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      <pubDate>Wed, 27 Nov 2024 09:36:09 GMT</pubDate>
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      <title><![CDATA[#15 // Block 757400 // Bitcoin in der deutschen Politik]]></title>
      <description><![CDATA[Beschäftigt sich die deutsche Politik mit Bitcoin? Es ist nicht leicht, diese Frage mit ja oder nein zu beantworten. Mit Hilfe von Regierungsprogrammen der großen Parteien, des Koalitionsvertrags der Regierung und der Strategiepapiere der Superministerien wollen wir uns einen Überblick verschaffen.]]></description>
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      <pubDate>Wed, 27 Nov 2024 09:36:09 GMT</pubDate>
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      <dc:creator><![CDATA[Genexyz]]></dc:creator>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Beschäftigt sich die deutsche Politik mit Bitcoin? Es ist nicht ganz leicht diese Frage mit ja oder nein zu beantworten, da es innerhalb der verschiedenen Parteien, aber auch der Länder- und Bundesregierung kleine und größere Gruppen, sogenannte Arbeitsgruppen und Task-Forces, gibt, die sich mit speziellen Themen befassen. Um einen ersten Überblick zu erhalten habe ich mir die Regierungsprogramme der großen Parteien der Bundestagswahl im Herbst 2021, den Koalitionsvertrag der aktuellen Regierung und die Strategiepapiere der Superministerien angeschaut. Ohne die Spannung vorwegnehmen zu wollen, es ist ernüchternd.</p>
<h4>SPD Regierungsprogramm</h4>
<p>Nix! Weder Bitcoin, noch Blockchain oder Kryptowährungen werden erwähnt.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/af65c560d2105d2cb6bebf6ffeb5e4d18c1a1a6d90bba8528b9cb9a5605862d1.gif">

<h4>CDU/CSU Regierungsprogramm</h4>
<p>Der Begriff Blockchain kommt hier immerhin 6 mal vor. Die CDU/CSU möchte "wichtigen industriellen Zukunftsfeldern" einen Platz in Europa bieten und Deutschland dabei zu einer "Hochburg" für diese Technologien entwickeln. Des Weiteren verweist die CDU/CSU hier auf die Blockchain-Strategie, die wir später noch näher betrachten. Von Bitcoin im Speziellen oder Kryptowährungen im Allgemeinen ist an keiner Stelle die Rede.</p>
<h4>FDP Regierungsprogramm</h4>
<p>Auch die FDP nähert sich dem Thema Blockchain wage an und erwähnt diese 2 mal in ihrem Programm. Auch das Thema Kryptowährungen wird besprochen und zumindest in einem positiven Kontext "begrüßt". Konkrete Schritte oder Pläne werden nicht erläutert.</p>
<blockquote>
<p>Wir begrüßen zudem alternative Tauschmittel wie Kryptowährungen auf Blockchain sowie anderen Basen und wollen die Schaffung eines verlässlichen rechtlichen Rahmens fördern und weiterentwickeln.</p>
</blockquote>
<h4>Grünen Regierungsprogramm</h4>
<p>Jetzt wird es schwierig. Die Grünen sind pro einer Euro-CBDC der EZB, da sie meinen, dass diese Rechtssicherheit für Verbraucher//innen schafft. In Ausgabe <a href='/tag/5/'>#5</a> haben wir schon besprochen, dass CBDCs Zentralbankgeld darstellen und die Zentralbanken Konten direkt verwalten. Die Einzigen, die Rechtssicherheit erhalten, sind die Zentralbanken und durch Erweiterung der Staat. Denn CBDCs sind - anders als Bargeld - programmiertes und transparentes Geld, mit dem sich die Herkunft somit alle historischen Daten sowie Daten über den Verwendungszweck nachvollziehen lassen.</p>
<p>Weiter setzen die Grünen den Gebrauch von Kryptowährungen mit Geldwäsche, Kinderpornografie, Steuerhinterziehung und Terrorfinanzierung gleich. Das lassen wir mal unkommentiert so stehen.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/6a5abe56be68c528bf14979eb718449823ab091e0f10b7f6058ce9a08504efa3.gif">

<blockquote>
<p>Wir befürworten die Initiative der Europäischen Zentralbank (EZB), einen digitalen Euro zu schaffen. Sie gewährleistet dabei Daten- und Rechtssicherheit für Verbraucher*innen und Unternehmen und erhöht die Effizienz der Euro-Transaktionen. [...] Bei allen digitalen Zahlungen und Kryptowährungen müssen die tatsächlichen wirtschaftlich Berechtigten analog zu Regelungen beim Bargeld ab einer gewissen Schwelle ermittelt werden. Zur Bekämpfung von Verbrechen wie Geldwäsche, Darstellung sexualisierter Gewalt gegen Kinder, Steuerhinterziehung und TerrorFinanzierung braucht es auch für den Bereich des digitalen Bezahlens klare Regeln. Bestehende Kooperationspflichten von Kryptotauschbörsen wollen wir erweitern und Ermittlungsbehörden angemessen in diesem Bereich schulen. Wir wollen den rasanten Entwicklungen im Bereich dezentraler Finanzanwendungen gerecht werden und die Chancen und Risiken von Kryptowährungen und Blockchains differenziert ausloten.</p>
</blockquote>
<p>Insgesamt werden Kryptowährungen in einem sehr negativ gefärbten Licht dargestellt. Kurzfassung: CBDCs und damit staatliche Kontrolle top! Kryptowährungen und Kryptotauschbörsen kriminell und zu wenig reguliert! Achja, aber Blockchain als Technologie "loten wir aus". Haben wir noch was vergessen? Stimmt, mehr Steuern! Denn wie wir letzte Woche gesehen haben, sind Gewinne aus der Veräußerung von virtuellen Währung steuerfrei, wenn zwischen Kauf und Verkauf mindestens 12 Monate liegen. Diese Regel wollen die Grünen abschaffen und alle Transkationen besteuern.</p>
<blockquote>
<p>Auch werden wir die Steuerfreiheit für andere Veräußerungsgewinne, beispielsweise beim Handel mit Edelmetallen, Rohstoffen oder Kryptowerten, abschaffen.</p>
</blockquote>
<h4>Linkspartei Regierungsprogramm</h4>
<p>Bei der Linkspartei wird die Technologie Blockchain erst gar nicht erwähnt, allerdings wird von Kryptotechnologie gesprochen, und wie soll es auch anders sein, sollen Zahlungen mit dieser Technologie besser beaufsichtigt werden. Als einzige Partei befasst sich die Linkspartei auch mit dem Thema Mining. Dieses ist deren Ansicht nach energie- und ressourcenverschwendend und muss deshalb verboten werden. Wenn mich eine Sache wundert, dann dass ich diesen Absatz in diesem und nicht im Regierungsprogramm der Grünen gefunden habe.</p>
<blockquote>
<p>Die Antigeldwäscheeinheit des Zolls (FIU) hat im Kampf gegen Geldwäsche versagt und verfügt nicht über kriminalistisch geschultes Personal. Wir brauchen eine stärkere Einbeziehung der Kriminalämter in die Analyse von Geldwäscheverdachtsmeldungen. Insbesondere der Immobilien- bzw. Nichtfinanzsektor sowie die neuen Fintech-Unternehmen, die Zahlungen im Internet abwickeln oder Kryptotechnologie nutzen, müssen besser beaufsichtigt werden.</p>
</blockquote>
<blockquote>
<p>Wir streben ein Verbot der energie- und ressourcenverschwendenden Erzeugung sogenannter Kryptowährungen an.</p>
</blockquote>
<p>Wie wir alle wissen, haben SPD, Grüne und FDP als Koalition die Wahl für sich entscheiden können und so musste aus den Regierungsprogrammen der drei Parteien ein Koalitionsvertrag geschaffen werden. Welche der Forderungen aus den Programmen übernommen und in den Vertrag eingebaut wurden, schauen wir uns als nächstes an.</p>
<h4>Koalitionsvertrag zwischen SPD, Grünen und FDP</h4>
<p>Gänzlich neu und in keinem der Programme zu finden, ist der Ansatz der neuen Regierung, den veralteten und sehr mühseligen Ablauf beim Erwerb von Immobilien mit Hilfe eines "Grundbuches auf der Blockchain" zu prüfen. Dies ist ein persönliches Reizthema für mich und etwas, das ich schon seit Jahren fordere. Ich bin also sehr dafür.</p>
<blockquote>
<p>Wir geben eine Machbarkeitsstudie in Auftrag um zu untersuchen, ob ein Grundbuch auf der Blockchain möglich und vorteilhaft ist.</p>
</blockquote>
<p>Außerdem will die Regierung die Blockchain dazu nutzen, um Cum-Ex ähnliche Geschäfte zu verhindern. Ich finde es beachtlich, dass das Thema Blockchain zumindest Erwähnung findet und darüber hinaus handfeste Anwendungsbereiche geschaffen wurden. Ob diese tatsächlich Umsetzung finden wird, bleibt abzuwarten. </p>
<blockquote>
