reserve-banking-wird-durch-bitcoin-obsolet-bdpznh/"><a href="https://www.genexyz.org/post/11-block-752065-fractional-reserve-banking-wird-durch-bitcoin-obsolet-bdpznh/">https://www.genexyz.org/post/11-block-752065-fractional-reserve-banking-wird-durch-bitcoin-obsolet-bdpznh/</a></np-embed></p>
<p>Eine lange Zeit war Gold DAS beste Geld. Doch mit der Weiterentwicklung von anderen Technologien, die z.B. das Reisen über weite Strecken und damit den Handel zwischen Ländern und Kontinenten möglich machten, aber auch der Weiterentwicklung der Finanzsysteme und der damit einhergehenden Globalisierung, wurde Gold als Zahlungsmittel schnell unpraktisch und durch Papiergeld erweitert. Was zunächst nur eine bessere und neuere Art der Handhabung von Gold war, also die Möglichkeit den Besitz von Gold zu belegen und damit die Notwendigkeit schwere Barren oder Münzen von A nach B zu bewegen, abgelöst hat, wurde schnell zum neuen Geld. Papiergeld (und damit auch Notenbankgeld und Geschäftsbankbuchungen) ist spätestens seit 1971 das neue, am weitesten verbreitete Geld.</p>
<p><np-embed url="https://wtfhappenedin1971.com/"><a href="https://wtfhappenedin1971.com/">https://wtfhappenedin1971.com/</a></np-embed></p>
<p>Doch durch die nächste Stufe in unserer Entwicklung, der Erfindung des Internets und des World Wide Webs, musste auch dieses Geld den Umständen angepasst werden. Papiergeld, bzw. Fiat-Geld ist allerdings nicht für das digitale Zeitalter gemacht, weshalb wir uns heutzutage mit weiteren Substituten wie PayPal, Venmo, Kwitt (haha), Zelle, usw. versuchen auszuhelfen. Was ich damit sagen will, ist, dass Geld eine Lebensdauer hat, und Fiat-Geld in seiner aktuellen Form nur noch effizient genutzt werden kann, da es Produkte gibt, die es ermöglichen eine Brücke zwischen der Geld-Technologie und den äußeren Umständen, also der immer weiter voranschreitenden Verschiebung unseres Lebens in den digitalen Raum zu schlagen. Wo Papiergeld damals Gold als das am häufigsten genutzte Zahlungsmittel abgelöst hat, können Dienste wie PayPal allerdings nicht zum neuen Geld werden. Dies wird durch die Aufsichtsbehörden, Staaten und internationalen Institutionen verhindert, denn die monetäre Autorität, das Recht Geld auszugeben - zu prägen - (und auszugeben!), ist in allen Staaten dieser Welt einzig und allein dem Staat vorbehalten (also nur eigentlich, aber dazu mehr ein anderes Mal).</p>
<p><np-embed url="https://x.com/Culture_Crit/status/1638293934735601666"><a href="https://x.com/Culture_Crit/status/1638293934735601666">https://x.com/Culture_Crit/status/1638293934735601666</a></np-embed></p>
<p>Diese Digitalisierung des Werts von Geld ist gerade heute die Achillesferse von Gold. Gold ist (neben Bitcoin) die beste Möglichkeit, Besitz zu sichern und zu sparen. Es ist als Zahlungsmittel jedoch unbrauchbar. Fiat-Geld hingegen lässt sich bislang einigermaßen in den digitalen Raum überbrücken, aber Gold, der einzige bislang harte Wert, ist ein physischer Wert, was bedeutet, dass man es in der realen Welt schützen muss. Dies geschieht mit Hilfe von Tresoren oder Anbietern, die die Verwahrung übernehmen, was zur Zentralisierung des Eigentums und zu Vertrauensabhängigkeit führt, oder, wie oben beschrieben, zur Nutzung von Schuldscheinen. Da der einzige Grund sein Vermögen in Gold aufzubewahren darin besteht, solche Abhängigkeiten von Dritten zu vermeiden, führen Schuldscheine die Verwahridee ad absurdum, denn Schuldscheine sind nichts anderes, als Banknoten, die über kurz oder lang von ihrem zugrunde liegenden Wert entkoppelt werden. Dies ist bei Papiergeld der Fall, welches nicht durch den zugrunde liegenden Wert gedeckt wird.</p>
<p>Ist man jedoch in der Lage den zugrunde liegenden Wert zu entmaterialisieren, kann man diesen viel einfacher speichern, indem man Kryptographie verwendet, um diesen mit dem Internet zu verbinden, in dem weltweit die meisten Handelsgeschäfte und Transaktionen abgewickelt werden. Die Entmaterialisierung eines Werts birgt auch den Vorteil, dass dieser Wert in unendlich kleine Teile gestückelt werden kann. So ist es z.B. unmöglich einen Bruchteil des Wertes von Gold zu verleihen oder auszugeben, ohne es entweder in kleine Stücke zu zerlegen oder ein Derivat zu erstellen, das wiederum nur ein Proxy vom eigentlichen Gold darstellt.</p>
<p>Daher bringt ein entmaterialisierter Wert eines Guts viele Vorteile mit sich, die der einzige andere harte Wert, Gold, nicht bieten kann. Deshalb ist ein Gut, dass digital in einer entmaterialiserten Form existiert besser als ein physisches Gut. Dies kann man auch sehen, wenn man diesen Gedanken auf alte Geldarten zurückführt, denn es zeigt, dass diese damals verwendeten Gelder einen gewissen Wert hatten und als Ware marktwirtschaftlichen, oder sogar fast schon darwinistischen, Kräften eines Kampfes zwischen den jeweiligen Eigenschaften dieser Geldformen ausgeliefert waren. Muscheln wurden von Glasperlen abgelöst, Glasperlen von Silber, Silber von Gold. Gold war das wertvollste bekannte Gut, da Gold in der physischen Welt am schwierigsten herzustellen ist, oder war.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/bed0f35c1c7102fc6b92bad19b64f3a73ac44d9e1a0fa7c251f8e34a8c37f85a.gif">

<p>Denn in dieser evolutionistischen Kette löst Bitcoin Gold ab. Denn Bitcoin muss, obwohl es digital ist und damit in der heutigen Zeit des Internets perfekt funktioniert, in der physischen Welt beschafft oder produziert werden. Und das ist genau der Wert, den Proof of Work schafft. Bevor Bitcoin in der digitalen Welt existieren kann, muss es in der physischen Welt hergestellt werden. Und zwar unter sehr realen und physisch existierenden Umständen und Einschränkungen. Es muss Energie aufgebracht werden, um den Stromverbrauch von Mining-Rigs zu sättigen.</p>
<p>Damit hat Bitcoin einen Weg gefunden, Werte in der realen, greifbaren Welt mit denen der digitalen, entmaterialiserten Welt zu verbinden und genau diesen Wert in den digitalen Bereich zu übertragen. Der Mining-Prozess von Bitcoin transformiert also reale, physische Energie in ein digitales Gut, ohne dabei den Wert zu mindern, wenn überhaupt, wird der Wert dabei gesteigert. Denn die Transformation verankert nicht nur die aufgebrachte physische Energie in der realen Welt und wandelt diese in einen digitalen Wert um, sie steigert deren Wert sogar, indem sie ein Gut schafft, das weitere Eigenschaften in sich vereint, die in der realen Welt nicht existieren. Damit geht der Wert der verbrauchten Energie nicht verloren (wie gerne von Kritikern behauptet wird), sondern in diesem Prozess entsteht ein Gut, das größer ist als die Summe seiner Teile.</p>
<p>Diese Eigenschaft von Bitcoin, und Proof of Work im Speziellen, wird oft nicht erkannt, bzw. braucht einige Zeit, um verstanden zu werden. Es ist leicht nur auf den Energieverbrauch von Bitcoin in der physischen Welt zu zeigen, ohne die andere Seite der Gleichung in Betracht zu ziehen. Die zuvor genannten Medienkampagnen von Greenpeace, aber auch der EU, der EZB, des Weißen Hauses in den USA, usw. beschränken sich allerdings genau auf diese vereinfachte Anschauung der Tatsachen (oder vielmehr Narrative). Dieses Phänomen ist nicht neu. Ähnlich wird auch beispielsweise bei der Betrachtung von Antriebsarten von PKW vorgegangen. Elektrische Motoren werden mit Verbrennermotoren verglichen, indem man den Benzinverbrauch und den Benzinpreis einfach mit dem Stromverbrauch und Strompreis vergleicht. Der daraus entstehende Schluss, dass Elektroantriebe günstiger sind, hinkt natürlich vorne und hinten, da nicht alle Bestandteile der Gleichung in Betracht gezogen werden.</p>
<p>Das Verankern eines digitalen Werts in der physischen Wert ist allerdings nicht alleinig die Erfindung Satoshi Nakamotos und Bitcoin, sondern eine Verkettung von vielen Ideen und Konzepten zu einem einzigartigen und bislang nie dagewesenen neuen und bahnbrechenden technologischen Fortschritt.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/c22c066a5984d4034eea60b0fd7be5ad86ddd6b40d4984c8394e998cc2628140.png">

<p>Doch die Entmaterialisierung von Bitcoin hat nicht nur den einzigartigen Effekt, dass es einen Wert der digitalen Welt in der physischen Welt verankert, sie liefert auch den entscheidenden Vorteil von Bitcoin gegenüber Gold. Denn die Entmaterialisierung macht Bitcoin deutlich teilbarer als Gold, da Bits und Bytes in der Theorie in unendlich keine Teile gebrochen werden können, sie macht es deutlich transportables als Gold, denn eine Transaktion in egal welcher Höhe kann in sekundenschnelle propagiert werden und sie macht es vor allem deutlich sicherungsfähiger und damit Bitcoins Wert stabiler (nicht in Fiat-Terms, sondern absolut betrachtet), als den von Gold. Dies kann man schön in einem von <a href="https://whatismoneypodcast.com/episodes/the-saylor-series-episode-4-bitcoin-the-first-digital-monetary-energy-network">Michael Saylor verwendeten Gedankenexperiment</a> darstellen.</p>
<p>Man stelle sich dazu vor, es ist 1900 und man möchte eine Milliarde US Dollar in Gold verwahren und zwar so, dass man über diese Menge Gold im Jahre 2000 noch verfügt. (Die Veränderung des Goldpreises in Fiat-Terms über den Zeitraum lassen wir dabei außen vor, wir können sogar annehmen, dass 1 Milliarde Gold im Jahre 1900 im Jahre 2000 den exakt gleichen Wert hat). Hätte man im zwanzigsten Jahrhundert sein Gold z.B. bei Banken in Ländern wie Deutschland, Polen, Russland, China, Japan, Frankreich, oder Ländern der Kontinente Afrikas und Latein Amerikas in Verwahrung gegeben, ist davon auszugehen, dass durch Weltkriege und/oder Bürgerkriege, dieses Gold geraubt, verstaatlicht oder beschlagnahmt worden wäre. Selbst in den USA, Gewinner vieler dieser Kriege und territorial unbeschadet über diese 100 Jahre, gab es in 1933 die Executive Order 6102, die es Bürgern verbot Gold zu besitzen und diese zwang es unter Marktwert an die Regierung zu verkaufen.</p>
<p>Einzig in einer Handvoll von Ländern wäre es möglich gewesen, das Gold unbewegt und sicher einzulagern. Also wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass man diesen Treffer gelandet hätte? Selbst dort, wo man es unbewegt, also passiv einlagern hätte können, wären über 100 Jahre immense Verwahrgebühren fällig geworden, die den Wert der 1 Milliarde in Gold gesenkt hätten. Realistischer wäre sogar anzunehmen, dass man die Verwahrung des Goldes aktiv hätte überwachen müssen, also von Bank zu Bank, Land zu Land, oder sogar Kontinent zu Kontinent zu verschieben, um externen, (ge-)politischen und anderen Risiken entgegenzuwirken. Dies wäre mit einem weiteren hohen Kostenaufwand verbunden, der den Wert des eingelagerten 1 Milliarden Goldbestands noch weiter geschmälert hätte. Dieses Problem der Sicherung von Werten, insbesondere bei Gold, macht es als Wertspeicher relativ teuer. Bitcoin hat dieses Problem nicht, denn solange rückwärtskompatible Hardware existiert, muss man seinen Bitcoinbestand nur einmal vernünftig und sicher ablegen, um jederzeit und überall auf der Welt darauf zugreifen zu können.</p>
<p>Dies soll zeigen, dass PoW nicht nur eine sehr raffinierte Art und Weise darstellt Bitcoin in einem Anreizprozess herzustellen, sondern, dass PoW dabei hilft, den digitalen Wert Bitcoin in der physischen Welt zu verankern, und dabei zeitgleich Eigenschaften erzeugt, die andere Werte nicht besitzen. Das Verankern, bzw. die Verbindung von physischer und digitaler Welt durch die Transformation von Energie in eine höherwertige Form von Energie ist ein bahnbrechender technologischer Fortschritt, der selbst bei vielen Bitcoinern nicht hoch genug gewertet wird.</p>
<p>🫳🎤</p>
<hr>
<p>In diesem Sinne, 2... 1... Risiko!‌</p>
<p><img src="https://media.tenor.com/images/4ae424f8d8ea36e86169862d84d1b31e/tenor.gif" alt=""></p>
]]></content:encoded>
      <itunes:author><![CDATA[Genexyz]]></itunes:author>
      <itunes:summary><![CDATA[<p>Angesichts der jüngsten Aufmerksamkeit in den sozialen Medien, die durch Greenpeace und die von Shitcoin finanzierte Änderung der Code-Bewegung geschaffen wurde, ist es wichtig zu betonen, warum Proof of Work (PoW) ein Feature und kein Bug ist und warum der Aufwand an Energie und damit Strom und damit der Verbrauch von idealerweise dichten Energiequellen, die zur Herstellung von Bitcoin verwendet werden, ein wesentlicher Bestandteil der DNA von Bitcoin darstellen. Die von Greenpeace befürwortete Alternative, Proof of Stake (PoS), die nicht so viel physische Energie verbraucht, aber auch nicht den Funktionsumfang von Proof of Work mit sich bringt, ist in sich fehlerhaft, denn PoS schafft es nicht, die digitale Währung - die die meisten alternativen CrYpTo Currencies sein wollen - und eben nicht “World Computer” oder “Smart Contract Application” - in der realen Welt zu verankern.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/b67ed1ca1f6d92a02fd6633c2db0d5b1fdbf69f8920e851c9188f402a8edd48b.png">

<hr>
<p>Die Geschichte von Geld ist fast so lang wie die der Menschheit als solche. Wie schon oft und besonders in letzter Zeit besprochen, hat sich unser Geld und der Umgang mit diesem mit der Entwicklung des modernen Menschen weiterentwickelt. Neue Technologien haben dazu geführt, dass auch unser Geld weiterentwickelt wurde und sich den aktuellen Gegebenheiten angepasst hat. Das jeweilig in seiner Zeit vorhandene Geld war immer das Beste, was der technologische Fortschritt und die äußeren Faktoren hervorbringen konnten. Heute leben wir in einer stark digitalisierten Welt und in diesem digitalen Raum bedarf es eines Geldes, das diese Anforderungen erfüllt. Natürlich gibt es immer Mittel und Wege, das aktuell beste Geld mit Hilfsmitteln so anzupassen, dass es den neuen Herausforderungen eine gewisse Zeit standhält, aber das ist immer nur eine Notlösung zur Überbrückung der Zeit, bis die nächste Innovation Einzug erhält. Das haben wir z.B. mit Gold und der Einführung von Papiergeld gesehen.</p>
<p><np-embed url="https://www.genexyz.org/post/11-block-752065-fractional-reserve-banking-wird-durch-bitcoin-obsolet-bdpznh/"><a href="https://www.genexyz.org/post/11-block-752065-fractional-reserve-banking-wird-durch-bitcoin-obsolet-bdpznh/">https://www.genexyz.org/post/11-block-752065-fractional-reserve-banking-wird-durch-bitcoin-obsolet-bdpznh/</a></np-embed></p>
<p>Eine lange Zeit war Gold DAS beste Geld. Doch mit der Weiterentwicklung von anderen Technologien, die z.B. das Reisen über weite Strecken und damit den Handel zwischen Ländern und Kontinenten möglich machten, aber auch der Weiterentwicklung der Finanzsysteme und der damit einhergehenden Globalisierung, wurde Gold als Zahlungsmittel schnell unpraktisch und durch Papiergeld erweitert. Was zunächst nur eine bessere und neuere Art der Handhabung von Gold war, also die Möglichkeit den Besitz von Gold zu belegen und damit die Notwendigkeit schwere Barren oder Münzen von A nach B zu bewegen, abgelöst hat, wurde schnell zum neuen Geld. Papiergeld (und damit auch Notenbankgeld und Geschäftsbankbuchungen) ist spätestens seit 1971 das neue, am weitesten verbreitete Geld.</p>
<p><np-embed url="https://wtfhappenedin1971.com/"><a href="https://wtfhappenedin1971.com/">https://wtfhappenedin1971.com/</a></np-embed></p>
<p>Doch durch die nächste Stufe in unserer Entwicklung, der Erfindung des Internets und des World Wide Webs, musste auch dieses Geld den Umständen angepasst werden. Papiergeld, bzw. Fiat-Geld ist allerdings nicht für das digitale Zeitalter gemacht, weshalb wir uns heutzutage mit weiteren Substituten wie PayPal, Venmo, Kwitt (haha), Zelle, usw. versuchen auszuhelfen. Was ich damit sagen will, ist, dass Geld eine Lebensdauer hat, und Fiat-Geld in seiner aktuellen Form nur noch effizient genutzt werden kann, da es Produkte gibt, die es ermöglichen eine Brücke zwischen der Geld-Technologie und den äußeren Umständen, also der immer weiter voranschreitenden Verschiebung unseres Lebens in den digitalen Raum zu schlagen. Wo Papiergeld damals Gold als das am häufigsten genutzte Zahlungsmittel abgelöst hat, können Dienste wie PayPal allerdings nicht zum neuen Geld werden. Dies wird durch die Aufsichtsbehörden, Staaten und internationalen Institutionen verhindert, denn die monetäre Autorität, das Recht Geld auszugeben - zu prägen - (und auszugeben!), ist in allen Staaten dieser Welt einzig und allein dem Staat vorbehalten (also nur eigentlich, aber dazu mehr ein anderes Mal).</p>
<p><np-embed url="https://x.com/Culture_Crit/status/1638293934735601666"><a href="https://x.com/Culture_Crit/status/1638293934735601666">https://x.com/Culture_Crit/status/1638293934735601666</a></np-embed></p>
<p>Diese Digitalisierung des Werts von Geld ist gerade heute die Achillesferse von Gold. Gold ist (neben Bitcoin) die beste Möglichkeit, Besitz zu sichern und zu sparen. Es ist als Zahlungsmittel jedoch unbrauchbar. Fiat-Geld hingegen lässt sich bislang einigermaßen in den digitalen Raum überbrücken, aber Gold, der einzige bislang harte Wert, ist ein physischer Wert, was bedeutet, dass man es in der realen Welt schützen muss. Dies geschieht mit Hilfe von Tresoren oder Anbietern, die die Verwahrung übernehmen, was zur Zentralisierung des Eigentums und zu Vertrauensabhängigkeit führt, oder, wie oben beschrieben, zur Nutzung von Schuldscheinen. Da der einzige Grund sein Vermögen in Gold aufzubewahren darin besteht, solche Abhängigkeiten von Dritten zu vermeiden, führen Schuldscheine die Verwahridee ad absurdum, denn Schuldscheine sind nichts anderes, als Banknoten, die über kurz oder lang von ihrem zugrunde liegenden Wert entkoppelt werden. Dies ist bei Papiergeld der Fall, welches nicht durch den zugrunde liegenden Wert gedeckt wird.</p>
<p>Ist man jedoch in der Lage den zugrunde liegenden Wert zu entmaterialisieren, kann man diesen viel einfacher speichern, indem man Kryptographie verwendet, um diesen mit dem Internet zu verbinden, in dem weltweit die meisten Handelsgeschäfte und Transaktionen abgewickelt werden. Die Entmaterialisierung eines Werts birgt auch den Vorteil, dass dieser Wert in unendlich kleine Teile gestückelt werden kann. So ist es z.B. unmöglich einen Bruchteil des Wertes von Gold zu verleihen oder auszugeben, ohne es entweder in kleine Stücke zu zerlegen oder ein Derivat zu erstellen, das wiederum nur ein Proxy vom eigentlichen Gold darstellt.</p>
<p>Daher bringt ein entmaterialisierter Wert eines Guts viele Vorteile mit sich, die der einzige andere harte Wert, Gold, nicht bieten kann. Deshalb ist ein Gut, dass digital in einer entmaterialiserten Form existiert besser als ein physisches Gut. Dies kann man auch sehen, wenn man diesen Gedanken auf alte Geldarten zurückführt, denn es zeigt, dass diese damals verwendeten Gelder einen gewissen Wert hatten und als Ware marktwirtschaftlichen, oder sogar fast schon darwinistischen, Kräften eines Kampfes zwischen den jeweiligen Eigenschaften dieser Geldformen ausgeliefert waren. Muscheln wurden von Glasperlen abgelöst, Glasperlen von Silber, Silber von Gold. Gold war das wertvollste bekannte Gut, da Gold in der physischen Welt am schwierigsten herzustellen ist, oder war.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/bed0f35c1c7102fc6b92bad19b64f3a73ac44d9e1a0fa7c251f8e34a8c37f85a.gif">

<p>Denn in dieser evolutionistischen Kette löst Bitcoin Gold ab. Denn Bitcoin muss, obwohl es digital ist und damit in der heutigen Zeit des Internets perfekt funktioniert, in der physischen Welt beschafft oder produziert werden. Und das ist genau der Wert, den Proof of Work schafft. Bevor Bitcoin in der digitalen Welt existieren kann, muss es in der physischen Welt hergestellt werden. Und zwar unter sehr realen und physisch existierenden Umständen und Einschränkungen. Es muss Energie aufgebracht werden, um den Stromverbrauch von Mining-Rigs zu sättigen.</p>
<p>Damit hat Bitcoin einen Weg gefunden, Werte in der realen, greifbaren Welt mit denen der digitalen, entmaterialiserten Welt zu verbinden und genau diesen Wert in den digitalen Bereich zu übertragen. Der Mining-Prozess von Bitcoin transformiert also reale, physische Energie in ein digitales Gut, ohne dabei den Wert zu mindern, wenn überhaupt, wird der Wert dabei gesteigert. Denn die Transformation verankert nicht nur die aufgebrachte physische Energie in der realen Welt und wandelt diese in einen digitalen Wert um, sie steigert deren Wert sogar, indem sie ein Gut schafft, das weitere Eigenschaften in sich vereint, die in der realen Welt nicht existieren. Damit geht der Wert der verbrauchten Energie nicht verloren (wie gerne von Kritikern behauptet wird), sondern in diesem Prozess entsteht ein Gut, das größer ist als die Summe seiner Teile.</p>
<p>Diese Eigenschaft von Bitcoin, und Proof of Work im Speziellen, wird oft nicht erkannt, bzw. braucht einige Zeit, um verstanden zu werden. Es ist leicht nur auf den Energieverbrauch von Bitcoin in der physischen Welt zu zeigen, ohne die andere Seite der Gleichung in Betracht zu ziehen. Die zuvor genannten Medienkampagnen von Greenpeace, aber auch der EU, der EZB, des Weißen Hauses in den USA, usw. beschränken sich allerdings genau auf diese vereinfachte Anschauung der Tatsachen (oder vielmehr Narrative). Dieses Phänomen ist nicht neu. Ähnlich wird auch beispielsweise bei der Betrachtung von Antriebsarten von PKW vorgegangen. Elektrische Motoren werden mit Verbrennermotoren verglichen, indem man den Benzinverbrauch und den Benzinpreis einfach mit dem Stromverbrauch und Strompreis vergleicht. Der daraus entstehende Schluss, dass Elektroantriebe günstiger sind, hinkt natürlich vorne und hinten, da nicht alle Bestandteile der Gleichung in Betracht gezogen werden.</p>
<p>Das Verankern eines digitalen Werts in der physischen Wert ist allerdings nicht alleinig die Erfindung Satoshi Nakamotos und Bitcoin, sondern eine Verkettung von vielen Ideen und Konzepten zu einem einzigartigen und bislang nie dagewesenen neuen und bahnbrechenden technologischen Fortschritt.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/c22c066a5984d4034eea60b0fd7be5ad86ddd6b40d4984c8394e998cc2628140.png">

<p>Doch die Entmaterialisierung von Bitcoin hat nicht nur den einzigartigen Effekt, dass es einen Wert der digitalen Welt in der physischen Welt verankert, sie liefert auch den entscheidenden Vorteil von Bitcoin gegenüber Gold. Denn die Entmaterialisierung macht Bitcoin deutlich teilbarer als Gold, da Bits und Bytes in der Theorie in unendlich keine Teile gebrochen werden können, sie macht es deutlich transportables als Gold, denn eine Transaktion in egal welcher Höhe kann in sekundenschnelle propagiert werden und sie macht es vor allem deutlich sicherungsfähiger und damit Bitcoins Wert stabiler (nicht in Fiat-Terms, sondern absolut betrachtet), als den von Gold. Dies kann man schön in einem von <a href="https://whatismoneypodcast.com/episodes/the-saylor-series-episode-4-bitcoin-the-first-digital-monetary-energy-network">Michael Saylor verwendeten Gedankenexperiment</a> darstellen.</p>
<p>Man stelle sich dazu vor, es ist 1900 und man möchte eine Milliarde US Dollar in Gold verwahren und zwar so, dass man über diese Menge Gold im Jahre 2000 noch verfügt. (Die Veränderung des Goldpreises in Fiat-Terms über den Zeitraum lassen wir dabei außen vor, wir können sogar annehmen, dass 1 Milliarde Gold im Jahre 1900 im Jahre 2000 den exakt gleichen Wert hat). Hätte man im zwanzigsten Jahrhundert sein Gold z.B. bei Banken in Ländern wie Deutschland, Polen, Russland, China, Japan, Frankreich, oder Ländern der Kontinente Afrikas und Latein Amerikas in Verwahrung gegeben, ist davon auszugehen, dass durch Weltkriege und/oder Bürgerkriege, dieses Gold geraubt, verstaatlicht oder beschlagnahmt worden wäre. Selbst in den USA, Gewinner vieler dieser Kriege und territorial unbeschadet über diese 100 Jahre, gab es in 1933 die Executive Order 6102, die es Bürgern verbot Gold zu besitzen und diese zwang es unter Marktwert an die Regierung zu verkaufen.</p>
<p>Einzig in einer Handvoll von Ländern wäre es möglich gewesen, das Gold unbewegt und sicher einzulagern. Also wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass man diesen Treffer gelandet hätte? Selbst dort, wo man es unbewegt, also passiv einlagern hätte können, wären über 100 Jahre immense Verwahrgebühren fällig geworden, die den Wert der 1 Milliarde in Gold gesenkt hätten. Realistischer wäre sogar anzunehmen, dass man die Verwahrung des Goldes aktiv hätte überwachen müssen, also von Bank zu Bank, Land zu Land, oder sogar Kontinent zu Kontinent zu verschieben, um externen, (ge-)politischen und anderen Risiken entgegenzuwirken. Dies wäre mit einem weiteren hohen Kostenaufwand verbunden, der den Wert des eingelagerten 1 Milliarden Goldbestands noch weiter geschmälert hätte. Dieses Problem der Sicherung von Werten, insbesondere bei Gold, macht es als Wertspeicher relativ teuer. Bitcoin hat dieses Problem nicht, denn solange rückwärtskompatible Hardware existiert, muss man seinen Bitcoinbestand nur einmal vernünftig und sicher ablegen, um jederzeit und überall auf der Welt darauf zugreifen zu können.</p>
<p>Dies soll zeigen, dass PoW nicht nur eine sehr raffinierte Art und Weise darstellt Bitcoin in einem Anreizprozess herzustellen, sondern, dass PoW dabei hilft, den digitalen Wert Bitcoin in der physischen Welt zu verankern, und dabei zeitgleich Eigenschaften erzeugt, die andere Werte nicht besitzen. Das Verankern, bzw. die Verbindung von physischer und digitaler Welt durch die Transformation von Energie in eine höherwertige Form von Energie ist ein bahnbrechender technologischer Fortschritt, der selbst bei vielen Bitcoinern nicht hoch genug gewertet wird.</p>
<p>🫳🎤</p>
<hr>
<p>In diesem Sinne, 2... 1... Risiko!‌</p>
<p><img src="https://media.tenor.com/images/4ae424f8d8ea36e86169862d84d1b31e/tenor.gif" alt=""></p>
]]></itunes:summary>
      <itunes:image href="https://blossom.primal.net/fdade0c090985fae5ee7fa9d621e2ef5c04c011c5ff790952c8fd2c9bee13ba2.png"/>
      </item>
      
      <item>
      <title><![CDATA[#29 // Block 782180 // Bitcoin ist Zeit]]></title>
      <description><![CDATA[Bitcoin ist nicht nur ein Peer to Peer Cash Protokoll, sondern auch seine eigene Uhr. Es ist darüber hinaus aber auch der beste Zeitspeicher, den wir je erlebt haben. Nur leider braucht Bitcoin sehr viel Zeit, um dies auch zu begreifen.]]></description>
             <itunes:subtitle><![CDATA[Bitcoin ist nicht nur ein Peer to Peer Cash Protokoll, sondern auch seine eigene Uhr. Es ist darüber hinaus aber auch der beste Zeitspeicher, den wir je erlebt haben. Nur leider braucht Bitcoin sehr viel Zeit, um dies auch zu begreifen.]]></itunes:subtitle>
      <pubDate>Mon, 30 Dec 2024 21:08:42 GMT</pubDate>
      <link>https://www.genexyz.org/post/29-block-782180-bitcoin-ist-zeit-2nsaku/</link>
      <comments>https://www.genexyz.org/post/29-block-782180-bitcoin-ist-zeit-2nsaku/</comments>
      <guid isPermaLink="false">naddr1qqnnywfdgfkx7cmt95mnsv338qcz6snfw33k76tw945hxapdtfjkjapdxfh8xcttw5pzqgrre4u4tnlaegxvft3q7aajk84s2vqsu56vrr5v5upzy9tm6yeqqvzqqqr4guvrntaf</guid>
      <category>Bitcoin</category>
      
        <media:content url="https://blossom.primal.net/ce5ee2f888a50fdf56e12564319ffdb391b2f041b53c9294296f555b507dc038.jpg" medium="image"/>
        <enclosure 
          url="https://blossom.primal.net/ce5ee2f888a50fdf56e12564319ffdb391b2f041b53c9294296f555b507dc038.jpg" length="0" 
          type="image/jpeg" 
        />
      <noteId>naddr1qqnnywfdgfkx7cmt95mnsv338qcz6snfw33k76tw945hxapdtfjkjapdxfh8xcttw5pzqgrre4u4tnlaegxvft3q7aajk84s2vqsu56vrr5v5upzy9tm6yeqqvzqqqr4guvrntaf</noteId>
      <npub>npub1yp3u6724el7u5rxy4cs0w7etr6c9xqgw2dxp36x2wq3zz4aazvsqw8xkc5</npub>
      <dc:creator><![CDATA[Genexyz]]></dc:creator>
      <content:encoded><![CDATA[<h3>Bitcoin ist Zeit und Zeit ist Geld</h3>
<p>In einem der vorigen Artikel haben wir uns mit den Funktionen und Eigenschaften von Geld befasst. Eine, vielleicht sogar die wichtigste, Funktion von wertvollem und hartem Geld ist Knappheit. Wir haben gesehen, dass Bitcoin die einzige Form von Geld ist, die diese Charakteristik zu 100% erfüllt.</p>
<blockquote>
<p>Knappheit bedeutet, dass das Gut, das als Geld benutzt wird, begrenzt ist und nicht ohne weiteres vermehrt werden kann. </p>
</blockquote>
<p>Bitcoin erfüllt diesen Anspruch, denn</p>
<blockquote>
<p>Bitcoin ist auf 21.000.000 begrenzt. Die harte Obergrenze von Bitcoin ist von zentraler Bedeutung für sein Wertversprechen. Alle 2.099.999.997.690.000 Sats werden irgendwann existieren (oder existieren schon - je nach Betrachtungsweise) und darüber hinaus werden keine weiteren Sats produziert.</p>
</blockquote>
<p>Die einzige andere Ressource, die wir Menschen haben, die uns jedem zur Verfügung steht und zu 100% begrenzt ist, ist unsere Zeit. Ausnahmslos jeder Mensch hat ab dem Moment seiner Geburt ein Zeitfenster in diesem Leben und dieses Zeitfenster - dieses Leben - ist begrenzt. Es hat noch niemand geschafft diese Regel zu brechen, bzw. zu cheaten.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/ea455f3e4de7ea0af74d8521dbee44d0a2cde450e65cc9b1d39cccdcc64d1c5b.gif">

<p>Die Lebensdauer jedes Menschen fällt unterschiedlich aus und ist sogar recht ungerecht verteilt. Es gibt Menschen, die schon sehr, sehr früh nach ihrer Geburt sterben, und es gibt Menschen, die sehr, sehr alt werden. Auf diesem Spektrum von 0 bis ca. 120 Jahren befinden wir Menschen uns alle. Wir können aktiv Einfluss auf unsere Lebenserwartung nehmen, sowohl verlängernde als auch verkürzende Maßnahmen ergreifen, doch eins bleibt bisher immer garantiert: Unsere Zeit ist endlich. Und damit ist sie unser knappstes Gut.</p>
<p>Kommen wir nun zurück zum Geld. Wie wir schon gesehen haben, muss Geld drei Funktionen erfüllen:</p>
<blockquote>
<p>Es muss als Tausch- oder Zahlungsmittel funktionieren, es sollte ein Wertaufbewahrungsmittel sein und als Recheneinheit dienen.</p>
</blockquote>
<p>Während man schnell dazu übergeht, bei Geld an die Funktionen von Zahlungsmittel und Recheneinheit zu denken, da diese im täglichen Leben tausendfach vorkommen, ist es besonders die Funktion des Wertaufbewahrungsmittels, die Geld einen besonderen Stellenwert in unserem Leben als Ganzes verleiht. Und da ist sie, die Überschneidung von Geld und unserem Leben, also unserer begrenzten Zeit, auf die ich seit 400 Wörtern hinarbeite 😰</p>
<p>Zeit ist Geld. Jeder kennt diese Redewendung. Im wahrsten Sinne des Wortes bedeutet sie, dass man Zeit in Geld verwandeln kann und dass diejenigen, die Zeit haben auch Geld haben. Man spricht hier irrtümlicherweise auch von "Zeit sparen". Als ob die Möglichkeit bestehe, nicht verbrauchte Zeit zu einem späteren Zeitpunkt abzurufen. Dass dies außerhalb von Momos Welt nicht möglich ist, sollte jedem bewusst sein. Was meint man also damit, wenn man sagt man spart Zeit, oder Zeit ist Geld? Die Funktion des Wertaufbewahrungsmittels von Geld bedeutet erstmal, dass das verwendete Geld seinen Wert durch die Zeit aufrecht erhalten kann. Im allerbesten Falle ist ein Geld von heute auch morgen immer noch ein Geld wert.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/4d054449c77dd6377226faec2bfdf6092ce3fe4d128be23968f7520d01349deb.gif">

<p>Betrachten wir nun unser eigenes, hart begrenztes Zeitfenster, also jenes, das uns gegeben wurde, um auf diesem blauen, lustigen Ball zu verweilen, so wollen wir diese Zeit möglichst würdevoll und möglichst angenehm verbringen. Da das Leben allerdings Geld kostet, sind wir in der Regel gezwungen, solches zu verdienen. Es soll ein paar glückliche Menschen geben, denen dieser Ballast von Geburt an genommen wird, allerdings verhält es sich für das Gros der Menschen so, dass sie für ihren Unterhalt puckeln müssen. Im Idealfall sieht das so aus, dass man bei einem erwartbaren Durchschnittsalter von 80 Jahren, die ersten 20 Jahre damit verbringt zu erlernen, wie das Leben funktioniert und wie man Geld verdient, um dann 40 Jahre lang genau das zu tun und wenn alles gut läuft hat man noch 20 Jahre, um seinen wohlverdienten Ruhestand zu geniessen. Also einfach gesprochen verbringt man 50% seines Lebens damit, 100% seines Zeitfensters zu finanzieren (die ersten 20 Jahre des Lernens finanziert man zwar seinen Nachkommen, hat aber im Gegenzug dafür diese auch fremdfinanziert bekommen). Das bedeutet wiederum, dass man in den 40 Jahren Berufsleben doppelt so viel Geld verdienen muss, wie das eigens gewählte Leben kostet.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/95659d0f7dbf5779eb8313437df5d013a201d36018e2dc7622568350e4e67950.png">

<p>Um auf die Redewendung "Zeit ist Geld" zurückzukommen, bedeutet dies schlicht, dass jeder arbeitende (und damit Geld verdienende) Mensch seine eigene knapp bemessene Zeit in Form von Arbeit zur Verfügung stellt, um Geld zu verdienen. Dies tun wir, da wir Zeit eben nicht sparen können. Wir versuchen sie in einen anderen Aggregatzustand umzuwandeln (Zeit ➡️ Geld), um uns zu einem späteren Zeitpunkt mit diesem Geld unsere Zeit zurückzukaufen. Dies funktioniert zwar nicht im direkten Sinne, also dass wir uns zusätzliche Zeit kaufen, jedoch können wir das Decken laufender Kosten vorfinanzieren und somit, hoffentlich, im Ruhestand leben, ohne unsere laufenden Kosten durch Arbeit decken zu müssen. Wenn alles gut läuft, schaffen wir es sogar unseren gewählten Lebensstandard aufrechtzuerhalten und führen somit ein für unsere subjektiv gesteckten Messpunkte würdevolles und angenehmes Leben.</p>
<p>So die Theorie. Denn in der Praxis funktioniert dies nur, wenn es uns möglich ist, unsere Zeit in ein Geld umzuwandeln, das es uns erlaubt, eine Umwandlung von Geld zurück zur Zeit zu einem späteren Zeitpunkt so vorzunehmen, dass wir möglichst wenig verlieren. Dies ist die einzige Aufgabe eines Wertaufbewahrungmittels: Der Erhalt des jetzigen Wertes einer Sache über einen Zeitraum hinweg.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/601ff96a8e60bae2498074b96cd7ffe41cf1a686580d58c88ed006d0d06b37b0.gif">

<p>Praktisch gesprochen besteht dieser Vorgang aus zwei Komponenten. Zuerst müssen wir Geld verdienen, dann müssen wir es sparen. Bestenfalls schaffen wir so viel Geld zu verdienen, dass unsere Einnahmen unsere Ausgaben übersteigen, damit wir überhaupt in der Lage sind, überschüssiges Geld zu sparen. Dann müssen wir ein Wertaufbewahrungsmittel finden, dass es uns erlaubt, diesen Überschuss so zu konservieren, dass wir ihn zu einem späteren Zeitpunkt abrufen können. Über die erste Komponente lässt sich schon genug schreiben, über den gewählten Lebensstandard und die damit einhergehenden Kosten, die (Un-) Gerechtigkeit und Chancenungleichheit beim Erlangen einer Erwerbstätigkeit, etc. blah.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/8d69d37a1179f571ca7c781e7fa50e7fca8be4e3d705df56e470ff4d5da4d2ea.gif">

<p>Die zweite Komponente allerdings ist für unsere Betrachtung die viel entscheidendere. Denn gehen wir davon aus, dass wir zu den glücklichen Wenigen gehören, die es schaffen eine niedrige Zeitpräferenz zu erlangen und Überschüsse in der Gewinn- und Verlustrechnung des Lebens zu erzielen, so bleibt immernoch die grosse Frage offen, wie wir es schaffen sollen, diese Überschüsse zu konservieren, sodass wir sie dann später nutzen können. Und zwar so, dass sie möglichst wenig an Wert verloren haben, oder sogar an Wert zugenommen haben.</p>
<p>Genau das ist das Geschäftsmodell von vielen Unternehmen, Institutionen und Schlangenölverkäufern weltweit, die damit werben, unser hart verdientes Geld so anzulegen, dass es später unseren Ruhestand finanziert. Sie wollen uns in ihre undurchsichtigen Finanzierungsmodelle locken, um damit als die eigentlichen Profiteure hervorzugehen.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/0923aa1ae7c91a7e6bf058bd8b0b08f01c091c46216bd87d88d2b1b24fd8d07f.gif">

<p>Ob private oder staatliche Altersvorsorge, Riesterrente, Bausparvertrag, 401k, IRA, fondsgebundene Tralalarente oder Aktion Mensch-Los mit Sofort-Rente, alle Anbieter spielen mit der Sorge der Menschen, dass ihr heute gespartes Geld morgen wohl nicht mehr zur Finanzierung des erträumten Ruhestands reicht. Und warum ist das so? Wegen des effektiven Kaufkraftverlustes unseres aktuellen Geldes. Viel Tinte wurde vergossen, viele Tasten misshandelt, um dieses Thema zu beschreiben, das heute aktueller denn je ist. Denn wenn Geld in einer Fiat-Währung für die zukünftige Verwendung gespeichert wird, verliert es aufgrund der Währungsinflation im Laufe der Zeit an Kaufkraft. Das bedeutet effektiv, dass die investierte Zeit nicht nachhaltig widergespiegelt wird, oder drastischer ausgedrückt: wir haben unsere Zeit verschwendet. Sparen funktioniert also nicht mehr, wie es uns damals im Kindesalter beigebracht wurde.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/948c7ac6662f072a6c0ad927d4c3cebced9ddda2b92314d33bc51c9419dc56a2.png">

