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      <pubDate>Mon, 09 Dec 2024 07:20:07 GMT</pubDate>
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      <title><![CDATA[#26 // Block 775770 // Ordinals & Inscriptions]]></title>
      <description><![CDATA[Ordinals sind momentan heiß diskutiert und in aller Munde (wie Zähne). Doch wie genau funktoniert die Ordinals-Theorie und warum ist sie so kontrovers?]]></description>
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      <pubDate>Mon, 09 Dec 2024 07:20:07 GMT</pubDate>
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      <category>Bitcoin</category>
      
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      <dc:creator><![CDATA[Genexyz]]></dc:creator>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Eine hitzige Debatte wird momentan in der Bitcoin-Welt über NFTs (sagen die einen) bzw. unnötigen Datenmüll (sagen die anderen) auf der Bitcoin-Blockchain geführt. Anlass zur Debatte hat ein von Casey Rodarmor entwickeltes System gegeben, das es ermöglicht mit Hilfe seines speziell dafür entwickelten Protokolls jedem Satoshi (Sat) eine einzigartige Folgenummer (Ordinal) zuzuweisen und somit nachverfolgbar zu machen. Dies erlaubt dann das Schreiben von Dateien direkt in die Witness Sektion eines Blocks, also direkt in die Blockchain, eine sogenannte Inscription. Das Thema erhitzt die Gemüter, jeder hat eine Meinung dazu und entweder ist man im Lager der Supporter oder der Gegner. Oder man hat schon beim Lesen dieser Einleitung nicht ein Wort verstanden. Für diese Gruppe soll diese Übersicht funktionieren, in der die Funktionsweise von Ordinals und Inscriptions erklärt wird und was die Pro- und Kontra-Argumente der jeweiligen Lager sind.</p>
<hr>
<p>Daten in die Bitcoin-Blockchain zu schreiben, die nicht direkt etwas mit der Funktionsweise des Systems zu tun haben, ist nichts Neues. Es gibt seit jeher verschiedene Möglichkeiten Nachrichten, Dateien oder andere Informationen in Blocks zu packen. Sogar der Genesis Block enthält die Nachricht "The Times 03/Jan/2009 Chancellor on brink of second bailout for banks" in der Coinbase,</p>
<p><img src="https://blossom.primal.net/33595d33b9988d76ffcb9e173598c675ecbb8464376ca153afaf476af3e19934.png" alt="">das Whitepaper von Satoshi Nakamoto wurde bereits 2013 in Block 230009 verewigt,</p>
<p><img src="https://blossom.primal.net/b93d466f72be905f5d953c40e00ad308b9fb9fe3df38ab13a8b85019a8126958.png" alt="">OP_Returns ermöglichen das Schreiben kurzer (80 Zeichen) Nachrichten,</p>
<p><img src="https://blossom.primal.net/0e7ec520d3b646a7b6d63658370a79c0959a2422b38f74bfc234abb7e909ac85.png" alt="">und auch Protokolle, die auf Bitcoin laufen, wie z.B. <a href="https://www.counterparty.io">Counterparty </a>und u.a. den Handel mit <a href="https://scarce.city/marketplace/digital">Rare Pepes</a> ermöglichen, existieren bereits seit 2014. Dennoch scheint etwas an der neuen, von Casey Rodarmor vorgestellten Methode anders zu sein, dass es die Gemüter so sehr erhitzt. Das Konzept ist ein zweigeteiltes, zunächst wird eine Theorie, oder Konvention, beschlossen, der zufolge jeder Sat in der Blockchain einzigartig und nachverfolgbar wird. Damit werden die einzelnen Sats im weitesten Sinne schon zu NFTs. Darüber hinaus ermöglicht diese Konvention das Verschmelzen dieser einzigartigen Sats mit hochgeladenen Daten. Denn - um beim obigen Beispiel des Whitepapers zu bleiben - ist die hochgeladene PDF Datei für immer in Block 230009 festgeschrieben, aber sie gehört niemandem, denn ein Block gehört niemandem per se, ein Block ist ein öffentliches Register aller stattgefundenen Transaktionen zu dieser Blockzeit. Indem man Dateien mit Sats verbindet, lassen sich diese verschicken und handeln, denn Sats haben (der Ordinal Theory zufolge) immer eine/n Besitzer//in.</p>
<p>Doch um besser verstehen zu können, wie dieses neue Protokoll funktioniert, muss man sich wie immer ein paar verschiedene Konzepte annehmen. Wir brechen diese erstmal der Reihe nach auf.</p>
<h3>SegWit (Segregated Witness)</h3>
<p>Bevor wir uns mit Ordinals und Inscriptions beschäftigen machen wir einen kurzen historischen und technischen Ausflug, denn Inscriptions wären ohne SegWit nicht möglich. Deshalb lohnt es sich besser zu verstehen, was man unter diesem Transaktionsformat versteht.</p>
<p>SegWit wurde 2017 erdacht, um in erster Linie zwei existierende Probleme zu lösen: 1) <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Malleability">Transaction Malleability</a> und 2) die Effizienz von Blöcken zu erhöhen. Bis dato hatten Blöcke eine effektive maximal Größe von 1MB und bestanden aus dem sogenannten Header (Basisdaten: Signaturen und Skripte) und den Transaktionsdaten (Inputs und Outputs). Diese Headerdaten (auch Witness-Daten genannt) nahmen einen Großteil der zur Verfügung stehenden Größe ein, was zu ineffizienten und oftmals mit hohen Transaktionsgebühren versehenen Blöcken führte. Mit Hilfe des SegWit Protokolls konnte eine Skalierung von Bitcoin erreicht werden, ohne die offizielle in den Code geschriebene Blockgröße von 1MB zu verändern. Dazu kommt, dass diese Lösung keinen Hard-Fork benötigte und ganz nebenbei (aber offiziell in erster Linie) auch das Problem der Malleability löste. Ohne auf die Details von Hard- und Soft-Forks einzugehen, ist dies ein wichtiges Detail, denn 2017 tobten die sogenannten Blocksize-Wars und führten schließlich zur Abspaltung von Bitcoin Cash und seinen 8MB-Blöcken.</p>
<p><img src="https://blossom.primal.net/84127a2a1203eafe787a613d37703ba7e4bc5f6a89e147a80d858417b90f5c51.png" alt="">SegWit wurde im Juli 2017 mit Block 477120 aktiviert. Wie der Name Segregated Witness schon impliziert, werden die Witness-Daten (Signaturen und Skripte) getrennt und in einer separate Datenstruktur (Witness Merkle Tree) geführt, sodass der Hauptteil des Blocks weniger Basisinformationen enthält und somit mehr Platz für Transaktionsinformationen lässt, Blöcke also effizienter macht und damit Gebühren niedriger hält. Der Zaubertrick dabei ist, dass es immer noch derselbe Block ist, allerdings mit zwei Sätzen von Datenstrukturen (Transaktionsabschnitt und Basisinformationsabschnitt), und somit den Protokollregeln entspricht und eine Blockgröße von 1MB eigentlich nicht überschreitet. Dieser mathematische Kniff führt dazu, dass für die Einführung kein Hard-Fork benötigt wurde (nur einen Soft-Fork), was eine Abwärtskompatibilität gewährleistet und somit auch Adressen und Wallets, die unter dem Legacy-System arbeiten ohne Probleme funktionieren. Der mathematische Kniff hat allerdings eine seltsame Neuerung zur Folge, denn Blöcke werden seitdem in Gewicht statt Größe gemessen.</p>
<p><img src="https://blossom.primal.net/7eef5717726efab11a4de8f9b3e972b3658f48ba6219461b2062b64a0f87eb3f.png" alt="">Ein voller Block von ca. 1MB Größe und 4 Millionen WU Gewicht</p>
<p>Bitcoin hat nun also eine sogenannte Blockgrößengrenze (1MB) und eine Blockgewichtsgrenze (4 Millionen Gewichtseinheiten (WU), was ca. 4MB entspricht). Darüber hinaus wurden mit dem SegWit-Soft-Fork die heute gängigen bc1-Adressen (im Gegensatz zu den alten 1- und 3-Adressen) eingeführt.</p>
<p>Ein weiterer Nebeneffekt, neben der Reduzierung der Gebühren durch Kapazitätsverbesserung und Lösung der Transaktionsformbarkeit (Malleability), ist dass Layer-2-Lösungen, wie unter anderem Lightning, ermöglicht wurden, da Zahlungskanäle davon abhängen, dass unverformbare Transaktionen bestehen. Für die Skalierbarkeit und Dezentralisierung von Bitcoin hat die relativ kleine Blockgröße den Vorteil, dass der Betrieb von privaten Nodes erleichtert wird.</p>
<h3>Taproot</h3>
<p>Mit dem Wissen über SegWit müssen wir uns auch kurz mit Taproot beschäftigen, einem weiteren Soft-Fork, das mit Block 709632 im November 2021 aktiviert wurde. Taproot hat viele Neuerungen mit sich gebracht, die es hier zu besprechen den Rahmen sprengen würde, doch wichtig ist, dass Ordinals das Input-Feld von Taproot-Transaktionen nutzen, das seit dem SegWit Update getrennt wurde. Auch wichtig ist, dass es seit Taproot keine Regel gibt, die die Größe von Inputs begrenzt und damit Daten beliebig viel Platz (bis zur Blockgrößenbegrenzung von 4MB) beanspruchen können. Dies ermöglicht im Endeffekt die Öffnung des Protokolls zur Verwendung von Skripten, wie bei Ordinals geschehen und somit das Hochladen von großen Dateien, die die volle Blockgröße einnehmen können.</p>
<h3>Ordinals</h3>
<p>Das Protokoll besteht aus zwei Konzepten. Auf der einen Seite Ordinals (engl. Ordnungszahlen) und auf der anderen Seite Inscriptions (engl. Inschriften). Ordinals an sich funktionieren losgelöst von Inscriptions, Inscriptions benötigen aber Ordinals, um zu funktionieren. Man könnte also von einer Pfadabhängigkeit bei Inscriptions sprechen.</p>
<blockquote>