<p>Aufbauend auf den Maßnahmen der letzten Legislaturperiode werden wir alles dafür tun, missbräuchliche Dividendenarbitragegeschäfte zu unterbinden. Um dies betrugssicher sicher zu stellen, wollen wir neue technische Möglichkeiten, z. B. Blockchain, noch stärker nutzen.</p>
</blockquote>
<p>Der positive Ton gegenüber dem Thema Blockchain und digitalen Finanzdienstleistungen (ich begrüße, dass Kryptowährungen als Begriff ersetzt wurde) scheint es aus dem Programm der FDP in den Vertrag hinüber geschafft zu haben. Die Regierung öffnet sich dem Thema, will den finanziellen, rechtlichen und regulatorischen Rahmen schaffen, um Deutschland zu einem der führenden Standorte machen und schlägt proaktiv Anwendungsbeispiele, wie z.B. die Emission elektronischer Wertpapiere, vor.</p>
<blockquote>
<p>Für FinTechs, InsurTechs, Plattformen, NeoBroker und alle weiteren Ideengeber soll Deutschland einer der führenden Standorte innerhalb Europas werden. Es gilt, die mit den neuen Technologien, wie z. B. Blockchain, verbundenen Chancen zu nutzen, Risiken zu identifizieren und einen angemessenen regulatorischen Rahmen schaffen. Wir werden deshalb für effektive und zügige Genehmigungsverfahren für FinTechs sorgen. Digitale Finanzdienstleistungen sollten ohne Medienbrüche funktionieren; dafür werden wir den Rechtsrahmen schaffen und die Möglichkeit zur Emission elektronischer Wertpapiere auch auf Aktien ausweiten.</p>
</blockquote>
<p>Im nächsten Absatz wird ein konkreter Ansatz zur Regulierung des Kryptobereichs durch die EU (MiCA) vorgestellt und zugleich der Standort Deutschland als gerechter und wettbewerbsfreundlicher Finanzplatz für Digitalunternehmen verteidigt. Die gesamte Formulierung wirkt auf mich sehr FDP-getrieben und scheint größtenteils durch die Verantwortlichen der Liberalen nach vorne gebracht worden zu sein.</p>
<blockquote>
<p>Wir brauchen eine neue Dynamik gegenüber den Chancen und Risiken aus neuen Finanzinnovationen, Kryptoassets und Geschäftsmodellen. Wir setzen uns für ein Level-PlayingField mit gleichen Wettbewerbsbedingungen innerhalb der EU, zwischen traditionellen und innovativen Geschäftsmodellen und gegenüber großen Digitalunternehmen ein. Das europäische Finanzmarktaufsichtsrecht machen wir fit für die Digitalisierung und für komplexe Konzernstrukturen, um eine ganzheitliche und risikoadäquate Aufsicht über neue Geschäftsmodelle sicherzustellen. Wir brauchen für den Kryptobereich eine gemeinsame europäische Aufsicht. Wir verpflichten Kryptoassetdienstleister zur konsequenten Identifikation der wirtschaftlich Berechtigten.</p>
</blockquote>
<img src="https://blossom.primal.net/3c3dec7ef1f83b12bcc23d2bf478e509cac726ce0178b9c8e87f32b82c66bb14.gif">

<p>Und dann durften die Grünen auch noch einen Absatz aus ihrem Programm unterbringen (immerhin keine Kinderpornografie):</p>
<blockquote>
<p>Die EU-Aufsichtsbehörde soll sich nicht nur um den klassischen Finanzsektor kümmern, sondern auch den Missbrauch von Kryptowerten für Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung verhindern.</p>
</blockquote>
<p>Wie werden also die Ideen und Ansätze des Koalitionsvertrages in der Praxis umgesetzt? Die Bundesfinanz- und Wirtschaftsministerien haben eine "Blockchain-Strategie der Bundesregierung" verfasst, in der gründlich alle möglichen Konzepte vermischt werden:</p>
<blockquote>
<p>Der bekannteste – bei Weitem nicht einzige – Anwendungsfall ist die Kryptowährung Bitcoin. Mit dem sprunghaften Anstieg der Kurse von Kryptowährungen und der neuartigen Finanzierungsform sogenannter Initial Coin Offerings (ICOs) wuchs das öffentliche Interesse an der Blockchain-Technologie. Zugleich wuchs mit dem Handel von Bitcoin der damit verbundene Stromverbrauch massiv. In letzter Zeit kommen Anwendungsfälle jenseits von Kryptowährungen mehr und mehr in den Fokus.</p>
</blockquote>
<p>Zunächst wird Bitcoin als Kryptowährung betitelt, aber das ist nicht das größte Problem, denn diese Debatte wird ja zur Zeit noch geführt und das Unterscheiden von Bitcoin und anderen "Kryptowährungen" wird ein Kampf sein, der noch für eine Weile gekämpft werden wird. Allerdings wird im zweiten Satz gleich auf ICOs verwiesen, welche mit Bitcoin überhaupt nichts zu tun haben, um dann wieder auf das Thema Bitcoin zurückzuspringen und das beliebte Stromverbrauch-FUD-Narrativ aufzugreifen (das BMWK - also das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz vereint unter Robert H. ja jetzt zwei Kompetenzbereiche, da darf der Verweis auf Klimaschutz natürlich nicht fehlen 😙).</p>
<p>Kurzer Schwenker zum Thema Energie- und Klimaschutz-FUD. Das betrifft nicht direkt das Kernthema dieser Ausgabe, scheint aber das Lieblingsthema der Politiker zu sein, wenn es um Bitcoin geht (oder Joe?). Sogar die FT hat kürzlich eine Kolumne veröffentlicht, die sich "kritisch" mit Bitcoin auseinandersetzt und vielen objektiv falschen Narrativen auf den Leim geht. Der Artikel ist als Archiv verlinkt:</p>
<p><np-embed url="https://archive.ph/4AD1L"><a href="https://archive.ph/4AD1L">https://archive.ph/4AD1L</a></np-embed></p>
<p>Um die Argumente gegen die Kritiker (z.B. FT Kolumnistin Jemima Kelly) kurz zu halten: Der letzte Bericht des Bitcoin Mining Councils (Juli) zeigt auf, dass 59,5% der für Bitcoin-Mining aufgebrachten Energie aus erneuerbaren Quellen stammt, und dass Bitcoin zwar 0,15% der weltweit produzierten Energie verbraucht, diese jedoch für nur 0,086% der globalen CO2-Emissionen verantwortlich ist.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/80070a3927e9f507fa67ccd91b8e3b179ff4358b3ae6bf4588d8977ae17e8a09.png">

<img src="https://blossom.primal.net/36dd6e9fc1b4d4bb005df58f6dbb624ab98bb33b56083836afd87aa3bd19c8c6.png">

<p>Hinzu kommt, dass Bitcoin-Mining in den nächsten Jahren energieeffizienter wird, da Mining sich mit erstaunlicher Geschwindigkeit dem Energiesektor annähert. Dies wird zu einer exponentiellen Steigerung von Innovationen führen, die sowohl Bitcoin mittelfristig weiter dekarbonisieren, aber auch die zunehmend erneuerbaren Netze verbessern wird.</p>
<p>Zurück zur Politik und der Blockchain-Strategie der Bundesregierung. An anderer Stelle wird vom Blockchain-Whitepaper gesprochen und dann auf das Bitcoin Whitepaper von Satoshi verwiesen. Bis auf eine weitere Erwähnung zur Einordnung von Bitcoin als Kryptowährung wird Bitcoin selbst auf den gesamten 24 Seiten der Veröffentlichung nicht mehr erwähnt. Wie man sehen kann, wird hier Einiges durcheinandergeworfen und viele Konzepte scheinen den Autoren noch nicht ganz klar zu sein.</p>
<p>Es sei der aktuellen Startelf des BMWK und BMF zugute gehalten, dass dieses Strategiepapier schon im Septemeber 2019 erschienen, und damit der Vorgängerregierung zuzuschreiben ist (siehe Parteiprogramm CDU/CSU, die sich hierauf berufen), dennoch stützen sich sämtliche aktuellen Publikationen und Zielsetzungen der aktuellen Regierung auf diese Strategie und wurden dementsprechen sicherlich eingehend geprüft, auf Korrektheit kontrolliert und inhaltlich begutachtet (ODER?). Oder ist die Strategie schlichtweg vergessen worden, und durch die "Digitalstrategie" des Bundesministerium für Digitales und Verkehr (wieder zwei clever kombinierte Kompetenzbereiche) ersetzt worden? Begriffe wie Blockchain oder Bitcoin kommen in diesem Strategiepapier des BMVI nämlich gar nicht mehr vor 🤔Nur der Begriff Krypto wird hier (natürlich mit Verweis auf Nachhaltigkeit und Rechtssicherheit) kurz erwähnt:</p>
<blockquote>
<p>Wir wollen den Standort Deutschland im Bereich der Finanzinnovationen und Krypto-Token weiter stärken. Dazu braucht es weiter klare und rechtssichere Steuerregeln, um Entwicklungen nicht zu behindern. Wir wollen die Finanzaufsicht weiter darin bestärken, neue, innovative Geschäftsmodelle auch bei komplexen Strukturen zu durchdringen. Wir setzen uns für eine europäische Aufsicht im Kryptobereich ein, um innerhalb Europas einheitliche Standards auch unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten zu fördern. [...] Den schnell wachsenden ökologischen Fußabdruck von digitalen Technologien wie z.B. von bestimmten Kryptowerten wollen wir monitoren und weitere Maßnahmen zur Reduktion ausarbeiten.</p>