<p>Bitcoin fixes this, yay, Bitcoin-Floskel. Aber warum ist das so? Während Fiat-Währungen einem reellen Kaufkraftverlust ausgesetzt sind, der durch Fiskal- und Geldpolitik bedingt ist, ist der Wert von Bitcoin immer gleich. Ein bitcoin = ein bitcoin. Jetzt könnte man natürlich entgegensetzen, dass ein Knopf = ein Knopf. Allerdings lassen sich Knöpfe unendlich nachproduzieren und in Umlauf bringen. Doch wie wir wissen, hat Bitcoin eine harte Obergrenze von 21.000.000 bitcoins. Dies macht Bitcoin wahrscheinlich zum überprüfbar knappsten Gut auf unserer Erde. Selbst unser Zeitfenster könnte mit ein paar Entwicklungssprüngen in der DNA und Molekularforschung vielleicht irgendwann deutlich ausgeweitet, wenn nicht sogar für immer geöffnet werden.</p>
<p>Jedoch ist Bitcoins Code unveränderlich: Die 21 Millionen Obergrenze ist in Stein (Code) gemeißelt und damit eignet sich Bitcoin hervorragend als langfristiger Speicher für Zeit. Allein der Umrechnungskurs von Bitcoin in eine lokale, aktuelle oder für den Moment nützliche Währung hängt davon ab, wie viel Zeit man in einen anderen Wert umwandeln kann. Doch auch dies ist ein Feature und kein Bug. Denn jeder Arbeitstag, den ich heute in Euro oder US Dollar "spare" (besser: umwandle), ist komplett verloren, wenn diese Fiat-Währung zu einem Zeitpunkt x nicht mehr existiert. Dann ist es doch von Vorteil, wenn man seine Zeit in einen neutralen Aggregatzustand umwandeln kann, der sich in Zukunft beliebig in die benötigte aktuell brauchbare Recheneinheit / Währung transformieren lässt.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/cc2e3f8b7d1a39495c2f6e151a662489d06af2d055cf48f6ed117757b42c76e6.png">

<p><np-embed url="https://storeoftime.com/"><a href="https://storeoftime.com/">https://storeoftime.com/</a></np-embed></p>
<p>Andersherum lässt sich argumentieren, dass das Währungspaar nicht BTC/USD oder BTC/EUR ist, sondern direkt ZEIT/BTC. Man ermittelt also den Wert von Zeit direkt in einer Bitcoin-Ausdrucksweise, die in Zukunft sogar festgesetzt werden könnte und damit die ultimative Währungseinheit darstellen würde.</p>
<h3>Bitcoin verstehen</h3>
<p>Bitcoin ist nicht nur Zeit im Sinne von umgewandelter Zeit in Geldmenge, sondern als reeller Zeitaufwand, um Bitcoin zu verstehen und Bitcoin für sich selbst begreifbar zu machen. Auch diese Definition von Zeit ist wiedermals für jeden Menschen subjektiv und dem eigenen Empfinden nach zu bemessen. Was jedoch nicht von der Hand zu weisen ist, ist dass es einen gewissen Mindestaufwand von Zeit, ob mit der Lektüre verschiedener Texte, dem Austausch mit Gleichgesinnten, dem tatsächlichen Ausprobieren und Erlernen der mechanischen Abläufe, etc. bedarf, um Bitcoin zu begreifen. Niemand wird jemals Bitcoin in seiner Gänze, seiner Tragweite oder seiner Wirkung vollständig verstehen, allerdings bin ich fest davon überzeugt, dass es diesen einen Punkt gibt, an dem bei jedem an Bitcoin interessierten Menschen ein gewisser Aha!-Moment eintritt, an dem viele Puzzleteile mit einem Mal ein Bild ergeben.</p>
<p>Dieser Moment tritt bei manchen sehr früh, bei manchen eher später ein, jedoch eint alle Bitcoiner und Bitcoin-verstehende Menschen dieser eine Moment, den es nur zu erreichen möglich ist, wenn ein gewisses Maß von Zeit investiert wurde. Dieser Moment lässt sich nicht erklären und muss von jedem Menschen selbst erlebt werden, um ihn zu verstehen. Damit kann er nicht erkauft oder erschlichen werden, sondern lässt sich nur in Form von aufgebrachter Zeit erreichen. Damit trägt Bitcoin eine weitere Zeitkomponente in sich, die weder im Whitepaper, noch im Code, noch in später veröffentlichten Texten Satoshis festgehalten oder gar definiert wurde. Jedoch wage ich zu behaupten, dass es niemanden gibt, der/die Bitcoin begriffen hat und von sich sagt, diesen Moment der Klarheit, der Offenbarung, nicht erlebt zu haben.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/6f2b18880c3c6c5ce5ba4ad4203570745429d3324673ef146ce06059b6e918e9.gif">

<h3>Bitcoin hat sein eigenes Verständnis von Zeit</h3>
<p>Zeit ist ein sehr tiefgründiges und subjektives Konstrukt. Es gibt die Uhrzeit, also eine Zahl, die uns anzeigt, wie weit der jeweilige Tag vorangeschritten ist. Der Kalender misst auch Uhrzeit, nur eben nicht in Form von Stunden, Minuten und Sekunden, sondern in Monaten, Wochen und Tagen. Und dann gibt es noch Jahre. Wohingegen Sekunden, Minuten, Stunden, Tage, Wochen und Monate begrenzt sind - es gibt z.B. nur 12 Monate, dann fangen wir wieder von vorne an zu zählen, ist die Anzahl von Jahren keinem Zyklus unterworfen. Es wird immer weiter gezählt. Natürlich gibt es Dekaden, Jahrhunderte, Jahrtausende, etc., doch sind diese nur Recheneinheiten, die das Zählen von Jahren vereinfachen. In unserem System gibt es ein Jahr null und seit dem zählen wir vorwärts (wenn man davon absieht, dass sich jemand vor 400 Jahren das Jahr null ausgedacht hat und seit dem alles zurückgerechnet wurde, aber wir wollen mal nicht kleinlich sein) und alles was vor diesem Jahr null liegt, wird rückwärts gezählt. Dem Weihnachtshasen sei Dank 🙏</p>
<p>Genauso willkürlich, wie diese Zeiterfassung festgelegt wurde, verhält es sich bei Bitcoin auch. Denn Bitcoins innerer Maschinenraum ist eigentlich nichts anderes als eine eigenwillige und nutzungsbezogene Uhr. Die Bitcoin-Blockchain ist eigentlich eine Timechain, ein sogenannter Timestamp-Server. Wie schon mehrmals erwähnt, findet man das Wort 'Blockchain' in Satoshis Whitepaper nicht ein einziges Mal. Dafür findet man bereits im vierten Satz den Begriff 'Timestamp'.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/e17ff4438d64816e078ee4905efa8b5e4ed7251b185e9e154fcc0164a67f9e3d.gif">

<p>Da Zeit ein recht flexibler Begriff ist und die Zeitmessung vom jeweiligen Nutzen oder dem Erfüllen eines Ziels abhängig ist, ist es besonders schwierig, ein allgemeingültiges System zu wählen. Zeit kann in vielen Formen dargestellt werden, von "Jetzt bis kein Bock mehr", oder "Anno Pief und Dazumal" gibt es etliche Redewendungen, die zeigen, dass Zeit gefühlt wird und nicht gemessen wird. Doch wenn man ein global funktionierendes dezentrales Netzwerk errichten möchte, dass darauf basiert seine eigene Wahrheit zu speichern, ohne auf Dritte angewiesen zu sein und alle Transaktionen so zu speichern, dass sie nachvollzogen und validiert werden können, bedarf es eines Zeitmessungsmechanismus. Und dieser muss absolut fehlerfrei sein und darf keine Latenz zulassen, da sonst Raum für Schummeleien geboten wäre. Was eignet sich da also besser, als ein eigener, eigens für diesen besonderen Zweck erdachter Mechanismus zum Festhalten von Geschehnissen? Diese Geschehnisse werden vom System mit einem Zeitstempel versehen, der unmissverständlich macht, welche Reihenfolge von Geschehnissen die eine Wahrheit ausmacht, der alle Netzwerkteilnehmer vertrauen.</p>
<p>Gigi hat sich dem Thema in seinem neuen Buch deutlich detaillierter gewidmet und ich empfehle jedem/r die Lektüre dieses Kapitels:</p>
<p><np-embed url="https://21-ways.com/2/"><a href="https://21-ways.com/2/">https://21-ways.com/2/</a></np-embed></p>
<h3>Fazit</h3>
<p>Bitcoin ist nicht nur Zeit. Bitcoin misst die Zeit in seiner eigenen Weise. Bitcoin verlangt Zeit von uns, damit wir es begreifen, aber Bitcoin hilft uns, den Wert unserer Zeit einzufangen. Damit ist Bitcoin sowohl das Metronom, das seinen eigenen Takt angibt, strenger Lehrer, der Aufwand fordert, um Exzellenz zu erreichen, als auch Tresor oder Akku, der aufgebrachter Zeit einen Wert beimisst, und diesen Wert zu speichern vermag. Tick, tock, next Block!</p>
<p>🫳🎤</p>
<hr>
<p>In diesem Sinne, 2... 1... Risiko!‌</p>
<p><img src="https://media.tenor.com/images/4ae424f8d8ea36e86169862d84d1b31e/tenor.gif" alt=""></p>
]]></content:encoded>
      <itunes:author><![CDATA[Genexyz]]></itunes:author>
      <itunes:summary><![CDATA[<h3>Bitcoin ist Zeit und Zeit ist Geld</h3>
<p>In einem der vorigen Artikel haben wir uns mit den Funktionen und Eigenschaften von Geld befasst. Eine, vielleicht sogar die wichtigste, Funktion von wertvollem und hartem Geld ist Knappheit. Wir haben gesehen, dass Bitcoin die einzige Form von Geld ist, die diese Charakteristik zu 100% erfüllt.</p>
<blockquote>
<p>Knappheit bedeutet, dass das Gut, das als Geld benutzt wird, begrenzt ist und nicht ohne weiteres vermehrt werden kann. </p>
</blockquote>
<p>Bitcoin erfüllt diesen Anspruch, denn</p>
<blockquote>
<p>Bitcoin ist auf 21.000.000 begrenzt. Die harte Obergrenze von Bitcoin ist von zentraler Bedeutung für sein Wertversprechen. Alle 2.099.999.997.690.000 Sats werden irgendwann existieren (oder existieren schon - je nach Betrachtungsweise) und darüber hinaus werden keine weiteren Sats produziert.</p>
</blockquote>
<p>Die einzige andere Ressource, die wir Menschen haben, die uns jedem zur Verfügung steht und zu 100% begrenzt ist, ist unsere Zeit. Ausnahmslos jeder Mensch hat ab dem Moment seiner Geburt ein Zeitfenster in diesem Leben und dieses Zeitfenster - dieses Leben - ist begrenzt. Es hat noch niemand geschafft diese Regel zu brechen, bzw. zu cheaten.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/ea455f3e4de7ea0af74d8521dbee44d0a2cde450e65cc9b1d39cccdcc64d1c5b.gif">

<p>Die Lebensdauer jedes Menschen fällt unterschiedlich aus und ist sogar recht ungerecht verteilt. Es gibt Menschen, die schon sehr, sehr früh nach ihrer Geburt sterben, und es gibt Menschen, die sehr, sehr alt werden. Auf diesem Spektrum von 0 bis ca. 120 Jahren befinden wir Menschen uns alle. Wir können aktiv Einfluss auf unsere Lebenserwartung nehmen, sowohl verlängernde als auch verkürzende Maßnahmen ergreifen, doch eins bleibt bisher immer garantiert: Unsere Zeit ist endlich. Und damit ist sie unser knappstes Gut.</p>
<p>Kommen wir nun zurück zum Geld. Wie wir schon gesehen haben, muss Geld drei Funktionen erfüllen:</p>
<blockquote>
<p>Es muss als Tausch- oder Zahlungsmittel funktionieren, es sollte ein Wertaufbewahrungsmittel sein und als Recheneinheit dienen.</p>
</blockquote>
<p>Während man schnell dazu übergeht, bei Geld an die Funktionen von Zahlungsmittel und Recheneinheit zu denken, da diese im täglichen Leben tausendfach vorkommen, ist es besonders die Funktion des Wertaufbewahrungsmittels, die Geld einen besonderen Stellenwert in unserem Leben als Ganzes verleiht. Und da ist sie, die Überschneidung von Geld und unserem Leben, also unserer begrenzten Zeit, auf die ich seit 400 Wörtern hinarbeite 😰</p>
<p>Zeit ist Geld. Jeder kennt diese Redewendung. Im wahrsten Sinne des Wortes bedeutet sie, dass man Zeit in Geld verwandeln kann und dass diejenigen, die Zeit haben auch Geld haben. Man spricht hier irrtümlicherweise auch von "Zeit sparen". Als ob die Möglichkeit bestehe, nicht verbrauchte Zeit zu einem späteren Zeitpunkt abzurufen. Dass dies außerhalb von Momos Welt nicht möglich ist, sollte jedem bewusst sein. Was meint man also damit, wenn man sagt man spart Zeit, oder Zeit ist Geld? Die Funktion des Wertaufbewahrungsmittels von Geld bedeutet erstmal, dass das verwendete Geld seinen Wert durch die Zeit aufrecht erhalten kann. Im allerbesten Falle ist ein Geld von heute auch morgen immer noch ein Geld wert.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/4d054449c77dd6377226faec2bfdf6092ce3fe4d128be23968f7520d01349deb.gif">

<p>Betrachten wir nun unser eigenes, hart begrenztes Zeitfenster, also jenes, das uns gegeben wurde, um auf diesem blauen, lustigen Ball zu verweilen, so wollen wir diese Zeit möglichst würdevoll und möglichst angenehm verbringen. Da das Leben allerdings Geld kostet, sind wir in der Regel gezwungen, solches zu verdienen. Es soll ein paar glückliche Menschen geben, denen dieser Ballast von Geburt an genommen wird, allerdings verhält es sich für das Gros der Menschen so, dass sie für ihren Unterhalt puckeln müssen. Im Idealfall sieht das so aus, dass man bei einem erwartbaren Durchschnittsalter von 80 Jahren, die ersten 20 Jahre damit verbringt zu erlernen, wie das Leben funktioniert und wie man Geld verdient, um dann 40 Jahre lang genau das zu tun und wenn alles gut läuft hat man noch 20 Jahre, um seinen wohlverdienten Ruhestand zu geniessen. Also einfach gesprochen verbringt man 50% seines Lebens damit, 100% seines Zeitfensters zu finanzieren (die ersten 20 Jahre des Lernens finanziert man zwar seinen Nachkommen, hat aber im Gegenzug dafür diese auch fremdfinanziert bekommen). Das bedeutet wiederum, dass man in den 40 Jahren Berufsleben doppelt so viel Geld verdienen muss, wie das eigens gewählte Leben kostet.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/95659d0f7dbf5779eb8313437df5d013a201d36018e2dc7622568350e4e67950.png">

<p>Um auf die Redewendung "Zeit ist Geld" zurückzukommen, bedeutet dies schlicht, dass jeder arbeitende (und damit Geld verdienende) Mensch seine eigene knapp bemessene Zeit in Form von Arbeit zur Verfügung stellt, um Geld zu verdienen. Dies tun wir, da wir Zeit eben nicht sparen können. Wir versuchen sie in einen anderen Aggregatzustand umzuwandeln (Zeit ➡️ Geld), um uns zu einem späteren Zeitpunkt mit diesem Geld unsere Zeit zurückzukaufen. Dies funktioniert zwar nicht im direkten Sinne, also dass wir uns zusätzliche Zeit kaufen, jedoch können wir das Decken laufender Kosten vorfinanzieren und somit, hoffentlich, im Ruhestand leben, ohne unsere laufenden Kosten durch Arbeit decken zu müssen. Wenn alles gut läuft, schaffen wir es sogar unseren gewählten Lebensstandard aufrechtzuerhalten und führen somit ein für unsere subjektiv gesteckten Messpunkte würdevolles und angenehmes Leben.</p>
<p>So die Theorie. Denn in der Praxis funktioniert dies nur, wenn es uns möglich ist, unsere Zeit in ein Geld umzuwandeln, das es uns erlaubt, eine Umwandlung von Geld zurück zur Zeit zu einem späteren Zeitpunkt so vorzunehmen, dass wir möglichst wenig verlieren. Dies ist die einzige Aufgabe eines Wertaufbewahrungmittels: Der Erhalt des jetzigen Wertes einer Sache über einen Zeitraum hinweg.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/601ff96a8e60bae2498074b96cd7ffe41cf1a686580d58c88ed006d0d06b37b0.gif">

<p>Praktisch gesprochen besteht dieser Vorgang aus zwei Komponenten. Zuerst müssen wir Geld verdienen, dann müssen wir es sparen. Bestenfalls schaffen wir so viel Geld zu verdienen, dass unsere Einnahmen unsere Ausgaben übersteigen, damit wir überhaupt in der Lage sind, überschüssiges Geld zu sparen. Dann müssen wir ein Wertaufbewahrungsmittel finden, dass es uns erlaubt, diesen Überschuss so zu konservieren, dass wir ihn zu einem späteren Zeitpunkt abrufen können. Über die erste Komponente lässt sich schon genug schreiben, über den gewählten Lebensstandard und die damit einhergehenden Kosten, die (Un-) Gerechtigkeit und Chancenungleichheit beim Erlangen einer Erwerbstätigkeit, etc. blah.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/8d69d37a1179f571ca7c781e7fa50e7fca8be4e3d705df56e470ff4d5da4d2ea.gif">

<p>Die zweite Komponente allerdings ist für unsere Betrachtung die viel entscheidendere. Denn gehen wir davon aus, dass wir zu den glücklichen Wenigen gehören, die es schaffen eine niedrige Zeitpräferenz zu erlangen und Überschüsse in der Gewinn- und Verlustrechnung des Lebens zu erzielen, so bleibt immernoch die grosse Frage offen, wie wir es schaffen sollen, diese Überschüsse zu konservieren, sodass wir sie dann später nutzen können. Und zwar so, dass sie möglichst wenig an Wert verloren haben, oder sogar an Wert zugenommen haben.</p>
<p>Genau das ist das Geschäftsmodell von vielen Unternehmen, Institutionen und Schlangenölverkäufern weltweit, die damit werben, unser hart verdientes Geld so anzulegen, dass es später unseren Ruhestand finanziert. Sie wollen uns in ihre undurchsichtigen Finanzierungsmodelle locken, um damit als die eigentlichen Profiteure hervorzugehen.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/0923aa1ae7c91a7e6bf058bd8b0b08f01c091c46216bd87d88d2b1b24fd8d07f.gif">

<p>Ob private oder staatliche Altersvorsorge, Riesterrente, Bausparvertrag, 401k, IRA, fondsgebundene Tralalarente oder Aktion Mensch-Los mit Sofort-Rente, alle Anbieter spielen mit der Sorge der Menschen, dass ihr heute gespartes Geld morgen wohl nicht mehr zur Finanzierung des erträumten Ruhestands reicht. Und warum ist das so? Wegen des effektiven Kaufkraftverlustes unseres aktuellen Geldes. Viel Tinte wurde vergossen, viele Tasten misshandelt, um dieses Thema zu beschreiben, das heute aktueller denn je ist. Denn wenn Geld in einer Fiat-Währung für die zukünftige Verwendung gespeichert wird, verliert es aufgrund der Währungsinflation im Laufe der Zeit an Kaufkraft. Das bedeutet effektiv, dass die investierte Zeit nicht nachhaltig widergespiegelt wird, oder drastischer ausgedrückt: wir haben unsere Zeit verschwendet. Sparen funktioniert also nicht mehr, wie es uns damals im Kindesalter beigebracht wurde.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/948c7ac6662f072a6c0ad927d4c3cebced9ddda2b92314d33bc51c9419dc56a2.png">

<p>Bitcoin fixes this, yay, Bitcoin-Floskel. Aber warum ist das so? Während Fiat-Währungen einem reellen Kaufkraftverlust ausgesetzt sind, der durch Fiskal- und Geldpolitik bedingt ist, ist der Wert von Bitcoin immer gleich. Ein bitcoin = ein bitcoin. Jetzt könnte man natürlich entgegensetzen, dass ein Knopf = ein Knopf. Allerdings lassen sich Knöpfe unendlich nachproduzieren und in Umlauf bringen. Doch wie wir wissen, hat Bitcoin eine harte Obergrenze von 21.000.000 bitcoins. Dies macht Bitcoin wahrscheinlich zum überprüfbar knappsten Gut auf unserer Erde. Selbst unser Zeitfenster könnte mit ein paar Entwicklungssprüngen in der DNA und Molekularforschung vielleicht irgendwann deutlich ausgeweitet, wenn nicht sogar für immer geöffnet werden.</p>
<p>Jedoch ist Bitcoins Code unveränderlich: Die 21 Millionen Obergrenze ist in Stein (Code) gemeißelt und damit eignet sich Bitcoin hervorragend als langfristiger Speicher für Zeit. Allein der Umrechnungskurs von Bitcoin in eine lokale, aktuelle oder für den Moment nützliche Währung hängt davon ab, wie viel Zeit man in einen anderen Wert umwandeln kann. Doch auch dies ist ein Feature und kein Bug. Denn jeder Arbeitstag, den ich heute in Euro oder US Dollar "spare" (besser: umwandle), ist komplett verloren, wenn diese Fiat-Währung zu einem Zeitpunkt x nicht mehr existiert. Dann ist es doch von Vorteil, wenn man seine Zeit in einen neutralen Aggregatzustand umwandeln kann, der sich in Zukunft beliebig in die benötigte aktuell brauchbare Recheneinheit / Währung transformieren lässt.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/cc2e3f8b7d1a39495c2f6e151a662489d06af2d055cf48f6ed117757b42c76e6.png">

<p><np-embed url="https://storeoftime.com/"><a href="https://storeoftime.com/">https://storeoftime.com/</a></np-embed></p>
<p>Andersherum lässt sich argumentieren, dass das Währungspaar nicht BTC/USD oder BTC/EUR ist, sondern direkt ZEIT/BTC. Man ermittelt also den Wert von Zeit direkt in einer Bitcoin-Ausdrucksweise, die in Zukunft sogar festgesetzt werden könnte und damit die ultimative Währungseinheit darstellen würde.</p>
<h3>Bitcoin verstehen</h3>
<p>Bitcoin ist nicht nur Zeit im Sinne von umgewandelter Zeit in Geldmenge, sondern als reeller Zeitaufwand, um Bitcoin zu verstehen und Bitcoin für sich selbst begreifbar zu machen. Auch diese Definition von Zeit ist wiedermals für jeden Menschen subjektiv und dem eigenen Empfinden nach zu bemessen. Was jedoch nicht von der Hand zu weisen ist, ist dass es einen gewissen Mindestaufwand von Zeit, ob mit der Lektüre verschiedener Texte, dem Austausch mit Gleichgesinnten, dem tatsächlichen Ausprobieren und Erlernen der mechanischen Abläufe, etc. bedarf, um Bitcoin zu begreifen. Niemand wird jemals Bitcoin in seiner Gänze, seiner Tragweite oder seiner Wirkung vollständig verstehen, allerdings bin ich fest davon überzeugt, dass es diesen einen Punkt gibt, an dem bei jedem an Bitcoin interessierten Menschen ein gewisser Aha!-Moment eintritt, an dem viele Puzzleteile mit einem Mal ein Bild ergeben.</p>
<p>Dieser Moment tritt bei manchen sehr früh, bei manchen eher später ein, jedoch eint alle Bitcoiner und Bitcoin-verstehende Menschen dieser eine Moment, den es nur zu erreichen möglich ist, wenn ein gewisses Maß von Zeit investiert wurde. Dieser Moment lässt sich nicht erklären und muss von jedem Menschen selbst erlebt werden, um ihn zu verstehen. Damit kann er nicht erkauft oder erschlichen werden, sondern lässt sich nur in Form von aufgebrachter Zeit erreichen. Damit trägt Bitcoin eine weitere Zeitkomponente in sich, die weder im Whitepaper, noch im Code, noch in später veröffentlichten Texten Satoshis festgehalten oder gar definiert wurde. Jedoch wage ich zu behaupten, dass es niemanden gibt, der/die Bitcoin begriffen hat und von sich sagt, diesen Moment der Klarheit, der Offenbarung, nicht erlebt zu haben.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/6f2b18880c3c6c5ce5ba4ad4203570745429d3324673ef146ce06059b6e918e9.gif">

<h3>Bitcoin hat sein eigenes Verständnis von Zeit</h3>
<p>Zeit ist ein sehr tiefgründiges und subjektives Konstrukt. Es gibt die Uhrzeit, also eine Zahl, die uns anzeigt, wie weit der jeweilige Tag vorangeschritten ist. Der Kalender misst auch Uhrzeit, nur eben nicht in Form von Stunden, Minuten und Sekunden, sondern in Monaten, Wochen und Tagen. Und dann gibt es noch Jahre. Wohingegen Sekunden, Minuten, Stunden, Tage, Wochen und Monate begrenzt sind - es gibt z.B. nur 12 Monate, dann fangen wir wieder von vorne an zu zählen, ist die Anzahl von Jahren keinem Zyklus unterworfen. Es wird immer weiter gezählt. Natürlich gibt es Dekaden, Jahrhunderte, Jahrtausende, etc., doch sind diese nur Recheneinheiten, die das Zählen von Jahren vereinfachen. In unserem System gibt es ein Jahr null und seit dem zählen wir vorwärts (wenn man davon absieht, dass sich jemand vor 400 Jahren das Jahr null ausgedacht hat und seit dem alles zurückgerechnet wurde, aber wir wollen mal nicht kleinlich sein) und alles was vor diesem Jahr null liegt, wird rückwärts gezählt. Dem Weihnachtshasen sei Dank 🙏</p>
<p>Genauso willkürlich, wie diese Zeiterfassung festgelegt wurde, verhält es sich bei Bitcoin auch. Denn Bitcoins innerer Maschinenraum ist eigentlich nichts anderes als eine eigenwillige und nutzungsbezogene Uhr. Die Bitcoin-Blockchain ist eigentlich eine Timechain, ein sogenannter Timestamp-Server. Wie schon mehrmals erwähnt, findet man das Wort 'Blockchain' in Satoshis Whitepaper nicht ein einziges Mal. Dafür findet man bereits im vierten Satz den Begriff 'Timestamp'.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/e17ff4438d64816e078ee4905efa8b5e4ed7251b185e9e154fcc0164a67f9e3d.gif">

<p>Da Zeit ein recht flexibler Begriff ist und die Zeitmessung vom jeweiligen Nutzen oder dem Erfüllen eines Ziels abhängig ist, ist es besonders schwierig, ein allgemeingültiges System zu wählen. Zeit kann in vielen Formen dargestellt werden, von "Jetzt bis kein Bock mehr", oder "Anno Pief und Dazumal" gibt es etliche Redewendungen, die zeigen, dass Zeit gefühlt wird und nicht gemessen wird. Doch wenn man ein global funktionierendes dezentrales Netzwerk errichten möchte, dass darauf basiert seine eigene Wahrheit zu speichern, ohne auf Dritte angewiesen zu sein und alle Transaktionen so zu speichern, dass sie nachvollzogen und validiert werden können, bedarf es eines Zeitmessungsmechanismus. Und dieser muss absolut fehlerfrei sein und darf keine Latenz zulassen, da sonst Raum für Schummeleien geboten wäre. Was eignet sich da also besser, als ein eigener, eigens für diesen besonderen Zweck erdachter Mechanismus zum Festhalten von Geschehnissen? Diese Geschehnisse werden vom System mit einem Zeitstempel versehen, der unmissverständlich macht, welche Reihenfolge von Geschehnissen die eine Wahrheit ausmacht, der alle Netzwerkteilnehmer vertrauen.</p>
<p>Gigi hat sich dem Thema in seinem neuen Buch deutlich detaillierter gewidmet und ich empfehle jedem/r die Lektüre dieses Kapitels:</p>
<p><np-embed url="https://21-ways.com/2/"><a href="https://21-ways.com/2/">https://21-ways.com/2/</a></np-embed></p>
<h3>Fazit</h3>
<p>Bitcoin ist nicht nur Zeit. Bitcoin misst die Zeit in seiner eigenen Weise. Bitcoin verlangt Zeit von uns, damit wir es begreifen, aber Bitcoin hilft uns, den Wert unserer Zeit einzufangen. Damit ist Bitcoin sowohl das Metronom, das seinen eigenen Takt angibt, strenger Lehrer, der Aufwand fordert, um Exzellenz zu erreichen, als auch Tresor oder Akku, der aufgebrachter Zeit einen Wert beimisst, und diesen Wert zu speichern vermag. Tick, tock, next Block!</p>
<p>🫳🎤</p>
<hr>
<p>In diesem Sinne, 2... 1... Risiko!‌</p>
<p><img src="https://media.tenor.com/images/4ae424f8d8ea36e86169862d84d1b31e/tenor.gif" alt=""></p>
]]></itunes:summary>
      <itunes:image href="https://blossom.primal.net/ce5ee2f888a50fdf56e12564319ffdb391b2f041b53c9294296f555b507dc038.jpg"/>
      </item>
      
      <item>
      <title><![CDATA[#28 // Block 780040 // Ist Bitcoin Geld?]]></title>
      <description><![CDATA[Geld hat viele Funktionen. Aber bevor ein Gut zu Geld werden kann, muss es einige Kriterien bedienen. Welche Kriterien erfüllt werden und ob Bitcoin diese Charakteristiken bedient, schauen wir uns an.]]></description>
             <itunes:subtitle><![CDATA[Geld hat viele Funktionen. Aber bevor ein Gut zu Geld werden kann, muss es einige Kriterien bedienen. Welche Kriterien erfüllt werden und ob Bitcoin diese Charakteristiken bedient, schauen wir uns an.]]></itunes:subtitle>
      <pubDate>Tue, 10 Dec 2024 13:04:20 GMT</pubDate>
      <link>https://www.genexyz.org/post/28-block-780040-ist-bitcoin-geld-wuwok0/</link>
      <comments>https://www.genexyz.org/post/28-block-780040-ist-bitcoin-geld-wuwok0/</comments>
      <guid isPermaLink="false">naddr1qqnnywpdgfkx7cmt95mnsvpsxscz6jtnwsk5y6t5vdhkjm3dgajkcepdwa6hwmmtxqpzqgrre4u4tnlaegxvft3q7aajk84s2vqsu56vrr5v5upzy9tm6yeqqvzqqqr4gu5d3zfw</guid>
      <category>Bitcoin</category>
      
        <media:content url="https://blossom.primal.net/6f0c58d65ca118c769e0a4f79d2442b472ac3fcbd1671d4c4a92e0d018ee8c0f.png" medium="image"/>
        <enclosure 
          url="https://blossom.primal.net/6f0c58d65ca118c769e0a4f79d2442b472ac3fcbd1671d4c4a92e0d018ee8c0f.png" length="0" 
          type="image/png" 
        />
      <noteId>naddr1qqnnywpdgfkx7cmt95mnsvpsxscz6jtnwsk5y6t5vdhkjm3dgajkcepdwa6hwmmtxqpzqgrre4u4tnlaegxvft3q7aajk84s2vqsu56vrr5v5upzy9tm6yeqqvzqqqr4gu5d3zfw</noteId>
      <npub>npub1yp3u6724el7u5rxy4cs0w7etr6c9xqgw2dxp36x2wq3zz4aazvsqw8xkc5</npub>
      <dc:creator><![CDATA[Genexyz]]></dc:creator>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Wir sprechen oft über Bitcoin im Zusammenhang mit Geld oder Währungen. Bitcoin funktioniert als Zahlungsmittel, als Wertspeicher und als Recheneinheit - doch macht das Bitcoin zu Geld? Also, was ist Geld überhaupt und was macht ein Gut erst zu Geld? Und warum gibt es gutes Geld und weniger gutes Geld? Es gibt viele Arten von Geld, Warengeld, Notenbankgeld, Fiatgeld, usw. Doch wollen wir uns erstmal ganz von Anfang an mit der Funktionen und den Eigenschaften von Geld im Allgemeinen beschäftigen.</p>
<hr>
<h4>Was ist Geld?</h4>
<p>Ohne auf die Geschichte von Geld zum drölftausendsten Mal einzugehen (dazu kann man so ziemliches jedes Buch über Geld, Bitcoin, Ökonomie, etc. bis Seite 75 lesen und bekommt ganz genau die gleichen Infos), ist es sinnvoll sich kurz zu klarzumachen, dass niemand bestimmt oder definiert, was Geld ist. Geld kann im Endeffekt alles sein. Jeder, der Kindern schon mal beim Spielen zugesehen hat, wird erlebt haben, wie kurzerhand aus Steinen, Stöcken, DUPLO-Steinen oder eigentlich allem, was man in der Reichweite von Kindern so findet, plötzlich Geld wird. Denn ohne es zu wissen, verstehen Kinder sehr intuitiv, wie Geld funktioniert.</p>
<p>Geld ist Sprache. Geld ist wahrscheinlich sogar eine Sprache, die sich vor unserer modernen kommunikativen Sprache entwickelt hat. Selbst vor Urzeiten, als verschiedene Völker und Stämme auf den verschiedensten Winkeln der Erde herum zogen und sich somit erstmal verteilten und dann wieder vermischten, entwickelten sie unterschiedliche Arten der Kommunikation. Die eine gemeinsame Sprache jedoch, war die des Handels.</p>
<p>Kurzes Szenario: Homo Sapiens 1 hat einen Sack voller selbstgeschnitzter Pfeilspitzen in der Hand und betritt eine Lichtung, auf der Homo Sapiens 2 gerade eine Antilope grillt. Homo Sapiens 1: Uhhhhhhhhhhhhhh (zeigt auf die Antilope). Homo Sapiens 2: Ahhhhhhhhhhhh (wehrt mit den Händen wedelnd ab und springt in verteidigender Haltung auf). Homo Sapiens 1: Uhhhhhhhhhhhhhhhh (öffnet seinen Sack mit den Pfeilspitzen und legt 10 davon so hin, dass Homo Sapiens 2 versteht, dass HS1 diese zum Tausch anbietet). Homo Sapiens 2: Haaaaaaaaaaaaaa (reißt eine saftige Keule von der Antilope ab, schmeißt diese HS1 vor die Füße und schnappt sich die Pfeilspitzen).</p>
<img src="https://blossom.primal.net/d4b2fbfa7981a52ff6ee3204efe86873c57733f3f9608598748dad8eb3923aba.gif">

<p>Handel ist also älter als Schrift oder Sprache. In dem Szenario hat Homo Sapiens 1 gegenüber Homo Sapiens 2 einen Vorteil, denn er hat einen Sack dabei, in dem sich ein Wirtschaftsgut befindet, das andere Personen bereit sind, gegen ihre Besitztümer zu tauschen. So entsteht über einen gewissen Zeitraum Geld. Dabei sind die Funktionen von Geld immer die gleichen, egal welches Mittel gewählt wird. Das Mittel hängt im Wesentlichen von der lokalen Verfügbarkeit (bzw. der Begrenztheit dieser) ab.</p>
<h4>Funktionen von Geld</h4>
<p>Geld muss im Wesentlichen drei Funktionen erfüllen können: Es muss als Tausch- oder Zahlungsmittel funktionieren, es sollte ein Wertaufbewahrungsmittel sein und als Recheneinheit dienen.</p>
<p>In dem Szenario mit den beiden haarigen Protagonist//innen, sind diese drei Funktionen sehr leicht identifizierbar. HS1 hat selbstgeschnitzte Pfeilspitzen in einem Sack mitgeführt, da diese als Zahlungs- oder Tauschmittel verwendet werden können (HS2 hat bereitwillig feinstes Antilopen-Filet dafür eingetauscht), die Pfeilspitzen sind insofern Wertaufbewahrungsmittel, als dass sie (anders als das Fleisch) über Zeit nicht verderben und somit (zunächst) wertstabil sind - und damit HS1 incentiviert wird Pfeilspitzen zu sammeln (sparen) - und es war HS2 schnell möglich 10 Spitzen abzuzählen und somit seinem/ihrem Produkt einen Gegenwert beizumessen, sie dienen also auch als Recheneinheit.</p>
<p>Dies ist nur ein Beispiel, denn wie gesagt, Geld kann alles sein, das diese drei besprochenen Funktionen erfüllt und wenn sich mindestens zwei Parteien darauf einigen können, dass es sich bei dem verwendeten Mittel auch um ein Geld-würdiges Mittel handelt. Hätte HS1 kurzerhand 10 Steine vom Boden aufgehoben, um diese gegen das Fleisch zu tauschen, hätte HS2 laut "Uhhhhhhhhhh!" gerufen und mit dem Kopf geschüttelt, denn 10 Steine aufheben kann er/sie auch. Doch die Pfeilspitzen haben in diesem Moment einen intrinsischen Wert für HS2 und es ist erstmal egal, ob es sich hierbei um einen Tausch im direkten Sinne handelt (also Fleisch gegen Pfeilspitze), weil HS2 weiss, dass er/sie damit neues Fleisch jagen kann, oder einen indirekten Tausch, also eine Zahlung (also Fleisch gegen Geld), weil HS2 weiss, dass er/sie damit einen hippen Kakadu-Federn-Hut kaufen kann.</p>
<p>Geld ist älter als Sprache, bla!</p>
<p>Geld ist Sprache, say what?!</p>
<p>Geld ist, was Geld sein kann, auch wertloses Papier?</p>
<img src="https://blossom.primal.net/009b4b9a2f3cda788e8dfef0d60408f7faee3a3c427a13c82600d5205d2a3982.gif">

<p>Aber wieso sind die 10 Pfeilspitzen Geld, bzw. warum sind sie begehrenswert und die 10 Steine nicht? Oder warum tauscht HS1 Pfeilspitzen gegen Antilopen-Frikadellen und nicht andersherum?</p>
<p>Damit ein Gut, ein Mittel, ein Gegenstand, eine Idee zu Geld werden kann, muss es nicht nur die drei Hauptfunktionen erfüllen, es sollte zusätzlich auch einige Voraussetzungen erfüllen.</p>
<h4>Eigenschaften von Geld</h4>
<p>Über viele tausende von Jahren haben schon die verschiedensten Gegenstände und Mittel als Geld hergehalten. Ob Eichhörnchen Pelze, Parmesan Räder, Kakao Bohnen, Zigaretten, Walzähne, oder irgendwelche inseligen Steine - alle diese Objekte haben gemeinsam, dass sie zu einem gewissen Zeitpunkt in einem gewissen System die nachfolgenden Kriterien erfüll(t)en.</p>
<p>Während einige dieser Kriterien immer faktisch die gleichen bleiben, gestalten sich andere wiederum etwas komplizierter und situationsabhängiger.</p>
<p><strong>Teilbarkeit (Divisibility)</strong></p>
<p>Ob etwas zum Beispiel teilbar ist, ist unbestreitbar nachweisbar. Wenn man etwas gegen eine Kuh oder ein Kamel eintauschen möchte, das aber nur den Wert einer halben Kuh oder eines halben Kamels hat, dann ist es eher unpraktisch die Kuh oder das Kamel zu teilen, da dann das gesamte Tier seinen eigentlichen Wert verliert. Ähnlich würde man auch kein halb-großes Kamel benutzen, da der Wert des Tieres nicht an seiner Größe bemessen ist. Bei Gold ist dies z.B. nicht der Fall. Eine halb so große Goldmünze ist nur halb soviel wert, wie eine normal große Goldmünze.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/eb48455f5c654e70abd913834cb1c5498bdc56653edeacb2a4b8fb632e43b004.gif">

<p>Ein Zahlungsmittel oder Gut sollte also in verschiedene Größen unterteilbar sein, ohne seine ursprüngliche Eigenschaft und damit seinen Wert nicht verlieren. Andersrum lässt sich auch argumentieren, dass ein Gut klein genug sein kann, dass es problemlos kombinierbar ist, um so einen größeren Tauschwert zu erhalten, ohne die Transportfähigkeit durch zu hohes Gewicht oder Volumen zu beeinflussen.</p>
<p><strong>Transportfähigkeit / Portabilty</strong></p>
<p>Die Transportfähigkeit ist nämlich bei Geld - in den meisten Fällen - besonders wichtig. Je weniger Aufwand betrieben werden muss, um das Zahlungsmittel zum Ort des Handels oder zu seinem neuen Besitzer zu schaffen, desto besser. Ein Kamel bietet sich da an, weil es selbst läuft, ein Haus ist schon relativ unhandlich, Zigaretten, Diamanten, Gold sind da natürlich die Favoriten. Die Transportfähigkeit ist einer der wichtigsten Faktoren, die die Funktion des Zahlungsmittels von Geld ausmachen. Man könnte auch sagen, die Transportfähigkeit erlaubt es, die Kaufkraft oder den Wert durch den Raum zu bewegen.</p>
<p><strong>Haltbarkeit / Durability</strong></p>
<p>Ein Zahlungsmittel sollte im Idealfall über einen langen Zeitraum hinweg seinen Wert halten und bestenfalls nicht verderben. Diese Eigenschaften bieten vor Allem jene Güter, die nicht konsumierbar sind und deshalb einer niedrigen Zeitpräferenz unterliegen. Wer nicht sparen möchte, sondern lieber schnell konsumieren will, wird auch einen Tausch gegen verderbliche Waren nicht abschlagen, weil die jeweiligen Umstände dies erfordern (z.B. Hyperinflation, Krieg, etc.).</p>
<p>Allerdings ist ein Zahlungsmittel besser, je länger es seinen Wert speichert, also ist die Haltbarkeit einer der Faktoren, die die Funktion des Wertspeichers von Geld ausmachen, oder anders ausgedrückt: die Fähigkeit, Kaufkraft oder Wert durch die Zeit zu bewegen.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/f56b95bc57dc5824b8e8673108bbec4df243be2bfafc83a5f1e19715d6dc42b4.gif">