<p>💡Pfadabhängigkeit: Bei pfadabhängigen Vorgängen bauen die einzelnen Prozesse auf einander auf und das Resultat ist davon abhängig, welche Reihenfolge gewählt wird. Einfaches Beispiel: Ein Bad nehmen (Prozess 1) und dann mit dem Handtuch abtrocknen (Prozess 2) führt zu einem komoplett anderen Ergebnis, als sich mit dem Handtuch abzutrocknen und dann ein Bad zu nehmen.</p>
</blockquote>
<p>Ordinals können also unabhängig von Inscriptions verstanden werden. Es handelt sich dabei um eine vom Programmierer erfundene Konvention, einzelne Sats durchzumummerieren.</p>
<blockquote>
<p>“Satoshis are numbered in the order in which they’re mined, and transferred from transaction inputs to transaction outputs in first-in-first-out order.” - Casey Rodarmor</p>
</blockquote>
<p>Das Prinzip ist dabei recht einfach: Es wird angenommen, dass jeder bitcoin aus 100.000.000 Sats besteht und damit Sats durchgezählt werden können. Die Sats werden mit dem Genesis Block (Block 0) beginnend in der Reihenfolge, in der sie produziert wurden, nach dem FIFO-Prinzip (First in first out) durchgezählt und markiert. Der erste jemals produzierte Block (Genesis Block) enthielt 50 bitcoins und damit 5.000.000.000 Sats. So lassen sich die Sats durchzählen: der erste Sat ist <a href='/tag/0/'>#0</a>, der zweite hat die Ordnungszahl <a href='/tag/1/'>#1</a> und der letzte Sat dieses ersten Blocks hat die Ordnungszahl 4.999.999.999.</p>
<p><img src="https://blossom.primal.net/2735396684601eabfbc4a33a2d0c8b3bdbfa1bf73d28f7426f839e3e4a28b5f4.gif" alt="">Um dies umzusetzen wurde ein spezieller Block Explorer geschrieben, der dieser Konvention folgt und den jeweiligen Sats einen "Namen" zuweist, um diese leichter nachverfolgen zu können. So lässt sich so tun (!), als ob sich einzelne Sats von UTXO zu UTXO bewegen würden. Um UTXOs besser verstehen zu können, empfehle ich diesen vorherigen Artikel:</p>
<p><np-embed url="https://www.genexyz.org/post/25-block-774775-utxos-fee-management-v3ulch/"><a href="https://www.genexyz.org/post/25-block-774775-utxos-fee-management-v3ulch/">https://www.genexyz.org/post/25-block-774775-utxos-fee-management-v3ulch/</a></np-embed></p>
<p>Die Konvention täuscht also vor, dass Sats nicht ausgegeben oder verbrannt werden, sondern, dass diese in einer Art Kette von Bitcoin-Atomen existieren und diese Kette beim Versenden von Transaktionen nur aufgebrochen und die einzelnen Atomversatzstücke andernorts wieder auftauchen und nicht, wie eigentlich der Fall, eingeschmolzen / verbrannt werden.</p>
<p>Umgesetzt wird das alles durch ein Open-Source-Protokoll namens ord, das auf dem Bitcoin Core Protokoll läuft. Dies bedeutet, dass keine Veränderungen am Bitcoin Protokoll selbst vorgenommen werden, sondern eine Programm entwickelt wurde, das die Daten in der Blockchain benutzt, um eine andere Sicht zu erzeugen, die es ermöglicht, einzelne Sats zu benennen und nachzuverfolgen und somit jeden einzelnen Sat "einzigartig" aussehen zu lassen. Es ist also völlig freiwillig, sich auf diese Konvention und die Namensgebung einzulassen.</p>
<p>Folgt man jedoch dieser Konvention, so ergeben sich natürlich Spielereien, wie z.B. Seltenheit einzelner Sats beruhend auf dem Block, in dem sie enthalten waren oder sind, welche laufende Nummer sie haben, etc. Es ist in etwa so, als hätte ich eine Million kleiner Kieselsteine in meiner Einfahrt. Für jeden, der einfach vorbeigeht, ist jeder Kieselstein einfach nur eines von vielen Steinchen. Ich habe aber ein System gefunden, um jeden einzelnen Stein einzeln zu benennen, und damit ergeben sich "besondere" Steine, z.B. Stein <a href='/tag/1/'>#1</a> oder Stein <a href='/tag/69/'>#69</a>. Nur wer meinem System der Nummerierung folgt, sieht, dass dies besondere Steine sind, jeder andere sieht einfach nur Steine.</p>
<h3>Inscriptions</h3>
<p>Bei Inscriptions handelt es sich um eine von Ordinals zunächst losgelöste separate Funktion. Hierbei wird die eigentliche Datei in die Blockchain geschrieben, allerdings im Einklang mit Ordinals wird dieser Datei ein einzigartiger Sat zugeschrieben. Dies funktioniert auch wieder nur, wenn man der willkürlichen Konvention des Protokolls Folge leistet, denn beim Schreiben der Datei in die Blockchain wird natürlich eine Transaktion erstellt. Diese Transaktion enthält (mindestens) einen UTXO, der/die aus mehreren Sats bestehen und deshalb legt das Protokoll fest, dass eine Inscription beim Mining mit dem ersten Sat des ersten UTXO der Transaktion verschmolzen wird. Damit wird die Inscription (also die Datei) dauerhaft und auf ewig markiert und kann somit von anderen Sats unterschieden wird.</p>
<p>Unter Verwendung dieser Konvention (und der dazu nötigen Wallets) können UTXOs, die ein Sat-Inscription-Paar enthalten, gefunden und ihre Bewegungen und ihr Eigentum über Transaktionen hinweg verfolgt werden. Dies führt dazu, dass diese Sats, bzw. die Inscriptions, gehandelt, verschenkt, gekauft und verkauft werden können. Dabei entstehen also digitale Artefakte, oder anders genannt NFTs.</p>
<p><img src="https://blossom.primal.net/7c7b41a03c2c4a6bc9d9a58e324e248f652f7fb92ccc73466a5e4828e547e2b6.png" alt="">Inscriptions sind naturgemäß größere Dateien und nehmen daher mehr vom begrenzten Platz in jedem Block ein (daher die langen Erklärungen zu SegWit und Taproot). Die Benutzer//innen, die Inscriptions erstellen bzw. hochladen, müssen die dazu erforderlichen (höheren) Gebühren zahlen. Dieser Punkt ist für die folgende Diskussion wichtig.</p>
<h3>Diskussion</h3>
<p>Okay, soweit so gut, soweit so scheiße.</p>
<p>Kurzum: Es gibt ein System, das das Benennen einzelner Sats ermöglicht (wenn man daran glaubt) - Ordinals. Es besteht die Möglichkeit, Dateien in Blöcke zu schreiben und diese mit den benannten Sats zu verknüpfen - Inscriptions. Die beiden Theorien oder Konventionen sind nicht gleich, brauchen aber einander.</p>
<p>Ordinals alleine schaden nicht. Es ist das Hinzufügen digitaler Artefakte in Transaktionen, das die größere Debatte entflammt. Denn Inscriptions verlagern ein Risiko direkt in die Blockchain. Ein OP_Return z.B. kann 40KB (also 80 Zeichen) beinhalten und somit z.B. einen Link zu einer Datei darstellen (einen Pointer). Eine Datei mit fragwürdigem oder kriminellem Inhalt, würde also immer auf einer externen Website liegen und somit würde auch das Risiko vom Betreiber getragen werden. Inscriptions öffnen die Tür, Dateien, die bis zu 3MB pro Block groß sind, direkt in die Blockchain zu schreiben. Hier eröffnen sich Korridore für Reputationsangriffe auf Bitcoin.</p>
<p>Ordinals (ich fasse jetzt Ordinals und Inscriptions mal zusammen) eröffnen neue Wege, mit Bitcoin zu interagieren. Es bietet "Spaß" mit Bitcoin und fügt eine neue Schicht hinzu, Bitcoin mit Kunst und Kultur zusammenzubringen ist. Es könnte außerdem die Akzeptanz erhöhen und neue Interessenten für Bitcoin begeistern, die für die Bildchen kommen, aber wegen der bahnbrechenden Technologie und den fundamentalen Mehrwerten von Bitcoin bleiben.</p>
<hr>
<p>Die Hauptargumente gegen Ordinals berufen sich auf die größeren Datenmengen, die von Nodes validiert werden müssen und darauf, dass Blöcke mit "unnötigem Müll" gefüllt werden und damit wichtige und relevante Transaktionen nicht schnell genug verarbeitet werden. Allerdings muss man dazu sagen, dass Ordinals nicht die Blockgröße erhöhen, sondern im schlimmsten Fall dafür sorgen, dass das Blocklimit öfter erreicht wird. Ein normaler Block sieht meist so aus:</p>
<p><img src="https://blossom.primal.net/372ee441dc05a1919cf083f2adb36bfd17f659c14f2df77d1fc1d5ce05fc096b.png" alt="">Man sieht, dass das Gewicht von 4 MWU nicht ganz erreicht wurde und 2.675 Transaktionen einen Platz gefunden haben.</p>
<p>Im Vergleich dazu wurden im folgenden Block lediglich 648 Transaktionen untergebracht, die pro Transaktion viel größer sind (schaut man sich die jeweiligen Transaktionen an, stellt man fest, dass so gut wie jeder dieser großen Blöcke den gleichen Betrag von 0.0001 BTC aufweist, was darauf schließen lässt, dass die Ordinals-Transaktionen sind).</p>
<p><img src="https://blossom.primal.net/535a7f6173780e9d2ad6b374e6fed9867e029395bae584c5d6a32a380150f3bd.png" alt="">Fürsprecher von Ordinals argumentieren oft damit, dass diese "nutzlosen" Transaktionen auch bezahlt werden müssen, um andere "wertigere" Transaktionen zu verdrängen, da Miner diese sonst nicht dem Block hinzufügen würden. Hier muss man aber sagen, dass diese Transaktionen relativ geringe Transaktionsgebühren von 4 Sat/vB bezahlt haben. Da wir wissen, dass Transaktionsgebühren basierend auf der Größe der Transaktion berechnet werden und nicht auf dem Wert der Transaktion in Bitcoin, werden für diese 0.0001 BTC Transaktionen dennoch Gebühren im Bereich von 150.000 bis 250.000 Sats (ca. $50 bei aktuellem Kurs) fällig (es sei denn man hat Nick Luxor als Freund).</p>