</blockquote>
<p>Das Fehlen von Blockchain und Bitcoin in dieser Strategie kann darauf zurückgeführt werden, dass weder in den jeweiligen Parteien, noch auf Ebene der Bundesregierung engagierte Fachpersonen zugegen sind, die das Thema vorantreiben wollen. Das Thema Blockchain wird hier, wenn überhaupt, ehrenamtlichen Interessenvertretern, Vereinen und Vertretern von Start-ups im Blockchain-Bereich repräsentiert. So gibt es z.B. den sogenannten Bundesblock (Blockchain Bundesverband), der thematisch aber scheinbar absichtlich von Bitcoin abrückt und sich mit anderen Anwendungsfällen der Blockchain, wie DAOs (Decentralized Autonomous Organization), SSI (Self Sovereign Identity), Steuern, sogar NFTs und dem Metaverse beschäftigt. Die Regierung selbst scheint insgesamt wenig zu dem Thema beitragen zu wollen.</p>
<hr>
<p>Das oben aufgezeigte ist eine kurze Übersicht des Ist-Zustands. Das Thema Bitcoin scheint in der deutschen Politik noch überhaupt nicht angekommen zu sein, entweder, weil die Einstiegshürde zu hoch ist, oder weil das Thema für die meisten Amtsträger einfach noch keinen großen Stellenwert besitzt. Was auch immer der Grund für die Nichtbeachtung ist, es bleibt abzuwarten, ob die Regierung ihre Prioritäten falsch setzt und die wichtigste Erfindung seit dem Internet (wieder mal) verpasst, oder ob nach außen hin eine scheinheilige Nichtbeachtung suggeriert wird, während man sich an anderer Stelle detailliert mit dem Thema auseinandersetzt.</p>
<p>Da zumindest die EZB mit Hinblick auf CBDCs aktiv im Bereich der Digital Assets "forscht", sollte die Bundesregierung mindestens auf dem gleichen Erkenntnisstand bleiben, um etwaigen Vorstößen mit Wissen und Kompetenz entgegentreten zu können. Die Nichtbeachtung von Seiten der Parteien ist fahrlässig, öffnet aber - gerade in einem Vielparteiensystem wie Deutschland - sogar Türen, um vielleicht eine Gruppierung zu gründen, die sich dem Thema, mit Sachverstand und Ahnung, annimmt. Das wäre ein schönes Thema für eine zukünftige Ausgabe.</p>
<p>🫳🎤</p>
<hr>
<p>In diesem Sinne, 2... 1... Risiko!‌</p>
<p><img src="https://media.tenor.com/images/4ae424f8d8ea36e86169862d84d1b31e/tenor.gif" alt=""></p>
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<h4>SPD Regierungsprogramm</h4>
<p>Nix! Weder Bitcoin, noch Blockchain oder Kryptowährungen werden erwähnt.</p>
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<h4>CDU/CSU Regierungsprogramm</h4>
<p>Der Begriff Blockchain kommt hier immerhin 6 mal vor. Die CDU/CSU möchte "wichtigen industriellen Zukunftsfeldern" einen Platz in Europa bieten und Deutschland dabei zu einer "Hochburg" für diese Technologien entwickeln. Des Weiteren verweist die CDU/CSU hier auf die Blockchain-Strategie, die wir später noch näher betrachten. Von Bitcoin im Speziellen oder Kryptowährungen im Allgemeinen ist an keiner Stelle die Rede.</p>
<h4>FDP Regierungsprogramm</h4>
<p>Auch die FDP nähert sich dem Thema Blockchain wage an und erwähnt diese 2 mal in ihrem Programm. Auch das Thema Kryptowährungen wird besprochen und zumindest in einem positiven Kontext "begrüßt". Konkrete Schritte oder Pläne werden nicht erläutert.</p>
<blockquote>
<p>Wir begrüßen zudem alternative Tauschmittel wie Kryptowährungen auf Blockchain sowie anderen Basen und wollen die Schaffung eines verlässlichen rechtlichen Rahmens fördern und weiterentwickeln.</p>
</blockquote>
<h4>Grünen Regierungsprogramm</h4>
<p>Jetzt wird es schwierig. Die Grünen sind pro einer Euro-CBDC der EZB, da sie meinen, dass diese Rechtssicherheit für Verbraucher//innen schafft. In Ausgabe <a href='/tag/5/'>#5</a> haben wir schon besprochen, dass CBDCs Zentralbankgeld darstellen und die Zentralbanken Konten direkt verwalten. Die Einzigen, die Rechtssicherheit erhalten, sind die Zentralbanken und durch Erweiterung der Staat. Denn CBDCs sind - anders als Bargeld - programmiertes und transparentes Geld, mit dem sich die Herkunft somit alle historischen Daten sowie Daten über den Verwendungszweck nachvollziehen lassen.</p>
<p>Weiter setzen die Grünen den Gebrauch von Kryptowährungen mit Geldwäsche, Kinderpornografie, Steuerhinterziehung und Terrorfinanzierung gleich. Das lassen wir mal unkommentiert so stehen.</p>
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<blockquote>
<p>Wir befürworten die Initiative der Europäischen Zentralbank (EZB), einen digitalen Euro zu schaffen. Sie gewährleistet dabei Daten- und Rechtssicherheit für Verbraucher*innen und Unternehmen und erhöht die Effizienz der Euro-Transaktionen. [...] Bei allen digitalen Zahlungen und Kryptowährungen müssen die tatsächlichen wirtschaftlich Berechtigten analog zu Regelungen beim Bargeld ab einer gewissen Schwelle ermittelt werden. Zur Bekämpfung von Verbrechen wie Geldwäsche, Darstellung sexualisierter Gewalt gegen Kinder, Steuerhinterziehung und TerrorFinanzierung braucht es auch für den Bereich des digitalen Bezahlens klare Regeln. Bestehende Kooperationspflichten von Kryptotauschbörsen wollen wir erweitern und Ermittlungsbehörden angemessen in diesem Bereich schulen. Wir wollen den rasanten Entwicklungen im Bereich dezentraler Finanzanwendungen gerecht werden und die Chancen und Risiken von Kryptowährungen und Blockchains differenziert ausloten.</p>
</blockquote>
<p>Insgesamt werden Kryptowährungen in einem sehr negativ gefärbten Licht dargestellt. Kurzfassung: CBDCs und damit staatliche Kontrolle top! Kryptowährungen und Kryptotauschbörsen kriminell und zu wenig reguliert! Achja, aber Blockchain als Technologie "loten wir aus". Haben wir noch was vergessen? Stimmt, mehr Steuern! Denn wie wir letzte Woche gesehen haben, sind Gewinne aus der Veräußerung von virtuellen Währung steuerfrei, wenn zwischen Kauf und Verkauf mindestens 12 Monate liegen. Diese Regel wollen die Grünen abschaffen und alle Transkationen besteuern.</p>
<blockquote>
<p>Auch werden wir die Steuerfreiheit für andere Veräußerungsgewinne, beispielsweise beim Handel mit Edelmetallen, Rohstoffen oder Kryptowerten, abschaffen.</p>
</blockquote>
<h4>Linkspartei Regierungsprogramm</h4>
<p>Bei der Linkspartei wird die Technologie Blockchain erst gar nicht erwähnt, allerdings wird von Kryptotechnologie gesprochen, und wie soll es auch anders sein, sollen Zahlungen mit dieser Technologie besser beaufsichtigt werden. Als einzige Partei befasst sich die Linkspartei auch mit dem Thema Mining. Dieses ist deren Ansicht nach energie- und ressourcenverschwendend und muss deshalb verboten werden. Wenn mich eine Sache wundert, dann dass ich diesen Absatz in diesem und nicht im Regierungsprogramm der Grünen gefunden habe.</p>
<blockquote>
<p>Die Antigeldwäscheeinheit des Zolls (FIU) hat im Kampf gegen Geldwäsche versagt und verfügt nicht über kriminalistisch geschultes Personal. Wir brauchen eine stärkere Einbeziehung der Kriminalämter in die Analyse von Geldwäscheverdachtsmeldungen. Insbesondere der Immobilien- bzw. Nichtfinanzsektor sowie die neuen Fintech-Unternehmen, die Zahlungen im Internet abwickeln oder Kryptotechnologie nutzen, müssen besser beaufsichtigt werden.</p>
</blockquote>
<blockquote>
<p>Wir streben ein Verbot der energie- und ressourcenverschwendenden Erzeugung sogenannter Kryptowährungen an.</p>
</blockquote>
<p>Wie wir alle wissen, haben SPD, Grüne und FDP als Koalition die Wahl für sich entscheiden können und so musste aus den Regierungsprogrammen der drei Parteien ein Koalitionsvertrag geschaffen werden. Welche der Forderungen aus den Programmen übernommen und in den Vertrag eingebaut wurden, schauen wir uns als nächstes an.</p>
<h4>Koalitionsvertrag zwischen SPD, Grünen und FDP</h4>
<p>Gänzlich neu und in keinem der Programme zu finden, ist der Ansatz der neuen Regierung, den veralteten und sehr mühseligen Ablauf beim Erwerb von Immobilien mit Hilfe eines "Grundbuches auf der Blockchain" zu prüfen. Dies ist ein persönliches Reizthema für mich und etwas, das ich schon seit Jahren fordere. Ich bin also sehr dafür.</p>