<p><strong>Austauschbarkeit / Fungibility</strong></p>
<p>Die Austauschbarkeit der jeweiligen Geldeinheiten macht Geld erst wirklich praktisch, denn wenn jeder Einheit (z.B. Münze, Korn, Schein, Perle, etc.) ein eigener Wert zugeschrieben wird, macht dies den Austausch sehr kompliziert, da der einzelne Wert jedes Mal ermittelt werden muss und der Wert eines jeden Objekts rein subjektiver Art sein kann. Die Austauschbarkeit eliminiert die Subjektivität der Wertschätzung und misst dem Geldmittel einen objektiven Wert zu.</p>
<p>Also unabhängig vom jeweiligen Tauschwert einer anderen Währung wird niemand bestreiten, dass eine Goldmünze (28g) den gleichen Wert hat wie eine Goldmünze (28g). Das 1€ Stück in meiner Tasche ist genauso viel wert, wie das 1€ Stück in jedem anderen Portemonnaie (ob die Kaufkraft morgen noch die gleiche ist, steht auf einem anderen Zettel). Die Austauschbarkeit der jeweiligen Einheiten in einem gewissen Geldsystem (also Euro-Münzen im Euro-System) machen den Umgang einfacher.</p>
<p><strong>Nachweisbarkeit / Provability</strong></p>
<p>Hierbei handelt es sich um den relativen Aufwand, den der Empfänger betreiben muss, um sicherzustellen, dass das erhaltene Gut tatsächlich den erwarteten Spezifikationen entspricht. Dies ist natürlich immer relativ zum möglichen Risiko eines Verlusts zu betrachten. Bekomme ich im Supermarkt einen 10€-Schein als Wechselgeld, werde ich kaum einen Prüfstift aus der Tasche ziehen, weil der Aufwand nicht im Verhältnis zum möglichen Risiko steht. Allerdings benutzen Kassierer//innen im Geschäft bei Scheinen ab 50€ immer einen Prüfstift. Bei Gold fällt es einem Laien schwer, ohne großen Aufwand zu verifizieren, dass es sich um reines, echtes Gold handelt. Man vertraut im Handel z.B. dem Goldhändler, dass das Gut verifiziert und authentifiziert wurde. Beim Handel mit Kamelen spielen viele Faktoren eine Rolle, ob das Kamel nachweislich dem versprochenen Wert entspricht, welche sich nicht einfach an Ort und Stelle prüfen lassen.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/910bf03c341acb6cfc8be01bedab04b82dd93d0faf1ee98e26921b160d7f63a6.gif">

<p><strong>Knappheit / Scarcity</strong></p>
<p>Diese Charakteristik ist wahrscheinlich die wichtigste, auch wenn eine Kombination aller Eigenschaften hartes Geld erst wirklich ausmacht. Knappheit bedeutet, dass das Gut, das als Geld benutzt wird, begrenzt ist und nicht ohne weiteres vermehrt werden kann. Knappheit kann durch geographische Einschränkungen hervorgerufen werden, so ist zum Beispiel Wasser in der Wüste knapper und somit wertvoller als in Regionen, in denen es reichlich und in Fülle vorhanden ist. Steine oder Sand bieten sich nicht als Geld an, da sie überall in Fülle vorhanden sind. Das beste (und zu Tode zitierte, sorry) Beispiel sind die Rai-Steine der Yap. Sie haben lange als Geld für den Inselstaat funktioniert, da diese schwierig zu beschaffen waren und die Herstellung sehr mühselig war. Doch als Schifffahrer auftauchen, die einfach und günstig Steine beschaffen konnten, wurde diese geographische Einschränkung aufgehoben und die Steine verloren an Wert. Ein weiteres Beispiel für Knappheit ist Gold. Es erfordert viel materiellen Aufwand, Gold zu schürfen und zu raffinieren.</p>
<p><strong>Universalität / Universality</strong></p>
<p>Die allgemeine Akzeptanz eines Guts ist eine nicht unbedingt zu erfüllende Eigenschaft eines guten Geldes, erhöht jedoch dessen Funktionalität als weitflächig nutzbares Zahlungsmittel. Es gibt weltweit über 160 nationale Währungen, doch sind nicht alle davon gleich akzeptiert. Wenn man z.B. den südafrikanischen Rand mit US Dollars vergleicht, wird man sehen, dass der USD eine viel höhere Akzeptanz genießt, als der ZAR. Man wird wahrscheinlich selbst in asiatischen Ländern im Notfall mit USD bezahlen können, einfach weil die Handelspartner dort wissen, dass es für sie einfach ist, USD in ihre lokale Währung umzutauschen. Mit Rand wird man Probleme bekommen, da diese als Tauschobjekt von Handelspartnern keine Zustimmung genießen.</p>
<p><strong>Sicherungsfähigkeit / Securability</strong></p>
<p>Ein weiteres Kriterium ist die Möglichkeit, sein Geld zu verwahren, bzw. zu sichern. Auch wenn Gold ein sehr hartes Geld ist (knapp, allgemein akzeptiert, relativ transportfähig und lange haltbar), ist es vergleichsweise aufwändig, dieses zu sichern. Das gleiche gilt für Geld in Form von nationalen Währungen. Große Mengen an Bargeld sind schwierig zu transportieren und die Sicherung erfolgt in Form von gepanzerten Fahrzeugen und/oder bewaffneten Wachleuten. Bei Kamelen ist dies sogar noch schwieriger, da sie zusätzlich auch noch dazu tendieren, wegzulaufen.</p>
<hr>
<p>Wie wir sehen können, muss ein Geld verschiedene Eigenschaften erfüllen, um als solches die eingangs erwähnten Funktionen (Zahlungsmittel, Wertspeicher und Recheneinheit) überhaupt erfüllen zu können. Alle bekannten Formen des Geldes - aktuelle und auch historische - bewegen sich auf einem Spektrum dieser verschiedenen Eigenschaften.</p>
<p>Ganz wichtig bei der Betrachtung dieser Kriterien sind immer die jeweiligen Umstände, denn es setzt sich immer das Mittel mit den meisten oder verhältnismäßig stärksten Kriterien durch. Nehmen wir LEGO-Steine, super leicht unterteilbar, leicht zu transportieren, leicht ersetzbar, aber absolut nicht selten. Daher als Geld unbrauchbar. Allerdings spielen die Faktoren Zeit, Ort und andere Umstände eine große Rolle. In Gefängnissen z.B. funktionieren Zigaretten als Geld sehr gut, denn anders als in der Freiheit, sind Zigaretten in Gefängnissen streng rationiert und kontrolliert, also sehr selten. Ihre kompakte Größe macht sie transportabel und eine Packung lässt sich leicht in kleinere Untereinheiten aufteilen. Der/diejenige Insass//in, die im Gefängnis allerdings viele Zigaretten anhäuft und dort ein relatives Vermögen besitzt, wird nach der Entlassung einfach eine Sporttasche voller Zigaretten haben, die in der Außenwelt einen komplett anderen Stellenwert haben. Zigaretten funktionieren nur in ihrem besonderen abgeschlossenen Ökosystem. Dies gilt auch für Rai-Steine, Glasperlen oder Muscheln.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/e28a30cc357f73b11810bf0fa1f14c95217f721ed78a44f7ead14c791c3e1d50.gif">

<p>Somit wird Geld nicht nur von natürlichen und physikalischen Grenzen, sondern auch von willkürlich erlassenen und zentral gesteuerten Regeln beeinflusst. Würde das Gefängnis mit einem Mal jedem/r Insass//in erlauben, eine unbeschränkte Menge von Zigaretten einzuführen, würden diese sofort wertlos und somit als Geld unbrauchbar.</p>
<p>Wenn man also das Spektrum betrachtet, auf welchem alle Formen von Geld rangieren, ist es immer sinnvoll zuerst das System festzulegen, in dem ein Geld funktionieren soll. Schaut man sich unsere heutige offene und vernetzte Welt an, so muss ein Geld auch in einer solchen funktionieren. Dies ist der Grund, warum viele Formen des Geldes mit der Zeit gescheitert sind.</p>
<p>Eine Handvoll Beispiele von Gütern, die als Geld benutzt werden oder wurden: Eichhörnchenpelze, Rai-Steine, Zigaretten, Gold, Diamanten, Immobilien, Salz und Vieh.</p>
<p>Legt man die oben aufgeführten Kriterien für ein hartes Geld, wird schnell deutlich, warum einige dieser Mittel als Geld nicht langfristig funktionieren können. Um dies bildlich darzustellen, kann man eine Tabelle erstellen und den jeweiligen Attributen einen Wert zuteilen. Ich hab dies einfach willkürlich auf einer Skala von 0-5 gemacht und man sieht dort anhand der Rangordnung, welche dieser Beispiele besser als Geld funktionieren, als andere.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/4b2776e25f401f3729d6a4a24d16e0f01dbe5252be3e176b8487e609cc6a20d0.png">

<h4>Kann Bitcoin diese Attribute erfüllen?</h4>
<p>Wie auf der Tabelle ersichtlich, erfüllt Bitcoin alle diese Kriterien vergleichsweise gut.</p>
<p><em><strong>Transportfähigkeit:</strong></em> Bitcoin ist ein Peer-to-Peer Zahlungssystem, das im Internet lebt. Bitcoins existieren in der Blockchain und nur dort. Lediglich die Schlüssel, die den Zugriff auf die persönlichen bitcoins / UTXOs erlauben, müssen transportiert werden. Dies kann mit Hilfe von Software- oder Hardware-Wallets (Signiergeräten), auf Papier oder sogar im Kopf geschehen. Keine andere Form von Geld lässt sich "auswendig" merken und somit problemlos durch Raum und Zeit transportieren. Mehr dazu hier:</p>
<p><np-embed url="https://www.genexyz.org/post/16-block-759540-brain-wallets-0xcxtv/"><a href="https://www.genexyz.org/post/16-block-759540-brain-wallets-0xcxtv/">https://www.genexyz.org/post/16-block-759540-brain-wallets-0xcxtv/</a></np-embed></p>
<p><em><strong>Austauschbarkeit:</strong></em> Ein bitcoin ist ein bitcoin ist ein bitcoin. Abgesehen von esoterischen Konzepten, wie der Ordinals-Theorie, sind Sats immer gleich viel Wert (nicht der Währungskurs), sodass ein Tausch von einer Menge Sats in eine gleiche Menge Sats den/die Besitzer//in immer mit dem gleichen Vermögen dastehen lässt. Es gibt keinen Sat, der mehr oder weniger wert ist, als ein weiterer Sat. Mehr dazu hier:</p>
<p><np-embed url="https://www.genexyz.org/post/26-block-775770-ordinals-inscriptions-36zg3n/"><a href="https://www.genexyz.org/post/26-block-775770-ordinals-inscriptions-36zg3n/">https://www.genexyz.org/post/26-block-775770-ordinals-inscriptions-36zg3n/</a></np-embed></p>
<p><em><strong>Überprüfbarkeit:</strong></em> Bitcoin wurde erfunden, um das Double-Spending-Problem im digitalen Raum zu lösen. Die Blockchain verifiziert die Gültigkeit einer jeden Transaktion. Der/die Empfänger//in einer Bitcoin-Zahlung weiß immer, dass die erhaltene Menge Bitcoin auch valide ist. Es bedarf keiner Drittpartei, keines weiteren Prozesses oder anderer Überprüfung, um sicherzustellen, dass die erhaltene Menge Bitcoin auch echt oder korrekt ist. Sobald eine Transaktion bestätigt wurde, kann man sich zu 100% sicher sein, dass man Besitzer//in von Bitcoin ist.</p>
<p><em><strong>Haltbarkeit:</strong></em> Anders als physische Güter, die Verfall, Zersetzung oder Verderben ausgeliefert sind, hat Bitcoin kein Verfallsdatum. Solange das Netzwerk läuft, wird Bitcoin in seiner Form existieren. Es ist unmöglich, Bitcoin durch Fremdeinfluss (sowohl menschlicher, als auch natürlicher) zu zerstören.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/ce8256ccb7702339bd97f16bbee998297da7d80f8c006adc23b9164b07412584.gif">

<p><em><strong>Knappheit:</strong></em> Bitcoin ist auf 21.000.000 begrenzt. Die harte Obergrenze von Bitcoin ist von zentraler Bedeutung für sein Wertversprechen. Alle 2.099.999.997.690.000 Sats werden irgendwann existieren (oder existieren schon - je nach Betrachtungsweise) und darüber hinaus werden keine weiteren Sats produziert. Lediglich der Zugriff auf diese Sats wird über Zeit sogar abnehmen (durch Verlust der Schlüssel) und somit zu einer weiteren Verknappung beitragen.</p>
<p><em><strong>Teilbarkeit:</strong></em> Wie schon oftmals erwähnt, lässt sich ein bitcoin in 100.000.000 Sats unterteilen. Diese Stückelung von Bitcoin bis zur achten Dezimalstelle verleiht eine sehr hohe Teilbarkeit. Dies gibt Bitcoin eine größere Flexibilität als herkömmliche Währungen und ermöglicht es extrem kleine Transaktionen, sogenannte Mikrotransaktionen, durchzuführen. Satoshis sind die Standardmaßeinheit und bitcoin wird oft nur zum erhöhten Verständnis und besserer Lesbarkeit benutzt. Beispielsweise zeigen fast alle Wallets und Explorer die Transaktionsgebühren in Form von Satoshis pro vByte an.</p>
<p><em><strong>Universalität:</strong></em> Die allgemeine Akzeptanz von Bitcoin ist noch verhältnismäßig klein. Dies liegt allerdings nicht an Bitcoin, denn Bitcoin ist erlaubnislos und frei zugänglich. Es sind vielmehr die On-Ramps, die es potenziellen Nuter//innen bislang noch nicht so einfach machen, wie es viele gerne hätten. Da Bitcoin aber staatenlos und dezentral ist, erlaubt es jedem Interessierten den offenen Zugang.</p>
<p><em><strong>Sicherungsfähigkeit:</strong></em> Die Sicherungsfähigkeit von Bitcoin ist unvergleichbar mit der anderer Gelder oder Zahlungsmittel. Es gibt unzählige Möglichkeiten, Bitcoin sicher und vor allem SELBST zu verwahren. Es ist gänzlich möglich, auf Anbieter zur Verwahrung zu verzichten und Bitcoin in einer Art und Weise aufzubewahren, die es Außenstehenden so gut wie unmöglich macht, Bitcoin zu stehlen. Das gilt für die Ebene persönlicher Verwahrung. Auf Netzwerkebene ist die Sicherheit von Bitcoin vielschichtig. Transaktions-Hashing, Mining, Blockbestätigungen und Spieltheorie arbeiten alle zusammen, um Bitcoin das Netzwerk undurchdringlich zu machen.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/b0f9dd4bacde80b3f511c7ec460cab1e61d0d7accc6e89a6b44d4ca83b92e71a.gif">

<img src="https://blossom.primal.net/28acb57e46d2b1634d9ddd1ace1478a07cdaf0cc0ac2b8c0d56ae92f3813d241.png">

<p>Warum ist es trotzdem schwierig zu sagen, dass Bitcoin Geld ist?</p>
<p>Einige sagen, dass Bitcoin Geld ist. Andere sagen, dass es kein Geld ist. Was feststeht ist, dass das Bitcoin-Netzwerk absolut zuverlässig tut, was es tun soll. Bitcoin kann also als Geld funktionieren, da es die Kriterien sehr gut erfüllt. Bitcoin ist in erster Linie eine Datenbank, die durch ein Netzwerk abgesichert wird und überwacht, welche Einträge welchen Bitcoin-Adressen zugeordnet werden. Dies geschieht durch die Übertragung von kryptografisch verschlüsselten Textnachrichten zwischen den Netzwerkteilnehmern.</p>
<p>Damit ist Bitcoin immer nur Text. Auch der Code, auf dem Bitcoin basiert, ist Text. Die kryptografischen Verschlüsselungen basieren auf Text. Text ist Sprache, damit ist Bitcoin Sprache. Wie viele der genannten Beispiele von Geld, ist Bitcoin nicht in erster Linie Geld, sondern eignet sich sehr gut, als solches verwendet zu werden. Nationale Währungen, Fiat-Geld, sind in erster Linie Geld. Sie werden erlassen, produziert und kontrolliert, um Geld zu sein. Das ist bei Bitcoin anders. Damit ist Bitcoin durch Meinungsfreiheit, das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern, geschützt.</p>
<p>🫳🎤</p>
<hr>
<p>In diesem Sinne, 2... 1... Risiko!‌</p>
<p><img src="https://media.tenor.com/images/4ae424f8d8ea36e86169862d84d1b31e/tenor.gif" alt=""></p>
]]></content:encoded>
      <itunes:author><![CDATA[Genexyz]]></itunes:author>
      <itunes:summary><![CDATA[<p>Wir sprechen oft über Bitcoin im Zusammenhang mit Geld oder Währungen. Bitcoin funktioniert als Zahlungsmittel, als Wertspeicher und als Recheneinheit - doch macht das Bitcoin zu Geld? Also, was ist Geld überhaupt und was macht ein Gut erst zu Geld? Und warum gibt es gutes Geld und weniger gutes Geld? Es gibt viele Arten von Geld, Warengeld, Notenbankgeld, Fiatgeld, usw. Doch wollen wir uns erstmal ganz von Anfang an mit der Funktionen und den Eigenschaften von Geld im Allgemeinen beschäftigen.</p>
<hr>
<h4>Was ist Geld?</h4>
<p>Ohne auf die Geschichte von Geld zum drölftausendsten Mal einzugehen (dazu kann man so ziemliches jedes Buch über Geld, Bitcoin, Ökonomie, etc. bis Seite 75 lesen und bekommt ganz genau die gleichen Infos), ist es sinnvoll sich kurz zu klarzumachen, dass niemand bestimmt oder definiert, was Geld ist. Geld kann im Endeffekt alles sein. Jeder, der Kindern schon mal beim Spielen zugesehen hat, wird erlebt haben, wie kurzerhand aus Steinen, Stöcken, DUPLO-Steinen oder eigentlich allem, was man in der Reichweite von Kindern so findet, plötzlich Geld wird. Denn ohne es zu wissen, verstehen Kinder sehr intuitiv, wie Geld funktioniert.</p>
<p>Geld ist Sprache. Geld ist wahrscheinlich sogar eine Sprache, die sich vor unserer modernen kommunikativen Sprache entwickelt hat. Selbst vor Urzeiten, als verschiedene Völker und Stämme auf den verschiedensten Winkeln der Erde herum zogen und sich somit erstmal verteilten und dann wieder vermischten, entwickelten sie unterschiedliche Arten der Kommunikation. Die eine gemeinsame Sprache jedoch, war die des Handels.</p>
<p>Kurzes Szenario: Homo Sapiens 1 hat einen Sack voller selbstgeschnitzter Pfeilspitzen in der Hand und betritt eine Lichtung, auf der Homo Sapiens 2 gerade eine Antilope grillt. Homo Sapiens 1: Uhhhhhhhhhhhhhh (zeigt auf die Antilope). Homo Sapiens 2: Ahhhhhhhhhhhh (wehrt mit den Händen wedelnd ab und springt in verteidigender Haltung auf). Homo Sapiens 1: Uhhhhhhhhhhhhhhhh (öffnet seinen Sack mit den Pfeilspitzen und legt 10 davon so hin, dass Homo Sapiens 2 versteht, dass HS1 diese zum Tausch anbietet). Homo Sapiens 2: Haaaaaaaaaaaaaa (reißt eine saftige Keule von der Antilope ab, schmeißt diese HS1 vor die Füße und schnappt sich die Pfeilspitzen).</p>
<img src="https://blossom.primal.net/d4b2fbfa7981a52ff6ee3204efe86873c57733f3f9608598748dad8eb3923aba.gif">

<p>Handel ist also älter als Schrift oder Sprache. In dem Szenario hat Homo Sapiens 1 gegenüber Homo Sapiens 2 einen Vorteil, denn er hat einen Sack dabei, in dem sich ein Wirtschaftsgut befindet, das andere Personen bereit sind, gegen ihre Besitztümer zu tauschen. So entsteht über einen gewissen Zeitraum Geld. Dabei sind die Funktionen von Geld immer die gleichen, egal welches Mittel gewählt wird. Das Mittel hängt im Wesentlichen von der lokalen Verfügbarkeit (bzw. der Begrenztheit dieser) ab.</p>
<h4>Funktionen von Geld</h4>
<p>Geld muss im Wesentlichen drei Funktionen erfüllen können: Es muss als Tausch- oder Zahlungsmittel funktionieren, es sollte ein Wertaufbewahrungsmittel sein und als Recheneinheit dienen.</p>
<p>In dem Szenario mit den beiden haarigen Protagonist//innen, sind diese drei Funktionen sehr leicht identifizierbar. HS1 hat selbstgeschnitzte Pfeilspitzen in einem Sack mitgeführt, da diese als Zahlungs- oder Tauschmittel verwendet werden können (HS2 hat bereitwillig feinstes Antilopen-Filet dafür eingetauscht), die Pfeilspitzen sind insofern Wertaufbewahrungsmittel, als dass sie (anders als das Fleisch) über Zeit nicht verderben und somit (zunächst) wertstabil sind - und damit HS1 incentiviert wird Pfeilspitzen zu sammeln (sparen) - und es war HS2 schnell möglich 10 Spitzen abzuzählen und somit seinem/ihrem Produkt einen Gegenwert beizumessen, sie dienen also auch als Recheneinheit.</p>
<p>Dies ist nur ein Beispiel, denn wie gesagt, Geld kann alles sein, das diese drei besprochenen Funktionen erfüllt und wenn sich mindestens zwei Parteien darauf einigen können, dass es sich bei dem verwendeten Mittel auch um ein Geld-würdiges Mittel handelt. Hätte HS1 kurzerhand 10 Steine vom Boden aufgehoben, um diese gegen das Fleisch zu tauschen, hätte HS2 laut "Uhhhhhhhhhh!" gerufen und mit dem Kopf geschüttelt, denn 10 Steine aufheben kann er/sie auch. Doch die Pfeilspitzen haben in diesem Moment einen intrinsischen Wert für HS2 und es ist erstmal egal, ob es sich hierbei um einen Tausch im direkten Sinne handelt (also Fleisch gegen Pfeilspitze), weil HS2 weiss, dass er/sie damit neues Fleisch jagen kann, oder einen indirekten Tausch, also eine Zahlung (also Fleisch gegen Geld), weil HS2 weiss, dass er/sie damit einen hippen Kakadu-Federn-Hut kaufen kann.</p>
<p>Geld ist älter als Sprache, bla!</p>
<p>Geld ist Sprache, say what?!</p>
<p>Geld ist, was Geld sein kann, auch wertloses Papier?</p>
<img src="https://blossom.primal.net/009b4b9a2f3cda788e8dfef0d60408f7faee3a3c427a13c82600d5205d2a3982.gif">

<p>Aber wieso sind die 10 Pfeilspitzen Geld, bzw. warum sind sie begehrenswert und die 10 Steine nicht? Oder warum tauscht HS1 Pfeilspitzen gegen Antilopen-Frikadellen und nicht andersherum?</p>
<p>Damit ein Gut, ein Mittel, ein Gegenstand, eine Idee zu Geld werden kann, muss es nicht nur die drei Hauptfunktionen erfüllen, es sollte zusätzlich auch einige Voraussetzungen erfüllen.</p>
<h4>Eigenschaften von Geld</h4>
<p>Über viele tausende von Jahren haben schon die verschiedensten Gegenstände und Mittel als Geld hergehalten. Ob Eichhörnchen Pelze, Parmesan Räder, Kakao Bohnen, Zigaretten, Walzähne, oder irgendwelche inseligen Steine - alle diese Objekte haben gemeinsam, dass sie zu einem gewissen Zeitpunkt in einem gewissen System die nachfolgenden Kriterien erfüll(t)en.</p>
<p>Während einige dieser Kriterien immer faktisch die gleichen bleiben, gestalten sich andere wiederum etwas komplizierter und situationsabhängiger.</p>
<p><strong>Teilbarkeit (Divisibility)</strong></p>
<p>Ob etwas zum Beispiel teilbar ist, ist unbestreitbar nachweisbar. Wenn man etwas gegen eine Kuh oder ein Kamel eintauschen möchte, das aber nur den Wert einer halben Kuh oder eines halben Kamels hat, dann ist es eher unpraktisch die Kuh oder das Kamel zu teilen, da dann das gesamte Tier seinen eigentlichen Wert verliert. Ähnlich würde man auch kein halb-großes Kamel benutzen, da der Wert des Tieres nicht an seiner Größe bemessen ist. Bei Gold ist dies z.B. nicht der Fall. Eine halb so große Goldmünze ist nur halb soviel wert, wie eine normal große Goldmünze.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/eb48455f5c654e70abd913834cb1c5498bdc56653edeacb2a4b8fb632e43b004.gif">

<p>Ein Zahlungsmittel oder Gut sollte also in verschiedene Größen unterteilbar sein, ohne seine ursprüngliche Eigenschaft und damit seinen Wert nicht verlieren. Andersrum lässt sich auch argumentieren, dass ein Gut klein genug sein kann, dass es problemlos kombinierbar ist, um so einen größeren Tauschwert zu erhalten, ohne die Transportfähigkeit durch zu hohes Gewicht oder Volumen zu beeinflussen.</p>
<p><strong>Transportfähigkeit / Portabilty</strong></p>
<p>Die Transportfähigkeit ist nämlich bei Geld - in den meisten Fällen - besonders wichtig. Je weniger Aufwand betrieben werden muss, um das Zahlungsmittel zum Ort des Handels oder zu seinem neuen Besitzer zu schaffen, desto besser. Ein Kamel bietet sich da an, weil es selbst läuft, ein Haus ist schon relativ unhandlich, Zigaretten, Diamanten, Gold sind da natürlich die Favoriten. Die Transportfähigkeit ist einer der wichtigsten Faktoren, die die Funktion des Zahlungsmittels von Geld ausmachen. Man könnte auch sagen, die Transportfähigkeit erlaubt es, die Kaufkraft oder den Wert durch den Raum zu bewegen.</p>
<p><strong>Haltbarkeit / Durability</strong></p>
<p>Ein Zahlungsmittel sollte im Idealfall über einen langen Zeitraum hinweg seinen Wert halten und bestenfalls nicht verderben. Diese Eigenschaften bieten vor Allem jene Güter, die nicht konsumierbar sind und deshalb einer niedrigen Zeitpräferenz unterliegen. Wer nicht sparen möchte, sondern lieber schnell konsumieren will, wird auch einen Tausch gegen verderbliche Waren nicht abschlagen, weil die jeweiligen Umstände dies erfordern (z.B. Hyperinflation, Krieg, etc.).</p>
<p>Allerdings ist ein Zahlungsmittel besser, je länger es seinen Wert speichert, also ist die Haltbarkeit einer der Faktoren, die die Funktion des Wertspeichers von Geld ausmachen, oder anders ausgedrückt: die Fähigkeit, Kaufkraft oder Wert durch die Zeit zu bewegen.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/f56b95bc57dc5824b8e8673108bbec4df243be2bfafc83a5f1e19715d6dc42b4.gif">

<p><strong>Austauschbarkeit / Fungibility</strong></p>
<p>Die Austauschbarkeit der jeweiligen Geldeinheiten macht Geld erst wirklich praktisch, denn wenn jeder Einheit (z.B. Münze, Korn, Schein, Perle, etc.) ein eigener Wert zugeschrieben wird, macht dies den Austausch sehr kompliziert, da der einzelne Wert jedes Mal ermittelt werden muss und der Wert eines jeden Objekts rein subjektiver Art sein kann. Die Austauschbarkeit eliminiert die Subjektivität der Wertschätzung und misst dem Geldmittel einen objektiven Wert zu.</p>
<p>Also unabhängig vom jeweiligen Tauschwert einer anderen Währung wird niemand bestreiten, dass eine Goldmünze (28g) den gleichen Wert hat wie eine Goldmünze (28g). Das 1€ Stück in meiner Tasche ist genauso viel wert, wie das 1€ Stück in jedem anderen Portemonnaie (ob die Kaufkraft morgen noch die gleiche ist, steht auf einem anderen Zettel). Die Austauschbarkeit der jeweiligen Einheiten in einem gewissen Geldsystem (also Euro-Münzen im Euro-System) machen den Umgang einfacher.</p>
<p><strong>Nachweisbarkeit / Provability</strong></p>
<p>Hierbei handelt es sich um den relativen Aufwand, den der Empfänger betreiben muss, um sicherzustellen, dass das erhaltene Gut tatsächlich den erwarteten Spezifikationen entspricht. Dies ist natürlich immer relativ zum möglichen Risiko eines Verlusts zu betrachten. Bekomme ich im Supermarkt einen 10€-Schein als Wechselgeld, werde ich kaum einen Prüfstift aus der Tasche ziehen, weil der Aufwand nicht im Verhältnis zum möglichen Risiko steht. Allerdings benutzen Kassierer//innen im Geschäft bei Scheinen ab 50€ immer einen Prüfstift. Bei Gold fällt es einem Laien schwer, ohne großen Aufwand zu verifizieren, dass es sich um reines, echtes Gold handelt. Man vertraut im Handel z.B. dem Goldhändler, dass das Gut verifiziert und authentifiziert wurde. Beim Handel mit Kamelen spielen viele Faktoren eine Rolle, ob das Kamel nachweislich dem versprochenen Wert entspricht, welche sich nicht einfach an Ort und Stelle prüfen lassen.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/910bf03c341acb6cfc8be01bedab04b82dd93d0faf1ee98e26921b160d7f63a6.gif">

<p><strong>Knappheit / Scarcity</strong></p>
<p>Diese Charakteristik ist wahrscheinlich die wichtigste, auch wenn eine Kombination aller Eigenschaften hartes Geld erst wirklich ausmacht. Knappheit bedeutet, dass das Gut, das als Geld benutzt wird, begrenzt ist und nicht ohne weiteres vermehrt werden kann. Knappheit kann durch geographische Einschränkungen hervorgerufen werden, so ist zum Beispiel Wasser in der Wüste knapper und somit wertvoller als in Regionen, in denen es reichlich und in Fülle vorhanden ist. Steine oder Sand bieten sich nicht als Geld an, da sie überall in Fülle vorhanden sind. Das beste (und zu Tode zitierte, sorry) Beispiel sind die Rai-Steine der Yap. Sie haben lange als Geld für den Inselstaat funktioniert, da diese schwierig zu beschaffen waren und die Herstellung sehr mühselig war. Doch als Schifffahrer auftauchen, die einfach und günstig Steine beschaffen konnten, wurde diese geographische Einschränkung aufgehoben und die Steine verloren an Wert. Ein weiteres Beispiel für Knappheit ist Gold. Es erfordert viel materiellen Aufwand, Gold zu schürfen und zu raffinieren.</p>
<p><strong>Universalität / Universality</strong></p>
<p>Die allgemeine Akzeptanz eines Guts ist eine nicht unbedingt zu erfüllende Eigenschaft eines guten Geldes, erhöht jedoch dessen Funktionalität als weitflächig nutzbares Zahlungsmittel. Es gibt weltweit über 160 nationale Währungen, doch sind nicht alle davon gleich akzeptiert. Wenn man z.B. den südafrikanischen Rand mit US Dollars vergleicht, wird man sehen, dass der USD eine viel höhere Akzeptanz genießt, als der ZAR. Man wird wahrscheinlich selbst in asiatischen Ländern im Notfall mit USD bezahlen können, einfach weil die Handelspartner dort wissen, dass es für sie einfach ist, USD in ihre lokale Währung umzutauschen. Mit Rand wird man Probleme bekommen, da diese als Tauschobjekt von Handelspartnern keine Zustimmung genießen.</p>
<p><strong>Sicherungsfähigkeit / Securability</strong></p>
<p>Ein weiteres Kriterium ist die Möglichkeit, sein Geld zu verwahren, bzw. zu sichern. Auch wenn Gold ein sehr hartes Geld ist (knapp, allgemein akzeptiert, relativ transportfähig und lange haltbar), ist es vergleichsweise aufwändig, dieses zu sichern. Das gleiche gilt für Geld in Form von nationalen Währungen. Große Mengen an Bargeld sind schwierig zu transportieren und die Sicherung erfolgt in Form von gepanzerten Fahrzeugen und/oder bewaffneten Wachleuten. Bei Kamelen ist dies sogar noch schwieriger, da sie zusätzlich auch noch dazu tendieren, wegzulaufen.</p>
<hr>
<p>Wie wir sehen können, muss ein Geld verschiedene Eigenschaften erfüllen, um als solches die eingangs erwähnten Funktionen (Zahlungsmittel, Wertspeicher und Recheneinheit) überhaupt erfüllen zu können. Alle bekannten Formen des Geldes - aktuelle und auch historische - bewegen sich auf einem Spektrum dieser verschiedenen Eigenschaften.</p>
<p>Ganz wichtig bei der Betrachtung dieser Kriterien sind immer die jeweiligen Umstände, denn es setzt sich immer das Mittel mit den meisten oder verhältnismäßig stärksten Kriterien durch. Nehmen wir LEGO-Steine, super leicht unterteilbar, leicht zu transportieren, leicht ersetzbar, aber absolut nicht selten. Daher als Geld unbrauchbar. Allerdings spielen die Faktoren Zeit, Ort und andere Umstände eine große Rolle. In Gefängnissen z.B. funktionieren Zigaretten als Geld sehr gut, denn anders als in der Freiheit, sind Zigaretten in Gefängnissen streng rationiert und kontrolliert, also sehr selten. Ihre kompakte Größe macht sie transportabel und eine Packung lässt sich leicht in kleinere Untereinheiten aufteilen. Der/diejenige Insass//in, die im Gefängnis allerdings viele Zigaretten anhäuft und dort ein relatives Vermögen besitzt, wird nach der Entlassung einfach eine Sporttasche voller Zigaretten haben, die in der Außenwelt einen komplett anderen Stellenwert haben. Zigaretten funktionieren nur in ihrem besonderen abgeschlossenen Ökosystem. Dies gilt auch für Rai-Steine, Glasperlen oder Muscheln.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/e28a30cc357f73b11810bf0fa1f14c95217f721ed78a44f7ead14c791c3e1d50.gif">

<p>Somit wird Geld nicht nur von natürlichen und physikalischen Grenzen, sondern auch von willkürlich erlassenen und zentral gesteuerten Regeln beeinflusst. Würde das Gefängnis mit einem Mal jedem/r Insass//in erlauben, eine unbeschränkte Menge von Zigaretten einzuführen, würden diese sofort wertlos und somit als Geld unbrauchbar.</p>
<p>Wenn man also das Spektrum betrachtet, auf welchem alle Formen von Geld rangieren, ist es immer sinnvoll zuerst das System festzulegen, in dem ein Geld funktionieren soll. Schaut man sich unsere heutige offene und vernetzte Welt an, so muss ein Geld auch in einer solchen funktionieren. Dies ist der Grund, warum viele Formen des Geldes mit der Zeit gescheitert sind.</p>
<p>Eine Handvoll Beispiele von Gütern, die als Geld benutzt werden oder wurden: Eichhörnchenpelze, Rai-Steine, Zigaretten, Gold, Diamanten, Immobilien, Salz und Vieh.</p>
<p>Legt man die oben aufgeführten Kriterien für ein hartes Geld, wird schnell deutlich, warum einige dieser Mittel als Geld nicht langfristig funktionieren können. Um dies bildlich darzustellen, kann man eine Tabelle erstellen und den jeweiligen Attributen einen Wert zuteilen. Ich hab dies einfach willkürlich auf einer Skala von 0-5 gemacht und man sieht dort anhand der Rangordnung, welche dieser Beispiele besser als Geld funktionieren, als andere.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/4b2776e25f401f3729d6a4a24d16e0f01dbe5252be3e176b8487e609cc6a20d0.png">

<h4>Kann Bitcoin diese Attribute erfüllen?</h4>
<p>Wie auf der Tabelle ersichtlich, erfüllt Bitcoin alle diese Kriterien vergleichsweise gut.</p>
<p><em><strong>Transportfähigkeit:</strong></em> Bitcoin ist ein Peer-to-Peer Zahlungssystem, das im Internet lebt. Bitcoins existieren in der Blockchain und nur dort. Lediglich die Schlüssel, die den Zugriff auf die persönlichen bitcoins / UTXOs erlauben, müssen transportiert werden. Dies kann mit Hilfe von Software- oder Hardware-Wallets (Signiergeräten), auf Papier oder sogar im Kopf geschehen. Keine andere Form von Geld lässt sich "auswendig" merken und somit problemlos durch Raum und Zeit transportieren. Mehr dazu hier:</p>
<p><np-embed url="https://www.genexyz.org/post/16-block-759540-brain-wallets-0xcxtv/"><a href="https://www.genexyz.org/post/16-block-759540-brain-wallets-0xcxtv/">https://www.genexyz.org/post/16-block-759540-brain-wallets-0xcxtv/</a></np-embed></p>
<p><em><strong>Austauschbarkeit:</strong></em> Ein bitcoin ist ein bitcoin ist ein bitcoin. Abgesehen von esoterischen Konzepten, wie der Ordinals-Theorie, sind Sats immer gleich viel Wert (nicht der Währungskurs), sodass ein Tausch von einer Menge Sats in eine gleiche Menge Sats den/die Besitzer//in immer mit dem gleichen Vermögen dastehen lässt. Es gibt keinen Sat, der mehr oder weniger wert ist, als ein weiterer Sat. Mehr dazu hier:</p>
<p><np-embed url="https://www.genexyz.org/post/26-block-775770-ordinals-inscriptions-36zg3n/"><a href="https://www.genexyz.org/post/26-block-775770-ordinals-inscriptions-36zg3n/">https://www.genexyz.org/post/26-block-775770-ordinals-inscriptions-36zg3n/</a></np-embed></p>
<p><em><strong>Überprüfbarkeit:</strong></em> Bitcoin wurde erfunden, um das Double-Spending-Problem im digitalen Raum zu lösen. Die Blockchain verifiziert die Gültigkeit einer jeden Transaktion. Der/die Empfänger//in einer Bitcoin-Zahlung weiß immer, dass die erhaltene Menge Bitcoin auch valide ist. Es bedarf keiner Drittpartei, keines weiteren Prozesses oder anderer Überprüfung, um sicherzustellen, dass die erhaltene Menge Bitcoin auch echt oder korrekt ist. Sobald eine Transaktion bestätigt wurde, kann man sich zu 100% sicher sein, dass man Besitzer//in von Bitcoin ist.</p>
<p><em><strong>Haltbarkeit:</strong></em> Anders als physische Güter, die Verfall, Zersetzung oder Verderben ausgeliefert sind, hat Bitcoin kein Verfallsdatum. Solange das Netzwerk läuft, wird Bitcoin in seiner Form existieren. Es ist unmöglich, Bitcoin durch Fremdeinfluss (sowohl menschlicher, als auch natürlicher) zu zerstören.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/ce8256ccb7702339bd97f16bbee998297da7d80f8c006adc23b9164b07412584.gif">