<p><img src="https://blossom.primal.net/dba4f139fa265c51629baf9f27a3b3e231b2c01584d77b978d4debda419bf18c.png" alt="">Die Marktkräfte innerhalb des Bitcoin-Netzwerks werden also zeigen, wie lange diese Art von Transaktionen einen Großteil des vorhandenen Platzes einnehmen werden. Die Debatte um Transaktionsgebühren ist eine sehr wichtige, denn gibt es immer wieder Theorien darüber, wie Miner zukünftig profitabel sein können, wenn die Subsidies immer irrelevanter werden und auch das Sicherheitsbudget von Bitcoin gewährleistet werden muss. Befürworter von Ordinals bringen dies als ein weiteres Pro-Argument für einen weiteren Use-Case und gesteigertes Interesse an On-Chain Transaktionen an.</p>
<p><np-embed url="https://x.com/BitcoinPierre/status/1622744824896970753"><a href="https://x.com/BitcoinPierre/status/1622744824896970753">https://x.com/BitcoinPierre/status/1622744824896970753</a></np-embed></p>
<p>Natürlich erleben Ordinals gerade einen Hype und so ist es nicht verwunderlich, dass vor zwei Tagen über 50% des vorhandenen Platzes von Ordinals-Transaktionen eingenommen wurde. Diese Zahl ist heute schon auf unter 25% gesunken, was einen klaren Hype und keine Regel aufweist.</p>
<p>Unabhängig davon, ob Inscriptions als „wertvolle“ Verwendung von Bitcoin angesehen wird oder nicht, wird der Markt über die angemessene Gebührengestaltung darüber entscheiden, ob Nutzer weiterhin das System für diese Art von Spielerei nutzen wollen. Sollten sich Inscriptions als langlebig erweisen, werden Transaktionsgebühren unweigerlich steigen und somit mehr Absender kleinerer Bitcoin-Transaktionen auf Layer-2-Protokolle wie Lightning ausweichen.</p>
<p>Puristen sind gegen Inscriptions, da sie argumentieren, dass das Speichern großer Daten auf dem Bitcoin Ledger den Blockplatz für keinen wirklichen Zweck verschwendet und nur Stress für Nodebetreiber verursacht. Blocks, wie der folgende, führen dazu, dass sich ihnen die Nackenhaare aufstellen und neben der Verschwendung von Platz wird häufig das Reputationsrisiko als Kritik angebracht.</p>
<p><img src="https://blossom.primal.net/9bf3afd89cb77d72f966c508e5f2355edad7e8e8852bad2ed0f4ba921aa89841.png" alt="">Denn Inscriptions, die einmal in die Blockchain geschrieben wurden, lassen sich nicht mehr entfernen und damit auch nicht der Inhalt der hochgeladenen Dateien. Unmoralische und kriminelle Inhalte eröffnen so einen Korridor für Zensur, allerdings sollte auch beachtet werden, dass es auch einen speziellen Block Explorer benötigt, der Inscriptions darstellt, und diese Explorer haben natürlich die Möglichkeit Bilder mit moralisch und rechtlich fragwürdigen Inhalten zu zensieren, bzw. nicht darzustellen (wie in Inscription <a href='/tag/668/'>#668</a> passiert).</p>
<p><np-embed url="https://cointelegraph.com/news/bitcoin-ordinals-creators-look-for-fix-after-first-instance-of-shock-porn"><a href="https://cointelegraph.com/news/bitcoin-ordinals-creators-look-for-fix-after-first-instance-of-shock-porn">https://cointelegraph.com/news/bitcoin-ordinals-creators-look-for-fix-after-first-instance-of-shock-porn</a></np-embed></p>
<p>Um das Hochladen dieser "schlechten" Inhalte zu vermeiden, müssten die Bitcoin-Konsensregeln geändert werden. Und wenn diese verändert werden können, um Menschen davon abzuhalten, Bilder in das Bitcoin-Netzwerk zu laden, können die Regeln auch verändert werden, um z.B. Nutzer//innen mit politischen Interessen oder kritischen Meinungen davon abzuhalten, Bitcoin zu nutzen, wie sie es für richtig erachten. Denn am Ende ist Bitcoin ein System von Regeln, nicht von Vorurteilen oder Gefühlen und Meinungen, und der Schiedsrichter darüber, was darf und was nicht darf, bleibt der Code.</p>
<p>Im besten Fall können Inscriptions den Nicht-Bitcoin-NFT-Markt aushebeln und NFT-Fans den Spiegel vorhalten, dass ihre teuren Bildchen und die zugrunde liegende Technologie fast wertlos sind.</p>
<p>Welchem Camp man auch angehören mag, es bleibt festzuhalten, dass die ganze Ordinals-Theorie auf einer willkürlichen Annahme beruht und nur funktioniert, wenn man der Theorie folgt, dass Sats (ähnlich wie Atome bei Gold oder Nukleotide bei DNS) feste Bestandteile darstellen, die sich einzeln nachverfolgen lassen und nicht - wie ich denke - eine Maßeinheit darstellen. Zu sagen, ein UTXO besteht aus n-Menge Sats und jeder Sat ist einzigartig, ist genauso sinnvoll, wie zu sagen, dass man einen Eimer Wasser hat und sich jedes Milliliter Wasser einzeln nachvollziehen lässt. Liter ist eine Maßeinheit und nicht die Grundform, aus der Wasser besteht.</p>
<p>🫳🎤</p>
<hr>
<p>In diesem Sinne, 2... 1... Risiko!‌</p>
<p><img src="https://media.tenor.com/images/4ae424f8d8ea36e86169862d84d1b31e/tenor.gif" alt=""></p>
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<hr>
<p>Daten in die Bitcoin-Blockchain zu schreiben, die nicht direkt etwas mit der Funktionsweise des Systems zu tun haben, ist nichts Neues. Es gibt seit jeher verschiedene Möglichkeiten Nachrichten, Dateien oder andere Informationen in Blocks zu packen. Sogar der Genesis Block enthält die Nachricht "The Times 03/Jan/2009 Chancellor on brink of second bailout for banks" in der Coinbase,</p>
<p><img src="https://blossom.primal.net/33595d33b9988d76ffcb9e173598c675ecbb8464376ca153afaf476af3e19934.png" alt="">das Whitepaper von Satoshi Nakamoto wurde bereits 2013 in Block 230009 verewigt,</p>
<p><img src="https://blossom.primal.net/b93d466f72be905f5d953c40e00ad308b9fb9fe3df38ab13a8b85019a8126958.png" alt="">OP_Returns ermöglichen das Schreiben kurzer (80 Zeichen) Nachrichten,</p>
<p><img src="https://blossom.primal.net/0e7ec520d3b646a7b6d63658370a79c0959a2422b38f74bfc234abb7e909ac85.png" alt="">und auch Protokolle, die auf Bitcoin laufen, wie z.B. <a href="https://www.counterparty.io">Counterparty </a>und u.a. den Handel mit <a href="https://scarce.city/marketplace/digital">Rare Pepes</a> ermöglichen, existieren bereits seit 2014. Dennoch scheint etwas an der neuen, von Casey Rodarmor vorgestellten Methode anders zu sein, dass es die Gemüter so sehr erhitzt. Das Konzept ist ein zweigeteiltes, zunächst wird eine Theorie, oder Konvention, beschlossen, der zufolge jeder Sat in der Blockchain einzigartig und nachverfolgbar wird. Damit werden die einzelnen Sats im weitesten Sinne schon zu NFTs. Darüber hinaus ermöglicht diese Konvention das Verschmelzen dieser einzigartigen Sats mit hochgeladenen Daten. Denn - um beim obigen Beispiel des Whitepapers zu bleiben - ist die hochgeladene PDF Datei für immer in Block 230009 festgeschrieben, aber sie gehört niemandem, denn ein Block gehört niemandem per se, ein Block ist ein öffentliches Register aller stattgefundenen Transaktionen zu dieser Blockzeit. Indem man Dateien mit Sats verbindet, lassen sich diese verschicken und handeln, denn Sats haben (der Ordinal Theory zufolge) immer eine/n Besitzer//in.</p>
<p>Doch um besser verstehen zu können, wie dieses neue Protokoll funktioniert, muss man sich wie immer ein paar verschiedene Konzepte annehmen. Wir brechen diese erstmal der Reihe nach auf.</p>
<h3>SegWit (Segregated Witness)</h3>
<p>Bevor wir uns mit Ordinals und Inscriptions beschäftigen machen wir einen kurzen historischen und technischen Ausflug, denn Inscriptions wären ohne SegWit nicht möglich. Deshalb lohnt es sich besser zu verstehen, was man unter diesem Transaktionsformat versteht.</p>
<p>SegWit wurde 2017 erdacht, um in erster Linie zwei existierende Probleme zu lösen: 1) <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Malleability">Transaction Malleability</a> und 2) die Effizienz von Blöcken zu erhöhen. Bis dato hatten Blöcke eine effektive maximal Größe von 1MB und bestanden aus dem sogenannten Header (Basisdaten: Signaturen und Skripte) und den Transaktionsdaten (Inputs und Outputs). Diese Headerdaten (auch Witness-Daten genannt) nahmen einen Großteil der zur Verfügung stehenden Größe ein, was zu ineffizienten und oftmals mit hohen Transaktionsgebühren versehenen Blöcken führte. Mit Hilfe des SegWit Protokolls konnte eine Skalierung von Bitcoin erreicht werden, ohne die offizielle in den Code geschriebene Blockgröße von 1MB zu verändern. Dazu kommt, dass diese Lösung keinen Hard-Fork benötigte und ganz nebenbei (aber offiziell in erster Linie) auch das Problem der Malleability löste. Ohne auf die Details von Hard- und Soft-Forks einzugehen, ist dies ein wichtiges Detail, denn 2017 tobten die sogenannten Blocksize-Wars und führten schließlich zur Abspaltung von Bitcoin Cash und seinen 8MB-Blöcken.</p>