<blockquote>
<p>Wir geben eine Machbarkeitsstudie in Auftrag um zu untersuchen, ob ein Grundbuch auf der Blockchain möglich und vorteilhaft ist.</p>
</blockquote>
<p>Außerdem will die Regierung die Blockchain dazu nutzen, um Cum-Ex ähnliche Geschäfte zu verhindern. Ich finde es beachtlich, dass das Thema Blockchain zumindest Erwähnung findet und darüber hinaus handfeste Anwendungsbereiche geschaffen wurden. Ob diese tatsächlich Umsetzung finden wird, bleibt abzuwarten. </p>
<blockquote>
<p>Aufbauend auf den Maßnahmen der letzten Legislaturperiode werden wir alles dafür tun, missbräuchliche Dividendenarbitragegeschäfte zu unterbinden. Um dies betrugssicher sicher zu stellen, wollen wir neue technische Möglichkeiten, z. B. Blockchain, noch stärker nutzen.</p>
</blockquote>
<p>Der positive Ton gegenüber dem Thema Blockchain und digitalen Finanzdienstleistungen (ich begrüße, dass Kryptowährungen als Begriff ersetzt wurde) scheint es aus dem Programm der FDP in den Vertrag hinüber geschafft zu haben. Die Regierung öffnet sich dem Thema, will den finanziellen, rechtlichen und regulatorischen Rahmen schaffen, um Deutschland zu einem der führenden Standorte machen und schlägt proaktiv Anwendungsbeispiele, wie z.B. die Emission elektronischer Wertpapiere, vor.</p>
<blockquote>
<p>Für FinTechs, InsurTechs, Plattformen, NeoBroker und alle weiteren Ideengeber soll Deutschland einer der führenden Standorte innerhalb Europas werden. Es gilt, die mit den neuen Technologien, wie z. B. Blockchain, verbundenen Chancen zu nutzen, Risiken zu identifizieren und einen angemessenen regulatorischen Rahmen schaffen. Wir werden deshalb für effektive und zügige Genehmigungsverfahren für FinTechs sorgen. Digitale Finanzdienstleistungen sollten ohne Medienbrüche funktionieren; dafür werden wir den Rechtsrahmen schaffen und die Möglichkeit zur Emission elektronischer Wertpapiere auch auf Aktien ausweiten.</p>
</blockquote>
<p>Im nächsten Absatz wird ein konkreter Ansatz zur Regulierung des Kryptobereichs durch die EU (MiCA) vorgestellt und zugleich der Standort Deutschland als gerechter und wettbewerbsfreundlicher Finanzplatz für Digitalunternehmen verteidigt. Die gesamte Formulierung wirkt auf mich sehr FDP-getrieben und scheint größtenteils durch die Verantwortlichen der Liberalen nach vorne gebracht worden zu sein.</p>
<blockquote>
<p>Wir brauchen eine neue Dynamik gegenüber den Chancen und Risiken aus neuen Finanzinnovationen, Kryptoassets und Geschäftsmodellen. Wir setzen uns für ein Level-PlayingField mit gleichen Wettbewerbsbedingungen innerhalb der EU, zwischen traditionellen und innovativen Geschäftsmodellen und gegenüber großen Digitalunternehmen ein. Das europäische Finanzmarktaufsichtsrecht machen wir fit für die Digitalisierung und für komplexe Konzernstrukturen, um eine ganzheitliche und risikoadäquate Aufsicht über neue Geschäftsmodelle sicherzustellen. Wir brauchen für den Kryptobereich eine gemeinsame europäische Aufsicht. Wir verpflichten Kryptoassetdienstleister zur konsequenten Identifikation der wirtschaftlich Berechtigten.</p>
</blockquote>
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<p>Und dann durften die Grünen auch noch einen Absatz aus ihrem Programm unterbringen (immerhin keine Kinderpornografie):</p>
<blockquote>
<p>Die EU-Aufsichtsbehörde soll sich nicht nur um den klassischen Finanzsektor kümmern, sondern auch den Missbrauch von Kryptowerten für Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung verhindern.</p>
</blockquote>
<p>Wie werden also die Ideen und Ansätze des Koalitionsvertrages in der Praxis umgesetzt? Die Bundesfinanz- und Wirtschaftsministerien haben eine "Blockchain-Strategie der Bundesregierung" verfasst, in der gründlich alle möglichen Konzepte vermischt werden:</p>
<blockquote>
<p>Der bekannteste – bei Weitem nicht einzige – Anwendungsfall ist die Kryptowährung Bitcoin. Mit dem sprunghaften Anstieg der Kurse von Kryptowährungen und der neuartigen Finanzierungsform sogenannter Initial Coin Offerings (ICOs) wuchs das öffentliche Interesse an der Blockchain-Technologie. Zugleich wuchs mit dem Handel von Bitcoin der damit verbundene Stromverbrauch massiv. In letzter Zeit kommen Anwendungsfälle jenseits von Kryptowährungen mehr und mehr in den Fokus.</p>
</blockquote>
<p>Zunächst wird Bitcoin als Kryptowährung betitelt, aber das ist nicht das größte Problem, denn diese Debatte wird ja zur Zeit noch geführt und das Unterscheiden von Bitcoin und anderen "Kryptowährungen" wird ein Kampf sein, der noch für eine Weile gekämpft werden wird. Allerdings wird im zweiten Satz gleich auf ICOs verwiesen, welche mit Bitcoin überhaupt nichts zu tun haben, um dann wieder auf das Thema Bitcoin zurückzuspringen und das beliebte Stromverbrauch-FUD-Narrativ aufzugreifen (das BMWK - also das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz vereint unter Robert H. ja jetzt zwei Kompetenzbereiche, da darf der Verweis auf Klimaschutz natürlich nicht fehlen 😙).</p>
<p>Kurzer Schwenker zum Thema Energie- und Klimaschutz-FUD. Das betrifft nicht direkt das Kernthema dieser Ausgabe, scheint aber das Lieblingsthema der Politiker zu sein, wenn es um Bitcoin geht (oder Joe?). Sogar die FT hat kürzlich eine Kolumne veröffentlicht, die sich "kritisch" mit Bitcoin auseinandersetzt und vielen objektiv falschen Narrativen auf den Leim geht. Der Artikel ist als Archiv verlinkt:</p>
<p><np-embed url="https://archive.ph/4AD1L"><a href="https://archive.ph/4AD1L">https://archive.ph/4AD1L</a></np-embed></p>
<p>Um die Argumente gegen die Kritiker (z.B. FT Kolumnistin Jemima Kelly) kurz zu halten: Der letzte Bericht des Bitcoin Mining Councils (Juli) zeigt auf, dass 59,5% der für Bitcoin-Mining aufgebrachten Energie aus erneuerbaren Quellen stammt, und dass Bitcoin zwar 0,15% der weltweit produzierten Energie verbraucht, diese jedoch für nur 0,086% der globalen CO2-Emissionen verantwortlich ist.</p>
<img src="https://blossom.primal.net/80070a3927e9f507fa67ccd91b8e3b179ff4358b3ae6bf4588d8977ae17e8a09.png">

<img src="https://blossom.primal.net/36dd6e9fc1b4d4bb005df58f6dbb624ab98bb33b56083836afd87aa3bd19c8c6.png">

<p>Hinzu kommt, dass Bitcoin-Mining in den nächsten Jahren energieeffizienter wird, da Mining sich mit erstaunlicher Geschwindigkeit dem Energiesektor annähert. Dies wird zu einer exponentiellen Steigerung von Innovationen führen, die sowohl Bitcoin mittelfristig weiter dekarbonisieren, aber auch die zunehmend erneuerbaren Netze verbessern wird.</p>
<p>Zurück zur Politik und der Blockchain-Strategie der Bundesregierung. An anderer Stelle wird vom Blockchain-Whitepaper gesprochen und dann auf das Bitcoin Whitepaper von Satoshi verwiesen. Bis auf eine weitere Erwähnung zur Einordnung von Bitcoin als Kryptowährung wird Bitcoin selbst auf den gesamten 24 Seiten der Veröffentlichung nicht mehr erwähnt. Wie man sehen kann, wird hier Einiges durcheinandergeworfen und viele Konzepte scheinen den Autoren noch nicht ganz klar zu sein.</p>
<p>Es sei der aktuellen Startelf des BMWK und BMF zugute gehalten, dass dieses Strategiepapier schon im Septemeber 2019 erschienen, und damit der Vorgängerregierung zuzuschreiben ist (siehe Parteiprogramm CDU/CSU, die sich hierauf berufen), dennoch stützen sich sämtliche aktuellen Publikationen und Zielsetzungen der aktuellen Regierung auf diese Strategie und wurden dementsprechen sicherlich eingehend geprüft, auf Korrektheit kontrolliert und inhaltlich begutachtet (ODER?). Oder ist die Strategie schlichtweg vergessen worden, und durch die "Digitalstrategie" des Bundesministerium für Digitales und Verkehr (wieder zwei clever kombinierte Kompetenzbereiche) ersetzt worden? Begriffe wie Blockchain oder Bitcoin kommen in diesem Strategiepapier des BMVI nämlich gar nicht mehr vor 🤔Nur der Begriff Krypto wird hier (natürlich mit Verweis auf Nachhaltigkeit und Rechtssicherheit) kurz erwähnt:</p>