<p><em><strong>Knappheit:</strong></em> Bitcoin ist auf 21.000.000 begrenzt. Die harte Obergrenze von Bitcoin ist von zentraler Bedeutung für sein Wertversprechen. Alle 2.099.999.997.690.000 Sats werden irgendwann existieren (oder existieren schon - je nach Betrachtungsweise) und darüber hinaus werden keine weiteren Sats produziert. Lediglich der Zugriff auf diese Sats wird über Zeit sogar abnehmen (durch Verlust der Schlüssel) und somit zu einer weiteren Verknappung beitragen.</p>
<p><em><strong>Teilbarkeit:</strong></em> Wie schon oftmals erwähnt, lässt sich ein bitcoin in 100.000.000 Sats unterteilen. Diese Stückelung von Bitcoin bis zur achten Dezimalstelle verleiht eine sehr hohe Teilbarkeit. Dies gibt Bitcoin eine größere Flexibilität als herkömmliche Währungen und ermöglicht es extrem kleine Transaktionen, sogenannte Mikrotransaktionen, durchzuführen. Satoshis sind die Standardmaßeinheit und bitcoin wird oft nur zum erhöhten Verständnis und besserer Lesbarkeit benutzt. Beispielsweise zeigen fast alle Wallets und Explorer die Transaktionsgebühren in Form von Satoshis pro vByte an.</p>
<p><em><strong>Universalität:</strong></em> Die allgemeine Akzeptanz von Bitcoin ist noch verhältnismäßig klein. Dies liegt allerdings nicht an Bitcoin, denn Bitcoin ist erlaubnislos und frei zugänglich. Es sind vielmehr die On-Ramps, die es potenziellen Nuter//innen bislang noch nicht so einfach machen, wie es viele gerne hätten. Da Bitcoin aber staatenlos und dezentral ist, erlaubt es jedem Interessierten den offenen Zugang.</p>
<p><em><strong>Sicherungsfähigkeit:</strong></em> Die Sicherungsfähigkeit von Bitcoin ist unvergleichbar mit der anderer Gelder oder Zahlungsmittel. Es gibt unzählige Möglichkeiten, Bitcoin sicher und vor allem SELBST zu verwahren. Es ist gänzlich möglich, auf Anbieter zur Verwahrung zu verzichten und Bitcoin in einer Art und Weise aufzubewahren, die es Außenstehenden so gut wie unmöglich macht, Bitcoin zu stehlen. Das gilt für die Ebene persönlicher Verwahrung. Auf Netzwerkebene ist die Sicherheit von Bitcoin vielschichtig. Transaktions-Hashing, Mining, Blockbestätigungen und Spieltheorie arbeiten alle zusammen, um Bitcoin das Netzwerk undurchdringlich zu machen.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/b0f9dd4bacde80b3f511c7ec460cab1e61d0d7accc6e89a6b44d4ca83b92e71a.gif">

<img src="https://blossom.primal.net/28acb57e46d2b1634d9ddd1ace1478a07cdaf0cc0ac2b8c0d56ae92f3813d241.png">

<p>Warum ist es trotzdem schwierig zu sagen, dass Bitcoin Geld ist?</p>
<p>Einige sagen, dass Bitcoin Geld ist. Andere sagen, dass es kein Geld ist. Was feststeht ist, dass das Bitcoin-Netzwerk absolut zuverlässig tut, was es tun soll. Bitcoin kann also als Geld funktionieren, da es die Kriterien sehr gut erfüllt. Bitcoin ist in erster Linie eine Datenbank, die durch ein Netzwerk abgesichert wird und überwacht, welche Einträge welchen Bitcoin-Adressen zugeordnet werden. Dies geschieht durch die Übertragung von kryptografisch verschlüsselten Textnachrichten zwischen den Netzwerkteilnehmern.</p>
<p>Damit ist Bitcoin immer nur Text. Auch der Code, auf dem Bitcoin basiert, ist Text. Die kryptografischen Verschlüsselungen basieren auf Text. Text ist Sprache, damit ist Bitcoin Sprache. Wie viele der genannten Beispiele von Geld, ist Bitcoin nicht in erster Linie Geld, sondern eignet sich sehr gut, als solches verwendet zu werden. Nationale Währungen, Fiat-Geld, sind in erster Linie Geld. Sie werden erlassen, produziert und kontrolliert, um Geld zu sein. Das ist bei Bitcoin anders. Damit ist Bitcoin durch Meinungsfreiheit, das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern, geschützt.</p>
<p>🫳🎤</p>
<hr>
<p>In diesem Sinne, 2... 1... Risiko!‌</p>
<p><img src="https://media.tenor.com/images/4ae424f8d8ea36e86169862d84d1b31e/tenor.gif" alt=""></p>
]]></itunes:summary>
      <itunes:image href="https://blossom.primal.net/6f0c58d65ca118c769e0a4f79d2442b472ac3fcbd1671d4c4a92e0d018ee8c0f.png"/>
      </item>
      
      <item>
      <title><![CDATA[#27 // Block 779000 // Was machen Miner wirklich]]></title>
      <description><![CDATA[Bitcoin Mining ist nicht ganz einfach zu verstehen. Anhand einer Analogie möchte ich versuchen den Prozess zu veranschaulichen und hoffentlich einige Fragezeichen zu beseitigen.]]></description>
             <itunes:subtitle><![CDATA[Bitcoin Mining ist nicht ganz einfach zu verstehen. Anhand einer Analogie möchte ich versuchen den Prozess zu veranschaulichen und hoffentlich einige Fragezeichen zu beseitigen.]]></itunes:subtitle>
      <pubDate>Mon, 09 Dec 2024 08:35:43 GMT</pubDate>
      <link>https://www.genexyz.org/post/27-block-779000-was-machen-miner-wirklich-3c8f05/</link>
      <comments>https://www.genexyz.org/post/27-block-779000-was-machen-miner-wirklich-3c8f05/</comments>
      <guid isPermaLink="false">naddr1qqcrydedgfkx7cmt95mnwwfsxqcz64mpwvkk6ctrdpjkut2dd9hx2u3dwa5hy6mvd93kstfnvvuxvvp4qgszqc7d092ullw2pnz2ug8h0v43avznqy89xnqcar98qg3p2773xgqrqsqqqa28lmtj93</guid>
      <category>Bitcoin</category>
      
        <media:content url="https://blossom.primal.net/495c3e3450be112ab39de56c279cc90122bed20beaa64da3889a7cfb4d3dad8f.png" medium="image"/>
        <enclosure 
          url="https://blossom.primal.net/495c3e3450be112ab39de56c279cc90122bed20beaa64da3889a7cfb4d3dad8f.png" length="0" 
          type="image/png" 
        />
      <noteId>naddr1qqcrydedgfkx7cmt95mnwwfsxqcz64mpwvkk6ctrdpjkut2dd9hx2u3dwa5hy6mvd93kstfnvvuxvvp4qgszqc7d092ullw2pnz2ug8h0v43avznqy89xnqcar98qg3p2773xgqrqsqqqa28lmtj93</noteId>
      <npub>npub1yp3u6724el7u5rxy4cs0w7etr6c9xqgw2dxp36x2wq3zz4aazvsqw8xkc5</npub>
      <dc:creator><![CDATA[Genexyz]]></dc:creator>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Eines der interessantesten Themen im immer mehr Facetten umfassenden Bitcoin-Bereich ist und bleibt das Mining. Erst diese Woche wurde wieder ein neues ATH erreicht und die Nachrichten der letzten paar Wochen zeigen, dass es immer noch ein Bereich ist, der sich nach wie vor neu erfindet und stets im Wandel ist. Besonders die Formierung neuer immer größer werdender Mining-Pools, die damit einhergehenden Überlegungen rund um Stratum V2, aber auch die ständige Veränderung der grossen, an Börsen gelisteten Minern sind immer wieder Gesprächsthemen und erzeugen viele Nachrichten. Bevor wir uns diese letzten Neuigkeiten anschauen, ist es jedoch einmal wert, einen Schritt zurückzutreten und sich genau zu vergegenwärtigen, was Miner eigentlich tun - also wie der Mining-Prozess abläuft.</p>
<hr>
<h3>Die Mining-Lotterie</h3>
<p>Die meisten Menschen missverstehen oder verstehen nicht ganz, was Bitcoin-Miner tatsächlich tun, um neue Blocks zu produzieren. Es wird hauptsächlich über den hohen Energieaufwand gesprochen, was dazu führt, dass fälschlicherweise angenommen wird, dass die gesamte aufgebrachte Energie in jeden neu produzierten Block fließt. Die Analogie zum herkömmlichen Bergbau, oder Goldschürfen, trägt teilweise zur Verwirrung bei. Denn beim Bergbau arbeiten viele Maschinen gleichzeitig daran, wertvolle Stoffe aus der Erde zu ziehen, dabei können parallel weltweit Edelmetalle geborgen werden und viele Faktoren spielen dabei eine Rolle, wie erfolgreich in Bergbau-Unternehmen arbeitet (z.B. Menge des Equipments, die in der Lokalität vorhandene Menge an wertvollen Stoffen, usw.). Beim Bitcoin-Mining ist dies nicht ganz der Fall.</p>
<p>Denn einfach ausgedrückt ist Mining eine Lotterie, um neue Blöcke in der Bitcoin-Blockchain zu erstellen. Dabei ergeben sich zwei Effekte: 1) Jeder neue Block fügt Transaktionen der Blockchain hinzu und sichert damit zusätzlich vorherige Blöcke und die darin enthaltenen Transaktionen ab (sichert also das gesamte Netzwerk ab). 2) Erhalten erfolgreiche Miner eine Belohnung (den Blockreward) für die getane Arbeit und für die aufgewendeten realen Ressourcen (z. B. Strom, Hardware, OpEx). Aber was ist genau mit Lotteriesystem gemeint?</p>
<p>Man stelle sich vor, dass alle Miner im Bitcoin-Netzwerk das gleiche Lotto spielen. Doch in unserem Lottospiel werden die 6 richtigen Zahlen nicht am Ende gezogen, sondern sind am Anfang jeder Runde gesetzt (es gibt keine Möglichkeit zu schummeln, denn es gibt niemanden, von dem man die richtigen Zahlen erhalten kann, bis sie gefunden wurden). Alle Lotto-Teilnehmer setzen sich also hin und fangen an, so schnell wie nur eben möglich Lottoscheine auszufüllen, denn es geht darum, die richtigen 6 Zahlen für die jeweilige Runde als erstes zu finden. Derjenige Spieler, der am schnellsten Scheine ausfüllen kann, hat höhere Chancen, die richtigen Zahlen auch als erstes zu erraten. Sobald ein Spieler die richtigen 6 Zahlen hat, ist die Runde sofort beendet und alle Mitspieler können sich den Gewinner-Schein ansehen und mit den veröffentlichten 6 Zahlen vergleichen, um damit zu validieren, dass der Gewinner auch tatsächlich übereinstimmende Zahlen hat. Der Gewinner bekommt den Jackpot und die nächste Runde beginnt. Einziger Unterschied ist, dass man sich mit dem Jackpot keine Kartbahn in den Garten bauen kann.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/745242a0f9b6ddf1ea2d9c5201b6e7b43a11e00d738d7756e50c62daf091032a.gif">

<p>Da dieses Lottospiel sich immer größerer Beliebtheit erfreut kommen immer mehr interessierte Spieler hinzu, aber auch die existierenden Spieler fangen an, Freunde dazuzuholen, die ihnen helfen sollen, noch schneller Lottoscheine auszufüllen. Durch die steigende Anzahl an Spielern würde jede Runde schneller vorbei sein, da ja viel mehr Spieler gleichzeitig Scheine ausfüllen und damit die Wahrscheinlichkeit steigt, dass die 6 Richtigen schneller gefunden werden. Da die Lotterie nur eine begrenzte Menge von Kapital zur Ausschüttung als Jackpots bereithält, muss sie das Spiel so anpassen, dass die Runden möglichst gleich lang dauern.</p>
<p>Dazu wird jede Runde die Schwierigkeit erhöht. Mussten die ersten Spieler nur 6 Richtige aus einer Zahlenreihe von z.B. 49 Felden erraten, wird die Anzahl der möglichen Zahlen erhöht, sodass eine Runde im Durchschnitt immer 10 Minuten dauert. Verlassen Spieler die Runde, wird die Zahl der möglichen Felder genauso wieder reduziert. Im Bitcoin-Netzwerk wird die stetige Ausschüttung von neuen bitcoins genauso reguliert. Damit im Durchschnitt alle 10 Minuten ein neuer Block produziert wird, müssen alle 2016 Blöcke (ca. alle 2 Wochen) die Schwierigkeit angepasst werden, um die Blockzeit bei 10 Minuten zu halten. Treten innerhalb dieses Zeitraums von ca. 2 Wochen mehr Miner dem Netzwerk bei, steigt die Hashrate und infolgedessen muss die Schwierigkeit angepasst werden.</p>
<p>Alle Miner im Netzwerk verwenden ASIC (Mining-Equipment, oder Rigs) - spezialisierte Computer, die nur darauf ausgelegt sind, Hashes so schnell wie möglich zu berechnen. Einen Hash berechnen bedeutet, eine zufällige Eingabe in eine mathematische Funktion einzufügen und eine Ausgabe zu erzeugen. Technisch bedeutet dies, dass ein Block von Transaktionen erstellt wird und in eine SHA256-Hash-Funktion eingegeben wird. Wenn die Ausgabe mit der "Gewinnerzahl" übereinstimmt, hat der Miner gewonnen und kann den neuen Block in die Blockchain schreiben und kann seinem Block das Preisgeld (die Subsidy) hinzufügen, die an den Miner ausgezahlt wird. Dann beginnt die nächste Runde.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/41588d7ad6c0c730de1a2a3334f2bfd92731a1cc90af2a927c0afcd257291d83.gif">

<p>Mehr Hashes pro Sekunde entsprechen mehr ausgefüllten Lottoscheinen pro Sekunde und damit einer größeren Erfolgswahrscheinlichkeit. Beim Hashing (mehr dazu ⬇️) wird immer eine Ausgabe mit einer festen Größe erstellt (in unserem Beispiel 6 Zahlen), die als Hash bezeichnet wird. Entgegen der landläufigen Meinung handelt es sich hierbei nicht um komplexe Mathematik, sondern nur um eine sehr schnelle Wiederholung der immer gleichen Berechnung mit neuen Eingaben, bis das erhoffte Ergebnis gefunden wird.</p>
<p>ASICs sind darauf ausgelegt, diese eine Berechnung (die SHA256-Hash-Funktion) so schnell und effizient wie möglich zu erledigen, und nicht um komplizierte Rechenaufgaben oder mathematische Probleme zu lösen. Es geht dabei einzig und allein um Schnelligkeit.</p>
<p>Anders als beim analogen Bergbau können verschiedene Teilnehmer also nicht parallel wertvolle Stoffe erwirtschaften, sondern pro Spiel immer nur einer. Der Gewinner bekommt alles und alle anderen Teilnehmer haben ihre aufgewendete Arbeit "umsonst" getan, das heißt wie beim herkömmlichen Lotto haben sie nur für die Teilnahme an der Runde bezahlt (in Form von Rechenleistung, Strom, usw.), bekommen aber vom Gewinn nichts ab. Der Anreiz besteht also darin, bei der nächsten Runde mehr Glück zu haben und die Wahrscheinlichkeit eines Gewinnes zu erhöhen.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/5bbd424893a9163fde0a639e088cdf21802e53ddae148ed3b3aa3eeedf10b231.gif">

<p>In jeder anderen Branche schwankt das Angebot je nach Nachfrage. Wenn die Nachfrage nach einem wertvollen Stoff steigt, werden die Teilnehmer die Produktion entsprechend der Nachfrage erhöhen. Das bedeutet, mehr Equipment wird hinzugefügt, um schneller mehr des Produkts zu erwirtschaften. Bei Bitcoin ist das Angebot im Code festgelegt (neue bitcoins alle 10 Minuten) und kann sich auch bei steigender Nachfrage nicht ändern.</p>
<p>Aufgrund seiner genehmigungsfreien Natur ist es jedem gestattet, von überall auf der Welt Bitcoin zu produzieren, also an der Lotterie teilzunehmen. Die Lotterie schließt niemanden aus - einzig und allein Staaten oder andere Gerichtsbarkeiten können ihren Bürgern (versuchen zu) verbieten, an der Lotterie teilzunehmen. Dies führt dazu, dass sich Bitcoin-Miner überall auf der Welt ansiedeln, wo es für sie am wirtschaftlichsten ist am Netzwerk zu partizipieren (stabile und günstige Energieversorgung, rechtlich abgesicherte Eigentumsrechte, keine Verbote, usw.).</p>
<p>Gerade die ersten beiden Punkte (Energie und Eigentumsrechte) führen dazu, dass sich Bitcoin-Mining in Staaten wie den USA, Kanada oder Kazakhstan besonders konzentriert und in Ländern wie China oder Russland (durch Mining-Verbote) abnimmt - so in der Theorie. Denn heute stammen angenommen immer noch ca. 20% und 5% der weltweiten Hashrate aus <a href="https://chainbulletin.com/bitcoin-mining-map/">China und Russland</a>. Theorien dafür gibt es viele und besonders die letzten - fast unverhältnismäßigen - Anstiege der Hashrate führen zu vielen Spekulationen darüber, dass der russische Staat insgeheim seine <a href="https://cryptoslate.com/russian-government-gives-the-green-light-to-crypto-mining-operation-in-siberia">eigene Mining-Infrastruktur </a>ausbaut.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/7b38ee7c666e740dce76e32ca0bf20fa4a4888bfce3b467922bd5ba4cd25e8be.gif">

<h3>Hashing vs. kryptografische Verschlüsselung</h3>
<p>Das Bitcoin-Netzwerk bedient sich vieler verschiedener Elemente, um die verschiedenen Eigenschaften oder Funktionen zu bedienen. Oft wird dabei das Hashing (z.B. verwendet beim Mining-Prozess und der Erstellung von Adressen) mit kryptografischer Verschlüsselung / Encryption (z.B. beim Erstellen von Keys) verwechselt oder in einen Topf geworfen.</p>
<p>Hashing: Das Hashing ist eine bestimmte Form der Kryptografie. Beim Hashing wird eine Eingabe (eine beliebig lange Datenkette) zu einer festen Ausgabegröße transformiert. Die Eingabe kann alles sein, z.B. viele Namen aneinandergereiht, oder jeder Straßenname irgendeiner Stadt aneinandergereiht, usw., es kann ziemlich alles sein, was man sich vorstellen kann und in Form einer Folge von Zeichen dargestellt werden kann. Der Hashing-Algorithmus funktioniert im Wesentlichen als Einbahnstraße, die die Eingabe in eine feste Folge von Buchstaben und Zahlen umwandelt.</p>
<p>Ein bekannter Anwendungsfall für diese Art von Algorithmus ist die Passwort-Speicherung auf Webseiten. Wenn Benutzer ein Passwort anlegen, errechnet der Computer automatisch einen Hash, welcher hinterlegt und beim Einloggen abgefragt wird. So werden bei einem Hack der Webseite nur nicht rückgängig zu machende Hashes der Passwörter gestohlen.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/c5fa29fd4320e29edfc030dde32432d66ae6e7ea6f90d267dc3b65cc078f5a49.gif">

<p>Kryptografische Verschlüsselung: Bei der kryptografischen Verschlüsselung handelt es sich auch um eine Form der Kryptografie, doch anders als beim Hashing, handelt es sich hier um einen bidirektionalen Algorithmus, also eine Zweirichtungsstraße. Das bedeutet schlicht, dass der Algorithmus eine Eingabe verschlüsselt, die verschlüsselte Ausgabe mit dem passenden Schlüssel jedoch wieder entschlüsselt werden kann. Somit kann der Besitzer des Schlüssels herausfinden, was die ursprüngliche Eingabenachricht war.</p>
<p>Ein bekannter Anwendungsfall für diese Art von Algorithmus ist die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bei verschiedenen Messenger-Diensten. Nachrichten werden verschlüsselt versendet und nur der Empfänger hat den nötigen Schlüssel, um die Nachricht wieder zu öffnen. Das passiert bei den Messenger-Diensten ganz automatisch, ohne dass ein Nutzer mit den Schlüsseln herumhantieren muss.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/2016f574d24b47f6d88eeb96148c9790008fa36eff24144ead4eb447513bef95.gif">

<blockquote>
<p>💡Dieser Unterschied ist ganz wichtig: Beim Hashing ist es unmöglich Anhand der Ausgabe die ursprüngliche Eingabe durch eine Rücktransformation zu erhalten. Man kann nur Daten eingeben und erhält dann eine feste Ausgabe. Verwendet man den selben Algorithmus bei der gleichen Eingabe erhält man immer eine identische Ausgabe.</p>
</blockquote>
<p>Hashing beim Mining: Hashing ist im Wesentlichen die Art und Weise von Bitcoin, das gesamte Netzwerk zu koordinieren, um einen bestimmten Hash zu finden, der eine bestimmte vom System festgelegte Schwierigkeit erfüllt. Diese Schwierigkeit stellt sicher, dass egal ob die Hälfte der Miner im Laufe des nächsten Jahres verschwindet, oder ob sich die Anzahl der Miner im Laufe des nächsten Jahres verdreifacht, im Durchschnitt dafür Sorge getragen wird, dass das Bitcoin-Netzwerk immer ziemlich stabil ist und weiterhin etwa alle 10 Minuten ein neuer Transaktionsblock erscheint.</p>
<p>Es ist also essentiell, den Unterschied zwischen Verschlüsselung und Hashing zu verstehen und mit dem Mythos aufzuräumen, dass Mining "komplizierte, mathematische Probleme" löst. Ein weiterer viel verbreiteter Mythos ist, dass der Energieverbrauch zunehmen wird, je mehr Nutzer//innen Bitcoin Transaktionen ausführen. Es braucht nämlich nicht mehr Miner, um mehr Transaktionen zu verarbeiten. Die Anzahl der Transaktionen ist begrenzt durch die Blockgröße und die Anpassung der Schwierigkeit, die dafür sorgt, dass Blocks alle 10 Minuten produziert werden. Dies ist der Fall, wenn es auf der Welt nur noch einen einzigen Miner gäbe, genauso wie dies der Fall ist, wenn sich die Mining-Hashrate verhundertfacht. Eine Erweiterung der Gesamt-Hashrate führt allerdings zu einer höheren Sicherheit des Netzwerks, da ein potentieller Angriff auf das Netzwerk nur funktionieren kann, wenn der Angreifer mehr als 51% der gesamten Hashrate auf sich vereinigt.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/cd7fa544ebee363b203d5210385c70124e726b1d4fac9f21db9a8709917cc630.gif">

<p>🫳🎤</p>
<hr>
<p>In diesem Sinne, 2... 1... Risiko!‌</p>
<p><img src="https://media.tenor.com/images/4ae424f8d8ea36e86169862d84d1b31e/tenor.gif" alt=""></p>
]]></content:encoded>
      <itunes:author><![CDATA[Genexyz]]></itunes:author>
      <itunes:summary><![CDATA[<p>Eines der interessantesten Themen im immer mehr Facetten umfassenden Bitcoin-Bereich ist und bleibt das Mining. Erst diese Woche wurde wieder ein neues ATH erreicht und die Nachrichten der letzten paar Wochen zeigen, dass es immer noch ein Bereich ist, der sich nach wie vor neu erfindet und stets im Wandel ist. Besonders die Formierung neuer immer größer werdender Mining-Pools, die damit einhergehenden Überlegungen rund um Stratum V2, aber auch die ständige Veränderung der grossen, an Börsen gelisteten Minern sind immer wieder Gesprächsthemen und erzeugen viele Nachrichten. Bevor wir uns diese letzten Neuigkeiten anschauen, ist es jedoch einmal wert, einen Schritt zurückzutreten und sich genau zu vergegenwärtigen, was Miner eigentlich tun - also wie der Mining-Prozess abläuft.</p>
<hr>
<h3>Die Mining-Lotterie</h3>
<p>Die meisten Menschen missverstehen oder verstehen nicht ganz, was Bitcoin-Miner tatsächlich tun, um neue Blocks zu produzieren. Es wird hauptsächlich über den hohen Energieaufwand gesprochen, was dazu führt, dass fälschlicherweise angenommen wird, dass die gesamte aufgebrachte Energie in jeden neu produzierten Block fließt. Die Analogie zum herkömmlichen Bergbau, oder Goldschürfen, trägt teilweise zur Verwirrung bei. Denn beim Bergbau arbeiten viele Maschinen gleichzeitig daran, wertvolle Stoffe aus der Erde zu ziehen, dabei können parallel weltweit Edelmetalle geborgen werden und viele Faktoren spielen dabei eine Rolle, wie erfolgreich in Bergbau-Unternehmen arbeitet (z.B. Menge des Equipments, die in der Lokalität vorhandene Menge an wertvollen Stoffen, usw.). Beim Bitcoin-Mining ist dies nicht ganz der Fall.</p>
<p>Denn einfach ausgedrückt ist Mining eine Lotterie, um neue Blöcke in der Bitcoin-Blockchain zu erstellen. Dabei ergeben sich zwei Effekte: 1) Jeder neue Block fügt Transaktionen der Blockchain hinzu und sichert damit zusätzlich vorherige Blöcke und die darin enthaltenen Transaktionen ab (sichert also das gesamte Netzwerk ab). 2) Erhalten erfolgreiche Miner eine Belohnung (den Blockreward) für die getane Arbeit und für die aufgewendeten realen Ressourcen (z. B. Strom, Hardware, OpEx). Aber was ist genau mit Lotteriesystem gemeint?</p>
<p>Man stelle sich vor, dass alle Miner im Bitcoin-Netzwerk das gleiche Lotto spielen. Doch in unserem Lottospiel werden die 6 richtigen Zahlen nicht am Ende gezogen, sondern sind am Anfang jeder Runde gesetzt (es gibt keine Möglichkeit zu schummeln, denn es gibt niemanden, von dem man die richtigen Zahlen erhalten kann, bis sie gefunden wurden). Alle Lotto-Teilnehmer setzen sich also hin und fangen an, so schnell wie nur eben möglich Lottoscheine auszufüllen, denn es geht darum, die richtigen 6 Zahlen für die jeweilige Runde als erstes zu finden. Derjenige Spieler, der am schnellsten Scheine ausfüllen kann, hat höhere Chancen, die richtigen Zahlen auch als erstes zu erraten. Sobald ein Spieler die richtigen 6 Zahlen hat, ist die Runde sofort beendet und alle Mitspieler können sich den Gewinner-Schein ansehen und mit den veröffentlichten 6 Zahlen vergleichen, um damit zu validieren, dass der Gewinner auch tatsächlich übereinstimmende Zahlen hat. Der Gewinner bekommt den Jackpot und die nächste Runde beginnt. Einziger Unterschied ist, dass man sich mit dem Jackpot keine Kartbahn in den Garten bauen kann.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/745242a0f9b6ddf1ea2d9c5201b6e7b43a11e00d738d7756e50c62daf091032a.gif">

<p>Da dieses Lottospiel sich immer größerer Beliebtheit erfreut kommen immer mehr interessierte Spieler hinzu, aber auch die existierenden Spieler fangen an, Freunde dazuzuholen, die ihnen helfen sollen, noch schneller Lottoscheine auszufüllen. Durch die steigende Anzahl an Spielern würde jede Runde schneller vorbei sein, da ja viel mehr Spieler gleichzeitig Scheine ausfüllen und damit die Wahrscheinlichkeit steigt, dass die 6 Richtigen schneller gefunden werden. Da die Lotterie nur eine begrenzte Menge von Kapital zur Ausschüttung als Jackpots bereithält, muss sie das Spiel so anpassen, dass die Runden möglichst gleich lang dauern.</p>
<p>Dazu wird jede Runde die Schwierigkeit erhöht. Mussten die ersten Spieler nur 6 Richtige aus einer Zahlenreihe von z.B. 49 Felden erraten, wird die Anzahl der möglichen Zahlen erhöht, sodass eine Runde im Durchschnitt immer 10 Minuten dauert. Verlassen Spieler die Runde, wird die Zahl der möglichen Felder genauso wieder reduziert. Im Bitcoin-Netzwerk wird die stetige Ausschüttung von neuen bitcoins genauso reguliert. Damit im Durchschnitt alle 10 Minuten ein neuer Block produziert wird, müssen alle 2016 Blöcke (ca. alle 2 Wochen) die Schwierigkeit angepasst werden, um die Blockzeit bei 10 Minuten zu halten. Treten innerhalb dieses Zeitraums von ca. 2 Wochen mehr Miner dem Netzwerk bei, steigt die Hashrate und infolgedessen muss die Schwierigkeit angepasst werden.</p>
<p>Alle Miner im Netzwerk verwenden ASIC (Mining-Equipment, oder Rigs) - spezialisierte Computer, die nur darauf ausgelegt sind, Hashes so schnell wie möglich zu berechnen. Einen Hash berechnen bedeutet, eine zufällige Eingabe in eine mathematische Funktion einzufügen und eine Ausgabe zu erzeugen. Technisch bedeutet dies, dass ein Block von Transaktionen erstellt wird und in eine SHA256-Hash-Funktion eingegeben wird. Wenn die Ausgabe mit der "Gewinnerzahl" übereinstimmt, hat der Miner gewonnen und kann den neuen Block in die Blockchain schreiben und kann seinem Block das Preisgeld (die Subsidy) hinzufügen, die an den Miner ausgezahlt wird. Dann beginnt die nächste Runde.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/41588d7ad6c0c730de1a2a3334f2bfd92731a1cc90af2a927c0afcd257291d83.gif">

<p>Mehr Hashes pro Sekunde entsprechen mehr ausgefüllten Lottoscheinen pro Sekunde und damit einer größeren Erfolgswahrscheinlichkeit. Beim Hashing (mehr dazu ⬇️) wird immer eine Ausgabe mit einer festen Größe erstellt (in unserem Beispiel 6 Zahlen), die als Hash bezeichnet wird. Entgegen der landläufigen Meinung handelt es sich hierbei nicht um komplexe Mathematik, sondern nur um eine sehr schnelle Wiederholung der immer gleichen Berechnung mit neuen Eingaben, bis das erhoffte Ergebnis gefunden wird.</p>
<p>ASICs sind darauf ausgelegt, diese eine Berechnung (die SHA256-Hash-Funktion) so schnell und effizient wie möglich zu erledigen, und nicht um komplizierte Rechenaufgaben oder mathematische Probleme zu lösen. Es geht dabei einzig und allein um Schnelligkeit.</p>
<p>Anders als beim analogen Bergbau können verschiedene Teilnehmer also nicht parallel wertvolle Stoffe erwirtschaften, sondern pro Spiel immer nur einer. Der Gewinner bekommt alles und alle anderen Teilnehmer haben ihre aufgewendete Arbeit "umsonst" getan, das heißt wie beim herkömmlichen Lotto haben sie nur für die Teilnahme an der Runde bezahlt (in Form von Rechenleistung, Strom, usw.), bekommen aber vom Gewinn nichts ab. Der Anreiz besteht also darin, bei der nächsten Runde mehr Glück zu haben und die Wahrscheinlichkeit eines Gewinnes zu erhöhen.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/5bbd424893a9163fde0a639e088cdf21802e53ddae148ed3b3aa3eeedf10b231.gif">

<p>In jeder anderen Branche schwankt das Angebot je nach Nachfrage. Wenn die Nachfrage nach einem wertvollen Stoff steigt, werden die Teilnehmer die Produktion entsprechend der Nachfrage erhöhen. Das bedeutet, mehr Equipment wird hinzugefügt, um schneller mehr des Produkts zu erwirtschaften. Bei Bitcoin ist das Angebot im Code festgelegt (neue bitcoins alle 10 Minuten) und kann sich auch bei steigender Nachfrage nicht ändern.</p>
<p>Aufgrund seiner genehmigungsfreien Natur ist es jedem gestattet, von überall auf der Welt Bitcoin zu produzieren, also an der Lotterie teilzunehmen. Die Lotterie schließt niemanden aus - einzig und allein Staaten oder andere Gerichtsbarkeiten können ihren Bürgern (versuchen zu) verbieten, an der Lotterie teilzunehmen. Dies führt dazu, dass sich Bitcoin-Miner überall auf der Welt ansiedeln, wo es für sie am wirtschaftlichsten ist am Netzwerk zu partizipieren (stabile und günstige Energieversorgung, rechtlich abgesicherte Eigentumsrechte, keine Verbote, usw.).</p>
<p>Gerade die ersten beiden Punkte (Energie und Eigentumsrechte) führen dazu, dass sich Bitcoin-Mining in Staaten wie den USA, Kanada oder Kazakhstan besonders konzentriert und in Ländern wie China oder Russland (durch Mining-Verbote) abnimmt - so in der Theorie. Denn heute stammen angenommen immer noch ca. 20% und 5% der weltweiten Hashrate aus <a href="https://chainbulletin.com/bitcoin-mining-map/">China und Russland</a>. Theorien dafür gibt es viele und besonders die letzten - fast unverhältnismäßigen - Anstiege der Hashrate führen zu vielen Spekulationen darüber, dass der russische Staat insgeheim seine <a href="https://cryptoslate.com/russian-government-gives-the-green-light-to-crypto-mining-operation-in-siberia">eigene Mining-Infrastruktur </a>ausbaut.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/7b38ee7c666e740dce76e32ca0bf20fa4a4888bfce3b467922bd5ba4cd25e8be.gif">

<h3>Hashing vs. kryptografische Verschlüsselung</h3>
<p>Das Bitcoin-Netzwerk bedient sich vieler verschiedener Elemente, um die verschiedenen Eigenschaften oder Funktionen zu bedienen. Oft wird dabei das Hashing (z.B. verwendet beim Mining-Prozess und der Erstellung von Adressen) mit kryptografischer Verschlüsselung / Encryption (z.B. beim Erstellen von Keys) verwechselt oder in einen Topf geworfen.</p>
<p>Hashing: Das Hashing ist eine bestimmte Form der Kryptografie. Beim Hashing wird eine Eingabe (eine beliebig lange Datenkette) zu einer festen Ausgabegröße transformiert. Die Eingabe kann alles sein, z.B. viele Namen aneinandergereiht, oder jeder Straßenname irgendeiner Stadt aneinandergereiht, usw., es kann ziemlich alles sein, was man sich vorstellen kann und in Form einer Folge von Zeichen dargestellt werden kann. Der Hashing-Algorithmus funktioniert im Wesentlichen als Einbahnstraße, die die Eingabe in eine feste Folge von Buchstaben und Zahlen umwandelt.</p>
<p>Ein bekannter Anwendungsfall für diese Art von Algorithmus ist die Passwort-Speicherung auf Webseiten. Wenn Benutzer ein Passwort anlegen, errechnet der Computer automatisch einen Hash, welcher hinterlegt und beim Einloggen abgefragt wird. So werden bei einem Hack der Webseite nur nicht rückgängig zu machende Hashes der Passwörter gestohlen.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/c5fa29fd4320e29edfc030dde32432d66ae6e7ea6f90d267dc3b65cc078f5a49.gif">

<p>Kryptografische Verschlüsselung: Bei der kryptografischen Verschlüsselung handelt es sich auch um eine Form der Kryptografie, doch anders als beim Hashing, handelt es sich hier um einen bidirektionalen Algorithmus, also eine Zweirichtungsstraße. Das bedeutet schlicht, dass der Algorithmus eine Eingabe verschlüsselt, die verschlüsselte Ausgabe mit dem passenden Schlüssel jedoch wieder entschlüsselt werden kann. Somit kann der Besitzer des Schlüssels herausfinden, was die ursprüngliche Eingabenachricht war.</p>
<p>Ein bekannter Anwendungsfall für diese Art von Algorithmus ist die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bei verschiedenen Messenger-Diensten. Nachrichten werden verschlüsselt versendet und nur der Empfänger hat den nötigen Schlüssel, um die Nachricht wieder zu öffnen. Das passiert bei den Messenger-Diensten ganz automatisch, ohne dass ein Nutzer mit den Schlüsseln herumhantieren muss.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/2016f574d24b47f6d88eeb96148c9790008fa36eff24144ead4eb447513bef95.gif">

<blockquote>
<p>💡Dieser Unterschied ist ganz wichtig: Beim Hashing ist es unmöglich Anhand der Ausgabe die ursprüngliche Eingabe durch eine Rücktransformation zu erhalten. Man kann nur Daten eingeben und erhält dann eine feste Ausgabe. Verwendet man den selben Algorithmus bei der gleichen Eingabe erhält man immer eine identische Ausgabe.</p>
</blockquote>
<p>Hashing beim Mining: Hashing ist im Wesentlichen die Art und Weise von Bitcoin, das gesamte Netzwerk zu koordinieren, um einen bestimmten Hash zu finden, der eine bestimmte vom System festgelegte Schwierigkeit erfüllt. Diese Schwierigkeit stellt sicher, dass egal ob die Hälfte der Miner im Laufe des nächsten Jahres verschwindet, oder ob sich die Anzahl der Miner im Laufe des nächsten Jahres verdreifacht, im Durchschnitt dafür Sorge getragen wird, dass das Bitcoin-Netzwerk immer ziemlich stabil ist und weiterhin etwa alle 10 Minuten ein neuer Transaktionsblock erscheint.</p>
<p>Es ist also essentiell, den Unterschied zwischen Verschlüsselung und Hashing zu verstehen und mit dem Mythos aufzuräumen, dass Mining "komplizierte, mathematische Probleme" löst. Ein weiterer viel verbreiteter Mythos ist, dass der Energieverbrauch zunehmen wird, je mehr Nutzer//innen Bitcoin Transaktionen ausführen. Es braucht nämlich nicht mehr Miner, um mehr Transaktionen zu verarbeiten. Die Anzahl der Transaktionen ist begrenzt durch die Blockgröße und die Anpassung der Schwierigkeit, die dafür sorgt, dass Blocks alle 10 Minuten produziert werden. Dies ist der Fall, wenn es auf der Welt nur noch einen einzigen Miner gäbe, genauso wie dies der Fall ist, wenn sich die Mining-Hashrate verhundertfacht. Eine Erweiterung der Gesamt-Hashrate führt allerdings zu einer höheren Sicherheit des Netzwerks, da ein potentieller Angriff auf das Netzwerk nur funktionieren kann, wenn der Angreifer mehr als 51% der gesamten Hashrate auf sich vereinigt.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/cd7fa544ebee363b203d5210385c70124e726b1d4fac9f21db9a8709917cc630.gif">

<p>🫳🎤</p>
<hr>
<p>In diesem Sinne, 2... 1... Risiko!‌</p>
<p><img src="https://media.tenor.com/images/4ae424f8d8ea36e86169862d84d1b31e/tenor.gif" alt=""></p>
]]></itunes:summary>
      <itunes:image href="https://blossom.primal.net/495c3e3450be112ab39de56c279cc90122bed20beaa64da3889a7cfb4d3dad8f.png"/>
      </item>
      
      <item>
      <title><![CDATA[#26 // Block 775770 // Ordinals & Inscriptions]]></title>
      <description><![CDATA[Ordinals sind momentan heiß diskutiert und in aller Munde (wie Zähne). Doch wie genau funktoniert die Ordinals-Theorie und warum ist sie so kontrovers?]]></description>
             <itunes:subtitle><![CDATA[Ordinals sind momentan heiß diskutiert und in aller Munde (wie Zähne). Doch wie genau funktoniert die Ordinals-Theorie und warum ist sie so kontrovers?]]></itunes:subtitle>
      <pubDate>Mon, 09 Dec 2024 07:20:07 GMT</pubDate>
      <link>https://www.genexyz.org/post/26-block-775770-ordinals-inscriptions-36zg3n/</link>
      <comments>https://www.genexyz.org/post/26-block-775770-ordinals-inscriptions-36zg3n/</comments>
      <guid isPermaLink="false">naddr1qqkryd3dgfkx7cmt95mnwdfhxucz6nmjv35kuctvwvk5jmnnvdexjur5d9hkuuedxvm85eendcpzqgrre4u4tnlaegxvft3q7aajk84s2vqsu56vrr5v5upzy9tm6yeqqvzqqqr4gu2w53l9</guid>
      <category>Bitcoin</category>
      