<p><img src="https://blossom.primal.net/84127a2a1203eafe787a613d37703ba7e4bc5f6a89e147a80d858417b90f5c51.png" alt="">SegWit wurde im Juli 2017 mit Block 477120 aktiviert. Wie der Name Segregated Witness schon impliziert, werden die Witness-Daten (Signaturen und Skripte) getrennt und in einer separate Datenstruktur (Witness Merkle Tree) geführt, sodass der Hauptteil des Blocks weniger Basisinformationen enthält und somit mehr Platz für Transaktionsinformationen lässt, Blöcke also effizienter macht und damit Gebühren niedriger hält. Der Zaubertrick dabei ist, dass es immer noch derselbe Block ist, allerdings mit zwei Sätzen von Datenstrukturen (Transaktionsabschnitt und Basisinformationsabschnitt), und somit den Protokollregeln entspricht und eine Blockgröße von 1MB eigentlich nicht überschreitet. Dieser mathematische Kniff führt dazu, dass für die Einführung kein Hard-Fork benötigt wurde (nur einen Soft-Fork), was eine Abwärtskompatibilität gewährleistet und somit auch Adressen und Wallets, die unter dem Legacy-System arbeiten ohne Probleme funktionieren. Der mathematische Kniff hat allerdings eine seltsame Neuerung zur Folge, denn Blöcke werden seitdem in Gewicht statt Größe gemessen.</p>
<p><img src="https://blossom.primal.net/7eef5717726efab11a4de8f9b3e972b3658f48ba6219461b2062b64a0f87eb3f.png" alt="">Ein voller Block von ca. 1MB Größe und 4 Millionen WU Gewicht</p>
<p>Bitcoin hat nun also eine sogenannte Blockgrößengrenze (1MB) und eine Blockgewichtsgrenze (4 Millionen Gewichtseinheiten (WU), was ca. 4MB entspricht). Darüber hinaus wurden mit dem SegWit-Soft-Fork die heute gängigen bc1-Adressen (im Gegensatz zu den alten 1- und 3-Adressen) eingeführt.</p>
<p>Ein weiterer Nebeneffekt, neben der Reduzierung der Gebühren durch Kapazitätsverbesserung und Lösung der Transaktionsformbarkeit (Malleability), ist dass Layer-2-Lösungen, wie unter anderem Lightning, ermöglicht wurden, da Zahlungskanäle davon abhängen, dass unverformbare Transaktionen bestehen. Für die Skalierbarkeit und Dezentralisierung von Bitcoin hat die relativ kleine Blockgröße den Vorteil, dass der Betrieb von privaten Nodes erleichtert wird.</p>
<h3>Taproot</h3>
<p>Mit dem Wissen über SegWit müssen wir uns auch kurz mit Taproot beschäftigen, einem weiteren Soft-Fork, das mit Block 709632 im November 2021 aktiviert wurde. Taproot hat viele Neuerungen mit sich gebracht, die es hier zu besprechen den Rahmen sprengen würde, doch wichtig ist, dass Ordinals das Input-Feld von Taproot-Transaktionen nutzen, das seit dem SegWit Update getrennt wurde. Auch wichtig ist, dass es seit Taproot keine Regel gibt, die die Größe von Inputs begrenzt und damit Daten beliebig viel Platz (bis zur Blockgrößenbegrenzung von 4MB) beanspruchen können. Dies ermöglicht im Endeffekt die Öffnung des Protokolls zur Verwendung von Skripten, wie bei Ordinals geschehen und somit das Hochladen von großen Dateien, die die volle Blockgröße einnehmen können.</p>
<h3>Ordinals</h3>
<p>Das Protokoll besteht aus zwei Konzepten. Auf der einen Seite Ordinals (engl. Ordnungszahlen) und auf der anderen Seite Inscriptions (engl. Inschriften). Ordinals an sich funktionieren losgelöst von Inscriptions, Inscriptions benötigen aber Ordinals, um zu funktionieren. Man könnte also von einer Pfadabhängigkeit bei Inscriptions sprechen.</p>
<blockquote>
<p>💡Pfadabhängigkeit: Bei pfadabhängigen Vorgängen bauen die einzelnen Prozesse auf einander auf und das Resultat ist davon abhängig, welche Reihenfolge gewählt wird. Einfaches Beispiel: Ein Bad nehmen (Prozess 1) und dann mit dem Handtuch abtrocknen (Prozess 2) führt zu einem komoplett anderen Ergebnis, als sich mit dem Handtuch abzutrocknen und dann ein Bad zu nehmen.</p>
</blockquote>
<p>Ordinals können also unabhängig von Inscriptions verstanden werden. Es handelt sich dabei um eine vom Programmierer erfundene Konvention, einzelne Sats durchzumummerieren.</p>
<blockquote>
<p>“Satoshis are numbered in the order in which they’re mined, and transferred from transaction inputs to transaction outputs in first-in-first-out order.” - Casey Rodarmor</p>
</blockquote>
<p>Das Prinzip ist dabei recht einfach: Es wird angenommen, dass jeder bitcoin aus 100.000.000 Sats besteht und damit Sats durchgezählt werden können. Die Sats werden mit dem Genesis Block (Block 0) beginnend in der Reihenfolge, in der sie produziert wurden, nach dem FIFO-Prinzip (First in first out) durchgezählt und markiert. Der erste jemals produzierte Block (Genesis Block) enthielt 50 bitcoins und damit 5.000.000.000 Sats. So lassen sich die Sats durchzählen: der erste Sat ist <a href='/tag/0/'>#0</a>, der zweite hat die Ordnungszahl <a href='/tag/1/'>#1</a> und der letzte Sat dieses ersten Blocks hat die Ordnungszahl 4.999.999.999.</p>
<p><img src="https://blossom.primal.net/2735396684601eabfbc4a33a2d0c8b3bdbfa1bf73d28f7426f839e3e4a28b5f4.gif" alt="">Um dies umzusetzen wurde ein spezieller Block Explorer geschrieben, der dieser Konvention folgt und den jeweiligen Sats einen "Namen" zuweist, um diese leichter nachverfolgen zu können. So lässt sich so tun (!), als ob sich einzelne Sats von UTXO zu UTXO bewegen würden. Um UTXOs besser verstehen zu können, empfehle ich diesen vorherigen Artikel:</p>
<p><np-embed url="https://www.genexyz.org/post/25-block-774775-utxos-fee-management-v3ulch/"><a href="https://www.genexyz.org/post/25-block-774775-utxos-fee-management-v3ulch/">https://www.genexyz.org/post/25-block-774775-utxos-fee-management-v3ulch/</a></np-embed></p>
<p>Die Konvention täuscht also vor, dass Sats nicht ausgegeben oder verbrannt werden, sondern, dass diese in einer Art Kette von Bitcoin-Atomen existieren und diese Kette beim Versenden von Transaktionen nur aufgebrochen und die einzelnen Atomversatzstücke andernorts wieder auftauchen und nicht, wie eigentlich der Fall, eingeschmolzen / verbrannt werden.</p>
<p>Umgesetzt wird das alles durch ein Open-Source-Protokoll namens ord, das auf dem Bitcoin Core Protokoll läuft. Dies bedeutet, dass keine Veränderungen am Bitcoin Protokoll selbst vorgenommen werden, sondern eine Programm entwickelt wurde, das die Daten in der Blockchain benutzt, um eine andere Sicht zu erzeugen, die es ermöglicht, einzelne Sats zu benennen und nachzuverfolgen und somit jeden einzelnen Sat "einzigartig" aussehen zu lassen. Es ist also völlig freiwillig, sich auf diese Konvention und die Namensgebung einzulassen.</p>
<p>Folgt man jedoch dieser Konvention, so ergeben sich natürlich Spielereien, wie z.B. Seltenheit einzelner Sats beruhend auf dem Block, in dem sie enthalten waren oder sind, welche laufende Nummer sie haben, etc. Es ist in etwa so, als hätte ich eine Million kleiner Kieselsteine in meiner Einfahrt. Für jeden, der einfach vorbeigeht, ist jeder Kieselstein einfach nur eines von vielen Steinchen. Ich habe aber ein System gefunden, um jeden einzelnen Stein einzeln zu benennen, und damit ergeben sich "besondere" Steine, z.B. Stein <a href='/tag/1/'>#1</a> oder Stein <a href='/tag/69/'>#69</a>. Nur wer meinem System der Nummerierung folgt, sieht, dass dies besondere Steine sind, jeder andere sieht einfach nur Steine.</p>
<h3>Inscriptions</h3>
<p>Bei Inscriptions handelt es sich um eine von Ordinals zunächst losgelöste separate Funktion. Hierbei wird die eigentliche Datei in die Blockchain geschrieben, allerdings im Einklang mit Ordinals wird dieser Datei ein einzigartiger Sat zugeschrieben. Dies funktioniert auch wieder nur, wenn man der willkürlichen Konvention des Protokolls Folge leistet, denn beim Schreiben der Datei in die Blockchain wird natürlich eine Transaktion erstellt. Diese Transaktion enthält (mindestens) einen UTXO, der/die aus mehreren Sats bestehen und deshalb legt das Protokoll fest, dass eine Inscription beim Mining mit dem ersten Sat des ersten UTXO der Transaktion verschmolzen wird. Damit wird die Inscription (also die Datei) dauerhaft und auf ewig markiert und kann somit von anderen Sats unterschieden wird.</p>
<p>Unter Verwendung dieser Konvention (und der dazu nötigen Wallets) können UTXOs, die ein Sat-Inscription-Paar enthalten, gefunden und ihre Bewegungen und ihr Eigentum über Transaktionen hinweg verfolgt werden. Dies führt dazu, dass diese Sats, bzw. die Inscriptions, gehandelt, verschenkt, gekauft und verkauft werden können. Dabei entstehen also digitale Artefakte, oder anders genannt NFTs.</p>
<p><img src="https://blossom.primal.net/7c7b41a03c2c4a6bc9d9a58e324e248f652f7fb92ccc73466a5e4828e547e2b6.png" alt="">Inscriptions sind naturgemäß größere Dateien und nehmen daher mehr vom begrenzten Platz in jedem Block ein (daher die langen Erklärungen zu SegWit und Taproot). Die Benutzer//innen, die Inscriptions erstellen bzw. hochladen, müssen die dazu erforderlichen (höheren) Gebühren zahlen. Dieser Punkt ist für die folgende Diskussion wichtig.</p>
<h3>Diskussion</h3>
<p>Okay, soweit so gut, soweit so scheiße.</p>
<p>Kurzum: Es gibt ein System, das das Benennen einzelner Sats ermöglicht (wenn man daran glaubt) - Ordinals. Es besteht die Möglichkeit, Dateien in Blöcke zu schreiben und diese mit den benannten Sats zu verknüpfen - Inscriptions. Die beiden Theorien oder Konventionen sind nicht gleich, brauchen aber einander.</p>