<blockquote>
<p>Wir wollen den Standort Deutschland im Bereich der Finanzinnovationen und Krypto-Token weiter stärken. Dazu braucht es weiter klare und rechtssichere Steuerregeln, um Entwicklungen nicht zu behindern. Wir wollen die Finanzaufsicht weiter darin bestärken, neue, innovative Geschäftsmodelle auch bei komplexen Strukturen zu durchdringen. Wir setzen uns für eine europäische Aufsicht im Kryptobereich ein, um innerhalb Europas einheitliche Standards auch unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten zu fördern. [...] Den schnell wachsenden ökologischen Fußabdruck von digitalen Technologien wie z.B. von bestimmten Kryptowerten wollen wir monitoren und weitere Maßnahmen zur Reduktion ausarbeiten.</p>
</blockquote>
<p>Das Fehlen von Blockchain und Bitcoin in dieser Strategie kann darauf zurückgeführt werden, dass weder in den jeweiligen Parteien, noch auf Ebene der Bundesregierung engagierte Fachpersonen zugegen sind, die das Thema vorantreiben wollen. Das Thema Blockchain wird hier, wenn überhaupt, ehrenamtlichen Interessenvertretern, Vereinen und Vertretern von Start-ups im Blockchain-Bereich repräsentiert. So gibt es z.B. den sogenannten Bundesblock (Blockchain Bundesverband), der thematisch aber scheinbar absichtlich von Bitcoin abrückt und sich mit anderen Anwendungsfällen der Blockchain, wie DAOs (Decentralized Autonomous Organization), SSI (Self Sovereign Identity), Steuern, sogar NFTs und dem Metaverse beschäftigt. Die Regierung selbst scheint insgesamt wenig zu dem Thema beitragen zu wollen.</p>
<hr>
<p>Das oben aufgezeigte ist eine kurze Übersicht des Ist-Zustands. Das Thema Bitcoin scheint in der deutschen Politik noch überhaupt nicht angekommen zu sein, entweder, weil die Einstiegshürde zu hoch ist, oder weil das Thema für die meisten Amtsträger einfach noch keinen großen Stellenwert besitzt. Was auch immer der Grund für die Nichtbeachtung ist, es bleibt abzuwarten, ob die Regierung ihre Prioritäten falsch setzt und die wichtigste Erfindung seit dem Internet (wieder mal) verpasst, oder ob nach außen hin eine scheinheilige Nichtbeachtung suggeriert wird, während man sich an anderer Stelle detailliert mit dem Thema auseinandersetzt.</p>
<p>Da zumindest die EZB mit Hinblick auf CBDCs aktiv im Bereich der Digital Assets "forscht", sollte die Bundesregierung mindestens auf dem gleichen Erkenntnisstand bleiben, um etwaigen Vorstößen mit Wissen und Kompetenz entgegentreten zu können. Die Nichtbeachtung von Seiten der Parteien ist fahrlässig, öffnet aber - gerade in einem Vielparteiensystem wie Deutschland - sogar Türen, um vielleicht eine Gruppierung zu gründen, die sich dem Thema, mit Sachverstand und Ahnung, annimmt. Das wäre ein schönes Thema für eine zukünftige Ausgabe.</p>
<p>🫳🎤</p>
<hr>
<p>In diesem Sinne, 2... 1... Risiko!‌</p>
<p><img src="https://media.tenor.com/images/4ae424f8d8ea36e86169862d84d1b31e/tenor.gif" alt=""></p>
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      </item>
      
      <item>
      <title><![CDATA[#2 // Block 740012 // Bitcoin Reserve Currency - Eine Utopie]]></title>
      <description><![CDATA[]]></description>
             <itunes:subtitle><![CDATA[]]></itunes:subtitle>
      <pubDate>Wed, 17 Jul 2024 19:35:40 GMT</pubDate>
      <link>https://www.genexyz.org/post/1721243636888/</link>
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      <category>Bitcoin</category>
      
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      <dc:creator><![CDATA[Genexyz]]></dc:creator>
      <content:encoded><![CDATA[<p>In Zeiten in denen Ludwig Erhards Idee einer Sozialen Marktwirtschaft mit Füßen getreten wird, suchen viele Menschen nach einer gesunden Alternative. In seinem Buch "Wohlstand für Alle" wird das Bild des Staats als Schiedsrichter, der am Spiel teilnimmt ohne direkten Einfluss zu nehmen, aufgemalt. Das Spiel, also der Markt, muss gerecht gehalten werden (level playing field, wie es im Englischen schön heißt) und dies passiert durch ein Balancieren der Kräfte zwischen Angebot und Nachfrage, Arbeitgeber und Arbeitnehmer, Firmen und Kartellamt. Dieser Kräfteausgleich, oder anders Wettbewerb genannt, zwischen den Spielern führt zu einer prosperierenden Gesellschaft, in der auch alle Teilnehmer zu mehr Wohlstand gelangen können.</p>
<p>Diese Idee kontrastiert stark mit der aktuellen Situation, in der der Staat nicht mehr die Rolle des Schiedsrichters innehat, sondern ganz aktiv in das Geschehen eingreift. Der Staat vereinnahmt immer weitreichendere Teile des Marktes für sich und interveniert, indem Banken aus Finanzkrisen, kranke oder zumindest vermeintlich risikobehaftete Bürger vor Pandemien und Kriegsfolgen in Europa und zuletzt vor steigenden Benzinpreisen gerettet werden müssen. Letzteres z.B. tut der Staat nicht, indem er das Kartellamt einschaltet und somit Mineralölunternehmen eine gelbe Karte erteilt, sondern indem er direkt eingreift und Energiesteuergesetze erlässt, die den Benzinpreis direkt beeinflussen sollen. Dies ist nur das letzte Beispiel für einen fortwährenden Trend weg von der freien Marktwirtschaft hin zu einem alles lenkenden Staat. In Post <a href='/tag/2/'>#2</a> habe ich schon folgendes gesagt:</p>
<blockquote>
<p>Komplexe Systeme, wie die Energieversorgung eines Staates, müssen gesteuert, überwacht und reguliert werden, dazu sollten Politiker und Berater befähigt werden. Jedoch ist eine zentrale Planung dieser Systeme nicht möglich.</p>
</blockquote>
<p>Ob Energiepolitik oder Geldpolitik, für viele Menschen sind der übergriffige Staat und die ungreifbare Politik der Zentralbanken ein immer größerer Dorn im Auge, weshalb sie einen Ausweg in eine gesunde Geldpolitik suchen. Für Bitcoiner ist der sogenannte Bitcoin Standard (nicht mit dem großartigen Buch von Saifedean Ammous zu verwechseln) das finale Ziel, um unsere Welt in eine nachhaltigere, marktwirtschaftlich vernünftigere und finanziell gesunde Gesellschaft führen. Die Geldpolitik von Bitcoin ist programmatisch, ist in Code geschrieben, kann jederzeit von jedem geprüft werden und wird nicht von einer einzelnen Person oder Gruppe kontrolliert. Bitcoin ist eine automatisierte Zentralbank mit einer programmatischen Geldpolitik und somit völlig isoliert von jeglichem politischen Druck. Keine Änderung der Nachfrage in irgendeiner Richtung wirkt sich auf das Angebot aus, die Menge an bitcoins ist fest im Code verankert. Bitcoin ist die unabhängigste Zentralbank der Welt.</p>
<p>Natürlich kann man argumentieren, dass der Bitcoin Preis, bzw. die damit verbundene Volatilität, oder der Wilde Westen, den die unregulierte Digital Assets Szene zurzeit ausmachen, für Außenstehende auch wie Kraut und Rüben aussehen. Doch wenn man Bitcoin mit dem aktuellen Chaos der von Menschen geführten Geldpolitik vergleicht, sieht die Geldpolitik von Bitcoin unglaublich attraktiv, weil transparent und stabil, aus. Die schon erwähnten kurzfristigen Preisbewegungen lenken die meisten Menschen, die in Bitcoin zunächst nur eine Investment Chance oder Hokus Pokus sehen, von der wahren Innovation ab. Bitcoin stellt ein digitales, solides und gutes Geld (sound money) dar.</p>
<p>Doch was genau muss passieren, damit Bitcoin die Rolle einer Leitwährung übernehmen kann? Folgende Annahmen müssten dazu wahrscheinlich erfüllt werden, um solch ein Szenario zu realisieren:</p>
<p><strong>1️⃣ Der US Dollar muss seine Rolle als exklusive globale Leitwährung bzw. Weltwährung verlieren.</strong></p>
<p>Ein sehr aufschlussreicher Artikel zu diesem Thema wurde neulich auf <a href="https://www.zerohedge.com/geopolitical/five-warning-signs-end-dollar-hegemony-near-heres-what-happens-next">zerohedge.com</a> veröffentlicht. In diesem Artikel werden fünf Anzeichen aufgelistet und erklärt, warum die Vormachtstellung des US Dollars in Gefahr ist. Ich rate jedem den original Artikel zu lesen, allerdings habe ich die fünf Thesen kurz zusammengefasst.</p>