        <media:content url="https://blossom.primal.net/e285df08d169ac0d394e00bfe15e91493a7a6feb6ceffa6d5118d540298c642d.png" medium="image"/>
        <enclosure 
          url="https://blossom.primal.net/e285df08d169ac0d394e00bfe15e91493a7a6feb6ceffa6d5118d540298c642d.png" length="0" 
          type="image/png" 
        />
      <noteId>naddr1qqkryd3dgfkx7cmt95mnwdfhxucz6nmjv35kuctvwvk5jmnnvdexjur5d9hkuuedxvm85eendcpzqgrre4u4tnlaegxvft3q7aajk84s2vqsu56vrr5v5upzy9tm6yeqqvzqqqr4gu2w53l9</noteId>
      <npub>npub1yp3u6724el7u5rxy4cs0w7etr6c9xqgw2dxp36x2wq3zz4aazvsqw8xkc5</npub>
      <dc:creator><![CDATA[Genexyz]]></dc:creator>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Eine hitzige Debatte wird momentan in der Bitcoin-Welt über NFTs (sagen die einen) bzw. unnötigen Datenmüll (sagen die anderen) auf der Bitcoin-Blockchain geführt. Anlass zur Debatte hat ein von Casey Rodarmor entwickeltes System gegeben, das es ermöglicht mit Hilfe seines speziell dafür entwickelten Protokolls jedem Satoshi (Sat) eine einzigartige Folgenummer (Ordinal) zuzuweisen und somit nachverfolgbar zu machen. Dies erlaubt dann das Schreiben von Dateien direkt in die Witness Sektion eines Blocks, also direkt in die Blockchain, eine sogenannte Inscription. Das Thema erhitzt die Gemüter, jeder hat eine Meinung dazu und entweder ist man im Lager der Supporter oder der Gegner. Oder man hat schon beim Lesen dieser Einleitung nicht ein Wort verstanden. Für diese Gruppe soll diese Übersicht funktionieren, in der die Funktionsweise von Ordinals und Inscriptions erklärt wird und was die Pro- und Kontra-Argumente der jeweiligen Lager sind.</p>
<hr>
<p>Daten in die Bitcoin-Blockchain zu schreiben, die nicht direkt etwas mit der Funktionsweise des Systems zu tun haben, ist nichts Neues. Es gibt seit jeher verschiedene Möglichkeiten Nachrichten, Dateien oder andere Informationen in Blocks zu packen. Sogar der Genesis Block enthält die Nachricht "The Times 03/Jan/2009 Chancellor on brink of second bailout for banks" in der Coinbase,</p>
<p><img src="https://blossom.primal.net/33595d33b9988d76ffcb9e173598c675ecbb8464376ca153afaf476af3e19934.png" alt="">das Whitepaper von Satoshi Nakamoto wurde bereits 2013 in Block 230009 verewigt,</p>
<p><img src="https://blossom.primal.net/b93d466f72be905f5d953c40e00ad308b9fb9fe3df38ab13a8b85019a8126958.png" alt="">OP_Returns ermöglichen das Schreiben kurzer (80 Zeichen) Nachrichten,</p>
<p><img src="https://blossom.primal.net/0e7ec520d3b646a7b6d63658370a79c0959a2422b38f74bfc234abb7e909ac85.png" alt="">und auch Protokolle, die auf Bitcoin laufen, wie z.B. <a href="https://www.counterparty.io">Counterparty </a>und u.a. den Handel mit <a href="https://scarce.city/marketplace/digital">Rare Pepes</a> ermöglichen, existieren bereits seit 2014. Dennoch scheint etwas an der neuen, von Casey Rodarmor vorgestellten Methode anders zu sein, dass es die Gemüter so sehr erhitzt. Das Konzept ist ein zweigeteiltes, zunächst wird eine Theorie, oder Konvention, beschlossen, der zufolge jeder Sat in der Blockchain einzigartig und nachverfolgbar wird. Damit werden die einzelnen Sats im weitesten Sinne schon zu NFTs. Darüber hinaus ermöglicht diese Konvention das Verschmelzen dieser einzigartigen Sats mit hochgeladenen Daten. Denn - um beim obigen Beispiel des Whitepapers zu bleiben - ist die hochgeladene PDF Datei für immer in Block 230009 festgeschrieben, aber sie gehört niemandem, denn ein Block gehört niemandem per se, ein Block ist ein öffentliches Register aller stattgefundenen Transaktionen zu dieser Blockzeit. Indem man Dateien mit Sats verbindet, lassen sich diese verschicken und handeln, denn Sats haben (der Ordinal Theory zufolge) immer eine/n Besitzer//in.</p>
<p>Doch um besser verstehen zu können, wie dieses neue Protokoll funktioniert, muss man sich wie immer ein paar verschiedene Konzepte annehmen. Wir brechen diese erstmal der Reihe nach auf.</p>
<h3>SegWit (Segregated Witness)</h3>
<p>Bevor wir uns mit Ordinals und Inscriptions beschäftigen machen wir einen kurzen historischen und technischen Ausflug, denn Inscriptions wären ohne SegWit nicht möglich. Deshalb lohnt es sich besser zu verstehen, was man unter diesem Transaktionsformat versteht.</p>
<p>SegWit wurde 2017 erdacht, um in erster Linie zwei existierende Probleme zu lösen: 1) <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Malleability">Transaction Malleability</a> und 2) die Effizienz von Blöcken zu erhöhen. Bis dato hatten Blöcke eine effektive maximal Größe von 1MB und bestanden aus dem sogenannten Header (Basisdaten: Signaturen und Skripte) und den Transaktionsdaten (Inputs und Outputs). Diese Headerdaten (auch Witness-Daten genannt) nahmen einen Großteil der zur Verfügung stehenden Größe ein, was zu ineffizienten und oftmals mit hohen Transaktionsgebühren versehenen Blöcken führte. Mit Hilfe des SegWit Protokolls konnte eine Skalierung von Bitcoin erreicht werden, ohne die offizielle in den Code geschriebene Blockgröße von 1MB zu verändern. Dazu kommt, dass diese Lösung keinen Hard-Fork benötigte und ganz nebenbei (aber offiziell in erster Linie) auch das Problem der Malleability löste. Ohne auf die Details von Hard- und Soft-Forks einzugehen, ist dies ein wichtiges Detail, denn 2017 tobten die sogenannten Blocksize-Wars und führten schließlich zur Abspaltung von Bitcoin Cash und seinen 8MB-Blöcken.</p>
<p><img src="https://blossom.primal.net/84127a2a1203eafe787a613d37703ba7e4bc5f6a89e147a80d858417b90f5c51.png" alt="">SegWit wurde im Juli 2017 mit Block 477120 aktiviert. Wie der Name Segregated Witness schon impliziert, werden die Witness-Daten (Signaturen und Skripte) getrennt und in einer separate Datenstruktur (Witness Merkle Tree) geführt, sodass der Hauptteil des Blocks weniger Basisinformationen enthält und somit mehr Platz für Transaktionsinformationen lässt, Blöcke also effizienter macht und damit Gebühren niedriger hält. Der Zaubertrick dabei ist, dass es immer noch derselbe Block ist, allerdings mit zwei Sätzen von Datenstrukturen (Transaktionsabschnitt und Basisinformationsabschnitt), und somit den Protokollregeln entspricht und eine Blockgröße von 1MB eigentlich nicht überschreitet. Dieser mathematische Kniff führt dazu, dass für die Einführung kein Hard-Fork benötigt wurde (nur einen Soft-Fork), was eine Abwärtskompatibilität gewährleistet und somit auch Adressen und Wallets, die unter dem Legacy-System arbeiten ohne Probleme funktionieren. Der mathematische Kniff hat allerdings eine seltsame Neuerung zur Folge, denn Blöcke werden seitdem in Gewicht statt Größe gemessen.</p>
<p><img src="https://blossom.primal.net/7eef5717726efab11a4de8f9b3e972b3658f48ba6219461b2062b64a0f87eb3f.png" alt="">Ein voller Block von ca. 1MB Größe und 4 Millionen WU Gewicht</p>
<p>Bitcoin hat nun also eine sogenannte Blockgrößengrenze (1MB) und eine Blockgewichtsgrenze (4 Millionen Gewichtseinheiten (WU), was ca. 4MB entspricht). Darüber hinaus wurden mit dem SegWit-Soft-Fork die heute gängigen bc1-Adressen (im Gegensatz zu den alten 1- und 3-Adressen) eingeführt.</p>
<p>Ein weiterer Nebeneffekt, neben der Reduzierung der Gebühren durch Kapazitätsverbesserung und Lösung der Transaktionsformbarkeit (Malleability), ist dass Layer-2-Lösungen, wie unter anderem Lightning, ermöglicht wurden, da Zahlungskanäle davon abhängen, dass unverformbare Transaktionen bestehen. Für die Skalierbarkeit und Dezentralisierung von Bitcoin hat die relativ kleine Blockgröße den Vorteil, dass der Betrieb von privaten Nodes erleichtert wird.</p>
<h3>Taproot</h3>
<p>Mit dem Wissen über SegWit müssen wir uns auch kurz mit Taproot beschäftigen, einem weiteren Soft-Fork, das mit Block 709632 im November 2021 aktiviert wurde. Taproot hat viele Neuerungen mit sich gebracht, die es hier zu besprechen den Rahmen sprengen würde, doch wichtig ist, dass Ordinals das Input-Feld von Taproot-Transaktionen nutzen, das seit dem SegWit Update getrennt wurde. Auch wichtig ist, dass es seit Taproot keine Regel gibt, die die Größe von Inputs begrenzt und damit Daten beliebig viel Platz (bis zur Blockgrößenbegrenzung von 4MB) beanspruchen können. Dies ermöglicht im Endeffekt die Öffnung des Protokolls zur Verwendung von Skripten, wie bei Ordinals geschehen und somit das Hochladen von großen Dateien, die die volle Blockgröße einnehmen können.</p>
<h3>Ordinals</h3>
<p>Das Protokoll besteht aus zwei Konzepten. Auf der einen Seite Ordinals (engl. Ordnungszahlen) und auf der anderen Seite Inscriptions (engl. Inschriften). Ordinals an sich funktionieren losgelöst von Inscriptions, Inscriptions benötigen aber Ordinals, um zu funktionieren. Man könnte also von einer Pfadabhängigkeit bei Inscriptions sprechen.</p>
<blockquote>
<p>💡Pfadabhängigkeit: Bei pfadabhängigen Vorgängen bauen die einzelnen Prozesse auf einander auf und das Resultat ist davon abhängig, welche Reihenfolge gewählt wird. Einfaches Beispiel: Ein Bad nehmen (Prozess 1) und dann mit dem Handtuch abtrocknen (Prozess 2) führt zu einem komoplett anderen Ergebnis, als sich mit dem Handtuch abzutrocknen und dann ein Bad zu nehmen.</p>
</blockquote>
<p>Ordinals können also unabhängig von Inscriptions verstanden werden. Es handelt sich dabei um eine vom Programmierer erfundene Konvention, einzelne Sats durchzumummerieren.</p>
<blockquote>
<p>“Satoshis are numbered in the order in which they’re mined, and transferred from transaction inputs to transaction outputs in first-in-first-out order.” - Casey Rodarmor</p>
</blockquote>
<p>Das Prinzip ist dabei recht einfach: Es wird angenommen, dass jeder bitcoin aus 100.000.000 Sats besteht und damit Sats durchgezählt werden können. Die Sats werden mit dem Genesis Block (Block 0) beginnend in der Reihenfolge, in der sie produziert wurden, nach dem FIFO-Prinzip (First in first out) durchgezählt und markiert. Der erste jemals produzierte Block (Genesis Block) enthielt 50 bitcoins und damit 5.000.000.000 Sats. So lassen sich die Sats durchzählen: der erste Sat ist <a href='/tag/0/'>#0</a>, der zweite hat die Ordnungszahl <a href='/tag/1/'>#1</a> und der letzte Sat dieses ersten Blocks hat die Ordnungszahl 4.999.999.999.</p>
<p><img src="https://blossom.primal.net/2735396684601eabfbc4a33a2d0c8b3bdbfa1bf73d28f7426f839e3e4a28b5f4.gif" alt="">Um dies umzusetzen wurde ein spezieller Block Explorer geschrieben, der dieser Konvention folgt und den jeweiligen Sats einen "Namen" zuweist, um diese leichter nachverfolgen zu können. So lässt sich so tun (!), als ob sich einzelne Sats von UTXO zu UTXO bewegen würden. Um UTXOs besser verstehen zu können, empfehle ich diesen vorherigen Artikel:</p>
<p><np-embed url="https://www.genexyz.org/post/25-block-774775-utxos-fee-management-v3ulch/"><a href="https://www.genexyz.org/post/25-block-774775-utxos-fee-management-v3ulch/">https://www.genexyz.org/post/25-block-774775-utxos-fee-management-v3ulch/</a></np-embed></p>
<p>Die Konvention täuscht also vor, dass Sats nicht ausgegeben oder verbrannt werden, sondern, dass diese in einer Art Kette von Bitcoin-Atomen existieren und diese Kette beim Versenden von Transaktionen nur aufgebrochen und die einzelnen Atomversatzstücke andernorts wieder auftauchen und nicht, wie eigentlich der Fall, eingeschmolzen / verbrannt werden.</p>
<p>Umgesetzt wird das alles durch ein Open-Source-Protokoll namens ord, das auf dem Bitcoin Core Protokoll läuft. Dies bedeutet, dass keine Veränderungen am Bitcoin Protokoll selbst vorgenommen werden, sondern eine Programm entwickelt wurde, das die Daten in der Blockchain benutzt, um eine andere Sicht zu erzeugen, die es ermöglicht, einzelne Sats zu benennen und nachzuverfolgen und somit jeden einzelnen Sat "einzigartig" aussehen zu lassen. Es ist also völlig freiwillig, sich auf diese Konvention und die Namensgebung einzulassen.</p>
<p>Folgt man jedoch dieser Konvention, so ergeben sich natürlich Spielereien, wie z.B. Seltenheit einzelner Sats beruhend auf dem Block, in dem sie enthalten waren oder sind, welche laufende Nummer sie haben, etc. Es ist in etwa so, als hätte ich eine Million kleiner Kieselsteine in meiner Einfahrt. Für jeden, der einfach vorbeigeht, ist jeder Kieselstein einfach nur eines von vielen Steinchen. Ich habe aber ein System gefunden, um jeden einzelnen Stein einzeln zu benennen, und damit ergeben sich "besondere" Steine, z.B. Stein <a href='/tag/1/'>#1</a> oder Stein <a href='/tag/69/'>#69</a>. Nur wer meinem System der Nummerierung folgt, sieht, dass dies besondere Steine sind, jeder andere sieht einfach nur Steine.</p>
<h3>Inscriptions</h3>
<p>Bei Inscriptions handelt es sich um eine von Ordinals zunächst losgelöste separate Funktion. Hierbei wird die eigentliche Datei in die Blockchain geschrieben, allerdings im Einklang mit Ordinals wird dieser Datei ein einzigartiger Sat zugeschrieben. Dies funktioniert auch wieder nur, wenn man der willkürlichen Konvention des Protokolls Folge leistet, denn beim Schreiben der Datei in die Blockchain wird natürlich eine Transaktion erstellt. Diese Transaktion enthält (mindestens) einen UTXO, der/die aus mehreren Sats bestehen und deshalb legt das Protokoll fest, dass eine Inscription beim Mining mit dem ersten Sat des ersten UTXO der Transaktion verschmolzen wird. Damit wird die Inscription (also die Datei) dauerhaft und auf ewig markiert und kann somit von anderen Sats unterschieden wird.</p>
<p>Unter Verwendung dieser Konvention (und der dazu nötigen Wallets) können UTXOs, die ein Sat-Inscription-Paar enthalten, gefunden und ihre Bewegungen und ihr Eigentum über Transaktionen hinweg verfolgt werden. Dies führt dazu, dass diese Sats, bzw. die Inscriptions, gehandelt, verschenkt, gekauft und verkauft werden können. Dabei entstehen also digitale Artefakte, oder anders genannt NFTs.</p>
<p><img src="https://blossom.primal.net/7c7b41a03c2c4a6bc9d9a58e324e248f652f7fb92ccc73466a5e4828e547e2b6.png" alt="">Inscriptions sind naturgemäß größere Dateien und nehmen daher mehr vom begrenzten Platz in jedem Block ein (daher die langen Erklärungen zu SegWit und Taproot). Die Benutzer//innen, die Inscriptions erstellen bzw. hochladen, müssen die dazu erforderlichen (höheren) Gebühren zahlen. Dieser Punkt ist für die folgende Diskussion wichtig.</p>
<h3>Diskussion</h3>
<p>Okay, soweit so gut, soweit so scheiße.</p>
<p>Kurzum: Es gibt ein System, das das Benennen einzelner Sats ermöglicht (wenn man daran glaubt) - Ordinals. Es besteht die Möglichkeit, Dateien in Blöcke zu schreiben und diese mit den benannten Sats zu verknüpfen - Inscriptions. Die beiden Theorien oder Konventionen sind nicht gleich, brauchen aber einander.</p>
<p>Ordinals alleine schaden nicht. Es ist das Hinzufügen digitaler Artefakte in Transaktionen, das die größere Debatte entflammt. Denn Inscriptions verlagern ein Risiko direkt in die Blockchain. Ein OP_Return z.B. kann 40KB (also 80 Zeichen) beinhalten und somit z.B. einen Link zu einer Datei darstellen (einen Pointer). Eine Datei mit fragwürdigem oder kriminellem Inhalt, würde also immer auf einer externen Website liegen und somit würde auch das Risiko vom Betreiber getragen werden. Inscriptions öffnen die Tür, Dateien, die bis zu 3MB pro Block groß sind, direkt in die Blockchain zu schreiben. Hier eröffnen sich Korridore für Reputationsangriffe auf Bitcoin.</p>
<p>Ordinals (ich fasse jetzt Ordinals und Inscriptions mal zusammen) eröffnen neue Wege, mit Bitcoin zu interagieren. Es bietet "Spaß" mit Bitcoin und fügt eine neue Schicht hinzu, Bitcoin mit Kunst und Kultur zusammenzubringen ist. Es könnte außerdem die Akzeptanz erhöhen und neue Interessenten für Bitcoin begeistern, die für die Bildchen kommen, aber wegen der bahnbrechenden Technologie und den fundamentalen Mehrwerten von Bitcoin bleiben.</p>
<hr>
<p>Die Hauptargumente gegen Ordinals berufen sich auf die größeren Datenmengen, die von Nodes validiert werden müssen und darauf, dass Blöcke mit "unnötigem Müll" gefüllt werden und damit wichtige und relevante Transaktionen nicht schnell genug verarbeitet werden. Allerdings muss man dazu sagen, dass Ordinals nicht die Blockgröße erhöhen, sondern im schlimmsten Fall dafür sorgen, dass das Blocklimit öfter erreicht wird. Ein normaler Block sieht meist so aus:</p>
<p><img src="https://blossom.primal.net/372ee441dc05a1919cf083f2adb36bfd17f659c14f2df77d1fc1d5ce05fc096b.png" alt="">Man sieht, dass das Gewicht von 4 MWU nicht ganz erreicht wurde und 2.675 Transaktionen einen Platz gefunden haben.</p>
<p>Im Vergleich dazu wurden im folgenden Block lediglich 648 Transaktionen untergebracht, die pro Transaktion viel größer sind (schaut man sich die jeweiligen Transaktionen an, stellt man fest, dass so gut wie jeder dieser großen Blöcke den gleichen Betrag von 0.0001 BTC aufweist, was darauf schließen lässt, dass die Ordinals-Transaktionen sind).</p>
<p><img src="https://blossom.primal.net/535a7f6173780e9d2ad6b374e6fed9867e029395bae584c5d6a32a380150f3bd.png" alt="">Fürsprecher von Ordinals argumentieren oft damit, dass diese "nutzlosen" Transaktionen auch bezahlt werden müssen, um andere "wertigere" Transaktionen zu verdrängen, da Miner diese sonst nicht dem Block hinzufügen würden. Hier muss man aber sagen, dass diese Transaktionen relativ geringe Transaktionsgebühren von 4 Sat/vB bezahlt haben. Da wir wissen, dass Transaktionsgebühren basierend auf der Größe der Transaktion berechnet werden und nicht auf dem Wert der Transaktion in Bitcoin, werden für diese 0.0001 BTC Transaktionen dennoch Gebühren im Bereich von 150.000 bis 250.000 Sats (ca. $50 bei aktuellem Kurs) fällig (es sei denn man hat Nick Luxor als Freund).</p>
<p><img src="https://blossom.primal.net/dba4f139fa265c51629baf9f27a3b3e231b2c01584d77b978d4debda419bf18c.png" alt="">Die Marktkräfte innerhalb des Bitcoin-Netzwerks werden also zeigen, wie lange diese Art von Transaktionen einen Großteil des vorhandenen Platzes einnehmen werden. Die Debatte um Transaktionsgebühren ist eine sehr wichtige, denn gibt es immer wieder Theorien darüber, wie Miner zukünftig profitabel sein können, wenn die Subsidies immer irrelevanter werden und auch das Sicherheitsbudget von Bitcoin gewährleistet werden muss. Befürworter von Ordinals bringen dies als ein weiteres Pro-Argument für einen weiteren Use-Case und gesteigertes Interesse an On-Chain Transaktionen an.</p>
<p><np-embed url="https://x.com/BitcoinPierre/status/1622744824896970753"><a href="https://x.com/BitcoinPierre/status/1622744824896970753">https://x.com/BitcoinPierre/status/1622744824896970753</a></np-embed></p>
<p>Natürlich erleben Ordinals gerade einen Hype und so ist es nicht verwunderlich, dass vor zwei Tagen über 50% des vorhandenen Platzes von Ordinals-Transaktionen eingenommen wurde. Diese Zahl ist heute schon auf unter 25% gesunken, was einen klaren Hype und keine Regel aufweist.</p>
<p>Unabhängig davon, ob Inscriptions als „wertvolle“ Verwendung von Bitcoin angesehen wird oder nicht, wird der Markt über die angemessene Gebührengestaltung darüber entscheiden, ob Nutzer weiterhin das System für diese Art von Spielerei nutzen wollen. Sollten sich Inscriptions als langlebig erweisen, werden Transaktionsgebühren unweigerlich steigen und somit mehr Absender kleinerer Bitcoin-Transaktionen auf Layer-2-Protokolle wie Lightning ausweichen.</p>
<p>Puristen sind gegen Inscriptions, da sie argumentieren, dass das Speichern großer Daten auf dem Bitcoin Ledger den Blockplatz für keinen wirklichen Zweck verschwendet und nur Stress für Nodebetreiber verursacht. Blocks, wie der folgende, führen dazu, dass sich ihnen die Nackenhaare aufstellen und neben der Verschwendung von Platz wird häufig das Reputationsrisiko als Kritik angebracht.</p>
<p><img src="https://blossom.primal.net/9bf3afd89cb77d72f966c508e5f2355edad7e8e8852bad2ed0f4ba921aa89841.png" alt="">Denn Inscriptions, die einmal in die Blockchain geschrieben wurden, lassen sich nicht mehr entfernen und damit auch nicht der Inhalt der hochgeladenen Dateien. Unmoralische und kriminelle Inhalte eröffnen so einen Korridor für Zensur, allerdings sollte auch beachtet werden, dass es auch einen speziellen Block Explorer benötigt, der Inscriptions darstellt, und diese Explorer haben natürlich die Möglichkeit Bilder mit moralisch und rechtlich fragwürdigen Inhalten zu zensieren, bzw. nicht darzustellen (wie in Inscription <a href='/tag/668/'>#668</a> passiert).</p>
<p><np-embed url="https://cointelegraph.com/news/bitcoin-ordinals-creators-look-for-fix-after-first-instance-of-shock-porn"><a href="https://cointelegraph.com/news/bitcoin-ordinals-creators-look-for-fix-after-first-instance-of-shock-porn">https://cointelegraph.com/news/bitcoin-ordinals-creators-look-for-fix-after-first-instance-of-shock-porn</a></np-embed></p>
<p>Um das Hochladen dieser "schlechten" Inhalte zu vermeiden, müssten die Bitcoin-Konsensregeln geändert werden. Und wenn diese verändert werden können, um Menschen davon abzuhalten, Bilder in das Bitcoin-Netzwerk zu laden, können die Regeln auch verändert werden, um z.B. Nutzer//innen mit politischen Interessen oder kritischen Meinungen davon abzuhalten, Bitcoin zu nutzen, wie sie es für richtig erachten. Denn am Ende ist Bitcoin ein System von Regeln, nicht von Vorurteilen oder Gefühlen und Meinungen, und der Schiedsrichter darüber, was darf und was nicht darf, bleibt der Code.</p>
<p>Im besten Fall können Inscriptions den Nicht-Bitcoin-NFT-Markt aushebeln und NFT-Fans den Spiegel vorhalten, dass ihre teuren Bildchen und die zugrunde liegende Technologie fast wertlos sind.</p>
<p>Welchem Camp man auch angehören mag, es bleibt festzuhalten, dass die ganze Ordinals-Theorie auf einer willkürlichen Annahme beruht und nur funktioniert, wenn man der Theorie folgt, dass Sats (ähnlich wie Atome bei Gold oder Nukleotide bei DNS) feste Bestandteile darstellen, die sich einzeln nachverfolgen lassen und nicht - wie ich denke - eine Maßeinheit darstellen. Zu sagen, ein UTXO besteht aus n-Menge Sats und jeder Sat ist einzigartig, ist genauso sinnvoll, wie zu sagen, dass man einen Eimer Wasser hat und sich jedes Milliliter Wasser einzeln nachvollziehen lässt. Liter ist eine Maßeinheit und nicht die Grundform, aus der Wasser besteht.</p>
<p>🫳🎤</p>
<hr>
<p>In diesem Sinne, 2... 1... Risiko!‌</p>
<p><img src="https://media.tenor.com/images/4ae424f8d8ea36e86169862d84d1b31e/tenor.gif" alt=""></p>
]]></content:encoded>
      <itunes:author><![CDATA[Genexyz]]></itunes:author>
      <itunes:summary><![CDATA[<p>Eine hitzige Debatte wird momentan in der Bitcoin-Welt über NFTs (sagen die einen) bzw. unnötigen Datenmüll (sagen die anderen) auf der Bitcoin-Blockchain geführt. Anlass zur Debatte hat ein von Casey Rodarmor entwickeltes System gegeben, das es ermöglicht mit Hilfe seines speziell dafür entwickelten Protokolls jedem Satoshi (Sat) eine einzigartige Folgenummer (Ordinal) zuzuweisen und somit nachverfolgbar zu machen. Dies erlaubt dann das Schreiben von Dateien direkt in die Witness Sektion eines Blocks, also direkt in die Blockchain, eine sogenannte Inscription. Das Thema erhitzt die Gemüter, jeder hat eine Meinung dazu und entweder ist man im Lager der Supporter oder der Gegner. Oder man hat schon beim Lesen dieser Einleitung nicht ein Wort verstanden. Für diese Gruppe soll diese Übersicht funktionieren, in der die Funktionsweise von Ordinals und Inscriptions erklärt wird und was die Pro- und Kontra-Argumente der jeweiligen Lager sind.</p>
<hr>
<p>Daten in die Bitcoin-Blockchain zu schreiben, die nicht direkt etwas mit der Funktionsweise des Systems zu tun haben, ist nichts Neues. Es gibt seit jeher verschiedene Möglichkeiten Nachrichten, Dateien oder andere Informationen in Blocks zu packen. Sogar der Genesis Block enthält die Nachricht "The Times 03/Jan/2009 Chancellor on brink of second bailout for banks" in der Coinbase,</p>
<p><img src="https://blossom.primal.net/33595d33b9988d76ffcb9e173598c675ecbb8464376ca153afaf476af3e19934.png" alt="">das Whitepaper von Satoshi Nakamoto wurde bereits 2013 in Block 230009 verewigt,</p>
<p><img src="https://blossom.primal.net/b93d466f72be905f5d953c40e00ad308b9fb9fe3df38ab13a8b85019a8126958.png" alt="">OP_Returns ermöglichen das Schreiben kurzer (80 Zeichen) Nachrichten,</p>
<p><img src="https://blossom.primal.net/0e7ec520d3b646a7b6d63658370a79c0959a2422b38f74bfc234abb7e909ac85.png" alt="">und auch Protokolle, die auf Bitcoin laufen, wie z.B. <a href="https://www.counterparty.io">Counterparty </a>und u.a. den Handel mit <a href="https://scarce.city/marketplace/digital">Rare Pepes</a> ermöglichen, existieren bereits seit 2014. Dennoch scheint etwas an der neuen, von Casey Rodarmor vorgestellten Methode anders zu sein, dass es die Gemüter so sehr erhitzt. Das Konzept ist ein zweigeteiltes, zunächst wird eine Theorie, oder Konvention, beschlossen, der zufolge jeder Sat in der Blockchain einzigartig und nachverfolgbar wird. Damit werden die einzelnen Sats im weitesten Sinne schon zu NFTs. Darüber hinaus ermöglicht diese Konvention das Verschmelzen dieser einzigartigen Sats mit hochgeladenen Daten. Denn - um beim obigen Beispiel des Whitepapers zu bleiben - ist die hochgeladene PDF Datei für immer in Block 230009 festgeschrieben, aber sie gehört niemandem, denn ein Block gehört niemandem per se, ein Block ist ein öffentliches Register aller stattgefundenen Transaktionen zu dieser Blockzeit. Indem man Dateien mit Sats verbindet, lassen sich diese verschicken und handeln, denn Sats haben (der Ordinal Theory zufolge) immer eine/n Besitzer//in.</p>
<p>Doch um besser verstehen zu können, wie dieses neue Protokoll funktioniert, muss man sich wie immer ein paar verschiedene Konzepte annehmen. Wir brechen diese erstmal der Reihe nach auf.</p>
<h3>SegWit (Segregated Witness)</h3>
<p>Bevor wir uns mit Ordinals und Inscriptions beschäftigen machen wir einen kurzen historischen und technischen Ausflug, denn Inscriptions wären ohne SegWit nicht möglich. Deshalb lohnt es sich besser zu verstehen, was man unter diesem Transaktionsformat versteht.</p>
<p>SegWit wurde 2017 erdacht, um in erster Linie zwei existierende Probleme zu lösen: 1) <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Malleability">Transaction Malleability</a> und 2) die Effizienz von Blöcken zu erhöhen. Bis dato hatten Blöcke eine effektive maximal Größe von 1MB und bestanden aus dem sogenannten Header (Basisdaten: Signaturen und Skripte) und den Transaktionsdaten (Inputs und Outputs). Diese Headerdaten (auch Witness-Daten genannt) nahmen einen Großteil der zur Verfügung stehenden Größe ein, was zu ineffizienten und oftmals mit hohen Transaktionsgebühren versehenen Blöcken führte. Mit Hilfe des SegWit Protokolls konnte eine Skalierung von Bitcoin erreicht werden, ohne die offizielle in den Code geschriebene Blockgröße von 1MB zu verändern. Dazu kommt, dass diese Lösung keinen Hard-Fork benötigte und ganz nebenbei (aber offiziell in erster Linie) auch das Problem der Malleability löste. Ohne auf die Details von Hard- und Soft-Forks einzugehen, ist dies ein wichtiges Detail, denn 2017 tobten die sogenannten Blocksize-Wars und führten schließlich zur Abspaltung von Bitcoin Cash und seinen 8MB-Blöcken.</p>
<p><img src="https://blossom.primal.net/84127a2a1203eafe787a613d37703ba7e4bc5f6a89e147a80d858417b90f5c51.png" alt="">SegWit wurde im Juli 2017 mit Block 477120 aktiviert. Wie der Name Segregated Witness schon impliziert, werden die Witness-Daten (Signaturen und Skripte) getrennt und in einer separate Datenstruktur (Witness Merkle Tree) geführt, sodass der Hauptteil des Blocks weniger Basisinformationen enthält und somit mehr Platz für Transaktionsinformationen lässt, Blöcke also effizienter macht und damit Gebühren niedriger hält. Der Zaubertrick dabei ist, dass es immer noch derselbe Block ist, allerdings mit zwei Sätzen von Datenstrukturen (Transaktionsabschnitt und Basisinformationsabschnitt), und somit den Protokollregeln entspricht und eine Blockgröße von 1MB eigentlich nicht überschreitet. Dieser mathematische Kniff führt dazu, dass für die Einführung kein Hard-Fork benötigt wurde (nur einen Soft-Fork), was eine Abwärtskompatibilität gewährleistet und somit auch Adressen und Wallets, die unter dem Legacy-System arbeiten ohne Probleme funktionieren. Der mathematische Kniff hat allerdings eine seltsame Neuerung zur Folge, denn Blöcke werden seitdem in Gewicht statt Größe gemessen.</p>
<p><img src="https://blossom.primal.net/7eef5717726efab11a4de8f9b3e972b3658f48ba6219461b2062b64a0f87eb3f.png" alt="">Ein voller Block von ca. 1MB Größe und 4 Millionen WU Gewicht</p>
<p>Bitcoin hat nun also eine sogenannte Blockgrößengrenze (1MB) und eine Blockgewichtsgrenze (4 Millionen Gewichtseinheiten (WU), was ca. 4MB entspricht). Darüber hinaus wurden mit dem SegWit-Soft-Fork die heute gängigen bc1-Adressen (im Gegensatz zu den alten 1- und 3-Adressen) eingeführt.</p>
<p>Ein weiterer Nebeneffekt, neben der Reduzierung der Gebühren durch Kapazitätsverbesserung und Lösung der Transaktionsformbarkeit (Malleability), ist dass Layer-2-Lösungen, wie unter anderem Lightning, ermöglicht wurden, da Zahlungskanäle davon abhängen, dass unverformbare Transaktionen bestehen. Für die Skalierbarkeit und Dezentralisierung von Bitcoin hat die relativ kleine Blockgröße den Vorteil, dass der Betrieb von privaten Nodes erleichtert wird.</p>
<h3>Taproot</h3>
<p>Mit dem Wissen über SegWit müssen wir uns auch kurz mit Taproot beschäftigen, einem weiteren Soft-Fork, das mit Block 709632 im November 2021 aktiviert wurde. Taproot hat viele Neuerungen mit sich gebracht, die es hier zu besprechen den Rahmen sprengen würde, doch wichtig ist, dass Ordinals das Input-Feld von Taproot-Transaktionen nutzen, das seit dem SegWit Update getrennt wurde. Auch wichtig ist, dass es seit Taproot keine Regel gibt, die die Größe von Inputs begrenzt und damit Daten beliebig viel Platz (bis zur Blockgrößenbegrenzung von 4MB) beanspruchen können. Dies ermöglicht im Endeffekt die Öffnung des Protokolls zur Verwendung von Skripten, wie bei Ordinals geschehen und somit das Hochladen von großen Dateien, die die volle Blockgröße einnehmen können.</p>
<h3>Ordinals</h3>
<p>Das Protokoll besteht aus zwei Konzepten. Auf der einen Seite Ordinals (engl. Ordnungszahlen) und auf der anderen Seite Inscriptions (engl. Inschriften). Ordinals an sich funktionieren losgelöst von Inscriptions, Inscriptions benötigen aber Ordinals, um zu funktionieren. Man könnte also von einer Pfadabhängigkeit bei Inscriptions sprechen.</p>
<blockquote>
<p>💡Pfadabhängigkeit: Bei pfadabhängigen Vorgängen bauen die einzelnen Prozesse auf einander auf und das Resultat ist davon abhängig, welche Reihenfolge gewählt wird. Einfaches Beispiel: Ein Bad nehmen (Prozess 1) und dann mit dem Handtuch abtrocknen (Prozess 2) führt zu einem komoplett anderen Ergebnis, als sich mit dem Handtuch abzutrocknen und dann ein Bad zu nehmen.</p>
</blockquote>
<p>Ordinals können also unabhängig von Inscriptions verstanden werden. Es handelt sich dabei um eine vom Programmierer erfundene Konvention, einzelne Sats durchzumummerieren.</p>
<blockquote>
<p>“Satoshis are numbered in the order in which they’re mined, and transferred from transaction inputs to transaction outputs in first-in-first-out order.” - Casey Rodarmor</p>
</blockquote>
<p>Das Prinzip ist dabei recht einfach: Es wird angenommen, dass jeder bitcoin aus 100.000.000 Sats besteht und damit Sats durchgezählt werden können. Die Sats werden mit dem Genesis Block (Block 0) beginnend in der Reihenfolge, in der sie produziert wurden, nach dem FIFO-Prinzip (First in first out) durchgezählt und markiert. Der erste jemals produzierte Block (Genesis Block) enthielt 50 bitcoins und damit 5.000.000.000 Sats. So lassen sich die Sats durchzählen: der erste Sat ist <a href='/tag/0/'>#0</a>, der zweite hat die Ordnungszahl <a href='/tag/1/'>#1</a> und der letzte Sat dieses ersten Blocks hat die Ordnungszahl 4.999.999.999.</p>
<p><img src="https://blossom.primal.net/2735396684601eabfbc4a33a2d0c8b3bdbfa1bf73d28f7426f839e3e4a28b5f4.gif" alt="">Um dies umzusetzen wurde ein spezieller Block Explorer geschrieben, der dieser Konvention folgt und den jeweiligen Sats einen "Namen" zuweist, um diese leichter nachverfolgen zu können. So lässt sich so tun (!), als ob sich einzelne Sats von UTXO zu UTXO bewegen würden. Um UTXOs besser verstehen zu können, empfehle ich diesen vorherigen Artikel:</p>
<p><np-embed url="https://www.genexyz.org/post/25-block-774775-utxos-fee-management-v3ulch/"><a href="https://www.genexyz.org/post/25-block-774775-utxos-fee-management-v3ulch/">https://www.genexyz.org/post/25-block-774775-utxos-fee-management-v3ulch/</a></np-embed></p>
<p>Die Konvention täuscht also vor, dass Sats nicht ausgegeben oder verbrannt werden, sondern, dass diese in einer Art Kette von Bitcoin-Atomen existieren und diese Kette beim Versenden von Transaktionen nur aufgebrochen und die einzelnen Atomversatzstücke andernorts wieder auftauchen und nicht, wie eigentlich der Fall, eingeschmolzen / verbrannt werden.</p>
<p>Umgesetzt wird das alles durch ein Open-Source-Protokoll namens ord, das auf dem Bitcoin Core Protokoll läuft. Dies bedeutet, dass keine Veränderungen am Bitcoin Protokoll selbst vorgenommen werden, sondern eine Programm entwickelt wurde, das die Daten in der Blockchain benutzt, um eine andere Sicht zu erzeugen, die es ermöglicht, einzelne Sats zu benennen und nachzuverfolgen und somit jeden einzelnen Sat "einzigartig" aussehen zu lassen. Es ist also völlig freiwillig, sich auf diese Konvention und die Namensgebung einzulassen.</p>
<p>Folgt man jedoch dieser Konvention, so ergeben sich natürlich Spielereien, wie z.B. Seltenheit einzelner Sats beruhend auf dem Block, in dem sie enthalten waren oder sind, welche laufende Nummer sie haben, etc. Es ist in etwa so, als hätte ich eine Million kleiner Kieselsteine in meiner Einfahrt. Für jeden, der einfach vorbeigeht, ist jeder Kieselstein einfach nur eines von vielen Steinchen. Ich habe aber ein System gefunden, um jeden einzelnen Stein einzeln zu benennen, und damit ergeben sich "besondere" Steine, z.B. Stein <a href='/tag/1/'>#1</a> oder Stein <a href='/tag/69/'>#69</a>. Nur wer meinem System der Nummerierung folgt, sieht, dass dies besondere Steine sind, jeder andere sieht einfach nur Steine.</p>
<h3>Inscriptions</h3>
<p>Bei Inscriptions handelt es sich um eine von Ordinals zunächst losgelöste separate Funktion. Hierbei wird die eigentliche Datei in die Blockchain geschrieben, allerdings im Einklang mit Ordinals wird dieser Datei ein einzigartiger Sat zugeschrieben. Dies funktioniert auch wieder nur, wenn man der willkürlichen Konvention des Protokolls Folge leistet, denn beim Schreiben der Datei in die Blockchain wird natürlich eine Transaktion erstellt. Diese Transaktion enthält (mindestens) einen UTXO, der/die aus mehreren Sats bestehen und deshalb legt das Protokoll fest, dass eine Inscription beim Mining mit dem ersten Sat des ersten UTXO der Transaktion verschmolzen wird. Damit wird die Inscription (also die Datei) dauerhaft und auf ewig markiert und kann somit von anderen Sats unterschieden wird.</p>
<p>Unter Verwendung dieser Konvention (und der dazu nötigen Wallets) können UTXOs, die ein Sat-Inscription-Paar enthalten, gefunden und ihre Bewegungen und ihr Eigentum über Transaktionen hinweg verfolgt werden. Dies führt dazu, dass diese Sats, bzw. die Inscriptions, gehandelt, verschenkt, gekauft und verkauft werden können. Dabei entstehen also digitale Artefakte, oder anders genannt NFTs.</p>
<p><img src="https://blossom.primal.net/7c7b41a03c2c4a6bc9d9a58e324e248f652f7fb92ccc73466a5e4828e547e2b6.png" alt="">Inscriptions sind naturgemäß größere Dateien und nehmen daher mehr vom begrenzten Platz in jedem Block ein (daher die langen Erklärungen zu SegWit und Taproot). Die Benutzer//innen, die Inscriptions erstellen bzw. hochladen, müssen die dazu erforderlichen (höheren) Gebühren zahlen. Dieser Punkt ist für die folgende Diskussion wichtig.</p>
<h3>Diskussion</h3>
<p>Okay, soweit so gut, soweit so scheiße.</p>
<p>Kurzum: Es gibt ein System, das das Benennen einzelner Sats ermöglicht (wenn man daran glaubt) - Ordinals. Es besteht die Möglichkeit, Dateien in Blöcke zu schreiben und diese mit den benannten Sats zu verknüpfen - Inscriptions. Die beiden Theorien oder Konventionen sind nicht gleich, brauchen aber einander.</p>
<p>Ordinals alleine schaden nicht. Es ist das Hinzufügen digitaler Artefakte in Transaktionen, das die größere Debatte entflammt. Denn Inscriptions verlagern ein Risiko direkt in die Blockchain. Ein OP_Return z.B. kann 40KB (also 80 Zeichen) beinhalten und somit z.B. einen Link zu einer Datei darstellen (einen Pointer). Eine Datei mit fragwürdigem oder kriminellem Inhalt, würde also immer auf einer externen Website liegen und somit würde auch das Risiko vom Betreiber getragen werden. Inscriptions öffnen die Tür, Dateien, die bis zu 3MB pro Block groß sind, direkt in die Blockchain zu schreiben. Hier eröffnen sich Korridore für Reputationsangriffe auf Bitcoin.</p>
<p>Ordinals (ich fasse jetzt Ordinals und Inscriptions mal zusammen) eröffnen neue Wege, mit Bitcoin zu interagieren. Es bietet "Spaß" mit Bitcoin und fügt eine neue Schicht hinzu, Bitcoin mit Kunst und Kultur zusammenzubringen ist. Es könnte außerdem die Akzeptanz erhöhen und neue Interessenten für Bitcoin begeistern, die für die Bildchen kommen, aber wegen der bahnbrechenden Technologie und den fundamentalen Mehrwerten von Bitcoin bleiben.</p>
<hr>
<p>Die Hauptargumente gegen Ordinals berufen sich auf die größeren Datenmengen, die von Nodes validiert werden müssen und darauf, dass Blöcke mit "unnötigem Müll" gefüllt werden und damit wichtige und relevante Transaktionen nicht schnell genug verarbeitet werden. Allerdings muss man dazu sagen, dass Ordinals nicht die Blockgröße erhöhen, sondern im schlimmsten Fall dafür sorgen, dass das Blocklimit öfter erreicht wird. Ein normaler Block sieht meist so aus:</p>
<p><img src="https://blossom.primal.net/372ee441dc05a1919cf083f2adb36bfd17f659c14f2df77d1fc1d5ce05fc096b.png" alt="">Man sieht, dass das Gewicht von 4 MWU nicht ganz erreicht wurde und 2.675 Transaktionen einen Platz gefunden haben.</p>
<p>Im Vergleich dazu wurden im folgenden Block lediglich 648 Transaktionen untergebracht, die pro Transaktion viel größer sind (schaut man sich die jeweiligen Transaktionen an, stellt man fest, dass so gut wie jeder dieser großen Blöcke den gleichen Betrag von 0.0001 BTC aufweist, was darauf schließen lässt, dass die Ordinals-Transaktionen sind).</p>
<p><img src="https://blossom.primal.net/535a7f6173780e9d2ad6b374e6fed9867e029395bae584c5d6a32a380150f3bd.png" alt="">Fürsprecher von Ordinals argumentieren oft damit, dass diese "nutzlosen" Transaktionen auch bezahlt werden müssen, um andere "wertigere" Transaktionen zu verdrängen, da Miner diese sonst nicht dem Block hinzufügen würden. Hier muss man aber sagen, dass diese Transaktionen relativ geringe Transaktionsgebühren von 4 Sat/vB bezahlt haben. Da wir wissen, dass Transaktionsgebühren basierend auf der Größe der Transaktion berechnet werden und nicht auf dem Wert der Transaktion in Bitcoin, werden für diese 0.0001 BTC Transaktionen dennoch Gebühren im Bereich von 150.000 bis 250.000 Sats (ca. $50 bei aktuellem Kurs) fällig (es sei denn man hat Nick Luxor als Freund).</p>
<p><img src="https://blossom.primal.net/dba4f139fa265c51629baf9f27a3b3e231b2c01584d77b978d4debda419bf18c.png" alt="">Die Marktkräfte innerhalb des Bitcoin-Netzwerks werden also zeigen, wie lange diese Art von Transaktionen einen Großteil des vorhandenen Platzes einnehmen werden. Die Debatte um Transaktionsgebühren ist eine sehr wichtige, denn gibt es immer wieder Theorien darüber, wie Miner zukünftig profitabel sein können, wenn die Subsidies immer irrelevanter werden und auch das Sicherheitsbudget von Bitcoin gewährleistet werden muss. Befürworter von Ordinals bringen dies als ein weiteres Pro-Argument für einen weiteren Use-Case und gesteigertes Interesse an On-Chain Transaktionen an.</p>
<p><np-embed url="https://x.com/BitcoinPierre/status/1622744824896970753"><a href="https://x.com/BitcoinPierre/status/1622744824896970753">https://x.com/BitcoinPierre/status/1622744824896970753</a></np-embed></p>
<p>Natürlich erleben Ordinals gerade einen Hype und so ist es nicht verwunderlich, dass vor zwei Tagen über 50% des vorhandenen Platzes von Ordinals-Transaktionen eingenommen wurde. Diese Zahl ist heute schon auf unter 25% gesunken, was einen klaren Hype und keine Regel aufweist.</p>
<p>Unabhängig davon, ob Inscriptions als „wertvolle“ Verwendung von Bitcoin angesehen wird oder nicht, wird der Markt über die angemessene Gebührengestaltung darüber entscheiden, ob Nutzer weiterhin das System für diese Art von Spielerei nutzen wollen. Sollten sich Inscriptions als langlebig erweisen, werden Transaktionsgebühren unweigerlich steigen und somit mehr Absender kleinerer Bitcoin-Transaktionen auf Layer-2-Protokolle wie Lightning ausweichen.</p>
<p>Puristen sind gegen Inscriptions, da sie argumentieren, dass das Speichern großer Daten auf dem Bitcoin Ledger den Blockplatz für keinen wirklichen Zweck verschwendet und nur Stress für Nodebetreiber verursacht. Blocks, wie der folgende, führen dazu, dass sich ihnen die Nackenhaare aufstellen und neben der Verschwendung von Platz wird häufig das Reputationsrisiko als Kritik angebracht.</p>
<p><img src="https://blossom.primal.net/9bf3afd89cb77d72f966c508e5f2355edad7e8e8852bad2ed0f4ba921aa89841.png" alt="">Denn Inscriptions, die einmal in die Blockchain geschrieben wurden, lassen sich nicht mehr entfernen und damit auch nicht der Inhalt der hochgeladenen Dateien. Unmoralische und kriminelle Inhalte eröffnen so einen Korridor für Zensur, allerdings sollte auch beachtet werden, dass es auch einen speziellen Block Explorer benötigt, der Inscriptions darstellt, und diese Explorer haben natürlich die Möglichkeit Bilder mit moralisch und rechtlich fragwürdigen Inhalten zu zensieren, bzw. nicht darzustellen (wie in Inscription <a href='/tag/668/'>#668</a> passiert).</p>
<p><np-embed url="https://cointelegraph.com/news/bitcoin-ordinals-creators-look-for-fix-after-first-instance-of-shock-porn"><a href="https://cointelegraph.com/news/bitcoin-ordinals-creators-look-for-fix-after-first-instance-of-shock-porn">https://cointelegraph.com/news/bitcoin-ordinals-creators-look-for-fix-after-first-instance-of-shock-porn</a></np-embed></p>
<p>Um das Hochladen dieser "schlechten" Inhalte zu vermeiden, müssten die Bitcoin-Konsensregeln geändert werden. Und wenn diese verändert werden können, um Menschen davon abzuhalten, Bilder in das Bitcoin-Netzwerk zu laden, können die Regeln auch verändert werden, um z.B. Nutzer//innen mit politischen Interessen oder kritischen Meinungen davon abzuhalten, Bitcoin zu nutzen, wie sie es für richtig erachten. Denn am Ende ist Bitcoin ein System von Regeln, nicht von Vorurteilen oder Gefühlen und Meinungen, und der Schiedsrichter darüber, was darf und was nicht darf, bleibt der Code.</p>
<p>Im besten Fall können Inscriptions den Nicht-Bitcoin-NFT-Markt aushebeln und NFT-Fans den Spiegel vorhalten, dass ihre teuren Bildchen und die zugrunde liegende Technologie fast wertlos sind.</p>
<p>Welchem Camp man auch angehören mag, es bleibt festzuhalten, dass die ganze Ordinals-Theorie auf einer willkürlichen Annahme beruht und nur funktioniert, wenn man der Theorie folgt, dass Sats (ähnlich wie Atome bei Gold oder Nukleotide bei DNS) feste Bestandteile darstellen, die sich einzeln nachverfolgen lassen und nicht - wie ich denke - eine Maßeinheit darstellen. Zu sagen, ein UTXO besteht aus n-Menge Sats und jeder Sat ist einzigartig, ist genauso sinnvoll, wie zu sagen, dass man einen Eimer Wasser hat und sich jedes Milliliter Wasser einzeln nachvollziehen lässt. Liter ist eine Maßeinheit und nicht die Grundform, aus der Wasser besteht.</p>
<p>🫳🎤</p>
<hr>
<p>In diesem Sinne, 2... 1... Risiko!‌</p>
<p><img src="https://media.tenor.com/images/4ae424f8d8ea36e86169862d84d1b31e/tenor.gif" alt=""></p>
]]></itunes:summary>
      <itunes:image href="https://blossom.primal.net/e285df08d169ac0d394e00bfe15e91493a7a6feb6ceffa6d5118d540298c642d.png"/>
      </item>
      