<p>Ordinals alleine schaden nicht. Es ist das Hinzufügen digitaler Artefakte in Transaktionen, das die größere Debatte entflammt. Denn Inscriptions verlagern ein Risiko direkt in die Blockchain. Ein OP_Return z.B. kann 40KB (also 80 Zeichen) beinhalten und somit z.B. einen Link zu einer Datei darstellen (einen Pointer). Eine Datei mit fragwürdigem oder kriminellem Inhalt, würde also immer auf einer externen Website liegen und somit würde auch das Risiko vom Betreiber getragen werden. Inscriptions öffnen die Tür, Dateien, die bis zu 3MB pro Block groß sind, direkt in die Blockchain zu schreiben. Hier eröffnen sich Korridore für Reputationsangriffe auf Bitcoin.</p>
<p>Ordinals (ich fasse jetzt Ordinals und Inscriptions mal zusammen) eröffnen neue Wege, mit Bitcoin zu interagieren. Es bietet "Spaß" mit Bitcoin und fügt eine neue Schicht hinzu, Bitcoin mit Kunst und Kultur zusammenzubringen ist. Es könnte außerdem die Akzeptanz erhöhen und neue Interessenten für Bitcoin begeistern, die für die Bildchen kommen, aber wegen der bahnbrechenden Technologie und den fundamentalen Mehrwerten von Bitcoin bleiben.</p>
<hr>
<p>Die Hauptargumente gegen Ordinals berufen sich auf die größeren Datenmengen, die von Nodes validiert werden müssen und darauf, dass Blöcke mit "unnötigem Müll" gefüllt werden und damit wichtige und relevante Transaktionen nicht schnell genug verarbeitet werden. Allerdings muss man dazu sagen, dass Ordinals nicht die Blockgröße erhöhen, sondern im schlimmsten Fall dafür sorgen, dass das Blocklimit öfter erreicht wird. Ein normaler Block sieht meist so aus:</p>
<p><img src="https://blossom.primal.net/372ee441dc05a1919cf083f2adb36bfd17f659c14f2df77d1fc1d5ce05fc096b.png" alt="">Man sieht, dass das Gewicht von 4 MWU nicht ganz erreicht wurde und 2.675 Transaktionen einen Platz gefunden haben.</p>
<p>Im Vergleich dazu wurden im folgenden Block lediglich 648 Transaktionen untergebracht, die pro Transaktion viel größer sind (schaut man sich die jeweiligen Transaktionen an, stellt man fest, dass so gut wie jeder dieser großen Blöcke den gleichen Betrag von 0.0001 BTC aufweist, was darauf schließen lässt, dass die Ordinals-Transaktionen sind).</p>
<p><img src="https://blossom.primal.net/535a7f6173780e9d2ad6b374e6fed9867e029395bae584c5d6a32a380150f3bd.png" alt="">Fürsprecher von Ordinals argumentieren oft damit, dass diese "nutzlosen" Transaktionen auch bezahlt werden müssen, um andere "wertigere" Transaktionen zu verdrängen, da Miner diese sonst nicht dem Block hinzufügen würden. Hier muss man aber sagen, dass diese Transaktionen relativ geringe Transaktionsgebühren von 4 Sat/vB bezahlt haben. Da wir wissen, dass Transaktionsgebühren basierend auf der Größe der Transaktion berechnet werden und nicht auf dem Wert der Transaktion in Bitcoin, werden für diese 0.0001 BTC Transaktionen dennoch Gebühren im Bereich von 150.000 bis 250.000 Sats (ca. $50 bei aktuellem Kurs) fällig (es sei denn man hat Nick Luxor als Freund).</p>
<p><img src="https://blossom.primal.net/dba4f139fa265c51629baf9f27a3b3e231b2c01584d77b978d4debda419bf18c.png" alt="">Die Marktkräfte innerhalb des Bitcoin-Netzwerks werden also zeigen, wie lange diese Art von Transaktionen einen Großteil des vorhandenen Platzes einnehmen werden. Die Debatte um Transaktionsgebühren ist eine sehr wichtige, denn gibt es immer wieder Theorien darüber, wie Miner zukünftig profitabel sein können, wenn die Subsidies immer irrelevanter werden und auch das Sicherheitsbudget von Bitcoin gewährleistet werden muss. Befürworter von Ordinals bringen dies als ein weiteres Pro-Argument für einen weiteren Use-Case und gesteigertes Interesse an On-Chain Transaktionen an.</p>
<p><np-embed url="https://x.com/BitcoinPierre/status/1622744824896970753"><a href="https://x.com/BitcoinPierre/status/1622744824896970753">https://x.com/BitcoinPierre/status/1622744824896970753</a></np-embed></p>
<p>Natürlich erleben Ordinals gerade einen Hype und so ist es nicht verwunderlich, dass vor zwei Tagen über 50% des vorhandenen Platzes von Ordinals-Transaktionen eingenommen wurde. Diese Zahl ist heute schon auf unter 25% gesunken, was einen klaren Hype und keine Regel aufweist.</p>
<p>Unabhängig davon, ob Inscriptions als „wertvolle“ Verwendung von Bitcoin angesehen wird oder nicht, wird der Markt über die angemessene Gebührengestaltung darüber entscheiden, ob Nutzer weiterhin das System für diese Art von Spielerei nutzen wollen. Sollten sich Inscriptions als langlebig erweisen, werden Transaktionsgebühren unweigerlich steigen und somit mehr Absender kleinerer Bitcoin-Transaktionen auf Layer-2-Protokolle wie Lightning ausweichen.</p>
<p>Puristen sind gegen Inscriptions, da sie argumentieren, dass das Speichern großer Daten auf dem Bitcoin Ledger den Blockplatz für keinen wirklichen Zweck verschwendet und nur Stress für Nodebetreiber verursacht. Blocks, wie der folgende, führen dazu, dass sich ihnen die Nackenhaare aufstellen und neben der Verschwendung von Platz wird häufig das Reputationsrisiko als Kritik angebracht.</p>
<p><img src="https://blossom.primal.net/9bf3afd89cb77d72f966c508e5f2355edad7e8e8852bad2ed0f4ba921aa89841.png" alt="">Denn Inscriptions, die einmal in die Blockchain geschrieben wurden, lassen sich nicht mehr entfernen und damit auch nicht der Inhalt der hochgeladenen Dateien. Unmoralische und kriminelle Inhalte eröffnen so einen Korridor für Zensur, allerdings sollte auch beachtet werden, dass es auch einen speziellen Block Explorer benötigt, der Inscriptions darstellt, und diese Explorer haben natürlich die Möglichkeit Bilder mit moralisch und rechtlich fragwürdigen Inhalten zu zensieren, bzw. nicht darzustellen (wie in Inscription <a href='/tag/668/'>#668</a> passiert).</p>
<p><np-embed url="https://cointelegraph.com/news/bitcoin-ordinals-creators-look-for-fix-after-first-instance-of-shock-porn"><a href="https://cointelegraph.com/news/bitcoin-ordinals-creators-look-for-fix-after-first-instance-of-shock-porn">https://cointelegraph.com/news/bitcoin-ordinals-creators-look-for-fix-after-first-instance-of-shock-porn</a></np-embed></p>
<p>Um das Hochladen dieser "schlechten" Inhalte zu vermeiden, müssten die Bitcoin-Konsensregeln geändert werden. Und wenn diese verändert werden können, um Menschen davon abzuhalten, Bilder in das Bitcoin-Netzwerk zu laden, können die Regeln auch verändert werden, um z.B. Nutzer//innen mit politischen Interessen oder kritischen Meinungen davon abzuhalten, Bitcoin zu nutzen, wie sie es für richtig erachten. Denn am Ende ist Bitcoin ein System von Regeln, nicht von Vorurteilen oder Gefühlen und Meinungen, und der Schiedsrichter darüber, was darf und was nicht darf, bleibt der Code.</p>
<p>Im besten Fall können Inscriptions den Nicht-Bitcoin-NFT-Markt aushebeln und NFT-Fans den Spiegel vorhalten, dass ihre teuren Bildchen und die zugrunde liegende Technologie fast wertlos sind.</p>
<p>Welchem Camp man auch angehören mag, es bleibt festzuhalten, dass die ganze Ordinals-Theorie auf einer willkürlichen Annahme beruht und nur funktioniert, wenn man der Theorie folgt, dass Sats (ähnlich wie Atome bei Gold oder Nukleotide bei DNS) feste Bestandteile darstellen, die sich einzeln nachverfolgen lassen und nicht - wie ich denke - eine Maßeinheit darstellen. Zu sagen, ein UTXO besteht aus n-Menge Sats und jeder Sat ist einzigartig, ist genauso sinnvoll, wie zu sagen, dass man einen Eimer Wasser hat und sich jedes Milliliter Wasser einzeln nachvollziehen lässt. Liter ist eine Maßeinheit und nicht die Grundform, aus der Wasser besteht.</p>
<p>🫳🎤</p>
<hr>
<p>In diesem Sinne, 2... 1... Risiko!‌</p>
<p><img src="https://media.tenor.com/images/4ae424f8d8ea36e86169862d84d1b31e/tenor.gif" alt=""></p>
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      </item>
      
      <item>
      <title><![CDATA[#2 // Block 740012 // Bitcoin Reserve Currency - Eine Utopie]]></title>
      <description><![CDATA[]]></description>
             <itunes:subtitle><![CDATA[]]></itunes:subtitle>
      <pubDate>Wed, 17 Jul 2024 19:35:40 GMT</pubDate>
      <link>https://www.genexyz.org/post/1721243636888/</link>
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      <category>Bitcoin</category>
      
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      <dc:creator><![CDATA[Genexyz]]></dc:creator>
      <content:encoded><![CDATA[<p>In Zeiten in denen Ludwig Erhards Idee einer Sozialen Marktwirtschaft mit Füßen getreten wird, suchen viele Menschen nach einer gesunden Alternative. In seinem Buch "Wohlstand für Alle" wird das Bild des Staats als Schiedsrichter, der am Spiel teilnimmt ohne direkten Einfluss zu nehmen, aufgemalt. Das Spiel, also der Markt, muss gerecht gehalten werden (level playing field, wie es im Englischen schön heißt) und dies passiert durch ein Balancieren der Kräfte zwischen Angebot und Nachfrage, Arbeitgeber und Arbeitnehmer, Firmen und Kartellamt. Dieser Kräfteausgleich, oder anders Wettbewerb genannt, zwischen den Spielern führt zu einer prosperierenden Gesellschaft, in der auch alle Teilnehmer zu mehr Wohlstand gelangen können.</p>