<blockquote>
<p>‌Warning Sign <a href='/tag/1/'>#1</a>: Russia Sanctions Prove Dollar Reserves “Aren’t Really Money”</p>
</blockquote>
<p>Provoziert durch den Krieg in der Ukraine haben die USA Sanktionen gegen Russland verhängt und u.A. die Dollarreserven der Russischen Zentralbank eingefroren. Dieser Schritt verdeutlicht die politischen Risiken, die mit dem Halten seiner Reserven in US Dollars behaftet sind. Das Vertrauen in den Dollar ist beschädigt und viele Staaten schauen sich nach Alternativen um.</p>
<blockquote>
<p>‌Warning Sign <a href='/tag/2/'>#2</a>: Rubles, Gold, and Bitcoin for Gas, Oil, and Other Commodities</p>
</blockquote>
<p>Als einer der größten Exporteure für Wirtschaftsgüter aller Art (Rohstoffe, aber auch Gold und Uranium) hat Russland angekündigt keine Zahlungen in Dollar mehr zu akzeptieren und stattdessen nur noch Rubel, Gold oder Bitcoin anzunehmen. Das heißt, dass der Dollar als Zahlungsmittel im internationalen Handel seine Exklusivität verloren hat.</p>
<blockquote>
<p>‌Warning Sign <a href='/tag/3/'>#3</a>: The Petrodollar System Flirts With Collapse</p>
</blockquote>
<p>Dank einem Abkommen zwischen Saudi Arabien und den USA in den 1970ern wird das von allen Mitgliedsstaaten der OPEC geförderte Öl in US Dollar gehandelt, im Gegenzug für militärischen Schutz der USA. Das sogenannte Petrodollar System hat dem US Dollar somit einen enormen Wert und hohe Liquidität verliehen. Russlands Ausschluss vom Dollar System als Teil der US Sanktionen könnte sich ähnlich mit China wiederholen, wenn diese Taiwan überfallen, und damit könnte China nicht mehr ohne weiteres Öl importieren. Um solch ein Risiko durch Abhängigkeit vom US Dollar zu vermeiden hat China seit Jahren ein Alternativsystem basierend auf den Chinesischen Yuan mit Hilfe des Shanghai International Energy Exchange (INE) aufgebaut. China ist der weltgrößte Importeur von Öl und Saudi Arabien den USA nicht mehr so wohl gesinnt, wie noch vor 50 Jahren, zu Beginn des Petrodollar Systems. Sollte also China als größter Kunde Saudi Arabiens diese dazu bringen den Yuan zu akzeptieren, wäre es mit dem Öl-gestützten Petrodollar System vorbei und somit bräche auch einer der Pfeiler des Dollars als Zahlungsmittel im internationalen Handel weg.</p>
<p><img src="https://media.tenor.com/images/64b38816e2dc9e39246e63c15b309b7c/tenor.gif" alt=""></p>
<blockquote>
<p>Warning Sign <a href='/tag/4/'>#4</a>: Out of Control Money Printing and Record Price Increases</p>
</blockquote>
<p>Mehr als 4 Billionen US Dollar wurden in den letzten zwei Jahren von der Federal Reserve bereitgestellt - die größte monetäre Ausweitung in der Geschichte der USA. Dies ist höchstwahrscheinlich einer der größten Preistreiber der aktuellen Inflation, selbst wenn die Federal Reserve dies nicht zugibt.</p>
<blockquote>
<p>Warning Sign <a href='/tag/5/'>#5</a>: Fed Chair Admits Dollar Supremacy Is Dead</p>
</blockquote>
<p>“It’s possible to have more than one reserve currency.” Es ist auch möglich, mehr als nur eine große Währung zu haben sagte Jerome Powell, der Präsident der Federal Reserve. Der Mann, dessen Job es ist die Leitwährung (bzw. Weltwährung) zu beschützen, gibt offen zu, dass es neben dem Dollar auch weitere Kandidaten für den Thron geben kann.</p>
<p><strong>2️⃣ Bitcoin muss von einer Großzahl der wirtschaftlich stärksten Länder der Welt anerkannt werden.</strong></p>
<p>Wie bereits erwähnt bahnen sich tektonische Verschiebungen in der Weltpolitik und der Weltwirtschaft an. Russland ist vom US Dollar System de jure ausgeschlossen (de facto wirft die ganze Welt Russland die immer noch hinterher), China hat an einem Alternativsystem zum Petrodollar gearbeitet und auch die Eurozone (mit dem Euro als zweitwichtigster Reservewährung und der Währung mit dem größten Geldvolumen weltweit) arbeitet zurzeit an einem digitalen Euro und/oder einer CBDC (Central Bank Digital Currency), was zumindest darauf schließen lässt, dass auch in Europa zumindest über Alternativszenarien nachgedacht wird und den Euro zumindest als zweitwichtigste Weltwährung platzieren möchte.</p>
<p><img src="https://image.nostr.build/34729859f507a410cc5d6db54fc260a3b556a0daf97e7069b48a474702fa4340.png" alt=""></p>
<p><img src="https://image.nostr.build/400360f263b61467b880ceedfd28a8d6a25c6fb6ad63c08ef9157dcdfe2b7f4f.png" alt=""></p>
<p>Aber auch die USA selbst müssten Bitcoin als legales und reguliertes Zahlungsmittel anerkennen, bevor es dann überhaupt als Leit- oder Reservewährung in Frage kommen kann.</p>
<p><strong>3️⃣ Aus ökonomischer Sicht müssten einige der Messwerte von Bitcoin substantiell nach oben steigen.</strong></p>
<p>Hier will ich das Pferd mal von hinten aufzäumen. Ohne auf Geldmengendefinitionen für M1, M2, M3, etc. und Geldschöpfungsmechanismen einzugehen, will ich hier eine einfache Bierdeckelrechnung anstellen, um nur eine grobe Hausnummer aufzuzeigen. Die monetäre Basis, also die Zentralbankgeldmenge, der USA beläuft sich auf  5,8 Billionen Dollar (5.885.200.000.000).</p>
<p><img src="https://image.nostr.build/93fd83f2f22a0a19590d097e6acef3b8d8f1c5fec771bfedccd99c9d333f3c2a.png" alt=""></p>
<p><img src="https://image.nostr.build/971679e11b974b1a7b3360cef44e8491689a368b29c765da7e7e3e0f582d1384.png" alt=""></p>
<p>Das bedeutet für Bitcoin, dessen Geldmenge auf 21 Millionen (21.000.000) festgelegt ist, dass eine "Marktkapitalisierung" von 5,8 Billionen nur über den Anstieg des Preises pro bitcoin erreicht werden kann. Das bedeutet in Zahlen einen Preis von ca. 280.000 US Dollar, oder anders ausgedrückt eine Verzehnfachung des jetzigen Preises. Ist solch ein Anstieg möglich? Wir können auf jeden Fall festhalten, dass der Preis von Bitcoin noch im März 2020 bei unter 5.000 USD lag, bevor der rasante Anstieg auf über 60.000 im April 2021 stattfand. Also innerhalb eines Jahres, hatte Bitcoin seinen Preis mehr als verzehnfacht und das ist nur der letzte deutliche Sprung, denn natürlich waren zu Anfangszeiten Sprünge im Bereich Faktor 10 keine Seltenheit. Mit dieser Rechnung möchte ich nur zeigen, dass Bitcoin momentan noch viel zu "klein" ist, um in der Liga von Währungen, wie dem US Dollar, oder dem Euro zu spielen. Diese Milchmädchenrechnung zieht auch die gesagt in Dollar angegebene Geldmenge bei fremdländischen Banken (Eurodollar) etc. nicht in Betracht.</p>
<p><img src="https://image.nostr.build/08b7ecb6fcc8d95e3b980c37b6e7e0b0450d95984b4691879b18e5d795d6118e.png" alt=""></p>
<p>Das alles soll nicht heißen, dass die Welt plötzlich anfängt Bitcoin als Zahlungsmittel zu akzeptieren (es besteht auch ein Unterschied zwischen Bitcoin als Währung und Bitcoin als Zahlungsmittel). Aber in solch einer hypothetischen Währungsordnung würden die Zentralbanken der jeweiligen Länder Bitcoin als Reserve hinterlegen, wie es z.B. zu Zeiten des Goldstandards der Fall war. Das heißt, den Fiat-Währungen wird durch das Hinterlegen und Absichern der Geldmenge in Bitcoin ein tatsächlicher Wert verliehen und nicht wie es heutzutage der Fall ist, mit einem Versprechen die Liquidität der jeweiligen Währung "abgesichert". Hinzu kommt natürlich, dass alle oben aufgeführten Annahmen erstmal erfüllt werden müssten, um Bitcoin nur theoretisch in die Lage zu versetzen, als Leitwährung überhaupt in Frage zu kommen. Gold hat es schon immer gegeben und die Charakteristika von Gold als Reserve sind unbestreitbar, allerdings haben sich die Staaten gegen ein Gold-gestütztes Währungssystem entschieden, weil eine Abkopplung den Umgang mit Geld und Krediten viel flexibler gestaltet. Das bedeutet, dass entweder Staaten von sich aus entscheiden müssten, von nun an ihrer Währung mehr Glaubwürdigkeit und Stabilität zu verleihen, indem sie einen Bitcoin Standard für sich einführen, oder aber der Einsatz von Bitcoin weltweit so stark steigt, dass automatisch Währungssysteme, weltweiter Handel, etc. in Bitcoin benannt wird, anstatt in US Dollars wie es heute der Fall ist.</p>