      <item>
      <title><![CDATA[#25 // Block 774775 // UTXOs & Fee-Management]]></title>
      <description><![CDATA[Wer UTXOs vernünftig verwaltet, schützt nicht nur besser die eigene Privatsphärer, sondern kann sogar bares Geld dabei sparen. Da die meisten Menschen mit finanzieller Vorbildung gewohnt sind in Konten oder Guthaben zu denken, bedarf es beim Verständnis von UTXOs sicherlich ein wenig Unterstützung.]]></description>
             <itunes:subtitle><![CDATA[Wer UTXOs vernünftig verwaltet, schützt nicht nur besser die eigene Privatsphärer, sondern kann sogar bares Geld dabei sparen. Da die meisten Menschen mit finanzieller Vorbildung gewohnt sind in Konten oder Guthaben zu denken, bedarf es beim Verständnis von UTXOs sicherlich ein wenig Unterstützung.]]></itunes:subtitle>
      <pubDate>Thu, 05 Dec 2024 07:38:21 GMT</pubDate>
      <link>https://www.genexyz.org/post/25-block-774775-utxos-fee-management-v3ulch/</link>
      <comments>https://www.genexyz.org/post/25-block-774775-utxos-fee-management-v3ulch/</comments>
      <guid isPermaLink="false">naddr1qq4nydfdgfkx7cmt95mnwdphxu6j6425tp8hxt2xv4jj6ntpdeskwetdv4h8gttkxd6kccmgqgszqc7d092ullw2pnz2ug8h0v43avznqy89xnqcar98qg3p2773xgqrqsqqqa28uvvmjd</guid>
      <category>Bitcoin</category>
      
        <media:content url="https://blossom.primal.net/9d1939c889c3b68101cee6032fd25312ce85a7c6dbca96c8158fff1adc9d05df.png" medium="image"/>
        <enclosure 
          url="https://blossom.primal.net/9d1939c889c3b68101cee6032fd25312ce85a7c6dbca96c8158fff1adc9d05df.png" length="0" 
          type="image/png" 
        />
      <noteId>naddr1qq4nydfdgfkx7cmt95mnwdphxu6j6425tp8hxt2xv4jj6ntpdeskwetdv4h8gttkxd6kccmgqgszqc7d092ullw2pnz2ug8h0v43avznqy89xnqcar98qg3p2773xgqrqsqqqa28uvvmjd</noteId>
      <npub>npub1yp3u6724el7u5rxy4cs0w7etr6c9xqgw2dxp36x2wq3zz4aazvsqw8xkc5</npub>
      <dc:creator><![CDATA[Genexyz]]></dc:creator>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Gerade für Anfänger//innen ist es oft nicht leicht die in der Bitcoin Welt verwendeten Benennungen und Stückelungen zu durchsteigen. Was unterscheidet Bitcoin von bitcoins, wie viele Sats sind ein Bitcoin und was zur Hölle sind UTXOs? Und vielmehr noch, warum sollte mich das interessieren? Ganz einfach: Wer UTXOs vernünftig verwaltet, spart sich nicht nur potentiell zukünftigen Ärger, sondern kann sogar bares Geld sparen. Da die meisten Menschen mit finanzieller Vorbildung gewohnt sind in Konten oder Guthaben zu denken, bedarf es beim Verständnis von UTXOs sicherlich ein wenig Unterstützung. Also wollen wir uns dem Thema Schritt für Schritt annehmen.</p>
<hr>
<h3>Einstieg</h3>
<p>Viele Neulinge haben die Vorstellung, dass ein bitcoin gleich einem bitcoin ist. Sie nehmen fälschlicherweise an, dass ein bitcoin immer als Ganzes existiert. Für viele ist der Moment, in dem sie erkennen, dass ein bitcoin aus 100.000.000 Satoshis besteht, der erste große Aha!-Moment. Die Erkenntnis, dass man nicht einen ganzen bitcoin kaufen muss, sondern kleine Einheiten erwerben kann, eröffnet vielen einen ganz anderen Blick auf Bitcoin. Bekannte Sprüche, wie "ich bin zu spät dran" oder "ich kann mir keinen bitcoin leisten" hat jeder schon mal gehört und wenn man dann erklärt, dass man kleine Mengen für Cent-Beträge erwerben und versenden / erhalten kann, ändert dies die Grundhaltung zu Bitcoin von Grund auf.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/01b3b08838f48a6bf6789e591f7c4e59d34034a285cd1279132c77175c5970f4.png">

<p>Der nächste Schritt bei der Erkenntnisreise von Bitcoin ist das Verständnis über UTXOs (Unspent Transaction Output).</p>
<blockquote>
<p>💡Ein UTXO ist das Stück Information jeder Bitcoin-Transaktion, das an eine neue Adresse ausgegeben wird, die als Eingabe für zukünftige Transaktionen verwendet werden kann.</p>
</blockquote>
<p>Der einfachste Weg, UTXOs zu erklären, ist eine einfache Analogie zu Geld im Portemonnaie. Man stelle sich dazu die Bitcoin-Wallet als ganz normale Geldbörse im normalen Leben vor. Verschiedene Szenarien:</p>
<ol>
<li>Man hat im Portemonnaie 10€ in Form eines 10€-Scheins. Man möchte am Kiosk ein Bier für 2€ kaufen. Also bezahlt man mit dem Schein und bekommt vom Verkäufer 8€ zurück.</li>
</ol>
<p>Was ist passiert? Es gibt einen Transaktions-Output: 10€-Schein aus dem Portemonnaie. Und es gibt zwei Transaktions-Inputs: 2€ in die Kasse des Kiosks und 8€ zurück in das Portemonnaie. Das sieht dann so aus:</p>
<img src="https://blossom.primal.net/23b23eb4dac5e53a4a993de64270185c1436cdd1d75fa6207665a1edb4b929a3.png">

<ol start="2">
<li>Man hat im Portemonnaie 10€ in Form von 10 1€-Münzen. Man möchte am Kiosk ein Bier für 2€ kaufen. Also bezahlt man mit zwei 1€-Münzen und bekommt nichts vom Verkäufer zurück. Man hat ja passend gezahlt.</li>
</ol>
<p>Was ist passiert? Es werden zwei Transaktions-Outputs zusammengefasst: Zwei 1€-Münzen aus dem Portemonnaie. Und es gibt einen Transaktions-Input: 2€ in die Kasse des Kiosks (ein weiterer Input über 0€ zurück in das Portemonnaie ist nicht nötig). Das sieht dann so aus:</p>
<img src="https://blossom.primal.net/d7d0ccd9ab66fc2fa098a46963d817cb3ee55cfc8a3d8c1b90eb380bc5235d2a.png">

<p>Es gibt natürlich auch ein Szenario, in dem beide Fälle verknüpft sind.</p>
<ol start="3">
<li>Man hat im Portemonnaie 10€ in Form von zwei 5€-Scheinen. Man möchte am Kiosk drei Bier für 6€ kaufen. Also bezahlt man mit zwei 5€-Scheinen und bekommt vom Verkäufer 4€ zurück.</li>
</ol>
<p>Was ist passiert? Es gibt zwei Transaktions-Outputs: Zwei 5€-Scheine aus dem Portemonnaie. Und es gibt zwei Transaktions-Inputs: 6€ in die Kasse des Kiosks, und 4€ zurück in das Portemonnaie. Das sieht dann so aus:</p>
<img src="https://blossom.primal.net/ef2eb8542ce6ddceb61fe2ba99a5d959b7f0fca29ba0acdcab2950f2ddfdefee.png">

<p>Mit Hilfe dieser drei Szenarien haben wir die beiden Grundideen verbildlicht: Um einen gewissen Betrag zu bezahlen, können UTXOs (die jeweiligen Münzen oder Scheine im Portemonnaie) auseinandergebrochen oder zusammengefasst werden.</p>
<p>Eine weitere Grundidee besteht darin, dass ein UTXO IMMER zerstört wird. Das lässt sich mit dem folgenden Szenario verbildlichen:</p>
<ol start="4">
<li>Man hat im Portemonnaie 10€ in Form eines 10€-Scheins. Man möchte am Kiosk 5 Bier für 10€ kaufen. Also bezahlt man mit dem Schein und bekommt nichts vom Verkäufer zurück.</li>
</ol>
<p>Was ist passiert? Es gibt einen Transaktions-Output: 10€-Schein aus dem Portemonnaie. Und es gibt einen Transaktions-Input: 10€ in die Kasse des Kiosks. Allerdings hat der Kioskbesitzer den 10€-Schein zerrissen und hat einen ganz neuen 10€-Schein bekommen, den er in die Kasse legt. Dem Besitzer ist egal, ob der Schein derselbe ist, wie der, den ich ihm gegeben habe, denn der Schein in seiner Kasse ist vom Wert identisch.</p>
<p>Als nächstes muss man verstehen, dass Transaktionen in der Blockchain historisch miteinander verknüpft sind. Diese Verknüpfung entsteht dadurch, dass die Outputs einer Transaktion immer die Inputs der nächsten Transaktion darstellen. In unserem Beispiel bedeutet das, dass es jemanden gibt, der eine Liste darüber führt, welche Münzen und Scheine aus einem Portemonnaie ausgegeben wurden und welche nicht. Auf dieser Liste steht aber auch, welche Münzen und Scheine in die Kasse des Kioskbesitzers gewandert sind und von dort wieder herausgegeben wurden. Diese Liste wird also immer länger, denn die Scheine und Münzen werden als Wechselgeld mehrere Male am Tag an verschiedene Kunden ausgegeben und auch deren Portemonnaies werden auf dieser Liste akribisch festgehalten. Diese Liste ist die Blockchain.</p>
<p>Jetzt haben wir also verstanden, dass Bitcoin kein System von Konten und Guthaben ist, sondern vielmehr die Sammlung und Übersicht von UTXOs und deren Besitzer. Die Aufgabe einer Wallet besteht also unter anderem darin, ein Bitcoin-Guthaben abzubilden, das aus vielen verschiedenen UTXOs besteht.</p>
<blockquote>
<p>💡Zusammenfassung: Um eine Bitcoin-Transaktion auszugeben, wird entweder ein ganzer UTXO gesendet, für den es möglicherweise Wechselgeld gibt, oder es werden mehrere UTXOs zusammengefasst, um einen Betrag zu kombinieren.</p>
</blockquote>
<h3>Transaktionsgebühren</h3>
<p>Mit diesem Wissen können wir jetzt eine weitere Komplexität hinzufügen. In unseren Szenarien gab es nur zwei Teilnehmer jeder Transaktion: Sender und Empfänger der Zahlung, also Biertrinker und Kioskbesitzer. Im Bitcoin-Netzwerk gibt es allerdings noch einen dritten Teilnehmer, der an jeder Transaktion interessiert ist. Die Miner. Denn Miner sind dafür verantwortlich, dass die Transaktionen in die Blockchain geschrieben werden und dafür erhalten sie eine kleine Transaktionsgebühr. Dies bedeutet, dass ein weiterer UTXO erstellt wird, der diese Gebühren enthält. Technisch gesehen ist diese Zahlung impliziert, dass heißt der (die) UTXO(s) auf der Senderseite sinf größer, als der UTXO auf der Empfängerseite. Das Delta erhält der Miner.</p>
<p>Die Höhe der Gebühr variiert von Transaktion zu Transaktion und kann sogar vom Sender eingestellt werden, indem das Delta größer oder kleiner eingestellt wird. Ein weiterer Punkt ist, dass der Gebrauch von vielen UTXOs auch zu höheren Gebühren führt, da die Gebühren anhand der Größe der Transaktion (Dateigröße) und nicht anhand der Geldmenge (in Bitcoin, US Dollar oder Euro dargestellt) berechnet werden. Eine 0,001 Bitcoin Zahlung kann dementsprechend höhere Gebühren beinhalten, als eine 100 Bitcoin Zahlung, wenn die 0,001 Bitcoin Zahlung aus vielen kleinen UTXOs besteht. Dies bedeutet aber nicht, dass ein Anteil jedes verwendeten UTXOs in separate UTXOs für den Miner aufgebrochen wird, der Miner erhält einen UTXO in Höhe der Gesamtmenge der Gebühren.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/c08d85fea0b039263c57d08fcccbd3e065bb53ad8903d4d7c12839c362ca8db6.gif">

<p>Um es einfach zu veranschaulichen, nehmen wir eine Gebühr von 1% an. Bildlich dargestellt ist dies einfacher zu verstehen:</p>
<img src="https://blossom.primal.net/5d67ca00671b5698dcaebe9c478b2f2b459ddcf563288b75b2dd085c05d14935.png">

<p>Wie wir sehen können, hätten zwei UTXOs (5€ und 1€) gereicht, um die Zahlung von 6€ an den Kiosk zu tätigen, allerdings musste noch ein weiterer UTXO von der Wallet hinzugezogen werden, um auch die GEbühr zu zahlen. Der Rest geht als Wechselgeld an den Sender zurück.</p>
<p>Das Thema Gebühren ist nicht ganz trivial, denn die Höhe der Transaktionsgebühren hängt nicht nur davon ab, wie viele Bytes eine Transaktion hat (also aus wie vielen verschiedenen UTXOs sie zusammengestellt wurde), sondern auch vom aktuellen Status der Auslastung des Netzwerks und vom aktuellen Kurs. Die Gebühren werden in sats/B oder sats/vB (Satoshis pro (virtual) Byte) berechnet, also wie viele Sats man pro Byte entrichten muss. Da Sats Kursschwankungen unterliegen, sind Transaktionen im Allgemeinen teurer, wenn der Kurs hoch ist.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/1d30973f5636edcf713e0b6e723fcebdcb46fc2792d572a4cd4cccf4b33befa7.png">

<p>Wie an der Grafik deutlich zu sehen ist, sind Transaktionsgebühren in den letzten anderthalb Jahren relativ stabil und relativ niedrig gewesen, allerdings sieht man auch, dass es auch Zeiten gab, in denen die Gebühren deutlich gestiegen sind und sehr wechselhaft waren.</p>
<p>Ein weiterer Faktor beim Bestimmen der Gebühren ist der/die Nutzer//in selbst, denn Gebühren lassen sich individuell einstellen. Die meisten (mobilen) Wallets übernehmen diese Aufgabe für den/die Nutzer//in, indem mit Hilfe eines Algorithmus die optimale Höhe der angebotenen Gebühren berechnet wird. Wiederum andere Wallets erlauben dem/der Nutzer//in die Gebühren von Transaktion zu Transaktion frei zu bestimmen.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/ba2419b3e92ae03d6974750c154629b108ba0190dc6242ce901185a283eb1757.png">

<img src="https://blossom.primal.net/23fbba4333cfa63df29009d53671ee1a49efcfcbda5ffb4e1ed1b0f8c29e6d32.png">

<p>Welchen Nutzen haben hohe gegenüber niedrigen Gebühren? Bitcoin-Miner handeln nicht ganz uneigennützig, denn sie werden für ihre Arbeit entlohnt. Für jeden produzierten Block erhalten sie neben dem Blockanteil (Reward) auch sämtliche Transaktionsgebühren, der im neuen Block enthaltenen Transaktionen. Ohne zu sehr ins Detail zu gehen, bedeutet dies, dass Miner einen Anreiz haben, Transaktionen mit möglichst hohen Gebühren zuerst in den neuen Block zu schreiben, um so ihren Profit zu maximieren. Je höher eine Gebühr relativ zu denen der anderen Transaktionen im Mempool ist, desto wahrscheinlicher ist, dass diese Transaktion im nächsten Block landet. Das bietet dem/der Nutzer//in die Möglichkeit, die eigene Transaktion zu priorisieren.</p>
<p>Weitere Faktoren, die Einfluss auf die Höhe der Gebühren nehmen können (z.B. Adressformate), unterschlagen wir an dieser Stelle und widmen uns wieder dem eigentlichen Thema.</p>
<p>Wir haben also gesehen, dass das Bitcoin Netzwerk im Endeffekt eine riesige Sammlung von UTXOs ist. Man könnte auch sagen, dass UTXOs bitcoins sind und das Netzwerk nur den wechselnden Besitzanspruch jedes/jeder Besitzer//in verwaltet. In der Regel helfen uns Wallets dabei, dieses komplexe Netzwerk möglichst benutzerfreundlich darzustellen, denn alles was der/die Durchschnittsnutzer//in braucht, ist eine Übersicht über die Menge Bitcoin, die er/sie besitzt und eine Möglichkeit Bitcoin zu senden und zu empfangen. Wenn man aber etwas tiefer in die Materie steigt und/oder sogar anfängt, größere Mengen (und ich meine nicht große Summen) an Bitcoin zu empfangen, dann ist es sinnvoll, sich mit UTXO Management zu beschäftigen. Dies ist besonders häufig der Fall bei Firmen oder Personen, die Zahlungen in Bitcoin akzeptieren, Value-4-Value Content produzieren, oder in sonstiger Form viele Transaktionseingänge mit Bitcoin haben.</p>
<h3>UTXO Management</h3>
<p>Das Verwalten der eigenen UTXOs besteht im Prinzip darin, diese zu labeln / markieren und zu konsolidieren. Einige Wallets bieten diese Funktionen an und erlauben z.B. jeden einzelnen UTXO anzuzeigen und ein Label zu vergeben.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/3eeedaff5f4c0480bc8e698dee7d0188c623d6cd1c1ecf354f4f3dad227f9e7b.png">

<p>Dieses Taggen oder Labeln von einzelnen UTXOs wird auch Coin Control genannt, und ist dann besonders hilfreich, wenn man einzelne Eingänge in bestimmte UTXOs für Zahlungen und andere UTXOs für das Sparen aufteilen möchte. Dies könnte Gründe der Privatsphäre, aber auch einfach buchhalterische Hintergründe haben.</p>
<p>Mit unserem Vorwissen wissen wir jetzt, dass man problemlos alle UTXOs einer Wallet konsolidieren kann, indem man diese einfach in einer Transaktion in Höhe des gesamten Guthabens an eine eigene Adresse sendet. Dies hat zur Folge, dass alle UTXOs zu einem einzelnen UTXO (zzgl. eines UTXOs für Gebühren) gruppiert werden.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/85ebde187e36c97536216d1cbd3d84b2fb9b8876c9bd07df5e7bc1c9494dc8a9.png">

<p>Dies sieht dann auf der Blockchain folgendermaßen aus:</p>
<img src="https://blossom.primal.net/ae18714c14e4b303459a3be54a96d9af4e77c44797b0a3b712c06e44543cbec3.png">

<p>Der Vorteil vom UTXO Management ist zum einen, dass man durch das Konsolidieren kleinerer Beträge zukünftig Transaktionsgebühren sparen kann - dies ist natürlich nur richtig, wenn man nicht genauso viele Konsolidierungen vornimmt, wie man Zahlungen ausführen würde. Auch ermöglicht aktives Management Konsolidierungen in Zeiten vorzunehmen, wenn Netzwerkgebühren niedrig sind, um zu vermeiden, dass man während einer Zeit, in der das Netzwerk überlastet ist, mehr bezahlt. Außerdem kann UTXO Management (und dazu gehören auch CoinJoins ⬇️) die Privatsphäre erhöhen, da die in einer Transaktion benutzten UTXOs Informationen über das Gesamtguthaben oder den Transaktionsverlauf preisgeben könnten.</p>
<p><np-embed url="https://www.genexyz.org/post/23-block-772315-bitcoin-mixing-q6i7y4/"><a href="https://www.genexyz.org/post/23-block-772315-bitcoin-mixing-q6i7y4/">https://www.genexyz.org/post/23-block-772315-bitcoin-mixing-q6i7y4/</a></np-embed></p>
<img src="https://blossom.primal.net/4e7355e28a7222d74c7d79b23fe44fc70276e4ed21d7557fdc373da75de8d938.png">

<p>Mit dem anhaltenden Wachstum des Netzwerks steigt natürlich auch die Anzahl der existierenden UTXOs, denn auch wenn Inputs zerstört werden, kommt es natürlich häufiger vor, dass größere UTXOs in kleinere aufgebrochen werden, als dass kleine UTXOs zu größeren Transaktionen zusammengefasst werden. Es gibt natürlich auch Zyklen, in denen die Gesamtmenge leicht zurück geht. Dies geht meist mit einem Rückgang des Kurses einher und ist auf UTXO Management zurückzuführen, bei dem große Operationen, wie Miner und Exchanges, ihre UTXOs bündeln und vom niedrigen Preis profitieren wollen.</p>
<p>Sidenote: Jede//r, der/ die schonmal eine "kleinere" Transaktion gesendet hat, "um zu testen, ob das auch alles funktioniert mit diesem Netzwerk", um dann anschließend einen größeren Betrag zu versenden, wird jetzt festgestellt haben, dass in beiden Fällen, sehr wahrscheinlich ein UTXO mit dem Gesamtbetrag ins Netzwerk gesendet wurde 😄</p>
<p>🫳🎤</p>
<hr>
<p>In diesem Sinne, 2... 1... Risiko!‌</p>
<p><img src="https://media.tenor.com/images/4ae424f8d8ea36e86169862d84d1b31e/tenor.gif" alt=""></p>
]]></content:encoded>
      <itunes:author><![CDATA[Genexyz]]></itunes:author>
      <itunes:summary><![CDATA[<p>Gerade für Anfänger//innen ist es oft nicht leicht die in der Bitcoin Welt verwendeten Benennungen und Stückelungen zu durchsteigen. Was unterscheidet Bitcoin von bitcoins, wie viele Sats sind ein Bitcoin und was zur Hölle sind UTXOs? Und vielmehr noch, warum sollte mich das interessieren? Ganz einfach: Wer UTXOs vernünftig verwaltet, spart sich nicht nur potentiell zukünftigen Ärger, sondern kann sogar bares Geld sparen. Da die meisten Menschen mit finanzieller Vorbildung gewohnt sind in Konten oder Guthaben zu denken, bedarf es beim Verständnis von UTXOs sicherlich ein wenig Unterstützung. Also wollen wir uns dem Thema Schritt für Schritt annehmen.</p>
<hr>
<h3>Einstieg</h3>
<p>Viele Neulinge haben die Vorstellung, dass ein bitcoin gleich einem bitcoin ist. Sie nehmen fälschlicherweise an, dass ein bitcoin immer als Ganzes existiert. Für viele ist der Moment, in dem sie erkennen, dass ein bitcoin aus 100.000.000 Satoshis besteht, der erste große Aha!-Moment. Die Erkenntnis, dass man nicht einen ganzen bitcoin kaufen muss, sondern kleine Einheiten erwerben kann, eröffnet vielen einen ganz anderen Blick auf Bitcoin. Bekannte Sprüche, wie "ich bin zu spät dran" oder "ich kann mir keinen bitcoin leisten" hat jeder schon mal gehört und wenn man dann erklärt, dass man kleine Mengen für Cent-Beträge erwerben und versenden / erhalten kann, ändert dies die Grundhaltung zu Bitcoin von Grund auf.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/01b3b08838f48a6bf6789e591f7c4e59d34034a285cd1279132c77175c5970f4.png">

<p>Der nächste Schritt bei der Erkenntnisreise von Bitcoin ist das Verständnis über UTXOs (Unspent Transaction Output).</p>
<blockquote>
<p>💡Ein UTXO ist das Stück Information jeder Bitcoin-Transaktion, das an eine neue Adresse ausgegeben wird, die als Eingabe für zukünftige Transaktionen verwendet werden kann.</p>
</blockquote>
<p>Der einfachste Weg, UTXOs zu erklären, ist eine einfache Analogie zu Geld im Portemonnaie. Man stelle sich dazu die Bitcoin-Wallet als ganz normale Geldbörse im normalen Leben vor. Verschiedene Szenarien:</p>
<ol>
<li>Man hat im Portemonnaie 10€ in Form eines 10€-Scheins. Man möchte am Kiosk ein Bier für 2€ kaufen. Also bezahlt man mit dem Schein und bekommt vom Verkäufer 8€ zurück.</li>
</ol>
<p>Was ist passiert? Es gibt einen Transaktions-Output: 10€-Schein aus dem Portemonnaie. Und es gibt zwei Transaktions-Inputs: 2€ in die Kasse des Kiosks und 8€ zurück in das Portemonnaie. Das sieht dann so aus:</p>
<img src="https://blossom.primal.net/23b23eb4dac5e53a4a993de64270185c1436cdd1d75fa6207665a1edb4b929a3.png">

<ol start="2">
<li>Man hat im Portemonnaie 10€ in Form von 10 1€-Münzen. Man möchte am Kiosk ein Bier für 2€ kaufen. Also bezahlt man mit zwei 1€-Münzen und bekommt nichts vom Verkäufer zurück. Man hat ja passend gezahlt.</li>
</ol>
<p>Was ist passiert? Es werden zwei Transaktions-Outputs zusammengefasst: Zwei 1€-Münzen aus dem Portemonnaie. Und es gibt einen Transaktions-Input: 2€ in die Kasse des Kiosks (ein weiterer Input über 0€ zurück in das Portemonnaie ist nicht nötig). Das sieht dann so aus:</p>
<img src="https://blossom.primal.net/d7d0ccd9ab66fc2fa098a46963d817cb3ee55cfc8a3d8c1b90eb380bc5235d2a.png">

<p>Es gibt natürlich auch ein Szenario, in dem beide Fälle verknüpft sind.</p>
<ol start="3">
<li>Man hat im Portemonnaie 10€ in Form von zwei 5€-Scheinen. Man möchte am Kiosk drei Bier für 6€ kaufen. Also bezahlt man mit zwei 5€-Scheinen und bekommt vom Verkäufer 4€ zurück.</li>
</ol>
<p>Was ist passiert? Es gibt zwei Transaktions-Outputs: Zwei 5€-Scheine aus dem Portemonnaie. Und es gibt zwei Transaktions-Inputs: 6€ in die Kasse des Kiosks, und 4€ zurück in das Portemonnaie. Das sieht dann so aus:</p>
<img src="https://blossom.primal.net/ef2eb8542ce6ddceb61fe2ba99a5d959b7f0fca29ba0acdcab2950f2ddfdefee.png">

<p>Mit Hilfe dieser drei Szenarien haben wir die beiden Grundideen verbildlicht: Um einen gewissen Betrag zu bezahlen, können UTXOs (die jeweiligen Münzen oder Scheine im Portemonnaie) auseinandergebrochen oder zusammengefasst werden.</p>
<p>Eine weitere Grundidee besteht darin, dass ein UTXO IMMER zerstört wird. Das lässt sich mit dem folgenden Szenario verbildlichen:</p>
<ol start="4">
<li>Man hat im Portemonnaie 10€ in Form eines 10€-Scheins. Man möchte am Kiosk 5 Bier für 10€ kaufen. Also bezahlt man mit dem Schein und bekommt nichts vom Verkäufer zurück.</li>
</ol>
<p>Was ist passiert? Es gibt einen Transaktions-Output: 10€-Schein aus dem Portemonnaie. Und es gibt einen Transaktions-Input: 10€ in die Kasse des Kiosks. Allerdings hat der Kioskbesitzer den 10€-Schein zerrissen und hat einen ganz neuen 10€-Schein bekommen, den er in die Kasse legt. Dem Besitzer ist egal, ob der Schein derselbe ist, wie der, den ich ihm gegeben habe, denn der Schein in seiner Kasse ist vom Wert identisch.</p>
<p>Als nächstes muss man verstehen, dass Transaktionen in der Blockchain historisch miteinander verknüpft sind. Diese Verknüpfung entsteht dadurch, dass die Outputs einer Transaktion immer die Inputs der nächsten Transaktion darstellen. In unserem Beispiel bedeutet das, dass es jemanden gibt, der eine Liste darüber führt, welche Münzen und Scheine aus einem Portemonnaie ausgegeben wurden und welche nicht. Auf dieser Liste steht aber auch, welche Münzen und Scheine in die Kasse des Kioskbesitzers gewandert sind und von dort wieder herausgegeben wurden. Diese Liste wird also immer länger, denn die Scheine und Münzen werden als Wechselgeld mehrere Male am Tag an verschiedene Kunden ausgegeben und auch deren Portemonnaies werden auf dieser Liste akribisch festgehalten. Diese Liste ist die Blockchain.</p>
<p>Jetzt haben wir also verstanden, dass Bitcoin kein System von Konten und Guthaben ist, sondern vielmehr die Sammlung und Übersicht von UTXOs und deren Besitzer. Die Aufgabe einer Wallet besteht also unter anderem darin, ein Bitcoin-Guthaben abzubilden, das aus vielen verschiedenen UTXOs besteht.</p>
<blockquote>
<p>💡Zusammenfassung: Um eine Bitcoin-Transaktion auszugeben, wird entweder ein ganzer UTXO gesendet, für den es möglicherweise Wechselgeld gibt, oder es werden mehrere UTXOs zusammengefasst, um einen Betrag zu kombinieren.</p>
</blockquote>
<h3>Transaktionsgebühren</h3>
<p>Mit diesem Wissen können wir jetzt eine weitere Komplexität hinzufügen. In unseren Szenarien gab es nur zwei Teilnehmer jeder Transaktion: Sender und Empfänger der Zahlung, also Biertrinker und Kioskbesitzer. Im Bitcoin-Netzwerk gibt es allerdings noch einen dritten Teilnehmer, der an jeder Transaktion interessiert ist. Die Miner. Denn Miner sind dafür verantwortlich, dass die Transaktionen in die Blockchain geschrieben werden und dafür erhalten sie eine kleine Transaktionsgebühr. Dies bedeutet, dass ein weiterer UTXO erstellt wird, der diese Gebühren enthält. Technisch gesehen ist diese Zahlung impliziert, dass heißt der (die) UTXO(s) auf der Senderseite sinf größer, als der UTXO auf der Empfängerseite. Das Delta erhält der Miner.</p>
<p>Die Höhe der Gebühr variiert von Transaktion zu Transaktion und kann sogar vom Sender eingestellt werden, indem das Delta größer oder kleiner eingestellt wird. Ein weiterer Punkt ist, dass der Gebrauch von vielen UTXOs auch zu höheren Gebühren führt, da die Gebühren anhand der Größe der Transaktion (Dateigröße) und nicht anhand der Geldmenge (in Bitcoin, US Dollar oder Euro dargestellt) berechnet werden. Eine 0,001 Bitcoin Zahlung kann dementsprechend höhere Gebühren beinhalten, als eine 100 Bitcoin Zahlung, wenn die 0,001 Bitcoin Zahlung aus vielen kleinen UTXOs besteht. Dies bedeutet aber nicht, dass ein Anteil jedes verwendeten UTXOs in separate UTXOs für den Miner aufgebrochen wird, der Miner erhält einen UTXO in Höhe der Gesamtmenge der Gebühren.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/c08d85fea0b039263c57d08fcccbd3e065bb53ad8903d4d7c12839c362ca8db6.gif">

<p>Um es einfach zu veranschaulichen, nehmen wir eine Gebühr von 1% an. Bildlich dargestellt ist dies einfacher zu verstehen:</p>
<img src="https://blossom.primal.net/5d67ca00671b5698dcaebe9c478b2f2b459ddcf563288b75b2dd085c05d14935.png">

<p>Wie wir sehen können, hätten zwei UTXOs (5€ und 1€) gereicht, um die Zahlung von 6€ an den Kiosk zu tätigen, allerdings musste noch ein weiterer UTXO von der Wallet hinzugezogen werden, um auch die GEbühr zu zahlen. Der Rest geht als Wechselgeld an den Sender zurück.</p>
<p>Das Thema Gebühren ist nicht ganz trivial, denn die Höhe der Transaktionsgebühren hängt nicht nur davon ab, wie viele Bytes eine Transaktion hat (also aus wie vielen verschiedenen UTXOs sie zusammengestellt wurde), sondern auch vom aktuellen Status der Auslastung des Netzwerks und vom aktuellen Kurs. Die Gebühren werden in sats/B oder sats/vB (Satoshis pro (virtual) Byte) berechnet, also wie viele Sats man pro Byte entrichten muss. Da Sats Kursschwankungen unterliegen, sind Transaktionen im Allgemeinen teurer, wenn der Kurs hoch ist.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/1d30973f5636edcf713e0b6e723fcebdcb46fc2792d572a4cd4cccf4b33befa7.png">

<p>Wie an der Grafik deutlich zu sehen ist, sind Transaktionsgebühren in den letzten anderthalb Jahren relativ stabil und relativ niedrig gewesen, allerdings sieht man auch, dass es auch Zeiten gab, in denen die Gebühren deutlich gestiegen sind und sehr wechselhaft waren.</p>
<p>Ein weiterer Faktor beim Bestimmen der Gebühren ist der/die Nutzer//in selbst, denn Gebühren lassen sich individuell einstellen. Die meisten (mobilen) Wallets übernehmen diese Aufgabe für den/die Nutzer//in, indem mit Hilfe eines Algorithmus die optimale Höhe der angebotenen Gebühren berechnet wird. Wiederum andere Wallets erlauben dem/der Nutzer//in die Gebühren von Transaktion zu Transaktion frei zu bestimmen.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/ba2419b3e92ae03d6974750c154629b108ba0190dc6242ce901185a283eb1757.png">

<img src="https://blossom.primal.net/23fbba4333cfa63df29009d53671ee1a49efcfcbda5ffb4e1ed1b0f8c29e6d32.png">