<p>Diese Idee kontrastiert stark mit der aktuellen Situation, in der der Staat nicht mehr die Rolle des Schiedsrichters innehat, sondern ganz aktiv in das Geschehen eingreift. Der Staat vereinnahmt immer weitreichendere Teile des Marktes für sich und interveniert, indem Banken aus Finanzkrisen, kranke oder zumindest vermeintlich risikobehaftete Bürger vor Pandemien und Kriegsfolgen in Europa und zuletzt vor steigenden Benzinpreisen gerettet werden müssen. Letzteres z.B. tut der Staat nicht, indem er das Kartellamt einschaltet und somit Mineralölunternehmen eine gelbe Karte erteilt, sondern indem er direkt eingreift und Energiesteuergesetze erlässt, die den Benzinpreis direkt beeinflussen sollen. Dies ist nur das letzte Beispiel für einen fortwährenden Trend weg von der freien Marktwirtschaft hin zu einem alles lenkenden Staat. In Post <a href='/tag/2/'>#2</a> habe ich schon folgendes gesagt:</p>
<blockquote>
<p>Komplexe Systeme, wie die Energieversorgung eines Staates, müssen gesteuert, überwacht und reguliert werden, dazu sollten Politiker und Berater befähigt werden. Jedoch ist eine zentrale Planung dieser Systeme nicht möglich.</p>
</blockquote>
<p>Ob Energiepolitik oder Geldpolitik, für viele Menschen sind der übergriffige Staat und die ungreifbare Politik der Zentralbanken ein immer größerer Dorn im Auge, weshalb sie einen Ausweg in eine gesunde Geldpolitik suchen. Für Bitcoiner ist der sogenannte Bitcoin Standard (nicht mit dem großartigen Buch von Saifedean Ammous zu verwechseln) das finale Ziel, um unsere Welt in eine nachhaltigere, marktwirtschaftlich vernünftigere und finanziell gesunde Gesellschaft führen. Die Geldpolitik von Bitcoin ist programmatisch, ist in Code geschrieben, kann jederzeit von jedem geprüft werden und wird nicht von einer einzelnen Person oder Gruppe kontrolliert. Bitcoin ist eine automatisierte Zentralbank mit einer programmatischen Geldpolitik und somit völlig isoliert von jeglichem politischen Druck. Keine Änderung der Nachfrage in irgendeiner Richtung wirkt sich auf das Angebot aus, die Menge an bitcoins ist fest im Code verankert. Bitcoin ist die unabhängigste Zentralbank der Welt.</p>
<p>Natürlich kann man argumentieren, dass der Bitcoin Preis, bzw. die damit verbundene Volatilität, oder der Wilde Westen, den die unregulierte Digital Assets Szene zurzeit ausmachen, für Außenstehende auch wie Kraut und Rüben aussehen. Doch wenn man Bitcoin mit dem aktuellen Chaos der von Menschen geführten Geldpolitik vergleicht, sieht die Geldpolitik von Bitcoin unglaublich attraktiv, weil transparent und stabil, aus. Die schon erwähnten kurzfristigen Preisbewegungen lenken die meisten Menschen, die in Bitcoin zunächst nur eine Investment Chance oder Hokus Pokus sehen, von der wahren Innovation ab. Bitcoin stellt ein digitales, solides und gutes Geld (sound money) dar.</p>
<p>Doch was genau muss passieren, damit Bitcoin die Rolle einer Leitwährung übernehmen kann? Folgende Annahmen müssten dazu wahrscheinlich erfüllt werden, um solch ein Szenario zu realisieren:</p>
<p><strong>1️⃣ Der US Dollar muss seine Rolle als exklusive globale Leitwährung bzw. Weltwährung verlieren.</strong></p>
<p>Ein sehr aufschlussreicher Artikel zu diesem Thema wurde neulich auf <a href="https://www.zerohedge.com/geopolitical/five-warning-signs-end-dollar-hegemony-near-heres-what-happens-next">zerohedge.com</a> veröffentlicht. In diesem Artikel werden fünf Anzeichen aufgelistet und erklärt, warum die Vormachtstellung des US Dollars in Gefahr ist. Ich rate jedem den original Artikel zu lesen, allerdings habe ich die fünf Thesen kurz zusammengefasst.</p>
<blockquote>
<p>‌Warning Sign <a href='/tag/1/'>#1</a>: Russia Sanctions Prove Dollar Reserves “Aren’t Really Money”</p>
</blockquote>
<p>Provoziert durch den Krieg in der Ukraine haben die USA Sanktionen gegen Russland verhängt und u.A. die Dollarreserven der Russischen Zentralbank eingefroren. Dieser Schritt verdeutlicht die politischen Risiken, die mit dem Halten seiner Reserven in US Dollars behaftet sind. Das Vertrauen in den Dollar ist beschädigt und viele Staaten schauen sich nach Alternativen um.</p>
<blockquote>
<p>‌Warning Sign <a href='/tag/2/'>#2</a>: Rubles, Gold, and Bitcoin for Gas, Oil, and Other Commodities</p>
</blockquote>
<p>Als einer der größten Exporteure für Wirtschaftsgüter aller Art (Rohstoffe, aber auch Gold und Uranium) hat Russland angekündigt keine Zahlungen in Dollar mehr zu akzeptieren und stattdessen nur noch Rubel, Gold oder Bitcoin anzunehmen. Das heißt, dass der Dollar als Zahlungsmittel im internationalen Handel seine Exklusivität verloren hat.</p>
<blockquote>
<p>‌Warning Sign <a href='/tag/3/'>#3</a>: The Petrodollar System Flirts With Collapse</p>
</blockquote>
<p>Dank einem Abkommen zwischen Saudi Arabien und den USA in den 1970ern wird das von allen Mitgliedsstaaten der OPEC geförderte Öl in US Dollar gehandelt, im Gegenzug für militärischen Schutz der USA. Das sogenannte Petrodollar System hat dem US Dollar somit einen enormen Wert und hohe Liquidität verliehen. Russlands Ausschluss vom Dollar System als Teil der US Sanktionen könnte sich ähnlich mit China wiederholen, wenn diese Taiwan überfallen, und damit könnte China nicht mehr ohne weiteres Öl importieren. Um solch ein Risiko durch Abhängigkeit vom US Dollar zu vermeiden hat China seit Jahren ein Alternativsystem basierend auf den Chinesischen Yuan mit Hilfe des Shanghai International Energy Exchange (INE) aufgebaut. China ist der weltgrößte Importeur von Öl und Saudi Arabien den USA nicht mehr so wohl gesinnt, wie noch vor 50 Jahren, zu Beginn des Petrodollar Systems. Sollte also China als größter Kunde Saudi Arabiens diese dazu bringen den Yuan zu akzeptieren, wäre es mit dem Öl-gestützten Petrodollar System vorbei und somit bräche auch einer der Pfeiler des Dollars als Zahlungsmittel im internationalen Handel weg.</p>
<p><img src="https://media.tenor.com/images/64b38816e2dc9e39246e63c15b309b7c/tenor.gif" alt=""></p>
<blockquote>
<p>Warning Sign <a href='/tag/4/'>#4</a>: Out of Control Money Printing and Record Price Increases</p>
</blockquote>
<p>Mehr als 4 Billionen US Dollar wurden in den letzten zwei Jahren von der Federal Reserve bereitgestellt - die größte monetäre Ausweitung in der Geschichte der USA. Dies ist höchstwahrscheinlich einer der größten Preistreiber der aktuellen Inflation, selbst wenn die Federal Reserve dies nicht zugibt.</p>
<blockquote>
<p>Warning Sign <a href='/tag/5/'>#5</a>: Fed Chair Admits Dollar Supremacy Is Dead</p>
</blockquote>
<p>“It’s possible to have more than one reserve currency.” Es ist auch möglich, mehr als nur eine große Währung zu haben sagte Jerome Powell, der Präsident der Federal Reserve. Der Mann, dessen Job es ist die Leitwährung (bzw. Weltwährung) zu beschützen, gibt offen zu, dass es neben dem Dollar auch weitere Kandidaten für den Thron geben kann.</p>
<p><strong>2️⃣ Bitcoin muss von einer Großzahl der wirtschaftlich stärksten Länder der Welt anerkannt werden.</strong></p>
<p>Wie bereits erwähnt bahnen sich tektonische Verschiebungen in der Weltpolitik und der Weltwirtschaft an. Russland ist vom US Dollar System de jure ausgeschlossen (de facto wirft die ganze Welt Russland die immer noch hinterher), China hat an einem Alternativsystem zum Petrodollar gearbeitet und auch die Eurozone (mit dem Euro als zweitwichtigster Reservewährung und der Währung mit dem größten Geldvolumen weltweit) arbeitet zurzeit an einem digitalen Euro und/oder einer CBDC (Central Bank Digital Currency), was zumindest darauf schließen lässt, dass auch in Europa zumindest über Alternativszenarien nachgedacht wird und den Euro zumindest als zweitwichtigste Weltwährung platzieren möchte.</p>
<p><img src="https://image.nostr.build/34729859f507a410cc5d6db54fc260a3b556a0daf97e7069b48a474702fa4340.png" alt=""></p>
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<p>Aber auch die USA selbst müssten Bitcoin als legales und reguliertes Zahlungsmittel anerkennen, bevor es dann überhaupt als Leit- oder Reservewährung in Frage kommen kann.</p>
<p><strong>3️⃣ Aus ökonomischer Sicht müssten einige der Messwerte von Bitcoin substantiell nach oben steigen.</strong></p>
<p>Hier will ich das Pferd mal von hinten aufzäumen. Ohne auf Geldmengendefinitionen für M1, M2, M3, etc. und Geldschöpfungsmechanismen einzugehen, will ich hier eine einfache Bierdeckelrechnung anstellen, um nur eine grobe Hausnummer aufzuzeigen. Die monetäre Basis, also die Zentralbankgeldmenge, der USA beläuft sich auf  5,8 Billionen Dollar (5.885.200.000.000).</p>
<p><img src="https://image.nostr.build/93fd83f2f22a0a19590d097e6acef3b8d8f1c5fec771bfedccd99c9d333f3c2a.png" alt=""></p>