<blockquote>
<p>"The government currencies are so unreliable — they're also fiat currencies. They're not backed by anything,"  - Sen. Rand Paul</p>
</blockquote>
<hr>
<p>Über 150 Millionen Menschen auf der ganzen Welt haben Bitcoin für sich akzeptiert und benutzen es mehr oder weniger täglich für sich. Die Nachfrage nach einem extrem knappen Zahlungsmittel, das relativ einfach selbst verwahrt und durch ein global verteiltes Netzwerk von Knoten, auf dem Open-Source-Software läuft, übertragen und gesichert werden kann, wird steigen. Wenn man sich alles ansieht, was zurzeit in der Welt vor sich geht, insbesondere mit Blick auf Regierungen, die ihre politische und wirtschaftliche Macht immer weiter expandieren und damit gegen den Gedanken der freien Marktwirtschaft vorgehen, indem sie die Kontrolle über das Geld-, Lebensmittel- und Energiesystem ausbreiten, wird die Nachfrage nach Bitcoin nicht nur steigen, sondern rasant zunehmen. Die steigende Nachfrage nach Bitcoin und die gleichzeitige Abkehr und der Vertrauensverlust in die Politik der Staaten und das aktuelle Geldsystem könnte zu einem Bitcoin-gestützten Währungssystem führen, dem sogenannten Bitcoin Standard.</p>
<p>Die Frage ist, wie schnell wir es schaffen Bitcoin zur Reservewährung der Welt und damit die Menschheit insgesamt ein bisschen besser zu machen? Schaffen wir es in den nächsten Jahrhunderten, Jahrzehnten, oder sogar schon in den nächsten paar Jahren? Denn je länger der Übergang zu einem Bitcoin-Standard dauert, desto mehr Unsicherheit, politisches Missmanagement und korrupte (oder dumme) Entscheidungen wird die Menschheit ertragen müssen.</p>
<p>🫳🎤</p>
<hr>
<p>In diesem Sinne, 2... 1... Risiko!‌</p>
<p><img src="https://media.tenor.com/images/4ae424f8d8ea36e86169862d84d1b31e/tenor.gif" alt=""></p>
]]></content:encoded>
      <itunes:author><![CDATA[Genexyz]]></itunes:author>
      <itunes:summary><![CDATA[<p>In Zeiten in denen Ludwig Erhards Idee einer Sozialen Marktwirtschaft mit Füßen getreten wird, suchen viele Menschen nach einer gesunden Alternative. In seinem Buch "Wohlstand für Alle" wird das Bild des Staats als Schiedsrichter, der am Spiel teilnimmt ohne direkten Einfluss zu nehmen, aufgemalt. Das Spiel, also der Markt, muss gerecht gehalten werden (level playing field, wie es im Englischen schön heißt) und dies passiert durch ein Balancieren der Kräfte zwischen Angebot und Nachfrage, Arbeitgeber und Arbeitnehmer, Firmen und Kartellamt. Dieser Kräfteausgleich, oder anders Wettbewerb genannt, zwischen den Spielern führt zu einer prosperierenden Gesellschaft, in der auch alle Teilnehmer zu mehr Wohlstand gelangen können.</p>
<p>Diese Idee kontrastiert stark mit der aktuellen Situation, in der der Staat nicht mehr die Rolle des Schiedsrichters innehat, sondern ganz aktiv in das Geschehen eingreift. Der Staat vereinnahmt immer weitreichendere Teile des Marktes für sich und interveniert, indem Banken aus Finanzkrisen, kranke oder zumindest vermeintlich risikobehaftete Bürger vor Pandemien und Kriegsfolgen in Europa und zuletzt vor steigenden Benzinpreisen gerettet werden müssen. Letzteres z.B. tut der Staat nicht, indem er das Kartellamt einschaltet und somit Mineralölunternehmen eine gelbe Karte erteilt, sondern indem er direkt eingreift und Energiesteuergesetze erlässt, die den Benzinpreis direkt beeinflussen sollen. Dies ist nur das letzte Beispiel für einen fortwährenden Trend weg von der freien Marktwirtschaft hin zu einem alles lenkenden Staat. In Post <a href='/tag/2/'>#2</a> habe ich schon folgendes gesagt:</p>
<blockquote>
<p>Komplexe Systeme, wie die Energieversorgung eines Staates, müssen gesteuert, überwacht und reguliert werden, dazu sollten Politiker und Berater befähigt werden. Jedoch ist eine zentrale Planung dieser Systeme nicht möglich.</p>
</blockquote>
<p>Ob Energiepolitik oder Geldpolitik, für viele Menschen sind der übergriffige Staat und die ungreifbare Politik der Zentralbanken ein immer größerer Dorn im Auge, weshalb sie einen Ausweg in eine gesunde Geldpolitik suchen. Für Bitcoiner ist der sogenannte Bitcoin Standard (nicht mit dem großartigen Buch von Saifedean Ammous zu verwechseln) das finale Ziel, um unsere Welt in eine nachhaltigere, marktwirtschaftlich vernünftigere und finanziell gesunde Gesellschaft führen. Die Geldpolitik von Bitcoin ist programmatisch, ist in Code geschrieben, kann jederzeit von jedem geprüft werden und wird nicht von einer einzelnen Person oder Gruppe kontrolliert. Bitcoin ist eine automatisierte Zentralbank mit einer programmatischen Geldpolitik und somit völlig isoliert von jeglichem politischen Druck. Keine Änderung der Nachfrage in irgendeiner Richtung wirkt sich auf das Angebot aus, die Menge an bitcoins ist fest im Code verankert. Bitcoin ist die unabhängigste Zentralbank der Welt.</p>
<p>Natürlich kann man argumentieren, dass der Bitcoin Preis, bzw. die damit verbundene Volatilität, oder der Wilde Westen, den die unregulierte Digital Assets Szene zurzeit ausmachen, für Außenstehende auch wie Kraut und Rüben aussehen. Doch wenn man Bitcoin mit dem aktuellen Chaos der von Menschen geführten Geldpolitik vergleicht, sieht die Geldpolitik von Bitcoin unglaublich attraktiv, weil transparent und stabil, aus. Die schon erwähnten kurzfristigen Preisbewegungen lenken die meisten Menschen, die in Bitcoin zunächst nur eine Investment Chance oder Hokus Pokus sehen, von der wahren Innovation ab. Bitcoin stellt ein digitales, solides und gutes Geld (sound money) dar.</p>
<p>Doch was genau muss passieren, damit Bitcoin die Rolle einer Leitwährung übernehmen kann? Folgende Annahmen müssten dazu wahrscheinlich erfüllt werden, um solch ein Szenario zu realisieren:</p>
<p><strong>1️⃣ Der US Dollar muss seine Rolle als exklusive globale Leitwährung bzw. Weltwährung verlieren.</strong></p>
<p>Ein sehr aufschlussreicher Artikel zu diesem Thema wurde neulich auf <a href="https://www.zerohedge.com/geopolitical/five-warning-signs-end-dollar-hegemony-near-heres-what-happens-next">zerohedge.com</a> veröffentlicht. In diesem Artikel werden fünf Anzeichen aufgelistet und erklärt, warum die Vormachtstellung des US Dollars in Gefahr ist. Ich rate jedem den original Artikel zu lesen, allerdings habe ich die fünf Thesen kurz zusammengefasst.</p>
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<p>‌Warning Sign <a href='/tag/1/'>#1</a>: Russia Sanctions Prove Dollar Reserves “Aren’t Really Money”</p>
</blockquote>
<p>Provoziert durch den Krieg in der Ukraine haben die USA Sanktionen gegen Russland verhängt und u.A. die Dollarreserven der Russischen Zentralbank eingefroren. Dieser Schritt verdeutlicht die politischen Risiken, die mit dem Halten seiner Reserven in US Dollars behaftet sind. Das Vertrauen in den Dollar ist beschädigt und viele Staaten schauen sich nach Alternativen um.</p>
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<p>‌Warning Sign <a href='/tag/2/'>#2</a>: Rubles, Gold, and Bitcoin for Gas, Oil, and Other Commodities</p>
</blockquote>
<p>Als einer der größten Exporteure für Wirtschaftsgüter aller Art (Rohstoffe, aber auch Gold und Uranium) hat Russland angekündigt keine Zahlungen in Dollar mehr zu akzeptieren und stattdessen nur noch Rubel, Gold oder Bitcoin anzunehmen. Das heißt, dass der Dollar als Zahlungsmittel im internationalen Handel seine Exklusivität verloren hat.</p>
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<p>‌Warning Sign <a href='/tag/3/'>#3</a>: The Petrodollar System Flirts With Collapse</p>