<p>Welchen Nutzen haben hohe gegenüber niedrigen Gebühren? Bitcoin-Miner handeln nicht ganz uneigennützig, denn sie werden für ihre Arbeit entlohnt. Für jeden produzierten Block erhalten sie neben dem Blockanteil (Reward) auch sämtliche Transaktionsgebühren, der im neuen Block enthaltenen Transaktionen. Ohne zu sehr ins Detail zu gehen, bedeutet dies, dass Miner einen Anreiz haben, Transaktionen mit möglichst hohen Gebühren zuerst in den neuen Block zu schreiben, um so ihren Profit zu maximieren. Je höher eine Gebühr relativ zu denen der anderen Transaktionen im Mempool ist, desto wahrscheinlicher ist, dass diese Transaktion im nächsten Block landet. Das bietet dem/der Nutzer//in die Möglichkeit, die eigene Transaktion zu priorisieren.</p>
<p>Weitere Faktoren, die Einfluss auf die Höhe der Gebühren nehmen können (z.B. Adressformate), unterschlagen wir an dieser Stelle und widmen uns wieder dem eigentlichen Thema.</p>
<p>Wir haben also gesehen, dass das Bitcoin Netzwerk im Endeffekt eine riesige Sammlung von UTXOs ist. Man könnte auch sagen, dass UTXOs bitcoins sind und das Netzwerk nur den wechselnden Besitzanspruch jedes/jeder Besitzer//in verwaltet. In der Regel helfen uns Wallets dabei, dieses komplexe Netzwerk möglichst benutzerfreundlich darzustellen, denn alles was der/die Durchschnittsnutzer//in braucht, ist eine Übersicht über die Menge Bitcoin, die er/sie besitzt und eine Möglichkeit Bitcoin zu senden und zu empfangen. Wenn man aber etwas tiefer in die Materie steigt und/oder sogar anfängt, größere Mengen (und ich meine nicht große Summen) an Bitcoin zu empfangen, dann ist es sinnvoll, sich mit UTXO Management zu beschäftigen. Dies ist besonders häufig der Fall bei Firmen oder Personen, die Zahlungen in Bitcoin akzeptieren, Value-4-Value Content produzieren, oder in sonstiger Form viele Transaktionseingänge mit Bitcoin haben.</p>
<h3>UTXO Management</h3>
<p>Das Verwalten der eigenen UTXOs besteht im Prinzip darin, diese zu labeln / markieren und zu konsolidieren. Einige Wallets bieten diese Funktionen an und erlauben z.B. jeden einzelnen UTXO anzuzeigen und ein Label zu vergeben.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/3eeedaff5f4c0480bc8e698dee7d0188c623d6cd1c1ecf354f4f3dad227f9e7b.png">

<p>Dieses Taggen oder Labeln von einzelnen UTXOs wird auch Coin Control genannt, und ist dann besonders hilfreich, wenn man einzelne Eingänge in bestimmte UTXOs für Zahlungen und andere UTXOs für das Sparen aufteilen möchte. Dies könnte Gründe der Privatsphäre, aber auch einfach buchhalterische Hintergründe haben.</p>
<p>Mit unserem Vorwissen wissen wir jetzt, dass man problemlos alle UTXOs einer Wallet konsolidieren kann, indem man diese einfach in einer Transaktion in Höhe des gesamten Guthabens an eine eigene Adresse sendet. Dies hat zur Folge, dass alle UTXOs zu einem einzelnen UTXO (zzgl. eines UTXOs für Gebühren) gruppiert werden.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/85ebde187e36c97536216d1cbd3d84b2fb9b8876c9bd07df5e7bc1c9494dc8a9.png">

<p>Dies sieht dann auf der Blockchain folgendermaßen aus:</p>
<img src="https://blossom.primal.net/ae18714c14e4b303459a3be54a96d9af4e77c44797b0a3b712c06e44543cbec3.png">

<p>Der Vorteil vom UTXO Management ist zum einen, dass man durch das Konsolidieren kleinerer Beträge zukünftig Transaktionsgebühren sparen kann - dies ist natürlich nur richtig, wenn man nicht genauso viele Konsolidierungen vornimmt, wie man Zahlungen ausführen würde. Auch ermöglicht aktives Management Konsolidierungen in Zeiten vorzunehmen, wenn Netzwerkgebühren niedrig sind, um zu vermeiden, dass man während einer Zeit, in der das Netzwerk überlastet ist, mehr bezahlt. Außerdem kann UTXO Management (und dazu gehören auch CoinJoins ⬇️) die Privatsphäre erhöhen, da die in einer Transaktion benutzten UTXOs Informationen über das Gesamtguthaben oder den Transaktionsverlauf preisgeben könnten.</p>
<p><np-embed url="https://www.genexyz.org/post/23-block-772315-bitcoin-mixing-q6i7y4/"><a href="https://www.genexyz.org/post/23-block-772315-bitcoin-mixing-q6i7y4/">https://www.genexyz.org/post/23-block-772315-bitcoin-mixing-q6i7y4/</a></np-embed></p>
<img src="https://blossom.primal.net/4e7355e28a7222d74c7d79b23fe44fc70276e4ed21d7557fdc373da75de8d938.png">

<p>Mit dem anhaltenden Wachstum des Netzwerks steigt natürlich auch die Anzahl der existierenden UTXOs, denn auch wenn Inputs zerstört werden, kommt es natürlich häufiger vor, dass größere UTXOs in kleinere aufgebrochen werden, als dass kleine UTXOs zu größeren Transaktionen zusammengefasst werden. Es gibt natürlich auch Zyklen, in denen die Gesamtmenge leicht zurück geht. Dies geht meist mit einem Rückgang des Kurses einher und ist auf UTXO Management zurückzuführen, bei dem große Operationen, wie Miner und Exchanges, ihre UTXOs bündeln und vom niedrigen Preis profitieren wollen.</p>
<p>Sidenote: Jede//r, der/ die schonmal eine "kleinere" Transaktion gesendet hat, "um zu testen, ob das auch alles funktioniert mit diesem Netzwerk", um dann anschließend einen größeren Betrag zu versenden, wird jetzt festgestellt haben, dass in beiden Fällen, sehr wahrscheinlich ein UTXO mit dem Gesamtbetrag ins Netzwerk gesendet wurde 😄</p>
<p>🫳🎤</p>
<hr>
<p>In diesem Sinne, 2... 1... Risiko!‌</p>
<p><img src="https://media.tenor.com/images/4ae424f8d8ea36e86169862d84d1b31e/tenor.gif" alt=""></p>
]]></itunes:summary>
      <itunes:image href="https://blossom.primal.net/9d1939c889c3b68101cee6032fd25312ce85a7c6dbca96c8158fff1adc9d05df.png"/>
      </item>
      
      <item>
      <title><![CDATA[#24 // Block 773750 // Commodity vs. Security]]></title>
      <description><![CDATA[Es herrscht Uneinigkeit darüber, wie Bitcoin regulatorisch eingestuft werden soll, um Regulierungskompetenz zu verteilen. Es gibt zwei Lager: Die eine Gruppe hält Bitcoin für ein Wertpapier (Security), die andere für eine Ware bzw. einen Rohstoff (Commodity). Wie unterscheidet man richtig?]]></description>
             <itunes:subtitle><![CDATA[Es herrscht Uneinigkeit darüber, wie Bitcoin regulatorisch eingestuft werden soll, um Regulierungskompetenz zu verteilen. Es gibt zwei Lager: Die eine Gruppe hält Bitcoin für ein Wertpapier (Security), die andere für eine Ware bzw. einen Rohstoff (Commodity). Wie unterscheidet man richtig?]]></itunes:subtitle>
      <pubDate>Wed, 04 Dec 2024 12:32:49 GMT</pubDate>
      <link>https://www.genexyz.org/post/24-block-773750-commodity-vs-security-2xhjjo/</link>
      <comments>https://www.genexyz.org/post/24-block-773750-commodity-vs-security-2xhjjo/</comments>
      <guid isPermaLink="false">naddr1qqkrydpdgfkx7cmt95mnwvehx5cz6sm0d4kk7erfw3uj6ann94fk2cm4wf5hg7fdxfuxs6n2dupzqgrre4u4tnlaegxvft3q7aajk84s2vqsu56vrr5v5upzy9tm6yeqqvzqqqr4gu23rhjl</guid>
      <category>Bitcoin</category>
      
        <media:content url="https://blossom.primal.net/5864ae690d11380c5e73127da10cb2594cc3b0f87e366a98ebe1fc9dcb710500.png" medium="image"/>
        <enclosure 
          url="https://blossom.primal.net/5864ae690d11380c5e73127da10cb2594cc3b0f87e366a98ebe1fc9dcb710500.png" length="0" 
          type="image/png" 
        />
      <noteId>naddr1qqkrydpdgfkx7cmt95mnwvehx5cz6sm0d4kk7erfw3uj6ann94fk2cm4wf5hg7fdxfuxs6n2dupzqgrre4u4tnlaegxvft3q7aajk84s2vqsu56vrr5v5upzy9tm6yeqqvzqqqr4gu23rhjl</noteId>
      <npub>npub1yp3u6724el7u5rxy4cs0w7etr6c9xqgw2dxp36x2wq3zz4aazvsqw8xkc5</npub>
      <dc:creator><![CDATA[Genexyz]]></dc:creator>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Der dieswöchige Aufhänger ist die Nachricht über die Schließung der Kryptowährungsbörse Bitzlato. Obwohl sich die groß angekündigte Offensive des US-Justizministerium als mindestens genauso große Luftnummer erwies (vor der Nachricht hat wirklich niemand jemals von Bitzlato gehört), hat die Nachricht doch wieder den Stimmen Gehör verschafft, die seit jeher nach mehr Regulierung von Kryptowährungen, Börsen und Dienstleistern rufen.</p>
<p><np-embed url="https://bitcoinmagazine.com/legal/doj-shuts-down-bitzlato-crypto-exchange"><a href="https://bitcoinmagazine.com/legal/doj-shuts-down-bitzlato-crypto-exchange">https://bitcoinmagazine.com/legal/doj-shuts-down-bitzlato-crypto-exchange</a></np-embed></p>
<p>Besonders in den USA herrscht eine andauernde Diskussion darüber, wie Bitcoin und andere Kryptowährungen eingestuft werden sollen, damit anschließend die Gerichtsbarkeit, bzw. die Kompetenzen verteilt werden können. Im Prinzip gibt es dabei nur zwei Ansichten: Die eine Gruppe hält Bitcoin für ein Wertpapier (Security), die andere hält Bitcoin für eine Ware oder einen Rohstoff (Commodity). Wir wollen uns diese Woche anschauen, was den Unterschied ausmacht und was die Implikationen für Bitcoin wären, wenn man es als das eine oder das andere klassifiziert, und was es darüber hinaus für die Zuständigkeit diverser Behörden und Regierungseinheiten bedeutet.</p>
<hr>
<p>Die Gretchenfrage bei der Regulatorik von Bitcoin ist relativ schnell erklärt. Es wird darüber gestritten, ob Bitcoin als Wertpapier (Security) oder als Rohstoff / Ware (Commodity) eingestuft werden soll. Dies ist insofern wichtig, als dass die Kategorisierung darüber entscheidet, welche Aufsichtsbehörde mit ihren Regeln aktiv werden kann / muss. In der anhaltenden Diskussion über das Thema wird verallgemeinernd meist über die Einordnung von Kryptowährungen gesprochen, und damit Bitcoin als eine von vielen Kryptowährungen mit einbezogen (Bitcoin ist keine Kryptowährung - das wird dieser Artikel aufzeigen), jedoch wollen wir der Einfachheit halber zunächst die Diskussion auf der breiter gefassten Ebene führen. Zunächst lohnt es sich zu schauen, was Wertpapiere und Rohstoffe / Waren unterscheidet.</p>
<h3>Wertpapiere (Securities)</h3>
<img src="https://blossom.primal.net/adf35a647df83988a11dd0ed3d461c7e94f62290564a81e2176b99bb18a38106.gif">

<p>Zunächst mal muss man sagen, dass eine genaue Unterscheidung der beiden Anlageklassen in allen Fällen - nicht nur bei Kryptowährungen - oft schwierig ist. Vor allem in der heutigen Zeit ist es nicht mehr so einfach schwarz und weiß zu unterscheiden, da es für alles, was sich in irgendeiner Form handeln lässt, auch Derivate gibt. Früher sagte man vereinfacht, dass Wertpapiere zum Investieren und Rohstoffe zum Handeln sind, aber dass dies nicht richtig ist und in beide Richtungen entkräftet werden kann, sollte so ziemlich jeder auch weit gegen den Wind riechen können.</p>
<p>Prinzipiell handelt es sich bei einem Wertpapier um ein Finanzinstrument, dessen Ausgestaltung typischerweise von der Gerichtsbarkeit abhängt, in der die Vermögenswerte gehandelt werden. In den USA und Europa gelten im Großen und Ganzen alle frei gehandelten Vermögenswerte als Wertpapiere und werden in drei Hauptkategorien unterschieden: Beteiligungspapiere (Equity) – einschließlich Aktien, Schuldverschreibungen (Debt) – z.B. Anleihen und Banknoten und Derivate – zu gehören Optionen und Futures (👇). Anders als Rohstoffe sind Wertpapiere anders und meist strenger reguliert. In den USA ist für die Regulierung die SEC (U.S. Securities and Exchange Commission) und in Europa die ESMA (Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde), bzw. in Deutschland die BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) zuständig ist.</p>
<h3>Rohstoffe (Commodities)</h3>
<img src="https://blossom.primal.net/fffb47377d17641ae8829b00c85114720da8a22939266ee14381070824ce0762.png">

<p>Traditionelle Beispiele für Rohstoffe sind Getreide, Fleisch, Gold, Öl oder Erdgas, also die drei großen Kategorien Landwirtschaftliche Produkte, Edelmetalle und Energie. In der heutigen Zeit werden diese Waren weltweit gehandelt und eine Warenbörse, wie die CME (Chicago Mercantile Exchange) in den USA, handelt sowohl mit physischen Waren, als auch mit Warenkontrakten und damit verbundenen Anlageprodukten. Wie aus meinem Artikel über Bitcoin-Hashprice Forwards bekannt, gibt es zwei gängige Formen von Warenkontraken: Futures und Forwards.</p>
<p><np-embed url="https://www.genexyz.org/post/18-block-761575-bitcoin-hashprice-forward-ks72ec/"><a href="https://www.genexyz.org/post/18-block-761575-bitcoin-hashprice-forward-ks72ec/">https://www.genexyz.org/post/18-block-761575-bitcoin-hashprice-forward-ks72ec/</a></np-embed></p>
<blockquote>
<p>💡Futures sind eine Form von Derivaten, die Parteien verpflichten, einen Vermögenswert zu einem vorher festgelegten zukünftigen Datum und Preis zu handeln. Hier muss der Käufer den Basiswert zum festgelegten Preis kaufen oder dem Verkäufer verkaufen, unabhängig vom aktuellen Marktpreis zum festgelegten Zeitpunkt der Abwicklung.</p>
<p>Forwards hingegen stellen eine ähnliche Form von Terminkontrakten dar, die auch einen zukünftigen Preis zu einem zukünftigen Datum festlegen, nur dass Forwards außerbörslich (OTC) gehandelt werden. Hinzu kommt, dass Forwards anpassbare Bedingungen haben, die zwischen den Parteien und dem Händler individuell vereinbart werden. Forwards sind im Gegensatz zu Futures nicht standardisiert.</p>
</blockquote>
<p>Wie nun ersichtlich ist, muss eine Grenze zwischen dem direkten Handel mit Rohstoffen und dem Handel mit Rohstoff-gebundenen Titeln (digitale Rohstoffe) einerseits und Finanzprodukten ohne Bezug zu Rohstoffen andererseits gezogen werden, denn für den Rohstoffhandel sieht sich in den USA die CFTC (U.S. Commodity Futures Trading Commission) zuständig, die Futures- und Optionsmärkte reguliert, die dem Commodity Exchange Act unterliegen.</p>
<p>Die Kategorie der digitalen Rohstoffe ist relativ neu. Derzeit überwacht die CFTC die Regulierung für Derivate von Rohstoffen zusätzlich zu dem zugrunde liegenden Rohstoff selbst.</p>
<p>Wie also unterscheidet man, ob es sich bei einem Finanzprodukt, oder in unserem Fall einer Kryptowährung, um ein Wertpapier, oder um einen Rohstoff / eine Ware handelt?</p>
<p>Zunächst ist festzustellen, dass man nicht die gesamte "Anlageklasse" der Kryptowährungen als entweder oder einstufen kann. Wie bei allen Finanzprodukten muss im Einzelfall entschieden werden und das jeweilige Produkt im Einzelnen betrachtet werden. Es gibt kein "Krypto" oder "Kryptowährungen", sondern viele tausende Produkte, die sich grob einer Produktkategorie zuordnen lassen.</p>
<h3>Der Howey Test</h3>
<img src="https://blossom.primal.net/79ee45d055b55be4da25fceb9e08f351257917154b78be04707f44dc0af6e024.gif">

<p>In den USA unterscheidet man zwischen Securities und Commodities mit Hilfe des Howey Tests. Der Test basiert auf einem Verfahren der SEC gegen W.J. Howey, bei dem zu einem Urteil kam, das diesen vierstufigen Test zum ersten Mal definierte. Seitdem wird die Klassifizierung von Investitionsobjekten durch die SEC, aber auch die CFTC und andere amerikanische Behörden anhand dieses Tests durchgeführt. Erfüllt ein Investitionsobjekt alle vier genannten Kriterien, handelt es sich dabei zweifelsfrei um Wertpapiere und unterliegt somit der Gerichtsbarkeit der SEC. Gemäß dem Urteil lautet der Test wie folgt:</p>
<blockquote>
<ul>
<li>An investment of money</li>
<li>In a common enterprise</li>
<li>With the expectation of profit </li>
<li>To be derived from the efforts of others</li>
</ul>
</blockquote>
<p>Auf deutsch bedeutet dies einfach, ob 1) <strong>eine Geldanlage</strong> 2) in einem <strong>gemeinschaftlichen Unternehmen</strong>, 3) mit einer <strong>Gewinnerwartung</strong> stattfindet und 4), ob diese Gewinne von den <strong>Bemühungen Dritter</strong> abhängen.</p>
<p>Anlageobjekte, wie Tokens, Coins, Assets, Cryptos, NFTs, Contracts, etc. bei denen diese vier Fragen alle im Positiven, also mit einem „Ja“, beantwortet werden können, werden als Wertpapier eingestuft und unterliegen damit den Regeln der SEC. Somit müssen Verantwortlichen, Initiatoren oder Geschäftsführer dieser Projekte die gleichen Genehmigungen einholen und Regeln befolgen, wie alle anderen registrierten Wertpapiere / Anbieter.</p>
<h3>Anwendung auf Kryptowährungen</h3>
<p>Wie schon erwähnt, kann man die Regeln nicht einfach anwenden, denn es gibt natürlich bei jedem Projekt, jeder Währung, jedem Coin viele Faktoren, die eine Rolle bei der Interpretation des Tests spielen. Bei den tausenden existierenden Projekten sind Bandbreite und Spektrum groß, was auch viel Raum für Interpretation offen hält. Bei der Einordnung jeder einzelnen Kryptowährung muss man also die Testfragen im Einzelfall auswerten und anwenden und somit sehen, wo man auf dem Spektrum landet. Regulatorisch gesehen am weitesten weg von Wertpapieren sind alle Kryptowährungen, die mit Hilfe von einem dezentralisierten Mining-Protokoll auf einer funktionierenden dezentralen Blockchain laufen. Das Mining ist ein wichtiger Aspekt, da Miner für ihre Arbeit / Investition von Ressourcen entlohnt werden, und damit nicht, wie Investoren bei ICOs oder anderen Verkaufsrunden, oder sogar bei Airdrops, von vorab produzierten Coins profitieren. Bei der Unterscheidung von Coins und Tokens müssen Coins im Einzelfall bewertet werden, wohingegen Tokens oft der Definition des Netzwerks oder Protokolls unterliegen, auf welchem sie beheimatet sind. Wenn ein Projekt dezentralisiert ist, ist es viel weniger wahrscheinlich als Wertpapier eingeordnet zu werden, da argumentiert werden kann, dass es sich bei dem Projekt nicht um ein gemeinschaftliches Unternehmen handelt.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/45b104d413aa0b2ae71a68de43c00dc2ab6228888f4634ba9a3676a337b842cb.gif">

<p>Hier muss man natürlich auch wieder differenzieren, da viele Projekte sogenannte DINOs darstellen. Also Decentralized In Name Only sind, was oft auf einer geschickten Vermarktung des Produkts / Protokolls / Netzwerks basiert. Wenn also ein Protokoll / eine Blockchain ohne weiteres angehalten, neugestartet oder zentral gepatched (ich schaue dich an, Solana), oder gar zurückgedreht werden kann (du bist gemeint Ethereum), muss es einen Entscheidungsträger oder zumindest ein kleines Entscheidungsgremium geben, das als gemeinschaftliches Unternehmen gelten kann (sollte!).</p>
<img src="https://blossom.primal.net/4b8c9010dd22367d18d1ea802b287a798d576bd789b7440b6ae32a180dd1c915.gif">

<p>Die Gewinnerwartung ist genauso auslegbar. Als einfaches Beispiel lässt sich hier Dogecoin heranziehen. Die Geschichte von DOGE ist tatsächlich sehr sehr unterhaltsam und einen kleinen Ausflug in die Abgründe des Internets wert, aber nicht jetzt. Kurz gesagt ist DOGE ein Meme-Token, geboren als Parodie auf Kryptowährungen und niemals als wirkliches Investitionsobjekt gedacht. Die ersten Käufer von DOGE hatten keine Gewinnerwartung, sondern wollten Teil einer Community von "Insidern" sein, einer Gruppe, die den Hunde-Witz versteht. Das Wachstum kann als organisch beschrieben werden, da es DOGE viele Jahre gab, bevor es zu dem wurde, was dann 2021 in dem kulminierte, was jeder kennt. Worauf ich hinaus möchte, ist dass es keine gemeinschaftliche Unternehmung gab, die dem Wert von DOGE zuträglich gewesen wäre und "Investoren" (sprich Internet-Kiddos und Meme-Trottel) nie eine wirkliche Gewinnerwartung hatten.</p>
<h3>Einordnung von Bitcoin</h3>
<p><np-embed url="https://x.com/Satsback/status/1617902548870127617"><a href="https://x.com/Satsback/status/1617902548870127617">https://x.com/Satsback/status/1617902548870127617</a></np-embed></p>
<p>Das führt uns zu unserem geliebten allseits verehrten Freund, dem Rohstoff (oh nein, Spoiler-Alert) mit dem orangenen B-Logo. Wir wissen jetzt, dass die Anwendung des Howey-Tests einer im Einzelfall auszulegenden Beurteilung der vier Fragen bedarf. Dies ist nicht anders bei Bitcoin. Zu diesem Thema haben sich zum Glück schon viele prominente Personen geäußert, weshalb ich einige Interpretationen hier auslegen möchte:</p>
<p><np-embed url="https://www.cftc.gov/PressRoom/PressReleases/7231-15"><a href="https://www.cftc.gov/PressRoom/PressReleases/7231-15">https://www.cftc.gov/PressRoom/PressReleases/7231-15</a></np-embed></p>
<p>Rostin Benham, der Vorsitzende der CFTC (☝️), stellte z.B. richtig fest, dass Kryptowährungen, je nach Ausgestaltung entweder als Commodity oder als Security klassifiziert werden können (ja Junge, wissen wir doch schon!). Darüber hinaus sagte er, dass er und seine Kollegen sich sicher wären, dass sowohl Bitcoin als auch Ethereum als Rohstoff einzuordnen sind, während andere Token vielmehr Wertpapiere darstellen.</p>
<p>Da der CFTC-Chef sowohl Bitcoin als auch Ethereum nicht als Wertpapier einstufen will, kann der Howey-Test eigentlich nicht für diese Entscheidung herangezogen worden sein. Denn wir haben ja schon gesehen, dass Ethereum am Test scheitert und sich somit recht leicht als Wertpapier einordnen lässt.</p>
<p><np-embed url="https://archive.ph/9vNAW"><a href="https://archive.ph/9vNAW">https://archive.ph/9vNAW</a></np-embed></p>
<p>Auch die Vorsitzenden des Senatsausschusses der USA haben bereits Gesetze vorgeschlagen, die die Aufsicht über Bitcoin und Ethereum der Bundesbehörde CFTC übertragen würden, und somit Bitcoin als Rohstoff klassifizieren. Warum Bitcoin und Ethereum immer zusammen genannt werden und von anderen Währungen abgegrenzt werden, entzieht sich mir, aber immerhin schaffen diese geriatrischen Papageien die geistige Akrobatik zwischen verschiedenen Kryptowährungen zu differenzieren.</p>
<p><np-embed url="https://bitcoinmagazine.com/business/heres-whats-in-senator-lummis-bitcoin-bill"><a href="https://bitcoinmagazine.com/business/heres-whats-in-senator-lummis-bitcoin-bill">https://bitcoinmagazine.com/business/heres-whats-in-senator-lummis-bitcoin-bill</a></np-embed></p>
<p>Auch US-Senator Lummis erklärte, dass Bitcoin, gegenüber jedem anderen Krypto-Vermögenswert, vollständig dezentralisiert ist und dass die Person oder die Gruppe (Satoshi) keine vorab erzielten Gewinne generieren. Im Gegensatz zu allen anderen Kryptowährungen, die von zentralisierten Personen oder Gruppen gesteuert sind und oft riesige Gewinne generiert haben. Cynthia versteht sogar den Unterschied in der Natur von Bitcoin und Ethereum.</p>
<p>Lummis Gesetzentwurf soll weiterhin ausschließen, dass Wertpapiere gleichzeitig als digitale Rohstoffe bezeichnet werden. Damit würden alle als Wertpapier gekennzeichneten Kryptowährungen in die Zuständigkeit der SEC fallen.</p>
<p>Auch SEC Oberhäuptling Gary Gansler, ehemaliger MIT-Professor für Blockchain-Technologie, digitale Währungen und Finanztechnologie, hält nur Bitcoin für eine Commodity und meint weiter auch, dass die meisten Kryptowährungsprojekte, die sich mit Wertpapieren befassen oder solchen ähneln, in den regulatorischen Zuständigkeitsbereich der SEC fallen sollten.</p>
<p>Während die meisten Kommentatoren die Einschätzung der oben genannten Repräsentanten unterstützen und somit deutlich wird, warum ein und für alle Male klar ist, warum Bitcoin und Kryptowährungen nicht das gleiche sind, gibt es einige Stimmen aus den USA, die meinen, dass die Einhaltung der geltenden CFTC-Vorschriften für viele Bitcoin-Startups zu kostspielig wäre, was dazu führen würde dass sich viele innovative US-Unternehmen gezwungen fühlen dürften, ihre Operationen ins Ausland zu verlagern.</p>
<p><np-embed url="https://decrypt.co/105693/sec-coinbase-lists-nine-crypto-tokens-securities"><a href="https://decrypt.co/105693/sec-coinbase-lists-nine-crypto-tokens-securities">https://decrypt.co/105693/sec-coinbase-lists-nine-crypto-tokens-securities</a></np-embed></p>
<p>Bitcoin stellt also, im Gegensatz zu allen anderen Kryptowährungen, kein Wertpapier dar. Das macht Bitcoin einzigartig und deshalb kann man getrost sagen, dass Bitcoin keine Kryptowährung ist. Denn Bitcoin ist ein Rohstoff, der, wie alle anderen gehandelten Commodities, frei in der Natur vorkommt. Bitcoin ist ein digitaler synthetischer Rohstoff.</p>
<p>🫳🎤</p>
<hr>
<p>In diesem Sinne, 2... 1... Risiko!‌</p>
<p><img src="https://media.tenor.com/images/4ae424f8d8ea36e86169862d84d1b31e/tenor.gif" alt=""></p>
]]></content:encoded>
      <itunes:author><![CDATA[Genexyz]]></itunes:author>
      <itunes:summary><![CDATA[<p>Der dieswöchige Aufhänger ist die Nachricht über die Schließung der Kryptowährungsbörse Bitzlato. Obwohl sich die groß angekündigte Offensive des US-Justizministerium als mindestens genauso große Luftnummer erwies (vor der Nachricht hat wirklich niemand jemals von Bitzlato gehört), hat die Nachricht doch wieder den Stimmen Gehör verschafft, die seit jeher nach mehr Regulierung von Kryptowährungen, Börsen und Dienstleistern rufen.</p>
<p><np-embed url="https://bitcoinmagazine.com/legal/doj-shuts-down-bitzlato-crypto-exchange"><a href="https://bitcoinmagazine.com/legal/doj-shuts-down-bitzlato-crypto-exchange">https://bitcoinmagazine.com/legal/doj-shuts-down-bitzlato-crypto-exchange</a></np-embed></p>
<p>Besonders in den USA herrscht eine andauernde Diskussion darüber, wie Bitcoin und andere Kryptowährungen eingestuft werden sollen, damit anschließend die Gerichtsbarkeit, bzw. die Kompetenzen verteilt werden können. Im Prinzip gibt es dabei nur zwei Ansichten: Die eine Gruppe hält Bitcoin für ein Wertpapier (Security), die andere hält Bitcoin für eine Ware oder einen Rohstoff (Commodity). Wir wollen uns diese Woche anschauen, was den Unterschied ausmacht und was die Implikationen für Bitcoin wären, wenn man es als das eine oder das andere klassifiziert, und was es darüber hinaus für die Zuständigkeit diverser Behörden und Regierungseinheiten bedeutet.</p>
<hr>
<p>Die Gretchenfrage bei der Regulatorik von Bitcoin ist relativ schnell erklärt. Es wird darüber gestritten, ob Bitcoin als Wertpapier (Security) oder als Rohstoff / Ware (Commodity) eingestuft werden soll. Dies ist insofern wichtig, als dass die Kategorisierung darüber entscheidet, welche Aufsichtsbehörde mit ihren Regeln aktiv werden kann / muss. In der anhaltenden Diskussion über das Thema wird verallgemeinernd meist über die Einordnung von Kryptowährungen gesprochen, und damit Bitcoin als eine von vielen Kryptowährungen mit einbezogen (Bitcoin ist keine Kryptowährung - das wird dieser Artikel aufzeigen), jedoch wollen wir der Einfachheit halber zunächst die Diskussion auf der breiter gefassten Ebene führen. Zunächst lohnt es sich zu schauen, was Wertpapiere und Rohstoffe / Waren unterscheidet.</p>
<h3>Wertpapiere (Securities)</h3>
<img src="https://blossom.primal.net/adf35a647df83988a11dd0ed3d461c7e94f62290564a81e2176b99bb18a38106.gif">

<p>Zunächst mal muss man sagen, dass eine genaue Unterscheidung der beiden Anlageklassen in allen Fällen - nicht nur bei Kryptowährungen - oft schwierig ist. Vor allem in der heutigen Zeit ist es nicht mehr so einfach schwarz und weiß zu unterscheiden, da es für alles, was sich in irgendeiner Form handeln lässt, auch Derivate gibt. Früher sagte man vereinfacht, dass Wertpapiere zum Investieren und Rohstoffe zum Handeln sind, aber dass dies nicht richtig ist und in beide Richtungen entkräftet werden kann, sollte so ziemlich jeder auch weit gegen den Wind riechen können.</p>
<p>Prinzipiell handelt es sich bei einem Wertpapier um ein Finanzinstrument, dessen Ausgestaltung typischerweise von der Gerichtsbarkeit abhängt, in der die Vermögenswerte gehandelt werden. In den USA und Europa gelten im Großen und Ganzen alle frei gehandelten Vermögenswerte als Wertpapiere und werden in drei Hauptkategorien unterschieden: Beteiligungspapiere (Equity) – einschließlich Aktien, Schuldverschreibungen (Debt) – z.B. Anleihen und Banknoten und Derivate – zu gehören Optionen und Futures (👇). Anders als Rohstoffe sind Wertpapiere anders und meist strenger reguliert. In den USA ist für die Regulierung die SEC (U.S. Securities and Exchange Commission) und in Europa die ESMA (Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde), bzw. in Deutschland die BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) zuständig ist.</p>
<h3>Rohstoffe (Commodities)</h3>
<img src="https://blossom.primal.net/fffb47377d17641ae8829b00c85114720da8a22939266ee14381070824ce0762.png">

<p>Traditionelle Beispiele für Rohstoffe sind Getreide, Fleisch, Gold, Öl oder Erdgas, also die drei großen Kategorien Landwirtschaftliche Produkte, Edelmetalle und Energie. In der heutigen Zeit werden diese Waren weltweit gehandelt und eine Warenbörse, wie die CME (Chicago Mercantile Exchange) in den USA, handelt sowohl mit physischen Waren, als auch mit Warenkontrakten und damit verbundenen Anlageprodukten. Wie aus meinem Artikel über Bitcoin-Hashprice Forwards bekannt, gibt es zwei gängige Formen von Warenkontraken: Futures und Forwards.</p>
<p><np-embed url="https://www.genexyz.org/post/18-block-761575-bitcoin-hashprice-forward-ks72ec/"><a href="https://www.genexyz.org/post/18-block-761575-bitcoin-hashprice-forward-ks72ec/">https://www.genexyz.org/post/18-block-761575-bitcoin-hashprice-forward-ks72ec/</a></np-embed></p>
<blockquote>
<p>💡Futures sind eine Form von Derivaten, die Parteien verpflichten, einen Vermögenswert zu einem vorher festgelegten zukünftigen Datum und Preis zu handeln. Hier muss der Käufer den Basiswert zum festgelegten Preis kaufen oder dem Verkäufer verkaufen, unabhängig vom aktuellen Marktpreis zum festgelegten Zeitpunkt der Abwicklung.</p>
<p>Forwards hingegen stellen eine ähnliche Form von Terminkontrakten dar, die auch einen zukünftigen Preis zu einem zukünftigen Datum festlegen, nur dass Forwards außerbörslich (OTC) gehandelt werden. Hinzu kommt, dass Forwards anpassbare Bedingungen haben, die zwischen den Parteien und dem Händler individuell vereinbart werden. Forwards sind im Gegensatz zu Futures nicht standardisiert.</p>
</blockquote>
<p>Wie nun ersichtlich ist, muss eine Grenze zwischen dem direkten Handel mit Rohstoffen und dem Handel mit Rohstoff-gebundenen Titeln (digitale Rohstoffe) einerseits und Finanzprodukten ohne Bezug zu Rohstoffen andererseits gezogen werden, denn für den Rohstoffhandel sieht sich in den USA die CFTC (U.S. Commodity Futures Trading Commission) zuständig, die Futures- und Optionsmärkte reguliert, die dem Commodity Exchange Act unterliegen.</p>
<p>Die Kategorie der digitalen Rohstoffe ist relativ neu. Derzeit überwacht die CFTC die Regulierung für Derivate von Rohstoffen zusätzlich zu dem zugrunde liegenden Rohstoff selbst.</p>
<p>Wie also unterscheidet man, ob es sich bei einem Finanzprodukt, oder in unserem Fall einer Kryptowährung, um ein Wertpapier, oder um einen Rohstoff / eine Ware handelt?</p>
<p>Zunächst ist festzustellen, dass man nicht die gesamte "Anlageklasse" der Kryptowährungen als entweder oder einstufen kann. Wie bei allen Finanzprodukten muss im Einzelfall entschieden werden und das jeweilige Produkt im Einzelnen betrachtet werden. Es gibt kein "Krypto" oder "Kryptowährungen", sondern viele tausende Produkte, die sich grob einer Produktkategorie zuordnen lassen.</p>
<h3>Der Howey Test</h3>
<img src="https://blossom.primal.net/79ee45d055b55be4da25fceb9e08f351257917154b78be04707f44dc0af6e024.gif">

<p>In den USA unterscheidet man zwischen Securities und Commodities mit Hilfe des Howey Tests. Der Test basiert auf einem Verfahren der SEC gegen W.J. Howey, bei dem zu einem Urteil kam, das diesen vierstufigen Test zum ersten Mal definierte. Seitdem wird die Klassifizierung von Investitionsobjekten durch die SEC, aber auch die CFTC und andere amerikanische Behörden anhand dieses Tests durchgeführt. Erfüllt ein Investitionsobjekt alle vier genannten Kriterien, handelt es sich dabei zweifelsfrei um Wertpapiere und unterliegt somit der Gerichtsbarkeit der SEC. Gemäß dem Urteil lautet der Test wie folgt:</p>
<blockquote>
<ul>
<li>An investment of money</li>
<li>In a common enterprise</li>
<li>With the expectation of profit </li>
<li>To be derived from the efforts of others</li>
</ul>
</blockquote>
<p>Auf deutsch bedeutet dies einfach, ob 1) <strong>eine Geldanlage</strong> 2) in einem <strong>gemeinschaftlichen Unternehmen</strong>, 3) mit einer <strong>Gewinnerwartung</strong> stattfindet und 4), ob diese Gewinne von den <strong>Bemühungen Dritter</strong> abhängen.</p>
<p>Anlageobjekte, wie Tokens, Coins, Assets, Cryptos, NFTs, Contracts, etc. bei denen diese vier Fragen alle im Positiven, also mit einem „Ja“, beantwortet werden können, werden als Wertpapier eingestuft und unterliegen damit den Regeln der SEC. Somit müssen Verantwortlichen, Initiatoren oder Geschäftsführer dieser Projekte die gleichen Genehmigungen einholen und Regeln befolgen, wie alle anderen registrierten Wertpapiere / Anbieter.</p>
<h3>Anwendung auf Kryptowährungen</h3>
<p>Wie schon erwähnt, kann man die Regeln nicht einfach anwenden, denn es gibt natürlich bei jedem Projekt, jeder Währung, jedem Coin viele Faktoren, die eine Rolle bei der Interpretation des Tests spielen. Bei den tausenden existierenden Projekten sind Bandbreite und Spektrum groß, was auch viel Raum für Interpretation offen hält. Bei der Einordnung jeder einzelnen Kryptowährung muss man also die Testfragen im Einzelfall auswerten und anwenden und somit sehen, wo man auf dem Spektrum landet. Regulatorisch gesehen am weitesten weg von Wertpapieren sind alle Kryptowährungen, die mit Hilfe von einem dezentralisierten Mining-Protokoll auf einer funktionierenden dezentralen Blockchain laufen. Das Mining ist ein wichtiger Aspekt, da Miner für ihre Arbeit / Investition von Ressourcen entlohnt werden, und damit nicht, wie Investoren bei ICOs oder anderen Verkaufsrunden, oder sogar bei Airdrops, von vorab produzierten Coins profitieren. Bei der Unterscheidung von Coins und Tokens müssen Coins im Einzelfall bewertet werden, wohingegen Tokens oft der Definition des Netzwerks oder Protokolls unterliegen, auf welchem sie beheimatet sind. Wenn ein Projekt dezentralisiert ist, ist es viel weniger wahrscheinlich als Wertpapier eingeordnet zu werden, da argumentiert werden kann, dass es sich bei dem Projekt nicht um ein gemeinschaftliches Unternehmen handelt.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/45b104d413aa0b2ae71a68de43c00dc2ab6228888f4634ba9a3676a337b842cb.gif">

<p>Hier muss man natürlich auch wieder differenzieren, da viele Projekte sogenannte DINOs darstellen. Also Decentralized In Name Only sind, was oft auf einer geschickten Vermarktung des Produkts / Protokolls / Netzwerks basiert. Wenn also ein Protokoll / eine Blockchain ohne weiteres angehalten, neugestartet oder zentral gepatched (ich schaue dich an, Solana), oder gar zurückgedreht werden kann (du bist gemeint Ethereum), muss es einen Entscheidungsträger oder zumindest ein kleines Entscheidungsgremium geben, das als gemeinschaftliches Unternehmen gelten kann (sollte!).</p>
<img src="https://blossom.primal.net/4b8c9010dd22367d18d1ea802b287a798d576bd789b7440b6ae32a180dd1c915.gif">