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<p>Das bedeutet für Bitcoin, dessen Geldmenge auf 21 Millionen (21.000.000) festgelegt ist, dass eine "Marktkapitalisierung" von 5,8 Billionen nur über den Anstieg des Preises pro bitcoin erreicht werden kann. Das bedeutet in Zahlen einen Preis von ca. 280.000 US Dollar, oder anders ausgedrückt eine Verzehnfachung des jetzigen Preises. Ist solch ein Anstieg möglich? Wir können auf jeden Fall festhalten, dass der Preis von Bitcoin noch im März 2020 bei unter 5.000 USD lag, bevor der rasante Anstieg auf über 60.000 im April 2021 stattfand. Also innerhalb eines Jahres, hatte Bitcoin seinen Preis mehr als verzehnfacht und das ist nur der letzte deutliche Sprung, denn natürlich waren zu Anfangszeiten Sprünge im Bereich Faktor 10 keine Seltenheit. Mit dieser Rechnung möchte ich nur zeigen, dass Bitcoin momentan noch viel zu "klein" ist, um in der Liga von Währungen, wie dem US Dollar, oder dem Euro zu spielen. Diese Milchmädchenrechnung zieht auch die gesagt in Dollar angegebene Geldmenge bei fremdländischen Banken (Eurodollar) etc. nicht in Betracht.</p>
<p><img src="https://image.nostr.build/08b7ecb6fcc8d95e3b980c37b6e7e0b0450d95984b4691879b18e5d795d6118e.png" alt=""></p>
<p>Das alles soll nicht heißen, dass die Welt plötzlich anfängt Bitcoin als Zahlungsmittel zu akzeptieren (es besteht auch ein Unterschied zwischen Bitcoin als Währung und Bitcoin als Zahlungsmittel). Aber in solch einer hypothetischen Währungsordnung würden die Zentralbanken der jeweiligen Länder Bitcoin als Reserve hinterlegen, wie es z.B. zu Zeiten des Goldstandards der Fall war. Das heißt, den Fiat-Währungen wird durch das Hinterlegen und Absichern der Geldmenge in Bitcoin ein tatsächlicher Wert verliehen und nicht wie es heutzutage der Fall ist, mit einem Versprechen die Liquidität der jeweiligen Währung "abgesichert". Hinzu kommt natürlich, dass alle oben aufgeführten Annahmen erstmal erfüllt werden müssten, um Bitcoin nur theoretisch in die Lage zu versetzen, als Leitwährung überhaupt in Frage zu kommen. Gold hat es schon immer gegeben und die Charakteristika von Gold als Reserve sind unbestreitbar, allerdings haben sich die Staaten gegen ein Gold-gestütztes Währungssystem entschieden, weil eine Abkopplung den Umgang mit Geld und Krediten viel flexibler gestaltet. Das bedeutet, dass entweder Staaten von sich aus entscheiden müssten, von nun an ihrer Währung mehr Glaubwürdigkeit und Stabilität zu verleihen, indem sie einen Bitcoin Standard für sich einführen, oder aber der Einsatz von Bitcoin weltweit so stark steigt, dass automatisch Währungssysteme, weltweiter Handel, etc. in Bitcoin benannt wird, anstatt in US Dollars wie es heute der Fall ist.</p>
<blockquote>
<p>"The government currencies are so unreliable — they're also fiat currencies. They're not backed by anything,"  - Sen. Rand Paul</p>
</blockquote>
<hr>
<p>Über 150 Millionen Menschen auf der ganzen Welt haben Bitcoin für sich akzeptiert und benutzen es mehr oder weniger täglich für sich. Die Nachfrage nach einem extrem knappen Zahlungsmittel, das relativ einfach selbst verwahrt und durch ein global verteiltes Netzwerk von Knoten, auf dem Open-Source-Software läuft, übertragen und gesichert werden kann, wird steigen. Wenn man sich alles ansieht, was zurzeit in der Welt vor sich geht, insbesondere mit Blick auf Regierungen, die ihre politische und wirtschaftliche Macht immer weiter expandieren und damit gegen den Gedanken der freien Marktwirtschaft vorgehen, indem sie die Kontrolle über das Geld-, Lebensmittel- und Energiesystem ausbreiten, wird die Nachfrage nach Bitcoin nicht nur steigen, sondern rasant zunehmen. Die steigende Nachfrage nach Bitcoin und die gleichzeitige Abkehr und der Vertrauensverlust in die Politik der Staaten und das aktuelle Geldsystem könnte zu einem Bitcoin-gestützten Währungssystem führen, dem sogenannten Bitcoin Standard.</p>
<p>Die Frage ist, wie schnell wir es schaffen Bitcoin zur Reservewährung der Welt und damit die Menschheit insgesamt ein bisschen besser zu machen? Schaffen wir es in den nächsten Jahrhunderten, Jahrzehnten, oder sogar schon in den nächsten paar Jahren? Denn je länger der Übergang zu einem Bitcoin-Standard dauert, desto mehr Unsicherheit, politisches Missmanagement und korrupte (oder dumme) Entscheidungen wird die Menschheit ertragen müssen.</p>
<p>🫳🎤</p>
<hr>
<p>In diesem Sinne, 2... 1... Risiko!‌</p>
<p><img src="https://media.tenor.com/images/4ae424f8d8ea36e86169862d84d1b31e/tenor.gif" alt=""></p>
]]></content:encoded>
      <itunes:author><![CDATA[Genexyz]]></itunes:author>
      <itunes:summary><![CDATA[<p>In Zeiten in denen Ludwig Erhards Idee einer Sozialen Marktwirtschaft mit Füßen getreten wird, suchen viele Menschen nach einer gesunden Alternative. In seinem Buch "Wohlstand für Alle" wird das Bild des Staats als Schiedsrichter, der am Spiel teilnimmt ohne direkten Einfluss zu nehmen, aufgemalt. Das Spiel, also der Markt, muss gerecht gehalten werden (level playing field, wie es im Englischen schön heißt) und dies passiert durch ein Balancieren der Kräfte zwischen Angebot und Nachfrage, Arbeitgeber und Arbeitnehmer, Firmen und Kartellamt. Dieser Kräfteausgleich, oder anders Wettbewerb genannt, zwischen den Spielern führt zu einer prosperierenden Gesellschaft, in der auch alle Teilnehmer zu mehr Wohlstand gelangen können.</p>
<p>Diese Idee kontrastiert stark mit der aktuellen Situation, in der der Staat nicht mehr die Rolle des Schiedsrichters innehat, sondern ganz aktiv in das Geschehen eingreift. Der Staat vereinnahmt immer weitreichendere Teile des Marktes für sich und interveniert, indem Banken aus Finanzkrisen, kranke oder zumindest vermeintlich risikobehaftete Bürger vor Pandemien und Kriegsfolgen in Europa und zuletzt vor steigenden Benzinpreisen gerettet werden müssen. Letzteres z.B. tut der Staat nicht, indem er das Kartellamt einschaltet und somit Mineralölunternehmen eine gelbe Karte erteilt, sondern indem er direkt eingreift und Energiesteuergesetze erlässt, die den Benzinpreis direkt beeinflussen sollen. Dies ist nur das letzte Beispiel für einen fortwährenden Trend weg von der freien Marktwirtschaft hin zu einem alles lenkenden Staat. In Post <a href='/tag/2/'>#2</a> habe ich schon folgendes gesagt:</p>
<blockquote>
<p>Komplexe Systeme, wie die Energieversorgung eines Staates, müssen gesteuert, überwacht und reguliert werden, dazu sollten Politiker und Berater befähigt werden. Jedoch ist eine zentrale Planung dieser Systeme nicht möglich.</p>
</blockquote>
<p>Ob Energiepolitik oder Geldpolitik, für viele Menschen sind der übergriffige Staat und die ungreifbare Politik der Zentralbanken ein immer größerer Dorn im Auge, weshalb sie einen Ausweg in eine gesunde Geldpolitik suchen. Für Bitcoiner ist der sogenannte Bitcoin Standard (nicht mit dem großartigen Buch von Saifedean Ammous zu verwechseln) das finale Ziel, um unsere Welt in eine nachhaltigere, marktwirtschaftlich vernünftigere und finanziell gesunde Gesellschaft führen. Die Geldpolitik von Bitcoin ist programmatisch, ist in Code geschrieben, kann jederzeit von jedem geprüft werden und wird nicht von einer einzelnen Person oder Gruppe kontrolliert. Bitcoin ist eine automatisierte Zentralbank mit einer programmatischen Geldpolitik und somit völlig isoliert von jeglichem politischen Druck. Keine Änderung der Nachfrage in irgendeiner Richtung wirkt sich auf das Angebot aus, die Menge an bitcoins ist fest im Code verankert. Bitcoin ist die unabhängigste Zentralbank der Welt.</p>
<p>Natürlich kann man argumentieren, dass der Bitcoin Preis, bzw. die damit verbundene Volatilität, oder der Wilde Westen, den die unregulierte Digital Assets Szene zurzeit ausmachen, für Außenstehende auch wie Kraut und Rüben aussehen. Doch wenn man Bitcoin mit dem aktuellen Chaos der von Menschen geführten Geldpolitik vergleicht, sieht die Geldpolitik von Bitcoin unglaublich attraktiv, weil transparent und stabil, aus. Die schon erwähnten kurzfristigen Preisbewegungen lenken die meisten Menschen, die in Bitcoin zunächst nur eine Investment Chance oder Hokus Pokus sehen, von der wahren Innovation ab. Bitcoin stellt ein digitales, solides und gutes Geld (sound money) dar.</p>
<p>Doch was genau muss passieren, damit Bitcoin die Rolle einer Leitwährung übernehmen kann? Folgende Annahmen müssten dazu wahrscheinlich erfüllt werden, um solch ein Szenario zu realisieren:</p>
<p><strong>1️⃣ Der US Dollar muss seine Rolle als exklusive globale Leitwährung bzw. Weltwährung verlieren.</strong></p>
<p>Ein sehr aufschlussreicher Artikel zu diesem Thema wurde neulich auf <a href="https://www.zerohedge.com/geopolitical/five-warning-signs-end-dollar-hegemony-near-heres-what-happens-next">zerohedge.com</a> veröffentlicht. In diesem Artikel werden fünf Anzeichen aufgelistet und erklärt, warum die Vormachtstellung des US Dollars in Gefahr ist. Ich rate jedem den original Artikel zu lesen, allerdings habe ich die fünf Thesen kurz zusammengefasst.</p>
<blockquote>
<p>‌Warning Sign <a href='/tag/1/'>#1</a>: Russia Sanctions Prove Dollar Reserves “Aren’t Really Money”</p>
</blockquote>
<p>Provoziert durch den Krieg in der Ukraine haben die USA Sanktionen gegen Russland verhängt und u.A. die Dollarreserven der Russischen Zentralbank eingefroren. Dieser Schritt verdeutlicht die politischen Risiken, die mit dem Halten seiner Reserven in US Dollars behaftet sind. Das Vertrauen in den Dollar ist beschädigt und viele Staaten schauen sich nach Alternativen um.</p>