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<p>Dank einem Abkommen zwischen Saudi Arabien und den USA in den 1970ern wird das von allen Mitgliedsstaaten der OPEC geförderte Öl in US Dollar gehandelt, im Gegenzug für militärischen Schutz der USA. Das sogenannte Petrodollar System hat dem US Dollar somit einen enormen Wert und hohe Liquidität verliehen. Russlands Ausschluss vom Dollar System als Teil der US Sanktionen könnte sich ähnlich mit China wiederholen, wenn diese Taiwan überfallen, und damit könnte China nicht mehr ohne weiteres Öl importieren. Um solch ein Risiko durch Abhängigkeit vom US Dollar zu vermeiden hat China seit Jahren ein Alternativsystem basierend auf den Chinesischen Yuan mit Hilfe des Shanghai International Energy Exchange (INE) aufgebaut. China ist der weltgrößte Importeur von Öl und Saudi Arabien den USA nicht mehr so wohl gesinnt, wie noch vor 50 Jahren, zu Beginn des Petrodollar Systems. Sollte also China als größter Kunde Saudi Arabiens diese dazu bringen den Yuan zu akzeptieren, wäre es mit dem Öl-gestützten Petrodollar System vorbei und somit bräche auch einer der Pfeiler des Dollars als Zahlungsmittel im internationalen Handel weg.</p>
<p><img src="https://media.tenor.com/images/64b38816e2dc9e39246e63c15b309b7c/tenor.gif" alt=""></p>
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<p>Warning Sign <a href='/tag/4/'>#4</a>: Out of Control Money Printing and Record Price Increases</p>
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<p>Mehr als 4 Billionen US Dollar wurden in den letzten zwei Jahren von der Federal Reserve bereitgestellt - die größte monetäre Ausweitung in der Geschichte der USA. Dies ist höchstwahrscheinlich einer der größten Preistreiber der aktuellen Inflation, selbst wenn die Federal Reserve dies nicht zugibt.</p>
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<p>Warning Sign <a href='/tag/5/'>#5</a>: Fed Chair Admits Dollar Supremacy Is Dead</p>
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<p>“It’s possible to have more than one reserve currency.” Es ist auch möglich, mehr als nur eine große Währung zu haben sagte Jerome Powell, der Präsident der Federal Reserve. Der Mann, dessen Job es ist die Leitwährung (bzw. Weltwährung) zu beschützen, gibt offen zu, dass es neben dem Dollar auch weitere Kandidaten für den Thron geben kann.</p>
<p><strong>2️⃣ Bitcoin muss von einer Großzahl der wirtschaftlich stärksten Länder der Welt anerkannt werden.</strong></p>
<p>Wie bereits erwähnt bahnen sich tektonische Verschiebungen in der Weltpolitik und der Weltwirtschaft an. Russland ist vom US Dollar System de jure ausgeschlossen (de facto wirft die ganze Welt Russland die immer noch hinterher), China hat an einem Alternativsystem zum Petrodollar gearbeitet und auch die Eurozone (mit dem Euro als zweitwichtigster Reservewährung und der Währung mit dem größten Geldvolumen weltweit) arbeitet zurzeit an einem digitalen Euro und/oder einer CBDC (Central Bank Digital Currency), was zumindest darauf schließen lässt, dass auch in Europa zumindest über Alternativszenarien nachgedacht wird und den Euro zumindest als zweitwichtigste Weltwährung platzieren möchte.</p>
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<p>Aber auch die USA selbst müssten Bitcoin als legales und reguliertes Zahlungsmittel anerkennen, bevor es dann überhaupt als Leit- oder Reservewährung in Frage kommen kann.</p>
<p><strong>3️⃣ Aus ökonomischer Sicht müssten einige der Messwerte von Bitcoin substantiell nach oben steigen.</strong></p>
<p>Hier will ich das Pferd mal von hinten aufzäumen. Ohne auf Geldmengendefinitionen für M1, M2, M3, etc. und Geldschöpfungsmechanismen einzugehen, will ich hier eine einfache Bierdeckelrechnung anstellen, um nur eine grobe Hausnummer aufzuzeigen. Die monetäre Basis, also die Zentralbankgeldmenge, der USA beläuft sich auf  5,8 Billionen Dollar (5.885.200.000.000).</p>
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<p>Das bedeutet für Bitcoin, dessen Geldmenge auf 21 Millionen (21.000.000) festgelegt ist, dass eine "Marktkapitalisierung" von 5,8 Billionen nur über den Anstieg des Preises pro bitcoin erreicht werden kann. Das bedeutet in Zahlen einen Preis von ca. 280.000 US Dollar, oder anders ausgedrückt eine Verzehnfachung des jetzigen Preises. Ist solch ein Anstieg möglich? Wir können auf jeden Fall festhalten, dass der Preis von Bitcoin noch im März 2020 bei unter 5.000 USD lag, bevor der rasante Anstieg auf über 60.000 im April 2021 stattfand. Also innerhalb eines Jahres, hatte Bitcoin seinen Preis mehr als verzehnfacht und das ist nur der letzte deutliche Sprung, denn natürlich waren zu Anfangszeiten Sprünge im Bereich Faktor 10 keine Seltenheit. Mit dieser Rechnung möchte ich nur zeigen, dass Bitcoin momentan noch viel zu "klein" ist, um in der Liga von Währungen, wie dem US Dollar, oder dem Euro zu spielen. Diese Milchmädchenrechnung zieht auch die gesagt in Dollar angegebene Geldmenge bei fremdländischen Banken (Eurodollar) etc. nicht in Betracht.</p>
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<p>Das alles soll nicht heißen, dass die Welt plötzlich anfängt Bitcoin als Zahlungsmittel zu akzeptieren (es besteht auch ein Unterschied zwischen Bitcoin als Währung und Bitcoin als Zahlungsmittel). Aber in solch einer hypothetischen Währungsordnung würden die Zentralbanken der jeweiligen Länder Bitcoin als Reserve hinterlegen, wie es z.B. zu Zeiten des Goldstandards der Fall war. Das heißt, den Fiat-Währungen wird durch das Hinterlegen und Absichern der Geldmenge in Bitcoin ein tatsächlicher Wert verliehen und nicht wie es heutzutage der Fall ist, mit einem Versprechen die Liquidität der jeweiligen Währung "abgesichert". Hinzu kommt natürlich, dass alle oben aufgeführten Annahmen erstmal erfüllt werden müssten, um Bitcoin nur theoretisch in die Lage zu versetzen, als Leitwährung überhaupt in Frage zu kommen. Gold hat es schon immer gegeben und die Charakteristika von Gold als Reserve sind unbestreitbar, allerdings haben sich die Staaten gegen ein Gold-gestütztes Währungssystem entschieden, weil eine Abkopplung den Umgang mit Geld und Krediten viel flexibler gestaltet. Das bedeutet, dass entweder Staaten von sich aus entscheiden müssten, von nun an ihrer Währung mehr Glaubwürdigkeit und Stabilität zu verleihen, indem sie einen Bitcoin Standard für sich einführen, oder aber der Einsatz von Bitcoin weltweit so stark steigt, dass automatisch Währungssysteme, weltweiter Handel, etc. in Bitcoin benannt wird, anstatt in US Dollars wie es heute der Fall ist.</p>
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<p>"The government currencies are so unreliable — they're also fiat currencies. They're not backed by anything,"  - Sen. Rand Paul</p>
</blockquote>
<hr>
<p>Über 150 Millionen Menschen auf der ganzen Welt haben Bitcoin für sich akzeptiert und benutzen es mehr oder weniger täglich für sich. Die Nachfrage nach einem extrem knappen Zahlungsmittel, das relativ einfach selbst verwahrt und durch ein global verteiltes Netzwerk von Knoten, auf dem Open-Source-Software läuft, übertragen und gesichert werden kann, wird steigen. Wenn man sich alles ansieht, was zurzeit in der Welt vor sich geht, insbesondere mit Blick auf Regierungen, die ihre politische und wirtschaftliche Macht immer weiter expandieren und damit gegen den Gedanken der freien Marktwirtschaft vorgehen, indem sie die Kontrolle über das Geld-, Lebensmittel- und Energiesystem ausbreiten, wird die Nachfrage nach Bitcoin nicht nur steigen, sondern rasant zunehmen. Die steigende Nachfrage nach Bitcoin und die gleichzeitige Abkehr und der Vertrauensverlust in die Politik der Staaten und das aktuelle Geldsystem könnte zu einem Bitcoin-gestützten Währungssystem führen, dem sogenannten Bitcoin Standard.</p>
<p>Die Frage ist, wie schnell wir es schaffen Bitcoin zur Reservewährung der Welt und damit die Menschheit insgesamt ein bisschen besser zu machen? Schaffen wir es in den nächsten Jahrhunderten, Jahrzehnten, oder sogar schon in den nächsten paar Jahren? Denn je länger der Übergang zu einem Bitcoin-Standard dauert, desto mehr Unsicherheit, politisches Missmanagement und korrupte (oder dumme) Entscheidungen wird die Menschheit ertragen müssen.</p>
<p>🫳🎤</p>
<hr>
<p>In diesem Sinne, 2... 1... Risiko!‌</p>
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