<p>Die Gewinnerwartung ist genauso auslegbar. Als einfaches Beispiel lässt sich hier Dogecoin heranziehen. Die Geschichte von DOGE ist tatsächlich sehr sehr unterhaltsam und einen kleinen Ausflug in die Abgründe des Internets wert, aber nicht jetzt. Kurz gesagt ist DOGE ein Meme-Token, geboren als Parodie auf Kryptowährungen und niemals als wirkliches Investitionsobjekt gedacht. Die ersten Käufer von DOGE hatten keine Gewinnerwartung, sondern wollten Teil einer Community von "Insidern" sein, einer Gruppe, die den Hunde-Witz versteht. Das Wachstum kann als organisch beschrieben werden, da es DOGE viele Jahre gab, bevor es zu dem wurde, was dann 2021 in dem kulminierte, was jeder kennt. Worauf ich hinaus möchte, ist dass es keine gemeinschaftliche Unternehmung gab, die dem Wert von DOGE zuträglich gewesen wäre und "Investoren" (sprich Internet-Kiddos und Meme-Trottel) nie eine wirkliche Gewinnerwartung hatten.</p>
<h3>Einordnung von Bitcoin</h3>
<p><np-embed url="https://x.com/Satsback/status/1617902548870127617"><a href="https://x.com/Satsback/status/1617902548870127617">https://x.com/Satsback/status/1617902548870127617</a></np-embed></p>
<p>Das führt uns zu unserem geliebten allseits verehrten Freund, dem Rohstoff (oh nein, Spoiler-Alert) mit dem orangenen B-Logo. Wir wissen jetzt, dass die Anwendung des Howey-Tests einer im Einzelfall auszulegenden Beurteilung der vier Fragen bedarf. Dies ist nicht anders bei Bitcoin. Zu diesem Thema haben sich zum Glück schon viele prominente Personen geäußert, weshalb ich einige Interpretationen hier auslegen möchte:</p>
<p><np-embed url="https://www.cftc.gov/PressRoom/PressReleases/7231-15"><a href="https://www.cftc.gov/PressRoom/PressReleases/7231-15">https://www.cftc.gov/PressRoom/PressReleases/7231-15</a></np-embed></p>
<p>Rostin Benham, der Vorsitzende der CFTC (☝️), stellte z.B. richtig fest, dass Kryptowährungen, je nach Ausgestaltung entweder als Commodity oder als Security klassifiziert werden können (ja Junge, wissen wir doch schon!). Darüber hinaus sagte er, dass er und seine Kollegen sich sicher wären, dass sowohl Bitcoin als auch Ethereum als Rohstoff einzuordnen sind, während andere Token vielmehr Wertpapiere darstellen.</p>
<p>Da der CFTC-Chef sowohl Bitcoin als auch Ethereum nicht als Wertpapier einstufen will, kann der Howey-Test eigentlich nicht für diese Entscheidung herangezogen worden sein. Denn wir haben ja schon gesehen, dass Ethereum am Test scheitert und sich somit recht leicht als Wertpapier einordnen lässt.</p>
<p><np-embed url="https://archive.ph/9vNAW"><a href="https://archive.ph/9vNAW">https://archive.ph/9vNAW</a></np-embed></p>
<p>Auch die Vorsitzenden des Senatsausschusses der USA haben bereits Gesetze vorgeschlagen, die die Aufsicht über Bitcoin und Ethereum der Bundesbehörde CFTC übertragen würden, und somit Bitcoin als Rohstoff klassifizieren. Warum Bitcoin und Ethereum immer zusammen genannt werden und von anderen Währungen abgegrenzt werden, entzieht sich mir, aber immerhin schaffen diese geriatrischen Papageien die geistige Akrobatik zwischen verschiedenen Kryptowährungen zu differenzieren.</p>
<p><np-embed url="https://bitcoinmagazine.com/business/heres-whats-in-senator-lummis-bitcoin-bill"><a href="https://bitcoinmagazine.com/business/heres-whats-in-senator-lummis-bitcoin-bill">https://bitcoinmagazine.com/business/heres-whats-in-senator-lummis-bitcoin-bill</a></np-embed></p>
<p>Auch US-Senator Lummis erklärte, dass Bitcoin, gegenüber jedem anderen Krypto-Vermögenswert, vollständig dezentralisiert ist und dass die Person oder die Gruppe (Satoshi) keine vorab erzielten Gewinne generieren. Im Gegensatz zu allen anderen Kryptowährungen, die von zentralisierten Personen oder Gruppen gesteuert sind und oft riesige Gewinne generiert haben. Cynthia versteht sogar den Unterschied in der Natur von Bitcoin und Ethereum.</p>
<p>Lummis Gesetzentwurf soll weiterhin ausschließen, dass Wertpapiere gleichzeitig als digitale Rohstoffe bezeichnet werden. Damit würden alle als Wertpapier gekennzeichneten Kryptowährungen in die Zuständigkeit der SEC fallen.</p>
<p>Auch SEC Oberhäuptling Gary Gansler, ehemaliger MIT-Professor für Blockchain-Technologie, digitale Währungen und Finanztechnologie, hält nur Bitcoin für eine Commodity und meint weiter auch, dass die meisten Kryptowährungsprojekte, die sich mit Wertpapieren befassen oder solchen ähneln, in den regulatorischen Zuständigkeitsbereich der SEC fallen sollten.</p>
<p>Während die meisten Kommentatoren die Einschätzung der oben genannten Repräsentanten unterstützen und somit deutlich wird, warum ein und für alle Male klar ist, warum Bitcoin und Kryptowährungen nicht das gleiche sind, gibt es einige Stimmen aus den USA, die meinen, dass die Einhaltung der geltenden CFTC-Vorschriften für viele Bitcoin-Startups zu kostspielig wäre, was dazu führen würde dass sich viele innovative US-Unternehmen gezwungen fühlen dürften, ihre Operationen ins Ausland zu verlagern.</p>
<p><np-embed url="https://decrypt.co/105693/sec-coinbase-lists-nine-crypto-tokens-securities"><a href="https://decrypt.co/105693/sec-coinbase-lists-nine-crypto-tokens-securities">https://decrypt.co/105693/sec-coinbase-lists-nine-crypto-tokens-securities</a></np-embed></p>
<p>Bitcoin stellt also, im Gegensatz zu allen anderen Kryptowährungen, kein Wertpapier dar. Das macht Bitcoin einzigartig und deshalb kann man getrost sagen, dass Bitcoin keine Kryptowährung ist. Denn Bitcoin ist ein Rohstoff, der, wie alle anderen gehandelten Commodities, frei in der Natur vorkommt. Bitcoin ist ein digitaler synthetischer Rohstoff.</p>
<p>🫳🎤</p>
<hr>
<p>In diesem Sinne, 2... 1... Risiko!‌</p>
<p><img src="https://media.tenor.com/images/4ae424f8d8ea36e86169862d84d1b31e/tenor.gif" alt=""></p>
]]></itunes:summary>
      <itunes:image href="https://blossom.primal.net/5864ae690d11380c5e73127da10cb2594cc3b0f87e366a98ebe1fc9dcb710500.png"/>
      </item>
      
      <item>
      <title><![CDATA[#23 // Block 772315 // Bitcoin Mixing]]></title>
      <description><![CDATA[Man sollte sich gut überlegen, ob und wie viel man von sich und seinem Ersparten preisgeben möchte. Ich habe alle meine #Bitcoin letze Woche beim Angeln verloren 😓]]></description>
             <itunes:subtitle><![CDATA[Man sollte sich gut überlegen, ob und wie viel man von sich und seinem Ersparten preisgeben möchte. Ich habe alle meine #Bitcoin letze Woche beim Angeln verloren 😓]]></itunes:subtitle>
      <pubDate>Wed, 04 Dec 2024 12:10:13 GMT</pubDate>
      <link>https://www.genexyz.org/post/23-block-772315-bitcoin-mixing-q6i7y4/</link>
      <comments>https://www.genexyz.org/post/23-block-772315-bitcoin-mixing-q6i7y4/</comments>
      <guid isPermaLink="false">naddr1qqjnyvedgfkx7cmt95mnwv3nxy6j6snfw33k76tw94xkj7rfdenj6ufkdymhjdqzyqsx8nte2h8lmjsvcjhzpamm9v0tq5cppef5cx8gefczyg2hh5fjqqcyqqq823cmu0zu5</guid>
      <category>Bitcoin</category>
      
        <media:content url="https://blossom.primal.net/2a1fb8f275b8076841d6df1a07317bb1f82807d6ce1a387eec3cf128377cbce1.png" medium="image"/>
        <enclosure 
          url="https://blossom.primal.net/2a1fb8f275b8076841d6df1a07317bb1f82807d6ce1a387eec3cf128377cbce1.png" length="0" 
          type="image/png" 
        />
      <noteId>naddr1qqjnyvedgfkx7cmt95mnwv3nxy6j6snfw33k76tw94xkj7rfdenj6ufkdymhjdqzyqsx8nte2h8lmjsvcjhzpamm9v0tq5cppef5cx8gefczyg2hh5fjqqcyqqq823cmu0zu5</noteId>
      <npub>npub1yp3u6724el7u5rxy4cs0w7etr6c9xqgw2dxp36x2wq3zz4aazvsqw8xkc5</npub>
      <dc:creator><![CDATA[Genexyz]]></dc:creator>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Meiner Meinung nach kann man in letzter Zeit eine deutliche Verlagerung bei der Benutzung bzw. dem Umgang mit Bitcoin feststellen. Vor einigen Jahren stand außer Frage, dass man zum Erwerb von Bitcoin auf Plattformen wie Binance, Coinbase oder Bitstamp gehandelt hat. Es gab ja auch kaum Alternativen. Der erste Wandel hat stattgefunden, als viele Nutzer//innen erkannt haben, dass Börsen keine gute Option bieten, um angesparte Bitcoin sicher zu verwahren. Viele Nutzer//innen haben daraufhin angefangen ihre Ersparnisse in Selbstverwahrung zu nehmen und/oder gänzlich auf Börsen zu verzichten und vermehrt auf Bitcoin-Only-Broker, wie Relai, Swan oder Pocket zu setzen.</p>
<p>Ein weiterer Trend lässt sich bei der Wahrnehmung von Privatsphäre feststellen. Während das Gros der Nutzer//innen früher weniger Wert auf non-KYC Lösungen gelegt und beim Kauf von Bitcoin bereitwillig persönliche Daten preisgegeben hat, machen sich mehr und mehr Menschen Gedanken darüber, wie sie schon den Erwerb von Bitcoin möglichst privat wie möglich gestalten, um zukünftigen Problemen aus dem Weg zu gehen. Denn wie wir ja wissen ist alles, was auf der Blockchain stattfindet, pseudonymisiert, aber keineswegs anonym.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/002a8a05a9f075c4f53b64153a38fe60f6d972d71ca9d338fda587ad437f7030.gif">

<p>Was bedeutet, dass wenn einmal eine Verbindung zu einer Adresse hergestellt ist, man z.B. nach einer Adresse suchen kann, um alle Transaktionen sowohl zu, als auch von dieser Adresse nachzuvollziehen. Das hat natürlich für viele ein gewisses "Geschmäckle". Doch ist der Erwerb von non-KYC Bitcoin (noch) nicht besonders nutzerfreundlich, mutet etwas zwielichtig an und birgt, gerade für viele nicht-so-Technologie-affinen Nutzer//innen, ein paar Stolpersteine. Oft erwerben auch viele ihre ersten bitcoins, weil sie auf schnellen Reichtum hoffen, einfach nur spekulieren wollen, oder von Freunden und Bekannten dazu überredet wurden und kümmern sich wenig um Privatsphäre, KYC vs. non-KYC, etc. Erst später befassen sie sich mit dem Thema Bitcoin intensiver und fallen dann in den sogenannten Bitcoin-Hasenbau (aka das Rabbit-Hole, das meines Erachtens nach der Honigdachsbau heißen sollte, aber naja) und haben Bitcoin in ihren Wallets und Cold-Storages, die sie nachträglich gerne etwas weniger öffentlich besitzen wollen. Zudem ist es Best-Practice für diejenigen, die Zahlungen in Bitcoin erhalten, diese erstmal von ihrer Transaktionshistorie zu säubern, denn man schreibt ja auch nicht auf jeden Geldschein beim Bezahlen seinen Namen und den Verwendungszweck drauf. Ein 10 Euro-Schein ist ein 10 Euro-Schein, egal ob dieser frisch aus der Bundesdruckerei kommt, oder ob dieser schon 100 Besitzer//innen gewechselt hat, dabei ein paar Runden in der Waschmaschine mitgemacht hat, genutzt wurde, um den Geruch von Spiegeln im Detail zu überprüfen, in Zigarettenautomaten überwintert oder sonstige Abenteuer erlebt hat.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/c510ae8f3b07c6ca61f46fa72c85c0329a86882a5a84268b50f51f6a5f207bb9.gif">

<p>Im Endeffekt steckt er in der Geldbörse und lässt sich zum aktuellen Tageskurs im Supermarkt der Wahl für ein Päckchen Butter eintauschen (ohne Wechselgeld), ohne dass nach seiner Reise gefragt wird. Warum sollte das bei Bitcoin Zahlungen anders sein? Zum Glück gibt es für alle oben genannten Szenarien eine relativ einfache Lösung: CoinJoins. Was das ist, wie sie funktionieren und was es zu beachten gilt, schauen wir uns diese Woche an.</p>
<hr>
<p>Wie immer fangen wir mit der Erklärung einiger Konzepte an. Also, was sind CoinJoins?</p>
<p>Ein CoinJoin ist eine Form des Mixings. Dies ist eine On-Chain-Lösung, die entwickelt wurde, um das Problem der "Common-Input-Ownership-Heuristik" zu brechen. Vereinfacht ausgedrückt beschreibt dieses Problem die Annahme, dass mehrere Inputs einer Transaktion relativ sicher dem gleichen Besitzer gehören.</p>
<p>Um es deutlicher zu veranschaulichen zitiere ich einen früheren Artikel:</p>
<p>Ein ganz einfaches Beispiel: Wenn ich eine bestimmt Menge Bitcoin bei einer Börse erwerbe, bei der ich mich zuvor ausweisen musste, um die Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen, und mir anschließend diese erworbene Menge Bitcoin auf meine Wallet überweise, um sie in Selbstverwahrung zu halten, ist es gewissen Teilnehmern möglich, meine Wallet zu identifizieren, bzw. mir zuzuordnen. Die Börse, und damit im Zweifelsfall auch ein Gericht oder ein Staat, kennen die Bitcoin-Adresse, die sie meinen Ausweisdaten zuordnen können. Die Transaktion und die damit verbundenen UTXOs sind damit auch mir zuschreibbar und die Wahrscheinlichkeit, dass ich Eigentümer der Zieladresse bin, ist auch sehr hoch - vor allem, wenn ich öfter Transaktionen von der Börsen-Adresse zu der gleichen Zieladresse ausführe. Dieses Verfahren wird auch Heuristik genannt und bedient sich wahrscheinlicher Annahmen, also z.B. wiederkehrender Muster.</p>
<p>Das Common-Input Problem geht noch eine Stufe tiefer, aber das lassen wir mal für einen Artikel über UTXOs übrig. Ein erweitertes Verständnis über UTXOs ist sicherlich ratsam, um das Konzept von Inputs und Outputs einer Transaktion besser zu verstehen, aber ich werde mir die größte Mühe geben, alles so einfach wie möglich darzustellen und ich glaube, dass es reicht zu verstehen, dass Transaktionen in der Blockchain historisch miteinander verknüpft sind. Diese Verknüpfung entsteht dadurch, dass die Outputs einer Transaktion immer die Inputs der nächsten Transaktion darstellen.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/c2624d15bd67d3cf89119c26a0b2219068e9f652dcc7427e6f167b38daa06428.png">

<p>Dabei können viele kleine Inputs zu einem Output zusammengefasst oder große Inputs aufgeteilt werden, um kleine Outputs zu bedienen. Sobald es in dieser Transaktionskette ein Verbindungsstück in die "nicht-digitale" Welt, unser "echtes" Leben, gibt, kann jeder mit genügend Zeit und Ressourcen (wie Blockchain-Analyse Firmen) damit beginnen, diese Links herzustellen, indem sie das frei zugängliche Public-Ledger von Bitcoin beobachten und Verbindungen knüpfen.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/a9804bd8ee3ef10b02207b2df2682c17504de7c3d7cc2d690f0645d3d0e5d200.gif">

<p>CoinJoin hilft, dies zu verhindern. Und um den Artikel möglichst verständlich zu halten, werde ich im Weiteren erstmal von "Coins" sprechen, die im weitesten Sinne verbunden, also "gejoint" werden.</p>
<p>Wie also funktioniert ein CoinJoin?</p>
<p>Die Grundidee besteht darin, dass man einen Coin nimmt, der aus mehreren UTXOs besteht, und diesen einem Pool zuführt. Das ist in etwa so, als hätte man 10 Euro in Ein-Euro-Münzen im Portemonnaie und träfe sich mit 9 weiteren Fremden, die auch alle 10 Euro in Ein-Euro-Münzen haben. Nun werfen alle Beteiligten ihre Münzen in einen Topf und man erhält einen Topf mit 100 Ein-Euro-Münzen. Der Topf wird kräftig geschüttelt und jeder Beteiligte bekommt zufällig 10 Ein-Euro-Münzen zurück (der Einfachheit halber bekommt niemand eine Gebühr oder ein Honorar für den Service ausgezahlt). Niemand wird jemals in der Lage sein, die Ein-Euro-Münzen dem Portemonnaie zuzuweisen, aus dem sie dem Topf zugeführt wurden.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/fe499d222928b1c0e539bb3eeffba56c3520eba77f77d912371ba3fcc84e0154.gif">

<p>Ziemlich genauso funktionieren ConJoins, oder anders genannt Mixer. Es gibt eine Reihe von Diensten, bei denen man seine Coins zum Mixen an einen Pool senden kann. Diese Dienste erhalten für die Vermittlung, Zusammenführung und das Stellen der Infrastruktur eine kleine Gebühr. Namhafte Dienste sind z.B. Samourai’s Whirlpool oder Wasabi. Jeder dieser Anbieter hat - wie bei fast allem im Leben - seine Vor- und Nachteile. Zusätzlich zu den Mixing-Fees kommen natürlich auch die herkömmlichen Transaktionskosten.</p>
<p>Um bei Bitcoin zu bleiben, bedeutet dies, dass Transaktionen aufgebaut werden, die es Überwachungsfirmen oder anderen Beobachtern sehr schwer machen, genau zu wissen, welcher Transaktion-Output zu welchem der Input-Steller gehört. Das bedeutet keineswegs, dass Transaktionen gänzlich unsichtbar gemacht werden oder Inputs verschwinden, denn alles sitzt festgeschrieben und für immer einsehbar in der Blockchain. Allerdings können sich im besten Falle diejenigen, die Transaktionen beobachten oder nachverfolgen wollen, eine Reihe möglicher Szenarien ausdenken oder herleiten, um zu einem von vielen potentiellen Ergebnissen zu gelangen, wer welches Stück Bitcoin besitzt, jedoch kann man sich dessen niemals zu 100% sicher sein.</p>
<p>Alle Anbieter ähneln sich insofern, als dass sie gewisse Mixing-Beträge vorgeben. So kann man bei Samourai z.B. auswählen, ob man seine Coins in 0.01, 0.05 oder 0.5 BTC Pools mixen möchte. Hier kommt es natürlich darauf an, wie viel Vermögen/ Bitcoin gemixt werden soll. Wenn ich 0.5 Bitcoin mixen möchte, sollte ich natürlich nicht den 0.5 BTC Pool auswählen, sondern den 0.05 BTC Pool, da mir nach erfolgreichem Mixen 9 "saubere" UTXOs ausgehändigt werden. Warum nicht 10? Natürlich zahle ich ja auch für die Dienstleistung und für die Transaktion. Das heißt aber nicht, dass ich automatisch 0.05 BTC dafür zahle, sondern nur die Kosten (z.B. 2% der Pool Kosten + Transaktionsgebühren), der Rest der 0.05 BTC in diesem Beispiel würden mir als "unspent" zurück "überwiesen".</p>
<p>Diese Services bieten darüber hinaus auch an, die durch den Mixer generierten Coins im Mixer zu lassen, sodass sie über einen längeren Zeitraum weiter gemischt werden. Man stelle sich eine Waschmaschine vor, in der nur weiße Unterhosen derselben Größe und derselben Marke gewaschen werden. Nach jedem Waschgang nimmt man alle Unterhosen bis auf eine heraus und fügt neue, dreckige, gleiche Unterhosen derselben Größe und Marke hinzu. Die Wahrscheinlichkeit, die eigentlich dem ersten Waschgang hinzugefügte Unterhose zu finden, nimmt mit jedem Waschgang ab.</p>
<p>Man kann CoinJoins natürlich auch komplett selbstbestimmt und fernab von Anbietern durchführen. Das ist das Schöne bei Bitcoin, denn es gibt nichts, was man nicht selbst und selbstbestimmt machen kann. Alle Dienstleister und Anbieter von Services erleichtern den Nutzer//innen lediglich das Leben, indem sie die Netzwerke bereitstellen, die gewisse Unternehmungen einfacher machen und weiter streuen können, als es einem/einer einzelnen Nutzer//in jemals möglich wäre. Einen sehr guten und ausführlichen Guide hat zu diesem Thema der wichtige Arman veröffentlicht:</p>
<p><np-embed url="https://armantheparman.com/cj/"><a href="https://armantheparman.com/cj/">https://armantheparman.com/cj/</a></np-embed></p>
<p>Jetzt habe ich natürlich einen groben Fehler begangen, indem ich CoinJoins und Mixer im gleichen Atemzug erwähnt, bzw. in austauschbarer Weise verwendet habe. Wenn man es ganz genau nehmen mag, ist CoinJoin die gewünschte Maßnahme, wohingegen ein Mixer der Dienstleister einer solchen Aktion ist. Generell sollte bei Anbietern von Diensten Vorsicht genossen werden, da in diesem spezifischen Fall der Dienstleister die UTXOs durcheinanderbringt und die vermischten Transaktionen eines anderen zurücksendet. Damit könnte der Dienstleister natürlich Informationen über genau die Datenpunkte erlangen, die es zu verschleiern galt. Zudem kommt hinzu, dass man seine Coins zunächst einem Custodian, also einem vertrauenswürdigen Dritten sendet, in der Annahme bzw. Hoffnung, dass man den eingezahlten Wert (minus der Gebühren) auch wirklich zurückbekommt.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/734f0ccaa4ae1179dc6c0d3a600c9954161e50f384275188202f99b07655c573.gif">

<p>Tamam! Jetzt habe ich also alle meine Coins von meiner Hardware-Wallet gejoint, zurück auf meine Hardware-Wallet, und habe im Endeffekt einfach nur weniger Sats als vorher, oder? Zusätzlich gab es schon Fälle, in denen Dienstleister (nicht die zuvor genannten) Nutzer//innen markiert haben, die zuvor von einem CoinJoin-Dienst gebrauch gemacht haben. Dementsprechend wussten diese Anbieter über die Herkunft der Coins Bescheid und konnten diese "blacklisten" und haben KYC-Informationen bereitgestellt. Dies führt dann dazu, dass andere Dienstleister solche Nutzer//innen und deren Transaktionen/Keys nicht mehr annehmen.</p>
<p>Darüber hinaus kann man sich die ganze Mühe des Mixens auch sparen, wenn man die gesamte Anzahl an gemixten Coins (UTXOs) wieder ausgibt, oder an ein anderes Wallet sendet (in einer Transaktion). Wie bei allen Themen im Bitcoin-Kosmos, gibt es auch hier wieder die Möglichkeit, sich tiefer mit der Materie auseinanderzusetzen, aber ich hoffe ich konnte einen guten Überblick über den Nutzen und die Funktionalität von Mixing Tools, spezifisch CoinJoins, vermitteln. CoinJoins sind, wie eingangs beschrieben, natürlich nur eins der Mittel, um Bitcoin-Transaktionen noch mehr zu pseudonymisieren, was dem Narrativ der Bitcoin-Gegner in die Karten spielt. Gleichzeitig sind Vorfälle, wie die Verhaftung von Entwicklern dieser Softwarelösungen (TornadoCash) nicht von der Hand zu weisen und Nutzer//innen haben ihre Konten bei gewissen Dienstleistern vorübergehend gesperrt bekommen, weil einige ihrer Transaktionen mit CoinJoin durchgeführt wurden. Jedoch sollte man sich gut überlegen, ob und wieviel man preisgeben möchte.</p>
<p><np-embed url="https://archive.ph/144G5"><a href="https://archive.ph/144G5">https://archive.ph/144G5</a></np-embed></p>
<p>Wie bei allem ist die persönliche Einstellung zu Sicherheit und Privatsphäre der eigentliche Schlüssel. In einer Zeit, in der viele Menschen ihre Informationen bereitwillig im Internet preisgeben, haben sich viele daran gewöhnt, ihre "Sicherheit" auszulagern und anderen anzuvertrauen. Dies fängt bei Passwort-Managing Apps, wie LastPass an und hört bei Banken auf.</p>
<p><np-embed url="https://techcrunch.com/2022/12/22/lastpass-customer-password-vaults-stolen/"><a href="https://techcrunch.com/2022/12/22/lastpass-customer-password-vaults-stolen/">https://techcrunch.com/2022/12/22/lastpass-customer-password-vaults-stolen/</a></np-embed></p>
<hr>
<p>Allerdings muss man sich bewusst sein, dass eine digitale Währung im Internet und, wie im Falle von Bitcoin, auf einem öffentlich einsehbaren Ledger lebt. Wenn man Sicherheit in Form von Selbstverwahrung praktiziert, sollte man sich auch überlegen, ob den Schritt auch konsequent zu Ende gehen möchte und sein Erspartes zumindest so anlegt, dass es für Dritte möglichst schwierig ist, dieses auch öffentlich einsehen zu können.</p>
<p>🫳🎤</p>
<hr>
<p>In diesem Sinne, 2... 1... Risiko!‌</p>
<p><img src="https://media.tenor.com/images/4ae424f8d8ea36e86169862d84d1b31e/tenor.gif" alt=""></p>
]]></content:encoded>
      <itunes:author><![CDATA[Genexyz]]></itunes:author>
      <itunes:summary><![CDATA[<p>Meiner Meinung nach kann man in letzter Zeit eine deutliche Verlagerung bei der Benutzung bzw. dem Umgang mit Bitcoin feststellen. Vor einigen Jahren stand außer Frage, dass man zum Erwerb von Bitcoin auf Plattformen wie Binance, Coinbase oder Bitstamp gehandelt hat. Es gab ja auch kaum Alternativen. Der erste Wandel hat stattgefunden, als viele Nutzer//innen erkannt haben, dass Börsen keine gute Option bieten, um angesparte Bitcoin sicher zu verwahren. Viele Nutzer//innen haben daraufhin angefangen ihre Ersparnisse in Selbstverwahrung zu nehmen und/oder gänzlich auf Börsen zu verzichten und vermehrt auf Bitcoin-Only-Broker, wie Relai, Swan oder Pocket zu setzen.</p>
<p>Ein weiterer Trend lässt sich bei der Wahrnehmung von Privatsphäre feststellen. Während das Gros der Nutzer//innen früher weniger Wert auf non-KYC Lösungen gelegt und beim Kauf von Bitcoin bereitwillig persönliche Daten preisgegeben hat, machen sich mehr und mehr Menschen Gedanken darüber, wie sie schon den Erwerb von Bitcoin möglichst privat wie möglich gestalten, um zukünftigen Problemen aus dem Weg zu gehen. Denn wie wir ja wissen ist alles, was auf der Blockchain stattfindet, pseudonymisiert, aber keineswegs anonym.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/002a8a05a9f075c4f53b64153a38fe60f6d972d71ca9d338fda587ad437f7030.gif">

<p>Was bedeutet, dass wenn einmal eine Verbindung zu einer Adresse hergestellt ist, man z.B. nach einer Adresse suchen kann, um alle Transaktionen sowohl zu, als auch von dieser Adresse nachzuvollziehen. Das hat natürlich für viele ein gewisses "Geschmäckle". Doch ist der Erwerb von non-KYC Bitcoin (noch) nicht besonders nutzerfreundlich, mutet etwas zwielichtig an und birgt, gerade für viele nicht-so-Technologie-affinen Nutzer//innen, ein paar Stolpersteine. Oft erwerben auch viele ihre ersten bitcoins, weil sie auf schnellen Reichtum hoffen, einfach nur spekulieren wollen, oder von Freunden und Bekannten dazu überredet wurden und kümmern sich wenig um Privatsphäre, KYC vs. non-KYC, etc. Erst später befassen sie sich mit dem Thema Bitcoin intensiver und fallen dann in den sogenannten Bitcoin-Hasenbau (aka das Rabbit-Hole, das meines Erachtens nach der Honigdachsbau heißen sollte, aber naja) und haben Bitcoin in ihren Wallets und Cold-Storages, die sie nachträglich gerne etwas weniger öffentlich besitzen wollen. Zudem ist es Best-Practice für diejenigen, die Zahlungen in Bitcoin erhalten, diese erstmal von ihrer Transaktionshistorie zu säubern, denn man schreibt ja auch nicht auf jeden Geldschein beim Bezahlen seinen Namen und den Verwendungszweck drauf. Ein 10 Euro-Schein ist ein 10 Euro-Schein, egal ob dieser frisch aus der Bundesdruckerei kommt, oder ob dieser schon 100 Besitzer//innen gewechselt hat, dabei ein paar Runden in der Waschmaschine mitgemacht hat, genutzt wurde, um den Geruch von Spiegeln im Detail zu überprüfen, in Zigarettenautomaten überwintert oder sonstige Abenteuer erlebt hat.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/c510ae8f3b07c6ca61f46fa72c85c0329a86882a5a84268b50f51f6a5f207bb9.gif">

<p>Im Endeffekt steckt er in der Geldbörse und lässt sich zum aktuellen Tageskurs im Supermarkt der Wahl für ein Päckchen Butter eintauschen (ohne Wechselgeld), ohne dass nach seiner Reise gefragt wird. Warum sollte das bei Bitcoin Zahlungen anders sein? Zum Glück gibt es für alle oben genannten Szenarien eine relativ einfache Lösung: CoinJoins. Was das ist, wie sie funktionieren und was es zu beachten gilt, schauen wir uns diese Woche an.</p>
<hr>
<p>Wie immer fangen wir mit der Erklärung einiger Konzepte an. Also, was sind CoinJoins?</p>
<p>Ein CoinJoin ist eine Form des Mixings. Dies ist eine On-Chain-Lösung, die entwickelt wurde, um das Problem der "Common-Input-Ownership-Heuristik" zu brechen. Vereinfacht ausgedrückt beschreibt dieses Problem die Annahme, dass mehrere Inputs einer Transaktion relativ sicher dem gleichen Besitzer gehören.</p>
<p>Um es deutlicher zu veranschaulichen zitiere ich einen früheren Artikel:</p>
<p>Ein ganz einfaches Beispiel: Wenn ich eine bestimmt Menge Bitcoin bei einer Börse erwerbe, bei der ich mich zuvor ausweisen musste, um die Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen, und mir anschließend diese erworbene Menge Bitcoin auf meine Wallet überweise, um sie in Selbstverwahrung zu halten, ist es gewissen Teilnehmern möglich, meine Wallet zu identifizieren, bzw. mir zuzuordnen. Die Börse, und damit im Zweifelsfall auch ein Gericht oder ein Staat, kennen die Bitcoin-Adresse, die sie meinen Ausweisdaten zuordnen können. Die Transaktion und die damit verbundenen UTXOs sind damit auch mir zuschreibbar und die Wahrscheinlichkeit, dass ich Eigentümer der Zieladresse bin, ist auch sehr hoch - vor allem, wenn ich öfter Transaktionen von der Börsen-Adresse zu der gleichen Zieladresse ausführe. Dieses Verfahren wird auch Heuristik genannt und bedient sich wahrscheinlicher Annahmen, also z.B. wiederkehrender Muster.</p>
<p>Das Common-Input Problem geht noch eine Stufe tiefer, aber das lassen wir mal für einen Artikel über UTXOs übrig. Ein erweitertes Verständnis über UTXOs ist sicherlich ratsam, um das Konzept von Inputs und Outputs einer Transaktion besser zu verstehen, aber ich werde mir die größte Mühe geben, alles so einfach wie möglich darzustellen und ich glaube, dass es reicht zu verstehen, dass Transaktionen in der Blockchain historisch miteinander verknüpft sind. Diese Verknüpfung entsteht dadurch, dass die Outputs einer Transaktion immer die Inputs der nächsten Transaktion darstellen.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/c2624d15bd67d3cf89119c26a0b2219068e9f652dcc7427e6f167b38daa06428.png">

<p>Dabei können viele kleine Inputs zu einem Output zusammengefasst oder große Inputs aufgeteilt werden, um kleine Outputs zu bedienen. Sobald es in dieser Transaktionskette ein Verbindungsstück in die "nicht-digitale" Welt, unser "echtes" Leben, gibt, kann jeder mit genügend Zeit und Ressourcen (wie Blockchain-Analyse Firmen) damit beginnen, diese Links herzustellen, indem sie das frei zugängliche Public-Ledger von Bitcoin beobachten und Verbindungen knüpfen.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/a9804bd8ee3ef10b02207b2df2682c17504de7c3d7cc2d690f0645d3d0e5d200.gif">

<p>CoinJoin hilft, dies zu verhindern. Und um den Artikel möglichst verständlich zu halten, werde ich im Weiteren erstmal von "Coins" sprechen, die im weitesten Sinne verbunden, also "gejoint" werden.</p>
<p>Wie also funktioniert ein CoinJoin?</p>
<p>Die Grundidee besteht darin, dass man einen Coin nimmt, der aus mehreren UTXOs besteht, und diesen einem Pool zuführt. Das ist in etwa so, als hätte man 10 Euro in Ein-Euro-Münzen im Portemonnaie und träfe sich mit 9 weiteren Fremden, die auch alle 10 Euro in Ein-Euro-Münzen haben. Nun werfen alle Beteiligten ihre Münzen in einen Topf und man erhält einen Topf mit 100 Ein-Euro-Münzen. Der Topf wird kräftig geschüttelt und jeder Beteiligte bekommt zufällig 10 Ein-Euro-Münzen zurück (der Einfachheit halber bekommt niemand eine Gebühr oder ein Honorar für den Service ausgezahlt). Niemand wird jemals in der Lage sein, die Ein-Euro-Münzen dem Portemonnaie zuzuweisen, aus dem sie dem Topf zugeführt wurden.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/fe499d222928b1c0e539bb3eeffba56c3520eba77f77d912371ba3fcc84e0154.gif">

<p>Ziemlich genauso funktionieren ConJoins, oder anders genannt Mixer. Es gibt eine Reihe von Diensten, bei denen man seine Coins zum Mixen an einen Pool senden kann. Diese Dienste erhalten für die Vermittlung, Zusammenführung und das Stellen der Infrastruktur eine kleine Gebühr. Namhafte Dienste sind z.B. Samourai’s Whirlpool oder Wasabi. Jeder dieser Anbieter hat - wie bei fast allem im Leben - seine Vor- und Nachteile. Zusätzlich zu den Mixing-Fees kommen natürlich auch die herkömmlichen Transaktionskosten.</p>
<p>Um bei Bitcoin zu bleiben, bedeutet dies, dass Transaktionen aufgebaut werden, die es Überwachungsfirmen oder anderen Beobachtern sehr schwer machen, genau zu wissen, welcher Transaktion-Output zu welchem der Input-Steller gehört. Das bedeutet keineswegs, dass Transaktionen gänzlich unsichtbar gemacht werden oder Inputs verschwinden, denn alles sitzt festgeschrieben und für immer einsehbar in der Blockchain. Allerdings können sich im besten Falle diejenigen, die Transaktionen beobachten oder nachverfolgen wollen, eine Reihe möglicher Szenarien ausdenken oder herleiten, um zu einem von vielen potentiellen Ergebnissen zu gelangen, wer welches Stück Bitcoin besitzt, jedoch kann man sich dessen niemals zu 100% sicher sein.</p>
<p>Alle Anbieter ähneln sich insofern, als dass sie gewisse Mixing-Beträge vorgeben. So kann man bei Samourai z.B. auswählen, ob man seine Coins in 0.01, 0.05 oder 0.5 BTC Pools mixen möchte. Hier kommt es natürlich darauf an, wie viel Vermögen/ Bitcoin gemixt werden soll. Wenn ich 0.5 Bitcoin mixen möchte, sollte ich natürlich nicht den 0.5 BTC Pool auswählen, sondern den 0.05 BTC Pool, da mir nach erfolgreichem Mixen 9 "saubere" UTXOs ausgehändigt werden. Warum nicht 10? Natürlich zahle ich ja auch für die Dienstleistung und für die Transaktion. Das heißt aber nicht, dass ich automatisch 0.05 BTC dafür zahle, sondern nur die Kosten (z.B. 2% der Pool Kosten + Transaktionsgebühren), der Rest der 0.05 BTC in diesem Beispiel würden mir als "unspent" zurück "überwiesen".</p>
<p>Diese Services bieten darüber hinaus auch an, die durch den Mixer generierten Coins im Mixer zu lassen, sodass sie über einen längeren Zeitraum weiter gemischt werden. Man stelle sich eine Waschmaschine vor, in der nur weiße Unterhosen derselben Größe und derselben Marke gewaschen werden. Nach jedem Waschgang nimmt man alle Unterhosen bis auf eine heraus und fügt neue, dreckige, gleiche Unterhosen derselben Größe und Marke hinzu. Die Wahrscheinlichkeit, die eigentlich dem ersten Waschgang hinzugefügte Unterhose zu finden, nimmt mit jedem Waschgang ab.</p>
<p>Man kann CoinJoins natürlich auch komplett selbstbestimmt und fernab von Anbietern durchführen. Das ist das Schöne bei Bitcoin, denn es gibt nichts, was man nicht selbst und selbstbestimmt machen kann. Alle Dienstleister und Anbieter von Services erleichtern den Nutzer//innen lediglich das Leben, indem sie die Netzwerke bereitstellen, die gewisse Unternehmungen einfacher machen und weiter streuen können, als es einem/einer einzelnen Nutzer//in jemals möglich wäre. Einen sehr guten und ausführlichen Guide hat zu diesem Thema der wichtige Arman veröffentlicht:</p>
<p><np-embed url="https://armantheparman.com/cj/"><a href="https://armantheparman.com/cj/">https://armantheparman.com/cj/</a></np-embed></p>
<p>Jetzt habe ich natürlich einen groben Fehler begangen, indem ich CoinJoins und Mixer im gleichen Atemzug erwähnt, bzw. in austauschbarer Weise verwendet habe. Wenn man es ganz genau nehmen mag, ist CoinJoin die gewünschte Maßnahme, wohingegen ein Mixer der Dienstleister einer solchen Aktion ist. Generell sollte bei Anbietern von Diensten Vorsicht genossen werden, da in diesem spezifischen Fall der Dienstleister die UTXOs durcheinanderbringt und die vermischten Transaktionen eines anderen zurücksendet. Damit könnte der Dienstleister natürlich Informationen über genau die Datenpunkte erlangen, die es zu verschleiern galt. Zudem kommt hinzu, dass man seine Coins zunächst einem Custodian, also einem vertrauenswürdigen Dritten sendet, in der Annahme bzw. Hoffnung, dass man den eingezahlten Wert (minus der Gebühren) auch wirklich zurückbekommt.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/734f0ccaa4ae1179dc6c0d3a600c9954161e50f384275188202f99b07655c573.gif">

<p>Tamam! Jetzt habe ich also alle meine Coins von meiner Hardware-Wallet gejoint, zurück auf meine Hardware-Wallet, und habe im Endeffekt einfach nur weniger Sats als vorher, oder? Zusätzlich gab es schon Fälle, in denen Dienstleister (nicht die zuvor genannten) Nutzer//innen markiert haben, die zuvor von einem CoinJoin-Dienst gebrauch gemacht haben. Dementsprechend wussten diese Anbieter über die Herkunft der Coins Bescheid und konnten diese "blacklisten" und haben KYC-Informationen bereitgestellt. Dies führt dann dazu, dass andere Dienstleister solche Nutzer//innen und deren Transaktionen/Keys nicht mehr annehmen.</p>
<p>Darüber hinaus kann man sich die ganze Mühe des Mixens auch sparen, wenn man die gesamte Anzahl an gemixten Coins (UTXOs) wieder ausgibt, oder an ein anderes Wallet sendet (in einer Transaktion). Wie bei allen Themen im Bitcoin-Kosmos, gibt es auch hier wieder die Möglichkeit, sich tiefer mit der Materie auseinanderzusetzen, aber ich hoffe ich konnte einen guten Überblick über den Nutzen und die Funktionalität von Mixing Tools, spezifisch CoinJoins, vermitteln. CoinJoins sind, wie eingangs beschrieben, natürlich nur eins der Mittel, um Bitcoin-Transaktionen noch mehr zu pseudonymisieren, was dem Narrativ der Bitcoin-Gegner in die Karten spielt. Gleichzeitig sind Vorfälle, wie die Verhaftung von Entwicklern dieser Softwarelösungen (TornadoCash) nicht von der Hand zu weisen und Nutzer//innen haben ihre Konten bei gewissen Dienstleistern vorübergehend gesperrt bekommen, weil einige ihrer Transaktionen mit CoinJoin durchgeführt wurden. Jedoch sollte man sich gut überlegen, ob und wieviel man preisgeben möchte.</p>
<p><np-embed url="https://archive.ph/144G5"><a href="https://archive.ph/144G5">https://archive.ph/144G5</a></np-embed></p>
<p>Wie bei allem ist die persönliche Einstellung zu Sicherheit und Privatsphäre der eigentliche Schlüssel. In einer Zeit, in der viele Menschen ihre Informationen bereitwillig im Internet preisgeben, haben sich viele daran gewöhnt, ihre "Sicherheit" auszulagern und anderen anzuvertrauen. Dies fängt bei Passwort-Managing Apps, wie LastPass an und hört bei Banken auf.</p>
<p><np-embed url="https://techcrunch.com/2022/12/22/lastpass-customer-password-vaults-stolen/"><a href="https://techcrunch.com/2022/12/22/lastpass-customer-password-vaults-stolen/">https://techcrunch.com/2022/12/22/lastpass-customer-password-vaults-stolen/</a></np-embed></p>
<hr>
<p>Allerdings muss man sich bewusst sein, dass eine digitale Währung im Internet und, wie im Falle von Bitcoin, auf einem öffentlich einsehbaren Ledger lebt. Wenn man Sicherheit in Form von Selbstverwahrung praktiziert, sollte man sich auch überlegen, ob den Schritt auch konsequent zu Ende gehen möchte und sein Erspartes zumindest so anlegt, dass es für Dritte möglichst schwierig ist, dieses auch öffentlich einsehen zu können.</p>
<p>🫳🎤</p>
<hr>
<p>In diesem Sinne, 2... 1... Risiko!‌</p>
<p><img src="https://media.tenor.com/images/4ae424f8d8ea36e86169862d84d1b31e/tenor.gif" alt=""></p>
]]></itunes:summary>
      <itunes:image href="https://blossom.primal.net/2a1fb8f275b8076841d6df1a07317bb1f82807d6ce1a387eec3cf128377cbce1.png"/>
      </item>
      
      </channel>
      </rss>
    