<blockquote>
<p>‌Warning Sign <a href='/tag/2/'>#2</a>: Rubles, Gold, and Bitcoin for Gas, Oil, and Other Commodities</p>
</blockquote>
<p>Als einer der größten Exporteure für Wirtschaftsgüter aller Art (Rohstoffe, aber auch Gold und Uranium) hat Russland angekündigt keine Zahlungen in Dollar mehr zu akzeptieren und stattdessen nur noch Rubel, Gold oder Bitcoin anzunehmen. Das heißt, dass der Dollar als Zahlungsmittel im internationalen Handel seine Exklusivität verloren hat.</p>
<blockquote>
<p>‌Warning Sign <a href='/tag/3/'>#3</a>: The Petrodollar System Flirts With Collapse</p>
</blockquote>
<p>Dank einem Abkommen zwischen Saudi Arabien und den USA in den 1970ern wird das von allen Mitgliedsstaaten der OPEC geförderte Öl in US Dollar gehandelt, im Gegenzug für militärischen Schutz der USA. Das sogenannte Petrodollar System hat dem US Dollar somit einen enormen Wert und hohe Liquidität verliehen. Russlands Ausschluss vom Dollar System als Teil der US Sanktionen könnte sich ähnlich mit China wiederholen, wenn diese Taiwan überfallen, und damit könnte China nicht mehr ohne weiteres Öl importieren. Um solch ein Risiko durch Abhängigkeit vom US Dollar zu vermeiden hat China seit Jahren ein Alternativsystem basierend auf den Chinesischen Yuan mit Hilfe des Shanghai International Energy Exchange (INE) aufgebaut. China ist der weltgrößte Importeur von Öl und Saudi Arabien den USA nicht mehr so wohl gesinnt, wie noch vor 50 Jahren, zu Beginn des Petrodollar Systems. Sollte also China als größter Kunde Saudi Arabiens diese dazu bringen den Yuan zu akzeptieren, wäre es mit dem Öl-gestützten Petrodollar System vorbei und somit bräche auch einer der Pfeiler des Dollars als Zahlungsmittel im internationalen Handel weg.</p>
<p><img src="https://media.tenor.com/images/64b38816e2dc9e39246e63c15b309b7c/tenor.gif" alt=""></p>
<blockquote>
<p>Warning Sign <a href='/tag/4/'>#4</a>: Out of Control Money Printing and Record Price Increases</p>
</blockquote>
<p>Mehr als 4 Billionen US Dollar wurden in den letzten zwei Jahren von der Federal Reserve bereitgestellt - die größte monetäre Ausweitung in der Geschichte der USA. Dies ist höchstwahrscheinlich einer der größten Preistreiber der aktuellen Inflation, selbst wenn die Federal Reserve dies nicht zugibt.</p>
<blockquote>
<p>Warning Sign <a href='/tag/5/'>#5</a>: Fed Chair Admits Dollar Supremacy Is Dead</p>
</blockquote>
<p>“It’s possible to have more than one reserve currency.” Es ist auch möglich, mehr als nur eine große Währung zu haben sagte Jerome Powell, der Präsident der Federal Reserve. Der Mann, dessen Job es ist die Leitwährung (bzw. Weltwährung) zu beschützen, gibt offen zu, dass es neben dem Dollar auch weitere Kandidaten für den Thron geben kann.</p>
<p><strong>2️⃣ Bitcoin muss von einer Großzahl der wirtschaftlich stärksten Länder der Welt anerkannt werden.</strong></p>
<p>Wie bereits erwähnt bahnen sich tektonische Verschiebungen in der Weltpolitik und der Weltwirtschaft an. Russland ist vom US Dollar System de jure ausgeschlossen (de facto wirft die ganze Welt Russland die immer noch hinterher), China hat an einem Alternativsystem zum Petrodollar gearbeitet und auch die Eurozone (mit dem Euro als zweitwichtigster Reservewährung und der Währung mit dem größten Geldvolumen weltweit) arbeitet zurzeit an einem digitalen Euro und/oder einer CBDC (Central Bank Digital Currency), was zumindest darauf schließen lässt, dass auch in Europa zumindest über Alternativszenarien nachgedacht wird und den Euro zumindest als zweitwichtigste Weltwährung platzieren möchte.</p>
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<p>Aber auch die USA selbst müssten Bitcoin als legales und reguliertes Zahlungsmittel anerkennen, bevor es dann überhaupt als Leit- oder Reservewährung in Frage kommen kann.</p>
<p><strong>3️⃣ Aus ökonomischer Sicht müssten einige der Messwerte von Bitcoin substantiell nach oben steigen.</strong></p>
<p>Hier will ich das Pferd mal von hinten aufzäumen. Ohne auf Geldmengendefinitionen für M1, M2, M3, etc. und Geldschöpfungsmechanismen einzugehen, will ich hier eine einfache Bierdeckelrechnung anstellen, um nur eine grobe Hausnummer aufzuzeigen. Die monetäre Basis, also die Zentralbankgeldmenge, der USA beläuft sich auf  5,8 Billionen Dollar (5.885.200.000.000).</p>
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<p>Das bedeutet für Bitcoin, dessen Geldmenge auf 21 Millionen (21.000.000) festgelegt ist, dass eine "Marktkapitalisierung" von 5,8 Billionen nur über den Anstieg des Preises pro bitcoin erreicht werden kann. Das bedeutet in Zahlen einen Preis von ca. 280.000 US Dollar, oder anders ausgedrückt eine Verzehnfachung des jetzigen Preises. Ist solch ein Anstieg möglich? Wir können auf jeden Fall festhalten, dass der Preis von Bitcoin noch im März 2020 bei unter 5.000 USD lag, bevor der rasante Anstieg auf über 60.000 im April 2021 stattfand. Also innerhalb eines Jahres, hatte Bitcoin seinen Preis mehr als verzehnfacht und das ist nur der letzte deutliche Sprung, denn natürlich waren zu Anfangszeiten Sprünge im Bereich Faktor 10 keine Seltenheit. Mit dieser Rechnung möchte ich nur zeigen, dass Bitcoin momentan noch viel zu "klein" ist, um in der Liga von Währungen, wie dem US Dollar, oder dem Euro zu spielen. Diese Milchmädchenrechnung zieht auch die gesagt in Dollar angegebene Geldmenge bei fremdländischen Banken (Eurodollar) etc. nicht in Betracht.</p>
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<p>Das alles soll nicht heißen, dass die Welt plötzlich anfängt Bitcoin als Zahlungsmittel zu akzeptieren (es besteht auch ein Unterschied zwischen Bitcoin als Währung und Bitcoin als Zahlungsmittel). Aber in solch einer hypothetischen Währungsordnung würden die Zentralbanken der jeweiligen Länder Bitcoin als Reserve hinterlegen, wie es z.B. zu Zeiten des Goldstandards der Fall war. Das heißt, den Fiat-Währungen wird durch das Hinterlegen und Absichern der Geldmenge in Bitcoin ein tatsächlicher Wert verliehen und nicht wie es heutzutage der Fall ist, mit einem Versprechen die Liquidität der jeweiligen Währung "abgesichert". Hinzu kommt natürlich, dass alle oben aufgeführten Annahmen erstmal erfüllt werden müssten, um Bitcoin nur theoretisch in die Lage zu versetzen, als Leitwährung überhaupt in Frage zu kommen. Gold hat es schon immer gegeben und die Charakteristika von Gold als Reserve sind unbestreitbar, allerdings haben sich die Staaten gegen ein Gold-gestütztes Währungssystem entschieden, weil eine Abkopplung den Umgang mit Geld und Krediten viel flexibler gestaltet. Das bedeutet, dass entweder Staaten von sich aus entscheiden müssten, von nun an ihrer Währung mehr Glaubwürdigkeit und Stabilität zu verleihen, indem sie einen Bitcoin Standard für sich einführen, oder aber der Einsatz von Bitcoin weltweit so stark steigt, dass automatisch Währungssysteme, weltweiter Handel, etc. in Bitcoin benannt wird, anstatt in US Dollars wie es heute der Fall ist.</p>
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<p>"The government currencies are so unreliable — they're also fiat currencies. They're not backed by anything,"  - Sen. Rand Paul</p>
</blockquote>
<hr>
<p>Über 150 Millionen Menschen auf der ganzen Welt haben Bitcoin für sich akzeptiert und benutzen es mehr oder weniger täglich für sich. Die Nachfrage nach einem extrem knappen Zahlungsmittel, das relativ einfach selbst verwahrt und durch ein global verteiltes Netzwerk von Knoten, auf dem Open-Source-Software läuft, übertragen und gesichert werden kann, wird steigen. Wenn man sich alles ansieht, was zurzeit in der Welt vor sich geht, insbesondere mit Blick auf Regierungen, die ihre politische und wirtschaftliche Macht immer weiter expandieren und damit gegen den Gedanken der freien Marktwirtschaft vorgehen, indem sie die Kontrolle über das Geld-, Lebensmittel- und Energiesystem ausbreiten, wird die Nachfrage nach Bitcoin nicht nur steigen, sondern rasant zunehmen. Die steigende Nachfrage nach Bitcoin und die gleichzeitige Abkehr und der Vertrauensverlust in die Politik der Staaten und das aktuelle Geldsystem könnte zu einem Bitcoin-gestützten Währungssystem führen, dem sogenannten Bitcoin Standard.</p>
<p>Die Frage ist, wie schnell wir es schaffen Bitcoin zur Reservewährung der Welt und damit die Menschheit insgesamt ein bisschen besser zu machen? Schaffen wir es in den nächsten Jahrhunderten, Jahrzehnten, oder sogar schon in den nächsten paar Jahren? Denn je länger der Übergang zu einem Bitcoin-Standard dauert, desto mehr Unsicherheit, politisches Missmanagement und korrupte (oder dumme) Entscheidungen wird die Menschheit ertragen müssen.</p>
<p>🫳🎤</p>
<hr>
<p>In diesem Sinne, 2... 1... Risiko!‌</p>
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